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Full text of "Die griechischen christlichen Schriftsteller der ersten drei Jahrhunderte"

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EUSEBIUS WERKE 


II. BAND 2. HÄLFTE 


DIE THEOPHANIE 
DIE GRIECHISCHEN BRUCHSTÜCKE 


UND 


ÜBERSETZUNG DER SYRISCHEN ÜBERLIEFERUNGEN 


HERAUSGEGEBEN 
IM AUFTRAGE DER KIROHENVATER-COMMISSION 


DER KÖNIGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN 


VON 


DR HUGO GRESSMANN 


IN KIEL 


LEIPZIG 
J. C. HINRICHS’scuHe BUCHHANDLUNG 
1904 


Einleitung 
A. Die Echtheit der Theophanie 
B. Die Handschriften und Ausgaben. . . 
1. Die Bruchstücke des griechischen Urtextes 
2. Die syrische Übersetzung 
C. Die Selbstzitate des Eusebius . 
D. Charakter und Wert der gyrischen Übersetzung 
E. Die literarische Abhüngigkeit . . 
SchluB wort des Herausgebers 
Verzeichnis der Abkürzungen 
Text 
Die griechischen Bruchstücke der Theophanie . 
Übersetzung der syrischen Überlieferung Buch I—V. 
Register 
I Vergleich der Überlieferung 
l. Die syrische Übersetzung im Original . 
2. Das Original in der deutschen Übersetzung . 
II. Stellenregister. 
Altes Testament 
Neues Testament . ες 
Selbstzitate des Eusebius . . . 
Andere kirchliche Schriftsteller 
Nichtkirchliche Schriftsteller 
III. Namenregister . 
IV. Wortregister 
V. Sachregister. 


9 e pm 


Druckfehler und Berichtigungen 


Einleitung. 


A. Die Echtheit der Theophanie. 


Das griechische Original der Θεοφάνεια des Eusebius ist bis auf 
einige Bruchstücke verloren gegangen. Vollständig erhalten ist nur 
die syrische Übersetzung. Die erste Frage ist die nach der Echtheit. 

Hieronymus bezeugt von unserm Kirchenvater ηϑεοφανείας libri 
quinque“!. Unabhängig davon ist die Überlieferung der syrischen 
Version: „Die Schrift des Cäsareensers Eusebius περὶ Heopanvelac“, 
die zuerst in dem Katalog des Ebed Jesu? erwähnt wird; ebenso un- 
abhängig sind die Lemmata der Katenenhandschriften, die von 
einer Evoeßlov εὐαγγελικῆς ϑεοφανείας wissen?. Dieser Titel dürfte nicht 
ursprünglich, sondern nach Analogie der „evangelischen“ Demonstratio 
und „evangelischen“ Praeparatio gebildet sein. 

Lightfoot* hat vermutet, daß die Theophanie vom Autor unvoll- 
endet geblieben sei, weil sie mitten in einem Satze der zitierten Demon- 
stratio abbreche. An der Echtheit unserer Schrift rüttelt er nicht. Sie 
wäre in der Tat über jeden Zweifel erhaben, wenn jener Eindruck 
richtig wäre, da die Schüler des Meisters dann pietätvoll nicht einmal 
den Versuch gemacht hätten, die letzte Feile an das Werk zu legen. 
Äber der Schluß der Theophanie gibt zu keinen Bedenken Anlaß, weil 
der Rückblick auf die überstandenen Gefahren und der Ausblick auf die 
von Tag zu Tag wachsende Ausdehnung des Christentums eine durch- 
aus künstlerische Abrundung des Ganzen zeigt. Weder formell noch 
sachlich wird das Geringste vermißt, zumal auch die Demonstratio nach 
einigen belanglosen Worten dasselbe Thema beendigt. 


1) De viris illustribus ed. Richardson c. 81 in TU XIV 1a, S. 438. Die 
zitierten Worte fehlen in einigen HSS. Die griechische Übersetzung der 
Schrift des Hieronymus liest sie; vgl. TU XIV 1b, S. 4818. 

2) Bei Assem. Bibl. Orient. III S. 18. 

3) Vgl. u. S. VII. 

4) Im Dictionary of Christian Biography ed. by Smith-Wace II 333. 

Eusebius ITI*. B 


VI* Eusebius Theophanie. 


Herr Professor Georg Hoffmann hat mir gegenüber mündlich 
eine andere These verfochten. „Er urteilt zunächst, daß die Laus Con- 
stantini dem Verfasser der Theophanie als Vorlage gedient hat. Dies 
werde insbesondere durch Stellen der Theophanie bewiesen, in welchen 
mit der Laus gemeinschaftliche Satz- und Gedankenbestandteile der 
logischen Ordnung und Verknüpfung ermangeln, die sie in der Laus 
haben. Manche Fassung sei in das elementare Lehrbuch der Theophanie 
herübergenommen, die nur in dem festgefügten, rhetorisch gehobenen 
Stile der Laus natürlich sei. Abgesehen von diesem Verhältnis beider 
Schriften seien in der Theophanie die Erläuterungen und Erweiterungen 
eusebianischen Textgutes derartig einfältig und zuweilen sinnverbiegend, 
daß man diese dogmatische Kompilation schwerlich dem Eusebius zu- 
trauen dürfe. Vielleicht habe ein Verehrer des Eusebius nach dessen 
Schriften ein griechisches Elementarbuch bearbeitet und vielleicht von 
Anfang an zur Verbreitung bei den Syrern bestimmt.“ 

Das ästhetische Urteil Georg Hoffmanns ist richtig. Die Laus 
zeichnet sich in der Tat durch straffe Zusammenfügung der Gedanken 
und durch eine weniger schwülstige Breite vorteilhaft vor der Theo- 
phanie aus, deren Ausführungen mitunter unerträglich lang ausgesponnen 
sind. Daher wird die Annahme kaum móglich sein, dass Eusebius selbst, 
als er die Laus vollendet hatte, die Theophanie verfaßt habe. Wer diese 
litterarische Datierung für richtig hält, wird am natürlichsten an einen 
Kompilator denken müssen. Aber nichts zwingt uns, die Theophanie 
als das jüngere Werk zu betrachten. Der Grund, daß der oft rhetorisch 
gehobene Stil der Theophanie nur in der Laus begreiflich sei, ist hin- 
fällıg, weil gerade der zweite, hier in Betracht kommende Teil dieser 
Schrift (der βασιλικός) nachweislich keine Rede ist. ! Wir haben 
also ein Recht, den rhetorischen Stil als eine aus dem Predigerberuf 
verstündliche Eigentümlichkeit auch der eusebianischen Prosa zu be- 
zeichnen. Zweifellose d. h. auf griechischem Boden entstandene Ver- 
drehungen und Entstellungen eusebianischer Sátze sind nicht nachweis- 
bar. Die Theophanie macht im Gegenteil von Anfang bis zu Ende 
durehaus den Eindruck, von Eusebius selbst herzustammen, da seine 
Ideen, Worte und Redensarten in stereotyper Weise wiederkehren. Wo 
es an Logik fehlt, wird man zunächst schlechte Wiedergabe des Über- 
setzers vermuten, obwohl auch dem Eusebius selbst derartiges zuge- 
traut werden darf. Am wichtigsten aber ist der positive Beweis, daß 
die Theophanie älter ist als die Laus (vgl. u. S. XIV ff). 


1) Vgl. Wendland in der Berl. philol. Wochenschrift. Jahrg. XXII. Sp. 
225 ff. 


Einleitung. | VII* 


B. Die Handschriften und Ausgaben. 


|. Die Bruchstücke des griechischen Urtextes. 


Die einzigen Originalbruchstücke der Theophanie, die wir heute 
besitzen, verdanken wir der fleißigen Gelehrsamkeit des Niketas von 
Herakleia, der uns in seinen Katenen zum Lukasevangelium und zum 
Hebräerbrief einige Fragmente überliefert hat. 


1) Vat. 1611, saec. XII. Diese älteste und beste HS der genannten 
Lukaskatene, beschrieben bei Sick. S. 31ff., wurde erst von Angelo 
Mai verwertet, der die nach seiner Meinung zur Theophanie des 
Eusebius gehörigen Fragmente sammelte und veröffentlichte in den 


[Veteres scriptores ed. sec. tom. I (1831) und tom. VIII 
(1833) =]? Nova patrum bibliotheca tom. IV (1847) p. 109f. 
— Migne: Patrologiae cursus ser. gr. tom. XXIV p. 609ff. 


Nach der Vorrede benutzte er außer dieser Haupthandschrift = A noch 
drei andere: 


E — Vat. 1610, saec. XVI, beachtenswert (vgl. Sick. S. 67) 3 
B = Pal. 20, saec. XIV, wertlos (vgl. Sick. S. 64) 
L — Ottob. 100, saec. XVI, wertlos (vgl. Sick. S. 64). 


Obwohl Mai sie mehrfach zu Rate gezogen haben muß, da seine Lesarten 
öfter von A abweichen, gibt er doch nur folgende Folien an: 


E 63v — u. S. 42-7 

L ἀν —u. 8, 1512-21 

L 5v=u. S. 1538—179 
L 16v — u. S. 334-22. 


Die Eusebiuscholien des Niketas in ἃ werden, wo sie kenntlich 
gemacht sind?, in dreifacher Weise lemmatisiert: 5 


1) Vgl. über Niketas und seine Lukaskatene: J. Sickenberger in TU. NF. VII4 
(im Folgenden als „Sick.“ zitiert). 

2) Diese Fragmente sind vor dem Erscheinen der syrischen Theophanie ver- 
öffentlicht. Im Anschluß an diese hat Mai dann die Texte neu geordnet. 

3) Diese Lukaskatene ist zwar von Makarios Chrysokephalos angelegt, aber 
er hat die Niketaskatene an den entsprechenden Partien einfach abgeschrieben. 
(Vgl. Sickenberger: Titus von Bostra, S. 47 ff. TU. NF. VI1). 

4) Lietzmann hat A 13v — u. 8. 1512-231 ein Fragment entdeckt, das kein 
Lemma trügt. Doch hat es Mai bereits aus L 4 abgedruckt, wo es vermutlich mit 
Εὐσεβίου gezeichnet ist. Vielleicht kann man unter den anonymen Scholien des 
Vat. 1611 (vgl. Sick. S. 101) noch ein oder das andere Bruchstück der Theophanie 
finden; doch wird es bei ihrer geringen Anzahl der Mühe kaum lohnen. 

5) Die Lemmata sind teils nach der Handschrift teils nach freundlicher Mit- 
teilung des Herrn Professor Sickenberger kontrolliert worden. 

B* 


VII* Eusebius Theophanie. 


a) Εὐσεβίου εὐαγγελικῆς ϑεοφανείας 
b) Evosßlov 
c) Εὐσεβίου β΄ ϑεοφανείας oder 
Εὐσεβίου δ᾽ (ευτέρας) ϑεοφανείας. 
a) Die mit Εὐσεβ' εὐαγγελ'΄ ϑεοφα' lemmatisierten Scholien stammen 
sämtlich aus der Theophanie. 


A 88τ — u. S. 1714-23 

A 88ν — u. S. 345—356 

A 207r u. S. 287—292! 
A 300r — u. S. 520—144 

A 307v — u. S. 49—56 144-8 
A 310r — u. S. 149-15. 


Von Wichtigkeit ist es, die Methode festzustellen, nach der Niketas 
die ihm vorliegenden Eusebiustexte wiedergegeben hat.? Am häufigsten 
sind die Kürzungen, die wir nicht aufzuzühlen brauchen, da sie aus dem 
unten gedruckten Texte ohne weiteres ersichtlich sind. Weitschweifige 
Attribute, überflüssige Bibelzitate, nebensächliche Sätze hat er oft ge- 
strichen, indem er sich bemüht, den Wortlaut möglichst unverändert 
zu lassen; vgl. z. B. 104} 3298. Das ist natürlich nicht immer an- 
gängig, denn mitunter muß er, wo er einen Satz abbricht oder be- 
sehneidet, das Partizipum in den Indikativ verwandeln; vgl. τυγ- 
χάνει 319, διδάσχει 917, ἀπέδειξεν 1319. Begreiflicherweise sind nament- 
lich die Anfänge der Scholien überarbeitet, da durch die Herübernahme 
in einen anderen Zusammenhang oft erst ein neuer Kontext geschaffen 
werden muß; vgl. Asff. 345}. 357ff. Aber meist sind auch hier Ände- 
rungen vermieden worden. Bisweilen werden gestrichene Satzteile in 
ein Pronomen zusammengefaßt; vgl. 10s 29e 32s, oder verkürzt in die 
folgende Periode eingeschoben; vgl 4ıo 13:e Wichtiger sind die Um- 
stellungen: 287, wo er zwei unmittelbar auf einander folgende Sätze 
vertauscht, und 1485? 31:9, wo er zwei Eusebiuszitate in einander ge- 
schachtelt hat. Die Zusätze sind verschiedener Art. Teils sind sie not- 
wendig und scheinen* von Niketas herzustammen, um den Sinn klar 
zu machen; vgl. 17 14 3336; teils sind sie frei von ihm hinzugefügt. 


1) Neben dem erwähnten Lemma steht hier noch genauer ein ὁ — 4. Buch 
der ev. Theoph. 

2) Das Folgende bestätigt im wesentlichen dic zutreffenden Ausführungen 
Sickenbergers S. 77 ff. 

3) Auf 1425 folgt in der HS 5118 

4) Überall, wo diese Zusätze zweifelhafter Herkunft waren, ob von Niketas 
oder aus seiner Eusebiusvorlage, habe ich sie im Texte stehen lassen und durch 
Klammern eingeschlossen; vgl. 34.17 78 usw. 


Einleitung. IX* 


So wahrscheinlich 2117 + χατὰ μὲν τὸν Ματϑαῖον. 

2118 - χατὰ δὲ τὸν Δουχᾶν ὅτι δεῖ χηρυχϑῆναι ἐπὶ τῷ ὀνόματι αὐτοῦ μετά- 
voıav καὶ ἄφεσιν ἁμαρτιῶν εἰς πάντα τὰ ἔϑνη. 

2218 + χατὰ δὲ Λουχᾶν τὸ πνεῦμα ἐπαγγειλάμενος. 

.9815 + οἷς χαὶ ἔφη" ὑμεῖς δέ ἐστε μάρτυρες τούτων, τοῦ ϑανάτου δηλαδὴ 
χαὶ τῆς ἀναστάσεως. 

2628 + οὐχέτι οἶχον ϑεοῦ τὸν νεὼν καὶ τὸ ἐν αὐτῷ ἁγίασμα, ἀλλ᾽ αὐτῶν 
εἶναι οἶχον ἀποφηνάμενος. (Sachlich — 27 19f.) 

3010 + ὅτι μὲν οὖν ταῖς ἐκ τοῦ πολέμου συμφοραῖς περιπέπτωχεν ἡ ἁγία καὶ 
διαβόητος 'Ἱερουσαλήμ, ἐξ αὐτῶν ἔνεστι τῶν πραγμάτων lóstv. 

3119 + xal δεικνὺς ὅτι οὔτε ἀναστήσεται λοιπὸν 0 ναὸς οὔτε εἰς τὴν προ- 
τέραν ἐπανήξουσιν Ἰουδαῖοι πολιτείαν, προστίϑησι xt). wie 3228 --- συντέλειαν 
332 + xal τὸν μέχρι συντέλειαν λέγων χρόνον. σημαίνει χτλ wie 31 19 Ε΄. 

349 + ἀλλ᾽ ὁ μὲν Λουκᾶς συγκαλύπτων τὸ ὄνομα τῇ ἀρχαιοτέρᾳ προσηγορίᾳ 
κατεχρήσατο. 

3417 + ἐλέγχων ἑαντοῦ τὸ τραῦμα, ἵνα ϑαυμάσῳς τὴν τέχνην τοῦ larpev- 
σαντος. 

Dagegen scheinen an den übrigen Stellen andere Autoren zitiert zu 
sein, die sich über denselben Gegenstand geäußert haben, so sicher, weil 
lemmatisiert, 1722 1930. Sonst aber fehlt sowohl das Lemma wie auch 
der Unzialbuchstab, sodaß sich die Frage aufdrängt, ob man hier über- 
all eine Nachlässigkeit der Schreiber annehmen will, oder ob nicht viel- 
mehr Niketas in stärkerem Maße die ihm zur Verfügung stehenden 


Kompilationen benutzt hat, als Sick. (S. 75) zugeben will. 


Wer sich über diese Zusütze orientieren will, vergleiche zu 
165 Migne tom. XXIV S. 621D 


2610 » S. 636D 
324. 6 » S. 652A 
3317 » S. 680B. 


b) Unter den nur mit Εὐσεβίου lemmatisierten Fragmenten finden 
sich eine ganze Reihe, die zur Theophanie gehóren, und zwar alle, die 
unter a nicht genannt sind.! 

c) Dagegen haben die mit Evoeßlov β΄ oder δ΄ ϑεοφανείας mar- 
kierten Scholien sicher nichts mit der ins Syrische übersetzten Theo- 
phanie des Eusebius zu tun (gegen Mai). Ob sie einer andern Schrift 
des Cásareensers entnommen sind oder ihm überhaupt abgesprochen 
werden müssen, daraufhin habe ich sie nicht untersucht. 


Sie stehen . 
A 8v= Migne tom. XXIV 6090 (= E 37v) 
A 14ν --- » 660D 
A dr » 661B 
A 122r — » 676 A 


1) Ich habe alle von Mai gedruckten Eusebiusfragmente öfter auf die Theophanie 
hin durchforscht und hoffe, daß mir keins entgangen ist. 


X* Eusebius Theophanie. 


[Angelic. 100 fol. 182r — » 657B (—L 54)]! 
A 106v — » 665 A 
A 186r — » 668 A 
A 194r — » 681C 
A 204r — » 668C 
A 205v — » 664C 
A 218r — » 673C 
A 233v — » 653B? 
A 943vi— » 684D 
Α 254v — » 685 A. 


2) Paris. 238, saec. XIII, beschrieben bei Caro und Lietzmann: 
Catenen S. 604. Die Theophaniefragmente dieser ebenfalls von Niketas 
angefertigten Katene zum Hebräerbrief sind gedruckt bei 

J. À. Cramer: Catenge Graecorum Patrum in novum Testamen- 
tum. Oxonii 1844. tom. VII. 

Der Text stimmt, wie es natürlich ist, fast ganz mit A überein, 
hat aber einiges mehr bewahrt; vgl ἱερεῖον 92s, ϑείου 1020, τοῦτο--- 
&veyelgag 113£., ἀνϑρώποις-- ἐπιφάνεια 12 7-9, παμβασιλεὺς---ϑεοῦ 13 το, 
9500 13 13, ϑνητῷ---χεχρημένος 1319, τρόπαιον — ἔστησεν 1320f.? Ob 
diese geringen Varianten? durch die handschriftliche Überlieferung ent- 
standen sind oder, wie mir wahrscheinlicher ist, auf Niketas selbst zu- 
rückgehen, der seine Vorlagen bald mehr bald weniger kürzte, wird sich 
mit Bestimmtheit kaum entscheiden lassen. 


3) Vindob. theol. Nessel 71 (Lambek 42), saec. XII — XIII, be- 
schrieben bei Sick. S. 49. Zwei Fragmente der Πυσεβ' εὐαγγελ΄ ϑεοφα' 
fol. 246 v und 375v sind gedruckt bei 

Samuel Lee: Eusebius, Bishop of Caesarea on the Theophania, 
translated into English with notes. Cambridge 1843. 


Lee S. 216 Anm. 1 — u. S. 1714-22. 
Lee S. 321 Anm. 7 — u. S. 345—35c. 


Die von Lee edierten Bruchstücke stimmen mit A überein bis auf 
176 τὸ προστεταγμένον und 355 συναπόστολον. Da A fälschlich ἀπόστο- 
λον hat, können diese Fragmente nicht von ihm abgeleitet werden. So 
bestätigt sich das Urteil Sickenbergers (S. 51): „Es finden sich manche 
Varianten, welche die Annahme einer direkten Abhängigkeit aus- 
schließen .... Wahrscheinlich stehen die beiden Handschriften nicht 


1) Hier hat A eine Lücke. 

2) Hier steht nach Sickenberger in der HS εὑὐσεῖ βιχτέ ϑεοφάνους — Euseb. 
Vict. Theophanes. 

3) Angeführt sind nur die wichtigeren Varianten Cramers. Schlüsse ex silentio 
sind hier nicht stringent. 

4) Eine Kollation erschien deswegen überflüssig. 


Einleitung. XI* 


weit vom gemeinsamen Archetypos «C der Lukaskatene des Nike- 
las > ab." 


4) Par. Coisl. 201, saec. XIV—XV, beschrieben bei Sick. S. 40. 
Drei Fragmente sind herausgegeben in der 

Meditatio paschalis! ad Luc. XXIV 26 & 46 ex deperditis Eusebii 
Caesariensis libris εὐαγγελικῆς ϑεοφανείας deducta: qua Prorector et 
Senatus Academiae Georgiae Augustae civibus academicis necessitatem 
mortis et resurrectionis Christi pie considerandam proponit «C auctore 
Magno Crusio >. Gottingae 1740. 49. 

Crusius S. 3—5 = u. S. 821—118 ὃ τῶν ὅλων ζωοποιὸς λόγος — καὶ τῶν 
πάλαι ϑυσιῶν ἀποτρόπαιον. 

Crusius S. 15 = u. S. 118-13. 

Crusius S. 9 Anm. a „in alio quodam fragmento εὐαγγελικῆς ϑεοφανείας ad 


Luc. XXIII 46" = u. S. 144-7. 

Die von Crusius edierten Texte stimmen fast wörtlich mit A über- 
ein. Die wenigen Varianten sind ganz geringfügig: 95 uaxgav, 106 
σωτήριον c» hinter ἀνθρώπων, 1015 τῇ ὁδῷ, 1020 χκαϑιεροῦται, 1023 
μακρόν, 1110 ἐναργῆ, 11u αὐτῶν <, 147 τὴν <. Sickenberger wird 
darum recht haben, wenn er die Unabhängigkeit dieser HS von A be- 
hauptet. 2 


Il. Die syrische Übersetzung. 


Die erste Notiz einer syrischen Übersetzung findet sich in dem 
Katalog des Ebed-Jesu (mitgeteilt in der bibliotheca orientalis des 
Assemani IIL S. 18). 

Im Jahre 1839 gelang es einem koptischen Gelehrten, Henry 
Tattam von Bedford, 50 syrische Manuskripte in einem Marien- 
kloster der nitrischen Wüste zu kaufen. Unter ihnen war eine wunder- 
bar schöne Handschrift von unschützbarem Werte, die auf 245 Folio- 
seiten unter anderm die Theophanie des Eusebius enthielt. Der Schluß 
ist zwar verloren gegangen, die Unterschrift aber von einem andern 
Abschreiber aufbewahrt worden: „Es wurde geschrieben diese Schrift 
in Urhai (Edessa), der Stadt Mesopotamiens, durch einen Mann mit 


1) Diese Dissertation ist in der Bibliotheca Graeca des Fabricius-Harles VII 408 
angeführt, aber mit so ungenügendem Titel, daß sie aus den Litteraturangaben 
verschwunden ist. Durch die freundliche Hilfe der Góttinger kgl. Universitüts- 
bibliothek konnte der genaue Titel festgestellt werden. 

2) Um andern unnütze Mühe zu sparen, sei bemerkt, daß die Notiz Preuschens 
in PRE? u. Eusebius v. Cäs. Υ 615 über die von Nolte entdeckten Fragmente falsch 
ist. Sie gehóren ursprünglich zur Laus Constantini und sind auch in der Ausgabe 
Heikels enthalten. 


XII* Eusebius Theophanie. 


Namen Ja'qob (und) wurde vollendet im Jahre 723 im letzten 
Monat Thesrin“ d. h. im Februar des Jahres 411 n. Chr. An diesem 
frühen, fast bis Eusebius Zeit reichenden Datum 1st nicht zu zweifeln. 
Diese Handschrift, die jetzt dem britischen Museum zu London gehórt, 
ist beschrieben bei Wright: Catalogue of Syriac Manuscripts in the 
British Museum II, S. 631ff.! 

Sie scheint die einzige zu sein, die existiert, und ist nach Lee's 
Vermutung (Translation IX Anm.) bereits durch Assemanis Hände ge- 
gangen, weil sich einige Bleistiftstriche in ihr fanden, die schwerlich 
von einem Orientalen herrühren. | 

Trotzdem sie so alt ist, muß sie schon ein paarmal abgeschrieben 
sein — sodaß wir der Zeit des Eusebius noch näher rücken — da sich 
in ihr offenkundige Fehler feststellen lassen, die nicht vom Übersetzer 
herstammen können, z. B. 215 e0N mazo statt ec az Nasaro, 8.11 
data statt es. ota, 1213 mama statt auaayı, 187 ax 0013 statt 
„azır, 20:7 τόπιλᾶλο statt -ὐϑᾶλο u. ἃ. Wenn man aber den 
Charakter der syrischen Schrift in Betracht zieht, der zu Verwechslungen 
leicht Anlaß gibt, so muß die Überlieferung des Textes dennoch eine 
verhältnismäßig gute genannt werden. Jedenfalls wird ebenso wie unser 
Manuskript auch die ursprüngliche Übersetzung von einem Manne aus 
Urhai gefertigt sein, da 27 86 18 ein edessenischer Dialektausdruck (eame 
— τόπαρχοι) begegnet. 

Herausgegeben wurde der syrische Text von Samuel Lee: Euse- 
bius on The Theophania, London 1842. Diese Edition ist, abgesehen 
davon, daß weder Seiten noch Zeilen numeriert sind und sogar jeg- 
liche Register fehlen, gut. Einige Lesefehler, die sich hätten vermeiden 
lassen, sind freilich vorhanden, aber wenn man nicht unbillige Ansprüche 
stellt, wird man troiz der Unvollkommenheit die Anerkennung nicht 
versagen dürfen. Wenigstens zeigten mir größere Stichproben, die ich 
bei Gelegenheit eines längeren Aufenthaltes in London machte, daß eine 
Nachlese nicht der Mühe wert sei. Ich habe damals alle mir nur im 
geringsten zweifelhaften Stellen des ersten Buches nachgeprüft und außer 
einigen Kleinigkeiten nur die eine nennenswerte Tatsache gefunden, daß 
Σ 275 enses, 0 vor εὐδυοχωξο übersehen ist. Meine Untersuchungen 
ergaben die Richtigkeit der häufigen Verwechslung von „am mit „az. 
und von Y‚ım mit eo resp. „am. Dagegen hat Lee öfter gegen 


1) Hinzuzufügen ist, daf etwa an fünf oder sechs Stellen senkrecht zwischen 
die Kolumnen ein ungefüges Jia νὴ» (nicht ‚io »9 Lee, translation 


S. 272, Anm. 1, obwohl es fast so aussieht; vgl. € 90 14f. — ϑέα xal σχέψαι) ge- 
schrieben ist. 


Einleitung. XIII* 


das Manuskript ein falsches Geschlecht des Partizipiums gedruckt. Die 
in den ,Stud.^ S. 51 für eine sprachliche Eigentümlichkeit gehaltene 
Schreibung von edis.3450 statt ec33s cano 76 4218 6921 113 19 geht aus- 
nahmslos auf einen Irrtum von seiten Lee's zurück. So verdient denn 
seine Versicherung (Translation X), daf er jeden Druckbogen vor der 
Fertigstellung noch einmal mit dem Manuskript verglichen habe, durch- 
aus Glauben. Da dies in leserlichen, ja in schönen Buchstaben ge- 
schrieben ist, so sind schon dadurch bei einigermaßen sauberer Arbeit 
größere Versehen so gut wie ausgeschlossen. 

Ein Verständnis des syrischen Textes angebahnt zu haben, ist das 
Verdienst der Übersetzung von Samuel Lee: Eusebius on The Theo- 
phania, translated. Cambridge 1843. Aber ihre Mängel sind sehr groß, 
zum Teil entschuldbar, da die Kenntnis der syrischen Sprache damals 
noch nicht so gut war wie heute, zum Teil jedoch unentschuldbar, da 
der griechische Urtext, soweit er vorhanden war, nicht in genügender 
Weise verwertet wurde. 

Weitere Verbesserungen des syrischen Textes wurden geliefert von 
Bernstein in ZDMG Υ] 668, von Geiger in ZDMG XVll:sff; von 
Payne Smith im Thesaurus Syriacus (passim); von Greßmann in 
TU. NF. VIlls mit einigen sprachlichen Bemerkungen von Georg . 
Hoffmann. 


C. Die Selbstzitate des Eusebius. 


Da neuerdings auch die Koryphäen unserer Wissenschaft sich selbst 
ausschreiben, so braucht man heute den Eusebius nicht mehr in Schutz 
zu nehmen. Die Tatsache aber, daß er sich selbst zitiert, ist nicht zu 
leugnen und wird durch die Theophanie wiederum bestätigt. Samuel 
Lee hat zuerst mit staunenswertem Spürsinn darauf hingewiesen, daß 
wir einen ganz beträchtlichen Teil dieser Schrift als Paralleltext in 
anderen Werken desselben Kirchenvaters besitzen. Unter diesen nimmt 
den ersten Rang die Laus Constantini ein, von der mehr als die 
Hälfte in den drei ersten Büchern der Theophanie enthalten ist. In 
zweiter Linie kommen die evangelischen Demonstrationen in Be- 
tracht, deren drittes Buch sich fast ganz mit dem fünften der Theophanie 
deckt. Endlich sind die in die Theophanie eingeschobenen Zitate aus 
fremden Schriftstellern beinahe alle auch in den evangelischen Prae- 
parationen oder in der Kirchengeschichte gegeben. 


Das Verhältnis der Theophanie zu den evangelischen Demon- 
strationen läßt sich leicht entscheiden, da sich Eusebius selbst darüber 


XIV* Eusebius Theophanie. 


ausspricht. Am Schluß des vierten Buches der Theophanie IV 81 heißt 
es: „Indessen aber, wenn es recht ist, daß wir auch ihnen die Art, die 
einer vernünftigen Heilung entspricht, anpassen, so ist es Zeit, die 
evangelischen Beweise auch hier wiederum in nützlicher Weise 
ihnen nahe zu bringen. Das, was wir früher andern gegenüber ge- 
prüft haben, wollen wir auch jetzt derartigen (Leuten) erzühlen, die sich 
von dem Gesagten nicht haben überzeugen lassen.“ Ähnlich lautet es 
am Anfang des fünften Buches Vı: „Indessen aber wollen wir zum 
Überfluß das gegen sie wieder aufnehmen, was wir auch schon früher 
in den Evangelienbeweisen durch Fragen geprüft haben.“ Daraus 
geht klar hervor, daß die Demonstrationen vor der Theophanie ge- 
schrieben sind. 


Schwieriger ist das Verhältnis der Theophanie zur Laus Con- 
stantini zu bestimmen. Das Argumentum e silentio ist zwar nicht be- 
weisend, aber immerhin erwügenswert. Wenn Eusebius ehrlich und 
offen bekannte, ein Buch aus der Demonstratio zitiert zu haben, warum 
sollte er es unterlassen, seine Abhängigkeit von der Laus Constantini 
einzugestehen, — falls diese wirklich früher verfaßt war? Die Theophanie, 
die seine dogmatischen Anschauungen in einem geschlossenen System 
darstellen sollte, konnte aus diesem Grunde selbständigen Wert auch 
dann beanspruchen, wenn sie größere oder geringere Bruchstücke nicht 
nur aus einer, sondern aus verschiedenen Publikationen, die sich mehr 
oder weniger zufällig über diesen und jenen Gegenstand äußerten, zu 
einer Gesamtkomposition zusammenschweißte. 


Um eine Vergleichung vorzunehmen, muß man sich zunächst er- 
innern, daß die Laus Constantini ursprünglich aus zwei Schriften be- 
stand 1, von denen die erste, der τριαχονταετηριχός, c. 1—10, die zweite, 
der βασιλικός, c. 11—18 umfaßte. Ein flüchtiger Blick in das Register 
der Selbstzitate lehrt nun, daß der βασιλεκός mit Ausnahme der Ein- 
leitung und des Schlusses, die naturgemäß in einer neuen Schrift um- 
gearbeitet werden mußten, fast ganz in der Theophanie enthalten ist. 
Man wird die Frage erheben, ob die längere Rezension der Theophanie 
oder die kürzere des βασιλιχόὸς das Ursprünglichere darstellt. A priori 
kann man sich weder für das eine noch für das andere entscheiden, da 
billige Gründe ebenso billig widerlegt werden können. Das Interesse 
konzentriert sich zunächst auf die Stellen, wo zwei einander sachlich 
entsprechende Texte durch verschiedene Länge oder verschiedene Dis- 
position von einander abweichen. 


1) Vgl. Wendland in der Berl. philol. Wochenschrift. Jahrgang XXII. Nr. 8, 
Spalte 232f. 


Einleitung. XV* 


Ein Vergleich der kurzen Notizen L 240 530-86 mit den ausführlicheren 
in Th.IIs: fällt zu gunsten des βασιλικός aus. Denn die beiden in 
der Theophanie zu Anfang erwühnten Nationen der Ágypter und Perser 
stehen so gut wie vereinzelt da, hinterher werden nur noch die Grie- 
chen mit Namen angeführt. Dagegen sind alle übrigen Sitten ganz 
allgemein aufgezählt, ohne daß auf die Völker hingedeutet wird, bei 
denen sie herschen. Da nun der βασιλιχός von vornherein keine Völ- 
ker namhaft macht, so verdient er um seiner Konsequenz willen stili- 
stisch den Vorzug. Dasselbe ergibt sich aus seinem straffen Aufbau 
der Einzelbeispiele: 

1. Mütter — Schwestern — Töchter werden geschändet, 

2. Fremde getötet — und gegessen, 

3. Greise erdrosselt und verzehrt — oder den Hunden vorgeworfen. 

Eine bloße Gegenüberstellung genügt, um die fast völlige Plan- 
losigkeit der Theophanie zu charakterisieren: 

1. Schwestern, Mütter, Töchter — Knaben werden geschändet, 

2. Tote begraben — verbrannt — den Tieren vorgeworfen, 

3. Fremde getötet — und gegessen, 

4. Greise getötet und verzehrt — getötet: 

erdrosselt — vom Felsen gestürzt, 
lebend — tot den Hunden vorgeworfen, 

5. Lebende begraben — geschlachtet zu Ehren der Toten. 

Ein geschickter Autor hätte die zweite und fünfte eng zusam- 
mengehörige Sitte neben einander aufgezählt. Da ist es wohl kein Zu- 
fall, daß Nr. 2 der Theophanie in dem βασιλικὸς fehlt; denn auch 
Eusebius mag dies gefühlt und jene Bräuche darum fortgelassen haben. 
Das Umgekehrte aber ist schwer denkbar, da ein einleuchtender Grund 
für die Anordnung der Theophanie nicht aufzufinden ist. 

Lohnend ist ferner ein Vergleich der in beiden Schriften vorhan- 
denen Ausführungen über die Bedeutung des Todes Jesu. Nach dem 
Baoıkıxoc (1, 245 11 —24823) mußte Christus sterben: 

1. um den Tod zu besiegen 

und so das ewige Leben zu verbürgen, 
2. um sich als Gott zu erweisen, 
3. um als Schlachtopfer zu dienen.! 


1) Es ist davon die Rede, daß Christi menschlicher Leib „eine Sieges- 
trophüe' sei „wider den Tod und die dämonische Schlachtreihe und ein Schutz- 
mittel der seit alters stattfindenden Menschenopfer“ (L 248 a1ff.). Diesen seltsamen 
Gedanken versuchte ich in den Stud. S. 22! Anm. 6 'unnötigerweise durch Ver- 
mittlung der Opferidee bei der Eucharistie zu verstehen. ἈΑἈποτρόπαια sind Opfer 
zur Abwehr eines Unheils. Indem Christi Leib geschlachtet und dann erhöht wird, 


XVI* Eusebius Theophanie. 


Der erste Grund, der zugleich als der stärkste bezeichnet wird, ist 
in der Theophanie (III 566-60) in zwei gespalten. Das ist an und für sich 
schon auffällig, da beide Dinge eng zusammengehóren. Denn wenn 
der Tod die Herrschermacht verloren hat, so hat das Leben sie bekom- 
men. Noch seltsamer aber ist der Umstand, daß die zweite Hälfte 
nicht neben die erste gestellt ist, sondern von ihr getrennt erst hinter 
dem dritten Beweise erscheint. Diese Unlogik kann nicht aus der Logik 
entstanden sein und muß füglich als die ältere betrachtet werden. Der 
βασιλικὸς ist besser durchdacht und hat mit einander verbunden, was 
aus einander folgt. Die Theophanie aber nimmt etwa die Mitte ein 
zwischen dem späteren βασιλικός und der früheren Demonstratio. Denn 
auch hier wird (IV 12eff.) wie in der Theophanie der stärkste Grund 
zuletzt angeführt, daß Christi Tod notwendig gewesen sei, um das 
ewige Leben zu verbürgen. Dagegen fällt hier das oben als drittes 
genannte Argument noch in drei Teile auseinander: 

a) als Opfer für die Sünde der Menschen, 

b) als Schlachtopfer für die ganze Welt 

6) und daher (οὕτω!) als Zerstörung dämonischer Wirksamkeit. 

Mit Recht sind diese Dinge schon in der Theophanie zu einem 
Ganzen zusammengefaßt, da sie eine logische Einheit bilden. Und weil 
dieser Prozeß der Vereinfachung in dem βασιλιχός noch weiter fort- 
geschritten ist, so erhellt daraus seine spätere Entstehungszeit. 

Eine gesonderte Betrachtung verdient ferner L 240 10-18 — Th II 16. 
Was im βασιλικός durch οὐ τοῦτο μόνον, ἀλλὰ καὶ auseinander gehalten 
ist, ist in der Theophanie zusammengezogen. Man kann schwanken, 
welcher Schrift man den besseren Stil zusprechen soll, doch möchte 
ich mich jetzt! zu gunsten des βασιλιχός entscheiden, namentlich weil 
die Einleitung viel klarer ist. Denn dem τὰς xowas ivvolac παρα- 
τρέψαντες der Theophanie steht das verständlichere τὰς περὶ ϑεοῦ 
φυσικὰς ἐννοίας der Laus gegenüber, das noch ergänzt wird durch 
die deutlichere Hervorhebung der Sünde, die in der Leugnung der Vor- 
sehung besteht. Zweitens kann man σον das tierische Leben derer, 
die ein Fatum annehmen, aus dieser ihrer Anschauung ohne weiteres 
herleiten — so tat es Eusebius in der Theophanie — aber der Zwischen- 
gedanke von dem Wahn derer, die mit der Auflösung des Leibes auch 
an die der Seele glauben, wird in dem βασιλικός treffend eingeschoben. 
Er ist kurz in den Worten οὐ ψυχῆς οὐσίαν διερευνώμενοι auch von 


ist er zugleich ein παλαιῶν χαχῶν ἀποτρόπαιον und ein τρόπαιον xatà δαιμόνων 

(L 249 58, sodaß die Menschheit jetzt gegen das vom Tode und von den Dämonen 

ausgehende Unheil wie Blutvergießen, Menschenopfer, Kriege u. s. w. gefeit ist. 
1) Anders in den Stud. S. τὸ. 


Einleitung. XVII* 


der Theophanie ausgedrückt, allein es fehlt die scharfe Herausarbeitung 
dieser Idee, die sehr wohl als ein neuer Beweis für die Ruchlosigkeit! 
der Menschen neben die andern, auch neben die Leugnung der Vor- 
sehung treten kann. Dagegen ist es umgekehrt nur schwer denkbar, 
daß der Verfasser die klarere Ausführung des βασιλικός in die der 
Theophanie umünderte und verkürzte. 

Wenn man den Gesamtinhalt beider Schriften mit einander ver- 
gleicht, so stellt sich heraus, daß der βασιλικός eine Theophanie im 
kleinen ist: 

L2255—227s-— Th Iss Über die Torheit, die Geschöpfe mehr zu 

ehren als den Schöpfer. 

L 227 3—235 1» — Th I 4-4 Über das Wesen des Logosgottes. 

[ThIss-z Über das Wesen der Welt und des 
Menschen.] 
L 235 15—241 15 = Th ILs-6 (s2-ss) Über die Notwendigkeit der Theo- 
phanie. 
[Th Ilıs-sı Über die Philosophie.] 

L 241 16--248 ss = Th III 590-61 Über die Art der Theophanie. 
L24831—2593 = Th III :-ss Über Christus als den erschienenen 
Logos. 

(Th III e»-:» Über die Folgen der Theophanie.] 

Diese im einzelnen ungenaue, im großen aber erschópfende Über- 
sicht ist in mehrfacher Beziehung interessant. Zunüchst sind das vierte 
und fünfte Buch der Theophanie gänzlich unberücksichtigt geblieben. 
Sie gehören in der Tat, streng genommen, nicht mehr zum Thema, 
sondern bilden ein loses Anhängsel. Mit anderen Worten, die künst- 
lerische Abrundung, die der Theophanie fehlt, ist im βασελικὸς erreicht, 
und darum ist dieser später entstanden, so gewiß die vollendete Mar- 
morbüste später ist als der eben behauene Stein. Es ist kaum zu leug- 
nen, daß der Verfasser des βασιλικός mit äußerst geschicktem Griff die 
wertvollsten und wesentlichen Teile der Theophanie herausgegriffen 
und zu einer einheitlichen Komposition zusammengeschweißt hat. Be- 
achtenswert ist ferner die Umordnung, die in der Laus mit dem dritten 
Buche der Theophanie vorgenommen ist. Nachdem der Verfasser des 
βασιλικός zunächst dargestellt hat, daß eine Offenbarung Gottes not- 
wendig war, geht er dann zu der Frage über, wie sie geschelten mußte, 
um zum Schluß zu zeigen, daß sie in der Erscheinung Christi tatsäch- 
lich so erfolgt ist, wie man nach Erwägung aller Voraussetzungen er- 


1) Der Zusammenhang behandelt nicht nur die Fälle von Sittenverderbnis 
(Stud. 8. 70), sondern will allgemeiner die ἀνήχεστοι συμφοραί aufzählen (L 23920), 
unter die die Menschen geknechtet sind. 


XVIII* Eusebius Theophanie. 


warten durfte. Dem gegenüber ist die Disposition der Theophanie matt 
und ungeschickt, da sie die Rechtfertigung der Gottesoffenbarung der 
Tatsache selbst erst folgen läßt und so die Schwäche des Apologeten 
verrät. Th Iss-7s konnten fortbleiben, ohne daß man etwas vermißt, 
zumal hier Gedanken vorgetragen sind, die auch der heidnischen Phi- 
losophie und Litteratur nicht ganz fremd waren. Das dritte Buch als der 
Kern der Theophanie ist mit Recht fast ganz herübergenommen, und 
der Schluß, der nur Wiederholungen enthält, ebenso mit Recht gestrichen. 

Warum die Ausführungen über die Philosophie Th II ıs-sı gänzlich 
entfernt sind und nicht einmal mit einem Worte auf sie angespielt 
wird, ist schwer zu sagen. Das aber ist zweifellos, daß der βασιλικός 
auch in den Partien, die dem zweiten Buche der Theophanie entspre- 
chen, wegen seines klaren und straffen Aufbaues den Vorzug verdient. 
Er läßt sich etwa in folgender Weise genauer disponieren: 

a) 235 13—2389 Die Verehrung der vielen Götter. 

b) 238 10—239 ıs Die Menschenopfer. 


c) 239 19-26 Die feindlichen Gesetze und Lebensweisen. 

d) 239 2»—2402 Die Kriege. 

e) 240 2-6 Die sexuellen Ausschweifungen. 

f) 240 e-10 Die Knabenschändungen. 

g) 240 10-14 Die Leugnung der Vorsehung. 

h) 240 14-25 Die Leugnung der Tugend und des ewigen Lebens. 


1) 2402c—24115 Daher die Notwendigkeit der Theophanie. 


Daß die Theophanie zwischen a und b die Polemik gegen die Phi- 
losophie enthält, ist vielleicht berechtigt, weil nach der Anschauung des 
Eusebius Philosophie und Polytheismus im allgemeinen eng zusammen- 
gehören und gleich wertlos sind. Zwar gilt das von all den andern 
Dingen auch, aber hier erschien dem Verfasser der Zusammenhang am 
Ende besonders deutlich. Mehr Beachtung jedoch beansprucht die Um- 
stellung von e und f, die in der Theophanie noch vor der philosophi- 
schen Fehde direkt an a angeschlossen sind. Und daß dies das Ur- 
sprüngliche war, geht besonders klar aus L 237 » hervor: τῇ τῶν ϑεῶν 
ὑμοιοτροπίᾳ τὰς ἑαυτῶν προσαπόλλυντες ψυχάς. Denn diese Worte 
sind ein letzter Nachklang an die hier ausgefallenen Kapitel der Theo- 
phanie Ilıs-ı.. Man vergleiche u. S. 85 10 „indem sie sich ihren Götttern 
anäbneltem‘ und S. 8526 „nach dem Vorbilde des Eifers ihrer Götter“. 
Umgekehrt ist wiederum nicht einzusehen, warum Eusebius aus dem 
βασιλικὸς alles andere mit Ausnahme dieser Einen Zeile abgeschrieben 
haben sollte, da er sich auch sonst vor Wiederholungen nicht scheut. 

Ein ähnlicher Fall begegnet uns noch einmal. Theophanie 1] ., 
wo von der Vergötterung der στοιχεῖα geredet wird, feblt im βασιλι- 


Einleitung. \ XIX* 


xoc nach L 23521, obwohl die in jenem Kapitel dargestellte Tatsache 
hinterher in der Zusammenfassung L 2378 erwühnt ist. Demnach sollte 
sie auch vorher angeführt sein. Es bleibt wohl nur die Erklärung 
übrig!, daß Eusebius das ihm bereits vorliegende Kapitel der Theophanie 
strich, weil er es entweder für nebensüchlich oder nach L 2252» für 
überflüssig hielt, dagegen die später folgenden, sich hierauf beziehen- 
den Worte τά γε στοιχεῖα zu tilgen vergaß oder darauf verzichtete. 

Hierhin endlich möchte ich auch den Ausdruck τὸν ὕστατον 
ἀγῶνα L 2458 (2465) rechnen, der doch bloß aus dem Gegensatz zum 
„ersten“ Kampfe recht verständlich ist. Da jene Phrase keineswegs 
gangbare Münze war — denn der Verfasser fügt zur Erklärung hinzu: 
„der aber war gegen den Tod" — so erwartet man um so mehr eine 
Andeutung oder Ausführung über den πρῶτος ἀγών. Eine solche aber 
sucht man im βασιλιχός vergebens; sie findet sich nur in der Theophanie 
(ILI 55), und darum ist diese ursprünglicher, weil sie die natürliche Voraus- 
setzung für jene Redensart bietet. 

In allen zur Vergleichung herangezogenen Fällen ergab sich die 
Priorität der Theophanie vor dem βασιλικός. Diese Schrift ist 
demnach ein später angefertigter Auszug aus dem größeren dogmatischen 
Werke und war nach der Einleitung bestimmt, als ein „böfisches Buch“ 
βασιλικὸν σύγγραμμα) dem Kaiser Konstantin vorgelegt zu werden. 
Eusebius hat es nicht übel verstanden, seine frühere viel zu weitschwei- 
fige und darum teilweis langweilige Arbeit so zu kürzen und stilistisch 
zu glätten, daß sie das Interesse des großen Laien wohl zu erwecken 
vermochte. Wahrscheinlich aber war sie nicht nur für ihn, sondern 
auch für ein größeres Publikum zurechtgemacht, das vielleicht ebenfalls 
wenig Geschmack für die wissenschaftliche Theophanie besaß und sich 
lieber mit einer populären und gedrüngten Darstellung befaBte. 

Das Verhältnis der Theophanie zum τρεαχονταετηρικός ist ein 
ganz anderes, da sie mit ihm nur wenige und stark veränderte Bruch- 
stücke teilt. 

Vgl. L 1962e—1076 mit Th 187; L 1958-18 mit Th 141; L 20818-3 mit 


Th IIss; L 21233—21318 mit Th Illeı; L 21420—2158 mit Th 1183: L 21734—21832 
mit Th II7s-80; L 29210-19 mit Th 1IIes; L 2231-10 mit Th III77-79. 


Lag die Trizennatsrede bei Abfassung der Theophanie vor, so ist 
kein Grund einzusehen, warum Eusebius bei seiner Vorliebe, sich selbst 
auszuschreiben, die in ihr enthaltenen allgemeineren religiösen Betrach- 
tungen nicht reichlicher verwertete. War aber umgekehrt die Theophanie 
bereits erschienen, so durfte sie für die Festrede kaum benutzt werden. 


1) Vgl. Stud. S. 67f. 


ΧΧΡ ᾿ Eusebius Theophanie. 


Falls dies dennoch geschah, mußten die herübergenommenen Teile 
mindestens überarbeitet sein. Diese apriorische Erwägung würde die 
vorhandene Sachlage genügend erklären. Sie läßt sich durch eine ein- 
gehende Analyse beider Texte stützen. Statt L 19628 ϑεῖα xai νοερὰ 
γένη las Th πλήϑη καὶ χοροέ oder πλήϑη ϑιασοί re. Man begreift, 
daß dies geändert werden mußte, weil diese Worte in L eben vorher- 
gehen. L 197: lautete in Th τοὺς ἐχτὸς τῶν βασιλιχῶν οἴχων διεῖργον 
δορυφόρους. Auch dieser Ausdruck mußte in 1, umgestaltet werden, 
da schon vorher δορυφοσοῦσι gesagt war, während für das Umgekehrte 
schwerlich ein Grund angegeben werden könnte. L 218 sff. stellt scharf 
heraus, daß trotz der vielen Götter und Opfer — kein Friede wie jetzt, 
sondern nur — Krieg und Verwüstung herrschte. Der in Paranthese 
eingeschlossene Gedanke, der durch den Hinweis auf die Gegenwart 
den Kontrast noch klarer macht, fehlt in Th!. Nach L 218 ı3 ist die 
beweiskrüftigste Widerlegung der heidnischen Prophetie, da8 die Gótter 
ihr eigenes Verderben nicht voraussahen. Nach der Th aber besteht 
sie darin, daß sie die Erscheinung Christi nicht vorherverkündigten. L 
ist auch hier feiner als Th, und darum werden wir die Priorität der 
Theophanie vor dem τρεαχονταετηρικός mit Recht behaupten 
dürfen. Die Theophanie wird demnach etwa um 333 verfaßt sein. 


D. Charakter und Wert der syrischen Übersetzung.’ 


Derjenige, der die Theophanie des Eusebius ins Syrische übersetzte, 
hat sich schon durch diese bloße Tatsache ein unbestreitbares Verdienst 
erworben, da ohne seine Arbeit dies Buch als Ganzes vielleicht für immer 
verschollen wäre. Aber die Art und Weise, wie er seine Arbeit zu lösen 
versuchte, gibt von vornherein zu Bedenken Anlaß. Denn sein oberster 
Grundsatz war nicht die Klarheit, sondern die Wörtlichkeit, ein Prinzip, 
das in der Wissenschaft sicherlich seine Berechtigung hat, aber nicht 
da, wo praktisch-erbauliche Zwecke verfolgt werden. Immerhin ließe 
sich darüber disputieren, wenn vor allem der Gesichtspunkt der Gewissen- 
haftigkeit ins Feld geführt wird, der unsern Autor gewiß geleitet hat, 
Mögen ihm auch trotz aller Peinlichkeit und Genauigkeit, die selbst 
den Artikel des Urtextes wiedergeben will, Unebenheiten und Inkonse- 
quenzen in Fülle nachzuweisen sein, so wird man diese Mangelhaftig- 
keit dennoch begreiflich und entschuldbar finden, da der menschliche 
Geist nicht mit der Rerelmäßigkeit einer Maschine arbeitet und arbeiten 


1) Vgl. die Rekonstruktion des Theophanietextes in Stud. S. 70ff. 
2: Hierzu vergleiche man Stud. S. 45—49. 


Einleitung. XXI* 


kann, und darum wird man sagen müssen, daß die Akribie und Treue 
kaum größer und zuverlässiger sein könnte als sie ist. Weil aber ein- 
mal das Ideal des Übersetzers in dieser Überspanntheit a priori un- 
erreichbar war, so hätte er statt dessen lieber etwas weniger Gewicht 
auf die Wörtlichkeit und etwas mehr auf die Verständlichkeit legen 
sollen. 


So wie er es vollendet hat, ist er der drohenden Gefahr nicht ent- 
gangen: er hat das eine auf Kosten des andern betont, seine Gewissen- 
haftigkeit ist in Pedanterie ausgeartet, seine wörtliche Übersetzung zur 
interlinearen geworden. Im geraden Gegensatz zu der ebenfalls ins 
Syrische übertragenen Kirchengeschichte des Eusebius, die fast ein zweites 
Original geworden ist, das die ursprüngliche Gedankenfübrung und Aus- 
drucksweise einem semitischen Volke in seiner Sprache und dureh Um- 
schreibung mundgerecht macht und das in fließender Diktion und an- 
genehmer Lesbarkeit beinahe die Täuschung vorspiegelt, als sei es von 
Haus aus syrisch geschrieben, ist dagegen unserer Theophanie von An- 
fang bis zu Ende der unverkennbare Stempel der Version aufgeprügt. 
Der völlig unsemitische Stil, die Langatmigkeit der Perioden, die Ver- 
schränkung und Unterordnung der verschiedenen Satzteile, die Häufung 
der Partikeln und Pronomina, die oft unmögliche Wortbedeutung und 
die Sinnlosigkeit mancher Redensarten weisen durch das ganze Buch 
hindurch auf griechischen Ursprung. Es ist dem Übersetzer nicht ge- 
lungen, dies griechische Kolorit nur einigermaßen zu verwischen und 
ein Werk zu liefern, an dem selbst der. nicht griechisch gebildete, ein- 
heimische Laie Genuß und Freude haben konnte. Das steife und un- 
natürliche, geradezu gräzisierte Syrisch mußte seinen ästhetischen Ge- 
schmack beleidigen, und der enge Anschluß an die Vorlage, unbekümmert 
darum, ob so das Verständnis des an sich schon nicht gerade einfachen 
und leichten Cäsareensers noch mehr erschwert werde, ihm die Lektüre 
fast unmöglich machen. 

Das sprachliche Talent unseres Autors wird man nicht hoch ein- 
schätzen dürfen. Denn wer sich nicht scheut, dem Griechischen eigen- 
tümliche Redensarten, die wörtlich durchaus unübersetzbar sind, dennoch 
in dieser Weise wiederzugeben, beweist damit eine mangelhafte Kennt- 
nis der genannten Sprache. So heißt z. B. ἐπ᾿ ἀρετῆς μέρει τιϑέναι 
bei ihm „an Stelle der Tugend setzen", αὖ μέσαι τέχναι faßt er auf 
als „die mittleren Wissenschaften“, τὸ ἄϑυρον στόμα als „den türlosen 
Mund“, αἴτιον ἐπιγράφομαι als „eine Ursache schreiben“. Ob das sinn- 
voll oder sinnlos ist, kümmert ihn nicht, wenn es nur wörtlich ist. 
Diese Unfähigkeit, Sinn und Unsinn von einander zu unterscheiden, 


äußert sich auch darin, daß er die Bedeutung einzelner Wörter im Zu- 
Eusebius III*. C 


XXII* Eusebius Theophanie. 


sammenhang nicht richtig erfaBt, obwohl sie ihm durchaus nicht un- 
bekannt ist. So übersetzt er z. B. χύσμος mit „Welt“, wo es „Ord- 
nung“ heißt, τὴν ἀρχήν mit „am Anfang" slatt „überhaupt“, χατάλληλος 
mit „einander“ statt mit „entsprechend“, διατρεβή mit „Lebensweise“ 
statt mit „Wohnung“. Auch Verwechselungen laufen mit unter, z. B. 
τῷ für τῳ, χράομαι für χράω, μεταβαλομένας für μεταλαβομένας, ὑπο- 
δεδεγμένους für ὑποδεδειγμένους, μηλόβοτον für μηλοβότην, παλιγ- 
γενεσίαν für παλινῳδίαν, und selbst Präpositionen sind mitunter falsch 
wiedergegeben. 

Das offenbare Bestreben des Verfassers, die Fremdwörter, an denen 
das Syrische schon an sich ungemein reich ist, möglichst zu vermeiden, 
ist gewiß zu loben, und man wird in der Tat kaum eins finden, das 
nicht unbedingt notwendig war. Ein Vergleich mit dem vermeintlich 
ursprünglich syrischen „Buch der Gesetze der Länder“ stellt erst das 
Verdienst unsers Übersetzers in das rechte Licht. Aber daß dieses an 
sich richtige Prinzip bei ihm übertrieben ist, darf man nicht leugnen. 
Denn wer die musikalischen Ausdrücke διατόνος und διεζευγμένα mit 
„Ausdehnung“ und „getrennt“ wiedergibt, verzichtet darauf, verstanden zu 
werden. Bisweilen ist es eben besser, um der Klarheit willen lieber ein 
fremdes als ein einheimisches Wort zu gebrauchen. Und wenn dann 
gar noch falsch etymologisiert und προαλές von προαλίσχω und ἀμέλει, 
wie es scheint, von μέλλω abgeleitet wird, oder wenn man sich mit 
einer rein etymologischen Übersetzung begnügt und z. B. ποιότης als 
„Werk“ oder ἐργαστήριον als „Kunst“ auffaßt, so zeigt sich auch hierin 
der Mangel an Kenntnis der griechischen Sprache. 

Den Bau längerer Perioden hat er gewöhnlich klar durchschaut 
und die verschränkten Satzteile richtig miteinander verbunden, wenn 
auch Ausnahmen in Fülle zugegeben werden müssen. Einmal ist gerade 
bei solchen längeren Perioden der Nachsatz oft schwer zu finden, weil 
er sich unter einem falschen „und“ verbirgt. Wahrscheinlich aber ist 
dies nicht immer die Schuld des Übersetzers, sondern auch die der Ab- 
schreiber, die den Text schwerlich verstanden haben. Sodann ist sehr 
häufig ein adverbialer oder präpositionaler Ausdruck zu einem falschen 
Satzteil oder ein Adjektivum zu einem falschen Substantivum gezogen, 
wodurch der Sinn freilich meist nicht übermäßig gestört wird. Mitunter 
kommen, wenn die Überlieferung richtig ist, Fälle vor, die auf die sprach- 
liche Fähigkeit des Übersetzers ein sehr schlechtes Licht werfen. So 
trennt er 2. B. die Sätze: μέσος δ᾽ ἀμφιβέβληται μέγας οὐρανὸς περι- 
πέτασμα χυάνεον τοὺς ἐχτὸς τῶν βασιλικῶν οἴχων διεῖργον δορυφό- 
Qovc ἀμφὶ δὲ τοῦτον ὡς ἐν προϑύροις περιπολοῦσι δᾳδουχοῦντες 
ἥλιος καὶ σελήνη κτλ. (X 18 «ff. vgl. L 196 soff.) nach διεῖργον statt nach 


Einleitung. XXIII* 


δορυφόρους ab und vernichtet so die ganze Pointe!. Die allerdings 
nicht gerade einfache Frage: 7 yàg οὐ ζῶντος xci ϑεοῦ ζωὴν og ἀλη- 
ϑῶς ζῶντος ἔργα ζῶντα τυγχάνει τὰ τοιαδὶ χατορϑώματα (L 254 10ff. 
— Σ᾽ 936f.) hat er völlig mißverstanden, da er sie, in eine Aussage ver- 
wandelt, wiedergibt: „denn die lebendigen Werke des Gottes, der leben- 
dig ist in seinen Werken, sind Leben in Wahrheit.“ Wenn auch solche 
Entstellungen nicht gerade häufig sind, so muß man doch fortwährend 
auf seiner Hut sein. Besonders unangenehm sind an manchen Stellen 
Auflösungen längerer Perioden des Originals in kleine Hauptsätze, die 
erst dann einen Sinn geben, wenn man sie in Nebensätze verwandelt. 

Unvermeidlich bei einer Übersetzung und verhältnismäßig gleich- 
gültig sind alle die Fälle, in denen der Syrer Partikeln vertauscht, 
Wörter, die für den Sinn nichts austragen, fortläßt, andere, die selbst- 
verständlich sind, hinzufügt, einen Ausdruck oder eine Verbalforın um- 
schreibt, den Plural in den Singular, das Substantivum in ein Adjek- 
tivum, das Passivum in ein Aktivum, das Adjektivum in ein Adverbium 
und umgekehrt verwandelt, die Frage- durch Aussagesätze, die in- 
direkte durch direkte Rede ersetzt, Präpositionalausdrücke und Relativ- 
sätze vereinfacht oder bei Aufzählungen die Reihenfolge der mit „und“ 
verbundenen Wörter verändert. Es ist ja nicht viel an diesen Kleinig- 
keiten gelegen, aber es ist gut, sie sich von vornherein zu merken, 
damit man nicht an die Genauigkeit und Wörtlichkeit der Übersetzung 
allzu große und übertriebene Ansprüche stellt. 

Nach dieser kurzen Charakteristik ist es möglich, ein Werturteil 
über die syrische Übersetzung der Theophanie des Eusebius zu fällen 
Für die Textkritik d. h. überall da, wo wir den griechischen Text be- 
sitzen, ist sie von unschätzbarem Werte, da sie trotz mancherlei Mängel 
vermöge ihrer Akribie und Treue das Original rekonstruieren hilft, zu- 
mal ihre griechische Vorlage in manchen Punkten bedeutend besser war, 
als der uns heute zur Verfügung stehende Text. Das lehrt eine genaue 
Untersuchung auf Schritt und Tritt und braucht nicht mehr bewiesen 
zu werden. Aber daß auch in dieser Vorlage schon ein Teil der Fehler 
war, die in unseren HSS vorhanden sind, ist durchaus wahrscheinlich; 
man vergleiche z. B. χρυσόροφα X mit L 2264, ἐπί < X mit L 226 «4, 
τοῦ φιλοσόφου & mit L 2271, δ᾽ Z mit L 2308, οὐδ᾽ ἂν Σ᾽ mit οὐδ᾽ 
ἀ-(σύνϑετος) L 23221, ἀνδρῶν X mit L 236 13, τοῦ βίου X mit L 
24515 u. a. Die Summe dieser Verderbnisse, bei denen auch ein Ver- 
lesen und Versehen des Übersetzers mit in Rechnung gezogen werden 


1) Z hat nicht etwa δορυφόροι δὲ ἀμφὶ τοῦτον κτλ. gelesen, da er den 
Akkusativ deutlich ausdrückt. 
C* 


XXIV* Eusebius Theophanie. 


muß, steht in keinem Verhältnis zu der Zahl der Stellen, an denen man 
die uns überlieferten Urtexte durch den Syrer verbessern kann. 

Wo das griechische Original oder ein griechischer Paralleltext nicht 
vorliegt, bereitet die Übersetzung vermóge ihres Interlinearcharakters 
der Enträtselung des Sinnes und des Zusammenhanges die größten 
Schwierigkeiten. Es wäre ein prinzipieller Fehler, der sich bei dieser 
Version noch mehr rüchen würde als anderswo, wollte man den Syrer 
aus sich selbst begreifen; denn gerade weil ihm der Charakter der Über- 
setzung von Anfang bis zu Ende aufgeprügt ist, kann ihn nur derjenige 
verstehen, der im stande ist, hinter dem syrischen Ausdruck jedesmal 
den griechischen zu erkennen. Die Retroversion ins Griechische ist 
überall da das einzige Hilfsmittel zum Verständnis, wo man über eine 
im Syrischen sinnlose Redensart stolpert, und das ist keineswegs selten 
der Fall. Das am Schlusse der Stud. zusammengestellte Wörterver- 
zeichnis ist ständig heranzuziehen, da ohne dasselbe eine Übersetzung 
so gut wie unmöglich ist. Auch sonst muss man mit der Phraseologie 
des Eusebius wohl vertraut sein, und je inniger diese Bekanntschaft ist, 
desto besser sind die Vorbedingungen für ein adäquates Verständnis 
gewährleistet. Denn man muß mehr das griechische Lexikon ge- 
brauchen als das syrische, mehr kombinieren als konstruieren, mehr 
raten als übersetzen. 


E. Die litterarische Abhängigkeit. 


Es liegt mir fern, das Problem, wie weit die Theophanie abhängig 
ist von andern Autoren, auch nur im entferntesten lösen zu wollen. 
Das muß ich Beleseneren überlassen. Abgesehen von den direkten 
Zitaten, über die man sich aus dem Register orientieren kann, möchte 
ich die Aufmerksamkeit lenken auf die Parallelen der Theophanie des 
Eusebius zu der Schrift Philos: „Über die Vorsehung“, auf die mich 
zuerst Wendland hingewiesen hat, und zu der Apologie des Origenes: 
„Gegen Celsus", die bereits von Lee des öfteren herangezogen ist, und 
ein paar Worte über die Bibelzitate hinzufügen. 

1. Ob die Abhüngigkeit der Theophanie von dem genannten phi- 
lonischen Werk eine direkte ist, mag man bezweifeln, da es nicht ein 
einziges Mal ausdrücklich zitiert wird. Sicher ist nur, daß Eusebius es 
gekannt und in der Praep. VIs benutzt hat! Die Übereinstimmung mit 


1) Vgl. Paul Wendland, Philos Schrift über die Vorsehung. Berlin 1892. (Im 
Folgenden als „Wendl.“ zitiert. Die kleinere Zahl bedeutet die Ziffer der An- 
merkung). 


Einleitung. XXV* 


Philo kann ebensowohl zurückgehen auf die Urquelle: die stoische 
Philosophie. Doch wird auch diese Behauptung dahin einzuschränken 
sein, daß Eusebius den Ursprung der von ihm vorgetragenen stoischen 
Gedanken nicht immer gewußt, daß er nicht direkt aus den Schriften 
jener Schule geschópft hat; vielmehr wird man annehmen müssen, daß 
stoische Vorstellungen, Bilder und Termini längst Allgemeingut nicht 
nur der gebildeten Heiden, sondern auch der gebildeten Christen ge- 
worden waren. 

Die folgende Liste, die für den Kenner nichts Neues bietet, dürfte 
für den Theologen immerhin von Interesse sein, da sie einen flüchtigen 
Eindruck gewährt von dem Einschlag stoischer Philosophie in die 
christliche Apologetik überhaupt. Zahlreiche Belege aus den stoischen 
Schriften findet man am angegebenen Orte. 

S. 39sff. (meiner Ausgabe). Der kosmologische Beweis für die 
Vorsehung. Vgl. Wendl. 11 «. 

39 ısff. Die unwandelbare Ordnung des Kosmos. Vgl. Wendl. 22 δ. 

40 ıoff. Man bewundert nicht das Kunstwerk, sondern den Künstler, 
Vgl. Wendl. 14 ὁ. 

48 2. Der Fluß und Wechsel aller Dinge (heraklitisch-stoisch), 
Vgl. Wendl. 71. 

4525ff. Der Vergleich des menschlichen mit dem göttlichen Geiste. 
Vgl. Wendl. 10. 

5921. Die Definition des Kosmos. Vgl. Wendl. 85. 

94121f. Die Welt gleicht einer Stadt. Vgl. Wendl. 101. 

605. Vergleich des Verstandes mit einem Gewächs (schon Platon 
Timaios 90 A). Vgl. Wendl. 812. 

613. Die wilden Tiere sind eine Übung für den Menschen. Vgl. 
.Wendl. 80. 

63:0ff. Eigenbewegung, Gedächtnis, Denk- und Erfindungskraft 
kommen nur der Seele zu. Vgl Schmekel, die Philosophie der mittleren 
Stoa. Berlin 1892. S. 134. 142. 

045. Die Tiere sind den Menschen an Körperkraft überlegen. 
Vgl. Wendl. 525. 

68:ff. Das Kunstwerk der Sonnenuhr. Vgl Wendl. 14.4. 

69 11. Das Beispiel des Anaxarch. Vgl. Wendl. 48 6. 

123». Die Mutter Natur. Vgl. Wendl. 22 ı. 

1420.28 (12:1. Der tönerne, kotige Leib. Vgl Schmekel 402 s. 

82 108. Allegorische Deutung der Götter. Vgl Wendl. 612. Zu 
der ganzen Polemik gegen die verschiedenen Arten des Polytheismus 
vgl Wendland, die Therapeuten (Fleckeisens Jahrb. Suppl. Bd. XXII, 
S. 706 ff). 


XXVI* Eusebius Theophanie. 


86. Polemik gegen Schauspiele und Musik. Vgl. Wendland, 
Philo und die kynisch-stoische Diatribe (Wendland und Kern, Beiträge) 
S. 44. 

101:. Den Tod lachend ertragen. Vgl. Wendl. 201 222. 

103:& Anspielung auf den stoischen Vergleich der Philosophen 
mit den Seelenürzten. Vgl. Wendl. 58 3. 

12232. Definition der εἱμαρμένη. Vgl. Wendl. 11.4. 

125 sff. Hagel, Blitzschlag, Feuersbrunst sind Erziehungsmittel in 
der Hand der Vorsehung. Vgl. Wendl 15ff 18s (Vergleich mit dem 
Arzte!) 

13319ff. Den unsichtbaren Schöpfer erkennt man aus seinen Wer- 
ken. Vgl. Wendl. 14 3. 

1405. Die Redefigur von dem Schreien der Dinge. Vgl. Wendl. 235. 

225 27. Das Beispiel des Demokrit. Vgl. Wendl. 505. 

257 21. Die Athleten der Frömmigkeit (stoisch-kynisch) Vgl. 
Wendl. 47e. 

2. Die Theophanie des Eusebius berührt sich mit den Schriften 
des Origenes nicht nur hinsichtlich der Exegese (vgl. z.B. u. S. 172f. 
mit Orig. Hom. XVI 1 in Jer.), sondern auch der Inhalt erinnert sehr 
häufig an die Apologie „Gegen Celsus“, die freilich niemals zitiert 
wird. Man vergleiche z. Β.: 

69 ıı (meiner Ausgabe). Das Wort des Anaxarch; mit Orig. VII ssf. 

914. Die Wiederkehr des Anytos und Meletos; mit Orig. IV er. 

93:06 Das Opfer des Sokrates; mit Orig. ΥἹ «. 

111:. Das Orakel an Krösus; mit Orig. II s. 

13315. Die Anspielung auf das Heraklitzitat; mit Orig. V 14 

148 ı0. Jesus litt nichts von den Henkern; mit Orig. lII ss. 

149 ısff. Warum ist Christus plötzlich vom Kreuz verschwunden? 
mit Orig. [1 69. 

15829ff. Das neue Grab für den neuen Toten; mit Orig. II es. 

225 »5ff. Das Beispiel des Demokrit und Krates; mit Orig. IT 4. 

253 19ff. Die Missionspraxis der Apostel; mit Orig. III 4f. 

Die Zahl der gleichen Zitate liefe sich leicht vermehren. Hier 
mag aber der Zufall oft eine Rolle spielen, ohne daß man Abhängigkeit 
anzunehmen braucht. 

3. Auf die Bibelzitate der Katenen ist weder dem Wortlaut noch 
dem Umfang nach der geringste Verlaß. Das gerade Gegenteil gilt im 
allgemeinen von der syrischen Theophanie. Soweit das bei einer Über- 
setzung überhaupt möglich ist, wird der griechische Originaltext genau 
wiedergegeben. Conybeare hat (in der ZNTW. Gießen 1901. S. 289 ff.) 
behauptet, daß der Verfasser der syrischen Version aus der Pesittha 


Einleitung. XXVII* 


abgeschrieben habe. Eine genaue Vergleichung lehrt, daß davon keine 
Rede sein kann. Beide Texte weichen fortwührend von einander ab, 
wie auch in den Stud. teilweise konstatiert ist. Es lassen sich sogar 
eigentümliche stilistische Unterschiede trotz des verhältnismäßig geringen 
Identitätsumfanges aufstellen. Daß der & vielleicht durch Reminiscen- 
zen beeinflußt wurde, — aber nicht der PeSittha, sondern des Cure- 
tonianus — soll damit nicht geleugnet werden. Nur bei dem Jesajazitat 
(Σ 1416}. = u, S. 24 ff) aus dem Anfang des 5. Kapitels habe ich 
ihn im Verdacht, daß er um der Schwierigkeit der Stelle willen sein 
A. T. zu Rate zog und fast wörtlich kopierte. Zu den übrigen irrigen 
Behauptungen Conybeares über Matth. 28:19 vgl. Stud. S. 87. 109£. 


Schlußwort des Herausgebers. 


Früher, als ich gehofft hatte, ist es mir möglich geworden, die er- 
haltenen griechischen Bruchstücke und eine deutsche Übersetzung der 
ins Syrische übertragenen Theophanie des Eusebius zu edieren. Denn 
die dazu notwendigen Voraussetzungen sind erfüllt. Durch die Ver- 
mittlung Lietzmanns erhielt ich Photographien der betreffenden Eusebius- 
scholien in Vat. 1611.! Die Laus Constantini war schon früher von 
Heikel?, die Praeparatio Evangelica ist vor kurzem neu herausgegeben 
und die Demonstratio Evangelica habe ich selbst während eines Aufent- 
haltes in Paris kollationieren können. 

Die unten veröffentlichten griechischen Bruchstücke der Theo- 
phanie sind kein Abdruck der handschriftlichen Überlieferung d. h. des 
von Niketas beschnittenen und redigierten Eusebiustextes, sondern wollen 
die betreffenden Partien dieser Schrift möglichst so wiederherstellen, 
wie sie im ursprünglichen Original gelautet haben. Einzelne Wörter 
und kleinere Sätze sind darum retrovertiert und, damit sie auf den 
ersten Blick vom überlieferten Texte zu unterscheiden seien, klein ge- 
druckt worden. Als überkommener Text gilt nicht einfach die HS. A, 
die als die wertvollste allein verglichen ist, sondern die Katenenüber- 
lieferung überhaupt, wie sie in den Publikationen von Mai und Cramer 
enthalten ist. Mai und Cramer vertreten also, wo sie genannt sind, 
Handschriften, obwohl bei jenem eine genauere Angabe oft unmöglich 


1) Wo am Rande der Editio Mai’s Name steht, habe ich keine Kollation 
gemacht. 

2) Die griech.-christl. Schriftsteller der ersten drei Jahrhunderte. Eusebius, 
Bd. 1. Leipzig 1902. 

3) Eusetii Pamphili Evangelicae Praeparationes ed. E. H. Gifford. Oxonii 1903. 


XXVIII* Eusebius Theophanie. 


ist. Alles was der Herausgeber dieser Überlieferung hinzugefügt hat, 
ist durch () kenntlich gemacht. Die Einschübe aus parallelen Stellen 
anderer Werke des Eusebius sind mit den gewöhnlichen Typen gedruckt 
überall da, wo der Originaltext zweifellos schien. So ist es auch ge- 
schehen mit den Bibelzitaten, soweit sie mit der uns geläufigen Fassung 
übereinstimmten, und mit einigen kleineren Emendationen, die sich aus 
dem griechischen Texte allein als notwendig aufdrángten. Wo aber 
solehe Emendationen und Bibelzitate zweifelhaft waren, sind sie als 
Retroversion durch Kleindruck markiert.! 

Als oberster Grundsatz der deutschen Übersetzung galt eben- 
falls, das wiederzugeben, was der Autor der Theophanie hat sagen 
wollen, so gut es überliefert ist und so gut man das Überlieferte ver- 
steht. Was der syrische Übersetzer daraus gemacht hat, kommt dagegen 
erst in zweiter Linie in Betracht. Daraus folgt einmal, daß da, wo der 
Urtext der Theophanie vorhanden ist, dieser unbedingt der Übersetzung 
zugrunde gelegt werden muß. Wo zweitens griechische Paralleltexte 
nachzuweisen sind, müssen diese fortwährend zur Korrektur des Syrers 
herangezogen werden. Hat der Syrer vermutlich denselben Text wie 
wir gehabt, ihn aber falsch konstruiert oder mißverstanden, hat er ferner 
falsche oder schlechte Lesarten vorgefunden oder sich versehen, so ist 
in allen solchen Fällen der Grieche zu übersetzen, mag er nun über- 
liefert oder rekonstruierbar sein. Der Syrer ist also nicht nur da zu 
verbessern, wo innersyrische Verderbnisse anzunehmen sind, sondern 
auch da, wo allein durch Zurückgehen auf den griechischen Text ein 
annehmbarer Sinn gewonnen werden kann. Da die deutsche Übersetzung 
für den Nichtsyriasten das Original vertreten muß, so war es notwendig, 
beides äußerlich auf den ersten Blick erkennbar zu machen. Inner- 
syrische Verderbnisse sind darum durch ein vorgesetztes *, Übersetzungen 
nach dem (vorhandenen oder rekonstruierten) Griechen aber durch Schräg- 
druck ausgezeichnet. Beides geht naturgemäß in einander über, und 
das Urteil hängt sehr oft vom Geschmack ab, sodaß eine gewisse In- 
konsequenz kaum zu vermeiden und kaum vermieden worden ist. 

Ist die Übersetzung des Syrers eine freie, so kann man ihm überall 
da folgen, wo es für den Sinn nichts ausmacht. Mitunter ist absicht- 
lich ein Ausdruck gewählt, der weder dem Griechen noch dem Syrer 
genau entspricht, sondern in der Mitte zwischen beiden liegt und das 
Bindeglied gewesen sein mag. Die Schwierigkeit der deutschen Über- 
setzung besteht darin, dem syrischen wie dem griechischen Text gleich 
gerecht zu werden. Das gilt namentlich auch für den Periodenbau, der 


1) Vgl. ferner S. VII, Anm. 4; S. X, Anm. 3. 


Einleitung, XXIX* 


in möglichst engem Anschluß an das Original beibehalten werden muß, 
aber doch nicht unverständlich werden darf für den deutschen Leser. 
Andererseits darf die Freiheit nicht so weit gehen, daß dadurch der Stil 
des Autors unkenntlich wird. Kurze erläuternde Worte, die teils durch 
die deutsche Sprache gefordert, teils zur Erleichterung des Zusammen- 
hanges und Erklärung des Sinnes hinzugefügt sind, werden durch () 
eingeschlossen. Erlaubt sind sie deshalb, weil jede gute Übersetzung 
bis zu einem gewissen Grade zugleich ein Kommentar sein will. Wórt- 
lichkeit und Verständlichkeit mit einander zu vereinigen, ist das Ideal 
gewesen, das mir vorgeschwebt hat. 


An Einzelheiten ist noch zu bemerken, daß 1. „Ein“ groß geschrieben 
ist, wenn es im Syrischen ausgedrückt ist, daß 2. die griechischen Fremd- 
wörter der syrischen Übersetzung wie οὐσία, στοιχεῖα meist auch im 
Deutschen beibehalten sind, daß 3. auf die syrischen Interpunktions- 
zeichen und diakritischen Punkte grundsätzlich keine Rücksicht ge- 
nommen ist, daß 4. der textkritische Apparat nicht nur für den Gräzisten, 
sondern auch für den Syriasten bestimmt ist, daß 5. jeder, der die 
Theophanie textkritisch verwerten will für andere Schriften des Eusebius, 
meine „Studien“ zu Rate ziehen muß. Denn an Varianten ist nur das 
angeführt, was für die Theophanie selbst von Wert war. Man wird 
öfter finden, daß ich die Resultate meiner Studien stillschweigend ge- 
ändert habe, und daß es darum notwendig ist, auch die jetzige Ausgabe 
fortwährend zu vergleichen. 6. Die Überschriften über die Bücher und 
über die Einzelabschnitte, sowie die Unterschriften und die Kapitel- 
zählung stammen aus der syrischen HS, sind also sehr alt, können aber 
nicht von Eusebius selbst herrühren, da sie oft schlecht und ungenau sind. 


Herrn Professor Dr. Paul Wendland bin ich, ein Alttestamentler, 
zu großem Dank verpflichtet, daß er den griechischen Text im Manu- 
skript durchlas, mir bei den Zitaten und auch sonst durch freundliche 
Winke behilflich war. Ebenso schulde ich Herrn Professor Dr. Friedrich 
Schultheß großen Dank für einige wertvolle Emendationen und kleinere 
Rektifizierungen meiner Übersetzung. Neben ihm hatte mein Kollege, 
Herr Lic. Dr. Erich Klostermann, die Freundlichkeit, die Korrektur mit- 
zulesen. Ihm wie Herrn Professor Dr. Joseph Sickenberger und Herrn 
Lie. Hans Lietxmann danke ich auch an dieser Stelle. 


Kiel, März 1904. 
Hugo 6reßmann. 


HEoder Hit. eccles. 


- 

«- 

m 
. 


D oder Dem. 


P oder Praep. 


Handschriften, Ausgaben und Abkürzungen. 


A --- eodex Vaticani 16011 

Cr J. A. Cramer, Catenae. 

Demonstratio evangelica. Eusebii 

Gr Grel)mann 

Historia. exclesiu*tica. Eusebii 

Hkl Heikel unl: Ausgabe der Laus Constantini 

H\S - Handechritten 
L Laus Constantini und ibre Handschriften (im Gegensatz 
L lie» ‚sa Hkl 

Praeparatio evangelica. Eusetii 

Pes Pesıttha 


P3m l'ayne Smith, Thesaurus Syrıavus 
XN — Tbeopbania svriace 
str . streiche 


Stud.  Greßmann, Studien zu Eu-ebs Theophanie 
Theopbania graece 
vgl. vergleiche, nicht wörtliches Zitat 


Erläuterung der Zeichen. 


Vuslassing, lbot aus 

Hinrufugung. fugt hinzu 

ἴ metellung. «test um 

Korrektur nur ın ter dest ἢν ἢ 
( beretiing 

wortlicles Zitat 


-- zu beer.t..ender Ein th 


Fettdruck - Varsurte pass πὶ 


K:ieodrack -— Koran ste rsetrat asc {1 cc 
δι 


duch Kor'caturgewonnener Zusala 

bei gewobnlichem Druck au 
g:.cch.schen Texten 

be: Kies iruck: nach Hück- 
ulerwtiung aus dem Syrischen 

/ satz des Ed.ters sur brlauterung 


fSeurau druck su Ap paratides ce ort eats - durs Le Wo lerwabe des *ynsclen 
ra nir.ch t Text ie: hs {{ Ὁ 


st La jenen leg γὼ t; steten 


.—ld.rnesaa ned dem griechischen 
l te ıt 


EYZEBIOY 


IIEPI ΤῊΣ OEO9SANEIAZ 
(Bruchstücke) 


Eusebius III* 


M 1 


1. Bruchstück. 3% 


1. Bruchstück. Aus I. 


ὥσπερ δὲ ἐπὶ τοῦ xod ἡμᾶς παραδείγματος ὁ uiv ἀόρατος χαὶ 
: ἀφανὴς ἐν ἡμῖν νοῦς, ὃν ὅστις ποτὲ καὶ ὁποῖος ὦ ον τὴν οὐσίαν ὑπάρχει 
οὐδεὶς πώποτε ἀνϑρώπων ἔγνω, βασιλεὺς [δ᾽ οἷα ἐν ἀπορρήτοις εἴσω 
τοῖς αὐτοῦ ταμείοις χαϑιδρυμένος τὰ πραχτέα βουλεύεται, λόγος δ᾽ 
ἐξ αὐτοῦ πρόεισι μονογενής, οἷα πατρὸς ἐξ ἀδύτων μυχῶν γεγεννὴη- 
μένος. ὃς δὴ καὶ πρῶτος τῶν πατρικῶν τοῖς πᾶσι χκαϑίσταται vor- 
μάτων ἄγγελος εἰς φανερόν τε κηρύττει τὰ ἐν ἀπορρήτοις τῷ πατρὶ 
βεβουλευμένα. ἔργοις τε ἐπιτελεῖ τὰ βουλεύματα προϊὼν εἰς τὰς πάντων 
ἀχοάς, εἶϑ᾽ οἱ μὲν τῆς ix τοῦ λόγου μεταλαμβάνουσιν ὠφελείας, τὸν 
δ᾽ ἀφανῆ καὶ ἀόρατον νοῦν, τὸν τοῦ λόγου πατέρα, οὐδεὶς πώποτε 
εἶδεν ὀφϑαλμοῖς" κατὰ ταὐτὰ δὴ μᾶλλον δὲ ἐπέκεινα πάσης εἰκόνος 
καὶ παραδείγματος ὃ τοῦ παμβασιλέως ϑεοῦ τέλειος λόγος, οἷα μονο- 
γονὴς (πατρὸς υἱός), οὐ προφορικῇ δυνάμει συνεστώς, οὐδ᾽ ἐκ συλλα- 
βῶν ὀνομάτων τε καὶ ῥημάτων τὴν φύσιν χατεσχευασμένος, οὐδ᾽ ἐν 
φωνῇ δι᾿ ἀέρος πληττομένου σημαινόμενος, ϑεοῦ δὲ τοῦ ἐπὶ πάντων 
ξῶν καὶ ἐνεργὴς ὑπάρχων [υἱὸς] λόγος, xat οὐσίαν τε ὑφεστὼς οἷα 
»9200 δύναμις καὶ ϑεοῦ σοφίας, πρόεισι μὲν τῆς πατρικῆς ϑεότητός 
τε καὶ βασιλείας), ἀγαθοῦ δὲ πατρὸς ἀγαϑὸν τυγχάνων γέννημα ] 
ἦχρινός τε ἁπάντων σωτὴρ ἐποχετεύει τὰ σύμπαντα .....) 


9—90 — 3 74-19 L 2305—35. Cramer VlI459 zu Hebr 4ı2 aus cod. Paris. 238 
3 ff. vgl. I Kor 211.18 Joh 118. 18 vgl. I Kor 124 

ὡς 1, 46’ MaiL F<Hkl 5 χαϑιδρυμένος Mai X ὑπάρχων μόνος L 
6 ἀδίτων μιχῶν Mai Verborgenheit der Verstecktheit X αὐτοῦ μυχοῦ L ἀδύτου 
μυχοῦ Hkl  γεγεννημένος + ἀρρήτῳ λόγῳ xal δυνάμει ἀκατονομάστῳ L — 8 τε) 


τις Cramer 10 τῆς ἐχ Mai X Hkl &x τῆς L | μεταλαμβάνουσιν Mai X Hkl 
μεταλήψεσιν und μετέλαβον L 11 τὸν δὴ τοῦ L 19 eidev ὀφθαλμοῖς L X 
ὀφϑαλμῶν εἶδεν Mai | τὰ αὐτὰ L ταῖτα Mai | δὲ Mai X Hkl δ᾽ ὁ und δὲ 


xalL [εἰκόνος - τε 1, 14 πατρὸς ιἷὸς ΣῚ, « Mai 16 πληττομένου Wend- 
land X πληττομένῃ Mi L 17 υἱὸς -- NL 1θ9 τε xal βασιλείας X L « Mai 

τυγχάνων L τυγχάνει Mai | γέννημα + αὐτοζωὴ αὐτοφῶς γέννημα νοερὸν 
φωτὸς ἀλήχτου (lies ἀλέχτου nach Laus 2324), διὰ πάντων χωρῶν ἐν πᾶσί τε ὧν 
καὶ πάντα ἐπιπορευόμενος Mai (eusebianische Formeln!) < Σ᾽ 20 χοινὸς --- σύ με- 


xavta Σ L «:- Mai 
1: 


15 


20 


M Eusebius. 


2. Bruchstück. [1Π25. 


t 
τίς ἄλλος πώποτε τῶν ἐξ αἰῶνος βοηϑέντων ὁ ὡς οὗτος 0 παρ 
ἡμῖν ϑεολογούμενος προφητιχαῖς ἄνωθεν πρὸ μυρίων χρόνων ἐγνώσθη, 
τε xci προεχηυύχϑη φωνεῖς “παρὰ τοῖς πρόπαλαι ϑεοφιλέοιν Kipaior 


ἢ . e - » > - « , - 
ὁ παισίν" ; οἱ καὶ to» toxor t5- ϑιοφαμείας avtov xai χρυνοῦὺς t5. 


φΦ. 4 , - , 
ἀφίξεως xal τρόπο» τοῦ βίου xal δυνάμεις xal λόγους xal κατορϑώ- 
ματα αὐτοῦ προλαβόντες μίζλοις ἱεραῖς ἐγχατέϑεντο. 


3. Bruchstück. Aus llla. cn. 


a.“ t. e . - € e * » 8 e 
'dAÀ ἔν: μὴ Hoc τα νῦν 0 λ40γος εἰς μακρὰν ἐχτείνοιτο ἐπὶ ac 


.- 
lv τα τὰ μεγαλοιργ ἡματα αἰτοῖ, (3. Orta ἐχχείοϑω ὁ αὐτοῦ ϑάνατος . ov 


15 


ὅν, ὑπουτὴν a ὁ ἑρμηνεὺς τὸ. TOU “ϑείοι λόγου περί Bra τὸ dxoxa 
^vg9iv ἀγαλμα παρὰ τοῖς πᾶσιν» ἀνωμολόγηται x«i αὐτὸς δὲ o doo 
μενὸς ϑάνατος πολλοῦ μετίχεε τοῦ ϑεύματος. ov κοινὸς tol; λοιποῖς 
ἀνθρώποις γιγενημένος. οὐ yéo νόσων δια ϑαρεὶς οὐδὲ βρόχον οὐδὲ 
vol οὐδὲ μὴ» κατ᾿ αὐτὸ τὸ τοῦ ὁταιροῦ τρόπαιον ὁμοίως τοῖς 
λοιποῖ- καχούργοις ὑποτμηϑεὶς οὐδήρω, οὐδ᾽ ὅλως πρός turo; ἀνϑρα- 
πων παϑὼν τι τῶν αναιρεῖν εἰωϑότων «μαίαν ὑπέμεινε τελευτή ' 
ἀλλ᾽ ὡς αὐτὸ μόνον ἰχὼν» παρεδίδου τὸ αὐτοῦ ὀργανον τοῖς ἐπερου. 
ἀεύονοι. τὸ μὲν ἀπὸ γῆς ἀνωρϑοῖτο αὐτίχα. ὁ δὲ φωνήσας μέγα καὶ 


2 7--2 156 mL rs 9 9.313,38. Nine Ins 9 SS 5,2 
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2. und 3. Bruchstück. 5* 


τῷ πατρὶ τὸ πνεῦμα παρατίϑεσϑαι εἰκὼν ἄφετος αὐτὸς ἀφ᾽ ἑαυτοῦ 
τὴν ix τοῦ σώματος ἀναχώρησιν ἐποιεῖτο. διὸ δὴ πρὸ τοῦ ϑανάτου 
τοῖς αὐτοῦ γνωρίμοις τοῦτο αὐτὸ παρεδίδου διδάσχων καὶ λέγων" 
"οὐδεὶς αἴρεε τὴν ψυχήν μου ἀπ᾿ ἐμοῦ, all ἐγὼ τίϑημι αὐτὴν ax’ 
ἐμαυτοῦ. ἐξουσίαν ἔχω ϑεῖναι αὐτὴν καὶ πάλιν ἐξουσίαν ἔχω λαβεῖν 
αὐτήν.« (xal πάλιν" »dyd εἶμι ὁ ποιμὴν ὁ χαλὸς xal γινώσχω τὰ ἐμὰ xal γινώσ.- 
κουσί us τὰ ἐμὰς xal »τὴν ψυχήν μου τίϑημι ὑπὲρ τῶν προβάτωνε. τὴν δὲ τοὺ 
ϑανάτου αἰτίαν ἐν βραχέσι παρίστησι λέγων" »éàv μὴ ὁ χόχχος τοῦ αἰτον πεσὼν 
εἰς τὴν γῆν ἀποθάνῃ, αὐτὸς μόνος μένει, ἐὰν δὲ ἀποϑάνῃ, πολὺν χαρπὸν φέρεις. 
τεχμήρια γοῦν τοιαῦτα παρέχων ἐπὶ τοῦ ϑανάτου, ἄφετος αὐτὸς ἀφ᾽ ἑαυτοῦ τὴν 
ἐκ τοῦ σώματος ἀναχώρησιν ἐποιεῖτο). εἶτα δὲ τοῦ σώματος αὐτοῦ ληφϑέν- 
τος πρὸς τῶν γνωρίμων καὶ τῇ προσηκούσῃ παραδοϑέντος ταφῇ. 
τριταῖος αὖϑις ἀπελάμβανε τοῦτο αὐτὸς (ὁ πρὶν ἀναχωρήσας ix»). 
καὶ πάλιν αὐτὸς ἑαυτὸν ἔνσαρκον, ἔνσωμον αὐτὸν ἐχεῖνον οἷος καὶ 
τὸ πρῶτον n» τοῖς οἰκείοις μαϑηταῖς δείκνυσιν, οἷς καὶ ἐπὶ βραχὺ 
ὁμιλήσας καί τινα συνδιατρίψας χρόνον, ἄνεισιν ὅϑεν καὶ παρῆν, ox 
ὀφθαλμοῖς αὐτῶν τὴν εἰς οὐρανοὺς πορείαν «καὶ ἄνοδον) στειλάμενος. 
(οἷς δὴ καὶ ὑποϑήχας περὶ τῶν πρακτέων παραδοὺς διδασχάλους τῶν 
ἐθνῶν ἁπάντων τῆς ἀνωτάτω ϑεοσεβείας ἀπέφηνεν). 

τί δὴ οὖν ἐπὶ τούτοις λείπεται ἢ αὐτὸ δὴ τὸ τοῦ παντὸς xcga- 
λαιον ὁποίαν ἔσχεν αἰτίαν ἐξειπεῖν, λέγω δὴ τὸ πολυϑρύλλητον τοῦ 
βίου τέλος καὶ τοῦ πάϑους τὸν τρόπον καὶ τῆς μετὰ τὸν ϑάνατον 
ἀναβιώσεως αὐτοῦ τὸ μέγα ϑαῦμα. (μετὰ δὲ τὴν τούτων ϑεωρίαν 


8 — Joh 1018 6 — Joh 1014 ἢ = Joh 105 8 — Joh 124  11—19 
— D ΠΙ 435.39 90—8. 7, 99 -- L 24413—2404 


1 xatol παρατιϑεὶς τὸ πνεῦμα, εἰπὼν αὐτοῖς; ῥήμασιν... . οὕτως ἄφετος 
καὶ ἐλείϑερος αὐτὸς D 2-6 διὸ — αὐτὴ <D 4 ἀλλ᾽ — ἐμαιτοῦ X 
durch Homoioteleuton 6—11 und ferner: „Ich bin der gute Hirte und kenne die 
Meinen und die Meinen kennen mich" und „ich lasse mein Leben für meine Schafe“. 
Die Ursache seines Todes aber stellt er in Kurzem hin, indem er sagt: „Wenn das 
Weizenkorn nicht $n die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber 
stirbt, bringt es viele Früchte‘. Indem er also Beweise derart bei seinem Tode über- 
Heferte, wurde er ron sich selbst frei und rollzog seine .Ausicanderung aus dem 
Leibe X «AD 11 εἶτα δὲ DE xal A 18 αὐτὸς A<D |ó—ixov DX 
<A 14 χαὶ πάλιν..... δείχνυσιν A xal δείχνυισίν γε πάλιν Ὁ 15 τὸ ziv 
D ἐπὶ βραχὺν D 17 xal ἄνοδον (seinen Lauf) und seinen Aufstieg > < AD 
18. 19 ol; — ἀπέφηνεν ZD<A 90 oiv <L | λείπεται ἐπὶ τούτοις ἀλλ᾽]. 
21 ἔσχε τὴν αἰτίαν 1 | πολιϑρύίλητον L 99 xal vor τῆς Δ ΗΚΙ -- 1, 98 ἀνα- 
βιώσεως A X Hkl ἀναμνήσεως L 98—8. 6, 5 μετὰ — διεπράξατο EL < A 


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6" Eusebius. 


πάλιν εἰς τὰς ἀποδείξεις πωριόντες αἰτὰς δὲ ἐναργῶν πιωυτωσόμεϑα μαρ- 
τυριῶν». ὀργάρο) μὲν ovr ϑυητῷ di ἃς προείπομεν αἰτίας οἷα di, 
ἀγάλματι ϑευπρεπεῖ χεχρημένος τούτον τε αὐτῷ οἷα μέγας βασιλεῖς 
δε ἱρμηνέως τὸν ἀνϑρώπεον dui ϑὼν dior. πάντ᾽ ἐπαξίως ϑεῖκη. 
derameos διεπράξατο. εἰ μὲν» οὖν ἄλλως πὼς μιτὰ τὰς ἐν ἀνϑρώ- 
τοῖς dierpndas ἀφανὴς γιγονὼς ἐξαίφνς ἀπέπτη, ὑποχχέφας λάῦρα 
ror. eui ret xai τὸ oixelor ἄγαλμα gr tor θάνατον dicógarat ὅποι - 
δας xax ıra ποῦ τὸ ϑιντὸν αὐτὸς δι iav τοῦ ‚ydoos καὶ ἀπωλείς 
rates gasuarı ar exa τοῖς πᾶσε χαὶ ort ὧν αὐτὸς αὐτῷ τι 
προίποντα διεπράξατο, ζωὴ uir τυγχάνων xai ϑεοῦ λύγος καὶ ϑεοῖ 
dran. gdopu dt xai ἀπωλιίᾳ τὸν αὐτὸς αὐτοῦ παραδιδοὺς i Qu, vie 
ovt ar τὰ χατὰ δαιμόνων αὐ τῷ πεπραγμι ra dir τῆς τοῦ ϑανάτοι 
ot “πλοχὴς τύλους nStor το. οὐ τ᾽ cr rend o TU, Tori ὑπῆρχε χωρή- 
oes ovt ὧν ἐπιστεύθη τοῖς μὴ xapiiinqootr, orc ar θανάτου τὴν 
«σιν ἐφάνη, χριίττων, ort ar τὸ θυ τὸν τῆς oixıla: ηλευϑέρου σι 
CQ. οὐ τ᾽ ar xa “λη- τὴς ὧν uen! οἰκουμένης ἡκυύύϑη, ort. ἄν 
διράτου zero μὰ τοὺς αὐτοῦ με à, rez Prien, Or Ta ar τὴς μετὰ 
τὸν ϑάνατον" παρὰ Her ζωῆς τὴν ἐλπίδι τοῖς τὴν c ὑτοῦ ὄδιδαυ.- 
xc lar μετεοῦοι το οεὐτήνατο, ort Gr τῶν αὐτοῦ χόγων» τὰς ; ἐπαγ- 
ἡλίας ἐπλήρους οὐ τ᾿ ἢ ". ταῖς Toog ἡτίχεῖς περὶ αὐτοῦ προρρήσεω 
smuyewa παρεῖχε τα axor: AU LE ra. OFT ὧν τὸν CoTcrop carte 
ἐπῶν derdansen. οὗτος δ᾽ ἦν 0 xare rov θανάτου. 

dio δὴ τούτων" ἵνιχα πάντων (oe ἐχρῆν ἐξ ἅπαντος τὸ Ore 
τὸν" epycror μιτὰ τὴν cUreQx, deixorier ye r6) Dim aoro Óuxo- 
gPnocto, τιίλους ϑιοπριποῖς Τιυχεἕ}" τούτη τὴ zu eere ὁ ϑίνατο. 


werben no terno τὰ den Jo σε το κει nd lan οὖν a ein X 
LUIZUDE, τὰς eol uia. πόνον & uo DEL L 8 toc teca ξιν Hil τὸ τοιτε. 
«ιἴ.» ur) ort ct Ι, Δ᾽ ,ενς sync, Pon atat Phat da. c£ ong hi „erh: 
esrb X ouctevyte he Verhrhr a [ds st, A X Hal éviors 1l. δ᾽ τὸν cout 
$a. Il. zur A Wonur net X mre γε ἕνην ον 9 osos ter Ae- 
“νυ he δ αὐλήν roe, Avon t φόνος Donat rs. MAT iuu Al eee 
Σ is ὧν Vat ue. HkI oce ὧν A 6c ἐν . esto AL usd nns] 
$0 ^. Zl - Δ Bb cic, A οὶ cnr l weed, PO 488 6*0 A Hb 
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3. Bruchstück. 7 


ῳκονομεῖτο. δυοῖν γὰρ λειπομένων τῷ τέλει, ἢ φϑορᾷ καὶ ἀπωλείᾳ 
παραδοῦναι τὸ πᾶν καὶ (τοῦ παντὸς δράματος) αἰσχίστην ποιήσασϑαι 
τὴ» [τοῦ βίου] χαταστρυφήν, ἢ ϑανάτου χρείττονα ἑαυτὸν φῆναι 
ϑεϊκῇ δυνάμει τὸ ϑνητὸν ἀϑάνατον παραστησάμενον, τὸ μὲν πρῶτον 

Σ ΚΘ ἀνοίκειον (ἦν) τῆς ἐπαγγελίας. οὐ γὰρ δὴ πυρὸς οἰχεῖον τὸ ψύχειν δ 
οὐδὲ φωτὸς τὸ σχοτίξζειν' οὕτως οὐδὲ ζωῆς τὸ ϑανατοῦν οὐδὲ τοῦ 
ϑεοῦ λόγου τὸ παραλόγως ἐνεργεῖν. ποῖον οὖν εἶχε λόγον τὸν ἑτέ- 
ροις ζωὴν ἐπαγγελλόμενον. τὸ οἰχεῖον ὄργανον φϑειρόμενον παριδεῖν 
(ἀπωλείᾳ τε παραδοῦναι τὸ αὐτοῦ ἄγαλμα, καὶ τὸν τῆς ϑεότητος αὖ- 
τοῦ ἑρμηνέα ϑανάτῳ λυμήνασϑαι τὸν τοῖς πρόσφυξιν ἀϑανασίαν προ- 10 
μνώμενον); οὐχοῦν τὸ δεύτερον avayxalov nv, λέγω δὲ τὸ ϑανάτου 
χρείττονα ἑαυτὸν φῆναι. πῶς ov» ἐχρῆν τοῦτο ποιήσασϑαι; λαϑραίως 
ἄρα καὶ χλοπιμαίως ἢ τοῖς πᾶσιν ἀριπρεπῶς καὶ διαδήλως; ἀλλὰ 
OxÓTLtOV μὲν καὶ κρύφιον αὐτῷ πραχϑὲν τὸ χατόρϑωμα μηδενί τε 
γνωσϑὲν οὐδένα ἂν ὥνησεν᾽ βοηϑὲν δὲ xal ἀχουσϑὲν εἰς πάντας 15 
τοῖς πᾶσι τὴν ix τοῦ ϑαύματος παρεῖχεν ὠφέλειαν. εἰχότως ἄρα, 
ἐπειδὴ ἐχρῆν τὸ αὐτοῦ ὄργανον χρεῖττον ϑανάτου φῆναι καὶ τοῦτο 
πρᾶξ Sci μὴ εἰς τὸ λεληϑὸς ἀλλ᾽ ix ὄψεσιν ἀνθρώπων, οὐ φεύγει μὲν 
τὸν ϑάνατον᾽ ἦν γὰρ ἂν δειλὸς xai ϑανάτου χείρων ἐνομίσϑη" διὰ 
di τῆς πρὸς τὸν ϑανατὸν συμπλοκῆς οἷα πρὸς ἀνταγωνιστὴν τὸ 20 
ϑνητὸν ἀϑάνατον παρίστη, ὕστατον ἀγῶνα τοῦτον ὑπὲρ τῆς ἁπάν- 
tov σωτηρίας χαὶ ἀϑανασίας ἀναδεδεγμένος. 0 μὲν γὰρ πρῶτος αὐτῷ 
κατὰ δαιμόνων ἐνηργεῖτο ἐπὶ καϑαιρέσει τῆς πολυϑέου πλάνης 


ὅ vgl. Plato Phaid. 103 Df. 22 vgl. Matth 41ff, auf die Z im Folgenden 
anxspielt 


1 οἰχονομεῖται L war es in dieser (Weise) in der Reihe (τάξις) des Todes Z | 
διεῖν L 9 τοῦ — δράματος L des ganzen Kampfes (&y&w) Z «A ἃ τοῦ 
βίου A € L< Wilamowitz. Oder streiche mit A τοῦ παντὸς δράματος Gr | éav- 
τὸν χρείττονα ἀποφῆναι L 4 μὲν] also € Bi LI-A Βδξἐπαγγελίας) 
Anfang X (innersyrische Verderbnis) 7 τοῦ 9600 λόγου A des Logos Gott Z τοῦ 
ϑείον λόγον L 8 ἐπαγγελλόμενον A Hkl ἐπαγγειλάμενον L 9—11 ἀπωλείᾳ 
— προμνώμενον EL«A 11 δὲ A δὴ L 18 διαδήλως A ἀριδήλως 1, 14 oxó- 
τιον A Hkl σχοτεινὸν L_ ἰχρυφαῖον L [,Ϊτεῖϊ, δὲ A 11 οὐδένα EL οὐδὸν 
A (ἅπαντας L 18 ἐπ᾿ ΑΙ, ὑπ᾽ Hkl Gr. 19 ἦν AZHkl ἡ 1, 21 παρίστη 
A Hkl παρίστα L | ὕστατον A X τὸν L (durch τ Houoloteleuton des vorigen 
Wortes verderbti 39 σωτηρίας + ζωῆς τε L (< Hkl) | abt + ἀγὼν Mai 


Handschriften, Ausgaben und Abkürzungen. 


λ 

Cr 

D oder Dem. 

Gr 

HEoder Hist eccles. 
Hkl 

HS 

Ϊ, 

L 


P oder Praep. 


- codex Vatiani 16:1 
J. Δ Ummer, (atenuse. 
Demonestratio evangelica. Eusebii 
- Greüümann 
Hıstorra ecclesia-tica. Eusebii 
Heikel un: Ausgabe der Laus Constantini 


Handehritten 

Laus Constantini und ihre Handschriften (im Gegensatz 
hes su Hkl 
l'raeparatio evangelica. Eusebii 

l'esittha 


l'avne Smith, Thesaurus 5yriacue 
Theobat A δὴ, wen 

etreic be 

Greumann, Studien zu Eusebs Tbeophanie 
The phania graece 

vergleiche, nicht wört :chee Z.tat 


Erlauterung der Zeichen. 


«-- λυ οἷα... anf. aot aia d ucb Korn ıaturgewunnener Zunata 

4A Hourtorung furti bonu be: μον σφ Druck aus 
e U metellung, stet um wie bo «nen Testen 

. Korrektur. (08 i8 der de ste ben beo KRieirsdruck. nach. Kuck- 

Clero alereet; ig. aus dem Syriecben 

en vwortl stes 7." αἵ / sata des Eton sur Brsauterurg 


l - 88 boe sender P... ALD 


Kertir.ck 


- Vaner'e 


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hı't.ık - h.asrsetransur a Ir. Teer 2 
urn sh sto N; patat dee zoe rn ear — D» .* „Wu le: abe des Syrım Leu 


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τ Test o s st 


— cerea na dem grin huschen 


*'ug o. u 4," 


EYZEBIOY 


IIEPI ΤῊΣ OEO9ANEIAZ2 
(Bruchstücke) 


Eusebius III* 


1. Bruchstück. 3* 


1. Bruchstück. Aus Iss. 


Mai ὥσπερ de ἐπὶ τοῦ καϑ' ἡμᾶς παραδείγματος ὁ “μὲν ἀόρατος χαὶ 
X ἀφανὴς ἐν ἡμῖν νοῦς, ὃν ὕστις ποτὲ καὶ ὁποῖος ὧν τὴν οὐσίαν ὑπάρχει 
οὐδεὶς πώποτε ἀνϑρώπων ἔγνω, βασιλεὺς [δ᾽ οἷα ἐν ἀπορρήτοις εἴσω 
τοῖς αὐτοῦ ταμείοις χαϑιδρυμένος τὰ πραχτέα βουλεύεται, λόγος δ᾽ 5 
ἐξ αὐτοῦ πρόεισε μονογενής, οἷα πατρὸς ἐξ ἀδύτων μυχῶν γεγεννη- 
μένος, ὃς δὴ καὶ πρῶτος τῶν πατρικῶν τοῖς πᾶσι χαϑίσταται νοη- 
μάτων ἄγγελος εἰς φανερόν τε κηρύττει τὰ ἐν ἀπορρήτοις τῷ πατρὶ 
βεβουλευμένα, ἔργοις τε ἐπιτελεῖ τὰ βουλεύματα προϊὼν εἰς τὰς πάντων 
ἀχοάς, εἶϑ᾽ οἱ μὲν τῆς ἐκ τοῦ λόγου μεταλαμβάνουσιν ὠφελείας, τὸν 10 
δ᾽ ἀφανῆ καὶ ἀόρατον νοῦν, τὸν τοῦ λόγου πατέρα, οὐδεὶς πώποτε 
εἶδεν ὀφϑαλμοῖς᾽ xarà ταὐτὰ δὴ μᾶλλον δὲ ἐπέκεινα πάσης εἰχόνος 
xal παραδείγματος ὁ τοῦ παμβασιλέως ϑεοῦ τέλειος λόγος, οἷα μονο- 
γονὴς (πατρὸς υἱός), οὐ προφοριχῇ δυνάμει συνεστώς, οὐδ᾽ ἐκ συλλα- 
βῶν ὀνομάτων τε καὶ ῥημάτων τὴν φύσιν κατεσχευασμένος, οὐδ᾽ ἐν 15 
φωνῇ δι᾽ ἀέρος πληττομένου σημαινόμενος, ϑεοῦ δὲ τοῦ ἐπὶ πάντων 
ζῶν καὶ ἐνεργὴς ὑπάρχων [υἱὸς] λόγος, xat οὐσίαν τε ὑφεστὼς οἷα 
»ϑεοῦ δύναμις xal ϑεοῦ σοφίας, πρόεισι μὲν τῆς πατρικῆς ϑεότητός 
τε xal βασιλείας), ἀγαθοῦ δὲ πατρὸς ἀγαϑὸν τυγχάνων γέννημαί ] 
ἔχοινός τε ἁπάντων σωτὴρ ἐποχετεύει τὰ σύμπαντα ..... ) 20 


9—90 — 3 74-19 L 2305—35. Cramer Ὑ11459 zu Hebr 412 aus cod. Paris. 238 

Sf. vgl. I Kor 211.16 Joh 118 18 vgl. I Kor 124 
ῷ ὡς, 46’ Mai L Z<Hkl ὅ χαϑιδρυμένος Mai X ὑπάρχων μόνος L 
6 ἀδίτων μιχῶν Mai Verborgenheit der Verstecktheit > αὐτοῦ μυχοῦ 1, ἀδύτου 
μυχοῦ Hkl | γεγεννημένος + ἀρρήτῳ λόγῳ καὶ δυνάμει ἀχατονομάστῳ, 8 τε] 
τις Cramer 10 τῆς &x Mai X Hkl ex τῆς 1, | μεταλαμβάνουσιν Mai X Hkl 
μεταλήψεσιν und μετέλαβον 1, 11 τὸν δὴ τοῦ L 19 εἶδεν ὀφθαλμοῖς L X 
ὀφϑαλμῶν εἶδεν Mai | τὰ αὐτὰ 1, ταῦτα Mai | δὲ Mai X Hkl δ᾽ ὁ und δὲ 
xailL  |sixóvog--:€ L 14 πατρὸς υἱὸς ZL « Mai 16 πληττομένου Wend- 
land Σ᾽ πληττομένῃ Mi 1 17 υἱὸς - EL 19 τε xal βασιλείας X L « Mai 
τυγχάνων L τυγχάνει Mai | γέννημα + Έ αὐτοζωὴ αὐτοφῶς γέννημα νοερὸν 
φωτὸς ἀλήχτου (lies ἀλέχτου nach Laus 2324), διὰ πάντων χωρῶν ἐν πᾶσί τε ὧν 
xal πάντα ἐπιπορευόμενος Mai (eusebianische Formeln!) « Y 20 χοινὸς — σύμ- 


παντα ΣΊ, «— Mai 
]* 


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i" Eusel...us. 


2. Bruchstäck. [1]. 


τὶς ἄλλους πώσποτι τῶν ἐξ αἰῶνος βυηϑέντων ὡς οὗτος ὁ παρ 
ἡμῖν ϑεολογον μενὸς προ ητιχα ἐς ay: sr πρὸ μυρίων χρόνων ἐγνώσθη 
ra xai προέχηρι qun φονεῖς ᾿ταρὰ τοῖς πρόπαλαι rog Ui Ἡραίων 
zalr ; ol καὶ τὸν τύπον» Ti. ϑιοή αν des αὐτοῦ xai χρόνους tA. 
ἀφίξεως xal τρόπο» τοῦ βίου xal δυνάμεις zei λόγους xai xcropbor 
ματα οὐτοῦ προλαβόντες iJaoc; ἱεραῖς ἐγχατίϑεντο. 


3. Bruchstöück. Aus [lla ev... 


᾿ἀλλ᾽ (re μή μοι τὰ νῦν ὁ λόγος εἰς μαχρὰν ἐκτείνοιτο ἐπὶ πάν. 
ει τὰ utyaloug; ,uata αἰτοῦ, (v. ὄν ἐσιν ἐχχείωϑω ὁ αὐτοῦ Üarcro. or 
ὅν, ὑπουτῆραι ὁ ἑρμηνεὺς τὸ. τοῦ „gun λόγου U s, δ 1,40 τὸ dinse 
TIL ἄγαλμα παρὰ τοῖς πᾶσι» c ropoloryret xci αὐτὸς δὲ ὁ βυώ- 
Miro; ϑάνατος πολλοῖὺ μετίχιι τοῦ ϑαύματος ov κοινὸς τοῖς λοιποῖς 
ἀνθρώποις γιγερημένως. οὐ γὺρ room δι ᾳ ϑαριις οὐδὲ βρόχον ovd 
πυρὶ οὐδὲ μὴ» xat! αὐτὸ τὸ τοῦ ofcGt9oUs τρόπαιον ὁμοίως tol. 
αυιποὶς κι χούργοις "Tor du: οἰ δή (0. ovd TELLER πρός Tros as0 oo 
za» παθὼν τι tv ἀναιρεῖν e0otor iciar ὑπέμεινε τεχιυτῆν 
ἀλλ᾽ ὡς αὐτὸ μόνον» ἰχὼν παριδίδου τὸ αὐτοῦ ὄργανον τοῖς ido 
ἁεύονοι. τὸ μὲν ἀπὸ rnc ἀνωρϑοῖτο arriza ὁ δι φωνήσας μέγα xci 


2 $--.X 51, 225-1 9 31,28. NX r5 Ins 9 $5,2 
-. D lil 4». s 19 «gl Luk. 


2n. sic Ar, JosUvrtwr LL ως Brenner doge onu, 
ET TE LITE est? on l. 4 Tora. A ἴ, wurde enngern tt und rm rem ng‘ 
X aeenynechle Verdech, s. qi Nite genen L 4 9 1e 
SL- A Bbrgneo6ee5».:.e6t A Xats tiz;neobhl $a, xe]c deren 
A schrwtn δ geo ! ἥν κείν ἢ, 9 14 ni αὐτὸς 8 0 $923». ov S so 
49596 Τὼ ἴοι ve ai Re Tri, T5 ua. dient ds "δι Trash utto yt qe 
Serunto; A tler ur μ' δ noun, tan st διὰ Pun sh! uror Fd. an de Ferne 
ber og 6 grito gr sso p len tenratre d “un D dcs e don 9?" sen dem ter [hw 
eu! her, duo Ierweaesd ges [o s 48, s nid παν Ji d gi, 4: Μή τσ b entr 
were Poa mf D, gl S unl. he v τ’ σὺ ἢ Ce δι 
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2. und 3. Bruchstück. 5* 


τῷ πατρὶ τὸ πνεῦμα παρατίϑεσϑαι εἰκὼν ἄφετος αὐτὸς ἀφ᾽ ἑαυτοῦ 
τὴν ἐχ τοῦ σώματος ἀναχώρησιν ἐποιεῖτο. διὸ δὴ πρὸ τοῦ ϑανάτου 
τοῖς αὐτοῦ γνωρίμοις τοῦτο αὐτὸ παρεδίδου διδάσχων xol λέγων᾽ 
»οὐδεὶς αἴρει τὴν ψυχήν μου ἀπ᾽ ἐμοῦ, ἀλλ᾽ ἐγὼ τίϑημι αὐτὴν ἀπ᾽ 
ἐμαυτοῦ. ἐξουσίαν ἔχω ϑεῖναι αὐτὴν xal πάλιν ἐξουσίαν ἔχω λαβεῖν 
αὐτήν.« (xal πάλιν" «ἐγώ εἶμι ὁ ποιμὴν ὁ χαλὸς xal γινώσχω τὰ ἐμὰ xal γινώσ- 
χουσί us τὰ ἐμὰς xal ».τὴν ψυχήν μου τίϑημι ὑπὲρ τῶν προβάτωνε. τὴν δὲ tov 
ϑανάτον αἰτίαν ἐν βραχέσι παρίστησι λέγων »dàv μὴ ὁ χόχχος τοῦ σίτου πεσὼν 
εἰς τὴν γῆν ἀποθάνῃ, αὐτὸς μόνος μένει, ἐὰν δὲ ἀποθάνῃ, πολὺν χαρπὸν φέρεικ. 
τεχμήρια γοῦν τοιαῦτα παρέχων ἐπὶ τοῦ ϑανάτου, ἄφετος αὐτὸς ἀφ᾽ ἑαυτοῦ τὴν 
ἐκ τοῦ σώματος ἀναχώρησιν ἐποιεῖτο). εἶτα δὲ τοῦ σώματος αὐτοῦ ληφϑέν- 
τος πρὸς τῶν γνωρίμων καὶ τῇ προσηκούσῃ παραδοϑέντος ταφῇ. 
τριταῖος αὖὐϑις ἀπελάμβανε τοῦτο αὐτὸς (0 πρὶν ἀναχωρήσας Exam). 
καὶ πάλιν αὐτὸς ἑαυτὸν ἔνσαρχον, ἔνσωμον αὐτὸν ἐχεῖνον οἷος καὶ 
τὸ πρῶτον ἦν τοῖς οἰκείοις μαϑηταῖς δείχνυσιν, οἷς καὶ ἐπὶ βραχὺ 
ὁμελήσας καί τινα συνδιατρίψας χρόνον, ἄνεισιν ὁϑεν καὶ παρῆν, ὑπ᾽ 
ὀφϑαλμοῖς αὐτῶν τὴν εἰς οὐρανοὺς πορείαν «καὶ ἄνοδον) στειλάμενος, 
(οἷς δὴ καὶ ὑποϑήχας περὶ τῶν πραχτέων παραδοὺς διδασχάλους τῶν 
ἐθνῶν ἁπάντων τῆς ἀνωτάτω ϑεοσεβείας ἀπέφηνεν). 

τί δὴ οὖν ἐπὶ τούτοις λείπεται ἢ αὐτὸ δὴ τὸ τοῦ παντὸς χεφά- 
λαεον ὁποίαν ἔσχεν αἰτίαν ἐξειπεῖν, λέγω δὴ τὸ πολυϑρύλλητον τοῦ 
βίου τέλος xal τοῦ πάϑους τὸν τρόπον καὶ τῆς μετὰ τὸν ϑάνατον 
ἀναβιώσεως αὐτοῦ τὸ μέγα ϑαῦμα. {μετὰ δὲ τὴν τούτων ϑεωρίαν 


8 — Joh 108 6 — Joh 1014 7 — Joh 10:15. 8 — Joh 124 11--19 
-3 D III 429.29 20—8. 7, 99 = L 24418 —2464 


1 πατρὶ παρατιϑεὶς τὸ πνεῦμα, εἰπὼν αὐτοῖς ῥήμασιν... . οὕτως ἐΐφετος 
xal ἐλείϑερος αὐτὸ D 9—6 διὸ — αὐτὴν <D 4 ἀλλ᾽ — ἐμαυτοῦα «— X 
durch Homoioteleuton 6—11 und ferner: „Ich bin der gute Hirte und kenne die 
Meinen und die Meinen kennen mich“ und „ich lasse mein Leben für meine Schafe“. 
Die Ursache seines Todes aber stellt er in Kurzem hin, indem er sagt: „Wenn das 
Werzenkorn nicht in die Erde füllt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber 
stirbt, bringt es viele Früchte“. Indem er also Beweise derart bei seinem Tode über- 
heferte, wurde er ron sich selbst frei und vollxog seine Auswanderung aus dem 
Leite X «— AD 11 εἶτα δὲ DX xol A 18 αὐτὸς Ac D. |ö— ἑχών DX 
<A 14 xalndır..... deixvrow A xal δείχνυσίν γε πάλιν D 15 τὸ πρὶν 
D ]|éni βραχὺν Ὁ 17 xal ἄνοδον (seinen Lauf) und seinen Aufstieg X < AD 
18. 19 οἷς — ἀπέφηνεν ZD<A 20 οὖν <L |Asinere ἐπὶ τούτοις ἀλλ᾽]. 
21 ἔσχε τὴν αἰτίαν L | πολυϑρύλητον L 29 xal vor τῆς AHkKIL<L 98 ἀνα- 
βιώσεως A X Hkl ἀναμνήσεως L 28—8. 6, ὅ μετὰ --- διεπράξατο EL < A 


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Ὁ 


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6* Eu-ebiun. 


zcır eu τᾶς ε: txodei zt ez πάρει τες oct ιὡς di eve γῶν πιυτωσύμεϑα μας" 
τυριῶν. ὀργῴρω μὲν ovr ϑιυντῷ de ὡς προιίπομεν αἰτίας οἷα dr, 
ἀγάλματι ϑεοπρεπιεῖ χεχρημίρος τούτω ti avro οἷα μέγας dad. 
δε ἱυμηνίως τὸν arüporimuor dui aer lior. πάντ᾽ Casio ixi. 
dticui ez διεπράξατο. εἰ μὲ" οὐ» ἄλλως πῶς μιτὰ res ἐν ἀνϑρώ- 
τοῖς ‚Seren, ς dq aras sors: (alg ras ἀπίπτη, ὑποχλέφας λάϑρα 
ror sound καὶ τὸ oixdloy à7za4ua quy, τὸν" ϑάνατον διαδρᾶναι ὅποι - 
(een. χἀάπιιτὰ ποῦ τὸ ϑιυι τὸν αὐτὸς de ἑαυτοῦ ᾳφϑορᾷ καὶ axwärie 
rates φάυματε ὧν dert τοῖς πᾶρε χὰ ovr. ἂν αὐτὸς εὐτῷ τὸ 
πρίποντα διεπράξατο, Som gir τι χάνων xc ϑεοῦ λόγος καὶ ϑιοῖ 
Sera. φθορᾷ δὲ χαὶ axo c τὸν αὐτὸς αὐτοῦ παραδιλοὺς Gouinrte 
nr ὧν τὰ χατὰ διιμόνων αὐτοῦ πεπραγμίνα des τῆς τοῦ ϑανάτοι 
ot uxÀoxnl fíA0U. jgro vro. orf ὧν ir ^» 034 ποτὶ ὑπῆρχε XOQI;- 
"c. o T ὧν ἐτιυτεύϑη τοῖς μὴ api tàng odty eit ar θανάτου τὴ» 


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q eur ἐπάν xoiittenm, οὐ τ᾿ er τὸ Ürntor τῆς οἰκιίας naivitoov gt 


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60. 08 or r er xaÜ' 041, τῆς ar Peor i3 (0v olxın At, novo i. ovr ay 
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Duraror xeragonssils Tor. error uen Τεῖς P 4/01 (00, OT cr Τῇ, « MET 
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otugeova agde τὰ dXott cope f. mi τ᾽ ὧν τὸν Votetor ὡταντο' 
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dio δὴ, τούτον" ἔνι χα zarten (v9, gon 4I ἀπόντος τὸ διη- 


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yprnocteo- Τιάωῖις ϑιοχπρίιποις reguln, τούτη πὴ oxea αὐτὸ o0 ϑύνατος 


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3. Bruchstück. 7* 


ῳφκχονομεῖτο. δυοῖν γὰρ λειπομένων τῷ τέλει, ἢ φϑορᾷ xol ἀπωλείᾳ 
παραδοῦναι τὸ πᾶν καὶ (τοῦ παντὸς δράματος) αἰσχίστην ποιήσασϑαι 
τὴν [τοῦ βίου] καταστροφήν, ἢ ϑανάτου χρείττονα ἑαυτὸν φῆναι 
ϑεϊχῇ δυνάμει τὸ ϑνητὸν ἀϑάνατον παραστησάμενον, τὸ μὲν πρῶτον 
218 ἀνοίχειον Gi») τῆς ἐπαγγελίας. οὐ γὰρ δὴ πυρὸς οἰχεῖον τὸ ψύχειν 5 
οὐδὲ φωτὸς τὸ σχοτίξειν" οὕτως οὐδὲ ζωῆς τὸ ϑανατοῦν οὐδὲ τοῦ 
ϑεοῦ λόγου τὸ παραλόγως ἐνεργεῖν. ποῖον οὖν εἶχε λόγον τὸν évÉ- 
ροις ξωὴν ἐπαγγελλόμενον τὸ οἰκεῖον ὄργανον φϑειρόμενον παριδεῖν 
(ἀπωλείᾳ τε παραδοῦναι τὸ αὐτοῦ ἄγαλμα, καὶ τὸν τῆς ϑεότητος av- 
τοῦ ἑρμηνέα ϑανάτῳ λυμήνασϑαι τὸν τοῖς πρόσφυξιν ἀϑανασίαν προ- 10 
μνώμενον); οὐχοῦν τὸ δεύτερον ἀναγκαῖον. nv, λέγω δὲ τὸ ϑανάτου 
χρείττονα ἑαυτὸν φῆναι. πῶς οὖν ἐχρῆν τοῦτο ποιήσασϑαι; λαϑραίως 
ἄρα χαὶ χλοπιμαίως ἢ τοῖς πᾶσιν ἀριπρεπῶς χαὶ διαδήλως; ἀλλὰ 
σχότιον μὲν καὶ κρύφιον αὐτῷ πραχϑὲν τὸ χατόρϑωμα μηδενί τε 
γνωσϑὲν οὐδένα ἂν ὥνησεν' βοηϑὲν δὲ καὶ ἀχουσϑὲν εἰς πᾶντας 15 
τοῖς πᾶσι τὴν ix τοῦ ϑαύματος παρεῖχεν ὠφέλειαν. εἰκότως ἄρα, 
ἐπειδὴ ἐχρῆν τὸ αὐτοῦ ὄργανον χρεῖττον ϑανάτου φῆναι καὶ τοῦτο 
πρᾶξαι μὴ εἰς τὸ λεληϑὸς ἀλλ᾽ ἐπ᾽ ὄψεσιν ἀνθρώπων, οὐ φεύγεε μὲν 
τὸν Üavavor: ἦν γὰρ ἂν δειλὸς καὶ ϑανάτου χείρων ἐνομίσϑη" διὰ 
δὲ τῆς πρὸς τὸν ϑανατὸν συμπλοκῆς οἷα πρὸς ἀνταγωνιστὴν τὸ 20 
ϑνητὸν ἀϑάνατον παρίστη, ὕστατον ἀγῶνα τοῦτον ὑπὲρ τῆς ἁπάν- 
των σωτηρίας καὶ ἀϑανασίας ἀναδεδεγμένος. ὁ μὲν γὰρ πρῶτος αὐτῷ 
xarà δαιμόνων ἐνηργεῖτο ἐπὶ καϑαιρέσει τῆς πολυϑέου πλάνης 
ZI P 


5 vgl. Plato Phaid. 103 Df. 22 vgl. Matth 41ff, auf die Z im Folgenden 
anspielt 


1 οἰχονομεῖται L war es in dieser (Weise) in der Reihe (τάξις) des Todes Z | 
δυεῖν L 2 τοῦ — δράματος L des ganzen Kampfes (ἀγὼν) Z «A 9 τοῦ 
βίου A XL-«Wilamowitz. Oder streiche mit A τοῦ παντὸς δράματος Gr | dav- 
τὸν χρείττονα ἀποφῆναι L 4 μὲν] also Σ ὅ ἦν  Σ «Α ἐπαγγελίας] 
Anfang X (innersyrische Verderbnis) 71 τοῦ ϑεοῦ λόγου A des Logos Gott Σ τοῦ 
ϑείου λόγου L. 8 ἐπαγγελλόμενον A ΗΚ] ἐπαγγειλάμενον L 9--11 ἀπωλείᾳ 
— προμνώμενον ZL<A 11 δὲ A δὴ 1 18 διαδήλως A ἀριδήλως 1, 14 σχό- 
τιον A Hkl σχοτεινὸν 11 |xovgator L |te L 0b A 1 οὐδένα ZL οὐδὲν 
A ἅπαντας 1, 18 ἐπ᾿ ΑΙ, ὑπ᾿’ Hkl Gr. 19 ἦν Α ΣῈΚ ἡ 17, 21 παρίστη 
A Hkl παρίστα L | ὕστατον A € τὸν L (durch Homoioteleuton des vorigen 
Wortes verderbt) 22 σωτηρίας + ζωῆς τε L (< Hkl) Ι αὐτῷ + ἀγὼν Mai 


δ 


γι 


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d 


«yo 
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6" Eu-ebius. 


τάλιν εἰς τὰς εἰποδείξεις Aare, cité; δ ἐνεργῶν πιοτωσόμεϑα μαρ- 
τυριῶ». ὀργώνω μὲν ovr ϑνητῷ δι ὡς προιίπομεν αἰτίας vie dr, 
ἀγάλματι ϑευπρεπιῖ χεχρημένος τούτον τὸ αὐτῷ οἷα μίγας βασιλεύς 
ὄν ἑρμηνέως τὸν ἀνϑρώπειον dulden ‚or, zart ἐπαξίως ϑείκη,- 
derameos διεπράξατο. — d μὲν ov) ἄλλως πῶς μι (e run ἐν ἂν Oper 
τοῖς διατριμὰς ἀφανὴς γιγονὺς ἐξαίφνης ἀπέπτη, ὑποχλέφας λάϑρα 
τὸν μη ν»ἐκὰ καὶ τὸ οἰχεῖον ἄγαλμα φυγὴ τὸν ϑάνατον διαδραναι ὅποι 

deut; χάπιιτά που τὸ Ürnror αὐτὸς dU iav τοῦ φθορᾷ καὶ deti 
srages qaoegart ἂν ἑε χει τοῖς πᾶσι χαὶ ovr cr αὐτὸς αὐτῷ τ 

πρίποντα διεπράξατο. ζωὴ μὲν τυχάνω» χαὶ θεοῦ λύγος καὶ ϑιοῖ 

dire ἐμάς, φϑορᾷ ὅτ xci ἀπωλείᾳ: τὸν αὐτὸς αὐτοῦ παραδιδοὺς i Curie 
ott «ry τὰ χατὰ δαιμόνων αὐ τῷ πέπραγμι va die τῆς τοῦ ϑανάτοι 
ot μπλοχὴς τύλους ἡξιοῦ το. or τ᾽ er ἐγ» 0 T πη τοτὲ U Text χωρή- 
occ οὗ τ᾽ ἂν ἐπιότεύϑη rol: μὴ zapıcaı, σε, ort ὧν ϑανάτου t 
q Ur ἐφάνη xprirten., ort ar τὸ ϑυητὸν τῆς οἰχιίας PE ϑέρου gi 
Or. ot r cr nad AN. τῆς ἀὐϑρώπον οἶχοι Hen s nah, οὐ τ᾽ a 
ϑανμάτον χυτὰ 4 gorii τοὺ, αὐτοῦ με ϑ, τὰς Laon, occ ar τὴς Με re 
τὸν ϑάνατον» παρὰ Oto ζωῆς τὴν ἰλπίδι' τοῖς τὴ» error dedan- 
κι λίαν" μετεοΐοι πιριωτήώατο. ovr ἂν τῶν αὐτοῦ λόγων τὰς noxa 
"t Att, ἐπλήρου, ovt. ar Ταῖς προς τιχοῖς περὶ αὐτοῦ προρρήσεν: 
ot uq ra xagQdpyt ra dXoti 2c0ucta, ovt ὧν" τὸν vot τοῦ" cGXUFTOD 
εἰ να δὴ Hans ". οὗτος δ᾽ ἡ" ὁ χατὰ τοῦ dar atov. 

deo δὴ τούτων Irsa πάντων, E TIT. ἐχρη» ἐς ἀπαν τος ro δι. 
τὸν egycror uita τὴ» αὐτόρχη διακονίαν, ἣν τι bio koym der, xo 


)gnóctos τέλους ϑιοπριποῖς τυχεῖρ. ταύτῃ 30 xci αὐτῷ ὁ ϑάνατου. 


|] wrbn u [fermer u den ἦμεν ει e kommen und clun da spe & 


Dres? τὰς tod oras πάντων de ap; kB roo τὸ ein Hil τὸ τοι 4: 


il ἢ" | gotta εἰ fen Ι, 8 (is € n. ;t0;0 VR )« url bitte da 2 €F nv ke . s ^de. 
wurde X osi tovto he Verlerbnis | dsé tr, A X Hk cs or, Ll; δ᾽. gos cont 
re Xl. oret)» A B oder ferner δ ovr he Verdeibise 9 ntu 6r Ir 


συ ΑΓ n 9» 1 en PX i5 9. POLE A 4 ut nani. Ι. gi ut ALL Εν HAI I Tech A L 9er unm 


E oct ἦν Vates us Hkl ois ὧν A ot^ ὧν Ι, | cir AL usd Jess. L 
10 ı 3L - X leo; A Hil αὐτὸν ;.— ᾿παροοῖς Lo $83 occ A Hh 
nal 1, A X Hài osee 1, 1848 dor Ll naro A δε δε Sg vdé 
VL. renccroms* rm ἐγ hat N 306 00€ — sponse, X ΒΜ εὖν I. A 


' P dent ΣΙ. Mí - A 029 ii 6015s rone, orn An oin; X ‚unersınsche Vet 
pr 99 As sn HA I Gr δι λήσει A a3 LA rte σοι Σ 28 ἃ, 
qoa quo; Zucht na à) r9 Ai’ oder ss en Tieren sur {τοι X 26 μ40 
d.c sr. 9 soe ng n9 d n Terre lr Lt ke VN $5 rei αἰεῷ |. αὖθ 


^.A* δ . 


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3. Bruchstück. g* 


ϑεοῦ) λόγος τὸ ϑνητὸν ὄργανον, o πρὸς ἀνθρώπων ἐχέχρητο σωτη- 
olav, χρεῖττον ϑανάτου φῆναι βουληϑεὶς (κοινωνόν. τε ἀποφῆναι τῆς 
οἰκείας ζωῆς τε xal adavaolas), εὖ μάλα χρησίμην ὑχήει τὴν olxovo- 
μίαν, τὸ σῶμα πρὸς βραχὺ καταλιπὼν καὶ τὸ ϑνητὸν τῷ ϑανάτῳ 
παραδοὺς εἰς ἔλεγχον τῆς olxelas φύσεως, εἶτ᾽ οὐχ εἰς μαχρὰν αὐτὸ 
τοῦ ϑανάτου πάλιν ὑφαιρούμενος, εἰς παράστασιν τῆς ἐνθέου δυνά- 
μεως, di ἧς παντὸς ϑανάτου χρείττονα τὴν πρὸς αὐτοῦ χαταγγελ- 
ϑεῖσαν ζωὴν ἀΐδιον ἔφαινεν). 

ἡ μὲν οὖν πρώτη αἰτία ἦν αὕτη, δευτέρα δὲ ἣ τῆς ἐν τῷ σώματι 
χατοικησάσης ἐνθέου δυνάμεως ἔνδειξις. ἐπειδὴ γὰρ τὸ πρότερον 
τοὺς ὑπὸ τοῦ ϑανάτου νενικημένους ἄνδρας ϑνητοὺς ἀληϑῶς καὶ 
χοινὸν τέλος ὑποδεδεγμένους ἐϑείαζον ἄνϑρωποι, ἥρωάς τε καὶ ϑεοὺς 
ὠνόμαζον (τοὺς ὑπὸ τοῦ ϑανάτου χεχρατημένους, χἀχεῖ εἰκότως 
ἑαυτὸν ταύτης ἕνεχα τῆς αἰτίας ἔφηνεν ὁ φιλάνϑρωπος τοῦ ϑεοῦ 
λόγος. χρείττονα ϑανάτου φύσιν ἀνθρώποις δεικνύς, καὶ τὸ μὲν $vy- 
τὸν μετὰ τὴν λύσιν ἐπὶ τὴν δευτέραν ζωὴν ἄγων, τρόπαιον δὲ ἀϑα- 
νασίας κατὰ τοῦ ϑανάτου τοῖς πᾶσι παρέχω» ὁρᾶν, καὶ διδάσχων 
μόνον τοῦτον ἐν ϑανάτῳ ϑεὸν ἀληϑῆ εἶναι ὁμολογεῖν τὸν τὰ βρα- 
βεῖα τῆς κατὰ τοῦ ϑανάτου νίχης ἀναδησάμενον. 

τρέτη δ᾽ ἂν εἴη αἰτία τοῦ σωτηρίου ϑανάτου ἣν ἀπόρρητοι λόγοι 
περιέχουσιν. τίνες οὕτοι; ἱερεῖον ἣν ἀντίφυχον τοῦ κοινοῦ γένους 
παραδιδόμενον τῷ ϑανάτῳ, ἱερεῖον ὑπὲρ τῆς κοινῆς τῶν ἀνθρώπων 
ἀγέλης σφαγιαζόμενον, ἱερεῖον δαιμονιχῆς πλάνης ἀποτρόπαιον. 
ἱερείοι' δῆτα ἑνὸς καὶ μεγάλου ϑύματος, τοῦ πανιέρου σώματος toU 


9- - 11, 4 = L 24715—248:33 20—28 - Cramer VII $80 zu Hebr 52 aus 
cod. Par. 2388 — 90 ff. vgl. DIV 127 


1 unter den Menschen Σ | χέχρητο L ὃ φῆναι Α δεῖξαι L ἃ, 8 xoc 
vevóv — ἀϑανασίας ZL<A 2 anopivaı L ἀποδεῖξαι Gr 8 χρησίμην Hkl 
Mai χρησίμως AL X ὅ παραδοὺς AI, παραδιδοὺς Hkl | μαχρὰν L Gr 
μαχρὸν A Hkl 7. 8 d — ἔφαινεν EL<A 9 ἡ -- αὕτη « L; doch vgl. 2478 : 
δευτέρα δ᾽ ἂν εἴη αἰτία τῆς ἀναβιώσεως τῆς ἐν σώματι ..... δυνάμεως ἔνδειξις L 
ἡ ZL<AHk 11 ἀληϑῶς -- ὑποδεδεγμένους < 1, 19. ὑποδεδεγμένου.-} an 
denen erschienen ist (= ὑποδεδειγμένοις) X 18 τοὺς — χἀχεῖ NX L « A 
14-17 ἑαυτὸν — xal EL <A 14 und wegen dieser Ursache Σ 18 διδάσχων 
(ὦ hinter εἰναι) L διδάσχει A 19 ἀναδησάμενον) auf sein Haupt bindend X 
80 ἔχοιμ᾽ ἄν σοι xal τρίτην ὑπογράφειν αἰτίαν τοῦ σωτηρίου ϑανάτον᾽ ἱερεῖον ἦν 1, 
31 ἀντίψιχον ΑΣ ὑπὲρ L 22 παραδιδόμενον τῷ ϑανάτῳ)] ἀναπεμπόμενον τῷ 
παμβασιλεῖ ϑεῷ [τῶν ὅλων «Ξ Hkl] ἢ. | χοινῆς <L 98 σφαγιαζόμενον) xa9:£0ot- 
μενον ἴ, Ἰ ἱερεῖον Cr ZL-«—A 94. ὃ 10, 8 ἱερείου — ἀντίφυχον ΣΙ, «A 


Cn 


ar 


12 


10° Eusebius. 


ωτῆρος ἡμῶν. ὁμοίις Jon later UE 2T τοῦ Tor aru xor γένους 64 c- 
γιαυϑέντος xai πάντων» (rcr τῶν πρὶ» ἀσεβείᾳ. δαιμονικῆς πλάνης 
ἐδευχη μένων ἀντίφυχον ἀνινεχϑίντος, πᾶσα λοιπὸν ἡ τῶν ἀνάγνων 
καὶ πέρ δαιμόνων δύναμις χαϑύρητο. lAfavro τε x«i παρεῖτο 
arrixa ὀυράμει xp ir rom E ITE γιώδης καὶ ἀπατηλὺς AA. τὸ 
μὲν" οὐ» σωτήριον ἐξ ἀνϑρώπων Una, αὐτὸ dy ro τοῦ ϑείου Äoyor 
ὡωματιχὼὸν ὄργαν or ὑχσὲρ τῆς χοιρῆς ἀνϑρώπων (γέλης χκαϑιερυῦτο 
«di τοῦτο δ᾽ jr τὸ 6 ἀν ϑρώπων δια Ἰολὴς τῷ ϑανέτω apa, Far, μένον 
óqagytor , οὐ πέρι λύγων ἱερῶν βοῶσι φωναί. τοτὲ μὲν ὡδί χη, λέ- 
γυναι εἶδε ὦ ἀμνὸς τοῦ ϑιοῦ ὁ αἴρω» τὴν ἁμαρτία» τοῦ xuuuor « 
τοτὲ δὲ ode xQoareq einovóac ^ νὡς πρόματον ἐπὶ σφαγὴ» ἤχϑη. καὶ 
e; ἀμνὸς ἐναντίον τοῦ χείροντος αὐτὸν ἄφωνος «, xai TO γε aittor 
διδάσχουσιν ἐπιλέγουσαι" »ovroz; τὰς ἀμαιρτίας ἡμῶν φέρει καὶ a4 
ἡμῶν ὀδυνᾶται. xai ἡμεῖς ἐλογισάμεϑα αὐτὸν εἶναι ἐν zum xdi ἐν 
πληγὴ xai ἐν χαχώσει, αὐτὸς de ἐτραυματίοϑη διὰ τὰς ape ὑτέες ἡμῶν 
χαὶ μεμαλάχισται διὰ τὰς ἀνομία: ἡμῶν σπαιδιίᾳ εἰρήνης ἡμῶν 
ET οὐτόν. τῶ μώλωπι αὐτοῦ ἡμεῖς ἰάϑημεν. πάντες ὡς πρύματα 
ἐπλανήϑημεν, ἔχαστος τὴν ὁδὸν αὐτοῦ ἐπλανήϑη. καὶ κύριος παρέ- 
deoxi v αὐτὸν τ ταῖς ἁμαρτίαις ἡμῶν... τὸ μὲν ovr σωματικὸν Tot 
tiov ioyov opyaroy διὰ ταῦ ra; xaÜuoobcto τὰς altíc;. ὁ δὲ μέγος 
dex (Ht ὁ τοῦ zurıyı μόνι καὶ trau, hte dia ξερώμενος . ἕτερος 
(n DAC T. τὸ luudlor. iot λόγος χαὶ » 010v drsauıs xai dıor 
dogíc«. οὐχ εἰς μακρὰν τὸ Ür4ror ἀνιχολεῖτο τοῦ θανάτου καὶ 
τυῖτο τὴς χοινῆς ἡμῶν σωτηρίας τὴ» ἀπαρχὴν» ζωῆς ἐνθέου καὶ ude- 


Po Je 535 10 Joh 01s 11: Jean 18 Je ie «4 
19 - 11. 4 υμὶ Cramer Vllsse zu Hebr 82 aus cl. Par 25. 22 wc. 1 Kor in 


1 ohnleh σε Schıe D- "U, 2 πρὸν Vırr Σ 8 do ta ızon sch ag 
HÀI vor τοιτοῖ seo νη) rn À 4 ol dcos NL- A ap eqte 
I. 4 )gorito A sf^vito τὸ Sl. A ai tege Ran, Georito A ὃ αι- 
τ χὰ — σρείῖτονι SL: A dev; dato; IL» A Φθιμνυεήμεον bine: 
4» «51 , iuc AS HAM οί h- A Sto der Hai? N- Al 
$054,405, d,» ΤΣ. A f ὃ κεὶ — oq; XL.A 4X c, Ll A 
A s, Ne T. dei on 1. e» — 4000 bh» N 10 Brei - 
tho 11. 1. qeoncepeqemot oni Bb. A 1. 13 zei — ( qenesg AL- A 
18 ı 1, nom . moron; δ 15 vs o Got X | eucptio; Ll. ἃ 
et) cs ταὶ A 16 DIT CRD gn l. eot. Ι, s € dtt utu αὶ A 19 et? ev “rg tT» 
Dome pP Duc ost dl 0 5 (Ur 3L. N red o ure 
31 » ρλαννς Nd. su ἃ 92 gei Beh δ: NL me ELA 
m 31- A 28 0570 N nox ἢ, τὸ Pastor So T. vor ota 26 τοῦτο 
e p. rtl. 9ὲ ^ 11 Ren, “τον A S. DL 4 Go 5e Out δ 


Ἁ 
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EYZEBIOY 


IIEPI ΤῊΣ OEOPANEIAZ 
(Bruchstücke) 


Eusebius ΠῚ" 


Mni 


1. Bruchstück. 3* 


1. Bruchstück. Aus Iss. 


ὥσπερ de ἐπὶ τοῦ xc ἡμᾶς παραδείγματος ὁ μὲν ἀόρατος χαὶ 
: ἀφανὴς ἐν ἡμῖν νοῦς, ὃν ὅστις ποτὲ καὶ ὁποῖος ὧν τὴν οὐσίαν ὑπάρχει 
— οὐδεὶς πώποτε ἀνθρώπων ἔγνω, βασιλεὺς [δ᾽ οἷα ἐν ἀπορρήτοις εἴσω 
τοῖς αὐτοῦ ταμείοις χαϑιδρυμένος τὰ πραχτέα βουλεύεται, λόγος δ᾽ 
ἐξ αὐτοῦ πρόεισι μονογενής. οἷα πατρὸς ἐξ ἀδύτων μιχῶν γεγεννη- 
μένος. ὃς δὴ καὶ πρῶτος τῶν πατριχῶν τοῖς πᾶσι χαϑίσταται νοη- 
μάτων ἄγγελος εἰς φανερόν τε κηρύττει τὰ ἐν ἀπορρήτοις τῷ πατρὶ 
βεβουλευμένα, ἔργοις τε ἐπιτελεῖ τὰ βουλεύματα προϊὼν εἰς τὰς πάντων 
ἀχοάς, εἶϑ᾽ οἱ μὲν τῆς ix τοῦ λόγου μεταλαμβάνουσιν ὠφελείας, τὸν 
δ᾽ ἀφανῆ καὶ ἀόρατον νοῦν, τὸν τοῦ λόγου πατέρα, οὐδεὶς πώποτε 
εἶδεν ὀφθαλμοῖς κατὰ ταὐτὰ δὴ μᾶλλον δὲ ἐπέχεινα πάσης εἰχόνος 
καὶ παραδείγματος ὁ τοῦ παμβασιλέως ϑεοῦ τέλειος λόγος. οἷα μονο- 
γονὴς (πατρὸς víóc), οὐ προφοριχῇ δυνάμει συνεστώς, οὐδ᾽ ἐκ συλλα- 
Bà» ὀνομάτων τε καὶ ῥημάτων τὴν φύσιν χατεσχευασμένος, οὐδ᾽ ἐν 
φωνῇ δι᾿ ἀέρος πληττομένου σημαινόμενος, ϑεοῦ δὲ τοῦ ἐπὶ πάντων 
Io» καὶ ἐνεργὴς ὑπάρχων [υἱὸς] λόγος, xat οὐσίαν τε ὑφεστὼς οἷα 
»ϑεοῦ δύναμις καὶ ϑεοῦ σοφίας. πρόεισι μὲν τῆς πατρικῆς ϑεότητός 
τε χαὶ βασιλείας), ἀγαθοῦ δὲ πατρὸς ἀγαϑὸν τυγχάνων γέννημαϊί ] 
ἐχοινός τε ἁπάντων σωτὴρ ἐποχετεύει τὰ σύμπαντα ..... ) 


9. 90 — € 74-19 L 2305—35. Cramer 1469 zu Hebr 412 aus cod. Paris. 238 
3ff. vgl. I Kor 211.16 Joh 118 18 vgl. I Kor 124 

9o0;L 4 δ᾽ MaiL X«Hkl| 5 χαϑιδρυμένος Mai X ὑπάρχων μόνος L 
6 ἀδίτων μιχῶν Mai Verborgenheit der Verstecktheit Σ αὐτοῦ μυχοῦ 1, ἀδύτον 
μυχοῦ Hkl  γεγεννημένος + ἀρρήτῳ λόγῳ καὶ δινάμει ἀχατονομάστῳ 1, 8 τε] 


τις Cramer 10 τῆς ἐχ Mai X Hkl ex τῆς L | μεταλαμβάνουσιν Mai X Hkl 
μεταλήψεσιν und μετέλαβον L 11 τὸν δὴ τοῦ 1, 19 εἶδεν ὀφθαλμοῖς L X 
ὀφθαλμῶν εἶδεν Mai | τὰ αὐτὰ 1, ταῦτα Mai | δὲ Mai X Hkl δ᾽ ὁ und óé 


καὶ 1 εἰκόνος - τε L 14 πατρὸς υἱὸς EL « Mai 16 πληττομένον Wend- 
land Z πληττομένῃ Mi L 17 υἱὸ - NL 19 τε xal βασιλείας X L< Mai 

τυγχάνων L τυγχάνει Mai | γέννημα + αὐτοζωὴ αὐτοφῶς γέννημα νοερὸν 
φωτὸς ἀλήχτον (lies ἀλέχτου nach Laus 2324), διὰ πάντων χωρῶν ἐν πᾶσί τε ὧν 
xal πάντα ἐπιπορευόμενος Mai (eusebianische Formeln!) < X 20 χοινὸς — σύμ:- 


"avra Z L << Mai 
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9. Bruchstäck. 11} ... 


τὶς ἄλλως errors τῶν ἐξ aiciroz Joydirror es οὗτος 0 xc os 
ἡμῖν ϑευλογούμενος pod 1 7(xcl ar «01r πρὸ gurpien χρύνων ἐγνώόϑη Σ 
τε xci motxtot jut, ger elo xe en rol. πρόπαλαι ϑι og (UA GUY Eipalor 
> rarolı - 9 καὶ τὸν to-YOr τῇ- ϑι 0g ertics avrov xai χρόνους τῆς 
ἱφίξεως χαὶ τρόπον τοῦ piov xal δυνάμεις xal λόγους xci xcroobo- 
para αὐτοῦ AxooAcJorrt - JiJaotz ἱερεῖς eyxati Oirro. 


3. Bruchstuck Aus lla ». 


ἀλλ᾽ (rc μή Hoc tc νῦν o λύγος us μακρὰν éxriirorto ἐπὶ πάν. ἃ 
τε: τὰ nt yalig; uatc aito, 0v Óvtow éxxt iota) ὁ αὐτοῦ bar τὸς , ov 
dr, ὑπούτην a d ἑρμηνεὺς τὸ τοῦ ἢ ει λύγων V es, br, μα τὸ due 
A9)» ayaíua cae rol; Xa ἀνωμολόγητο t x«i αὐτὸς δὶ ὁ υώ- 
ptos ϑάνατος zoilor με "gu τοῦ ϑι: ματος ot XOU'0 5 τοῖς λοιποῖς 
ἀνθρώποις 7 γι» ἡμὲν Oo. ον TC e roon de Qapits . odi βρόχου ovdi 
15 vol ovd? μὴν xar' αὐτὸ τὸ τοῦ ofc von τρόπαιον ὁμοίους τοῖς 

χοιποῖς κιχούργοις * TOT pu, Yu. δή ρον, οὐδ᾽ ὁλως 200: roro. dr dem 
xov zadwr τι te ἀναιρεῖν tico ore Jicíar excutirt τελιυτὴν 
ἀλλ᾽ Q. ar ro uo) or or za didor τὸ ar τοῦ og;aror tol; ter. 


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2. und 3. Bruchstück. 5* 


τῷ πατρὶ τὸ πνεῦμα παρατίϑεσϑαι εἰπὼν ἄφετος αὐτὸς ἀφ᾽ ἑαυτοῦ 
τὴν ἐκ τοῦ σώματος ἀναχώρησιν ἐποιεῖτο. διὸ δὴ πρὸ τοῦ ϑανάτου 
τοῖς αὐτοῦ γνωρίμοις τοῦτο αὐτὸ παρεδίδου διδάσχων xal λέγων᾽ 
»οὐδεὶς αἴρει τὴν ψυχήν μου ar’ ἐμοῦ, ἀλλ᾽ ἐγὼ τίϑημι αὐτὴν ἀπ᾽ 
ἐμαυτοῦ. ἐξουσίαν ἔχω ϑεῖναι αὐτὴν καὶ πάλιν ἐξουσίαν ἔχω λαβεῖν 
αὐτήν.« (xal xdAw: »ἐγώ εἶμι ὁ ποιμὴν ὁ καλὸς xal γινώσχω τὰ ἐμὰ xal γινώσ- 
χουσί μὲ τὰ ἐμὰς xal ».τὴν ψυχὴν μουν τίϑημι ὑπὲρ τῶν προβάτωνε. τὴν δὲ τοῦ 
ϑανάτου αἰτίαν ἐν βραχέσι παρίστησι λέγων" »ἐὰν μὴ ὁ χόχχος τοῦ σίτου πεσὼν 
εἰς τὴν γῆν ἀποθάνῃ, αὐτὸς μόνος μένει, ἐὰν δὲ ἀποθάνῃ, πολὺν χαρπὸν φέρεις. 
τεχμήρια γοῦν τοιαῦτα παρέχων ἐπὶ τοῦ 9avatov, ἄφετος αὐτὸς ἀφ᾽ ἑαυτοῦ τὴν 
ἐκ τοῦ σώματος ἀναχώρησιν ἐποιεῖτο). εἶτα δὲ τοῦ σώματος αὐτοῦ ληφϑέν- 
τος πρὸς τῶν γνωρίμων καὶ τῇ προσηκούσῃ παραδοϑέντος ταφῇ. 
τριταῖος αὖὐϑις ἀπελάμβανε τοῦτο αὐτὸς (0 πρὶν ἀναχωρήσας Exo). 
καὶ πάλιν αὐτὸς ἑαυτὸν ἔνσαρκον, ἔνσωμον αὐτὸν ἐχεῖνον οἷος καὶ 
τὸ πρῶτον ἦν τοῖς οἰχείοις μαϑηταῖς δείχνυσιν, οἷς καὶ ἐπὶ βραχὺ 
ὁμιλήσας καί τινα συνδιατρίψας χρόνον, ἄνεισιν ὅϑεν καὶ παρῆν, ὑπ᾽ 
ὀφϑαλμοῖς αὐτῶν τὴν εἰς οὐρανοὺς πορείαν (καὶ ἄνοδον) στειλάμενος, 
(οἷς δὴ καὶ ὑποϑήχας περὶ τῶν πραχτέων παραδοὺς διδασχάλους τῶν 
ἐθνῶν ἁπάντων τῆς ἀνωτάτω ϑεοσεβείας ἀπέφηνεν). 

τί δὴ οὖν ἐπὶ τούτοις λείπεται ἢ αὐτὸ δὴ τὸ τοῦ παντὸς χεφά- 
λαιον ποίαν ἔσχεν αἰτίαν ἐξειπεῖν, λέγω δὴ τὸ πολυϑρύλλητον τοῦ 
βίου τέλος χαὶ τοῦ πάϑους τὸν τρόπον καὶ τῆς μετὰ τὸν ϑάνατον 
ἀναβιώσεως αὐτοῦ τὸ μέγα ϑαῦμα. (μετὰ δὲ τὴν τούτων ϑεωρίαν 


8 — Joh 1018 6 — Joh 10104 7 — Joh 1015 8 — Joh 124 11-19 
= D III 432.29 90—8. 7, 99 — L 24412—2404 


1 πατρὲ παρατιϑεὶς τὸ πνεῦμα, εἰπὼν αὐτοῖς ῥήμασιν .... οὕτως ἄφετος 
χαὶ ἐλείϑερος αὐτὸ D 2-6 διὸ --- αὐτὴν <D 4 ἀλλ᾽ — ἐμαυτοῦλ Ξ,Σ 
durch Homoioteleuton — 6—11 und ferner: „Ich bin der gute Hirte und kenne die 
Meinen und die Meinen kennen mich“ und „ich lasse mein Leben für meine Schafe“. 
Die Ursache seines Todes aber stellt er in Kurzem hin, indem er sagt: „Wenn das 
Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber 
stirbt, bringt es viele Früchte‘. Indem er also Beweise derart bei seinem Tode über- 
Heferte, wurde er ron sich selbst frei und vollzog seine Auswanderung aus dem 
Leibe 2< AD 11 εἶτα δὲ DX xal A 18 αὐτὸς A<D |ó—éxo» DX 
<A 14 χαὶ nààw ..... δείχνυσιν A xal ótixvvolv γε πάλιν D 15 τὸ πρὶν 
D [ἐπὶ βραχὺν D 17 xal ἄνοδον (seinen Lauf) und seinen Aufstieg X «Ξ AD 
18. 19 οἷς — ἀπέφηνεν ZD<A 20 ov <L | λείπεται ἐπὶ τούτοις ἀλλ᾽]. 
31 ἔσχε τὴν αἰτίαν L | πολυϑρύλητον 1, 29 χαὶ vor τῆς A Hk --1, 28 ἀνα- 
βιώσεως A X Hkl ἀναμνήσεως L 28—S. 6, 5 μετὰ — διεπράξατο ΣΙ, «A 


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6" Eu-ebius. 


πάλιν εἰς τὰς ἰποδείξεις πωριόντις αἰτὰς δ ἐναργῶν πιοτωσόμεϑα μαν- 
upon. ὀργάνω μὲ" οὐ» ϑνητῷ de as προείπομεν αἰτίας oic ἀν 
ἀγάλματι ϑευπρεπεῖ χεχρημένος τούτω τὲ αὐτῷ οἷα μέγας βισίδι. 
de ἱρμηνίως τὸν ἀνϑρώπεον διεξι ϑὼν lior. πάντ᾽ ἐπαξίως ux. 
ὀυνάμιως διεπράξατο. εἰ pir ovr ἄλλως πῶς μετὰ τὰς ἐκ ardprr 
τοῖς διιτριμὰς ayanıs γιγονὼὺς ἐξαίφεης ἀπέπτη, ὑποχλέφας λάϑρε 
TOY μην ἐς χαὶ τὸ οἰκεῖον ἀγαλ; μα φυγὴ ror ϑάνατον ὀιαδρᾶναι ὅχοι 
ϑῴοες χαπιιτά που τὸ rnror αὐτὸς δι ἑαυτοῦ ‚ydvox xai urn. 
werafes φάυματε ar ἐεχιε τοῖς πᾶσε xal ort an αὐτὸς αὐτῷ t 
Yogxorra διεσράξατο, Sen, μὲν τυγχάνων xci θεοῦ λόγος καὶ 0:1 
9 reus g Uope di xai axo τὸν «ὐτὸς αὐτοῦ παραδιδοὺς tout) εἰ 
mr ὧν τὰ χατὰ ὀμιμόνων αὐ τῷ πεπραγμέν ra die τῆς τοῦ dararı 
υτπλοχὴς rizor, „gun ro, οὐ rer Pr od, oxn τοτὲ ὑπῆρχε χωρη- 
ocz, OCC. ὧν ἐπιστεύθη τοῖς μὴ αὶ παρειλη yaoın. ort! ar ϑανάτου t? 
gras gar, xerit ren, ort Gr τὸ θνητὸν τῆς οἰχιίας ya ϑέρωυ gi 
0 (00S ort RT, xau’ 041,7 τῆς are 2Xcn οἰχουυμένη - „road, ot f ci 
Prato xctengopntitv τοὺς αὐτοῦ uc 9, τὰς PU P, or τ᾽ ἂν τὴς βετι 
con ϑάνοτου eoc 806) Ze TE rhy ὦ, τίδι' τοῖς τὴ" error dedeu 
ze siar pi rom TCproT odo οὐ τ᾽ er ro arror ἀύγων τὰς ixay 
ke. (Tier, οὐ T cr τοῖς προ ἡτίχος περὶ αὐ τοῦ προρρήσεω 
o1 uj eua api yt τὰ ἀποτι zone ra. ot τ᾿ ὧν τὸ" 1 vore ror arurte » 
iore Inyanmun. οτος δ᾽ ἡ» o xarc τοῦ θανάτου, 

“ὦ d, τούτον" Dy ka Turre» E δὴ (ong ἐξ Certo. τὸ 0r: 
ron oprcror tu τι try cr tox, deuccrormer ^ re) 014m λόγω der, zo 
roerto rin. ϑιοπριποῖς τυ" τούτη πὴ zei αὐτὼ o Burcro, 


] « run ww ferr sn den Det in o tme rn Don αν e Pto ὦ 


Sane 9 ες ε GS vea, dotem Koo s.l, Brit τὸ cat Hil τὸ tote 


tot D ne tes εἶτ, l. Gegen... tuos εν ἀ τ once ta er nt t och 
"x wer ce NS hehe. iet τ A X Hoan } ιν 6 at 
N I: 0025» A Berge t don nne Volk besos Bu... rw 
e Se, 9 si Rois oe, À o1 n, b.wusz.. 1. (OSA LL eec 
» τ ἦν Vau! 8 Hab oun ἦν A C ἐν LL .:it e Aue d ouın el 
$0 5. δ), - V 1]D ec, ΔΙ: escrow KH. * εἰς. 5 18 oct A Hb. 
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Lo o ren E tat AS et 55.» NY νειν in t 
ed ΣΙ V.- A. 109 t. i5, 5, 0n d rt NN en. ne Nes 
pros 22 * 5. a. Hel o6. 45 0, un tt lo ocn: — 28 ἃ. 
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3. Bruchstück. 7* 


φχονομεῖτο. δυοῖν γὰρ λειπομένων τῷ τέλει, ἢ φϑορᾷ xal ἀπωλείᾳ 
παραδοῦναι τὸ πᾶν καὶ (τοῦ παντὸς δράματος) αἰσχίστην ποιήσασϑαι 
τὴν [τοῦ βίου] καταστροφήν, ἢ ϑανάτου χρείττονα ἑαυτὸν φῆναι 
ϑεϊῖχῇ δυνάμει τὸ ϑνητὸν ἀϑάνατον παραστησάμενον, τὸ μὲν πρῶτον 

X108 ἀνοίκειον (mv) τῆς ἐπαγγελίας. οὐ γὰρ δὴ πυρὸς οἰχεῖον τὸ ψύχειν 5 
οὐδὲ φωτὸς τὸ σχοτίζειν᾽ οὕτως οὐδὲ ζωῆς τὸ ϑανατοῦν οὐδὲ τοῦ 
ϑεοῦ λόγου τὸ παραλόγως ἐνεργεῖν. ποῖον οὖν εἶχε λόγον τὸν ἑτέ- 
ροις ζωὴν ἐπαγγελλόμενον τὸ οἰχεῖον ὄργανον φϑειρόμενον παριδεῖν 
(ἀπωλείᾳ τε παραδοῦναι τὸ αὐτοῦ ἄγαλμα, xol τὸν τῆς ϑεότητος αὖ- 
τοῦ ἑρμηνέα ϑανάτῳ λυμήνασϑαι τὸν τοῖς πρόσφυξιν ἀϑανασίαν προ- 10 
μνώμενονν; οὐχοῦν τὸ δεύτερον avayxalov nv, λέγω δὲ τὸ ϑανάτου 
χρείττονα ἑαυτὸν φῆναι. πῶς οὖν ἐχρῆν τοῦτο ποιήσασϑαι; λαϑραίως 
ἄρα καὶ χλοπιμαίως ἢ τοῖς πᾶσιν ἀριπρεπῶς καὶ διαδήλως; ἀλλὰ 
σχότιον μὲν χαὶ χρύφιον αὐτῷ πραχϑὲν τὸ κατόρϑωμα μηδενί τε 
γνωσϑὲν οὐδένα ἂν ὥνησεν᾽ βοηϑὲν δὲ καὶ ἀχουσϑὲν εἰς πάντας 15 
τοῖς πᾶσι τὴν ix τοῦ ϑαύματος παρεῖχεν ὠφέλειαν. εἰχότως ἄρα, 
ἐπειδὴ ἐχρῆν τὸ αὐτοῦ ὄργανον χρεῖττον ϑανάτου φῆναι καὶ τοῦτο 
πρᾶξαι μὴ εἰς τὸ λεληϑὸς ἀλλ᾽ ix ὄψεσιν ἀνϑρώπων, οὐ φεύγει μὲν 
τὸν ϑάνατον' ἦν γὰρ ἂν δειλὸς καὶ ϑανάτου χείρων ἐνομίσϑη" διὰ 
δὲ τῆς πρὸς τὸν ϑανατὸν συμπλοχῆς οἷα πρὸς ἀνταγωνιστὴν τὸ 20 
ϑνητὸν ἀϑάνατον παρίστη, ὕστατον ἀγῶνα τοῦτον ὑπὲρ τῆς arar- 
τῶν σωτηρίας xci ἀϑανασίας ἀναδεδεγμένος. ὁ μὲν γὰρ πρῶτος αὐτῷ 
κατὰ δαιμόνων ἐνηργεῖτο ἐπὶ χαϑαιρέσει τῆς πολυϑέου πλάνης 


- 


9 vgl. Plato Phaid. 103 Df. 22 vgl. Matth 4ıff., auf die Σ' im Folgenden 
anspielt 


1 οἰχονομεῖται L war es in dieser (Weise) in der Reihe (τάξις) des Todes Z | 
δυεῖν L 2 τοῦ — δράματος L des ganzen Kampfes (ἀγών) X «A 8 τοῦ 
βίον A EL < Wilamowitz. Oder streiche mit A τοῦ παντὸς δράματος Gr | éav- 
τὸν χρείττονα ἀποφῆναι L 4 μὲν] also Σ bWLE<A ἐπαγγελίας) 
Anfang € (innersyrische Verderbnis) 7 τοῦ ϑεοῦ λόγον A des Logos Gott 3 τοῦ 
ϑείου λόγον L 8 ἐπαγγελλόμενον A Hkl énayysidusvo» L 9—11 ἀπωλείᾳ 
— προμνώμενον ZL<A 1] δὲ Α δὴ L 18 διαδήλως A ἀριδήλως L 14 oxó- 
τιον A Hkl σχοτεινὸν 1 |xovpalovr L [τε L 0$ A 1 οὐδένα ΣΊ, οὐδὲν 
A [ἅπαντας L 18 ἐπ᾿ AL ὑπ᾽ HklGr 19 ἦν AZHkl z 1, 91 παρίστη 
A Hkl παρίστα L |dorarov A € τὸν L (durch Homoioteleuton des vorigen 
Wortes verderbt) 22 σωτηρίας + ζωῆς τε L (< Hkl) | αὐτῷ + ἀγὼν Mai 


Handschriften, Ausgaben und Abkürzungen. 


A = codex Vaticani 1611 
Cr J. A. Cramer, Catenae. 
D oder Dem. — Demonstratio evangelica Eusebii 
Gr = Greßmann 
HEoderHist.eccles. — Historia ecclesiastica Eusebii 
Hkl — Heikel und: Ausgabe der Laus Constantini 
HSS — Handschriften 
L — Laus Constantini und ihre Handschriften (im Gegensatz 
l = lies [zu Hkl) 
P oder Praep. — Praeparatio evangelica Eusebii 
Pe — Pesittha 
PSm = Payne Smith, Thesaurus Syriacus 
Z — Theophania syriace 
' str. = streiche 
Stud. = Greßmann, Studien zu Eusebs Theophanie 
Th. gr. — Theophania graece 
vgl = vergleiche, nicht wörtliches Zitat 


! 


Erläuterung der Zeichen. 


< -- Auslassung, läßt aus | () - - durch Konjektur gewonnener Zusatz 

+ = Hinzufügung, fügt hinzu beigewöhnlichem Druck: aus 
co — Umstellung, stellt um | griechischen Texten 

* — Korrektur (nur in der deutschen | bei Kleindruck: nach Rück- 

Übersetzung) übersetzung aus dem Syrischen 

« — wörtliches Zitat () — Zusatz des Editors zur Erläuterung 


[] = zu beseitigender Einschub 


Fettdruck — Variante (passim) 

Kleindruck = Rückübersetzung aus dem Syrischen 

Schrägdruck im Apparat des griech. Textes = Deutsche Wiedergabe des Syrischen 

Schrügdruck im Text der deutschen Theoph. — Übersetzung nach dem griechischen 
(vorhandenen oder vermuteten) Urtext 


EYZEBIOY 
ΠΕΡῚ ΤῊΣ GEO9ANEIAZ 


(Bruchstücke) 


Eusebius 1115 


Mai 
X 


1. Bruchstück. 3* 


1. Bruchstück. Aus Iss. 


ὥσπερ δὲ ἐπὶ τοῦ καϑ᾽ ἡμᾶς παραδείγματος ὁ uiv ἀόρατος καὶ 
ἀφανὴς ἐν ἡμῖν νοῦς, ὃν ὅστις ποτὲ καὶ ὁποῖος ὧν τὴν οὐσίαν ὑπάρχει 
οὐδεὶς πώποτε ἀνθρώπων ἔγνω, βασιλεὺς [δ᾽ οἷα ἐν ἀπορρήτοις εἴσω 
τοῖς αὐτοῦ ταμείοις καϑιδρυμένος τὰ πραχτέα βουλεύεται, λόγος δ᾽ 
ἐξ αὐτοῦ πρόεισι μονογενής, οἷα πατρὸς ἐξ ἀδύτων μυχῶν γεγεννη- 
μένος, ὃς δὴ καὶ πρῶτος τῶν πατρικῶν τοῖς πᾶσι καϑίσταται νοη- 
μάτων ἄγγελος εἰς φανερόν τε κηρύττει τὰ ἐν ἀπορρήτοις τῷ πατρὶ 
βεβουλευμένα, ἔργοις τε ἐπιτελεῖ τὰ βουλεύματα προϊὼν εἰς τὰς πάντων 
ἀχοάς, εἶϑ᾽ οἱ μὲν τῆς ἐκ τοῦ λόγου μεταλαμβάνουσιν ὠφελείας, τὸν 
δ᾽ ἀφανῆ καὶ ἀόρατον νοῦν, τὸν τοῦ λόγου πατέρα, οὐδεὶς πώποτε 
εἶδεν ὀφθαλμοῖς" κατὰ ταὐτὰ δὴ μᾶλλον δὲ ἐπέχεινα πάσης εἰχόνος 
καὶ παραδείγματος ὁ τοῦ παμβασιλέως ϑεοῦ τέλειος λόγος, οἷα μονο- 
γονὴς (πατρὸς υἱός), οὐ προφορικῇ δυνάμει συνεστώς, οὐδ᾽ ἐκ συλλα- 
βῶν ὀνομάτων τε καὶ ῥημάτων τὴν φύσιν κατεσχευασμένος, οὐδ᾽ ἐν 
φωνῇ δι᾿ ἀέρος πληττομένου σημαινόμενος, ϑεοῦ δὲ τοῦ ἐπὶ πάντων 
ζῶν καὶ ἐνεργὴς ὑπάρχων [υἱὸς] λόγος, κατ᾽ οὐσίαν τε ὑφεστὼς οἷα 
»ϑεοῦ δύναμις xol ϑεοῦ σοφίαε, πρόεισι μὲν τῆς πατρικῆς ϑεότητός 
(τε καὶ βασιλείας), ἀγαϑοῦ δὲ πατρὸς ἀγαϑὸν τυγχάνων γέννημαϊ ] 
(χοινός τε ἁπάντων σωτὴρ ἐποχετεύει τὰ σύμπαντα .....) 


2—20 — £X 74-19 L 2305—35. Cramer VlI45»9 zu Hebr 412 aus cod. Paris. 238 
9 ff. vgl. I Kor 211.15 Joh 118 18 vgl. I Kor 124 

2ó0;L 4 δ᾽ MaüLZ-«Hkl 5 χαϑιδρυμένος Mai X ὑπάρχων μόνος L 
6 ἀδύτων uvyàv Mai Verborgenheit der Verstecktheit Σ αὐτοῦ μυχοῦ L ἀδύτου 
μυχοῦ Hkl | yeyevvqu£vog + ἀρρήτῳ λόγῳ καὶ δυνάμει dxarovoudorwL — 8 τε 


τις Cramer 10 τῆς éx Mai X Hkl ex τῆς L | μεταλαμβάνουσιν Mai € ΗΚ] 
μεταλήψεσιν und μετέλαβον L 11 τὸν δὴ τοῦ L 12 εἶδεν ὀφθαλμοῖς L X 
ὀφθαλμῶν εἶδεν Mai | τὰ αὐτὰ L ταῦτα Mai | δὲ Mai Σ Hkl δ᾽ ὁ und δὲ 


καὶ L- | εἰχόνος -ἰ- τε L 14 πατρὸς υἱὸς ZL « Mai 16 πληττομένου Wend- 
land Σ᾽ πληττομένῃ Mai L 17 υἱὸς - ZL 19 τε xal βασιλείας X 1, « Mai 
| τυγχάνων 1, τυγχάνει Mai | γέννημα + αὐτοζωὴ αὐτοφῶς γέννημα νοερὸν 
φωτὸς ἀλήχτου (lies ἀλέχτου nach Laus 2324), διὰ πάντων χωρῶν év πᾶσί τε ὧν 
xal πάντα ἐπιπορευόμενος Mai (eusebianische Formeln!) < E 20 zxowógc — σύμ- 


navıa ΣῚ, «-: Mai 
1* 


15 


20 


10 


15 


4* Eusebius. 


2. Bruchstück. 11126. 


(τίς ἄλλος πώποτε τῶν ἐξ αἰῶνος βοηϑέντων ὡς) οὗτος ὁ παρ᾽ 
ἡμῖν ϑεολογούμενος προφητικαῖς ἄνωϑεν πρὸ μυρίων χρόνων ἐγνώσϑη 
τε καὶ προεκηρύχϑη φωναῖς (παρὰ τοῖς πρόπαλαι ϑεοφιλέσιν Ἑβραίων 
παισίν); οἱ καὶ τὸν τόπον τῆς ϑεοφανείας αὐτοῦ χαὶ χρόνους τῆς 
ἀφίξεως καὶ τρόπον τοῦ βίου καὶ δυνάμεις καὶ λόγους καὶ κατορϑώ- 
ματα αὐτοῦ προλαβόντες βίβλοις ἱεραῖς ἐγκατέϑεντο. 


4. Bruehstück. Aus IIIa—e». 


(ἀλλ᾽ ἵνα μή μοι τὰ νῦν 0 λόγος εἰς μακρὰν ἐχτείνοιτο ἐπὶ πάν- 
τα τὰ μεγαλουργήματα αὐτοῦ, ὑπ᾽ ὄψεσιν ἐκχείσϑω ὁ αὐτοῦ ϑάνατος), ὃν 
δὴ ὑποστῆναι (6 ἑρμηνεὺς τὸ) τοῦ (Yeiov) λόγου (περίβλημα) τὸ (ἀποκχα- 
ivp9iv' ἄγαλμα παρὰ τοῖς πᾶσιν ἀνωμολόγηται. καὶ αὐτὸς δὲ ὁ βοώ- 
μενος (ϑάνατος) πολλοῦ μετέχει τοῦ ϑαύματος, οὐ χοινὸς τοῖς λοιποῖς 
(ἀνθρώποις) γεγενημένος. οὐ γὰρ νόσῳ διαφϑαρεὶς οὐδὲ βρόχφ οὐδὲ 
πυρὶ οὐδὲ μὴν xGt αὐτὸ τὸ τοῦ σταυροῦ τρόπαιον ὁμοίως τοῖς 
λοιποῖς καχούργοις ὑποτμηϑεὶς σιδήρῳ, οὐδ᾽ ὅλως πρός τινος ἀνϑρώ- 
zo» παϑών τι τῶν ἀναιρεῖν εἰωϑότων βιαίαν ὑπέμεινε τελευτήν, 
ἀλλ᾽ ὡς αὐτὸ μόνον ἑχὼν παρεδίδου τὸ αὐτοῦ ὄργανον τοῖς ἐπιβου- 
λεύουσι, τὸ μὲν ἀπὸ γῆς ἀνωρϑοῦτο αὐτίκα, ὁ δὲ φωνήσας μέγα καὶ 


3—7 = 2 956—10 L 2565—11 — 9—8.2,98 --- 21051e—10816 9—8. 5,2 
— DIII43e:3? 19 vgl. Luk 2346 


9 τίς---ὡὔς Σ « A τίς--βοηϑέντων L | ὡς-- ϑεολογούμενος) σοφῶν ὁμοίως 
τῷ ἡμετέρῳ σωτῆρι L 4 προεχηρύχϑη A L wurde eingerichtet und verkündigt 
X (innersyrische Verderbnis) | φωναῖς hinter χρόνων L 4—b παρὰ--παισὶν 
XL-«A 0D τῆς ϑεοφανείας αὐτοῦ A X αὐτοῦ τῆς γενέσεως L 7 ἐγχατέϑεντο 
A schrieben 3 χαταβεβλήχασιν 1, 9—14 xal αὐτὸς δὲ ὁ βοώμενος, ὃν δὴ Uno- 
στῆναι τὸ τοῦ λόγου ἄγαλμα παρὰ τοῖς πᾶσιν ἀνωμολόγηται, πολλοῦ μετέχει τοῦ 
ϑαύματος A. Aber für jetzt möge, damit sich *uns nicht unsere Rede in die Ferne 
über alle seine grossen Taten erstrecke, *sein Tod vor Augen *bleiben, den der Dol- 
metscher, das Gewand des Logos Gottes und das Bild, das geoffenbart wurde, ertrug, 
wie jedermann bekennt. Er (καὶ < X) sein Tod also, der verkündet wurde, hatte am 
Wunder (πολλοῦ < X) teil, da er keineswegs gleich dem Reste jedermanns geschah 
X. ἀλλ᾽ ἵνα μή μοι τὰ νῦν ὁ λόγος εἰς μαχρὸν μῆκος ἐχτείνοιτο, ἐπὶ πᾶσεν 
ἐχχείσϑω ὁ αὐτοῦ ϑάνατος, οὐ χοινὸς τοῖς λοιποῖς ἀνθρώποις γεγενημένος D 
14 διαφϑαρεὶς + ἀλλ᾽ Ὁ | ἢ πυρὶ D 15 αὐτὸ τοῦ σταυροῦ τὸ τρόπαιον D 
16 σιδήρῳ + τὰ σχέλη D 17 βίαιον D 18 αὐτὸ AD αὐτὸς Σ [τὸ αὐτοῦ 
ὄργανον <D 19 τὸ σῶμα ἀνωρϑοῦτο μὲν D | ὁ δὲ] χἄπειτα ἐπὶ τοῦ ἰχρίου D 


A 14r 
N95 


A 3U1Y 
X 105 


AX 106 


A 311τ 


2. und 3. Bruchstück. 5* 


τῷ πατρὶ τὸ πνεῦμα παρατίϑεσϑαι εἰπὼν ἄφετος αὐτὸς ἀφ᾽ ἑαυτοῦ 
τὴν ix τοῦ σώματος ἀναχώρησιν ἐποιεῖτο. διὸ δὴ πρὸ τοῦ ϑανάτου 
τοῖς αὐτοῦ γνωρίμοις τοῦτο αὐτὸ παρεδίδου διδάσχων καὶ λέγων" 
»οὐδεὶς αἴρει τὴν ψυχήν μου ἀπ᾿ ἐμοῦ, ἀλλ᾽ ἐγὼ τίϑημι αὐτὴν ἀπ᾽ 
ἐμαυτοῦ. ἐξουσίαν ἔχω ϑεῖναι αὐτὴν xal πάλιν ἐξουσίαν ἔχω λαβεῖν 
αὐτήν.« (xal πάλιν" »dyd εἶμι ὁ ποιμὴν ὅ χαλὸς xal γινώσχω τὰ ἐμὰ xal γινώσ. 
κουσί ue τὰ ἐμὰς xal ».τὴν ψυχήν μου τίϑημι ὑπὲρ τῶν προβάτωνε. τὴν δὲ τοῦ 
ϑανάτου αἰτίαν ἐν βραχέσι παρίστησι λέγων" »ἐὰν μὴ ὁ xóxxog τοῦ σίτου πεσὼν 
eig τὴν γῆν ἀποϑάνῃ, αὐτὸς μόνος μένει, ἐὰν δὲ ἀποϑάνῃ, πολὺν χαρπὸν φέρεικ«. 
τεκμήρια γοῦν τοιαῦτα παρέχων ἐπὶ τοῦ ϑανάτου, ἄφετος αὐτὸς ἀφ᾽ ἑαυτοῦ τὴν 
ἐκ τοῦ σώματος ἀναχώρησιν ἐποιεῖτο). εἶτα δὲ τοῦ σώματος αὐτοῦ ληφϑέν- 
τος πρὸς τῶν γνωρίμων καὶ τῇ προσηκούσῃ παραδοϑέντος ταφῇ. 
τριταῖος αὖϑις ἀπελάμβανε τοῦτο αὐτὸς (ὁ πρὶν ἀναχωρήσας ἑχων). 
καὶ πάλιν αὐτὸς ἑαυτὸν ἔνσαρκον, ἔνσωμον αὐτὸν ἐχεῖνον οἷος καὶ 
τὸ πρῶτον ἦν τοῖς οἰκείοις μαϑηταῖς δείκνυσιν, οἷς καὶ ἐπὶ βραχὺ 
ὁμιλήσας xal τινα συνδιατρίψας χρόνον, ἄνεισιν ὅϑεν καὶ παρῆν, ὑπ᾽ 
ὀφϑαλμοῖς αὐτῶν τὴν εἰς οὐρανοὺς πορείαν (καὶ ἄνοδον) στειλάμενος, 
(οἷς δὴ καὶ ὑποϑήκας περὶ τῶν πραχτέων παραδοὺς διδασχάλους τῶν 
ἐθνῶν ἁπάντων τῆς ἀνωτάτω ϑεοσεβείας ἀπέφηνεν). 

τί δὴ oov ἐπὶ τούτοις λείπεται ἢ αὐτὸ δὴ τὸ τοῦ παντὸς xtga- 
λαιον ὁποίαν ἔσχεν αἰτίαν ἐξειπεῖν, λέγω δὴ τὸ πολυϑρύλλητον τοῦ 
βίου τέλος χαὶ τοῦ πάϑους τὸν τρόπον καὶ τῆς μετὰ τὸν ϑάνατον 
ἀναβιώσεως αὐτοῦ τὸ μέγα ϑαῦμα. {μετὰ δὲ τὴν τούτων ϑεωρίαν 


8 — Joh 1018 6 — Joh 1014 7 — Joh 1015 8 = Joh 124 1]1--19 
— D III 438.39 20—8. 4,9 99 — L 24412—2404 


1 πατρὶ παρατιϑεὶς τὸ πνεῦμα, εἰπὼν αὐτοῖς óuaow .... οὕτως ἐΐφετος 
xal ἐλεύϑερος αὐτὸς D 9—6 διὸ — αὐτὴν <D 4 ἀλλ᾽ — ἐμαυτοῦ!ςάα — X 
durch Homoioteleuton 6---11 und ferner: „Ich bin der gute Hirte und kenne die 
Meinen und die Meinen kennen mich“ und „ich lasse mein Leben für meine Schafe“. 
Die Ursache seines Todes aber stellt er in Kurzem hin, indem er sagt: „Wenn das 
Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber 
stirbt, bringt es viele Früchte‘. Indem er also Beweise derart bei seinem Tode über- 
keferte, wurde er von sich selbst frei und vollzog seine Auswanderung aus dem 
Leibe Z< AD 11 εἶτα δὲ DE xal A 18 αὐτὸξ A<D |ó—éxo» DE 
<A 14 καὶ πάλιν..... δείχνυσιν A xal delxvvolv γε πάλιν D 15 τὸ πρὶν 
D ἐπὶ βραχὺν D 17 καὶ ἄνοδον (seinen Lauf) und seinen Aufstieg S < AD 
18. 19 οἷς — ἀπέφηνεν ZD<A 90 οὖν <L | λείπεται ἐπὶ τούτοις ἀλλ᾽]. 
21 ἔσχε τὴν αἰτίαν L | πολυϑρύλητον L 39 xal vor τῆς A Hk] --ἴ, 98 ἀνα- 
βιώσεως A X Hkl ἀναμνήσεως L 28—8. 6, b μετὰ --- διεπράξατο ZL <A 


6 Eusebius. 


πάλιν εἰς τὰς ἀποδείξεις παριόντες αὐτὰς di ἐναργῶν πιστωσόμεϑα μαρ- 
τυριῶν. ὀργάνῳ μὲν ovv ϑνητῷ di ἃς προείπομεν αἰτίας οἷα δὴ 
ἀγάλματι ϑεοπρεπεῖ κεχρημένος τούτῳ τε αὐτῷ οἷα μέγας βασιλεὺς 
dv ἑρμηνέως τὸν ἀνθρώπειον διεξελϑὼν βίον, πάντ᾽ ἐπαξίως ϑεϊκῆς 
δ δυνάμεως διεπράξατο. εἰ μὲν ovv ἄλλως πὼς μετὰ τὰς ἐν ἀνϑρώ- 
ποις διατριβὰς ἀφανὴς γεγονὼς ἐξαίφνης ἀπέπτη, ὑποκχλέψας λάϑρα 
τὸν ἑρμηνέα καὶ τὸ οἰκεῖον ἄγαλμα φυγῇ τὸν ϑάνατον διαδρᾶναι σπου- 
δάσας, κἄπειτὰά που τὸ ϑνητὸν αὐτὸς di ἑαυτοῦ φϑορᾷ καὶ ἀπωλείᾳ 
συνάψας, φάσματε ἂν ἐῴχει τοῖς πᾶσι καὶ ovr ἂν αὐτὸς αὐτῷ τὰ 
10 πρέποντα διεπράξατο, ζωὴ μὲν τυγχάνων καὶ ϑεοῦ λόγος καὶ (9t00; 
δύναμις, φϑορᾷ δὲ καὶ ἀπωλείᾳ τὸν αὐτὸς αὐτοῦ παραδιδοὺς ἑρμηνέα, 
ovrt ἂν τὰ xavà δαιμόνων αὐτῷ πεπραγμένα διὰ τῆς τοῦ ϑανάτου 
συμπλοχῆς τέλους ἠξιοῦτο, ovt ἂν ἐγνώσϑη ὅπη ποτὲ ὑπῆρχε χωρή- 
σας, ovt. ἂν ἐπιστεύϑη τοῖς μὴ παρειληφόσιν, οὔτ᾽ ἂν ϑανάτου τὴν 
15 φύσιν ἐφάνη χρείττων, ovr. ἂν τὸ ϑνητὸν τῆς οἰκείας ἠλευϑέρου φύ- 
0806, OUT ἂν xaO" ὅλης τῆς ἀνθρώπων οἰκουμένης ἠκούσϑη, ovt. ἂν 
ϑανάτου καταφρονεῖν τοὺς αὐτοῦ μαϑητὰς ἔπεισεν, ovt. ἂν τῆς μετὰ 
(τὸν) ϑάνατον παρὰ ϑεῷ ζωῆς {τὴν ἐλπίδα) τοῖς τὴν αὐτοῦ διδασ- 
καλίαν μετιοῦσι παρεστήσατο, ovt ἂν τῶν αὐτοῦ λόγων τὰς ἐπαγ- 
20 γελίας ἐπλήρου, ovv ἂν ταῖς προφητιχαῖς περὶ αὐτοῦ προρρήσεσι 
σύμφωνα παρεῖχε τὰ ἀποτελέσματα, ovt ἂν τὸν ὕστατον ἁπάντων 
ἀγῶνα διήϑλησεν. οὗτος δ᾽ ἣν ὃ κατὰ τοῦ ϑανάτου. 
διὸ δὴ τούτων ἕνεχα πάντων, ἐπειδὴ ἐχρῆν ἐξ ἅπαντος τὸ ϑνη- 
τὸν ὄργανον μετὰ τὴν αὐτάρκη διακονίαν, ἣν τῷ ϑείῳ λόγῳ διηκο- 
25 νήσατο, τέλους ϑεοπρεποῦς τυχεῖν, ταύτῃ πη καὶ αὐτῷ ὁ ϑάνατος 


1 werden wir ferner zu den Beweisen kommen und eben diese bestätigen Z 
ϑεωρίαν τὰς ἀποδείξεις πάντων δι᾽ ἐναργῶν L 8 vovto τε αὐτῷ Hkl τε τούτω 
αὐτῶ und τούτω αὐτῶ L 6 ἀφανὴς γεγονὼς] bewirkt hätte, daß er nicht gesehen 
würde 3 (innersyrische Verderbnis) [ἀπέπτη A ZHkl ἀπέστη L 7 τὸν doun- 
νέα EL ἑαυτὸν A 8 oder ferner X (syrische Verderbnis) 9 συνάψας Gr be- 
rühren machen & ovvewhoag A συμψηφίσας L συμψήσας Hkl πᾶσι AL vielen 
Σ  |obv ἂν Valesius Hkl οὐχ ἂν A ὅτ᾽ ἂν 1, | αὐτῷ AL und ἑαντῷ 1, 
10 ϑεοῦ ZL <A 11 αὐτὸς A ΗΚ] αὐτὸν L | παραδοὺς L 18 οὔτ᾽ A Hkl 
οὐκ L [ὅπη AZ Hkl ὅποι L 14 ἐπιστεύϑη L ἐπιστὠϑη A | παρειληφόσω: 
AL denen er nicht überliefert hat Σ 16 οὐτ᾽ — ἠχούσθη « E 18 τὸν L<A 
τὴν ἐλπίδα ZL Mai < A 19 τὰς ἐπαγγελίας) den Anfang & (innersyrische Ver- 
derbnis) 22 διήϑλησεν Hkl? Gr διηϑλήχει A διῆλθεν L hätte besiegt Σ 98 διὸ 
— πάντων] durch dieses alles (= διὰ ὃ) oder wegen dieser aller (frei?) E 24 μετὰ 
— διαχονίαν) nachdem es den Dienst vollendet hatte X 25 χαὶ αὐτῷ L αὐτῷ 
και ' «XE 


Z 107 


3. Bruchstück. 7% 


φκονομεῖτο. δυοῖν γὰρ λειπομένων τῷ τέλει, ἢ φϑορᾷ καὶ ἀπωλείᾳ 
παραδοῦναι τὸ πᾶν καὶ (τοῦ παντὸς δράματος) αἰσχίστην ποιήσασϑαι 
τὴν [τοῦ βίου] καταστροφήν, ἢ ϑανάτου χρείττονα ἑαυτὸν φῆναι 
ϑεϊχῇ δυνάμει τὸ ϑνητὸν ἀϑάνατον παραστησάμενον, τὸ μὲν πρῶτον 

Σ 108 ἀνοίκειον (5v) τῆς ἐπαγγελίας. οὐ γὰρ δὴ πυρὸς οἰχεῖον τὸ φύχειν 5 
οὐδὲ φωτὸς τὸ σχοτίξειν" οὕτως οὐδὲ ζωῆς τὸ ϑανατοῦν οὐδὲ τοῦ 
ϑεοῦ λόγου τὸ παραλόγως ἐνεργεῖν. ποῖον οὖν εἶχε λόγον τὸν ἕτέ- 
ροις ζωὴν ἐπαγγελλόμενον τὸ οἰχεῖον ὄργανον φϑειρόμενον παριδεῖν 
(ἀπωλείᾳ τε παραδοῦναι τὸ αὐτοῦ ἄγαλμα, καὶ τὸν τῆς ϑεότητος av- 
τοῦ ἑρμηνέα ϑανάτῳ λυμήνασϑαι τὸν τοῖς πρόσφυξιν ἀϑανασίαν προ- 10 
μνώμενον); οὐχοῦν τὸ δεύτερον ἀναγκαῖον. nv, λέγω δὲ τὸ ϑανάτου 
κρείττονα ἑαυτὸν φῆναι. πῶς οὖν ἐχρῆν τοῦτο ποιήσασϑαι: λαϑραίως 
ἄρα καὶ χλοπιμαίως ἢ τοῖς πᾶσιν ἀριπρεπῶς καὶ διαδήλως; ἀλλὰ 
σχότιον μὲν καὶ χρύφιον αὐτῷ πραχϑὲν τὸ κατόρϑωμα μηδενί τε 
γνωσϑὲν οὐδένα ἂν ὦνησεν᾽ βοηϑὲν δὲ καὶ ἀχουσϑὲν εἰς πάντας 15 
τοῖς πᾶσι τὴν ἐκ τοῦ ϑαύματος παρεῖχεν ὠφέλειαν. εἰχότως ἄρα, 
ἐπειδὴ ἐχρῇν τὸ αὐτοῦ ὄργανον χρεῖττον ϑανάτου φῆναι καὶ τοῦτο 
πρᾶξαι μὴ εἰς τὸ λεληϑὸς ἀλλ΄ ἐπ᾽ ὄψεσιν ἀνθρώπων, οὐ φεύγει μὲν 
τὸν ϑάνατον᾽ ἦν γὰρ ἂν δειλὸς καὶ ϑανάτου χείρων ἐνομίσϑη" διὰ 
δὲ τῆς πρὸς τὸν ϑανατὸν συμπλοχῆς οἷα πρὸς ἀνταγωνιστὴν τὸ 20 
ϑνητὸν ἀϑάνατον παρίστη, ὕστατον ἀγῶνα τοῦτον ὑπὲρ τῆς ἀπάν- 
vov σωτηρίας xai ἀϑανασίας ἀναδεδεγμένος. ὁ μὲν γὰρ πρῶτος αὐτῷ 
κατὰ δαιμόνων ἐνηργεῖτο ἐπὶ καϑαιρέσει τῆς πολυϑέου πλάνης 


ὅ vgl. Plato Phaid. 103 Dff. 22 vgl. Matth 418, auf die Σ' im Folgenden 
anspielt 


1 οἰχονομεῖται L war es in dieser (Weise) in der Reihe (τάξις) des Todes Z | 
δυεῖν 1, 2 τοῦ --- δράματος L des ganzen Kampfes (ἀγών) Z<A ὃ τοῦ 
βίου A XL « Wilamowitz. Oder streiche mit A τοῦ παντὸς δράματος Gr | éav- 
τὸν χρείττονα ἀποφῆναι 1, 4 uiv] also X bWLE<A ᾿Ἠθ ἐπαγγελίας) 
Anfang X (innersyrische Verderbnis) 7 τοῦ ϑεοῦ λόγον A des Logos Gott Σ τοῦ 
ϑείου λόγου L 8 éxayysMMóutvov A Hkl ἐπαγγειλάμενον 1 9—11 ἀπωλείᾳ 
— προμνώμενον ZL<A 1] δὲ Α δὴ [1 18 διαδήλως A ἀριδήλως 1, 14 oxó- 
τιον A Hkl σχοτεινὸν 71; | χρυφαῖον L [τε L δὲ A 1 οὐδένα EL οὐδὲν 
A [ἅπαντας L 18 ἐπ᾿ AL ὑπ’ ΗΚὶ Gr. 19 ἦν AZHkl  L 91 παρίστη 
A Hkl παρίστα L | ὕστατον A Σ τὸν L (durch Homoioteleuton des vorigen 
Wortes verderbt) 22 σωτηρίας + ζωῆς τε L (< Hkl) | αὐτῷ + ἀγὼν Mai 


8 Eusebius. 


ἐπεὶ δὲ ὁ πρὸς τούσδε τέλος εἶχεν ἀγών, «ἀνελϑὼν λοιπὸν ὁ πάντων X 109 
ἐπινίχιος σωτὴρ τῷ ἐν ἀνθρώποις βίῳ ἐπεδήμησεν" . 
LI 
δ (0 db) δεύτερος ἐπὶ λύσει τῆς τοῦ Üavatov καταδυναστείας ἐγίνετο. X 110 
ἔδει γὰρ τὸ τῆς ἀϑέου xal δαιμονιχῆς πλάνης χρεῖττον xal τῷ ϑεῷ λόγῳ àxóAov- 
ϑον χαὶ τοῦ ἑαυτοῦ ἔργου ἀξίαν τιμὴν τὴν δὴ κατὰ τοῦ ϑανάτου νίχην ἀπολαβεῖν.) 
οἱ μὲν γὰρ xat αὐτοῦ συνηγμένοι δαίμονες Ó τε τούτων ἐξάρχων 
«ὁμοῦ τοῖς ἀμφ᾽ ἀέρα ὑπὲρ γῆς συμπεριπολοῦσι. πνεύμασι τοῖς ὄψεσι ϑνητῶν ἀορα- 
10 τοις) τὰ νῶτα κατὰ τὴν πρώτην αὐτῷ συμβολὴν “παραχωρήσαντες, 
τὸν δεύτερον ἀϑλον ἐσχόπουν, τοῦ βίου λοιπὸν τὴν ὑστάτην χατα- 
στροφὴν ἐχδεχόμενοι χαὶ τὴν τοῦ ϑνητοῦ τελευτὴν ὁμοίαν ἔσεσϑαι 
πᾶσιν ἀνθρώποις χκαραδοχοῦντες. οὐ γὰρ ἂν πώποτε ϑνητῶν φύσιν 
ϑανάτου χρείττονα γενέσϑαι προσεδόχησαν, {τὸν δὲ ϑάνατον εἶναι χοινὸν 
βασιλέα ἁπάντων τῶν ἅπαξ ϑνητῆς γενέσεως πεπειραμένων. ἀλλ᾽ οἱ μὲν ἐνόμιζον 
πάντων αὐτὸν εἶναι δεινότατον, ὃν φύγοι xal ἀναχωρήσειεν ἂν οὐδείς, 0 δὲ μετὰ 
τὰ πρῶτα κατὰ δαιμόνων τρόπαια ἤδη χαὶ κατὰ τοῦ ϑανάτου παρε- 
τάττετο. ὥσπερ δὲ εἴ τις ἄκαυστον ἡμῖν καὶ πυρὸς τῇ φύσει χρεῖτ- 
τον δεῖξαί τι σχεῦος ἤϑελεν, οὐχ ἄλλως ἂν τὸ ϑαῦμα παρεστήσατο 
20 ἢ πυρὶ παραδοὺς τὸ μετὰ χεῖρας κἄπειτα σῶον αὐτὸ καὶ ἀδιάφϑορον 
τοῦ πυρὸς ἐξελών, κατὰ ταὐτὰ δὴ καὶ ὁ τῶν ὅλων ζωοποιὸς {τοῦ 


wn 
Qt 


1. 2 = 2109nf 65—S. 15, 10 = 2110e—11611 18—$. 9, 8 = L 2164—16 


1 δὲ) also X  |da stieg fortan siegbekleidet der Erlöser von uns allen (scil. 
aus der Wüste) herauf und kam zum Leben unter den Menschen . ... 2 560 
δὲ E <A δεύτερος A der letxie Σ | ἐπὶ λύσει A λύσις X (innersyrische Ver- 
derbnis) 6. 7 ist vermutliche Vorlage des Syrers. Dieser übersetzte (wie häufig) 
das Neutrum (xgeirrov sachlich — σῶμα vgl. L 249sfl.) durchs Maskulinum und 
faßte ἀχόλουθον fälschlich parallel zu χρεῖττον: denn es war notwendig, daß er, 
der besser war als der Goltiose und als der dämonische Irrtum und dem Logos- Gott an- 
hing, eine dieses seines Werkes würdige Ehre, den Sieg wider den Tod empfing 
EA 9. 10 Zusammen mit den Geistern, die mit ihnen in der Luft über 
der Erde, ungesehen von den Augen der Sterblichen umherschweifen 2 < A 
18 ϑνητῶν A ϑνητὴν Mai 2 14—16 und daß der Tod der gemeinsame König 
aller derer sei, die zu Einer Zeit. die Geburt der Sterblichen erfahren haben, 
sondern diese glaubten, daß von allen bösen Dingen er es sei (aber da ungrie- 
chisch, so korrigiere: daß er *der schlimmste von allen sei), dem niemand entfliehe 
noch entrinne X <A 18 τῷ φύσει A « L und seine Natur besser als das Feuer 
€ (vielleicht τὴν φύσι») 19 σχεῦός τι δεῖξαι ἠθέλησεν 1, | ἂν ἄλλως L 20 τῷ 
πυρὶ 1, αὐτὸ σῶον 1, | ἀδιάφϑορον ZL Mai ἀδιάφορον A 21 ταὐτὰ Gr 
ταῦτα AL [τοῦ ϑεοῦ FL<A 


Σ11 


3. Bruchstück. g* 


ϑεοῦν λόγος τὸ ϑνητὸν ὄργανον, à πρὸς ἀνθρώπων ἐχέχρητο σωτη- 


ρέαν, κρεῖττον ϑανάτου φῆναι βουληϑεὶς (χοινωνόν τε ἀποφῆναι τῆς 
οἰχείας ζωῆς τε καὶ ἀϑανασίας, ev μάλα χρησίμην ὑπήει τὴν olxovo- 
μέαν, τὸ σῶμα. πρὸς βραχὺ χαταλιπὼν χαὶ τὸ ϑνητὸν τῷ ϑανάτῳ 
παραδοὺς εἰς ἔλεγχον τῆς οἰχείας φύσεως, εἶτ᾽ οὐχ εἰς μαχρὰν αὐτὸ 
τοῦ ϑανάτου πάλιν ὑφαιρούμενος, εἰς παράστασιν τῆς ἐνθέου δυνά- 
ueos, (δι ἧς παντὸς ϑανάτου κρείττονα τὴν πρὸς αὐτοῦ καταγγελ- 
ϑεῖσαν ζωὴν ἀϊόιον ἔφαινεν). 

ἡ μὲν οὖν πρώτη αἰτία ἣν αὕτη, δευτέρα δὲ ἡ τῆς ἐν τῷ σώματι 
χατοιχησάσης ἐνθέου δυνάμεως ἔνδειξις. ἐπειδὴ γὰρ τὸ πρότερον 
τοὺς ὑπὸ τοῦ ϑανάτου νενιχημένους ἄνδρας ϑνητοὺς ἀληϑῶς καὶ 
κοινὸν τέλος ὑποδεδεγμένους ἐϑείαζον ἄνϑρωποι, ἡρωᾶς τε καὶ ϑεοὺς 
ονόμαζον {τοὺς ὑπὸ τοῦ ϑανάτου χεχρατημένους, κἀχεῖδ εἰχότως 
ζξαυτὸν ταύτης ἕνεχα τῆς αἰτίας ἔφηνεν ὁ φιλάνϑρωπος τοῦ ϑεοῦ 
λόγος, χρείττονα ϑανάτου φύσιν ἀνθρώποις δεικνύς, καὶ τὸ μὲν ϑνη- 
τὸν μετὰ τὴν λύσιν ἐπὶ τὴν δευτέραν ζωὴν ἄγων, τρόπαιον δὲ ἀϑα- 
νασίας χατὰ τοῦ ϑανάτου τοῖς πᾶσι παρέχων ὁρᾶν, xal) διδάσχων 
μόνον τοῦτον ἐν ϑανάτῳ ϑεὸν ἀληϑῆ εἶναι ὁμολογεῖν τὸν τὰ βρα- 
βεῖα τῆς χατὰ τοῦ ϑανάτου νίχης ἀναδησάμενον. 

τρίτη δ᾽ ἂν εἴη αἰτία τοῦ σωτηρίου ϑανάτου ἣν ἀπόρρητοι λόγοι 
περιέχουσιν. τίνες οὕτοι; ἱερεῖον ἦν ἀντίψυχον τοῦ κοινοῦ γένους 
παραδιδόμενον τῷ ϑανάτῳ, ἱερεῖον ὑπὲρ τῆς κοινῆς τῶν ἀνθρώπων 
ἀγέλης σφαγιαζόμενον, ἱερεῖον δαιμονικῆς πλάνης ἀποτρόπαιον. 
ζἑερείου δῆτα ἑνὸς καὶ μεγάλου ϑύματος, τοῦ πανιέρου σώματος τοῦ 


9- 5. 11, 4 = L 24715-248238 90—98 — Cramer VII 580 zu Hebr 82 aus 
cod. Par. 238 — 90 ff. vgl. D IV 127 


1 unter den Menschen ZZ. | χέχρητο L 9 φῆναι A δεῖξαι L 2. 8 χοι- 
νωνόν — ἀϑανασίας XL«A 2 ἀποφῆναι L ἀποδεῖξαι Gr 8 χρησίμην Hkl 
Mai χρησίμως AL X 6 παραδοὺς AL παραδιδοὺς Hkl | μαχρὰν L Gr 
μαχρὸν A Hkl 7. 8 d! — ἔφαινεν ZL<A 98 ἡ — αὕτη « L; doch vgl. 2478 | 
δευτέρα δ᾽ ἂν εἴη αἰτία τῆς ἀναβιώσεως τῆς ἐν σώματι... .. δυνάμεως ἔνδειξις L | 
ἡ ΣῚ, <AHk 11 ἀληϑῶς — ὑποδεδεγμένους «: 1, 19. ὑποδεδεγμένους) an 
denen erschienen ist (= ὑποδεδειγμένους) Σ 18 τοὺς — χἀχεῖ EL<A 
14—17 ἑαυτὸν — χαὶ EL <A 14 und wegen dieser Ursache X 17 διδάσκων 
(co hinter εἶναι) L διδάσχει A 19 dvadnoausvov) auf sein Haupt bindend > 
99 ἔχοιμ᾽ ἄν σοι xal τρίτην ὑπογράφειν αἰτίαν τοῦ σωτηρίου S9avárov: ἱερεῖον ἦν L 
91 ἀντίψυχον A X ὑπὲρ L 22 παραδιδόμενον τῷ ϑανάτῳ) ἀναπεμπόμενον τῷ 
παμβασιλεῖ ϑεῷ [τῶν ὅλων < Hkl] L | χοινῆς <L 28 σφαγιαζόμενον) χαϑιερού- 
μενον L | ἱερεῖον Cr 2 L<A 24—S. 10, 8 ἱερείου — ἀντίψυχον XL «« ἃ 


10 


15 


20 


10 Eusebius. 


σωτῆρος ἡμῶν, ὁμοίως προβάτῳ ὑπὲρ τοῦ τῶν ἀνθρώπων γένους 6ga- 
γιασϑέντος καὶ πάντων ἐϑνῶν τῶν πρὶν ἀσεβείᾳ δαιμονικῆς πλάνης 
ἐνεσχημένων ἀντίψυχον) ἀνενεχϑέντος, πᾶσα λοιπὸν ἡ τῶν ἀνάγνων 
(xai ἀνιέρων) δαιμόνων δύναμις καϑήρητο, (ἐλέλυτό TE) xol παρεῖτο 
5 (αὐτίκα δυνάμει χρείττονι. πᾶσα (γεώδης καὶ ἀπατηλὸς) πλάνη. τὸ 
μὲν οὖν σωτήριον ἐξ ἀνϑρώπων ϑῦμα, αὐτὸ δὴ τὸ τοῦ (ϑείου λόγου 
σωματιχὸν ὄργανον ὑπὲρ {τῆς κοινῆς) ἀνϑρώπων (ἀγέλης) καϑιεροῦτο 
(xal τοῦτο δ᾽ ἣν τὸ di ἀνθρώπων διαβολῆς τῷ ϑανάτῳ παραβεβλημένον 
σφάγιον), οὗ πέρι λόγων ἱερῶν βοῶσι φωναί, τοτὲ μὲν (ὧδέ πη λέ- 
10 γουσαιδ «ἴδε ὁ ἀμνὸς τοῦ ϑεοῦ ὁ αἴρων τὴν ἁμαρτίαν τοῦ κόσμου, ε 
τοτὲ δὲ (ὧδε προαναφωνοῦσαιν" 3005 πρόβατον ἐπὶ σφαγὴν ἤχϑη, (xci X 112 
ὡς ἀμνὸς ἐναντίον τοῦ κείροντος αὐτὸν &govoc)« , καὶ tO γε aittov 
διδάσχουσιν ἐπιλέγουσαι" τοὗτος τὰς ἁμαρτίας ἡμῶν φέρει, καὶ περὶ 
ἡμῶν ὀδυνᾶται. καὶ ἡμεῖς ἐλογισάμεϑα αὐτὸν εἶναε ἐν πόνῳ καὶ ἐν 
16 πληγῇ καὶ ἐν καχώσει, αὐτὸς δὲ ἐτραυματίσϑη διὰ τὰς ἁμαρτίας ἡμῶν. 
xci μεμαλάχισται διὰ τὰς ἀνομίας ἡμῶν παιδεία εἰρήνης ἡμῶν 
ix αὐτόν. τῷ μώλωπι αὐτοῦ ἡμεῖς ἰάϑημεν. πάντες ὡς πρόβατα 
ἐπλανήϑημεν, ἕχαστος τὴν ὁδὸν αὐτοῦ ἐπλανήϑη. καὶ κύριος παρέ- 
δωχεν αὐτὸν ταῖς ἁμαρτίαις ἡμῶν.« τὸ μὲν οὖν σωματικὸν τοῦ 
20 ϑείου λόγου ὄργανον διὰ ταύτας καϑιεροῦτο τὰς αἰτίας, ὁ δὲ μέγας 
ἀρχιερεὺς (ὁ τῷ πανηγεμόνι καὶ παμβασιλεῖ ϑεῷ ἱερώμενος), ἕτερος 
ὧν παρὰ τὸ ἱερεῖον, ϑεοῦ λύγος καὶ »{ϑεοῦν δύναμις καὶ (850v) 
σοφίας, οὐχ εἰς μαχρὰν τὸ ϑνητὸν ἀνεχαλεῖτο τοῦ ϑανάτου xoi 
τοῦτο τῆς κοινῆς ἡμῶν σωτηρίας τὴν ἀπαρχὴν ζωῆς ἐνθέου καὶ ἀϑα- 


1 vgl. Jes 537 10 = Joh 1 39 11 — Jes 537 18 —= Jes 53 4—6 
19—S. 11, 4 vgl. Cramer VlIsso zu Hebr 82 aus cod. Par. 238 22 vgl. I Kor 1% 


1 ähnlich einem Schafe X —L 2 πρὶν] Väter X — 8 ἀντιψύχου schlägt 
Hkl vor ἰ|τούὐτον γὰρ ἀνενεχϑέντος A 4 xal ἀνιέρων XL «A |χαϑῴρητο 
L χαϑμιρεῖτο A — |éAcAvtó re EZL-«A [xal πᾶσα πλάνη xagtíto A. D a- 
τίχα — κρείττονι XL «A | γεώδης — ἀπατηλὸς EZ L «A 6 σωτήριον hinter 
ἀνθρώπων L | 9544 A ZHkl ϑαῦμα L -— A | 9elov oder 9600? Z<AL 
4 τῆς χοινῆς ἀγέλης LE<A 8. 9 xal — σφάγιον EL «A δὴ Σ ἄρα 1, |ó 
— διαβολῆς X-—L 9 περὶ οὗ, [ὧδε — λέγουσαι ZL<A 10 ϑεοῦ + 
siehe X 11 ὧδε προαναφωνοῦσαι EL-«A 1]. 19 xal — ἄφωνος XL«A 
18 ἐπιλέγουσαι + wahrhaftig X 15 nAnyg + Gottes X ἁμαρτίας L Σ 
ἀνομίας A 16 ἐμαλαχίσϑη L | ἀνομίας L X ἁμαρτίας A 19 οὖν ὄργανον τὸ 
ἀνθρώπειον τοῦ ϑείου λόγον L 20 ϑείου Cr EL<A οὗτος δὲ ὁ μέγας L 
91 ὁ — ἱερὠμξνος EL <A 22 xal nach λόγος A<L |9eo$ EL<A | 
ϑεοῦ NL-«A 28 μαχρὰν A μαχρὸν 1, | τὸ ϑνητὸν co L vor otx 24 τοῦτο 
τῷ πατρὶ L 24—8. 11, 1 ζωῆς — μέτοχον A X«L 24 ἐνϑέου) bei Gott X 


A 300v 


Σ118 


3. Bruchstück. 11* 


vaolas μέτοχον παρίστη, τρόπαιον ἐπινίκιον xavà τοῦ ϑανάτου καὶ 
κατὰ τῆς δαιμονικῆς παρατάξεως τῶν τε πάλαι (συντελουμένων av- 
ϑρωπο)ϑυσιῶν ἀποϊτρόπαιον τοῦτο ὑπὲρ ἁπάντων ἀνϑρώπων &vt- 
γείρας, (ὅϑεν ἐπετέϑη αὐτῷ καὶ fj τῷ παρὰ τοῖς Ἑβραίοις ἀρχιερεῖ συσχηματιζο- 
μένη τοῦ Χριστοῦ προσηγορία. δύο γοῦν ἔλαβεν ὀνόματα, ὧν τὸ μὲν τοῦ σωτηρίου 
ϑύματος σημαίνει τὸ τοῦ Ἰησοῦ ὄνομα, τὸ δὲ τοῦ ἀρχιερέως τοῦ ὑπὲρ πάντων 
ἡμῶν ἱερωμένου ϑεοῦ λόγου χατὰ τὸ τῶν Ἑβραίων ἔϑος δηλοῖ τὸ τοῦ Χριστοῦ". 
πρὸς τοῖς εἰρημένοις καὶ ἄλλη τις γένοιτ᾽ ἂν τοῦ σωτηρίου ϑα- 
νάτου μεγίστη αἰτία ἡ λεχϑησομένη. ἐπειδὴ γὰρ τοῖς αὐτοῦ φοιτη- 
ταῖς ὀφϑαλμοῖς ἰδεῖν ἀναγκαῖον ἣν ζωῆς τῆς μετὰ ϑάνατον ἐναργῶς 
παλιγγενεσίαν, ἐφ᾽ ἣν τὰς αὐτῶν ἐλπίδας ἀναρτᾶν αὐτοὺς ἐδίδασχεν, 
δι’ ἣν xal προύτρεπεν αὐτοὺς ἔχεσϑαι τοῦ τῆς ϑεοσεβείας ζυγοῦ, εἰ- 
κότως τοῦτο ὁρᾶν αὐτοῖς ὀφϑαλμοῖς [ἀχριβῶς) παρεῖχεν" ἐχρῆν γὰρ 
τοὺς μέλλοντας εὐσεβῆ μετιέναι βίον τοῦτο πρῶτον {πάντων avay- 
καιότατον μάϑημα δι’ ἐναργοῦς ὄψεως παραλαβεῖν καὶ πολὺ μᾶλλον 
ἐχείνους τοὺς εἰς ἅπασαν τὴν οἰκουμένην μέλλοντας ζαὐτὸν) ὅσον 
οὕπω κηρύττειν καὶ τὴν Ox αὐτοῦ πᾶσι τοῖς ἔϑνεσι προβληϑεῖσαν 
[διδασχαλίαν τε καὶ] ϑεογνωσίαν εἰς πάντας καταγγέλλειν ἀνθρώπους. 
ovg δὴ πεῖσμα μέγιστον λαβεῖν ἐχρῆν τῆς μετὰ τὸν ϑάνατον Lang, 
ὡς ἂν ἀδεεῖς καὶ ἄφοβοι ϑανάτου τὸν κατὰ τῆς πολυϑέου πλάνης 
ἀγῶνα προϑύμως ἀναδέξοιντο᾽ μὴ γὰρ ϑανάτου καταφρονεῖν μελετή- 
σαντες, οὐχ ἂν πώποτε πρὸς τὰ δεινὰ παρεσχευάζοντο. διὸ δὴ ἀναγ- 
καίως ὁπλίζων αὐτοὺς κατὰ τῆς τοῦ ϑανάτου δυναστείας, οὐ ῥημα- 
τίοις καὶ φωναῖς παρεδίδου τὸ μάϑημα οὐδὲ λόγοις ὁμοίως ἀνϑρώ- 
ποις τὸν περὶ ψυχῆς ἀϑανασίας πιϑανῶς καὶ ἐξ εἰκότων συντάττων, 
αὐτῷ δὲ ἔργῳ τὰ κατὰ τοῦ ϑανάτου ἐπεδείκνυ αὐτοῖς τρόπαια. 


4 ff. vgl. D IV 101sff. 156. 9—26 -- L 24617—2478 


2 χατὰάΑ Σ «], | παρατάξεως AL πράξεως Σ | τῶν τε CramerL xal τῶν A | 
συντελουμένων (συν- < Cramer) ἀνϑρωπο- ZL<A ἃ τοῦτο -- ἀνεγείρας 
ZX L Cramer <A 4- 7 Woher ihm auch der Name des Messias beigelegt ist, 
der bei den Hebräern die Bedeutung des Hohenpriesters hat. Beide Namen also empfing 
er: den des Erlösungsopfers zeigt der Name Jesus an, den des Hohenpriesters, des 
Wortes Gottes, der für alle xum Priester eingesetzt ist, tut die Sitte der Hebráer betreffs 
des Christus kund X «AL 10 ζωὴ & (verderbt) ἠ[ἐναργῆ τὴν L besser 
19 di ἣν — ζυγοῦ «:1, 18 τοῦτο EL τοῦτον A αὐτοῖς c» L hinter τοῦτο | 
ἀχριβῶς À «— ZL | ἐχρῆν A Hkl χρὴ L 14 πάντων ZL<A 16 αὐτὸν 
ZL«4A 18 διδασχαλίαν τε χαὶ A — XL | χαταγγέλλειν A L aufleuchten 
lassen Z 19 ἀναλαβεῖν L 20 τῆς + τῶν ἐϑνῶν L 21 προθύμως] in shrem 
Irrtum Z (lapsus calami) | ἀναδέξαιντο ὃ Hkl 24 ἀνϑρώποις A Σ ἀνϑρωκίνοις L 
96 σιυνέταττεν schlägt Hkl vor 


10 


20 


25 


5 


10 


12* Eusebius. 


nv μὲν γὰρ πάλαι πρότερον φοβερὸς τοῖς πᾶσιν ὁ τοῦ ϑνητοῦ 
γένους ὀλετὴρ ϑάνατος, καὶ λῦσις ἐνομίζετο τῆς ὅλης ἀνϑρώπου φυ- 
σεως ψυχῆς ὁμοῦ καὶ σώματος ἡ τούτου δυναστεία, οὐδέ τις qw TOV 
ἐξ αἰῶνος οἷός τε τουτὶ τὸ φόβητρον ἐξ ἀνθρώπων ἀνελεῖν, πάντε- 
δ᾽ ἐπτήχεσαν φόβῳ μιχροὶ καὶ μεγάλοι (ἄρχοντές τε καὶ δοῦλοι βασιλεῖς 
ὁμοῦ xal δῆμοι πλήϑη τε πάντων ἐϑνῶν xal φῦλα. τὸν ϑάνατον, οὐχ ἢν τε 
τοῦ καχοῦ παραμύϑιον ἀνϑρώποις οὐ λόγος οὐ τρόπος οὐ βίος οὐ 
σοφῶν λογισμὸς οὐ παλαιῶν συγγράμματα οὐ προφητῶν ϑεσπίσματα 
οὐχ ἀγγέλων ἐπιφάνειαι' πάντων «δὲ χρείττων (ὧν) καὶ ἀνώτερος 
τὴν χατὰ πάντων νίχην ἐπεῖχεν ὁ ϑάνατος ὑψηλός, μεγάλαυχος, 
ὑπερήφανος, ᾧ δὴ καταδεδουλωμένον τὸ ϑνητὸν γένος παντοίαις 
ἐχαλινδεῖτο παρανομίαις, μιαιφονίαις, ἀϑεμιτουργίαις, δυσσεβείαις. 
πολυπλόχῳ πλάνῃ" τούτων γὰρ ἢν ἁπάντων ϑάνατος αἴτιος. oc 
γὰρ μηκέτι ὄντες μετὰ ϑάνατον, τὰ μυρίων ϑανάτων ἄξια δρῶντες 


15 διῆγον καὶ og εὐθύναις οὐδαμῶς ὑποχείμενοι διὰ τὴν ἐχ τοῦ ϑανά- 


του λύσιν βίον ἔζων ἀβίωτον, (οὐ ϑεὸν ἐν νῷ λαμβάνοντες, οὐ ϑείας 
κρίσεως δικαιωτήρια προσδοχῶντες, οὐ τῆς σφῶν κατὰ ψυχὴν νοερᾶς 
οὐσίας τὴν μνήμην ἀναζωπυροῦντες, ἑνὶ δὲ δεινῷ προστάτῃ τῷ Θα- 
γνάτῳ χρώμενοι, καὶ τὴν ἐκ τούτου τῶν σωμάτων φϑορὰν λύσιν τοῦ 
παντὸς ἑαυτοὺς εἶναι πείσαντες, ϑεὸν πλούσιον, παρὸ καὶ Πλούτωνα, 
τὸν Θάνατον ἀνηγύρενον. xal Θάνατος ἦν αὐτοῖς ϑεὸς οὐ μόνος. 
ἀλλὰ καὶ τὰ πρὸ τούτου τίμια, τὰ δὴ πρὸς ἡἠδυπαϑῆ ζωὴν αὐτοῖς 
συμβαλλόμενα. ϑεὸς γοῦν αὐτοῖς „m 7 τῶν σαρχῶν ἡδονή, ϑεὸς ἡ 
τροφή, ϑεὸς τὸ εἰς γῆν σπέρμα, ϑεὸς ἡ τούτου βλάστη, ϑεὸς ἡ τῶν ἀχρο- 


25 δρύων φυή, ϑεὸς ἡ διὰ μέϑης τρυφή, ϑεὸς ὁ τῶν σωμάτων πόϑος, 


1—16 = Cramer VlI«ss zu Hebr 217 aus cod. Paris. 238 18—16 vgl. 
L 21232—2132 16—8. 18, 6 — L 2132s—18 


1 πάλαι πρότερον) früher X 2 λύσις A X λύμη Cramer — 8 τῶν ἐξ αἰῶ- 
vog] jemals X 5.6 Herrscher und Untertanen, Könige zumal und Massen und 
alle Scharen der Völker (lies: Scharen *aller Völker) und Stämme X <A  1—9 
ἀνθρώποις — ἐπιφάνειαι Σ Mai Cramer < A 9 οὐχ Cramer xai Mai | ἐπιφά- 


yeıcı Mai ἐπιφάνεια Cramer | ὧν Wendland X < A 10 χατὰ hüher als (ober- 
halb eon) XN | 11 τὸ] das ganze X 12. 18 μιαιφονίαις — αἴτιος X Mai 


Cramer <A 12 δυσσεβείαις --- πλάνῃ) und im Irrtum jeder Art der büsen gott- 
losen Bosheit X (= μοχϑηροῦ xal ἀϑέου δυσσεβείας πολυπλόχῳ πλάνῃ ἢ. 14 ur- 
ρίων A Hkl μυρία L Cramer 15. 16 xal — ἀβίωτον £X Mai Cramer < A 
16—8. 18,6 YL — A 17 προσδοχῶντες < Σ νοερᾶς Σ — L 19 roítov X 
Hkl τούτων L | τῶν σωμάτων L< X 90 μέγαν 9tóv xal πλούσιον L 24 920; 
— σπέρμα] Gott der Same, der in die Erde fällt X «Ξ L τούτου X τούτων L 


= 114 


X115 


3. Bruchstück. 13* 


ϑεὸς ἡ τούτων ἡδονή. ἔνϑεν τὰ Δήμητρος καὶ Φερεφάττης μυστήρια 
xai Κόρης ἁρπαγὴ ὑπὸ ᾿Αϊἰδωνέως καὶ πάλιν ἡ ταύτης ἀνάδοσις. ἔνϑεν 
Διονύσου τελεταὶ καὶ νιχώμενος Ἡραχλῆς ὡς ὑπὸ χρείττονος ϑεοῦ 
τῆς μέϑης, ἔνϑεν Ἔρωτος καὶ ᾿Αφροδίτης ὄργια μοιχικά. ἔνϑεν Ζεὺς 
αὐτὸς γυναικομανῶν καὶ Γανυμήδους ἐρῶν, φιληδόνων τε ϑεῶν καὶ 
φιλοπαϑῶν ἀσελγῆ μύϑων ἀναπλάσματα. τούτων δ᾽ ἦν ἁπάντων ϑάνατος 
αἴτιος. τέλος γὰρ xal συντέλειαν τοῦ παντὸς λύσιν τε xal διαφϑορὰν τῶν ψυχῶν 
ὁμοῦ xal τῶν σωμάτων ϑάνατον χαὶ μὴ ἑτέραν 7 τὴν τοῦ σώματος καὶ τῆς σαρ- 
χὸς ζωὴν εἶναι νομίσαντες, βίον πάσης τῶν ἀλόγων ζώων φύσεως χείρονα διῆγον. 

ovg δὴ κατελεήσας ὁ παμβασιλεὺς τοῦ ϑεοῦ λόγος, (τῷτοῦ φιλαν- 
ϑρώπου πατρὸς νεύματι) ἐπὶ τὴν ἄμυναν ἔσπευσεν, el οἷα βασιλεὺς φελ- 
ανϑρωπότατος τὸν xarà τοῦ ϑανάτου ἔλεγχον di ἀνθρώπου φύσεως 
ἐμηχανᾶτο, ζωὴ μὲν αὐτὸς τυγχάνων καὶ ϑεοῦ λόγος καὶ ϑεοῦ δύ- 
ναμις, ἀλλ᾿ οὐ δίχα τοῦ βοηϑουμένου τὸ τῶν ἀνϑρώπων φόβητρον 
διελέγξαι χρίνας. διὸ δὴ ὁπλῳ χρησάμενος ἀνϑρωπείῳ καὶ ϑνητῷ 
σώματι 0 ἀσώματος, τὸν ϑάνατον διὰ τοῦ ϑνητοῦ κατηγωνίσατο. 
(ἔνϑεν αὐτὸ τὸ πρῶτον τοῦ σώματος μυστήριον κατεσχευάζετο, ἔνϑεν τὸ τοῦ σταυ- 
000 τρόπαιον, ἔνϑεν ἡ τῆς ἀϑανάτου καὶ αἰωνίου ζωῆς μνήμη »ἀνάμνησις abroü« 
ἐχρημάτιζεν.) ϑνητῷ γὰρ ὅπλῳ κεχρημένος καὶ μέγα ϑαῦμα τοῖς πᾶσιν ἀπο- 
δείξας, τρόπαιον ἀϑανασίας κατὰ τοῦ ϑανάτου [διὰ τοῦ ϑνητοῦ ὅπλου) 
ἔστησεν. ἠφίει μὲν γὰρ τὸ ϑνητὸν εἰς βορὰν τῷ ϑηρίῳ, τὸ δ᾽ αὐτίχα 
τῷ ἰχρίῳ προσηλοῦτο ἀνασταυρούμενον, ὡς ἂν τοῖς πᾶσιν ἡ τοῦ ϑνη- 
τοῦ γνωρισϑείη φύσις μηδέ τινα λάϑοι τὸ πραττόμενον μὴ ἀνϑρώπων 
μὴ δαιμόνων (μὴ δυνάμεων χρειττόνων.. ἐχρῇν γὰρ πᾶντας ἀχριβῶς τὸ 
ϑνητὸν ἰδεῖν ὡς ἐν μεγίστῳ ϑεάτρῳ τὴν olxeiav ὁμολογοῦν φύσιν, 

8 vgl. L 21230 10-- 91 — Cramer (s. vor. S) 18 vgl. Luk 2219 I Kor 1134 

1 Φερεφάττης L Persephone X 2 ὑπὸ Aidwrewg L zur Unterwelt EZ 5 αὐ- 
τὸς « X 6—9 Und aller dieser (Dinge) Ursache war der Tod. Denn sie glaubten, 
daß das Ende und die Vollendung des Alls, die Auflösung und Vernichtung der 
Seelen zumal und der Leiber der Tod sei und daf] es kein anderes Leben gebe als 
das des Leibes und des Körpers (und) führten ein Leben schlechter als jede Natur der 
unvernünftigen Tiere 2< AL 10 παμβασιλεὺς — ϑεοῦ & Cramer <A 10. 11 
τῷ — νεύματι auf den Wink der Freundlichkeit seines Vaters 2 <A 18 ϑεοῦ 
Z Mai Cramer < A 15 xolvac] machte Σ 17 —19 Daher wurde eben sein 
erstes Mysterium des Leibes gemacht, daher das Siegeszeichen des Kreuzes, daher 
gewann (= χρηματίζειν mißverstanden!) sein Gedächtnis die Erinnerung an das 
unsterbliche, ewige Leben. Denn eine sterbliche Waffe gebrauchte er Z<A 19 ϑνητῷ 
— χεχρημένος Cramer & | χαὶ — ἀποδείξας A X (ἀπέδειξεν A ἀποδείξας Gr) 
20 τρόπαιον --- ἔστησεν Cramer Σ᾽ | διὰ — ὅπλου A < Cramer 3 21 στήσας A 


22 προσηπλοῦτο A wurde befestigt X 24 μὴ — χρειττόνων < A noch τοῦ den 
besseren Kräften Σ 


15 


20 


25 


10 


14 Eusebius. 


iv’ ἑξῆς ἐπελϑὼν ὁ ϑάνατος οἷα 870 δεινός, οἷός τις ποτ᾽ ἣν, ἑαυτὸν 
ἐλέγξῃ κἄπειτα τῆς Sons ἡ δύναμις μετὰ ϑάνατον ἐπελϑοῦσα τοῖς 
πᾶσιν αὖϑις τὴν κατὰ τοῦ ϑανάτου παραστήσηται »ίχην, τὸ ϑνητὸν 
ἀϑάνατον ἀποδείξασα. || ἠφίει τοίνυν πρὸς βραχὺ τὸ σῶμα ἡ τοῦτο 
διαχρατοῦσα τοῦ ϑεοῦ λόγου δύναμις, τὸ δ᾽ ἀνηρτημένον ἐπὶ τοῦ 
ξύλου παραχρῆμα νεχρὸν ἦν, ἀλλ᾽ οὐχ ö λόγος 0 (τῶν ἁπάντων) 5000- 
ποιὸς τὸ νεχρούμενον ἦν, τὸ δὲ ϑνητὸν τὴν οἰχείαν ὡμολόγει φύσιν. 
ἐχἄπειτα τὸ νεχρὸν τὸ νῦν δὴ τῷ ϑανάτω ᾿Ἀρατούμενον ὑπὸ τῶν ἀνϑρώπων χαϑ- 
αιρεϑὲν τῆς συνήϑους ἠξιοῦτο φροντίδος." . μνήματι δὲ χατὰ νόμους ἀνϑρώ- 
πων παρεδίδοτο. τὸ δὲ μνῆμα σπήλαιον ἢν »εοπαγές, σπήλαιον ἄρτι 
κατὰ πέτρας λελ αξευμένον, οὕπω σώματος ἑτέρου πεπειραμένον᾽ ἔδει 
γὰρ (αὐτῷ» μόνῳ σχολάζειν τῷ μόνῳ παραδόξ ῳ νεχρῷ. ϑαυμαστὴ, 
δὲ ἰδεῖν xol ἡ πέτρα ἐν ἡπλωμένῳ χώρῳ μόνη ὄρϑιος ἀνεσταμένη 
καὶ μόνον ἕν ἄντρον εἴσω ἐν αὐτῇ περιέχουσα, cg ἂν μὴ πολλῶν 


5 γενομένη τοῦ τὸν ϑάνατον χαταγωνισαμένου ἐπισχιάσῃ τὸ ϑαῦμα. 


ἔχειτο μὲν δὴ νεχρὸς αὐτόϑι, τὸ τοῦ ζῶντος λόγου ὄργανον, λίϑος 
ó ἀπέχλειε παμμεγέϑης τὸ σπήλαιον, καὶ πολὺς NV ἐν τούτῳ γαυριῶν 
ὃ ϑάνατος, ὡς ἂν καὶ τοῦτον μετὰ τῶν ἐξ αἰῶνος ἑλὼν ὑποχείριον, 
ἀλλ᾽ οὕπω τριήμερος παρῇεε χρόνος καὶ ἡ ζωὴ πάλιν ἑαυτὴν ἔφαινε 


20 μετὰ τὸν αὐτάρκη τοῦ ϑανάτου ἔλεγχον. εἰ γὰρ δὴ ϑᾶττον ἀνέστη 


25 


φϑάσας, οὐκ ἂν οὐδὲ τεϑνεὼς ἐνομίσϑη, ἀλλ᾽ ὅτε γε ἀληϑῶς ὕψωτο 
3 -«- 2 , , 4 4 , > - € , 
xal ἀληϑῶς ἐτεϑνήκει, ἐν χρόνῳ δὲ vov Havarov ἀληϑῶς υποδέδεκτο. 
τότε δὴ τότε O τῶν ἁπάντων ζωοποιὸς τοῦ ϑεοῦ λόγος τὴν πᾶσιν 
ἀνθρώποις ἀποχειμένην ἐλπίδα διὰ τῆς τοῦ [τότε] ϑνητοῦ παλιγγενε- 
σίας ἐπεδείκνυτο. 
3 4 , , 3 , ?* “- 
τί ovr ἐπὶ τοῦυτοις γίνεται; οὐχέτι ἐγώ σοι γενοίμην (av) τῶν πε- 
πραγμένων διδάσχαλος. οἱ δὲ τούτων αὐτόπται εἶεν (av) πάντων 
ἀξιόχρεοι μάρτυρες οἱ di αἵματος καὶ ψυχῆς τῇ Bea, τῶν πεπραγμέ- 
νῶν τὴν ἀλήϑειαν πιστωσάμενοι καὶ τὴν σύμπασαν οἰχουμένην (τῇ 


10 vgl. Matth 2760 


6 napexonjua]) kurze Zeit X | tà» ἁπάντων E « A. 8. 9 Und darauf 
wurde das Tote, das jetzt vom Tode beherrscht ward, von den Menschen (herab\ge- 
nommen und der gebräuchlichen Fürsorge gewürdigt X. Vgl. A vor dem Eusebius- 
zitat: χαὶ λαμβάνει χαϑαιρεϑὲν τὸ σῶμα τοῦ Ἰησοὺ καὶ τῆς συνήϑους ἀξιοῖ φρον- 
τίδος 19 αὐτῷ Z<A 14 αὐτῇΑ 21 ὕψωτο Wendland ὑψοῦτο A 98 τότε δὴ 
τότε] damals aber X 24 τότ A - X 26. 97 ἂν Mai <A | πάντων] 
bessere X ( - χρείττονες xal?) 28 τῷ ϑέα verderbt. Ob τεϑειμένοι die durch ihr 
Blut und durch ihr Leben durch den Anblick 2 99—8. 15, 1 τῷ — δυνάμει <A 
durch die Kraft dessen, über den sie Zeugnis ableyten X 


A 301v 


Α 310r 


A 3llr 


2'116 


3.—5. Bruchstück. 15* 


τοῦ μαρτυρουμένου δυνάμει) τῆς πρὸς αὐτῶν κατηγγελμένης ϑεοσεβείας 


| χκαταπλήσαντες. οἵδε γοῦν (ἐπόπται γενόμενοι τῶν τότε πεπραγμένων) τὴν 


A 13v 
X 124 


Α 114τ 
23124 


αὐτοῖς ὀφϑαλμοῖς καταληφϑεῖσαν παλιγγενεσίαν ταῖς ἑαυτῶν παρέ- 
doxev μαρτυρίαις. οὐχ ῆν γὰρ αὐτοῖς ἄχρι λόγου καὶ φωνῆς ἀχουό- 
μενα τὰ πραττόμενα, ἀλλ᾽ ἤδη καὶ ἔργοις ἐθεωρεῖτο xal ἐψηλαφᾶτό 
γε ἀχριβῶς πρὸς τῶν ταῦτα μεμαρτυρηχότων. διὸ δὴ καὶ αὐτοψίᾳ 
καὶ ἀληϑείᾳ τὸ ἐναργὲς κατειληφότες καὶ τῆς κατὰ τοῦ ϑανάτου 
νίκης τὰ τρόπαια τεϑεαμένοι, εἰχότως ἔμαϑον καταφρονεῖν τοῦ ϑα- 
νάτου, ταὐτὸ δὲ χαὶ τοὺς αὐτῶν φοιτητὰς ἐδίδασκον, τῆς ἀϑανάτου 
Long παρὰ τοῦ σωτῆρος εἰληφότες τὰ ἐχέγγυα. 


4. Bruchstück. Aus IVa. 


ἐπίδοξος ἦν τις ἀνὴρ τῶν ἐν στρατείαις, ἀξιώματος καὶ ἀρχῆς 
Ῥωμαϊχῆς ἐπειλημμένος. ἐπειδὴ δὲ ὁ δοῦλος αὐτοῦ γνήσιος πάρετος 
τὰ μέλη οἴχοι βέβλητο, συνιδὼν οἵας ὁ σωτὴρ εἰς ἑτέρους ἐπεδείκνυτο 
δυνάμεις, ἰώμενος τοὺς κάμνοντας, »πᾶσάν τε νόσον καὶ πᾶσαν μαλα- 
κέανς ἀκούμενος, λογισμῷ χρίνας μὴ xat ἄνϑρωπον εἶναι τὸ ϑαῦμα 
πρόσεισιν ὡς ϑεῷ, οὐχ εἰς τὸ φαινόμενον ἀπιδὼν τοῦ σώματος 00- 
yavov, di οὗ τὰς ὁμιλίας ἀνϑρώποις ἐποιεῖτο, εἰς δὲ τὸν ἀφανῆ ϑεὸν 
τὸν διὰ τοῦ ϑνητοῦ τὰς οἰχείας ἀρετὰς ὑποφαίνοντα. διὸ {προσέπεσε 
καὶ προσεχύνησε καὶ λιπαρῶν) ἐδεῖτο καὶ αὐτὸς ἐπὶ τῷ παιδὶ τῆς ϑεϊχῆς 
εὐεργεσίας τυχεῖν. 


5. Bruchstück. Aus IVs. 4. 


μεϑ᾽ ὅσης μὲν (oiv) ἐξουσίας ἡ toU σωτῆρος προενήνεχταε φωνὴ 
(ὅσην τε ἀρετὴν παρέστησεν) ὁπόσης TE πεπλήρωτο δυνάμεως ὅσον τε 
(καὶ τὸ φιλάνϑρωπον καὶ πρύχειρον εἰς εὐεργεσίαν, wc ἐξ ἑτοίμου 
ἐπαγγείλασϑαι τὴν αὐτοῦ παρουσίαν, οἷον δὲ καὶ τὸ ϑαῦμα τῆς εὑερ- 


12—21 — X 12326--1248 12 ff. vgl. Matth 868. 15 vgl. Matth 413 
38—S.16,81 = 12422-125255 48 ΜΠ, vgl. Matth 86. 


9 ἐπόπται — πεπραγμένων < A die Augenxeugen waren dessen, was damals 
geschah E 7 τὸ ἐναργὲς] Adverbium Σ᾽ 9 ταὐτὸ Σ Mai ταὐτὸν A | xcd — X 
19 τις Mai XY ó A. 18 ὁ Mai < A δοῦλος) ob υἱὸς ὃ wegen γνήσιος Wendland 
17 τοῦ σώματος ἀπιδὼν co Mai 18 τὸν Mi <A 19 διὸ — X  προσέ- 
πεσε — λιπαρῶν) fiel er nieder, betete vor ihm an, (bat) und rang & < A Mai 
Bow E — Α | προενήνεχται Wendland Z προσενήνεκται A 24 ὅσην — 
παρέστησεν] und welche Vorzüglichkeit er gezeigt hat X «— A 95 xal Σ «— A 
96 εὐεργεσίας A Mittat (ovveoylac?) € 


10 


20 


16 Eusebins. 


γεσίας, οὐδ᾽ ἔστιν ἐπαξίως νοῆσαι. τὸ γὰρ μὴ πλέον φϑέγξασϑαι «τῷ 
χιλιάρχῳ ἢ »ὡς ἐπίστευσας γενηϑήτω aow? xol ἅμα λόγῳ (xal) τὴν ἴασιν τῷ 
αὐτοῦ παιδὶ παρασχεῖν καὶ ἀπαλλάξαι παραχρῆμα τοῦ νοσεῖν τὸν παρὰ 
βραχὺ τῷ ϑανάτῳ κατεσχημένον, πῶς οὐ ϑεὸν ἀληϑῶς διὰ ϑνητῆς 
δ φωνῆς φϑεγξάμενον παρίστη; [1 ἀλλ᾽ εἰ πρὸς τοῦτό τις δυσπίστως 
ἔχει διὰ τὴν τοῦ ϑαύματος ὑπερβολήν, ἀλλ οὐχ ἐπὶ τῆς προρρήσεως 
σχήπτοιτο ἂν εὐλόγως, ἐφ᾽ ἢ μείζων ὁ τῆς πράξεως ἔλεγχος ἀπο- 
δειχϑήσεται, tb τις ἐν νῷ λάβοι, ὡς τότε μὲν εἷς Ῥωμαῖος nv 0 τῷ 
σωτῆρι προσεληλυϑὼς χιλίαρχος ὁ δὴ μείζονα xol εὐγνωμονεστέραν 
10 τοῦ Ἰουδαίων ἔϑνους ἐνδειξάμενος τὴν εἰς αὐτὸν ὁμολογίαν, ὃ δ᾽ 
ἡμέτερος σωτὴρ πολλοὺς ἀνϑ᾽ ἑνὸς ἔσεσϑαι τοὺς xaT. ἐχεῖνον μέλλον- 
τας αὐτῷ προσιέναι ἐκ τῶν τε πρὸς ἕω καὶ ἀνατολὴν κλιμάτων τῶν 
τε χατὰ δυόμενον ἥλιον οἰχούντων ϑεσπίξει, τοὺς διὰ τῆς εἰς αὐτὸν 
ἐπιγνώσεώς τε χαὶ ὁμολογίας τῆς ἴσης παρὰ ϑεῷ τιμῆς τοῖς Ἑβραίων 
15 προπάτορσι καταξιωϑησομένους. ὅτι δὴ κἀκείνων ὁ προπάτωρ αὐ- 
τὸς δὴ ὁ βοώμενος ᾿Αβραὰμ ἐκ πατέρων ὁρμώμενος δεισιδαιμόνων 
μετεβάλετο τὸν βίον, τὴς μὲν πολυϑέου πλάνης ἀναχωρῆσας, ἕνα δὲ 
τὸν ἐπὶ πάντων ϑεὸν ἐπιγνοὺς, ὁδὲ (civ) καὶ τοῖς αὐτοῦ παισὶ τῷ 
Ἰσαὰκ καὶ τῷ Ἰαχὼβ ὁμοίους ἔσεσϑαι μυρίους καϑ᾽ ὅλης τῆς olxov- 
20 μένης (τῶν ἀνθρώπων) xal τούτων μάλιστα τὰ πρὸς ἕω ἔϑνη καὶ τοὺς 
κατὰ δυόμενον ἥλιον οἰχοῦντας προαγορεύει προστίϑησί τε τούτοις 
xal) τὸ μέγιστον τῆς προρρήσεως" αὐτοὶ Ἰουδαῖοι (oi) τῶν ϑεοφιλῶν 
ἐχείνων ἀπόγονοι, τὸν ᾿Αβραὰμ αὐχοῦντες xal τὸν Ἰσαὰκ καὶ τὸν 
Ἰακώβ, διὰ τὴν εἰς αὐτὸν ἀντιλογίαν τε καὶ ἀπιστίαν, ὡς ἂν τοῦ τῆς 
25 γνώσεως φωτὸς ἀπεστερημένοι, ἀπόβλητοι γενήσονται εἰς τὸ 0x0- 
τος τὸ ἐξώτερον, τὴν ἄγνοιαν αὐτῶν καὶ τὴν ἐσχάτην ἀμαϑίαν τοῦ 
τε σωτηρίου φωτὸς τὴν στέρησιν ὧδέ πη προαναφωνήσας. ἔνϑα δὴ 
ἐπιστῆσαι τοῖς ἀποτελέσμασι προσήκει τὸν νοῦν ὀφϑαλμοῖς τε αὐτοῖς 
παραλαβεῖν, ὡς Ἰουδαῖοι μὲν οἱ τῶν εἰρημένων ϑεοφιλῶν ἀνδρῶν 
80 γένος εἶναι σεμνυνόμενοι ἔχβλητοι γεγόνασιν οὐ τῆς τοῦ ϑεοῦ βασι- 
λείας μόνον, ἀλλὰ καὶ τῆς αὐτῶν ἱερᾶς καὶ βασιλικῆς μητροπόλεος. 


2 Matth 88 16 vgl. Gen 121 ff. Röm 41ff. 


1 μὴ πλέον Σ μόνον A |to — cn E «A 9 xal <A 8 attob δ 
τοῦ ἑχατοντάρχου A 88, 4 xal — χατεσχημένον A < X (wohl mit Unrecht) | 
χατισχημένονα 4. ἀληϑῆ Wendland 5 παρίστη + Zusatz von 4 Zeilen A «ὋΣ 


6 ἔχοι E. Klostermann 17 μετεβάλετο] μετέβαλε Wendland | ἀναχωρήσας 
AX 18 001 A -Σ | αὐτῷ X «A 90 τῶν ἀνθρώπων Z «A 


22 xai) und Z<A οἱ Z<A 25 ἀπόβλητοι γενήσονται] ἐξελεύσονται Σ 


X125 


6. Bruchstück. 17* 


Σ 120 ἀντὶ δὲ ἑνὸς τοῦ πάλαι τῷ σωτῆρι προσεληλυϑότος χιλιάρχου 
ἄφατος ἀνδρῶν ἀριϑμὸς ἐξ ἁπάντων τῶν ἐϑνῶν (οὐ χιλίαρχοι μόνον 
ἀλλὰ καὶ τὸ τοῦ Ῥωμαϊχοῦ στρατοπέδου πλῆϑος ὡς καὶ μυρίοι ἄρχοντές τε xal ἣγε- 
μόνες οἱ τῶν ἐϑνῶν xal τῶν χωρῶν χρατοῦντες καὶ ἄλλοι τινὲς τιμῇ xol ἀξιώματι 
τούτων ὑπέρτεροι οἱ ἐν τοῖς βασιλείοις σεμνυνόμενοι; ὁμοίως ἐχείνῳ τῷ ὅ 
«χιλιάρχῳ τῷ ϑεοῦ) Χριστῷ προσιόντες καὶ διὰ τῆς αὐτοῦ διδασχαλίας 
τὸν τῶν παρ᾽ Ἑβραίοις λαμψάντων (ϑεοφιλῶν) ἀνδρῶν ἐπιγνόντες 
ϑεόν, τῆς ἴσης αὐτοῖς ἐκείνοις ἠξίωνται παρὰ τῷ παμβασιλεῖ ϑεῷ 
ἀμοιβῆς. 


6. Bruchstück. Aus IVe. 10 


AST ὀ  moALob γὰρ ὄχλου ἐπιχειμένου τῷ Ἰησοῦ ἐνέβη, φησίν, εἰς ἕν τῶν πλοίων, 

Σ 198 ὃ m Σίμωνος. χαϑίσας δὲ ἐν αὐτῷ, ἡρμήνευσε τοῖς ὄχλοις. μετὰ δὲ αὐτάρχη δι- 
δασχαλίαν ἐπειδὴ ἔδει xal ϑεῖχὸν ἔργον προστιϑέναι τοῖς λόγοις ὠφέλιμον τοῖς 
ὁρῶσιν, παρακελεύεται μὲν τῷ Πέτρῳ [ὃ κύριος) χαλάσαι εἰς ἄγραν τὰ 
δίχτυα, ὁ δὲ (εἶπεν αὐτῷ" δ ὅλης νυχτὸς χοπιάσαντες οὐδὲν εὕρομεν. 15 
ἐπὶ δὲ τῷ ῥήματί σον χαλάσω τὰ δίχτνα«, xal) τὰ προστεταγμένα 
ἐποίει. ος δὲ »συνέχλεισαν πλῆϑος ἰχϑύων πολὺς καὶ διερρήγνυτο 
τὰ δίχτυα τῷ πλήϑει βαρούμενα, προσκαλοῦνται μὲν εἰς βοήϑειαν 
τοὺς ἐν τῷ γειτνιῶντι πλοίῳ, εἶτ᾽ ἀνελκύσαντες τοὺς ἰχϑύας πλη- 
ροῦσιν ἄμφω τὰ σχάφη, ὡς κινδυνεύειν αὐτὰ βυϑισϑῆναι, ἐφ᾽ οἷς ὁ 20 
Πέτρος ἀποθϑαυμέσας ἐξεπλάγη ἀνάξιόν τε ἑαυτὸν τῆς σωτηρίου ἐπι- 
βάσεως ὡμολόγει. | ] ὁ δ᾽ ὥσπερ ἐπιδείξας αὐτῷ τὴν τοῦ μέλλοντος 
εἰκόνα διασαφεῖ (xal) τὴν ἑρμηνείαν, καί φησι πρὸς αὐτὸν (ὁ Ἰησοῦς)" »μὴ 


1—9 — 2 12610-. 11-8. 21, 8— € 127:34—131e6 117. vgl. Luk 51ff. 
15 = Luk55 98 — Luk 510 


1 πάλαι) in jener Zeit (= τότε X 9—8 nicht Chiliarchen allein, sondern 
auch die Menge der römischen Truppen, *wie auch Myriaden von Herrschern und 
Hegemonen, die über Völker und Lünder mächtig sind und von anderen, die 
durch Ehre der Macht viel höher sind als diese, eben diejenigen, die im Königs- 
hause stolz sind X <A 6 χιλιάρχῳ — ϑεοῦ Σ «A 4 ϑεοφιλῶν Σ«“ A 
11—14 Als nämlich eine große Menge oberhalb von Jesus stand, sagte er, daß er 
einstieg in Eins der Fahrzeuge, das dem Simon gehörte, und als er in ihm saß, 
dolmetschte er der Menge. Nach genügender Belehrung aber, weil es recht war, daß 
er auch ein güttliches Werk zu seinen Worten hinzufügte zur Hilfe derer, die es 
sahen Z<A 14 ὁ χύριος A — Σ 15. 16 εἶπεν — xal EZ « A. 1 εὕρο- 
μὲν Σ ἐλάβομεν Lukas 21 τῆς σωτηρίου ἐπιβάσεως daß sich unser Erlöser ihm 
nähere Z 22 Hier hat A einen längeren Zusatz aus einem anderen Autor 


Bra <A ὁ Ἰησοῖς X <A 
Eusebius IIL*. 2 


10 


15 


20 


30 


18* Eusebius. 


φοβοῦ: ἀπὸ τοῦ νῦν ἀνθρώπους ἔσῃ boyoov« [πρὸς δὲ πάντας" 
δεῦτε ὀπίσω μου καὶ ποιήσω ὑμᾶς ἁλιεῖς ἀνθρώπων.) Γαλιλαίους ἂν- 
ὅρας [εὐτελεῖς, ἀγροίκους] οὐδὲν πλέον τῆς Σύρων φωνῆς ἐπισταμέ- 
νους, ἀλλὰ καὶ τὸ ἐπιτήδευμα ταπεινὸν «καὶ εὐτελὲς τῆς ἀλιείας μετ- 
ερχομένους εἰκότως ὁ σωτὴρ ἡμῶν ϑηρευτὰς ἀνθρώπον καὶ χήρυχας 
τῆς αὐτοῦ διδασκαλίας ποιήσειν ἐπηγγέλλετο καὶ πεποίηχεν οὐ 
ψευσάμενος τὴν ὑπόσχεσιν, παριστὰς ϑεοῦ δύναμιν ἐνεργητικὴν 
πράγματος πᾶσαν ἀνϑρώπων ἀρετὴν xaAUxtovtoc. εἰ μὲν γὰρ λο- 
γίους τινὰς καὶ σοφοὺς ἢ καὶ τῶν παρὰ Ἰουδαίοις &v99o xov ἐνδόξων 


xal πλουσίων προσαγόμενος τούτοις ἐχέχρητο διδασκάλοις τῶν αὐ- 


τοῦ λόγων, κἂν εἰχὸς sv ἀνϑρωπινώτερον ἐπινενοῆσϑαι͵ τὸ πρᾶγμα. 
οὕτω γοῦν οἱ πλείους τῶν ἀνϑρώπων εἰώϑασιν ὑποτάττεσϑαι ἢ 
χρήμασιν ὑπὸ πλουσίων δελεαζόμενοι ἢ λόγων περιβολῇ καὶ φαντασίᾳ 
σοφίας ἀπατώμενοι ἢ ὑπεροχὰς ἐνδόξων προσώπων xataxAmQvtous- 
νοι. ὁ δὲ μὴ τοιούτοις χρησάμενος μαϑηταῖς, τοὐναντίον δὲ πένησι 
xci ἀδόξοις καὶ τὸν λόγον ἰδιώταις Σύροις τε τὴν φωνὴν xal τὸ 
σχῆμα ταπεινοῖς καὶ εὐτελέσιν, ἔργῳ δῆλος ἡν μόνῃ τῇ ϑεϊκῇ δυνάμει 
χρώμενος, ἣν ἐνεδείξατο πρῶτα μὲν φωνῇ μιᾷ προσκαλεσάμενος αὐ- 
τοὺς καὶ ἀχολούϑους αὐτοῦ καταστήσας κἄπειτα ἐπαγγειλάμενος σα- 
γηνευτὰς xol χήρυχας ἀνϑρώπων “ποιήσειν αὐτούς, ty ἀνϑ᾽ ὧν εἶχον 
δικτύων λαβόντες παρ᾽ αὐτοῦ τὴν ἀπὸ παντοίων λόγων νομικῶν τε 


καὶ προφητζικ)ῶν τῶν τε τῆς ἐνθέου διδασχαλίας αὐτοῦ πλαχεῖσαν Σ 


σαγήνην ἐμβάλωσιν εἰς τὴν τοῦ ἀνϑρωπείου βίου ϑάλατταν καὶ περι- 
βάλωσιν ὅσους ἂν εὕρωσιν, πληροῦντες τὰ ἑαυτῶν λογιχὰ δίκτυα παν- 
τὸς γένους λογικῶν ἰχϑύων. 

ἀλλὰ ταῦτα μέν, διὰ φωνῆς τότε" ἀχουόμενα, ῥήματα καὶ ψόφοι 
καὶ πλέον ὑπῆρχεν οὐδέν. τῆς δ᾽ ἐνθέου δυνάμεως τὸ ἔργον οὐχ εἰς 
μαχρὰν παρεστήσατο. αὐτὰ δὴ ταῦτα τὰ διὰ τῶν λόγων προηγορευ- 
μένα τοῖς ἔργοις ἐπιτελέσας, ὡς ἐν βραχεῖ χρόνῳ τὴν σύμπασαν (óuoi^ 
ἀνθρώπων οἰχουμένην μυρία πλήϑη τῶν σαγηνευϑέντων ὑπὸ τῶν 
{πενήτων xol) ἰδιωτῶν τούτων ἀνδρῶν χτήσασϑαι πληρωϑῆναί τε ἐχ- 
κλησιῶν πάντα τόπον Ἑλλήνων τε καὶ βαρβάρων διὰ μίαν ἐκείνην 


1. 2 πρὸς — ἀνθρώπων A « X εὐτελεῖς, ἀγροίχουις A « Σ 4 καὶ εὑ- 
τελὲς X « A. Besser xal ἐπιτήδευμα .... τὸ τῆς ἁλιείας Wendland (% — A) 
θῆς Σ 11 ἀνθρωπινώτερον -- πρᾶγμα] da/ß jemand meine, daß menschlich 
bereitet sei die Sache X (= ὑπονοεῖν πεπονῆσϑαι ἢ 17 ἔργῳ — ἦν) er ließ sein 
Werk offenbar aufleuchten X (+ ἐπιλάμψας ἡ 20 χήριχας N ἁλιεῖς A 22 προ- 
φητιχῶν Gr προφητῶν A 26 τὰ vor διὰ + Wendland τότε Σ <A 
49 ὁμοῦ X «— A 80 σαγηνευιϑέντων Scharen X (= συναχϑέντων ἢ 81] πενή- 
vov χαὶ E <A |sodaß seine Kirchen an jedem Ort . . . gefüllt wurden Σ 


6. Bruchstück. 19* 


ἐπαγγελίαν τῆς ϑεϊκῆς φωνῆς, de ἧς οὐ διδάξειν τοὺς ἑαυτοῦ uada 


A 83v 


X130 


τάς, ἀλλ᾽ αὐτὸς ποιήσειν αὐτοὺς ἁλιέας ἀνϑρώπων ἐπηγγείλατο, ὥστ᾽ 
οὐ προέγνω μόνον οὐδὲ προέφησε τὸ μέλλον, ἀλλὰ καὶ ποιητὴς τῆς 
τηλικαύτης γνώσεως ἀποπέφανται, εἶπέ τε τῷ λόγῳ καὶ πεποίηκε τῷ 
ἔργῳ, παρέστησέ τε τὸ μέλλον διὰ συμβόλου xai εἰκόνος καὶ δι αὐτῆς 
ἐνεργείας ἀπεπλήρωσεν. τοῖς γὰρ πάλαι πρότερον ἐν σκοτίᾳ φωτὸς 
ἀληϑείας καὶ ϑεοῦ γνώσεως ἐν νυχτὶ καταπονηϑεῖσι καὶ μηδένα πρὸς 
σωτηρίαν ϑηρεῦσαι δεδυνημένοις ἐπιλάμψας τὸ ἑαυτοῦ φέγγος ἐν 
ἡμέρᾳ καὶ φωτὶ γενομένοις προστάττει, οὐ τῇ οἰκείᾳ ἐπιστήμῃ, τῷ 
δὲ αὐτοῦ ῥήματι ϑαρσοῦντας ἐπιβάλλειν τῷ βυϑῷ τὰ δίκτυα. οἱ δὲ 
τοσαῦτα συνήγαγον ἰχϑύων πλήϑη, ὡς διαρρήγνυσϑαι μὲν τὰ ϑηρευ- 
τικὰ ὄργανα, κινδυνεύειν δὲ εἰς βυϑὸν χωρεῖν ἀπὸ τοῦ φόρτου τὰ 
πλοῖα. 

ἐπεὶ δὲ ταῦϑ᾽ οὕτως πραττόμενα τὸν Πέτρον εἰς ἔχπληξιν καὶ 
φόβον οὐ τὸν τυχόντα nyev, ἀλλὰ ταῦτά σε, φησὶ πρὸς αὐτὸν ὃ 00- 
τήρ, μήπω ἐχπληττέτω. παιδιαὶ γὰρ ἔτι ταῦτα καὶ μελλόντων εἰκόνες. 
οἵδε μὲν γὰρ ἰχϑύες ἄναυδοι καὶ ἄλογοι καὶ ταῦτα σχάφη 
xal δίχτυα ἐξ ἀψύχου ὕλης χκατεσχευασμένα, all οὐ τοιαῦτα τούτων 
τὰ παραδείγματα. μικρὸν γοῦν ὕστερον, μᾶλλον δὲ ἐντεῦϑεν ἤδη 
καὶ »&x0 τοῦ νῦν ἀνθρώπους ἔσῃ ζωγρῶνε, τῆς μὲν μοχϑηρᾶς || ταύ- 
της καὶ ἀνωφελοῦς ἀπαλλαγεὶς ἁλιείας, λογικῶν δὲ ζώων ἀντὶ τῶν 
ἀλόγων ϑηρευτὴς γινόμενος, καὶ οὐχέτι ἐκ βυϑῶν ϑαλάττης, ix δὲ 
τῆς ἁλμυρᾶς τοῦ βίου πιχρίας ἐκ σχοτίων τε μυχῶν ἀϑεότητος καὶ 
καχίας εἰς φῶς νοερὸν καὶ χκαϑαρὰν πνοὴν ἀνελκχύσεις τοὺς ὑπὸ σοῦ 
ϑηρευϑησομένους, μᾶλλον δὲ ζωγρήσεις αὐτοὺς διὰ τοῦ ζωὴν αὐτοῖς 
all οὐ ϑάνατον προξενεῖν. οἱ μὲν yàg ix πελάγους ἰχϑύες ἐν σχότῳ 
xal βυϑῷ πρότερον ζῶντες αὐτίχα φωτὸς καὶ πνοῆς μετασχόντες 
ἀπόλλυνται, οἱ δὲ ἐξ ἀνϑρώπων ὑπὸ σοῦ ϑηρευϑησόμενοι ἐχ σχότους 
ἀγνοίας μεταβαλόντες ἐπὶ ζωὴν ἔνϑεον ἀγρευϑήσονται. διὸ καὶ »ζω- 
γρῶν ἔσῃ ἀπὸ τοῦ νῦν ἀνθϑρώπουςς- (φησίν. [ ] 

ταῦτα ϑεϊχῇ δυνάμει προηγόρευσεν ὁ σωτήρ, ταῦτα τοῖς ἔργοις 
πιστὰ καὶ ἀληϑῆ ἐπέδειξεν ὁ αὐτός. ὁ γοῦν ἀμφιβολεὺς ἐχεῖνος, ὁ 
ἁλιεύς, ὃ Σύρος ἀντὶ τῆς τῶν ἰχϑύων ϑήρας ὅσας ἀνθρώπων ἐσαγή- 


20. 29 — Luk 510 


8 οὔτε A | tfc — γνώσεως Σ τοῦ τηλικούτου χατορϑώματος A 14 πρατ- 
τόμενα Σ προσταττόμενα A 17 γὰρ + οἱ Wendland ταῦτα + τὰ Wend- 
land (Ich verstehe: „Denn dies sind... . Fische und dies sind Schiffe“... .) 
28 ἁλμυρᾶς) der Häßlichkeit Z (— uog95oüg?) 29 μεταβάλλοντες A 80 sprach 


er X <- A Zusatz aus fremdem Autor A89 αὐτὸς + unser Erlóser Z 
o* 


25 


30 


20* Eusebius. 


vevog μυριάδας λόγων ἀπορρήτων διχτύοις ϑεῖχῇ δυνάμει πλακεῖσιν. 
οὐχ ἔστιν ἀριϑμῷ περιλαβεῖν δυνατόν. ὄψις δ᾽ ἀδήλων τὰ φαινόμενα. ἃ 
γὰρ ὃ μαχρὸς αἰὼν τοῦ βίου πρὸ τῆς τοῦ σωτῆρος ϑεοφανείας οὐχ 
ἤνεγκεν, ἃ μήτε Moogc o τῶν Ἑβραίων νομοϑέτης μήτε οἱ μετὰ 

5 «Μωσέα τοῦ ϑεοῦ προφῆται (μήτε μυρίοι ἄλλοι πάλαι τὴν ἔνϑεον διδασχαλίαν 
τοῖς ἀνθρώποις ἀναφωνήσαντες ϑηρευταὶλ πολλὰ χαμόντες διὰ πάσης νυχτὸς 
τῆς πρὸ τῆς ἐπιφανείας αὐτοῦ καταπράξασϑαι μὴ δεδύνηνται, ταῦτα 
ὁ Γαλιλαῖος, 6 πένης, 0 βάρβαρος τὴν φωνήν, αὐτὸς ἐκεῖνος ὁ Πέτρος 
χατεπράξατο. δεῖγμα δὲ τῶν τότε ἐπιτελεσϑέντων πρὸς Πέτρου αἱ 

10 εἰς δεῦρο διαλάμπουσαι ἐκχχλησίαι, πολὺ μᾶλλον τῶν τότε σχαφῶν 
λογικῶν ἰχϑύων πληϑύουσαι, οἵα ἡ κατὰ Καισάρειαν τῆς Παλαιστίνης 
τυγχάνει, οἵα ἡ ἐπὶ ᾿Αντιοχείας τῆς κατὰ τὴν Συρίαν, οἵα ἡ ἐπ᾽ av- 
τῆς τῆς Ῥωμαίων πόλεως. τάσδε γὰρ αὐτὸς ὁ Πέτρος τὰς ἐχκλησίας 
καὶ τὰς ἀμφ᾽ αὐτὰς ἁπάσας συστησάμενος μνημονεύεται, καὶ τὰς ix 

15 αἰγύπτου xav αὐτὴν τὴν ᾿Αλεξάνδρειαν πάλιν αὐτός, οὐ μὴν dl av- 
τοῦ, διὰ δὲ Μάρκου τοῦ μαϑητευϑέντος αὐτῷ κατεστήσατο. αὐτὸς 
μὲν γὰρ ἀμφὶ τὴν Ἰταλίαν καὶ πάντα τὰ ἀμφὶ ταύτην ἔϑνη ἐσχόλαζεν͵ 
τὸν Ó αὐτοῦ φοιτητὴν Mapxov τῶν xot Αἴγυπτον διδάσχαλον καὶ 
σαγηνευτὴν ἀποδέδειχεν. 

20 τὸν δὲ νοῦν ἐπίστησον xal τοῖς λοιποῖς τοῦ σωτῆρος ἡμῶν μαϑηταῖς, οὕς ἐπαγ- 
γειλάμενος ποιήσειν ἁλιεῖς ἀνθρώπων, ἔργῳ τὸν λόγον ἔδειξεν. εἰσέτι 131 
γοῦν καὶ νῦν ὁ αὐτὸς ἐνεργεῖ καὶ ποιεῖ, πανταχοῦ γῆς παρὼν καὶ 
πᾶσαν τὴν ἀνθρώπων οἰχουμένην τῶν αὐτοῦ λογικῶν διχτύων πλη- 
ρῶν, ἐκ παντὸς γένους λογικῶν ἰχϑύων βαρβάρων τε καὶ Ἑλλήνων, 

25 ἀνασπῶν (ix) τοῦ τῆς καχίας βυϑοῦ καὶ τοῦ τῆς ἀϑεότητος σχότους 


6 vgl. Luk 55 16 vgl. Euseb. Hist. eccles. 1116 


9 ἀδήλων Gr nach Laus 9532s des Verboryenen Σ ἀλλήλων A ἀρρήτων Mai 
5. 6 noch Myriaden anderer Jäger, die früher die göltliche Lehre den Menschen 
verkündet haben Σ — A — 8 Γαλιλαῖος + ἀνὴρ Σ 10 τότε A « Σ 14 xai 
nach μνημονεύεται) γὰρ Σ vgl. τὰ Ζ. 1 17 yàg Ἀ«Σ πάντ A « E 
30 Und wende deinen Sinn auch auf die übrigen Jünger unseres Erlüsers E ὅμοια 
δ᾽ ἂν εὕροι tig τῷ Πέτρῳ (Euseb.! vgl. D III 587) τὸν νοῦν ἐπιστήσας xal ἐπὶ τῶν 
λοιπῶν ..... μαϑητῶ A 22. 98 xal — πληρῶν) xal (xarà) πᾶσαν τὴν ..... 
οἰχρυμένην và αὐτοῦ λογιχὰ δίχτυα πληρῶν Mai. Und die ganxe Welt der Menschen 
mit seinen vernünftigen Netzen füllend und mi vernünftigen Fischen der Barbaren 
und Griechen aus jedem Geschlecht, herausziehend aus der Tiefe des Bösen und 
aus gottloser Finsternis die Seelen der Menschen, sie hinwendend an jedem Tage 
und xu jeder Stunde xu dem Lichte der von ihm überlieferten göttlichen Erkenntnis 
Zirichtig' = A) — 986 ix Gr <A 


A 319v 
N 134 


6.—8. Bruchstück. 21* 


i] «Ψ 3 , , > , 2 4 25 , N 
τας τῶν ἀνϑρώπων Ψυχας, ἀνέλχων TE αὑτὰς (ἐφ᾽ ἑχάστης ἡμέρας καὶ 
ἐφ᾽ ἑχάστης ὥρας) ἐπὶ τὸ φῶς τῆς ὑπ᾽ αὐτοῦ παραδοϑείσης ἐνϑέου 
γνώσεως. 


7. Bruchstück. Aus IV*. 


οὕτω δὲ (πάλιν) καὶ Ἰωάννου τοῦ υἱοῦ Ζεβεδαίου, ὃν ἐπὶ τῆς ἁλιείας 
2 ἅμα τῷ πατρὶ καὶ τῷ ἀδελφῷ καταρτίζοντα τὰ δίκτυα ϑεασάμενος 
τῆς αὐτῆς ἠξίωσε χλήσεώς τε καὶ ἐπαγγελίας, xa" ὕλης τῆς olxov- 
μένης ἐκλάμπει τούνομα χαὶ οἱ λόγοι τὰς τῶν ἀνϑρώπων ψυχὰς 
χαταυγάζουσι διὰ τῆς (Ux) αὐτοῦ παραδοϑείσης τοῦ εὐαγγελίου γρα- 
φῆς παντοίᾳ γλώττῃ Ἑλληνικῇ τε καὶ βαρβάρῳ μεταβληϑείσης εἰς 
ἐξάχουστόν τε πᾶσι τοῖς ἔϑνεσιν ἐφ᾽ ἑχάστης ἡμέρας κηρυττομένης. 


8. Bruchstück. Aus IVs. 


καὶ ἐπειδήπερ ἐν προφητείαις avaypanroıc εἰς αὐτοῦ πρόσωπον 
εἴρηται προφητικῶς" ναἴτησαι παρ᾽ ἐμοῦ καὶ δώσω σοι ἔϑνη τὴν κλη- 
ρονομίαν σου καὶ τὴν κατάσχεσίν σου τὰ πέρατα τῆς γῆςε, διὰ τοῦτο 
Oc ἂν τῆς προφητιχῆς μαρτυρίας ἔργῳ νῦν πληρωϑείσης, φησὶ τοῖς 
αὐτοῦ μαϑηταῖς" [] νἐδόϑη μοι πᾶσα ἐξουσία ὡς ἐν οὐρανῷ καὶ ἐπὶ 
γῆς: [} τῶν μὲν γὰρ κατ᾽ οὐρανὸν ἐξ αἰῶνος ἐπεῖχε τὴν βασιλείαν. 
τῶν δ᾽ νἐπὶ γῆςε νῦν αὐτῷ δεδόσϑαι φησὶ τὴν ἀρχὴν (»0x0 τοῦ 
πατρὸςς ἀκολούϑως τῷ »αἴτησαι παρ᾽ ἐμοῦ καὶ δώσω σοι ἐϑνὴ τὴν» 
κληρονομίαν σους). πάλαι μὲν γάρ, ὡς Μωσῆς μαρτυρεῖ, ᾧτε dıe- 
μέριζεν ὃ ὕψιστος ἔϑνη, ἔστησεν δρια ἐϑνῶν κατὰ ἀριϑμὸν ἀγγέλων). 
ἄγγελοι ϑεοῦ ἤσαν (πάντας. τοὺς. (πρότερον) ἐπὶ γῆς ἐγχεχειρισμένοι. δια- 
τραπείσης δὲ τῆς ἀνϑρωπότητος ἐπὶ τὴν πολύϑεον πλάνην καὶ τῶν 
ἐπιστατούντων ἀγγέλων μηδὲν πρὸς τοῦτο ἐπικουρεῖν δυναμένων, 
αὐτὸς δὴ λοιπὸν ὁ (κοινὸς. τῶν ὅλων σωτὴρ διὰ τῆς αὐτοῦ ϑεοφα- 


5—11— X 1321—s 5f. vgl. Matth dar 18-- 8. 28, 15 --- X 1342-1302. 


14. 20 =: Ps 28 17 = Matth 2Sıs 19 vgl. Matth 1127 ' 21 — Din 328 


1 ἐφ᾽ — ὥρας E — A ὅ πάλιν Σ «-- ἃ 9 ὑπ᾿ Gr nach "<A 
18 da aber X 15 διὰ τοῦτο A< X 17. 18 hat A einen Zusatz, der zwischen 
den Worten des Matth. und Luk. unterscheidet < € 19 τὴν ἀρχὴν < X wohl 
mit Unrecht, sonst lies τὰ δ᾽ ἐπὶ γῆς 19—91 von seinem Vater, entsprechend 
wie das (Wort): Bitte von mir und ich will dir Vülker xu deinem Erbe geben 


E<A 21 ὅτε — ἀγγέλων nach Din 328 E <A 28 πάντας — πρότερον X 


τοὺς A 28 χοινὺς Z <A 


0 


[d 


20 


10 


15 


"Ὁ 


20 


22* Eusebius. 


νείας μετὰ τὴν κατὰ τοῦ ϑανάτου vixgv διδάσχει, ὅτι μηκέτ᾽ ἀγγέ- 
λοις ἀλλ᾽ αὐτῷ πρὸς τοῦ πατρὸς 5 τῶν ἐπὶ γῆς ἐθνῶν ἐξουσία δέ- 
δοται. διὸ τοῖς αὐτοῦ μαϑηταῖς οὐ πρότερον, ἀλλὰ νῦν παρεχελεύ- 
σατο περιελϑεῖν καὶ μαϑητεῦσαι πάντα τὰ ἔϑνη. ἀναγχαίως δὲ προσ- 
τίϑησι (xcl) τὸ μυστήριον τῆς ἀποχαϑάρσεως. ἐχρῆν γὰρ τοὺς ἐξ 
ἐϑνῶν ἐπιστραφέντας »zavtóc μολυσμοῦε xal μιάσματος διὰ || τῆς 
αὐτοῦ δυνάμεως ἀποκαϑαίρεσϑαι, ἐκ τῆς δαιμονικῆς καὶ εἰδωλολάτρου 
πλάνης (Lopunwulvors‘ μιάσμασί τε παντοίοις ἐνεσχημένους ἄρτι τε 
πρῶτον ἐξ ἀχολάστου καὶ παρανόμου βίου μεταβεβλημένους. τούτους 
δὲ καὶ διδάσχειν παραινεῖ μετὰ τὴν ἀποκάϑαρσιν τὴν διὰ τῆς αὐτοῦ 
μυστικῆς διδασχαλίας, οὐ τὰ Ἰουδαϊκὰ παραγγέλματα οὐδὲ τὰ παρὰ 
Ιωσεῖ νόμιμα ἀλλ᾽ ὅσα (αὐτὸς) αὐτοῖς ἐνετείλατο φυλάττειν. ταῦτα 
δ᾽ ἡν, ἃ δὴ συμφώνως οἱ πάντες ἐχπεριελϑόντες πάντα τὰ ἔϑνη 
παραδεδώκασι «πᾶσι τοῖς γνωρίμοις καὶ πάσαις ταῖς xa 0Ang τῆς olxov- 
μένης ἐκκλησίαις. ἀναγχαίως δὲ αὐτοὺς προτρέπει καὶ προϑυμοτέρους 
ἀπεργάζεται ἐπὶ τὸ ϑηρεῦσαι περιελϑεῖν τε πᾶντα τὰ ἔϑνη καὶ μαϑη- 
τεῦσαι πᾶν γένος ἀνϑρώπων, ÓU ἧς πεποίηται πρὸς αὐτοὺς ὑποσχέ 
σεῶς εἰπών" νκαὶ ἰδοὺ ἐγώ εἰμι μεϑ᾽ ὑμῶνε. |] τούτῳ δὲ τῷ τῆς 
ἐπαγγελίας λόγῳ ἔργον ἐπιϑεὶς ϑεϊκῇ τε δυνάμει ἑκάστῳ συνὼν (xai 
πᾶσιν ὁμοῦ παρὼν) GuuxréOv TE αὐτοῖς χαὶ συνεργῶν ἐπιστώσατο τὸ 
κατόρϑωμα, διδασχάλους [τε] αὐτοὺς τῶν ἐϑνῶν ἁπάντων τῆς ὑπ᾽ 
αὐτοῦ παραδοϑείσης ϑεοσεβείας ἀποδειχνύμενος. ταύτῃ γοῦν ἐπιϑαρ- 
σήσειντες τῇ ἐπαγγελίᾳ, ἔργῳ τοὺς αὐτοῦ λόγους ἐπλήρουν" αὐτίχα 
μηδὲν ὑπερϑέμενοι σὺν πάσῃ προϑυμίᾳ προῆλϑον ἐπὶ τὴν τῶν ἐϑνῶν 
διδασχαλίαν, ἔργῳ μὲν αὐτῷ παραλαβόντες καὶ ὀφθαλμοῖς ὁρῶντες 
ζῶντα τὸν πρὸ μικροῦ ϑανόντα, καὶ ov ἐξωμόσαντο ἀρνησάμενοι διὰ 
τὰ συμβεβηκότα, τοῦτον αὐτὸν ἐναργῶς καὶ αὐτοπροσώπως παρόντα 
καὶ συνήϑως προσδιαλεγόμενον ἐπαγγελλόμενόν τε αὐτοῖς τὰ προλε- 
λεγμένα, οὐχ ἔχοντες δὲ ὕπως ἀπιστήσωσι ταῖς ἐπαγγελίαις διὰ τὴν 


3 vgl. Matth 2819. 6 vgl. II Kor 71 18 — Matth 2820 


9 xci X <A 4 weil sie schmutzig waren infolge des dümonischen und 


poly istischen Irrtums X ἐρρυπωμένους <A 8 ἐνισχημένγουις A 12 αὐτὸς 
Wendland X « A 14 alle seine Jünger und allen Kirchen X (innersyrische 
Verderbnis; statt des Nom. lies Dativ: allen seinen Jüngern. Das Pronomen ist 
falsches Explizitum.) 16 ϑηρεῦσαι A ϑαρρῆσαι X 18 Nach ὑμῶν hat A 
einige Worte über Luk. < X 19 χαὶ — παρὼν und war allen zugleich nahe 
<A 90 ovuxréov handelte mit ihnen X 91 t£ A - Gr 98 αὐτίχα 


€ 


verbindet CX mit ἐπλήρουν 94 ὑπερϑέμενοι lehrten. X. (innersyrische Verderbnis) 


A 32ur 


8. u. 9. Bruchstück. 23* 


ϑεωρουμένην ὄψιν. 7 γὰρ ἂν καὶ ἀπώκχνησαν πρὸς τὸ ἐπίταγμα ἀγροι- 
χίαν ἑαυτοῖς xai λόγων ἰδιωτείαν συγγινώσκοντες, δι ἢ ἣν τάχα ἂν καὶ 
παρῃτήσαντο, εἰχότως λογισάμενοι, cg οὐχ οἷόν τε ἣν Σύρους τὴν 
γλῶτταν καὶ πλέον ἁλιείας μηδὲν ἐπισταμένους, διδασχάλους Ἑλλή- 
νῶν ὁμοῦ καὶ Ῥωμαίων Αἰγυπτίων τε καὶ Περσῶν καὶ τῶν λοιπῶν 3 
βαρβάρων ἐϑνῶν καταστῆναι ἀντινομοϑετῆσαί τε τοῖς ἁπανταχοῦ 
γῆς νομοϑέταις τε καὶ βασιλεῦσι τἀναντία τοῖς περὶ τῶν πατρῴων 
ϑεῶν ix τοῦ παντὸς αἰῶνος δεδομένοις. ἀλλ᾽ οὐχ ἐξῆν αὐτοῖς ταῦτα 

' διανοεῖσϑαι, ἀχούσασι μὲν ϑεοῦ φωνῆς λεγούσης αὐτοῖς νἱδοὺ ἐγὼ 
us9' ὑμῶν εἰμι (πάσας τὰς ἡμέρας)ε, ὁρῶσι δὲ ἐναργῶς τὴν τοῦ Aa- 10 
λοῦντος ϑεότητα χρείττονα ϑανάτου φανεῖσαν. διὸ καὶ δέος αὐτοῖς 
τῆς παραχοῆς εἰσήει, ἔνϑεν ὁμόσε τοῖς κινδύνοις ἐχώρουν, τῆς μετὰ 
ϑάνατον ξωῆς παρὰ τοῦ διδασχάλου λαβόντες τὰ ἐχέγγυα, προῆλϑόν 
τε εὐθαρσῶς ἐπὶ τὴν τῶν ἁπάντων ἐϑνῶν περίοδον, τοῦ σφῶν δι- 
δασχάλου τὰς ὑποσχέσεις ἔργοις πιστούμενοι . . . . . .. 1ὅ 


9. Bruchstück. Aus IV». 


A 320r ἅπαξ οὖν ἀποφηναμένου δεῖν κηρυχϑῆναι ἐπὶ τῷ ὀνόματι αὐτοῦ 

Σ 186 μετάνοιαν ἐπὶ πάντα τὰ ἐϑνη, εἰ μὴ τοὔργον ἐπηχολούϑηχε τῷ λόγῳ, 
μηδὲ τὰ τῆς &x νεκρῶν ἀναβιώσεως αὐτοῦ σιστευέσϑο», εἰ δὲ εἰσέτι 
καὶ νῦν τὰ τῆς προρρήσεως εἰς ἔργον χωρεῖ Ó TE λόγος αὐτοῦ ζῶν 20 
καὶ ἐνεργῶν xa ὅλης τῆς οἰκουμένης ὀφϑαλμοῖς ὁρᾶται, ὥρα μηδὲ 
τῷ τὸν λόγον προεμένῳ ἀπιστεῖν. οὗ γὰρ 7 δύναμις ξῶσα καὶ ἐνεργὴς 
ὁρᾶται, τοῦτον ἀνάγκη πᾶσα πολὺ πρότερον (ὁμολογεῖν) ζῆν καὶ ϑεοῦ 
ξωὴν τοῦτον ἐχτελεῖν, οὗ ζῶντα τὰ ἔργα σύμφωνα ταῖς φωναῖς 
ἀποδείχνυται. πᾶσαν γοῦν axonv παντοίων ἐϑνῶν οἱ αὐτοῦ λόγοι 25 
διῆλϑον, μεταβαλλόμενοι καὶ μεϑερμηνευόμενοι εἰς παντοίαν γλώτταν 
Ἑλληνικήν τε καὶ βάρβαρον, ὡς ἐξάκουστον αὐτοῦ τὴν διδασχαλίαν 
πᾶσι τοῖς ἔϑνεσι γενομένην εἰς ἐπιστροφὴν καὶ μετάνοιαν ἀγαγεῖν 
μυρία πλήϑη τῶν πρότερον ἐν πολυϑέῳ πλάνῃ καὶ εἰδωλολατρείᾳ 


9 — Matth 2820 17 —8. 24, 18 = Σ 13614—137 10 


6 ἁπανταχοῦ γῆς A xa9' ὅλης τῆς olxovuévqc? X 4 πρώτων A ihrer 
Väter XY — 8 δεδογμένοις A nagadedoutvos? Σ 9 ἀχούσασι Mai ἀχούοντας A 
10 πάσας — ἡμέρας Σ <A δρῶσι Mai ὁρῶντας A ἐναργῆ Mai | λα- 
λοῦντος + mit ihnen X 11 φανϑεῖσαν A 12 ὁμόσε ἐχώρουν) ertrugen sie 
mit ganzer Seele X 29 ἐνεργὴς + ὀφϑαλμοῖς (frei?) E 98 πᾶσα « X | 
ὁμολογεῖν Σ «A 96 διῆλθον machten £X (innersyrische Verderbnis) 


10 


tat 
οι 


2a) 


0*5 


-— 


)4* Eusebius. 


πλημμελῶς καὶ ἀσέμνως βιούντων. οὐ πρότερον δὲ ἄφεσιν εἶτα ue- 
τάνοιαν, ἀλλὰ μετάνοιαν πρῶτον εἶτα τὴν ἄφεσιν χηρύττειν παρα- X 
κελεύεται. τοῖς γὰρ γνησίαν πρότερον χαχῶν μετάνοιαν ἐνδειξαμένοις 
ἡ σωτήριος χάρις τὴν συγχώρησιν τῶν πεπραγμένων ἐδωρήσατο. di 
ovg καὶ τὸν ϑάνατον ἀνεδέξατο, λύτρον ἑαυτὸν ἐπιδοὺς xai ἀντί- 
ψυχον τῶν μελλόντων di αὐτοῦ σωθήσεσθαι. οὕτω δῆτα οἱ αὐτοῦ 
μαϑηταί, ἄνδρες ἄπειροι λόγων ὄντες καὶ πάμπαν ἰδιῶται πένητές 
τε καὶ εὐτελεῖς τὸ σχῆμα, τῇ δυνάμει τοῦ μετὰ ϑάνατον ϑεωρουμένου 
καὶ ἐμφανῶς αὐτοῖς συναυλιζομένου ἐπιϑαρσήσαντες ἀπὸ τῆς Ἵερου- 
σαλὴμ πόλεως ἀρξάμενοι κατὰ τὰς αὐτοῦ παρακελεύσεις [ἵνα ἄνα- 
πολόγητα εἴη τοῖς Ἰουδαίοις ἀπιστήσασιν) ἐπὶ πάντα προῆλϑον τὰ 
ἐϑνὴ καὶ τὰ προστεταγμένα ἐποίουν, κηρύττοντες μετάνοιαν τοῖς 
πᾶσι καὶ λύσιν τῶν πρότερον τῆς φυχῆς ἀμπλακημάτων... .. 


10. Bruchstück. Aus IVis. 


4 4 M ^ p 4 , « 3 - 
20. 5. 5. . τῆν πρὸς Ücov yrvooív τε xoi φιλίαν, sv τοῖς αὐτοῦ 
, ^ «-- ) , x - 4 
προὐξένει μαϑηταῖς, τήν TE τῆς ψυχῆς ἀταραξίαν καὶ λογισμοῦ τὸ 
\ 2 \ — > - , 
γαληνὸν καὶ εὐσταϑὲς τοῦτον ἁποχαλῶν τὸν τρόπον. 


11. Bruchstück. Aus IVis. 14. 


συνηγμένων μὲν οὖν ἐπὶ τὸ αὐτὸ ἐν τοῖς Ἱεροσολύμοις τῶν ἀρ- 
χόντων τοῦ Ἰουδαίων ἔϑνου: ἀρχιερέων τε xol νομοδιδασχάλων, 
(αὐτὸς δὲ) ἐν αὐτῷ τῷ ἱερῷ ποιούμενος τὰς διατριβὰς τὰ μέλλοντα 
αὐτοῖς xat αὐτοῦ τολμᾶσϑαι xol τὸν ἐπὶ τῇ τόλμῃ καταληψόμεγον 
αὐτοὺς ὄλεϑρον ἐπεσχιασμένως τοῦτον τὸν τρόπον διὰ τῆς παραβολῆς 
προηγόρευσν 2. ren 


. * . . 5 . . .Φ Φ hd * * . . . . . . e. . . * . . . . . 


€ E € 
ἔστι δὲ ἡ παραβολὴ ovyyer ὴς τῇ παρὰ τῷ προφήτῃ Ἡσαΐᾳ. παρ᾽ ὦ 
τοῦτο» ἔχει τὸν τρόπον" τἀμπελὼν ἐγενήϑη τῷ ἠγαπημένῳ ἐν κέρατι 


9 vgl. Luk 1 15-17 - Y111—s 19—24 = Σ 1417τ-ὸ 94. folgt 
27 


in XN Matth 21sstt. 26—8S. 36, 10 — € 14121—1134 —- Jes 53 


9 x«à — ovravAizouzror Mai woher? (ovd. der deutiöirh mit ihnen redete Σ 
e , ^ . - 
10. 11 ?r« — ἀπιστήσσ» A <N 11 γαληνὸν} ΠΟ XN 19 ovv 


δ * b" > . - a - LI 
21 «cro; dE ON ZA 33 ὀλέεϑοον A Vericistum X 36 προφήτῃ 


I AR 
/. M 


A 


Y 137 


A 186r 
Σ 141 


A 202v 
Σ 141 


11. Bruchstück. 25* 


ἐν τόπῳ πίονι καὶ φραγμὸν περιέϑηχα καὶ ἐχαράχωσα καὶ ἐφύτευσα 


EZ 142 xol πύργον (ἐν μέσῳ αὐτοῦ ὠχοδύμησα καὶ προλήνιον ὥρυξα καὶ 


ἔμεινα τοῦ ποιῆσαι σταφυλήν, ἐποίησε δὲ ἀκάνϑας:. ἀλλ᾽ ἡ μὲν παρὰ 
τῷ προφήτῃ τὸν “ἀμπελῶνα διαβέβληχεν, ὃν καὶ ἡρμήνευσε τίς ποτε 
nv, εἰπών »0 γὰρ ἀμπελὼν κυρίου Σαβαὼϑ οἶχος τοῦ Ἰσραὴλ «καὶ 
ἄνϑρωπος τοῦ Ἰούδα νεόφυτον ἠγαπημένον᾽ ἔμεινα τοῦ ποιῆσαι χρίσιν, ἐποίησεν 
δὲ ἀνομίαν καὶ οὐ δικαιοσύνην ἀλλὰ χραυγήνλε. ἡ δὲ τοῦ σωτῆρος παρα- 
βολὴ εἴρηται μὲν ὁμοίως &xeivn «τῇ τοῦ προφήτουν, ὡς ἂν γνωρισϑείη 
«καὶ ϑεωρηϑείη) τοῖς παροῦσι καὶ ἀκροωμένοις" οὐ μὴν περὶ τοῦ ἀμπε- 
λῶνος λέλεκται, ἐπειδὴ O προφήτης τὴν περὶ τούτου πρόρρησιν προ- 


\ , e - ^ , - » ) - 
λαβὼν εἰρήκει. ἀπερ δὲ τῷ προφηήτῇ σεσιώπητο, ταῦτα αὑτος EP τῇ 


παραβολῇ τίϑησιν, λέγω δὲ τὰ περὶ τῶν γεωργῶν τοῦ ἀμπελῶνος. 
οὗτοι δὲ ἤσαν oí πρεσβύτεροι τοῦ λαοῦ καὶ οἱ ἀρχιερεῖς ἀρχοντές τε 
καὶ διδάσχαλοι. οἱ δὴ xul τῷ «ὅλῳ πλήϑει παραίτιοι γεγόνασι τῆς 
τῶν πονηρῶν καρπῶν ἐχφυῆς, δι’ ovg καὶ ὁ ἀμπελὼν καταλέλειπται 
ἔρημος, τουτέστι τὸ πᾶν αὐτῶν ἔϑνος, καὶ ὁ τούτου καϑηῃρέϑη φραγ- 
μός, οἱ πάλαι δηλαδὴ τοῦ ἔϑνους προμαχοῦντες καὶ τὸν λαὸν φυλάτ- 
τοντες σὺν αὐτῷ τῷ τύπῳ, 0 τε ἐν αὐτῷ πύργος αὐτὸς ὁ νεώς, καὶ 
n ληνὸς [xol] τὸ ϑυσιαστήριον. ταῦτα (yotv) πᾶντα ἄρδην ἐκ βάϑρων 
ἤρϑη διὰ τὴν τῶν γεωργῶν μιαιφονίαν, οἱ δὴ πρώτους δούλους καὶ 
δευτέρους ἀποσταλέντας πρὸς αὐτούς, δηλαδὴ τοὺς κατὰ χρόνους 
προφήτας, ἀνεῖλον. μαρτυρεῖ τῷ λόγῳ καὶ ἡ παλαιὰ γραφὴ χαὶ προ- 
φητῶν δὲ Ἠλίας ἐν εὐχῇ πρὸς τὸν ϑεὸν λέγων" ν»χύριε τοὺς προφῆτας 
σου ἀπέχτειναν καὶ τὰ ϑυσιαστήριά σου χατέσκαψαν χἀγὼ ὑπελείφϑην 
μόνος. xai ζητοῦσι τὴν ψυχήν μου λαβεῖν αὐτήνε. ταῦτα γοῦν 0 προφήτης 
τῶν ἀρχόντων τοῦ Ἰουδαίων ἔϑνους διὰ τῆς εὐχῆς κατηγορεῖ, οἱ δὲ 
μὴ ἀρχεσϑέντες τῇ κατὰ τῶν προφητῶν μιαιφονίᾳ ὕστερον καὶ αὖ- 


ὅ — Jes 57 28 = I Kön 1910 


1 χαὶ φραγμὸν] und er bebaute ihn, umgab ihn mit einem Zaune, pflanxte 
Weinreben darin, baute einen Turm in seiner Mitte, auch machte er in ihm eine 
Kelter und wartete, daß er Trauben brächte, aber er brachte Heerlinge X (= Pesittha!) 
9 ἐν — avto <A 5 Denn der Weinberg des Herrn Zebaoth ist das Haus 
Israel und der Mensch aus Juda (ist) eine neue und geliebte Pflanze. Ste 
wartete auf Recht, aber es ward Raub, und auf Gerechtigkeit, und siehe Weh- 
klagen X (fast = Peittha!) < A 8 τῇ τοῦ προφήτου E « A 9 und ge- 
zeigt (geprüft) werde X < A 14 (jo XN «— A 17 δηλαδδ A — N 18 αὐὖὐ- 
τῷ τῷ A mil seinem Ort XY — 19 xal A « Σ Mai [γοῦν EZ — A 21 δευ- 
τέρους] die anderen oder die letxten € 28 ὁ A — XN 27 μιαιφονίᾳ + 
ἀλλὰ Σ 


10 


20 


lt 


s 74 


B! 


96* Eusebius. 


τὸν τὸν υἱόν, (τουτέστι τὸν τοῦ ϑεοῦ υἱόν. οὐχ ἀγνοοῦντες ἀλλ᾿ εὖ μάλα 
καὶ ἀχριβῶς εἰδότες αὐτὸν εἶναι τὸν χληρονόμον ἀνεῖλον. ταῦτα δὲ 
ὁ σωτὴρ πρὸ τοῦ πάϑους περὶ ἑαυτοῦ ἡνίττετο, προλαμβάνων τὸ 
μέλλον κατὰ τὴν πρόγνωσιν. καὶ λέγει ταῦτα ἐν αὐτῷ διατρίβων 
τῷ ἱερῷ τοῖς κατ᾽ αὐτὸν γεωργοῖς τοῦ ἀμπελῶνος τοῖς (ἀρχιερεῦσι καὶ 
τοῖς διδασχάλοις καὶ τοῖς λοιποῖς τοῖς τοῦ λαοῦ προεστῶσιν, σφόδρα σαφῶς 
διὰ τῆς παραβολῆς αὐτοὺς καϑ'’ ἑαυτῶν τὴν ἀπόφασιν ἐξενέγχκασϑαι 
παρασχευάζων. (ἐρωτᾷ μὲν δὴ αὐτοὺς ἐν τῷ τῆς παραβολῆς τέλει λέγων" »ὅταν 
ἐλϑῃ ὁ χύριος τοῦ ἀμπελῶνος, τί ποιήσει τοῖς γεωργοῖς ἐχείνοις«; ol δὲ) οὔπω 
συνέντες ὅτι σερὶ αὐτῶν εἴρητο, (xa9' ἑαιτῶν τὴν ψῆφον ἐξήνεγχον) . .. 


12. Bruchstück. Aus [Ὑ18-τ.ϑ0. 


ἐπεὶ δὲ καὶ περὶ τοῦ τόπου ἔχρησεν ὁ τοῦ ϑεοῦ λόγος, 
φέρε ἴδωμεν τὰς αὐτοῦ περὶ τούτου φωνάς. οὐ φέροντες αὐτοῦ τὴν 


5 σεμνὴν διδασχαλίαν οὐδὲ τὴν παρρησίαν καὶ τοὺς ἐλέγχους οἱ τῶν 


Ἰουδαίων ἄρχοντες τῆς πόλεως ἀπαλλαγῆναι ἐποίουν. 0 δὲ ἀναχωρῶν 
τῶν Ἱεροσολύμων τοιάσδε προήκατο κατὰ τῆς πόλεως φωνάς" » Iegov- 
σαλὴμ Ἱερουσαλὴμ (5 ἀποκχτείνουσα τοὺς προφήτας καὶ λιϑοβολοῦσα 
τοὺς ἀπεσταλμένους πρὸς αὐτήν.) ποσάκις ἠϑέλησα ἐπισυναγαγεῖν τὰ 
τέχνα σου, (0v τρόπον ὄρνις ἐπισυνάγει τὰ νόσσια αὐτῆς ὑπὸ τὰς 
πτέρυγας" καὶ οὐχ ηϑελήσατε. ἰδοὺ ἀφίεται ὑμῖν ὃ οἶκος ὑμῶν 
«ἔρημος. λέγω γὰρ ὑμῖν, οὐ μὴ ἴδητε ar ἄρτι ἕως ( ἂν εἴπητε: £U- 
λογημένος ὃ ἐρχόμενος iv ὀνόματι xvolov)« |] μιάσματος yàg iva- 
γοῦς iv τῷ μετὰ ταῦτα χρόνῳ δρασϑέντος Ux αὐτῶν, — τοῦτο δ᾽ 
4v τὸ τολμηϑὲν αὐτοῖς ἀγος κατὰ τοῦ σωτῆρος --- ἐχρῆν δήπου μὴ 
μόνον τοὺς τῆς πόλεως οἰκήτορας. ἀλλὰ καὶ αὐτὸ τὸ ἔδαφος, ἐφ᾽ ᾧ 


-— Matth 2140 18—8. 39, 4 = XY 14814—15036 98 — Matth 23s7—89 


1 τουτέστι — υἱὸν E — Α 4 xal λέγει V < X (innersyrische Verderbnis) 
5 xar’ αὐτὸν) zu seiner Zeit © 5. 6 ἀρχιερεῦσι — λοιποῖς E<A 89er 
fragt sie also am Schluß seiner Parabel und sagt: Wenn der Herr des Weinberges 


kommt, was wird er jenen Arbeitern tun? Nie aler © <A 10 συνέντες Gr 
συνέντας A | brachten den Urteilsspruch wider sich 2 << A (vgl. in der Fort- 
setzung ἵνα αὐτοὶ τὴν ψῆφον ἐξενέγχωσιν) 18 τοῦ τόπου eben seine Örter 


(= αὐτοῖ τοῦ tóxov?) X 14 ἴδωμεν + xa] 15 οὔτε A 181. Die Er- 
gänzungen nach U — A 19 αὐτήν} dir X 229 yàg] δὲ X 28 xvolov + 
einen Satz A < X |740 A «— X 


X 143 


A 199r 
Σ 148 


Σ 149 


12. Bruchstück. 97 


μέγα ἐφρόνουν, τἀπίχειρα ὧν ἔδρασαν οἱ οἰκήτορες παϑεῖν, ἃ δὴ καὶ 
πεπόνϑασιν οὐχ εἰς μαχράν, Ῥωμαίων ἐπελθόντων τῇ πόλει καὶ τῶν 
οἰκητόρων τοὺς μὲν πολέμου νόμῳ κατασφαξάντων, τοὺς δ᾽ αἰχμαλό- 
τοὺς ἀπαγαγόντων, τοὺς δὲ λιμῷ διαφϑειράντων, τοὺς δ᾽ ἀπελασάν- 
τῶν καὶ εἰς πάντα τόπον διασχεδασάντων, τὸν δ᾽ οἶχον αὐτῶν καὶ 
τὸν νεὼν ἐμπρησάντων εἰς ἔσχατά τε ἐρημίας περιβαλόντων. ἀλλὰ 
γὰρ τούτων ἐν τοῖς μετὰ ταῦτα χρόνοις γενομένων προλαβὼν 0 0@- 
τὴρ τὸ μέλλον τῇ προγνώσει οἷα ϑεὸς λόγος τὰ συμβησόμενα προαγο- 
ρεύεε διὰ τῶν προχειμένων. τέχνα δὲ τῆς πόλεως ὀνομάζει τὸ Ἰου- 
δαίων πᾶν ἔϑνος, οἶχον δὲ αὐτῶν ἀποκαλεῖ τὸν νεών. εἶτα μαρτύρεται 
ὕτε παρὰ τὴν αὐτῶν αἰτίαν τὰ σχυϑρωπὰ αὐτοὺς μετελεύσεται, ἐπει- 
δὁήπερ αὐτὸς μὲν πολλάχις ἐπισυναγαγεῖν αὐτῶν τὰ τέχνα ὑπὸ τὸν 
τῆς ϑεοσεβείας ζυγὸν βεβούληται, οἷα τοῦ παντὸς (προὼν καὶ ἐξ αἰῶνος" 
πρόνοιαν αὐτῶν πεποιημένος δι ἑχάστου TE προφήτου καὶ καϑ' ἑχά- 
στὴν γενεὰν ἐπιστρέφων. αὐτοὺς καὶ ἀναχαλούμενος, οἱ δὲ οὐχ ἤϑελον 
ὑπακοῦσαι τῇ κλήσει, οὗ δὴ χᾶριν τὴν κατ᾽ αὐτῶν ἀπόφασιν προε- 
νήνεχται εἰπών" »lóo9 ἀφίεται ὑμῖν ὁ οἶχος ὑμῶν ἔρημοςε. σφόδρα 
δὲ ἀχριβῶς οὐ τὴν πόλιν ἔρημον ἔσεσϑαί φησιν, ἀλλὰ τὸν ἐν αὐτῇ 
οἶχον, δηλαδὴ τὸν νεών, ὃν οὐχέτι ἑαυτοῦ [ἀλλ οὐδὲ τοῦ ϑεοῦ οἶχον 
βούλεται χρηματίζειν, ἀλλ αὐτῶν εἶναί φησιν. ἔρημον δὲ αὐτὸν 
ἔσεσϑαι ϑεσπίζει οὐχ ἄλλως ἢ ὑπὸ τῆς πρότερον ἐπισχοπούσης αὐτὸν 
προνοίας καταλειφϑησόμενον, (di ὃ εἶπεν" εἰδοὺ ἀφίεται ὑμῖν ὁ οἶχος 
ὑμῶν ἔρημος). καὶ δὴ ϑαυμάᾶσαι ἔστι τοῦ λόγου τὸ ἀποτέλεσμα, ὅτι 
δὴ μηδ᾽ ἄλλοτε πώποτε τοσαύτην ὑπέμεινεν ἐρημίαν ὃ τόπος οὐδ᾽ 
Ott διὰ τὰς ὑπερβαλλούσας αὐτῶν δυσσεβείας καὶ εἰδωλολατρείας Tas 
τε χατὰ τῶν προφητῶν μιαιφονίας ὑπὸ Βαβυλωνίων ἥλω" ἑβδομη- 
κονταετὴς γὰρ ὁ πᾶς τῆς ἐρημώσεως τοῦ τόπου χρόνος κατ᾽ ἐχείνους 
à γενήϑη. διὸ οὐχ ἂν κυρίως ἐλέχϑη αὐτοῖς τότε τὸ ν»(ἰδοὺν ἀφίεται 
ὑμῖν ὁ οἶχος ὑμῶν ἔρημοςε. οὐ γὰρ ἀφείϑη, ἔτυχε δὲ ἐπισκοπῆς μετ᾽ 
οὐ πολὺν χρόνον, xa" ὃν ἀνανεώσεως μείζονος ἢ ἢ κατὰ τὴν “προτέραν 
ἠξιώϑη, ὡς προειπεῖν τινα τῶν προφητῶν ὅτι δὴ »ἔσται ἡ δόξα τοῦ 
οἴχου τούτου ἡ ἐσχάτη ὑπὲρ τὴν προτέρανε. μετὰ δὲ τὴν τοῦ σωτῆρος 


17. 22. 28 — Matth 23ss — 81 -- Hag 29 


3 μαχρόν A 8 τοὺς δ᾽ — ἀπαγαγόντων co X hinter διαφϑειράντων 
5 καὶ — διασχεδασάντων A « X  [olxov] Gefangenschaft X (innersyrische Ver- 
derbnis) [αὐτῶ « E 4? yàg « X S8 9co X 18 wie er vor allem ist 
und von Ewigkeit besorgt war um sie X oia ἐκ τοῦ παντὸς πρόνοιαν... . A 
19 ἀλλα -“- Σ 99 δὲ — ἔρημος Σ « A. 96 εἰδωλολατρίας A 28 ἐλέχϑη 
Mai Σ' ἐλέγχϑη A |Wod X — A BI ἔσται + μεγάλη Σ (— Pei!) 


28* Eusebius. 


ἡμῶν φωνήν, ὅπως ἀφείϑησαν ὃ vt olxog αὐτῶν (διὰ τῆς vov 9cor 
ἀποφάσεως) εἰς ἔσχατον ἐρημίας ἤλασεν, τοῖς εἰς τοὺς τόπους ἀφιχνου- 
μένοις 7 ὄψις αὐτὴ τοῦ λόγου μᾶλλον δείκνυσι τὸ ἀποτέλεσμα. xci X 
ὃ χρόνος δὲ πολυετὴς γεγονὼς καὶ μακρός, ὡς μὴ μόνον διπλασίονα 
δ εἶναι τῆς ἑβδομηχονταετοῦς ἐρημίας τῆς ἐπὶ Βαβυλῶνι γεγενημέ- 
νης, ἀλλὰ καὶ τετραπλασίονα ὑπερβαίνειν τὴν τοῦ σωτῆρος ἡμῶν 
ἀπόφασιν πιστοῦται. ὅτε δὲ πάλιν xal xav ἄλλον τινὰ χρόνον ὁ μὲν 
(σωτὴρ) ἀμφὶ τὸ «εἰρημένον» ἱερὸν ἐβάδιζεν, οἱ δ᾽ αὐτοῦ μαϑηταὶ τοῦ 
περιβόλου τὰς οἰχοδομὰς αὐτοῦ [τοῦ] τε τοῦ ἱεροῦ τὸ μέγεϑος καὶ 
10 τὸ κάλλος ὑπερϑαυμάζοντες ἐδείκνυον αὐτῷ, ὁ δὲ (ἀποχριϑεὶς εἶπεν 
αὐτοῖς" οὐ βλέπετε ταῦτα πάντα; λέγω ὑμῖν οὐ μὴ ἀφεϑῇ ὧδε Aldo; 
ἐπὶ λίϑον ὃς οὐ )καταλυϑήσεται)ε. xal ὅτι μὴν ἀξιοϑέατα ἣν πᾶντα τὰ 
τῆς οἰχοδομῆς τὰ τε τῆς ἄλλης κατασχευῆς τοῦ αὐτόϑι veo, δηλοῦσιν 
αἱ ἱστορίαι. δείγματος δὲ χάριν εἰσέτι δεῖρο λείψανά τινα πεφύλα- 
15 χται, di ὧν τὰ ἴχνη καταλαμβάνεται τῶν πάλαι χατασχευασμάτοων. 
πάντων δὲ ϑαυμασιωτέρα τυγχάνει ἡ ϑεϊῖχὴ φωνὴ τῆς τοῦ σωτῆρος: 
ἡμῶν προγνώσεως, Jj; καταλλήλως τοῖς τὰς οἰχοδομὰς ἐχπεπληγμέ- 
νοις ἀπεφήνατο, ἐν οἷς ἐθαυμάζοντο πῶς οὐ μὴ μείνῃ Aldo: ἐπὶ 
λίϑον ἀχκαϑαίρετος. δεῖν γὰρ διὰ τὰ τολμηϑησόμενα τοῖς οἰκήτορσι 
90 παντελῆ φϑορὰν καὶ ἐρημίαν τὸν τόπον ὑπομεῖναι, ἅτε δὴ ἀσεβῶν 
ἀνδρῶν γενόμενον οἰχητήριον. ὅπως δὲ τὰ τῆς προρρήσεως εἰς ἔργα 
προκεχώρηχεν 0 τε πᾶς νεὼς xci ὁ περίβολος τά τε ἐν αὐτῷ σεμνὰ 
καὶ περιχαλλῆ ἱδρύματα πάντα λόγον καλύπτοντα ἐρημίαν ἐξ ἐχείνου 
xal εἰς δεῦρο ὑπέμεινεν avgeı TE κατὰ χρόνους καὶ ἐπινέμεται 5 tot 
25 λόγου δύναμις. ὡς μηδὲ ἴχνος ϑεμελίων ἔν τισι φαίνεσϑαι τόποις, 
ἔξεστι τῷ βουλομένῳ παραλαμβάνειν ὀφθαλμοῖς. εἰ δὲ φαίη τις 
μέρη τινὰ ἔτι συνεστάναι, ἀλλὰ καὶ τούτων χρὴ προσδοχᾶν τὸν 
ἀφανισμὸν ὁσημέραι τῆς ἐρημίας αὐξούσης xol τῆς εἰρημένης προρ- 
ρήσεως ἀπορρήτῳ δυνάμει εἰς ἀεὶ ἐνεργούσης. οἶδα δέ τινῶν ἀχού- 
30 σας ἑρμηνευσάντων τὴν προκειμένην φωνὴν ἑτέρως. μὴ γὰρ περὶ 
πάντων τῶν οἰχοδομημάτων εἰρῆσϑαι ἀλλὰ περί τινος μέρους. ὃ δὴ 


7 vgl. Matth 241 10 = Matth 242 18 vgl. Matth 242 


1 durch den Urteilsspruch Gottes X -— A. 1—10 ὅτε — ὁ δὲ «ὦ À hinter 


17 προγνώσεως 4 Wiederum aber auch xu anderer Zeit X <A 8 σωτὴρ 
E<A [εἰρημένον «A 9rov A «- Mai 10—19 ἀποχριϑεὶς — zure- 
λυϑήσεται "<A 129—17 xal ὅτι --- προγνώσεως co A vor 7 ὅτε 12 ww 


Σ uiv A 18 ἄλλης] letster € (Fehler des Editors) 1? 9 Gr « ^ (nach ὁ 
δὲ 10 28 χαλύίπτοντα € χαλίπτοισαν X 80 προχειμένην XN προειρημἐνην A 
81 rivo; A τοῦ XN 


= 150 


A 201r 


A 260v 


Σ 151 


12. Bruchstück. 29* 


οἱ μαϑηταὶ αὐτοῦ ϑαυμάζοντες ἐπεδείκνυον αὐτῷ᾽ xav ἐχείνου γὰρ 
ἐξενηνοχέναι αὐτὸν τὴν πρόρρησιν. 

“πάλιν δὲ d τῶν μαϑητῶν περὶ αὐτοῦ γραφὴ ταῦτα διδάσχει ὑπὲρ τῶν τοῦ 
τόποι πολιορκητῶν 


τὰ μὲν πρόσϑεν περὶ τοῦ νεώ, τὰ δὲ προχείμενα) περὶ τῆς πόλεως αὑτῆς 
ἐϑεσπίζετο, ἣν »ϑεοῦ πόλινε ὠνόμαζον οἱ Ἰουδαῖοι διὰ τὸν ἐν αὐτῇ 
τοῦ ϑεοῦ ἱδρυμένον νεών. ἀποκχλαίεται δῆτα τὴν σύμπασαν πόλιν ὁ 
φιλάνϑρωπος, οὐχ οὕτω τὰ οἰκοδομήματα οὐδὲ τούδαφος αὐτὸ Og 
τὰς ψυχὰς τῶν πάλαι οἰκητόρων καὶ τὴν ἀπώλειαν αὐτῶν ἐλεῶν, 
ἀλλὰ καὶ τὰ τῆς ἐρημίας αὐτῶν (αἴτια) παρίστησι λέγων, »εἰ ἔγνως 
καί 76 σὺ ἐν τῇ ἡμέρᾳ ταύτῃ τὰ πρὸς εἰρήνην core. σημαίνει δὲ τὴν 
αὐτοῦ παρουσίαν ἐπ᾽ „elonvn τοῦ σύμπαντος χόσμου γεγενη μένην. 
αὐτὸς γὰρ qr περὶ οὗ εἴρηται »ἀνατελεῖ ἐν ταῖς ἡμέραις αὐτοῦ ὁδι- 
καιοσύνη xal πλῆϑος εἰρήνηςε. ἐληλύϑει δὲ εἰς αὐτὸ τοῦτο κηρύξαι 
»eionvnv τοῖς ἐγγὺς καὶ τοῖς μακρᾶνε, τοῖς τὲ παραδεχομένοις͵ αὐτόν 
φησιν, »εἰρήνην ἀφίημι ὑμῖν, εἰρήνην τὴν ἐμὴν δίδωμι ὑμῖνε, ἥντινα 
εἰρήνην τὰ xad ὕλης τῆς οἰκουμένης εἰς αὐτὸν πιστεύσαντα ἐϑνὴ 
παρεδέξατο. 6 δὲ ix περιτομῆς λαὸς μὴ πιστεύσας εἰς αὐτὸν οὐχ 
ἔγνω τὰ πρὸς εἰρήνην ἑαυτοῦ. διὸ ἐπιλέγει, ννῦν δὲ ἐχρύβη ἀπὸ 
τῶν ὀφϑαλμῶν σου, ὅτι ἥξουσιν ἡμέραι ἐπί σε καὶ περιβαλοῦσί σε 
οἱ ἐχϑροί σουε. [|] τὰ γοῦν μέλλοντα αὐτοὺς χαταλήψεσϑαι μικρὸν 
ὕστερον ἐν τῇ κατ᾽ αὐτῶν πολιορχίᾳ, διὰ τὸ μὴ προσδέξασϑαι αὐ- 
τοὺς τὴν προχαταγγελϑεῖσαν αὐτοῖς εἰρήνην, ἐχρύβη ἀπὸ τῶν ὀφϑαλ- 
μῶν αὐτῶν. ἐκεῖνοι μὲν οὖν (τὰ μετὰ ταῦτα αὐτοῖς συμβησόμενα) οὐ 
προεῖδον, αὐτὸς δὲ αὐτὰ διὰ τῆς προρρήσεως ϑεσπίζει σαφέστατα τὴν ὑπὸ 
Ῥωμαίων πολιορκίαν καταλαβοῦσαν αὐτοὺς προσημάνας᾽ (»ἧξουσι γὰρ 


£f. folgt in & Luk 1941—44 — 6—S. 80, 10 — Σ 1516-1525 7 vgl. Ps 
40 (LXX 45)5 11 = Luk 1942 14 = Ps 72 (LXX 717 16 = Jes 5719 
17 τῷ Joh 142; 20. 27 = Luk 194sf. 


8 Ferner aber lehrt die Schrift der Jünger über ihn dies über die Zerstörer 
des Ortes X. Dann folgt die Überschrift, darauf das Zitat 6 Das vor diesem 
ward über den Tempel geweissagt, das vorliegende aber Σ ταῦτα A 8 δῆτα aber 
Σ qnuó»-«—ZX 89 αὐτὸ] αὐτῆς X 11 die Ursache <A 106 δὲ E 
τὲ A 16 xal + Frieden Σ 18 τὰ] πάντα τὰ Σ 30 δὲ — Σ 21.22 xal 
— gov A Z. A bietet ein noch längeres Zitat aus Luk, als nicht euseb. gekenn- 
zeichnet, da die Randnote εὐσεβίου folgt 28 xav' αὐτῶν « £X | προσδέξασϑαι) 
vorher merken X (innersyrische Verderbnis) 25 was ihnen nachher geschah Σ 
ταῦτα A 91—8. 80, 4 ἥξουσι — σοι X <A 


30* Eusebius. 


ἡμέραι ἐπί σεε, ὅτι οὐχ ἔγνως tà πρὸς εἰρήνην σοι. διὰ ταύτην γὰρ τὴν 

αἰτίαν νἥξουσιν ἡμέραι ἐπί σε καὶ περιβαλοῦσιν οἱ ἐχϑροί σου καὶ περι- 
χυχλώσουσί σε xal συνέξουσί σε παντόϑεν καὶ ἐδαφιοῦσί σε καὶ τὰ 
τέχνα σου ἔν 004€) ὑπογράψας (δὲ διὰ τούτων) τὸν τρόπον τοῦ κατ᾽ 
αὐτῶν γενησομένου πολέμου. ὅπως δὲ ἐπὶ πέρας ἤχϑη ταῦτα, πάρεστιν Σ 152 
ἀπὸ τῆς Ἰωσήπου γραφῆς ἀναλέξασϑαι, ὃς δὴ Ἰουδαῖος ὧν καὶ τῆς 

παρ᾽ αὐτοῖς Ἰουδαϊχῆς φυλῆς γεγονὼς τῶν τε ἐπισήμων καὶ ἐπιφα- 

νῶν ἐν τῷ ἔϑνει, κατὰ τοὺς χρόνους τῆς πολιορχίας ἕχαστα τῶν 
πεπραγμένων ἱστόρησε σύμφωνα ταῖς προχειμέναις προρρήσεσι τὰ 

10 ἀποτελέσματα παραστήσας. [] 


Ct 


.. . . διὰ τῶν προκειμένων σημεῖα δίδωσι τοῦ χαιροῦ τῆς A 9j0r 
παντελοῦς ἐρημίας τοῦ τόπου, (ἃ δὴ παρίστησι λέγων, »orap δὲ ἴδητε 
χυκλουμένην ὑπὸ στρατοπέδων “Ἱερουσαλήμ, τότε γνῶτε ὅτι ἤγγικεν 

15 ἡ ἐρήμωσις αὐτῆς). μηδεὶς γάρ, φησί, προσδοχάτω μετὰ τὴν ἐσο- 
μένην πολιορχίαν καὶ τὴν ἐπὶ ταύτῃ γενησομένην ἐρημίαν τοῦ τόπου 
ἑτέραν αὐτῆς ἔσεσϑαι ἀνανέωσιν, ὡς ἐπὶ τῶν χρόνων Κύρου τοῦ Περσῶν 
βασιλέως γέγονε καὶ μετὰ ταῦτα ἐπ᾽ ᾿Αντιόχου [τοῦ] Ἐπιφανοῦς καὶ 
πάλιν ἐπὶ Πομπηΐου. πολλάκις γὰρ ἤδη πολιορχίαν ὑπομείνας ὁ τό- 

20 πος, μείζονος ἠξιώϑη μετὰ ταῦτα τιμῆς. ἀλλὰ νῦν τὴν ἐσχάτην τῆς 

πόλεως ἐρημίαν καὶ τὸν παντελῆ ἀφανισμὸν ἐπελεύσεσϑαι αὐτῇ γι- 
νώσχετε, ἐπειδὰν ἴδητε αὐτὴν ὑπὸ στρατοπέδων πολιορχουμένηνε. 
ἐρήμωσιν δὲ τῆς Ἱερουσαλὴμ ὀνομάζει τοῦ ἱεροῦ τὸν ἀφανισμὸν καὶ τῶν 
ἐν αὐτῷ πάλαι πρότερον κατὰ τὸν ΔΙωσέως νόμον ἐπιτελουμένων τὴν 
χκαϑαίρεσιν. un γὰρ δὴ τῆς πόλεως αὐτῆς ἐρημίαν νόμιζε δηλοῦσϑαι 
διὰ τούτων ος μηδενὸς ἐν αὐτῇ μηκέτι χατοικήσοντος. ἐπιλέγει δ᾽ 
οὖν ἑξῆς ὅτε κατοιχηϑήσεται ἡ πόλις, οὐ μὴν ὑπὸ Ἰουδαίων, ἀλλ᾽ 
ὑπὸ ἐθνῶν (ὧδέ πη λέγων, »xal Ἱερουσαλὴμ ἔσται πατουμένη ὑπὸ ἐθνῶνε. τοι- 
γαροῦν οἷδεν ὅτι χατοικηϑήσεται ὑπὸ ἐϑνῶνν. ἐρήμωσιν δὲ αὐτῆς ἀποκαλεῖ X 153 


τὼ 
Qt 


9 — Luk 194sf. 11 folgt in X Luk 21230—34 12—8. 82,6 = € 
15214 — 1544 18. 22 = Luk 2120 98 = Luk 2134 


4 σοι + xal A | δὲ — τούτων E «: Α 6 ἀναλέξασϑαι] finden X 
10 παραστήσας + A einen Satz < X. Darauf folgt in X eine Überschrift und 
das Lukaszitat. 18—15 das, was er zeigt und sagt usw. X « A 18 rot 
A< Mai 19 ἤδη X 90 τιμῆς] Erneuerung X |»»-—X 24 röv... 
νόμον Mai X τῶν νόμων A 96 δ᾽ oov] nämlich X | 98. 99 ὧδε — ἐθνῶν) 
indem er so sagt: Jerusalem wird zertreten werden von den Völkern und fortan 
(syr. Verderbnis, lies: und daher) weiß er, daß es bewohnt sein wird von den 
Völkern Z<A 


12. Bruchstück. 31* 


τὸ unxerı ὑπὸ τῶν olxelmv μηδὲ κατὰ τὴν νόμιμον λατρείαν συστή- 
σεσϑαι αὐτήν. ὅπως δὲ καὶ ταῦτα ἐπληροῦτο, οὐδὲν δεῖ πολλῶν 
λόγων. πάρεστι γὰρ ὑπ᾽ ὄψεσιν ὁρᾶν Ἰουδαίους μὲν εἰς πάντα τὰ 
ἔϑνη διεσχεδασμένους, ἀλλοφύλους δὲ καὶ ἀλλογενεῖς οἰκήτορας τῆς 
πάλαι μὲν Ἱερουσαλήμ, νῦν δ᾽ ἀπὸ τοῦ πολιορχητοῦ Αἰλίου ᾿Αδριανοῦ 
Αἰλίας μετωνομασμένης. τὸ γοῦν παράδοξον τοῦ ϑεσπίσματος τοῦτ᾽ 
ἂν εἴη, ὅτι περὶ Ἰουδαίων μέν φησιν, ναἰχμαλωτισϑήσονται εἰς πάντα 
τὰ ἔϑνης, περὶ δὲ τῶν ἐϑνῶν »xal Ἱερουσαλὴμ ἔσται πατουμένη ὑπὸ 
ἐθνῶνε. ἐχπληχτιχὸν δὲ τὸ ἀποτέλεσμα, εἴγε Ἰουδαῖοι πληροῦντες 
τὴν σύμπασαν ἀνϑρώπων οἰχουμένην, ὡς τε καὶ μέχρις Αἰϑιόπων 
χωρῆσαι καὶ Σχυϑῶν καὶ αὐτῶν τῶν περάτων τῆς γῆς, ἐν μόνῃ τῇ 
αὐτῶν πόλει καὶ τῷ πάλαι ϑρησκευομένῳ παρ᾽ αὐτοῖς τόπῳ οὐχ οἵ- 
οἱ τέ εἶσιν ἐπιβαίνειν. καὶ εἰ uiv nv παντελῶς ἔρημος ἡ πόλις καὶ 
ἀοίκητος, κἂν ὑπενόησέ τις τοῦτο εἶναι τὸ αἴτεον. νῦν δὲ ὑπὸ ἀλλο- 
γενῶν xal ἀλλοφύλων ἐϑνῶν τοῦ τόπου κατοικουμένου μόνοις αὐ- 
τοῖς ἄβατος τυγχάνει, οἷς μηδ᾽ ἐξ ἀπόπτου δύνασϑαι τὸ πατρῷον 
αὐτῶν ἔδὰ φος ϑεωρεῖν: ἃ δὴ τοῦτον ἀποτετέλεσται τὸν τρόπον 
ἀχολοὐϑωςτῷ φήσαντι χρησμῷ, orı αἰχμαλωτισϑήσονται εἰς πάντα 
τὰ ἔϑνη) καὶ Ἱερουσαλὴμ ἔσται πατουμένη ὑπὸ ἐϑνῶνε. [1 σημαίνει 
δὲ xal τὸν πρὸ τῆς αἰχμαλωσίας πόλεμον εἰπών, »ἔσται yàg àvayxg 
ἐπὶ τῆς γῆς καὶ ὀργὴ μεγάλη ἐν τῷ λαῷ τούτῳ, καὶ πεσοῦνται ἐν 
στόματι μαχαίραςε. ταῦτα δὲ ὅπως κατὰ μέρος ἐπράχϑη καὶ ὡς τὰ 
προηγορευμένα ὑπὸ τοῦ σωτῆρος ἡμῶν τέλους ἔτυχεν «ἔργῳ», ἔξεστιν 
ἀπὸ τῆς ἱστορίας (Φλαυίου) Ἰωσήπου μαϑεῖν, ὃς καὶ τῆς φησάσης τοῦ 


σωτῆρος ἡμῶν προρρήσεως, νοὐαὶ δὲ ταῖς (Ev γαστρὶ ἐχούσαις καὶ: 


ταῖς) ϑηλαζούσαις ἐν ἐχείναις ταῖς ἡμέραιςε, τὸ ἀποτέλεσμα σαφῶς 
παρίστησι μνημονξύσας, ὡς γυναῖχες τὰ ἑαυτῶν βρέφη ὀπτήσασαι 
πυρὶ διὰ τὴν ὑπερβολὴν τοῦ κατασχόντος λιμοῦ τὴν πόλιν ἔφαγον. | 
A 2707 τοῦτον γὰρ αὐτὸν τὸν γενησόμενον ἐν τῇ πόλει λιμὸν προϑεωρήσας 
ὁ σωτήρ, παρήνει τοῖς αὐτοῦ μαϑηταῖς ἐν τῇ μελλούσῃ κατὰ Ἰου- 
δαίων γενήσεσθαι πολιορκίᾳ μὴ ὡς ἐπ᾽ ἀσφαλῆ τόπον καὶ φυλαττό- 


ὅ vgl. Euseb. Hist. eccles. IV 64 7. 8. 18 — Luk 2124 20 — Luk 2181. 
28 vgl. Jos. bel. Jud. Vis 25 = Luk 2123 81 vgl. Luk 2121 


1 Nach οἰκείων Lücke? ὄ πολιορχητοῦ]) Bewohners Σ (Fehler des Editors) 
7 περὶ Ἰουδαίων Gr X περ Ἰουδαῖοι A 18. 19 ὅτι — En E <A 19 ἐϑ- 
νῶν + A einen längeren Zusatz, teilweise = u. S. 32, 26ff. < X 20 τὸν — 
πόλεμον] die Art eben der Gefangenschaft des Krieges X — τὸν τρόπον τῆς aly- 
μαλωσίας πολέμου 38 ἔργῳ Z<A 94 Φλανίυ E<A 7 35 £v — ταῖς 
Z«A 29 yàg A also X 


τῷ 


n 


0 


9 


Ot 


10 


15 


20 


25 


32* Eusebius. 


μενον ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ καταφεύγειν ἐπὶ τὴν πόλιν, ὅπερ πεπόνϑασιν 
οἱ πολλοί, ἀλλ᾽ ἐκεῖϑεν μὲν ἀναχωρεῖν, φεύγειν δὲ εἰς τὰ ὄρη καὶ 
τοὺς ἐν μέσῳ τῆς Ἰουδαίας ἐχχωρεῖν εἰς τὰ ἔϑνη καὶ τοὺς iv τῇ 
χώρᾳ μὴ καταφεύγειν (ἐπ᾽ αὐτὴν) ὡς ἐπὶ ὀχυρὸν τόπον. [] διό φησιν᾽ 
»χαὶ οἱ ἐν ταῖς χώραις μὴ εἰσελϑέτωσαν εἰς αὐτήν, ὅτι ἡμέραι ἐκδι- 
κήσεως αὗταί εἰσι τοῦ πληρωϑῆναι πάντα τὰ γεγραμμένας. ..... 


13. Bruchstück. Aus IVaı. 22. 


(ταύτας τὰς συμφορὰς) ἀπὸ μυρίων τέϑεικα διὰ τὴν ϑείαν τοῦ σω- 
τῆρος ἡμῶν πρόρρησιν τὴν φήσασαν, »oval δὲ {ταῖς ἐν γαστρὶ ἐχού- 
cars καὶ ταῖς ϑηλαζούσαις ἐν ἐχείναις ταῖς ἡμέραιςε. ἐπεὶ δὲ καὶ 
τοῦτο ταῖς προρρήσεσι τοῦ σωτῆρος πρύόσχειται, τὸ »ἔσται ἀνάγκη 
μεγάλη ἐπὶ τῆς γῆς καὶ ὀργὴ (μεγάλῃ) τῷ λαῷ τούτῳε ἢ κατὰ τὸν 
Δατϑαῖον »(ἔσται γὰρ Tore) ϑλῖψφις {μεγάληλ, οἵα οὐδέποτε γέγονεν 
(ax ἀρχῆς x00u0V ἕως τοῦ »ῦν οὐδ᾽ οὐ μὴ γένηται)ε, Eraxovcaı 
καλὸν τοῦ ἱστορικοῦ τούτων αὐτῶν τὰ ἀποτελέσματα ὧδέ πη ἱστο- 
ροῦντος: νχαϑ᾽ ἕχαστον μὲν οὖν ἐπεξιέναι τὴν παρανομίαν αὐτῶν 
ἀδύνατον. συνελόντι δ᾽ εἰπεῖν μήτε πόλιν ἄλλην τοιαῦτα πεπονϑέναι 
μήτε γενεὰν ἐξ αἰῶνος γεγονέναι καχίας γονιμωτέραν. τὴν μὲν πόλιν 
ἀνέτρεψαν αὐτοί, Ῥωμαίους δὲ ἄκοντας ἠνάγχασαν ἐπιγραφῆναι σχυ- 
ϑρωπῷ κατορϑώματι καὶ μόνον οὐχ εἵλχυσαν βραδῦνον ἐπὶ τὸν ναὸν 
τὸ πῦρ. ἀμέλει καιόμενον ἐκ τῆς ἄνω πόλεως ἀφορῶντες οὔτε ἤλγη- 
σαν οὔτε ἐδάχρυσανε. ταῦτα διὰ τὸ νἔσται γὰρ (τότε ϑλῖψις μεγάλη, 
(οἵα οὐδέποτε γέγονεν àx ἀρχῆς: xóóuov)«, ὃ δὴ καὶ προρρηϑὲν ὑπὸ 
τοῦ σωτῆρος μεμαρτύρηται ὑπὸ τοῦ συγγραφέως μεϑ᾽ ὅλα ἔτη τεσ- 
σαράχκοντα κατὰ τὴν Οὐεσπασιανοῦ Ῥωμαίων αὐτοχρατορίαν πληρω- 
ϑέν. [ | προστίϑησι (δὲ ταῖς αὐτοῦ προρρήσεσε (ὃ σωτὴρ) χρόνον 
ὁρίζων, μέχρι τίνος ἔσται Ἱερουσαλὴμ πατουμένη ὑπὸ ἐϑνῶν. λέγει 

b — Luk 212: 8—8.33, 2 = 3 1555—35 9. 11 — Luk 2123 18 — Matth 
242313 16--99 — Jos. bel. Jud. V 105 22 = Matth 2421 


4 ἐπ᾿ αὐτὴν «Α | τόπον + A einen Zusatz < X 8 diese Leiden 
X ταῦτα μὲν οὗν A 9—14 Die Ergänzungen nach X — A 15 ἱστοροῦντος 
+ aus dem Fünften der Schrift des Josephus (Überschrift) X 17 συνελόντι Gr 
συνελόντα A 18 ἐξ αἰῶνος) jemals X | utv] denn X 20 und sogleich 
schleppten sie ohne Zögern xum Tempel und das in ihm brennende Feuer sahen sie 
von der oberen Stadt E (Mißverständnis) 22. 23 Die Ergänzungen nach Σ <A 
24 ὅλα) X verderbt 25 πληρωϑὲέν + A einen Satz < > BELT<A | 


€ 


ὁ Goto X <A 


X154 


A 210v 
Σ 155 


A 210r 


A 124r 
X 167 


A 269r 
3171 


13.—15. Bruchstück. 33* 


δ᾽ oov, »ἄχρε (οὗ) πληρωϑῶσι καιροὶ ἐϑνῶνε, οὕτω σημάνας τὴν τοῦ 
βίου συντέλειαν. |] 


14. Bruchstück. Aus IVas. 


(διὸ δὴ) τὰς ἐν ψυχαῖς διαφορὰς τῶν τὴν διδασχαλίαν αὐτοῦ 
μελλόντων ὑποδέχεσϑαι ἐν τοῖς μετὰ ταῦτα χρόνοις ev μάλα ἐχγυμνοῖ 5 
[6 κύριος]. καὶ τρία μὲν τάγματα τῶν οὐ γνησίως τὸν σπόρον τῆς 
αὐτοῦ διδασχαλίας παραδεχομένων ἔσεσϑαι προαγορεύει, τρεῖς (δὲν 
αὐσαύτως ἀγαϑῶν χοροὺς τῶν δίχην εὐγείου χώρας πολυφορούντων 
καὶ πολυπλασιαζόντων τὸν λόγον. τῶν μὲν οὖν ἀπολλύντων τὰ 
χαταβαλλόμενα τῇ αὐτῶν ψυχῇ σπέρματα αἰτίας εἶναί φησι τρεῖς. 10 
ἢ γὰρ ὑπὸ φροντίδων τοῦ βίου καὶ τῆς περὶ τὰ μὴ ἀναγχαῖα σπουδῆς 
ὑπό TE πλούτου καὶ τρυφῆς καταχωννύντες τὸν ἐν αὐτοῖς σπόρον 
ἐοίκασι τοῖς ὑπὸ ἀχανϑῶν ἀποκπνίγουσι, ἢ οὐχ ἀπὸ βάϑους διανοίας 
αὐτὸν παραδεξάμενοι ϑᾶττον ἀποσβέννυνται περιστάσεως καταλαβού- 
σης, ἢ κατὰ τρίτην αἰτίαν αἴτιοι ἀπωλείας καϑίστανται τοῦ ἐν αὐτοῖς 15 
σπόρου, τὰς αὐτῶν ἀχοὰς ἐχδιδόντες ἀνέτως τοῖς ἐξαπατᾶν ἐϑέλουσι 
καὶ ὑφαρπάζειν τὰ ἐν τῇ αὐτῶν ψυχῇ καταβληϑέντα σπέρματα. [ ] 
ἐχεῖνοι μὲν οὖν οὐχ ἄλλως τῆς κατὰ ϑεὸν στέρονται xapropoplas ἢ καϑ' 
ἕνα τῶν λελεγμένων τρόπων. οἱ δὲ ἐναντίως ἐχείνοις διαχείμενοι 
καϑαρᾷ ψυχῇ καὶ προαιρέσει γνησίᾳ τὸν σωτήριον ὑποδεξάμενοι σπόρον, 20 
πάλιν κατὰ δύναμιν τῆς αὐτῶν ψυχῆς πολυπλασιάζουσι τοὺς ἑαυτῶν 
καρπούς. 


15. Bruchstück. Aus IVa:;. 


αὐτίχα (γὰρ) Σαμαρεῖται Δοσίϑεον μετὰ τοὺς χρόνους τοῦ σωτῆ- 
ρος γενόμενον αὐτὸν εἶναι τὸν ὑπὸ Μωσέως προφητευόμενον προ- 90 
φήτην ἐπείσϑησαν, ἀπατηϑέντες ὑπ᾽ αὐτοῦ ὡς τὸν Χριστὸν αὐτὸν 
εἶναι ἀποφήνασϑαι. ἄλλοι δὲ (πάλιν) κατὰ τοὺς χρόνους τῶν ἀπο- 
στόλων Σίμωνα τὸν μάγον τὴν μεγάλην τοῦ ϑεοῦ δύναμιν ἐχάλουν, 
αὐτὸν εἶναι νομίσαντες τὸν Χριστόν. χαὶ κατὰ τὴν Φρυγίαν δὲ 
“ᾳοντανὸν ἕτεροι, ἀλλαχοῦ δὲ πάλιν ἑτέρους ἄλλοι νενομίχασιν, καὶ 30 


. 1 = Luk 2lea 4-22 — X 16712—95 11 ff. vgl. Matth 133—9. 18—23 
34—8. 84, ὃ — > 171e—is 25 vgl. Din 1815 28 vgl. Act 810 


1 δ᾽ οὗ») nämlich E [οὗ Gr <A 2 συντέλειαν + einige Worte A «— X 
4 διὸ δῇ᾽ Σ «-ἃ 6 ὁ χύρις AE. TIENT<A 10 αἰτίας oder τῶν 
ἀπολλύντων logischer Fehler des Eusebius, Wendland 17 σπέρματα + A einen 


längeren Zusatz X 18 οὖ — X 94 yàp X «— A 97 πάλν «A 
Eusebius III*. 3 


10 


15 


34* Eusebius. 


οὐ παύσονταί ys οἱ ἀπατεῶνες. προσδοχᾶν γὰρ χρὴ καὶ πλείους 
τοιούτους ἔσεσϑαι, ἐξ ὧν δὴ καὶ αὐτῶν ἡ ἀλήϑεια τῶν σωτηρίων 
προγνώσεων τὴν μαρτυρίαν εἴληφεν. | 


16. Bruchstück. Aus Var. 


[1 ατϑαῖος ἀπόστολος) τὸν πρότερον βίον οὐχ ἀπὸ σεμνῆς 
διατριβῆς ὡρμᾶτο, ἐκ δὲ τῶν ἀμφὶ τὰς τελωνίας xal πλεονεξίας 
σχολαζόντων, καὶ τοῦτο τῶν λοιπῶν εὐαγγελιστῶν οὐδεὶς δῆλον ἡμῖν 
ἐποίησεν, οὐχ ὁ συναπόστολος αὐτοῦ Ἰωάννης οὐδέ γε Aovxüc οὐδὲ 
Magxoc, οἱ τῶν λοιπῶν εὐαγγελίων συγγραφεῖς, [|] αὐτὸς δὲ ὁ Mar- 
ϑαῖος τὸν ἑαυτοῦ στηλιτεύων βίον xol κατήγορος (αὐτὸς) ἑαυτοῦ γι- 
νόμενος. «ἐπάχουσον γοῦν ὅπως διαρρήδην" ὀνομαστὶ αὐτὸς ἑαυτοῦ 
μεμνημένος ἐν τῷ olxeim συγγράμματι τόνδ᾽ ἱστορεῖ τὸν τρόπον »xal 
παράγων ἐκεῖϑεν ὁ Ἰησοῦς εἶδεν ἄνϑρωπον καϑήμενον ἐπὶ τὸ τελώ- 
νιον, Δατϑαϊῖον ὀνόματι, (xai εἶπεν αὐτῷ" ἀχολούϑει μοι. καὶ ava- 
στὰς ἠχολούϑησεν αὐτῷ. καὶ ἐγένετο ἀνακειμένου αὐτοῦ ἐν τῇ οἰκίᾳ 
καὶ ἰδοὺ πολλοὶ τελῶναι καὶ ἁμαρτωλοὶ συνανέκειντο τῷ Ἰησοῦ καὶ 
τοῖς μαϑηταῖς αὐτοῦ)ε. |] καὶ πάλιν προϊὼν ἑξῆς τόν τε κατάλογον 
τῶν λοιπῶν μαϑητῶν ἐξαριϑμούμενος αὐτὸς ἑαυτῷ τὸ τοῦ τελώνου 
προστίϑησιν ὄνομα. (λέγει δ᾽ ovv: »τῶν δὲ δώδεχα ἀποστόλων τὰ 
ὀνόματά ἐστι ταῦτα. πρῶτος Σίμων ὃ λεγόμενος Πέτρος καὶ ᾿Ανόδρέας 
ὁ ἀδελφὸς αὐτοῦ, Ἰάχωβος ὁ τοῦ Ζεβεδαίου καὶ Ἰωάννης ὁ ἀδελφὸς 
αὐτοῦ, Φίλιππος καὶ Βαρϑολομαῖος, Θωμᾶς καὶ Ματϑαῖος 0 τελώνηςε. 
οὕτως uiv ὁ Ματϑαῖος) di ὑπερβολὴν ἐπιεικείας (τὸ φιλάληϑες ὑπο- 
φαίνων τοῦ ἰδίου τρόπου καὶ τελώνην ἑαυτὸν ἀποκαλεῖ», μὴ ἐπι- 


1 vgl. Matth 245. 38---37 6—S. 85, ὁ — Σ 19725—19817 D III 581—85 
13 = Matth 998. 19 — Matth 1023f. 
1 παύσονται Mai παίονται A 9. 8 ἡ ἀλήϑεια — εἴληφεν) von welchen 


eben. auch Zeugnis über die Wahrheit des Vorherwissens unseres Erlüsers empfängt 
X (verderbt) 5 A beginnt: ἄξιον ϑαιμάσαι τὸ ἄπλαστον xal φιλάληϑες ἦϑος 
(vgl. X 1968) xal τὴν φιλοσοφίαν τοῦ εὐαγγελιστοῦ ἥἤατϑαίου « X | ατϑαῖος 
ἀπόστολος XD οὗτος yàp A ? xat A -« Ὁ |λοιπῶν XA —D ᾿ οὐδεὶς co 
D hinter τοῦτο || δῆλον — ἐποίησεν A ἐδήλωσεν D 9 οἱ --- συγγραφεῖς FA 
<D συγγραφεῖς + einen Satz2 A «“Σ. ἰὁ)ΔΑ -«-ἢ"} 10 αὐτὸ ED<A 
11 ἐπάχουσον --- διαρρήδην X D «-Α | ἐπ᾽ ὀνόματος αὐτοῦ D 12 μέμνη. 
ται D οἰκείῳ, πρὸς αὐτοῦ γραφέντι D | τόνδ᾽ ἱστορεῖ A X «-:- Ὁ 14—17 xai 
— αὐτοῦ XD«A 17 αὐτοῦ + einen Satz A < X 18 Aoi» AY<D 
19 ὄνομα προστίϑησιν c» D 19—28 λέγει — Ματϑαῖος XD — A 19 δ᾽ 
οὖν] so X 98 uiv] also X 28. 24 τὸ — ἀποχαλεῖ XD -—— A 24 ἀπο- 
χαλεῖ Gr ἀπεκάλει D 


A 58v 
X197 


= 148 


Mai 
Σ 201 


16. u. 17. Bruchstück. 35* 


κρύπτων τὸν πρότερον ἑαυτοῦ βίον, καὶ ἁμαρτωλοῖς ἑαυτὸν συναριϑ- 
μεῖ καὶ τοῦ συναποστόλου δεύτερον ἑαυτὸν καταλέγει. συνεζευγμένος 
γοῦν τῷ Θωμᾷ oc Πέτρος ᾿ἀνδρέᾳ καὶ Ἰάχωβος Ἰωάννῃ Φίλιππός 
τε [xci] Βαρϑολομαίῳ προτάττει ἑαυτοῦ τὸν Θωμᾶν, προτιμῶν ὡς 
κρείττονὰ τὸν συναπόστολον, τῶν λοιπῶν εὐαγγελιστῶν τοὐναντίον 
σεποιηχότοων. 


17. Bruchstück. Aus Va. 


(εἰ γὰρ δὴ πλάττεσϑαι αὐτοῖς ὁ σχοπὸς ἣν καὶ λόγοις ψευδέσι 
τὸν διδάσχαλον ἐπαίρειν καὶ ϑαύμασι χοσμεῖν, οὐκ ἂν ποτε αὐτοὶ xc9" 
ἑαυτῶν τὰ προειρημένα κατέγραφον οὐδ᾽ ἂν ἐδήλουν τοῖς μετὰ ταῦτα 
ἀνθρώποις, ὅτι δὴ ὁ πρὸς αὐτῶν πρεσβευόμενος ἐλυπεῖτο xal ἠδημόνει 
καὶ τετάρακτο ψυχήν, ἢ ὅτι αὐτοὶ αὐτὸν) ἀπολιπόντες Qyovto (ἢ 
ὅτι) ὁ πάντων αὐτῶν προχεχριμένος ἀπόστολός τε καὶ μαϑητὴς av- 
τὸς ἐχεῖνος ὁ βοώμενος Πέτρος βασάνων ἐχτὸς καὶ ἀρχοντικῆς ἀπει- 
λῆς τρίτον αὐτὸν ἐξωμόσατο. 


8—18 --- & 2011e—2? D I]lI510 11 vgl Matth 26:57 12 vgl. Joh 1227 
15 vgl. Matth 2684. 75 


1. 2 xai — συναριϑμεῖ AZ « D 2 ovvanoordiov A Σ συζύγου D | χατα- 
λέγει A κατέλεγεν D 8 γοῦν] nämlich X | ὡς] ὁ D | v6 Ἰωάννῃ D | 
Φίλιππός τε xal Βαρϑολομαῖος A καὶ Φίλιππος Bag9oAoualo D Z 4 δαυτοῦ 
< Σ 5 συναπόστολον Mai X D ἀπόστολον A 8—18 εἰ --- πάντων nach Z D. 
Mai beginnt ὅρα δὲ τὸ φιλάληθϑες τοῦ εὐαγγελιστοῦ, πῶς οὐ καταχαρίζεται τῷ 
Πέτρῳ, ἀλλὰ τὸ πάϑος αὐτοῦ ὡς ἔχει διηγεῖται, ὅτι οἱ μὲν ἄλλοι ἀπολιπόντες τὸν 
διδάσκαλον ᾧχοντο, ὁ δὲ πάντων χλ 8 αὐτοῖς +68 9 ἐπαίρειν --- ϑαύ- 
μασι] zu erhöhen und mit Wundern Z<D | αὐτοὶ — ἑαυτῶν Z αὐτοῖς D 
11 ὁ --- πρεσβευόμενος) er dessen Gesandte sie waren E «Ξ D 1273 Σ <D 
12. 18 ἢ öu Z Ὁ < Mai 18. 14 αὐτὸς — Πέτρος Mai Σ αὐτοῦ Πέτρος D 
14 ἀρχοντιχῆς Mai D] der Qualen X (innersyr. Verderbnis) 


"ga 


10 


DIE THEOPHANIE DES EUSEBIUS. 


(ÜBERSETZUNG) 


Die Theophanie des Eusebius. 39* 


Das erste Buch des Cäsareensers Eusebius 
über die Theophanie. 


I. Diejenigen, welche sagen von der Herstellung der ganzen weiten 
und schönen Welt und von dem mannigfachen und reich zusammen- 
gesetzten Bestande Himmels und der Erden, daß sie keinen Anfang und 5 
keinen Verwalter habe, und ἀδ sie ohne Herrn und ohne Vorsehung 
planlos und aufs Geratewohl und durch einen unverständigen Zufall, der 
sich grade ereignete, von selber entstand, sind vollkommen Frevler 
und Gottlose, die daher aus (unsern) göttlichen Versammlungen aus- 
gestoßen und von unsern heiligen Tempeln ferngehalten werden sollen, 10 
geziemenderweise, deswegen weil auch sie weder ein Haus herstellen 
können ohne Überlegung und Fürsorge, noch ein Schiff schön zusammen- . 
gepflockt werden kann ohne einen Schiffsmann, noch ein Gewand gewebt 
werden kann ohne die Webkunst, noch eine Stadt gebaut werden kann, wenn 
die Weisheit des Baumeisters nicht vorhanden ist. Indem sie dies zuge- 15 
stehen, weiß ich nicht, in welchem Verstandeswahnsinn sie nicht achten 
auf die Bahnen der Sonne, die nach ihrer Art, noch auf die Wechsel des 
Mondes, die nach ihrer Ordnung, noch auf die Reigen der Sterne, die 
nach ihrer Regel (geschehen), noch auf das Kreisen der Himmelsgewölbe, 
noch auf die Wiederkehr der Perioden, noch auf den Wechsel der 20 
(Jahres)zeiten, noch ferner überdies auf die Wagebalken, die in gleichen 
Ausdehnungsschwankungen der Tage und Nächte (sich befinden), noch 
auf die unbehinderte Geburt der Lebewesen, noch auf die für lange 
Ewigkeit unwandelbare Fortpflanzung, noch auf die Gewächse, die aus 
der Erde sprossen, mit allerlei Blüten, noch auf die Nahrungsmittel, 25 
die allen Lebewesen entsprechend (sind), noch auf ihre eigenen Sinne, 
noch auf die Formen des Leibes, noch auf seine Glieder, die gut *an ihren 


11ff. vgl. Praep. VII3s 17ff. vgl. Dem. IV 58 Laus 20697ft. 

1 Die Überschrift rührt kaum von Eusebius her 21 vgl. L 20836 ἔαρ de.... 
ἰσορρόποις ταλαντεύσας ζυγοῖς 38 ede MEO ra23 Ara -- se 
era ran 1825 --- εἰς μαχρὸν αἰῶνα 27 „noch auf die Glieder des 


Leibes noch auf seine Formen“ (oder „Farben“) Y hat vermutlich umgestellt, wie 
oft; hier ungeschickt | „und an“ X streiche à 


403 Eusebius. 


Platz gestellt sind — mit ihren Augen sehen sie und mit ihren Händen 
tasten sie, was, wie man sagt, selbst den Blinden klar ist, so daß sie Σ 2 
mit gottlosen Worten und im Frevel lästerlichen Sinnes wähnen, es 
gebe weder ein Werk der Weisheit, wie sie sagen, noch des Wortes 

5 Gottes und der Vorsehung, sondern (nur) des unverständigen, zufälligen 
*Verhängnisses, das planlos und aufs Geratewohl von irgendwoher sich 
ereigne. Eben diese also sollen als vollkommen Gottlose von dem 
Verkehr mit den Gottesfürchtigen und von dem Hören (des) göttlichen 
(Wortes) weit weggetrieben werden. 

10 IL Die Menge der Polytheisten aber scheint mir auf der anderen 
Seite, die sich der ersten gegenüberreiht, einen anderen Irrtum nach 
Art der Kinder in ihrem Denken begangen zu haben. Diejenigen, welche 
die Verehrung des Weltschöpfers und des Allenkers, des Gottes, der 
über alles (herrscht), mit den Dingen, die von ihm (geschaffen) wurden, 

15 vertauscht und (statt seiner) die Sonne, den Mond und die übrigen Teile 
der Welt und die Ur-ororysta: Erde, Wasser, Luft und Feuer, mit eben 
dem gleichen Namen ihres Werkmeisters und Schöpfers geehrt und sie 
Götter genannt haben, (Dinge), die niemals wären, noch geworden wären, 
noch genannt würden, wenn nicht der Weltschöpfer, das Wort Gottes 

20 (wäre), der ihr Werden wollte —, *sie scheinen mir nicht besser als 
diejenigen, welche den Baumeister der vorzüglichen Arbeiten in den 
Königshäusern außer acht lassen und (statt dessen) die *Dachbalken und 
die Wände und die *vielfarbigen und *vielblumigen Bilder, die an 
ihnen (hängen), und die goldbunten Schnitzwerke und die Steinskulpturen 

25 anstaunen und eben diesen (Dingen) das Lob der Weisheit ihres Künstlers 
beilegen, während sie nicht diesen sichtbaren (Gegenständen), sondern 
nur dem, der ihr Baumeister ist, die Ursache ihres Staunens zuschreiben 
und bekennen sollten, daß Werke der Weisheit die meisten seien, (daß) 


12—S. 48, 9 = Laus 225 97—232 8 


6 eda wird hier wie 2 15 51 Adjektivum sein, also: „einen unverstündigen 


Gegensatz des Zufalls, der planlos“ . . . Aber lies eyXananms: Schultheß. Ver- 
mutlich ἀλόγιστος φορὰ τυχῆς. Praep. VII 106: μὴ γὰρ sixij und ὡς ἔτυχε und’ 
αὐτομάτῳ xol ἀλόγῳ φορᾷ συνεστάναι τὸν... .. διάχοσμον 19 εἰ μὴ τῷ 
κοσμοποιῷ τοῦ ϑεοῦ λόγῳ παρέστη L 20 „und sie“ str. & 221. A Lt AT 2 


Bernstein 281. dandaa hama τῶν LEN Hoffmann 24 „die 
goldbunten Dächer“ > vermutlich — χρυσόροφά re ποικίλματα, aber vgl. χρυσό- 
φορά τε δαιδάλματα Hkl χρυσόροφα L 25 „Lob“] εὐηγορίαν Z ἐπηγορίαν L 
28 „daß viele Werke der Weisheit seien“ Σ᾽ aber vgl. Fortsetzung und σοφίας 
ἔργα τὰ πολλὰ εἶναι 1, 


Die Theophanie des Eusebius. 41* 


weise aber allein der sei, der den meisten Ursache gab, so zu werden. 
Von unmündigen Kindern also sind sie durchaus in nichts verschieden, 
ebensowenig (wie) diejenigen, welche die siebensaitige Zither, eben das 
Musikinstrument, aber keineswegs den, der dessen Zusammensetzung er- 
funden hat und dessen kundig ist, und seine Weisheit anstaunen, oder 5 
(wie) diejenigen, welche den in Kriegen tapferen (Mann) aufler acht 
lassen, (wohl) aber seine Lanze und seinen Schild mit Siegeskrünzen 
schmücken, oder (wie) diejenigen, welche in gleicher Weise wie den 
Großkönig, der die Ursache für die große und königliche Stadt ist, 
(auch) die Märkte und Straßen, die Gebäude, die seelenlosen Tempel 10 

Z8 und Gymnasien ehren, während sie nicht die Säulen noch die Steine, 
sondern den großen Schöpfer und Gesetzgeber dieser weisheitsreichen 
Dinge anstaunen sollten. III. Demgemäß aber dürfen wir auch als Ur- 
sache von eben diesem Ganzen, das man mit leiblichen Augen sieht, 
weder Sonne noch Mond noch ein anderes (Gestirn) von denen am 15 
Himmel setzen, sondern wir müssen bekennen, daß sie alle Werke der 
Weisheit sind. Aber nicht dürfen wir sie in ähnlicher Weise wie ihren 
Werkmeister und Schöpfer ehren und anbeten, vielmehr sollen wir in- 
folge der Betrachtung eben dieser (Dinge) ihn, der nicht mebr mit leib- 
lichen Augen, sondern nur mit einem reinen und klaren Verstande er- 20 
kannt wird, den König des Alls, das Wort Gottes mit ganzer Liebe der 
Seele preisen und verehren, deswegen weil auch niemals jemand den 
Leib eines weisen und verständigen Mannes: seine Augen oder seinen 
Kopf oder seine Hände oder seine Füße oder sein übriges Fleisch, ge- 
schweige die äußere Bedeckung seines Gewandes *weise nennt, noch 25 
die Geräte im Hause weise, noch die Gefäße, die zum Dienst der Philo- 
sophen (bestimmt sind), sondern jeder, der Verstand bat, bewundert die 
verborgene, unsichtbare Intelligenz, die in dem Menschen ist. 

IV. So sollen wir denn auch vielmehr vor den sichtbaren Schmuck- 
gegenständen der ganzen Welt, die körperlich und aus einer ὕλη ge- 30 
macht sind, das verborgene, unsichtbare Wort, den Schöpfer und 
Schmuckwart der (Ur)bilder des Alls bewundern, (ihn), der der einge- 
borne Logos Gottes ist, den der jenseits von aller und über aller οὐσία 


5 : ἐπιστήμονα τῆς σοφίας L. Streicht man das & „und“ vor ndwnas>, so 
kann man übersetzen „wegen seiner Weisheit“ 28 ἐπεὶ καὶ (ἐπὶ) ἀνϑρώπου 
σώματι οὐδεὶς πώποτε... . ὀφθαλμοὺς 7] ... . περιβολὴν σοφὴν ἀνηγόρευσεν L 
(ἐπὶ + Hkl) 25 „Weisheit“ X σοφήν L, lies Ian 36 οὐδὲ σοφὰ τῆς 
οἰχίας τὰ ἔπιπλα οὐδὲ τοῦ φιλοσόφου τὰ ὑπηρετικὰ σχεύη L, τ. φ. < Wilamowite. 
Heikel möchte unter σχεύίη die „Sklaven“ verstehen 


49* Eusebius. 


(stehende) Schópfer des Alls aus sich wie einen Lichtstrahl aus seiner 
Gottheit gezeugt und zum Führer und Lenker dieses Alls eingesetzt hat. 
V. Denn weil es unmöglich war, daß die flüssige οὐσία der Körper und 
die Natur der vernünftigen Wesen, die jetzt geworden *sind, sich dem 
5 Allenker Gott nahte wegen der Größe (ihres) Mangels an Gutem — 
denn er war ein Sein, das jenseits und oberhalb von allem (ist, das 
unaussagbar, unerreichbar und unnahbar in stolzem Licht wohnt, des- 
gleichen es nicht gibt, wie die góttlichen Worte sagen; die (οὐσία) 
aber existierte nicht und aus dem Nichts brachte er sie hervor, sehr 
10 verschieden und sehr weit entfernt von der Natur des Seins — so stellte 
daher mit Recht der an allem Guten reiche Gott des Alls zuvor ein Mittleres 
auf: die góttliche Kraft seines Eingebornen, die allem genügt, die vor- 
züglich genau und nahe mit dem Vater redet und innerhalb von ihm 
die geheimen (Tiefen) genießt, die aber (ebenso auch) sich demütig er- 
15 niedrigt und denen gleich wird an Gestalt, die von der Spitze fern 
bleiben. Denn auf andere Weise war es weder ehrbar noch gerecht, 
daß er, der jenseits von allem und höher als alles (ist), sich mit: ver- 
gänglicher v4; und mit einem Körper vermischte. Deswegen drang der 
göttliche Logos (unvermerkt) dazwischen in das All ein, band die Zügel 
20 des Alls zusammen und führt und trägt (es) dahin durch göttliche. un- 
körperliche Kraft, indem er es allweise lenkt, wie es ihm gut zu sein 
scheint. VI. Der Beweis der Rede aber ist klar. Denn wenn für sich 
(existieren) die Teile der Welt, die wir gewohnt sind, die τ- στοιχεῖα 
des Alls zu nennen: Erde, Wasser, Luft und Feuer, *die (ja) aus ver- 
29 wirrter Natur bestehen, was wir auch mit unsern Augen sehen, und wenn 
es (ferner) Eine ovoía des Alls gibt, welche *diejenigen, die hierin er- 
fahren sind, , Aufnehmerin des Alls", „Mutter“ und , Ámme" zu nennen 


1 vgl. Hebr 13 7 vgl I Tim 616 11 „ein Mittleres — 16 fern bleiben“ 
— Dem. IV 63 27 vgl. Platon Tim 51. 52 


4 „die Natur... ., die jetzt geworden ist“ NY, aber τήν re τῶν cti yero- 
μένων λογιχῶν φύσιν L. Lies dam 7 ,stolzem . . . . desgleichen es nicht 
gibt‘) ἀπρόσιτον L 18 ,und innerhalb von seiner Verborgenheit empfängt“ 
( - ἀπολαβοῦσαν) X εἴσω τε αἰτοῦ τῶν ἀπορρήτων ἀπολαύουσαν L 20 „band 
die Zügel des Alls zusammen mit göttlicher, unkörperlicher Kraft und führt und 
bringt indem“ . . . Σ᾽ ἡνίας τοῦ παντὸς ἐγδησάμενος ἀσωμάτῳ καὶ Heizg δυνάμει 
ἄγει xal φέρει L. Also gehört das A vor russ statt vor A502. 24 Statt 
70 „und aus‘ lies ad, Schultheß 25 εἰ μία τοῖς πᾶσιν ὑπόχειται οὐσία, 
ἣν δὴ xai πάνδυχον χαὶ μητέρα xal τιϑήνην τοῖς sol ταῦτα δεινοῖς ὀνομάζειν 
φίλον L 36 lies ,, AM statt eue 


P nd 


4 
οι 


Die Theophanie des Eusebius. 43* 


lieben, und (welche) ohne Gestalt und Aussehen und völlig ohne Seele 
und Vernunft (ist) — woher, würde jemand sagen, hat sie (denn) die 
Ordnung, die in ihr ist? Woher der Unterschied der στοιχεῖα Woher 
der (Zusammen)lauf der gegensätzlichen (Elemente) zur Einheit? Wer 
hat befohlen, daß das schwere στοιχεῖον der Erde oben auf der feuchten 
οὐσία reite? VII. Wer hat die nach unten fliessende Natur der Wasser 
umgekebrt und sie zurückgebracht zur Höhe durch die Wolken? VIII. 
Wer hat die Kraft des Feuers gefesselt, so daß es ins Holz hineinkriecht, 
und hat sie gemischt mit dem, was seiner Natur nach ihr gegensätzlich 
ist? IX. Wer hat die kalte Luft mit warmer Kraft vermengt, sie aus 
dem Kampf miteinander befreit und in Liebe versöhnt? X. Wer hat 
das sterbliche Geschlecht mit der Art der Fortpflanzung ausgesonnen 
und zur langen Ewigkeit unsterblichen Lebens hinausgeführt? XI. Wer 
hat so das Männliche gebildet, die Gestalt des Weiblichen gemacht und 
beide zu Einer Harmonie vereinigt und Einen Anfang der Geburt für 
alle Lebewesen gefunden? XII. Wer hat den flüssigen Samen der 
Zeugung aus seinem vergänglichen und törichten Laufe umgeändert 
und Leben zeugend gemacht? XII. Wer wirkt bis jetzt all dies und 
Unzähliges darüber hinaus, das alles Wundern und Staunen über- 
trifft? XIV. Wer vollbringt an allen Tagen und zu allen Stunden 
ihre Entstehung und ihren Wandel mit verborgener, unsichtbarer 
Kraft? 

XV. Aber als die Ursache aller dieser (Erscheinungen) wird mit 
Recht der wundertätige Logos Gottes genannt. Denn der in Wahrheit 


Ct 


eb 
οι 


20 


allmächtige Logos Gottes erstreckte sich durch alles, breitete sich nach 25 


oben zur Höhe und nach unten zur Tiefe unkörperlich aus, faßte die 
Breiten und Längen des Alls gleichsam mit seinen breiten Händen, brachte 
und schnürte das All zusammen, befestigte sich dies reich zusammen- 
gesetzte Instrument und schlägt die unvernünftige, gestalt- und formlose 


4 ff. vgl. Dem. IV 5eff. 


8 „Welt“ X πόϑεν ἂν εἴποι τις τὸν dv αὐτῇ κόσμον ἐνυπάρχειν αὐτῷ; 1, 
15 εἰς ἁρμονίαν συναγαγὼν μίαν, {μίαν γενέσεως ἀρχὴν»... ἐξεύρατο X μίαν «: 1, 
16 τὴν ῥοώδη xal σπερματικὴν γένεσιν τῆς φϑαρτῆς καὶ ἀλογίστου (HSS ἀναισϑή- 
tov Valesius Hkl) μεταβαλὼν ῥοῆς ξωογόνον ἀπέδειξεν; L 91 γενέσεις καὶ 
ὥρας 1, φϑορὰς Valesius φορὰς Heikel τροπὰς Σ 27 „mit der Breite gleich- 
sam mit seinen Händen“ X πλατείαις ὥσπερ ταῖς χερσὶ L 29 „und hat die.... 
οὐσία der Körper... . schön mit den Ausdehnungen das Gesonderte verbunden 
und gestimmt.“ X hat falsch konstruiert und zu etymologisch übersetzt: τὴν ἄλο- 
yov ... οὐσίαν πανσόφῳ ... δυνάμει, Ed μάλα τοῖς διατόνοις τὰ διεζευγμένα συνάπ- 
των, ἀναχρούεται L 


44* Eusebius. 


οὐσία der Körper mit allweiser und vernünftiger Kraft an, indem er 
schön die (Tonleiter der) διάτονοι mit (derjenigen der) διεζευγμένα ver- 
bindet, und lenkt die Sonne, den Mond und die Leuchten am Himmel 
mit unaussprechlichen Worten und führt (sie) zum Nutzen des Alls. 
XVI. Eben dieser Logos Gottes ließ sith auch auf die Erde zur Tiefe 
herab und stellte alle verschiedenen Arten der Lebewesen und alle Ge- 
stalten schöner Pflanzen her. XVII. Eben dieser Logos Gottes tauchte 
auch bis auf die Tiefen des Meeres hinunter und ersann *die schwim- 
menden Naturen und wirkte auch hier wiederum ungezühlte Myriaden 
10 von Gestalten und allerlei verschiedene Tiere. XVIII. Eben dieser 
vollendet auch *das, was im Leibe getragen wird, innen in der *Kunst- 
werkstatt der Natur und bildet Leben. Dieser hebt auch leicht die 
flüssige und schwere Natur der feuchten οὐσία nach oben zur Höhe und 
wandelt sie dann in Süssigkeit. Nach (bestimmtem) Maf bringt er sie 
15 aufs Land und vollendet (so) zu bestimmten Zeiten seine Versorgung. 
Nachdem er nach Art eines vorzüglichen Landmannes den Acker gut 
bewässert und mit der Trockenheit die Feuchtigkeit vermengt hat, wandelt 
er (ihn) auf alle Art um, indem er bald durch die schönen Blüten, bald 26 
durch allerlei Formen, bald durch angenehme Gerüche, bald durch die 
20 wechselnden Unterschiede der Früchte und bald durch den Geschmack 
allerhand Genüsse gewährt. XIX. Wie darf ich mich erdreisten, über 
die Kräfte des göttlichen Logos zu reden und Unmögliches anzugreifen, 
da es klar ist, daß seine Energie jeden sterblichen Verstand weit übertrifft? 
XX. Die einen also haben diesen Allnatur, die anderen Allseele, noch 
andere Schicksal genannt. Andere aber haben gesagt, er sei der jenseits 
von allem (weilende) Gott, und haben ich weiß nicht wie unendlich 
weitgetrennte (Dinge) vermischt, indem sie den Allenker, die höchste 


Qt 


Ü 
Ce 


6 παντοδαπῶν γένη ζώων φιτῶν τε πολύμορφα χάλλη L 8 Statt ea3CD 
lies elo ebenso Z.11 11, Kunst" X. Aber statt σόδιιξοοτε cn lies ju 


edens ord Hoffmann: ἔνδον ἐν τῷ τῆς φίσεως ἐργαστηρίῳ L 1% „die feuchte 
οὐσία, die flüssige und schwere Natur" 2, aber τῆς ὑγρᾶς οὐσίας τὴν ῥευστὴν καὶ 
βαρεῖαν φίσιν L 16 X kann man vielleicht verstehen: „und vollendet ... seine 
Versorgung nach Art eines.... Landmannes, der den Acker gut bewässert und .... 
vermengt hat, und wandelt... um“, aber vgl. L: εὖἶϑ᾽ οἷά τις γεωργὸς ἄριστος 
ἐποχετεύσας εὖ μάλα τὴν χώραν τῷ tt ξηρᾷ τὴν ὑγρὰν συγκερασάμενος, μεταρ- 
ρυϑμίζει παντοίως 18 τοτὲ μὲν ὡραίοις ἄνϑεσιν, τοτὲ δὲ... .. τῇ γεύσει παν- 
τοδαπὰς ἀπολαύσεις παρέχων L. Aber X hat die Konstruktion nicht verstanden, 
da er den Schluß übersetzt: „bald dem Geschmacke allerlei Genüsse gewährt‘ 
27 „indem“ nach L, Σ᾽ hat auch hier das Ptz. aufgelöst. 


Die Theophanie des Eusebius. 45* 


Kraft des Seins nach unten auf die Erde und in die Körper warfen 
(und) mit vergänglicher ὕλη verknüpften und vorgaben, er umkreise 
die Mitte der unvernünfügen und vernünftigen, sterblichen und unsterb- 
lichen Lebewesen. Aber sie (behaupten) dies. 

XXI. Die göttliche Lehre aber sagt, daß das höchste aller Güter, 
eben er, der die Ursache des Alls ist, jenseits von allem Begreifen sei. 
Deswegen sei er unsagbar, unaussprechlich, unnennbar, und nicht nur 
hóher als jedes Wort, sondern auch als alle Vernunft, weder an einem 
Orte greifbar noch in Körpern existierend, weder im Himmel noch im 
Äther noch in (irgend) einem der Teile des Alls, sondern zugleich überall 
und außerhalb von allem, aufbewahrt in der Tiefe des verborgenen 
Wissens. Diesen allein als wahren Gott zu wissen, lehren die göttlichen 
Worte, (ihn,) der von jeder körperlichen οὐσία gesondert und jedem 
Verwaltungsdienst fremd ist. Deswegen ist uns überliefert, daß alles 
von ihm, aber keineswegs durch ihn sei. XXII. Sondern er sitzt nach 
Art eines Königs drinnen in der Verborgenheit und Verstecktheit und 
Unzugänglichkeit in der Höhe des Blickes und lenkt und ordnet (alles) 
nur durch die Kraft seines Willens. Denn wenn er will, so existiert 
das, was da existiert, und wenn er nicht will, so existiert es nicht. Er 
will aber alles Gute, deswegen weil auch er gut ist in seiner οὐσία. 

XXIII. Er aber, durch den alles (ist), der Logosgott *regnet von 
oben aus seinem guten Vater wie aus einer unendlichen, immer fließenden 
Quelle (und) geht durch unaussprechliche Worte nach Art eines Flusses 
hervor, indem er ganz und gar (zum Überfließen) voll ist für die ge- 


samte Erlösung des Alls. Wie aber nach dem in unserer Weise (ge- : 


wählten) Beispiel der verborgene und unsichtbare Verstand, der in uns 


14 vgl. I Kor 86 16 vgl. I Tim 716 25—8S. 46, 20 = 1. Bruchstück 
der griech. Theoph. 25 ff. vgl. I Kor 211.16 Joh 118 


1 „auf die Erde warfen und in den Körpern mit vergünglicher Hyle ver- 
knüpften“ € χάτω βάλλοντες ἐπὶ γῆν xal σώματα, ὕλῃ ve φϑαρτῷ συμπλέξαντες L 
σώματι ὕλῃ TE. ......- συμπλέξαντες Hkl. Lies nach L aA statt am 
9 „umkreise“ X (dem Sinne nach — er stehe ungefähr in der Mitte) εἰλεῖσϑαι Hkl 
εἰλίσϑαι, εἱλῆσϑαι 1 16 εἴσω που ἐν ἀρρήτοις (ἀπορρήτοις Z) καὶ ἀδύτοις xal 
ἀβάτοις φῶς οἰχῶν ἀπρόσιτον L „in der... . Verstecktheit, wo er unzugänglich 
(ist) in (resp. wegen“) der Höhe seines Anblicks“ €. Teils scheint er anders teils 
falsch gelesen teils falsch verstanden (das Pronomen!) zu haben, etwa: x«l ἄβατος 
(l. ἀβάτοις) τὰ μετέωρα οἰχῶν τῆς ὄψεως 21 „und regnet“ (= fließt, X aber 
— läßt regnen?) Das € ‚und‘ steht besser vor «1.9.9. ἀνομβρῶν λόγοις ἀρρή- 
τοις ποταμοῦ δίχην πρόεισιν L 


10 


15 


ὃ 


10 


2U 


46* Eusebius. 


ist, von dem niemals einer der Menschen erkannt hat, wıe er und was 
er seinem Wesen nach ist, *gleich einem Könige in der Verborgenheit 
drinnen in seinen Gemächern sitzt und die *Taten beschließt, (wie) aber 
(ferner) das einzigartige Wort aus ihm hervorgeht, gleichwie von einem 
Vater in versteckter Verborgenheit gezeugt, und (wie) es zuerst allen 
ein Bote für die Gedanken seines Vaters ist und offen das verktindigt, 
was sein Vater in der Verborgenheit beschlossen hat, und die Beschlüsse 
durch Taten vollführt, indem es in die Ohren aller eingeht, (und wie) 
dann diese den Nutzen vom Worte empfangen, (wie) aber niemals einer 
den verborgenen, unsichtbaren Verstand, eben den Vater des Wortes, 
mit Augen gesehen hat, — demgemäß also, das heißt vielmehr über alle Bei- 
spiele und Bilder hinaus ist das vollkommene Wort des Allkönigs Gott, 
wie der einzigartige Sohn seines Vaters, keineswegs entstanden durch . 
eine sich äußernde Kraft, noch seiner Natur nach aus Silben von Namen 


5 und Worten geschaffen, noch wird er mit einem Wort, das durch die 


Luft schlägt, bezeichnet, sondern er ist das lebendige und wirksame 
Wort des über alles (herrschenden) Gottes und ist seinem Wesen nach 
die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes, und geht aus der Gottheit 
und dem Königreich seines Vaters hervor und ist der gute Sprößling 
eines guten Vaters und der gemeinsame Erlöser aller, und tränkt alles 
^und^ läßt allem Leben, Vernunft, Weisheit, Licht und alles Gute aus 
seiner eigenen Fülle zufließen. Er tränkt aber keineswegs nur das, was 
vor ihm (liegt) und ihm am nächsten (ist), sondern auch das weit Ent- 
fernte zu Lande und zu Wasser und wenn es irgend einen anderen Teil 
(als diese) im Seienden gibt. Für alle zugleich ordnet er Grenzen, Ge- 
biete, Gesetze und Erbteile mit Gerechtigkeit, und mit königlicher Vollmacht 
leill er einem jeden xu und gibt ihm das, dessen er würdig ist, und 
sondert ab für die einen, daß sie die überweltlichen Gewölbe, für die 


18 vgl. I Kor 124 


2 „gleich einem: Könige aber“ X βασιλεὺς δ᾽ οἷα HSS δ᾽ < ΗΚ]. Lies Ad 


3] «314.050 mit HS 15 genauer „das-durch Schlagen der Luft (entsteht)“ 
N οὐδ᾽ ἐν φωνῇ δι’ ἀέρος πληττομένῃ (πληττομένου Wendland) σημαινόμενος Th.gr.L 
20 ἐποχετείει τὰ σύμπαντα ζῶν 1, ζῶα Valesius ζωῆς xal λόγου .. .. τοῖς πᾶσιν 
ἐπιλιμνάζων Hkl. Lies mCasQ 24 xol εἴ τις ἑτέρα τούτων ἐν τοῖς οὖσιν tvy- 
χάνει λῆξις L „Natur“ X (— ἕξις aus λέξις, λῆξις verderbt) 26 „mit Gerechtig- 
keit und mit königlicher Vollmacht, und teilt". Σ᾽ hat schlecht verknüpft: χαὲ 
χλήρους διατάττεται χατὰ τὸ δικαιότατον, ἐξουσίᾳ βασιλικῇ τὰ πρόσφορα νέμων L. 


Streiche & vor 332 


Σ8 


Die Theophanie des Eusebius. | 478 


anderen, daß sie den Himmel selber bewohnen, für andere die ätherischen 
Wobnstätten, für andere die Luft und für andere die Erde, und dann, 
indem er sie von bier wieder anderswohin verlegt, unterscheidet er sehr 
wohl die Lebensführungen aller, pflanzt Gewohnheiten und Sitten unter- 
schiedlich fort und sorgt für Leben *und Nahrung keineswegs der Ver- 
nünftigen allein, sondern auch der unvernünftigen Tiere zum Gebrauch 
der vernünftigen (Menschen). XXIV. Und den einen gewährt er den Ge- 
nuß des sterblichen und zeitlichen Lebens, den andern aber das Teilhaben 
an der Unsterblichkeit. Alles aber wirkt er als der Logos Gottes, *in- 
dem er allem nahe ist und alles mit vernünftiger Kraft durcheilt, nach 
oben seinen Vater anblickt und gemäß seinen Winken das Untere und 
ihm nachfolgend wie ein Erlöser aller lenkt, indem er so in der Mitte 
ist und die gewordene οὐσία dem Sein annähert. 

Eine unzerreißbare Fessel ist der Logos Gottes, der sich in der 
Mitte befindet, der das Getrennte zusammenfesselt und nicht zuläßt, daß 
es weit (auseinander) fällt. Er ist die über alles (waltende) Vorsehung, 
er ist der Pfleger und Lenker des Alls, er ist die Kraft Gottes und die 
Weisheit Gottes, er ist der Eingeborne, der Sohn Gottes, der Gott aus 
Gott Gezeugte, das Wort. „Denn im Anfang war das Wort und das 
Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Alles ist durch dasselbe 
geworden und ohne dasselbe ist nichts", lehren die rühmlicheu Worte 
göttlicher Männer. XXV. Er ist der gemeinsame *Pflanzer aller, um 
deswillen die οὐσία des Alls wüchst und blüht, von seinem Tau zu jeder 
Zeit getränkt, für immer verjüngt in ihrer Blüte und einen schönen 


Anblick jederzeit gewührend. Er aber hält ihre Zügel und führt sie: 


auf richtigem Wege zum Ziel (und) steuert nach den Winken seines 
17 vgl. IKor 124 19 = Joh 11. 8. 


B „Leben der Nahrung“ Z ζωῆς re xal τροφῆς L 1. eto 9 „und 
indem er nahe ist“ X streiche Q: ἐνεργεῖ, τοῖς πᾶσιν ἐπιπαρὼν L 12 „ihm 
nachfolgend“ € τὰ χάτω xal μετ᾽ αὐτὸν ἀχολούϑως οἷα χοινὸς ἁπάντων σωτὴρ 
διακυβερνᾷ L καὶ μετ᾽ αὐτὸν < Heikel „so“ Σ ἁμηγέπη L 17 „er ist die 
pflegende Vorsehung über alles, er ist der Lenker“ X (ale Mask. trotz 


etes wie 4122 7825 8311) Aber Mißverständnis: οὗτος ἡ xa9óAov πρόνοια, 


χηδεμὼν οὗτος xal διορϑωτὴς 1, 18 οὗτος μονογενής, ϑεὸς ἐκ ϑεοῦ γεγεννημένος, 
λόγος 1, μονογενὴς) + ϑεοῦ υἱὸς „der eingeborne Sohn Gottes“ Σ᾽ läßt sich als 
ursprünglich (wie oben) verstehen (gegen Stud. 59) 21 ϑεολόγων ἀνδρῶν ἱεραὶ 
διδάσκουσι φωναί L 22 „Erlöser“ X 1, data — φυτουργός L 26 Man 


erwartet ,COQyS0 1-20 


15 


τῷ 


0 


IS 
C 


48* Eusebius. 


Vaters den großen Nachen der gesamten Welt. Diesen schönkünstleri- 
schen eingebornen Sohn zeugte der *jenseits von allem (stehende) Gott, 
wie ein guter Vater eine gute Frucht, und gab (ihn) dieser Welt als 
das vorzüglichste Geschenk wie eine Seele für den seelenlosen Leib, und 
5 warf in die unvernünftige Natur der Körper seine Vernunft und er- 
leuchtete und belebte die form- und gestaltlose, seelen- und artlose οὐσία 
mit der Kraft des göttlichen Logos, den auch wir kennen und verehren 
müssen, während er der ὕλη und den στοιχεῖα der Körper allezeit nahe- 
kommt, und der (selber) ohne Hyle und ohne Körper ist und weise, 
10 nicht als ob er von anderen weise gemacht worden wäre, sondern er 
ist die Weisheit, das Leben und das Licht (selber), ei verstündiger 
Sprößling unsagbaren Lichtes und Einer seiner οὐσία nach, wie er von 
Einem Vater ist, aber er besitzt viele Krüfte in sich. 
Denn nicht dürfen wir, weil es viele Teile der Welt gibt, deswegen 
15 (auch) meinen, daß es viele Kräfte gebe; ebensowenig dürfen wir, weil 
es viele Werke gibt, deswegen auch viele Götter hinstellen. XXVI. Einen 
gewaltigen Irrtum aber haben, unmündig an ihrer Seele, polytheistische 
Männer begangen, die die Teile des Alls zu Göttern machten und die 
Eine Welt in viele (Stücke) teilten, gleich wie wenn jemand, der von 
20 dem Bestande Eines Menschen die Augen besonders nimmt und sagt, 
sie seien ein Mensch und die Ohren wiederum ein anderer Mensch, und 
(der) ebenso wiederum den Kopf, und den Nacken, die Brust, den Rücken, 
die Hände und die Füße und die übrigen Glieder einzeln abschneidet und 
die Kräfte der Sinne teilt und von dem Einem Menschen sagt, daß es 
. 25 vorgeblich sehr viele seien, sich weiter nichts als ein Gelächter über (seine) 
Torheit bei den Weisen erwirkt. Demgemäß ist auch der, der sich 
Myriaden Götter aus den Teilen der Einen Welt aufstellt und die Körper. 
die durchweg aus flüssiger und zerstiebbarer Natur und aus Einer ὕλη 
gemacht sind, zerschneidet und sie sich wiederum vorgeblich zu Göttern 
30 macht. XXVII. Viel schlechter als dieser aber ist jeder, der auch diese 


11—27 = Laus 2324—19 


2 „höher als alles‘ X. Ass vermutlich Versehen für Aaalz: ὁ τῶν ὅλων 
ἐπέχεινα ϑεός L 8.---11 ἐν ὕλῃ μὲν xal σωμάτων στοιχείοις διὰ παντὸς ἐπιχω- 
ριάζοντα xal τὰ πάντα ζωογονοῦντα, τὸν αὐτὸν δὲ φῶς κτλ. 1, 17 πολυϑέων 
ἀνδρῶν παῖδες L 23 χαταχερματίσας L genauer „allmählich schneiden“ X, 
oder besser „einzeln abschneiden“ 25 τάς τε τῶν αἰσϑητηρίων δυνάμεις xata- 
διελὼν τῷ λόγῳ παμπόλλους λέγοι εἶναι ἀνθρώπους τὸν Era L. XY verbindet τῷ 
λόγῳ mit χαταδιελὼν: „im Gedanken teilt", dagegen vgl. Z. 29 9299 ,in viele 
Stücke schneidet" Σ᾽ vgl. zu Z. 23 


xvY 


t 


Die syrische Theophanie Buch I. | 49* 


. ganze gewordene Welt, sie ganz und gar zumal, die aus vielen Teilen 
besteht, für Gott hält, ohne zu wissen, daß eine göttliche Natur niemals 
aus Teilen besteht. Wenn sie aber zusammengesetzt wäre, so bedürfie sie 
auch eines anderen, der sie zusammensetzte, noch auch wäre sie göttlich, 
wenn sie vielteilig wäre. Wie denn? Sie sollte aus unähnlichen Unter- 5 
schieden, aus Schlechterem und Besserem bestehen? Denn das Zusammen- 
gesetzte ist auch auflösbar, und das Vielteilige ist mit Zwang unähnlich. 
Denn das, was durchweg gleich und unveränderlich ist, ist durchweg 
einfach und nicht zusammengesetzt. - Das Zusammengesetzte aber ist 
aus Unähnlichem zusammengesetzt. Das Unähnliche aber ist an sich 10 

X10 etwas Schlechteres gegenüber dem Besseren. Denn wenn es ganz gut 
wäre, so wäre es gleich und ähnlich, und wenn es 80 wäre, 80 wäre es 
durchweg und in jedem (Teil) sich selbst gleich und wäre daher von 
*einfacher (und) ungeteilter οὐσία. Aber keineswegs zeigt sich diese 
Natur der sichtbaren Welt des Alls. Denn sie ist wahrnehmbar und be- 15 
steht aus Myriaden Teilen und ist zusammengesetzt, sodaß sie eben in 
Myrisden Teile sich wandelt, und so nimmt sie, da sie so ist, auch die 
gegensützliche Natur auf. Deswegen hat diese Welt teil am der sterb- 
lichen zumal und unsterblichen, vernünftigen und unvernünftigen, kalten 
und warmen, feuchten und trockenen οὐσία, von welch allem Gott frei 20 
ist. Denn wenn die Natur Gottes einfach, unteilbar und nicht zusammen- 
gesetzt ist, so ist sie jenseits und weit entfernt von aller Ordnung der 
sichtbaren Welt. Deswegen hat der Herold der Wahrheit deutlich ge- 
rufen, indem er spricht: Der Logos Gottes, der vor allem ist, ist allein 
der Erlóser aller Vernünftigen; Gott aber, der jenseits von allem ist, der 25 


1—6 = Laus 23219—34 21 „einfach“ — S. B1, 5 — Laus 2323:4—23334 
28 vgl. Joh 11? 


8 „und nicht ist sie zusammengesetzt, sodaß sie eines anderen nicht bedarf, 
der sie zusammensetzt‘ Z, aber el δὲ σύνϑετος γένοιτο, xal ἑτέρου δέοιτο ἂν τοῦ 
συνθήσοντος αὐτήν L (οὐδ᾽ ἀσύνϑεντος Var.) b ,Wie aber? Aus unähnlichen 
Unterschieden besteht das Schlechtere und Bessere“ Z, aber πῶς γάρ; ἐξ ἀνομοίων 
διαφορῶν, χειρόνων TE καὶ ἀμεινόνων ὑφεστῶσα L 14 1. edo xa mit HS 
15 „wenn die Welt des Alls gesehen wird“ 3, aber vermutlich las er ἀλλ᾽ οὐδαμῶς 
ἡ φύσις τοιαύτην ἑαυτὴν παρίστησι τοῦ ὁρωμένου τῶν ὅλων χόσμου vgl. Stud. 60 
17 „und wo sie so ist, auch . . . aufnimmt“. X hat vermutlich ein xal ὧδε miß- 
verstanden vgl. Stud. 60 18 „an den Sterblichen zumal und Unsterblichen, Ver- 
nünftigen und Unvernünftigen und an der... . οὐσία“ 3, allein er las wohl διὸ 
δὴ ϑνητῆς ὁμοῦ χαὶ ἀϑανάτου λογικῆς τε xal ἀλόγου... οὐσίας ὅδε ὁ χόσμος 


χοινωνεῖ Stud. 60 
Eusebius III*. 4 


50* Eusebius. 


Stammvater des Logos, der allein die Ursache aller ist, *wird mit Recht 
der Vater seines eingebornen Logos genannt, er selbst aber erkennt 
keine andere, höhere Ursache als sich selbst an. Deswegen ist Er (auch) 
allein Gott (selber), der Eingeborne aber geht aus ihm hervor nach ver- 
5 borgenem, unaussprechlichem Ratschluß, der Erlöser aller, Ein Logos 
Gottes, der durch alles (waltet). XXVIII. Die sinnliche Welt also ist 
nach Art einer vielsaitigen Leier, die aus unähnlichen Saiten besteht, 
aus hellen und dumpfen, aus schlaffen, gespannten und mittleren, die 
alle wohl harmonisch sind durch musische Kunst, — demgemäß nun ist 
10 auch sie, die vielteilig und reich zusammengesetzt ist aus kalter zumal 
und ihr entgegenstehender warmer, aus feuchter und irockener οὐσία, zu 
Einer Harmonie vereinigt und ist ein großes Instrument und ein Werk 
des Gottes des Alls. XXIX. Der göttliche Logos aber besteht keines- 
wegs aus Teilen, noch ist er aus Entgegenstehendem zusammengesetzt, 
15 sondern ist ohne Teil und ohne Zusammensetzung und #hlägt schön und 
weise das All an und leistet seinem Vater und dem Könige des Alls den 
ihm schuldigen und gebührenden Lob(estribut) Wie an Einem Leibe X11 
Myriaden Teile und Glieder, Inneres und Eingeweide vereinigt sind, 
(wie) aber eine unsichtbare Seele sich durch alles erstreckt und Ein 
20 unteilbarer, unkórperlicher Verstand, so auch bei diesem (All: Aus 
vielen Teilen besteht Eine Welt und ebenso erstreckt sich Ein Logos Gottes, 
reich an Kräften und mächtig in allem, durch alles und verbreitet sich 
unsichtbar über alles und ist die Ursache von allem, was darin ist. 
XXX. Siehst du nicht mit deinen Augen, daß Ein Himmel die 
25 ganze Welt umgibt, während Myriaden Reihen von Sternen an ihm 
kreisen? (wie) ferner Eine Sonne, und keineswegs viele, *durch die Vor- 
züglichkeit ihres Lichtes die Strahlen aller (Gestirne) verbirgt? So also, 
da der Vater Einer ist, muß auch der Logos dieses (Wesens) Einer 
sein: der gute Sprößling eines guten Vaters. Wenn aber jemand tadeln 
30 wollte, warum nicht mehr Söhne (da seien), so geziemt es sich für diesen, 
auch den Vorwurf zu erheben, warum er nicht mehr Sonnen, Monde, 


6 vgl. Eph 46 24—S. 51, 4 „erleuchtet“ = Dem. IV 51.—61 χόσμον 


1 „und wird“ X streiche a 10 „und Kälte zumal und Wärme, die ihr 
entgegen steht, Feuchtigkeit und Trockenheit der οὐσία sind zu Einer Harmonie 
vereinigt 2, aber xal ὅδε πολυμερὴς ὧν xal πολυσύνϑετος ψυχρᾶς ὁμοῦ καὶ τῆς 
ἐναντίας ταύτης ϑερμῆς, ὑγρᾶς τε xal αὖ πάλεν τῆς ἐναντίας ταύτης ξηρᾶς 
οὐσίας, εἰς μίαν συνελϑὼν ἁρμονίαν L 15 εὖ καὶ σοφῶς τὸ πᾶν ἀνακχροΐύεται, 
τῷ αὐτοῦ πατρὶ... τὴν ὀφειλομένην... ἀποδιδοὺς μελῳδίαν L „weise in allem, 
stimmt er sich seinem Vater" X 26 „und durch“ X. Str. ἃ 


a 


Die syrische Theophanie Buch I. 51* 


Welten und Myriaden Anderes herstellte, indem er nach Art eines 
Rasenden das zu verdrehen sucht, was recht und schón ist von Natur. 
Aber wie bei den sichtbaren (Dingen) Eine Sonne die ganze wahrnehm- 
bare Welt erleuchtet, so durchstrahlt auch bei den geistigen (Dingen), 
uns verborgen und unsichtbar, Ein allmüchtiger Logos Gottes das All. 5 
Denn was würen viele Sonnen nótig, da Eine genügt zur Vollendung 
des Alls? Was würen ferner viele Sóhne Gottes nótig, da Ein Einge- 
borner genügt zur Vollendung der Ratschlüsse seines Vaters? Denn 
wenn viele wären, so wären sie entweder äbnlich oder unühnlich. Wenn 
sie ähnlich (wären), so (wäre) ihre Vielheit unnütz, da Ein Vollkommener 10 
und Allmächtiger zur Schöpfung und Herrichtung des Alls genügt. 
Denn der Logos Gottes und die Weisheit Gottes und das Licht und das 
Leben und die ganze Fülle des Guten, (er) der seinem Wesen nach Einer 
ist, macht eben die Zahl ihrer Vielheit unnütz, da sie eitel und unschön 
an ähnlicher Kraft teil hätten. Wenn sie aber unähnlich (wären), so 15 
müßten sie werden. Und was gibt es für Unähnliches, das werden 
(könnte) gegenüber dem Vollkommenen und Allgenügenden als das, was 
unvollkonımen und seiner Natur nach mangelhaft ist? Aber es gibt 
keinen unvollkommenen Sprößling Gottes. Vollkommen also ist der 
Eingeborne Gottes, und keineswegs gibt es viele Logoi Gottes, sondern: 20 
>12 Gott aus Gott, allem genügend und allmüchtig, Ein Bild des Lichtes 
seines Wesens, wie die göttlichen Worte überliefern, der zum Nutzen 
der Wiederherstellung und Heilung aller gewordenen (Wesen) notwendig 
geschaffen ist, seinem Wesen nach Einer, aber mannigfach in seinen 
Kräften, der allein zum Schmucke des Alls genügt. XXXI. Denn auch 25 
im Menschen ist Eine Seele und Eine vernünftige Kraft, und sie ist 
zugleich die Fertigerin der vielen (Künste), wenn eben dieselbe, um das 
Land zu bearbeiten, *Schiffe herzustellen und sie zu lenken und um zu 
bauen, *viele Dinge lernt und tut; und Ein Verstand und (Eine) Über- 
legung im Menschen *empfängt bisweilen Myriaden Lehren, und eben 30 
derselbe mißt das Land, beobachtet den Lauf der Sterne, überliefert 
Worte der Grammatik und der *Rhetoren, wird ein Führer der Heil- 
kunde in Lehren und in Werken der Hände, und bis jetzt hat noch 
niemals jemand geglaubt, daf es viele Seelen in Einem Leibe gebe, 


8 vgl. De Xenophane, Zen. Gorg. c. 3; Dem. IV 31ff. 21 vgl. Hebr 13 
25—S. 58, 14 -— Laus 23324—23b12 Dem. IV 59-12 


14 „macht unnütz'"] wörtlich „schleppt zum Unnützen" X 25 ,Denn'] wört- 
licher „weil“ £2, an das Vorige angeschlossen 28 1]. epo mit H8 29 „und 


viele“ str. à 80 „und empfängt‘ str. Q 82 1. mise Lee 
4% 


59* Eusebius. 


noch auch mit Verwunderung erwartet, daß es viele οὐσίαι im Menschen 
gebe wegen des Empfanges vieler Lehren. Wenn aber jemand eine ge- 
staltlose Scholle Lehm findet, sie dann mit seinen Händen *knetet und ihr 
die Gestalt eines Lebewesens gibt, (und) durch die Eine Form einen Kopf, 
5 durch die andere Hände und Füße, durch eine andere ferner die Augen 
und die Wangen *ebenso und die Ohren und den Mund und Nase, 
Brust und Rücken durch die Kunst der Plastik abbildet, *so ist es 
(dennoch) keineswegs richtig, weil viele Formen, (Teile) und Glieder 
an Einem Leibe gschaffen sind, (deshalb) zu meinen, daß ebenso auch 
10 viele Schöpfer seien, sondern Einen allein, den völligen Schöpfer des 
Alls zu loben, der durch Eine Überlegung und Eine Kraft das All her- 
gestellt hat. XXXII. So dürfen wir auch über diese ganze Welt, die 
Eine ist, aber aus vielen Teilen besteht, nicht viele schaffende Kräfte 
setzen noch viele Götter nennen, sondern (nur) die Eine allweise und 
15 allharmonische, in Wahrheit göttliche Kraft und göttliche Weisheit 
segnen, die mit Einer Kraft und Einer Tüchtigkeit durch alles hindurch- 
geht, durch die ganze Welt wallt, alles einrichtet und lebendig macht 
und zumal allem und jedem Einzelnen, Körpern und Elementen mannig- 
fache Unterstützung verschafft. XXXIII. So ist auch das Licht der 
20 Sonne Eines, und mit einem und demselben Darauffallen zumal durch- 
strahlt sie die Luft, gibt den Augen Licht, erwürmt das Gelenk, be- 
fruchtet die Erde, mehrt die Pflanzen, richtet die Zeit ein, geht vor den 
Sternen her, umkreist den Himmel, erhellt die Welt, stellt die Kraft 
Gottes allem deutlich hin und vollendet dies alles durch Einen Einfluf 
25 auf die Natur, und ebenso reinigt die Natur des Feuers das Gold, 
schmilzt das Blei, löst das Wachs auf, trocknet den Lehm und ver- 
brennt das Dickicht, indem sie all dies mit Einer Brennkraft wirkt. 
XXXIV. So ist auch der Logos Gottes, der Allkönig, der sich durch 
alles erstreckt, in allem und tritt an alles heran, das im Himmel und 
30 auf Erden ist, lenkt das Unsichtbare und das Sichtbare, regiert eben die 
Sonne, den Himmel und die ganze Welt mit unaussprechlichen Kräften, 
indem er mit tätiger Kraft allem nahe ist und durch alles waltet, läßt 
(ferner) eben der Sonne, dem Monde und den Sternen aus seiner eigenen 


8—15 „Weisheit“ vgl. Praep. III 136.7 15 vgl. I Kor 124 


3 ,Scholle^] ὕλην L D | „zusammensetzt“ Σ᾽ ἁπαλύνας L D 1. C244 33 
4 „und“ < £2]. 33843O 6 ὡσαύτως L D 1. has 7 „und so* Z str. & 
8 „Teile“ < Σ σχήματα xal μέρη καὶ μέλη L P co Ὁ 1. edónQiS00 18 χαϑόλου 


τε τοῖς πᾶσι καὶ τοῖς χατὰ μέρος σώμασί τε χαὶ στοιχείοις L 20 „Darauffallen“) 
προσβολή LD 


X13 


Die syrische Theophanie Buch I. 53* 


Quelle unversiegliches Licht regnen, hat den Himmel als das ähnlichste 
Bild der eigenen Größe eingerichtet und bält ihn in Ewigkeit fest, und 
füllt *die jenseits des Himmels und der Welt (existierenden) Kräfte der 
Engel und der Geister mit verständigen und vernünftigen οὐσίαι, mit Leben 
zumal und Licht und Weisheit und aller Tüchtigkeit alles Schönen und 5 
Guten aus den bei ihm (aufbewahrten) Schätzen, (und) durch Eine und 
dieselbe Kunst der Schöpfertätigkeit *ermangelt er niemals, den Elementen 
οὐσίαι xw geben und den Körpern Mischungen und Vermengungen, 
Gestalt, Aussehen und Form, und variiert Myriaden Eigenschaften in den 
Lebewesen und Pflanzen und in den vernünftigen und unvernünftigen 10 
Seelen bald so bald anders, gewährt allen zumal alles mit Einer Kraft 
und zeigt deutlich keineswegs eine siebensaitige oder vielsaitige Leier, 
sondern Eine ganz harmonische Welt als das Werk Eines welt- 
schaffenden Logos. XXXV. Derart ist also der gemeinsame Erlöser 
aller, der Logos des Gottes des Alls, über den ein Theologe mystisch 15 
so redet: ,Er war in der Welt, und die Welt ward durch ihn, aber die 
Welt kannte ihn nicht“. Denn nicht früher noch lernte sie ihn kennen, 
als bis er sich selbst in den letzten Zeiten offenbarte denen, die in der 
X14 Finsternis des Bösen gehalten sind. Aber daß der Schöpfer der ganzen 
Welt, der der gemeinsame Erlöser aller ist, derart ist und diesem All 20 
eine so große Unterstützung gewährt, ist von uns mit Recht gezeigt 
worden. (Jetzt) aber müssen wir in Kürze sagen, welche Natur der ovol« 
eben die Welt des Alls erlangt hat, die von einem χυβερνήτης gelenkt 
wird (und) die aus Himmel, aus Erde und dem, was darauf ist, besteht. 
XXXVL Zwei Naturen also vereinigt sie: die bessere und dem 25 
göttlichen Logos verwandte οὐσία, die, selber verständig und vernünftig, 
mit dem Verstande gesehen und mit der Vernunft wahrgenommen wird, 
und von der all das begriffen werden kann, was besser als Körper ist — 
und (zweitens) diejenige (οὐσία), die zum Gebrauch der (ersten) notwendig 
*bestimmt wurde, die ὕλη, die Urquelle der Körper, „die mit (un)ver- 30 
nünftigem Sinne vorgestellt wird, die wird und vergeht, aber durchaus 


6 vgl. Kol 28 16 — Joh 110 80 — Platon Timaios 27 D 


8 lies elo statt gacala 4 „und die οὐσίαι der verständigen und 
vernünftigen Geister“ X τὰς... .. δυνάμεις ἀγγέλων xal πνευμάτων, νοερῶν TE 
xal λογικῶν οὐσιῶν ζωῆς ὁμοῦ xal φωτὸς... .. ἐμπίπλησιν LD 6 ,und^ —— £X 
1. dgsa>0 7 „und (str. ©) ermangelt er niemals der οὐσία der στοιχεῖα zu 
geben“ Z xal στοιχείοις οὐσίας οὕποτε διαλιμπάνει παρέχων LD 9 „Werke“ Σ 
ποιότητας LD 11 „bisweilen anders“ X ἄλλοτε ἄλλως L 80 „verderbt“ oder 
„verstäümmelt wurde“ X 1. isstsodhdıre | „die Urquelle“] wörtlich „die@eburt“ wohl 


ἡ τῶν σωμάτων γένεσις | αἰσϑήσει ἀλόγῳ δοξαστόν Platon Eus. 1. NT) ea 


54* Eusebius. 


niemals ist“, wie meines Erachtens schön gesagt ist. Aber das, was 
mit leiblichem Sinne gesehen wird, zeigt Eine Welt an: eben die, die 
*allen sichtbar (ist). Aber auch das Unsichtbare, so hat man schön gesagt, 
ist Eine Familie vernünftiger, geschaffener (Wesen). Wie in dem Sicht- 
5 baren Eines die Natur der Körper ist, zu welcher eben gehören teils 
die (Dinge), die im Himmel und im Äther (sind), und das, was (sich) 
gesondert in ihnen (befindet), teils die (Dinge), die in der Luft und auf 
Erden (sind), und die darauf sichtbaren Lebewesen und Pflanzen, so 
ist auch in der verständigen, unsichtbaren οὐσία Eine gemeinsame Art 
10 aller und Eine Natur der Entstehung der vernünftigen und verständigen 
Kräfte, während Myriaden mannigfacher Unterschiede dabei vorhanden 
sind. XXXVIL Eben dies also, das aus ὕλη und Körpern gemacht 
ist, das wir sinnliche Welt zu nennen gewohnt sind, und das aus 
Himmel und Erde und dem, was darin ist, besteht, — mag verglichen 
15 werden einer königlichen Stadt, in der Myriaden Bürger leben, in der 
teils königliche Paläste abgesondert sind: *die königlichen Gemächer 
im Innern, in welche die meisten nicht eingehen noch sie betreten, 
teils äußere (Häuser) als Plätze für die Leibwächter, teils wiederum 
(solche) in der Ferne und vom Hof getrennt, den Geringen und Massen 
20 überlassen. Zahlreich sind die Plätze im Himmel und zahlreich die 
unterhalb derselben: im Äther und in der Luft über der Erde, während 
der Wohnsitz auf Erden für die, welche auf ihr wandeln, weit ist, er, der 
uns allen bekannt ist. *Diejenigen aber, die jenseits des Himmels (wohnen), 
sind höher als alles Denken, sie, *die ebenfalls drinnen im göttlichen 
25 Königspalast *abgesondert sind, um den König des Alls kreisen, neben 
seinem göttlichen Logos tanzen, aus den Strahlen, die von ihm (aus- 
gehen), wie aus unversieglichen Lichtquellen schöpfen, erleuchtet sind 
und voller Licht bestehen. Alle Lichter und Scharen und Reiben un- 
körperlichen Lichtes, die die Plätze jenseits des Himmels inne haben, 
30 *ehren Gott, den König des Alls, mit den höchsten, Gott geziemenden 
Lobliedern. In der Mitte aber ist dem großen Himmel (um)geworfen 
ein zyanenfarbiger Vorhang, der die außerhalb der königlichen Paläste 


8 stoisch? vgl. Praep. XIII 1327 14 vgl. Praep. XV 15 3. (Arius Didymus) 
96 „aus den Strahlen“ — S. 55, 6 — Laus 19626—1976 


81 Salz mit HS 16 „und die^ str. Q0. 28. 24 1. um 251. 
eram 30 „und ehren“ str. & 32 „der die außerhalb der königlichen 
Paläste fernhält und die Leibwächter um diesen kreisen“ €, aber lies das 
a vor rc3oa cu statt vor ren A. Vgl. τοὺς ἐχτὸς τῶν εἴσω βασι- 
λικῶν οἴχων διεῖργον L + δορυφόρους X 


M 


Die syrische Theophanie Buch I. 55* 


(befindlichen) Leibwächter fernhält. Um diesen kreisen, gleichsam außer- 
halb der Tore, Fackeln tragend Sonne und Mond und die lichtbeklei- 
deten (Gestirne) am Himmel, ehren den jenseits des Alls (waltenden) 
König des Alls und zünden auf seinen Wink und auf sein Wort denen, 
die den finstern Ort außerhalb des Himmels erlangt haben, die un- 5 
verlöschlichen Lichtfackeln an. Eben diesen (finstern Ort) haben die 
den leiblichen Augen unsichtbaren Kräfte der Luft (die Dämonen) 
erlangt und (ebenso) die irdischen Lebewesen, unter anderen auch der 
Mensch, das Haupt aller, dessen Geschlecht keineswegs der verständigen 
und vernünftigen, unsichtbaren οὐσία fremd ist. Dieser eben wurde 10 
geschaffen, um die Gottheit, die die Ursache des Alls ist, und ihr Reich 
auf Erden zu preisen. Gleichwie aber auf Erden Ein und dasselbe Menschen- 
geschlecht sich über den ganzen Erdkreis erstreckt und Myriaden Völker 
aus ihm entstanden sind und (wie) allerlei Lebensarten und mannigfache 
Moden (σχήματα), Gewohnheiten und Sitten keineswegs nur der Bar- 1b 
baren und Wilden, sondern auch der friedfertigen, wohlanständigen und 
weisen Menschen (vorhanden sind), und (wie) unter ihnen Sklaven und 
Freie, Arme und Reiche existieren und solche, die selbst in ihrer 
(Haut)farbe variieren, wie (ferner) die Skythen *diejenigen (sind), die 
(das Los) erlangt haben, außerhalb im Norden zu wohnen, die Inder, 20 
die im Sonnenaufgang, die Kuschiten, die im Sonnenuntergang, und die 
Griechen und andere, denen es zu teil geworden ist, in der Mitte der 
(Welt)enden zu wohnen, und (wie) ferner unter diesen allen die einen 
über Teile der Völker herrschen, die anderen aber das Unterwerfen 
vollenden, und (wie) beim Großkönig aller (dieser Nationen) einige 25 
316 (sind, die) als Freunde geachtet werden, andere, die zu vielen Würden 
emporsteigen, andere, die wegen ihrer vorzüglichen Taten geehrt wer- 
den, andere, die den Rang der Sklaven ausfüllen, andere, die Lanzen 
tragen und mit Schilden sich umgürten, und ferner solche, die in 
Städten στρατηγοί sind, und solche, die die Funktionen der Stadt- 30 
magistrate verrichten, (wie endlich) den einen die Lose der Plebs 
bescheert sind, die anderen aber für Feinde und Bösewichter er- 
achtet werden, — so sind sie dennoch aber alle Menschen und ist 
Eines das gemeinsame Geschlecht aller. Über ihnen allen giebt es 
Einen König, eine einzigartige Macht, die mit eigner, allerhóchster 35 
Machtvollkommenheit bekleidet ist. Diesem entspricht das königliche 
Gesetz und Wort und von oben schreibt es allein der Vater und Gesetz- 


8 „und andere und“ X — τά re ἄλλα χαί 19 „die selbst in ihrer (Haut)- 
farbe variieren wie die Skythen, und diejenigen, die“ X. Aber das € vor „AM 


gehört vor ward 1. Adam 


565 Eusebius. 


geber als Großkönig vor. Es aber läuft nach unten durch alle Herrscher 
und Untertanen und macht Einem kóniglichen Joch das ganze ihm 
unterstellte Geschlecht untertan und läßt die einen zur Ehre nach oben 
steigen, den andern aber vergilt er, wie sie es verdienen. XXXVIII. Dem- 
5 gemäß aber existiert Eine höchste, zeugende, verständige und vernünftige 
οὐσία, und schön hat man gesagt, daß Eines auch das Geschlecht dieser 
(Menschen) ist und (daß) sie in nichts sich unterscheiden von Brüdern, 
die alle von Einem, gleichsam von eben dem Vater des Wortes Gottes, 
geschaffen sind. Es gibt aber Myriaden Völker und Geschlechter *von 
10 gutem und dem entgegengesetzten (schlechten) Anteil und mannigfache, 
unzählbare Unterschiede im Denken und Moden und Lebensweisen *von 
(einander) entgegengesetztem Zustand, aber keineswegs von (entgegen- 
gesetzter) Natur; denn die Natur aller ist Eine und das Geschlecht ist Eines 
und dasselbe. Infolge der Verschiedenheit ihres Willens vielmehr haben sie 
16 viele Moden und verschiedene Lebensweisen gefunden: daher die Scharen 
der Engel, der Geister und der leiblosen und unsichtbaren Kräfte, die 
teils leuchten und funkeln, erleuchtet von den Strahlen des göttlichen 
Logos, die teils finsterer und schwärzer als alle Kuschiten (sind), aus- 
gelöscht (und beraubt) jedes vernünftigen Lichtes. Gar sehr aber ver- 
20 dient dieses Geschlecht (der Menschen) den mittleren Teil (der Welt), 
da ihm die Fülle des Bösen zumal und des Guten zu teil wurde Ein 
König aber, Eine einzigartige Macht, der Gott, der höher als alles, was 
im Himmel und über dem Himmel (ist), *er ist es, der die (Dinge) der 
Luft, die auf Erden und unter der Erde, der alles in allem durch Z1? 
25 königliches Gesetz und Wort beherrscht. Gesetz und Wort aber ist 
Einer: der in allem Lebendige, das wirksame Wort Gottes, (wirksam) 
keineswegs wie das sterbliche (Gesetz und Wort), das aus dem Munde 
der Sterblichen in die Luft verweht wird, sondern wie uns jetzt klar 
ist aus dem, was er imstande war zu schaffen — alles mit aller Kraft 
30 und Weisheit lenkend, er, der als Logos *Gottes durchaus gerecht allen 
die ihnen passenden Lose zuteilt und die einem jeden von ihnen zu- 
kommenden Plätze anweist: die nächstgelegenen gibt er der (Schar der) 
Glückseligkeit, die entgegengesetzten aber denen, die vom Besseren ab- 
gefallen sind, wie sie es verdienen, und alle zumal läßt er nach Art 
35 derer auf Erden an verschiedenen Orten wohnen: die einen, um neben 


7 vgl. Platon Politeia 415; Clemens Alex. Stromateis 705; Praep. XIII 18 18 


9 „und von“ Z str. & 11 „und einen entgegengesetzten Zustand“ 3, aber 


]l e»0n3 28 „und er“ X str. 0 80 lies eden Me statt cn Med (Druck- 
fehler) 


Die syrische Theophanie Buch I. 57* 


dem Himmelreich zu frohlocken, die anderen, um draußen Wache zu 
halten, noch andere, um jenseits in der Ferne zu leben, alle aber, um 
mit Einem Munde Gott, den Kónig des Alls, mit ihrem Unterricht und 
ihrer Lehre zu preisen, auf daf sie dies Gesetz in ihren Herzen und 
natürlichen Gedanken tragen: den Einen zu bekennen, der das Eben- 5 
bild des Reiches ist, der der eingeborne Logos ist, der das Bild des 
unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborne aller Kreaturen, wie.die gótt- 
lichen Worte mystisch lehren. XXXIX. Eben seiner Ehre haben *all- 
zumal alle Herrscher und Untertanen in allen Häusern und in allen 
Städten angehangen. Keineswegs (wie) mit seelenlosen, bunten Farben 10 
auf Bildern, sondern drinnen in den Herzen mit ihrer vernünftigen 
Kraft ist wie auf geistigen Tafeln die Verehrung der Gottheit ver- 
zeichnet. So verehren (ihn) alle diejenigen, die unter seiner Herrschaft 
(stehen), abgesehen von denen, die sich selber als Feinde und Böse- 
wichter betrachten: den bösen Dämonen und frevlen Geistern und den 15 
Fürsten, den Herrschern dieser Welt, die sich das Bild des falschen 
Reiches angeeignet und andere Schriften anstatt der anderen (über- 
lieferten) herausgegeben haben, das heißt aber Myriaden betrügerischer 
Schriftwerke, (und) die jenen gefürchteten Namen und jene Bezeich- 
nung, die im Gesetz mit einbegriffen, dennoch aber mehr ist als das 20 
Gesetz (d. h. den Namen Gottes) an sich gerissen haben, so daß sie (ihn) 
für das Geschlecht der sterblichen Menschen unten auf die Erde in 
Körper, στοιχεῖα und Weltteile warfen, weswegen die Menschen die 
Z18 Geschöpfe mehr fürchteten und bedienten als ihren Schöpfer. XL. Ferner 
aber nannten sie auch eben die (dämonischen) Kräfte, die mit Gott 25 
streiten und widerspenstig sind, die durch ihre eigene * Verkehrtheit so 
wurden, Götter — sie, die niemals sind! Aber mit Recht sind auch 
diese als Feinde und *Bösewichter betrachtet worden, vor denen zu 
fliehen uns das wahre Gesetz befohlen hat, vielmehr nur unsere Zuflucht _ 
zu nehmen zu dem, der der erlösende Logos aller ist, der auch den 30 
von ihm (stammenden) Samen keineswegs nur auf die Plätze des Himmels, 
sondern auch auf die Erde geworfen bat, um zu *sprossen. Einen und den- 
selben Artanteil hat er den (Wesen) im Himmel und denen auf dem 
στοιχεῖον der Erde zu teil werden lassen, wo der logische Verstand 
in den Menschen, der von der körperlosen, geistigen οὐσία und von 35 
der Art des göttlichen Logos herrührt (und) der auf Erden durchweg 


7 vgl. Kol 116 15 vgl. Joh 1281 Praep. VII 1610 Dem III 319 24 vgl. Röm 135 


8 „und allzumal“ Z str. a 19 „und“ < X 961. à 4092 02:23 


281. «ἐπ 3511....59 Lee 82]. 4901433 Bernstein 86 „auf Erden großge- 
zogen wird“ Z 


588 Eusebius. 


noch Kind ist, durch seine Fürsorge großgezogen und für die Um- 
wandlung von hier zum Besseren vorher erzogen und vorher geübt 
wird und seine Umwandlung zu dem ihm verwandten (geistigen Sein) 
vorbereiten lernt, so daß (der Mensch) eben hierdurch vollständig um 
5 seiner Gemeinschaft mit dem göttlichen Logos willen, und zwar er allein 
von den (Wesen) auf Erden, des Namens der Vernünftigkeit würdig ist. 
Der Verstand aber nnd die vernünftige Seele erlangten notwendig einen 
Platz auf Erden, so daß nach dem kurz zuvor erwähnten Beispiel ein 
kleines Abbild der göttlichen Hauptstadt auf Erden besteht und daß 
10 im ganzen göttlichen Reiche auch nicht einmal ein Platz auf Erden jenes 
Anteils beraubt ist. Denn es ziemte sich für den Logos, den gemein- 
samen Vater aller, in allen Teilen der Welt von seinem Erzeugnis 
gepriesen zu werden, so daß daher nicht einmal das στοιχεῖον der Erde 
von dem Beharren eines Stückes Vernunft beraubt ist, sodaß nicht nur 
15 von denen, die jenseits der Welt und im Himmel (wohnen), und (von) 
den vernünftigen (Wesen), die in der Luft (fliegen), sondern auch von 
denen, die auf Erden leben, der Lobpreis, der dem Schöpfer und 
Vater des Alls gebührt, emporgesandt wird, was ja das göttliche 
Wort lehrt, indem es so jedermann aufträgt, einen gottgeziemenden 
20 Hymnus zu singen: „Preist Gott vom Himmel, preist ihn in der 
Höhe, preist ihn, ihr, alle seine Engel, preist ihn, ihr alle seine 
Kräfte, preist ihn, Sonne und Mond, preist ihn, all ihr Sterne 
und du, Licht, preist ıhn, ihr Himmel der Himmel!“ Nach diesen 
(Dingen) zählt er (der Psalmist) *die (Wesen) auf Erden so auf: Σ 19 
25 „Preist Gott von der Erde“ (usw.), unter anderen auch das vor allem 
vernünftige Geschlecht der Menschen, welches er auch in besonderen 
Anzahlen von Ordnungen in folgender Weise abteilt: „Preist ihn, ihr 
Könige der Erde und all ihr Völker, ihr Großen und all ihr Richter 
auf Erden, Jünglinge und Jungfrauen, Greise samt Kindern! Sie sollen 
30 preisen den Namen des Herrn, weil sein Name alleın groß ist und sein 
Lob auf Erden und ım Himmel ist.“ ΧΙ]. Mit den Scharen also, die 
im Himmel (sind), führte er auch die auf Erden zusammen zum Lobe 
des Königs des Alls in diesen (Worten). Denn ihn allein in Wahrheit 
und keinen anderen Gott, der jenseits von allem (waltet), ehren die 


20 — Psalm 1481—4 25 — ebd. 7 27 ebd. 1-3 34-8. 59, 8 — 
Laus 108 16--- 18 


241. elo 95 „das andere und“ -- τά τε ἄλλα καὶ 81 „Gegen die 
Scharen . . . führte er auch die auf Erden mit ihnen zum Lobe“ Z, vermutlich 
— ἐπι-συν-άγω 


Die syrische Theophanie Buch 1. 59* 


Himmel von oben und die Scharen, die höher als die Himmelsgewölbe 
(sind). Es preisen mit unaussprechlichen Hymnen die Heere der Engel, 
und die Geister, die Kinder des geistigen Lichtes, segnen ihren Vater. 
Ihn umlaufen auch Sonne und Mond und die Sterne in den Kreisen 
weiter Welten mit langem Laufe (und) durcheilen die Kampfplätze 5 
ätherischer Stadien, und die unsichtbaren Kräfte, die in der freien 
Ebene der Luft fliegen, bekennen den schuldigen und gebührenden 
Lobpreis. XLIL Wie also sollte überdies nur das στοιχεῖον der Erde 
der Versorgung durchweg ermangeln und die (irdische) Natur, die alle 
diese Früchte hervorgebracht hat, vereinzelt dem Lobe fernstehen und 10 
die alle Früchte tragende Wohnstatt auf Erden der vernünftigen Lebe- 
wesen entbehren? Aber nicht schien dies gut zu sein dem allweisen 
Schöpfer des Alls, weswegen er auch diesen Platz auf Erden mit 
geistigen und vernünftigen οὐσίαι besäte und zu ihrem Gebrauche die 
übrigen Lebewesen und die Erzeugnisse der Früchte und Blumen be- 15 
reitete und auch hier dem Vater das Lob von den Menschen zu dem 
von den Scharen des Alls hinzufügte. Dies wurde so vor Zeiten voll- 
endet, daß mit den göttlichen und vernünftigen Scharen und den Reihen 
der Engel der Mensch, der nach dem Bilde Gottes wurde, den Logos, 
seinen Vater, mit Hymnen und Lobpreisen ehrte. Sein Denken ging 20 
nieht irre in der Herstellung seelenloser Götzen noch in trügerischen 
(und) dämonischen Halluzinationen, noch in den irrigen Mythen der Poly- 
220 theisten. Denn diese (Dinge) sind erst nach (einiger) Zeit neu entdeckt 
worden durch das Poetengefasel. Jene ersten alten Häupter unseres Ge- 
schlechts aber, die die Künste noch nicht gelernt hatten: Malerei, Tischlerei, 25 
Schnitzarbeit und (noch) nicht die letzte: die Schmiedekunst zu bösen 
Werken benutzten, riefen in der Einfalt ihrer Seele und in ihrem natür- 
lichen Denken den Schöpfer der ganzen Welt und ihren Herrn an und 
bekannten allein ihn, den Herrn und Gott des Alls in der Lehre ihres 
Geistes. Demgemäß handelte unser Stammeshaupt und (ebenso) auch das 30 
einst Gott liebende Geschlecht der Hebräer, das wie ein Sohn von 
seinem Vater das gute Erbe frommer Lebensführung empfing. *Die 
aber ehrten nichts, abgesehen von dem Einen über allem (stehenden) 


4—6 — Laus 108 8---10 6—8 — Laus 198 8 —ı4 19 vgl. Gen 19 
25 vgl. Praep. I 9ıs äth. Hen. 81 696 Ovid. Metam. I89ff. 


5 μαχρῶν αἰώνων χύχλοις δολιχὸν ἐξανύοντες δρόμον αἰϑερίων σταδίων diin- 
πεύουσιν ἀγῶνας L. Statt ἀγῶνας las X vermutlich ἄϑλους und verstand: „in den 
Stadien des Äthers und bringen ihm eilend Kränze“. Aber das € lies vor 


ehail\wre> statt vor Aula 891.. aum 


60* Eusebius. 


Gottkónig und seinem Logos, dem Erlóser des Alls, mit keuschem 
Lebenswandel und frommer Lebensführung. Deswegen waren sie der 
Offenbarung des göttlichen Logos, der Prophetie und der Lehre der 
Gerechtigkeit würdig. XLIII. So also füllte der góttliche Logos, der 
5 Schöpfer des Alls, alle Orte und alle Plätze oberhalb der Welt und im 
Himmel und das στοιχεῖον der Erde mit seinem Samen geistiger und 
vernünftiger οὐσία. Der auf die Erde fallende Same aber der geistigen 
und vernünftigen Pflanze war das Wissen des Menschen, das jetzt in 
vielem Schilf und Gras des irdischen und vergünglichen Fleisches ein- 
10 geschlossen ist, und das viele *Dornen des sterblichen Lebens umgeben. 
Wenn ihm aber zuverlüssige Pflege zu teil wird und (wenn) er von der 
ὕλη, die ihn schädigt, gereinigt wird und den Säemann, den oberhalb 
des Himmels (waltenden) Logos, kennen lernt und ihn fortan preist und 
wie ein Kind über seine erste Lehre nachsinnt und zu rechter Zeit die 
15 Ähren seiner Vorzüglichkeit und die vollendete Frucht seiner vernünf- 
tigen Natur sprossen läßt, (dann) wird er nach Art der Erntezeit eben 
im Tode des sterblichen Lebens die überflüssigen (Dinge) des äußeren 
Schilfes und .das irdische und vergängliche Gewand des Leibes ablegen, 
die er jetzt schón zum Gebrauche des *Sprossens der vollendeten Frucht 
20 benutzt hat. Wenn er diesen (Leib) zu rechter Zeit schön ausgezogen 
hat, so *wird er wie einer, der vorzüglich geworden ist und die Kräfte 
seiner Vorzüglichkeit gesammelt hat, die (ihm) im Schatzhause des Guten 
aufbewahrt sind, vollendet mit Vollendeten leben. Ihm aber, dem Säe- 
mann des Alls und dem Pfleger, läßt er die vollkommene Frucht des 
25 gottgeziemenden Lobes sprossen, deswegen weil er ihn allein, seinen X21 
Vater, Kónig nnd Herrn in diesem Leben erkannt und ihn allein, Gott 
seinen Werkmeister und Schöpfer, in den ihm verwandten und ver- 
schwisterten (geistigen Dingen) bekannt hat, so daf er ihn auch an dem 
(himmlischen) Ort des Verkehres der Besseren preist und ehrt mit der 
30 ihm zukommenden und gebührenden Ehre. Nicht aber nennt er Gott 
irgend etwas anderes, das nicht wert ist, Gott genannt zu werden, 


99 vgl. Syr. Baruch 1413 


10 „Sterne“ Σ lies σώζ δ 19 Statt uamwx lies ΟΣ Bern- 


stein 21 Statt 3:36 ,er hat gelebt* lies 1*2539u 22 kann man verstehen: 
„so wird er..... im Schatzhause des Guten als Vollendeter aufbewahrt, der 
mit Vollendeten gelebt hat“. Aber vgl. den Sprachgebrauch des Eusebius 
ϑεὸς .. .. τοῖς εὐσεβείας ἐρασταῖς ἀγαϑὰ παρ᾽ ἑαυτῷ ταμιευσάμενος Heikel 8 29, 
περὶ . . . τῶν τε τοῖς ϑεοφιλέσι παρ᾽ αὐτῷ ϑεῷ τεταμιευμένων ἀγαϑῶν 
Heikel 140 18 


Die syrische Theophanie Buch I. 61* 


sondern ihn allein, über den alles Zeugnis ablegt, ihn, den die ganze 
sichtbare und unsichtbare Schöpfung Gott nennt und verehrt als den, 
der allein die Ursache des Alls ist. XLIV. Dies also derart. 

Von neuem aber wollen wir uns wiederum der uns vorgenommenen 
Rede nähern. Der Himmel also und die Plätze am Himmel, die mit 5 
leiblichen Sinnen wahrgenommen werden, und die Erde und die Luft 
und alles, was aus ihnen besteht, einer großen Stadt gleichend, ist von 
den seelenlosen στοιχεῖα in seinen Teilen: der Erde, dem Wasser, der Luft 
und dem Feuer in nichts unterschieden seiner Natur nach. Man darf 
aber nicht meinen, daß die Bürger der großen Stadt aus eben der v4 10 
(beständen).  Ebensowenig dürfen wir sagen, daß der Same der ver- 
nünftigen Seele und des vergünglichen Leibes ein und derselbe sei. 
Denn der Verstand und die Vernunft und die vernünftge Seele und 
die ganze geistige Natur sind, so hat man genau (und) schón gesagt, 
Same des allschaffenden Logosgottes, aber keineswegs Teile von der 15 
Erde und von der Luft, auch nicht von der kalten und warmen οὐσία, 
sondern von den vorzüglichen Kräften, die daher der Gemeinschaft mit 
der Vorzüglichkeit wert sind, dewegen weil die ersten (Dinge) Ursachen 
wurden für die nach ihnen. Die ersten (Dinge) aber sind die Spröß- 
linge der Vernunft, die aber nach ihnen: die der Unvernunft, und nach 20 
den ersten οὐσίαι (sind) die letzten diejenigen, die nach Ursachen (wurden). 
Aber die ersten (Dinge) und der Ursprung der Zeugung liegt in den 
geistigen Seelen, um derentwillen auch der Same der leidensfühigen 
Körper bereitet wurde. Denn für die Einwohner mußte ein ihnen ge- 
nügendes Haus hergerichtet werden. Deswegen "erschien zuerst der 25 
Himmel als ein geeigneter Platz für die Bürger über ihm und in ihm, 
und die Gewólbe im Innern des Himmels wurden abgesondert für die 
Einwohner, die ihm entsprechen. Als die Bürger auf Erden aber würdest 

Σ 22 du, (liebe) Seele, weder je die wilden Tiere noch das Geschlecht der gift- 
sprühenden Schlangen nennen, noch *alle die, welche an der Natur und 30 
dem Namen der Unvernunft teilhaben. Denn sie sind deine Sklaven, die 
durch Naturgesetz unterworfen werden und den vernünftigen (Wesen) 
als ihren Herren notwendig die gebührende Bedienung verrichten. Denn 
der Ochse, der Pflüger für die Menschen, wirft freiwillig zum Pflügen 
den Nacken ins Joch; der Esel bekennt, wenn er trägt, seine Natur; 35 
das Pferd freut sich über seinen Herrn, der es reitet, und der Jagdhund 
umwedelt den, der ihn füttert. XLV. Schafe und Herden ferner sind den 
Menschen mit reichem Besitz gegeben und wilde Tiere sind eine Übung 


4 „von neuem“] „von oben“ Σ — ἄνωϑεν 25 1. δι chi2035, da 
auch (hax Singular 80 Lies, amlaa, da such im Folgenden Mask. 


62* Eusebius. 


für die Tapferkeit. Eben sie tóten und unterwerfen wir und auch die 
Vögel, die in der Höhe fliegen, fangen wir mit Hülfe der Vernunft, und 
die (Fische), die unten in den Tiefen des Meeres und in seiner Mitte 
(schwimmen), bringen wir herauf. Offenbar lehrt die Natur, daß alle 
5 diese (Dinge) um des Menschen willen bestehen. Der Mensch aber ist 
ein Sprößling der göttlichen Vernunft, (ist) nicht um etwas anderen, 
sondern um seines Vaters wilen Vernunft, damit er sehe und durch 
sein Wissen beurteile die ganze Weisheit seines Vaters, die in jedem 
Geschópf der Schópfertütigkeit (sichtbar) erscheint, und damit er eben 
10 ihr, solange er noch jung ist, sich anähnele und in jedwedem seinem 
Vater nacheifere: in Gesetz, Vernunft, Wissen und Weisheit, und damit 
er lebe, wie ihm als einem Bilde der Vorzüglichkeit gelehrt ist, und 
damit er lerne, zumal mit den Scharen im Himmel auch von der Erde 
nach Art der Propheten und *Priester die Lobpreise emporsenden, 
15 die dem König des Alls und Gott, der Ursache des Alls gebühren. 
XLVI. In solchen Bildern also ruft der Logos, der Lehrmeister der 
ganzen Natur, indem er sich wundert über die veründerliche Natur der 
Vorzüglichkeit in den Menschen, in göttlichen Lobgesängen aus und sagt: 
„Was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und der Mensch, daß du 
20 ihn heimsuchst! Du hast ihn ein wenig unter die Eugel erniedrigt, 
mit Ehre und Ruhm ihn bekleidet, *du hast ihn zum Herrscher über 
das Werk deiner Hände gemacht und hast alles unter seine Füße gelegt, 
alle Schafe und Rinder, selbst die Tiere der Wüste, die Vögel unter 
dem Himmel und die Fische des Meeres, die in den Pfaden der Wasser 
25 wohnen“, XLVII. das heißt: allein das vernünftige, gottliebende Geschlecht 
von denen auf Erden, über das ein anderer theologischer Prophet im 
Geheimnis deutlich so lehrt, daß es in seiner οὐσία nach dem Bilde 
Gottes sei: „Und es sprach Gott: Wir wollen einen Menschen machen 
nach unserm Bilde und nach unserer Ähnlichkeit, und sie sollen herrschen 
39 über die Fische im Meere, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, 
über die ganze Erde und über alles Gewürm. das auf Erden kriecht“. 
Und mit dem Worte verband er auch die Tat: „Und Gott machte den 
Menschen* und er (der Prophet) spricht: „Nach dem Bilde Gottes hat 
er ihn gemacht“. Und ferner noch mehr, er stellte das Bild der gött- 
35 lichen Ähnlichkeit aus dem göttlichen Odem ber. indem er :der Prophet) 


19 = Psalm S—9 285 = Gen 1 89. 88 — Gen 1.7 


141. e&1ea306 Druckfehler 16 Statt: „in solchen Bildern“ ist vielleicht 
zu übersetzen: „Demgemäsß" — alas «ho 21 ax dux eco Hs 


l. "οὐχ eco Lee 


Die syrische Theophanie Buch I. 63* 


sagt: „Und er blies ihm den Atem des Lebens ins Gesicht, da wurde 
der Mensch zur lebendigen Seele". Er lehrt, daf er ihm die vorzüg- 
lichste Herrschaft und Kónigswürde gab, in den Worten, die er spricht: 
Sie sollen herrschen über alles, das auf Erden (ist) über das Vieh, die 
Vögel, das Gewürm und die Tiere“. Über alle diese Worte legt die 5 
Natur Zeugnis ab, die alles unter seine Hand getan und alles diesem 
vernünftigen Lebewesen unterworfen hat. Wenn aber die göttlichen 
Worte von dir nicht gehört (und anerkannt) werden, so glaube ich 
dennoch nicht, daß dein Denken so große Finsternis sei, daß du nicht 
im Geiste bei dir überlegst, wie eben die Vorzüglichkeit des Kórpers 10 
und des Leibes beschaffen sei oder eines anderen göttlichen Etwas, 
welches den Leib bewegt. Ich meine (aber) dies, dal wir verstehen, 
den kritischen Verstand auf die οὐσία dieses Etwas, das existiert, an- 
zuwenden, (ferner) dies, daß wir durch das Gedächtnis eine Lehre über- 
liefern, (endlich) dies, daß wir zu einer Theorie über das All fortschreiten. 15 
Geh in dich und frage, ob die Natur des Leibes erkennen kann den 
Bestand der Welt, die Wirkung der στοιχεῖα, Anfang, Ende und Mitte, 
Zahl und Wechsel der Perioden, den Wandel der Zeiten, den Umlauf 
der Jahre, die Reihenfolge der Sterne und so viele andere (Dinge), die 
die Menschen durch das Experiment der Geometrie und *durch die Be- 20 
rechnung der Arithmetik ersonnen haben. Da diese (Dinge) unkörper- 
lich und die Theorien (über sie) vernünftig sind, so wäre es eine unend- 
lich große Torheit, sie an Körper und Fleisch und Blut anzuheften. 
Mit Recht werden diejenigen, die so meinen, gefragt: weil alle Kräfte 
des Leibes in die fünf Sinne zusammengefaßt werden, welcher von ihnen 25 
ist (denn so) beschaffen, daß er den Menschen Theorie *und Lehre 
lehren könnte? Etwa das Sehvermögen des Auges? Aber dies besitzt 
nur die Unterscheidungsfähigkeit von Farben und Formen. Wenn du 
24 aber das Gehör nennst, só nennst du das Organ, das die hellen und 
dumpfen Klánge, aber keineswegs die vernünftige Theorie aufnimmt. 30 
Der Geschmack ist wiederum ebenso der Sinn für Süßigkeit und Speise. 
Demgemäß ist auch das Riechvermögen eine Prüfung der Gerüche, aber 
nicht der Lehren. Ferner berührt der Sinn, der sich über den ganzen 
Körper erstreckt, das Warme und Kalte, Harte und Weiche, aber keines- 
wegs die Tugend und die Weisheit, die viel besser ward. Wie aber? 35 


1 = Gen 27 4vgl. Gen 1236 


20 „durch das Experiment der Geometrie und der Berechnung und der Arith- 
metik“ E, aber lies Has dha>azuma 26 „Theorie der Lehre“ X wie 


häufig 3X statt a 32 € „und“ — χαὶ 


64* Eusebius. 


Haben nicht auch die unvernünftigen Tiere Augen, Ohren, Nasen, Ge- 
schmack und Tastsinn? Aber keins von ihnen ist der Übung des Ver- 
nunftvermógens nahe gekommen, weil keineswegs Sache des Körpers und 
des unvernünftigen Sinnes sind die Lehren, welche die Pbilosophie 
5 allein aufnimmt und die Vorzüglichkeit der vernünftigen Seele allein, 
die besser ist als die leibliche Natur (und) die allein im Menschen- 
geschlecht wohnt. Und dennoch, wenn jemand unverschümt bei (seinem) 
Worte verharren und sagen will, daf es für uns nichts Besseres als (für) 
die unvernünftigen Tiere gebe, da wir nach Art jener geboren und ver- 
10 nichtet werden, deswegen weil auch Eines die Nahrung unser aller von 
der Erde ist, und die leidensfähige Natur des Leibes ein und dieselbe 
ist, und der Sinn in nichts besser ist, und ferner Arbeit und Ruhe ebenso 
eine und die gleiche für uns alle ist, und die Vernichtung des Leibes 
und die Auflösung in seine στοιχεῖα (in derselben Weise erfolgt) — so 
15 gehst du dennoch nicht soweit zu sagen, daß (eines) von * diesen (Tieren) 
nach Art des vernünftigen Lebewesens den unkörperlichen Theorien 
nahe gekommen sei und vernünftige Lehre davon getragen und Wissen- 
schaft in sein Gedächtnis aufgenommen und Worte über das Bessere 
und Schlechtere ersonnen habe, noch auch (daß) die Philosophie jemals 
20 ihm in den Sinn kam. Aber all dies will ich übergeben, weil nicht 
einmal alle Menschen es besitzen, indem ich (nur) dies deine Vernunft 
frage: ob jemals eine Stadt gebaut ist von den unvernünftigen (Tieren), 
oder ob sie das Denken besitzen für ein Zimmermannswerk oder für 
ein Gebäude oder für ein Erzeugnis der Webkunst oder für den Acker- 
25 bau, oder ob jemals von ihnen ein Schiff genagelt ist, oder ob die wunder- 
bare Kunst der Steuerung ihnen auch nur in den Sinn gekommen ist, ob- 
wobl die (Dinge) des Leibes bei ihnen eine viel größere Vorzüglichkeit 
haben als bei uns, deswegen weil „schwach ist das Geschlecht der 
Menschen“, wie die Poeten singen, und das kleinste von allen Lebe- 
30 wesen. Man kann nicht sagen, wie viel kleiner der Mensch ist an Leibes- 
größe als der Elefant. An Kraft und Überlegenheit kann er nicht ein- 
mal mit den Kamelen zusammengerechnet werden. An Stärke und 
Schnelligkeit der Füße überläßt er Myriaden Tieren den Sieg. Wer 


28 = Empedokles fr. 124 Diels 
7 „und dennoch“) wörtlicher „obgleich“ 9 „jener“ = cn, Korrektur 


Lees in eio unnötig 12 Adam „80“ hier = ὡσαύτως wie Z2097 14 „Auf- 
lösung gegen seine στοιχεῖα“ Z wohl — λύσις πρὸς τὰ στοιχεῖα 15 man er- 
wartet das Femininum, aber kaum zu korrigieren, da auch das Verb mask. ist. 
Zu ergänzen ist etwa wie im folgenden eui e „die Unvernünftigen“ 


Σ 25 


Die syrische Theophanie Buch I. 65* 


aber könnte genannt werden, der besser röche als die Spürhunde, die 
nach dem Geruch ihrer Nase zu gehen verstehen, und wer, der besser 
sähe als alle Gazellen, die eben um ihres Sehens willen in der griechi- 
schen Sprache den Namen „Seher“ erhielten? Ist es ferner nötig zu 
sagen, wie viel schwächer in seiner Natur der Leib des Menschen ist 5 
als der der Bären, Löwen, Panther und Myriaden anderer (Tiere), und 
(wie) leicht er bezwungen wird von den Tieren, die ihn überfallen, und 
(wie) gering an Hinterlist? Indessen aber, eben dieser kleine (Mensch) 
unterwirft alle die genannten (Tiere), sobald er will, keineswegs durch 
die Kraft des Leibes und des Körpers. Denn dieser ist zu klein und 10 
ungenügend, um auch nur den Bauch Eines Bären zu füllen. Sondern 
es gibt in ihm irgend eine Natur, die besser ist als der Leib: die Kraft 
des Verstandes und der verständigen Seele, und (eben) durch die Vor- 
züglichkeit der Weisheit ersinnt er alle diese staunenswerten (Dinge). 
Durch diese (Dinge) bist du als der geliebte Sohn von Gott geehrt. 15 
Warum verkleinerst du deine Größe, indem du meinst, dein ganzes Du 
sei Fleisch und Leib, und indem du das göttliche und vernünftige Wissen 
in dir *den unvernünftigen (Wesen) und solchen, die ganz zugrunde gehen, 
vergleichst? Überzeugt dich weder die Natur der unvernünftigen Lebe- 
wesen noch der gemeinsame Name der Unvernunft noch die offenbare 20 
(und) nützliche Bedienung, in der sie sich niemals davon freigemacht haben, 
(Lasten) zu tragen und (das Land) zu bestellen, weil Gott dir die Voll- 
macht und die Kónigsherrschaft über alle diese gab? XLVIIIL. Der 
Mensch also allein von den (Wesen) auf Erden, der nach dem Bilde 
Gottes wurde, führt und bringt die Tiere, wohin er will, bald die lenkend, 25 
die zum Laufe passend sind, bald als Herden weidend, die hierzu ge- 
schaffen sind, bald die Jochtiere zur Bedienung benutzend, indem er die 
wilde Natur zahm und friedlich macht: bald indem er zum Frieden über- 
windet, was ihm gehorcht, bald indem er (es) auf mannigfache Weise 
der Vernunft sammelt und ins Haus einschlieBt. Und nicht nur (dies), 30 
sondern auch das schädliche Gewürm nimmt er in seine Hand und spielt 
damit und sie, die Tod atmen und Gift sprühen, macht er zum Spiel 
X26 für sich. XLIX, Der Mensch allein von den (Wesen) auf Erden ließ sich 
nicht überreden, in der Wüste in Höhlen und (Sand)hügeln zu wohnen, 
sondern baute Städte mit Mauern und schmückte sie mit Straßen, Burgen, 35 
Wohnhäusern und andern Gebäuden. L. Der Mensch allein von den (Wesen) 
auf Erden verschaffte sich, keineswegs in (derselben) unwandelbaren Art, 


8 vgl. Praep. VII18« 24 vgl. Gen 1 37 


4 „Seher“ — δορκάδες von δέρχομαι. 181. al 
Eusebius III*. 5 


66* Eusebius. 


Nahrung wie die unvernünftigen Tiere sie gebrauchen. Denn diese, des 
Wissens beraubt, bedienen sich nur der Hilfe der Natur und nähren sich 
von unbearbeitetem Stengel und ungereinigtem Gras. Er aber in seinem 
Wissen reinigt es, verkleinert es so, würzt es ganz und gar und läßt 
5 es gut durchs Feuer hindurchgehen. Den Weizen macht er, wenn er 
will, zum Brote und bemüht sich, das Essen zu würzen, daß es zur ge- 
sunden Speise werde. Jeden Nutzen vom Weinberg, vom Ölberg und 
von Obstbäumen mit allerlei Genüssen bringt er zustande, und er allein - 
schafft dies zur Heilung des Leibes herbei. LI. Er allein von den 
10 (Wesen) auf Erden fand durch Gesetz und Vernunft eine geordnete 
Lebensführung, wird ein στρατηγός. macht ἀϑλοι und bringt die Be- 
rufswissenschaften und die gewaltigen Lehrkünste durch die vernünftige 
Vorzüglichkeit hervor. LII. Er allein von den (Wesen) auf Erden hat, 
indem er das Bild der Vorzüglichkeit bewahrte, die richtige Wage, 
15 die Gewichte, Maße und Winkel(maße) ersonnen und unterscheidet, 
indem er durch die Vernunft gelenkt wird, das, was geschehen soll 
und was nicht, und weiß jedermann zu geben, wie er es verdient. 
„Denn die Fische, wie es heißt, Vögel und Tiere fressen einander, des- 
wegen weil es kein Gesetz unter ihnen gibt. Den Menschen aber hat 
20 er die Gerechtigkeit gegeben, die besser ist für sie", so sagt meiner 
Meinung nach sehr schön Einer von den Poeten. LIII. Er allein von 
den (Wesen) auf Erden, der das Bild der góttlichen Vernunft in sich 
zeigt, hat ein Gerichtsgebäude in die Höhe gerichtet, handelt nach Art 
des gerechten Gerichtes Gottes und entscheidet Leben und Tod, indem 
25 er den einen das Leben zuteilt, den andern aber den Tod gibt. LIV. Er 
allein von den (Wesen) auf Erden vertraut dem kleinen Stück eines 
Baumes sein Leben an, hat die Weisheit der Schiffahrtskunst er- y»; 
funden, lenkt das Schiff auf dem Rücken des Meeres, überläßt sich 
der Tiefe der feuchten οὐσία und stößt den Tod zurück, der ihm zur 
30 Seite steht, indem er nach oben in den Himmel schaut und an den All- 
lenker das Ziel der Rettung für die Fahrenden knüpft. LV. Der Mensch 
allein von den (Wesen) auf Erden hat die Lehre vom Laufe der Sterne 
gefunden; obwohl er (hier) unten im Leibe wandelt und mit der 
Schwere des Sterblichen bekleidet ist, steigt er doch in seinem Geiste 
35 nach oben und läßt die *Sonne selber, Mond und Sterne kreisen und 


: 18 — Hesiod ἔργα xal ἡμέραι 2778, 26 vgl. Weish. Sal. 145 


1 wörtlich „entsprechend dem Gebrauche der unvernünftigen Tiere“ 11 „Be- 
rufawissenschaften'] wörtlich „die mittleren Künste“ — αἱ μέσαι τέχναι vgl. Praep. 
157 15 ,WinkelmaBe"] wohl = γωνίαι Schultheß 85 „Himmel“ 1. Eu Lee 


Die syrische Theophanie Buch I. 67* 


kündigt *im Vorherwissen der künftigen (Erscheinung durch die Theorie) 
sogar die Eklipse des Mondes an und sagt den Wandel der Perioden 
und den Wechsel der (Jahres-)zeiten voraus. LVI. Der Mensch allein 
‘von den (Wesen) auf Erden hat sich als Unterstützer der Natur erwiesen 
und eine Methode der Heilung gefunden, hat die Kraft der Wurzeln 5 
und Gifte und (ihre) Vermischung und Vermengung nach Gewicht und 
nach entsprechendem (Maße) in seinem Geist *beobachtet und (so) den 
kranken Leibern eine Heilung, dem Leben der Menschen eine Hülfe er- 
sonnen. LVII. Er allein von den (Wesen) auf Erden, der keineswegs 
zu einem Leben der Grasfresser gekommen ist, *folgte gut der Natur: 10 
In der Zeit des Winters wirft er den Samen in die Erde und setzt die 
Mühe seines Schweißes an die Bearbeitung (des Bodens), im Sommer aber 
erntet er die Früchte seiner Arbeit. LVIII. Er allein von den (Wesen) 
auf Erden führte durch vernünftige Wissenschaft eine Lehre des Alls, 
eine Disziplin und Komposition der Musik und eine Prüfung durch Dispu- 15 
tationen herbei, ging dem Leben und Namen der Philosophie nach, pflegte 
eifrig die Liebe zur Tugend in sich und benutzte keineswegs den Sinn 
des Leibes, sondern die Kraft des Wissens und den Antrieb der Ver- 
nunft LIX. Der Mensch allein von den (Wesen) auf Erden trug in 
seinem Gedüchtnis Geschichten von dem, was früher in Urzeiten ge- 20 
schehen ist, verkehrt mit denen, die nicht (mehr) sind wie mit den Gegen- 
wärtigen, erforscht die Gedanken der Weisen, die je existierten, empfängt 
von ihnen mebr Unterstützung als von denen, die mit ihm (leben), und 
X98 ist durch die Kraft des Wortes, das dem Denken verwandt ist, mit denen 
zusammen, die früher zugrunde gingen. LX. Er allein von den (Wesen) 25 
auf Erden hat schón den artikulierten Laut mit einzelnen Α rtikulationsstellen 
geschaffen, durch die Kunst der Grammatik die ursprünglichen Buch- 
staben (des Alphabets) abgetrennt, die Teile und die Kraft des Satzes 
gefunden und die Zusamensetzung der Verba und Nomina und die Lehre 
der Rhetorik und Grammatik ersonnen. Alles dieses vereinigt und be- 30 
wahrt er im Gedächtnis und bringt gleichsam zu einem Haufen Worte 
des Schatzes des Alls, faßt die früheren Dinge und Geschichten 
in Einem Geiste, bringt diese, so oft er will, gleichsam aus einer un- 
versieglichen Quelle nach Art eines Stromes hervor und läßt sie in die 
Ohren aller Gegenwärtigen überfließen. LXI. Der Mensch allein von 35 
den (Wesen) auf Erden ähnelt sich durch seine Taten dem tiber alles 
(waltenden) Gott an und jeder, der will, bildet Leben, indem er die 


11 dena dd da mtHS 2 „and“ &—=xal 7 „verbunden“ ]. 


Sane Schulthe& 10 € „und“ str. 16 „eilt“ € — σπεύδει 28 „des Satzes‘‘] 
wörtlich „des Wortes“ 29 „Verba und Nomina“ wörtlich: ῥήματα xal ὀνόματα 
5* 


68* Eusebius. 


seelenlose Hyle in Gestalten und Bilder umwandelt und Formen von 
allerlei Lebewesen in die flüssige (bildsame) Natur wirft, dem Allschópfer 
mit vernünftiger Kraft nacheifernd. (So) schafft der Mensch den Men- 
schen bald in Stein und bald in Holz, bald in Farbenschmelz und (bald) 
5 in unveründerliche Bilder, und gestaltet alle Arten der Tiere und Pflanzen 
auf dieselbe Weise und zeigt durch seine Taten vollkommen (deutlich) 
die Kraft des Bildes Gottes. LXII. Er allein von den (Wesen) auf Erden 
bildete auf der Erde, auf der er wandelt, das Gewólbe des Himmels 
nach, grub das Bild eben des Himmels in die ὕλη des Erzes, befestigte 
10 daran ein Abbild der Planeten und Fixsterne, ordnete die Fristen der 
Perioden und Zeiten durch die bildende Kunst, umgab es außen rings 
mit Tierfiguren und bildete (so) das Himmelsgewölbe durch die Größe 
des Wissens nach Art der geschauten Dinge. (Dies) ließ er (dann), wie 
der Gott des Himmels, auf der Erde seine Drehung mit dem All voll- 
15 ziehen. (So) kreist es sich in unendlichem Wunder und mit *den (wirk- 
lichen Dingen) am Himmel *kreisen sich die auf Erden (befindlichen) 
irdisch-hylischen Abbilder. Mit lauter Stimme ruft der Engel der Hore n 
allzumal werden sie in Einem Augenblick bewegt, die Türen öffnen sich 
von selbst beim Kommen der Horen, die seelenlosen Bilder der Vögel, 
20 die rings umher *angebracht sind, *rufen zirpend; der Mond, auf Erden 
(abgebildet) läuft mit dem am Himmel, das Erz wandelt von selbst 229 
eben seine Gestalten nach Art des Mondes, und zeigt das von ihm (aus- 
gehende) Licht bald halb bald abnehmend bald voll, und die Bilder der 
Horen entsprechen den Horen der Natur, und so wetteifert die (durch) 
25 menschliche (Kunst konstruierte) Welt mit der Schöpfertätigkeit des gött- 
lichen Logos. LXIII. Der Mensch allein von den (Wesen) auf Erden 
ist imstande, durch unaussprechliche Worte, durch Gebete, die von Gott 
geliebt werden, und durch die Kraft eines gottesfürchtigen Wortes und 
Wandels die Natur der verborgenen, unsichtbaren Dümonen in die Ferne 
30 zu treiben, aber er ist auch, indem er vom rechten Wege abging, so sehr 
müchtig geworden, daf er das durch die Luft fliegende Geschlecht durch 
Abgesänge und Besprechungen unterwarf, und ferner schleppt er durch 
das Mittel des Zwanges und durch die Bezauberung physischer Knoten 
*die leiblosen, um die Erde gleich fliegenden Vógeln fliegenden Krüfte 


4 vgl. Gen 127 


4 „Farbenschmelz“ wörtlich „die Blüte der Farben“, wohl ἄνϑος χρωμάτων 
15 Statt „auch lies μοῦ 16 Statt αϑϑαῦνθοο lies KAtadızoa ent- 
sprechend «hä 20 Statt nd lies um und ebenso statt „lass: 
Alma 84 Statt (cal lies (len! 


Die syrische Theophanie Buch I. 69* 


und zerrt und fesselt sie, wo er will, und läßt sie auf Bildern wohnen, 
(und so) zeigt (der,) der (sich) Götter macht, eben durch seine Taten, 
daß seine eigene Kraft besser ist als die von ihm verfertigte Gottheit. 
LXIV. Der Mensch allein zeigt, wie groß die Vorzüglichkeit des geistigen, 
unkörperlichen Seins ist, beweist, daß seine Kraft weder unterjocht 
noch vermindert wird vom Bösen, bietet seinen Leib dem Feuer, dem 
Eisen, den wilden Tieren und der Tiefe des Meeres dar und nähert (ihn) 
jeder Art von Qualen. Er weiß, daß eben seine Natur eiligst zugrunde 
geht, flüssig (d. h. vergänglich) ist und aufgelöst wird, während er das, 
was drinnen sitzt (d. h. die Seele), nicht preisgibt. Daß dies ein anderes 
ist als das, was geschlagen wird, beweist er, indem er ausruft: „Schlage, 
schlage den Schafspelz; denn mich schlägst du nicht“. Ein anderer 
wiederum ruft freimütig aus: „Verbrenne und röste den Leib! Sättige 
dich an mir, indem du das schwarze Blut trinkst! Denn eher steigen 
die Sterne zur Erde herab und steigt; die Erde zum Himmel hinauf, 
ehe ein schmeichelndes Wort von mir dir begegnet“. Und Einer der 
Gottliebenden brachte, als er Böses ertrug, folgende Worte vor: „Wer 
will mich scheiden von der Liebe Gottes? Betrübnis oder Drangsal oder 
Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Kälte oder Schwert?“ Auch 
ich aber habe jüngst (Leute) gesehen, teils mit herausgerissenen Augen, 
teils durch Brenneisen ihrer Füße beraubt, teils gekreuzigt. Ihr ganzer 
Leib verging und ihre sterbliche Natur ward zuschanden gemacht, aber 


Σ 80 das gottliebende Wissen, das in ihnen wohnt, wurde nicht bewegt noch 


unterworfen und nicht einmal (in) jenen schwersten (Stunden) preis- 
gegeben, indem sie denen, die den Geist nicht *zugrunde richten, 
deutlich zeigten, daß die Kraft ihrer Vorzüglichkeit etwas anderes als 
das Vergängliche sei. LXV. Er allein von den Lebewesen auf Erden 
ist des göttlichen Hauches teilhaftig geworden und des *Anblicks 
Gottes gewürdigt, redet mit den Engeln Gottes und hat das Vor- 
auswissen des Zukünftigen erreicht bald durch Träume im Schlafe, 
bald freilich durch göttliche Kraft so geistbekleidet, daß er sogar 
eine Prophezeiung des Zukünftigen sagt und seine Gemeinschaft 


11 — Wort des Anaxarch: Zeller 15 963 18 Praep. VI 62 Trag. fr. 697 
17 = Röm 85 


1 vll nase ,wieer will“ zulesen 2 Man erwartet ein AM vor 332.3 


19 enitoe ϑύλαχον Anaxarch. Nicht zu korrigieren; vgl. den 1. Brief des 
Euagrios Pontikos (unediert) 25 „deren Geist nicht zugrunde richtet" oder „ge- 
richtet wird" 2, besser liest man ea322090 statt ἜΞΩ 28 eu‘ ist nichts, 


lies riss des „Anblicke“ mit HS. PSm will dal der „Offenbarung“ 


5 


10 


15 


20 


[ol 


6 


10 Eusebius. 


mit der Gottheit durch Kundtun *solcher Thaten bestätigt. LXVI. Er 
allein kennt das, was durchweg größer und besser ist als alles Sicht- 
bare: das, was mit den Augen nicht gesehen, durchs Tasten nicht wahr- 
genommen wird, noch mit Einem (andern) von den Sinnen des Leibes, 

5 sondern von dem Verstande und Geiste allein gesehen wird. Er hat es 
durch seine eigene Lehre und durch die Belehrung seiner Natur bekannt 
und Gott genannt, hat es gelobt und seine Verwandtschaft mit der 
Gottheit durch dieses Wissen gezeigt. LXVII. Er allein stand da als 
Zuschauer der gewaltigen Taten des göttlichen Logos ünd ward würdig, 

10 den oberhalb des Himmels (wohnenden) Vater mit gottgeziemenden 
Lobgesängen zu loben und sich der Schar der Engel im Himmel anzu- 
ähneln, weil er allein von den Lebewesen auf Erden diese Vorzüglich- 
keit erlangte und durch sie ihn, der die Ursache alles Guten ist, infolge 
seines natürlichen Denkens erkannte und sich verpflichtet fühlte, Lob- 

15 gesänge des Bekenntnisses und geziemenden Preis als den dem Vater 
schuldigen Tribut darzubringen. 

LXVIII. Die Zeugnisse aller dieser (Dinge) bestätigt das Wort 
göttlicher Lehre und Wissenschaft, daß von unsterblicher und den 
Himmelsbürgern verwandter Natur er allein von den (Wesen) auf Erden 

20 existiert (wegen) dieser geistigen und vernünftigen οὐσέα in den Menschen, 
und daß er das geliebte Kind des göttlichen Logos ist, des gemein- 
samen Erlösers aller, der (ihn) nach dem Bilde und der Ähnlichkeit 
seines eigenen Vaters in seiner Natur vollendet. LXIX. Wenn also 
dies vernünftige Lebewesen, er, der an so großer Vorzüglichkeit teil 

25 hat, er, der allein von den (Wesen) auf Erden nach dem Bilde 
Gottes (geschaffen ist) der Bruder der göttlichen Kräfte und der 
Engel im Himmel, in seiner Natur geziemend gelebt hätte und 
dem göttlichen Gesetz früher gefolgt wäre, so wäre er vielleicht 
von dem irdischen und vergänglichen *Leben befreit, *obwohl er sich 

30 in irdischem Umgang befand, gleichsam durch Umwanderung. Wenn 
er sich zuvor um die göttlichen (Dinge) bekümmert hätte, so hätte er 
vielleicht seine Wegwanderung von hier in das Seine vollzogen und 
wäre unter die *vollkommenen Menschen geschrieben trotz seiner Klein- 
heit und des Zustandes seiner Kindlichkeit. So also zog der vergäng- 

35 liche und auflósbare Mensch notwendig einen Leib an durch das Mit- 
leid seines Vaters, auf daß ihm nicht auf ewig das Böse anhafte und 


22. 25 vgl. Gen 137 

1 lies (aAco statt ar 901. + Mo 599 Statt εὐίαξαλ. lies 
«A92. (Druckfehler) | „und obwohl“ lies δ 88 Statt a Ysazs lies 
mit HS rasen, Man erwartet auch Kom óc 


X31 


Die syrische Theophanie Buch I. 71* 


er ohne Ende an das Vergängliche gebunden sei, sondern damit das 
Vergängliche bald aufgelöst werde und er die Gemeinschaft der Un- 
vergänglichen empfange. Denn wie das, was im Leibe empfangen ist, 
mit dem Gewande seines Ortes bekleidet ist, und (wie) der, der ge- 
boren wird, eben dies auszieht, sobald die bestimmte Zeit der Monate 5 
kommt, und (wie) er dann zum Lichte hervorgeht und frischen Atem 
schöpft und fortan unter die Natur der Menschen gerechnet wird, dem- 
gemäß ist auch das scheinbar vollkommene Geschlecht der Menschen 
gegenüber dem (noch) besseren (im Himmel) ein Kind und noch auf 
Erden (im Leibe) empfangen und mit dieser vergänglichen Haut be- 10 
kleidet. Eben sie muß er notwendig durch die Güte des großen Ge- 
schenkes Gottes ausziehen, damit er nicht auf ewig durch diese minder- 
wertigen (Dinge) aufgerieben werde, sondern bald zum Lichte hervorgehe 
und zu einem unvergünglichen Leben fortwandere. Deswegen seufzten 
mit Recht die Scharen weiser und gottliebender Männer über das Teil- 15 
haben an den vergünglichen Leibern und begehrten die Umwandlung 
zum Besseren und jagten den oberen (himmlischen) Verwandten und 
Bürgern nach, wie derjenige war, der mit góttlichem Worte sagte: „Ich 
armer Mensch, wer wird mich befreien von diesem 'Todesleibe?" Und 
ferner: ,Selbst wenn wir im Leibe lebten, so dienen wir doch nicht nach 20 
dem Fleische.* Und er fügt den Grund bei und sagt: „Denn unser Dienst 
ist im Himmel.“ Und: „Wir sind hinzugekommen zur Stadt des lebendigen 
Gottes im Himmel und zu der Schar von Myriaden Engeln und zu einer 
Gemeinde von Erstgebornen, die im Himmel verzeichnetsind.^ Dies (sind) 
232 Worte von bekannten und gottliebenden Männern. LXX. Wenn aber viele 25 
Toren die (Dinge) der hiesigen (irdischen) Lust *lieben, solche die bis 
jetzt (noch) in ihrem Denken unmündig sind, was besagt dies gegen- 
über dem wahren Wort? Denn der, der im Leibe empfangen ist, freut 
sich über seinen gewohnten Ort, fürchtet sich vor der Veründerung 
und daß er der inneren Finsternis entrinne, und weint, sobald er zum 30 
Lichte hervorgeht. Indessen auch sie gehen, sobald ihre natürliche 
Geburt unter normalen Umstünden erfolgt, aus der Finsternis zum 
Leuchtenden hervor und werden schön und anständig geboren. Sind 
sie zu rechter Zeit und Frist geboren, so empfangen sie den natürlichen 
Atem und Hauch und führen das Leben der Menschen. Dann ergötzt 35 
er sich an der Nahrung der Brust und des Kindes, darauf kommt er 


18 — Róm 7:4 20 — II Kor 108 21 = Philip 330 22 = Hebr 1223f. 
26 east lies gast Lee 84 „natürlichen“]ob (443 „reinen“? nach 


Σ 3113 (o. 2.6) 86 „und des Kindes“) ob hal. „Dann ergötzt sich das Kind 
an der Nahrung der Brust, darauf kommt es“? 


19} Eusebius. 


in die Hand der Amme und wird den Erziehern, Pädagogen und Lehrern 
übergeben, bis er zum vollkommenen Manne hervorgeht. Dann aber 
kommt in Blüte ein besseres und preiswürdigeres Leben durch großen 
Reichtum, vielen Besitz, durch Vollmacht, Herrschaft und andere Stufen. 
Das, was infolge seiner guten Geburt, und das, was infolge der Erziehung 
zur Entfaltung gebracht ist, und Myriaden anderes legt den Grund zu 
einem Leben von angenehmem Dasein. LXXI Wenn sich aber eie 
unnatürliche Umkehrung ereignet dessen, der im Leibe empfangen ist, 
was habe ich nótig das, was ihm bei seinem Hervorgehen, bei seiner 
10 Geburt folgt, zu sagen? Daf das innen umgekehrte Kind sich weigert, 
zum Lichte hervorzugehen und eine unnatürliche Umkehrung erleidet 
durch die eisernen Instrumente, die, für die Geburtshilfe bereitet, not- 
wendig und mit Zwang an es herangebracht werden, und daß es nicht 
einmal Einer Zeugung wert ist, noch des Lebens der Menschen, noch 
15 dessen, was ihm folgt? Daß es im Gegenteil vielmehr von der Finsternis 
zur Finsternis hervorgeht und nicht nur des Lebens der Menschen, 
sondern auch des Namens beraubt ist? LXXII. Demgemäß also ist auch 
der, welcher ein menschliches Leben auf Erden führt, in nichts von einem 
unvernünftigen und unwissenden Säugling oder dem, der noch im Leib 
20 getragen wird, unterschieden und ist, unvergleichbar mit den äußeren 
Körpern der Engel und göttlichen Geister, sogar ein unwissendes Kind. 
Wegen der Größe seiner Kindlichkeit freut er sich über die Bekleidung 
des Leibes, der ihn umgiebt, und liebt seinen Bauch, ohne zu kennen 
den „Ort rings um ihn, wo Mord und Groll und die anderen Arten des 233 
25 Schicksals wie auf Wiesen des Bösen in der Finsternis weiden," sagt 
Einer von den Alten, indem er zeigt, daß die feuchte und dunkle Luft 
auf Erden aus vielen Mischungen von Myriaden aus der Erde (auf- 
steigenden) Dünsten besteht, (wie) aber jemand meint, daß sie ist, selbst 
wenn er ein kleines Kind ist. Indessen aber, wenn er das hiesige 
30 (irdische) Leben, wie es seiner Natur entspricht, durchmacht und ein 
Dasein dem Gesetz seiner Natur gemäß hervorbringt, so daß er nicht 
über das Maß seiner Reife hinausstrebt, noch wider die Natur löckt, 
die ihn nach Art einer Mutter trägt, noch ferner seinen Vater vergißt, 
vielmehr seinen eigenen Vater im Himmel, den gemeinsamen Erlöser 
35 aller, kennt und ihm den Lobgesang des Bekenntnisses darbringt, des- 


or 


24 Empedokles fr. 121 Diels 


6 ote „wirft“ — χαταβαάλλωϑ 10 wörtlich: „daß das Kind innen um- 
gekehrt ist und sich weigert“ 24 χότος Empedokles „Finsternis“ ££ — σχότος 
25 „und Finsternis“ 2. Man erwartet aAzu> χατὰ σχότος Empedokles 


Die syrische Theophanie Buch I. 13* 


wegen, weil er ihn hat teilnehmen lassen am Guten, und (wenn) er in derZucht 
der Gerechtigkeit aufwüchst und sich vorher in dem Verkehr auf Erden um 
das himmlische Leben kümmert, — so werden schön, sobald er aus dem 
sterblichen Leben fortwandert und den Leib auszieht, die Engel Gottes ihm 
zur Geburt verhelfen, (und) sobald er zu einem anderen Leben geboren 5 
ist, *werden ihn die guten Kräfte nach Art einer Amme aufnehmen, 
die góttlichen Heerscharen werden ihn erziehen, und der Logos Gottes, 
der Lehrer des Umgangs im Himmel, wird ihn wie einen geliebten 
Sohn zur Vollendung des Guten führen, ihn in der Lehre des Himmel- 
reiches unterrichten und ihn, sobald er ihn vollkommen und weise 10 
gemacht hat, seinem Vater, dem Kónig des Alls, übergeben und ein un- 
aussprechliches Lichtgewand um seinen Leib und seine unvergüngliche 
Seele legen, auf daß er fortan auch allen eine gemeinsame Hilfe werde. 
Aber das Ende dieses (Menschen) ist derart. Wer dagegen wider den Lauf 
seiner Natur tobt und an unschóner Verkehrung teil hat und die Erde, 15 
seine Mutter, die ihn trägt, schändet und (wer) ferner böse handelt und 
den Logos Gottes, den gemeinsamen Erlöser aller, nicht kennt, Myriaden 
Väter aber, die nicht existieren, anstatt des Einen, der existiert, annimmt 
und diejenigen, die niemals existieren, Götter nennt anstatt des Einen, der 
allein *in Wahrheit existiert, und (wer) ferner überdies in die lüsternen, 20 
ungesetzlichen Begierden dieser feuchten und vergänglichen οὐσία ganz 
und gar eintaucht und das keineswegs wie das Kind unfreiwillig, son- 
dern freiwillig und auf den Rat seiner Freiheit, (wer) sich diese bösen 
(Dinge) erwählt und tut, wie sollte sein Ende offenkundig ein Abbild 
des gezeigten Beispiels sein? Denn nicht werden ihn die fröhlichen 
334 Gesichter und das Lachen guter Engel sehen, noch werden ihn, sobald er 
zum Lichte hervorgeht, die Krüfte Gottes als Ammen aufnehmen, sondern 
indem er bei seinem Ende vor dem Hervorgehen flieht und sich in der 
innersten Verborgenheit des Leibes und in den Gliedern versteckt, werden 
ihn, sobald die Auflösung des Leibes gekommen ist und die äußere 30 
Zerstórung von der Natur vollzogen ist, mit Zwang schleppen und sich 
an ihn hängen diejenigen, die damit beauftragt sind, und darauf wird 
ihn nach seiner Fortwanderung von hier, indem seine Seele elend ächzt 
und stöhnt, keineswegs das Licht noch die Kräfte des Guten, sondern 
die Finsternis und der Ort des Verderbens aufnehmen, und das gerechte 35 
Gericht Gottes wird den Unreinen und Schmutzigen wie einen Wüstling 
und Abschaum der Reinigung durch Feuer und Strafe übergeben, des- 


t 
Qt 


b „und“ < 2, aber das & vor „lan steht besser vor (99 6 „und 
die gnten Kräfte... .. werden aufnehmen“ X 15 „tanzt“ X wohl = χορεύω 
18 „schreibt“ 2 wohl — ἐπιγράφομαι 20 „die Wahrheit ist* & besser «tr» 


74* Eusebius. 


wegen weil er nicht erzogen ward durch die Vernunft noch dem gött- 
lichen Gesetze entsprach, obwohl er konnte. LXXIII. Denn das nach 
dem (gewühlten) Beispiel (im Leibe) empfangene Kind ist in allem ge- 
ring und ermangelt in allem der Kraft, so daß es sich noch nicht einmal 

5 des Denkens der Seele noch der Sinne des Leibes bedient. Der aber 
noch kindliche Verstand in den Menschen ist *gleichsam in prüfender 
Vergleichung mit den kórperlosen, góttlichen (und) vernünftigen (Wesen) 
im Himmel mit Recht ganz und gar „kindlich“ genannt worden. Und 
selbst wenn es „der Weiseste ist von allen Menschen“ und selbst wenn 
ı0 es der Vollkommenste ist von denen auf Erden, so ist er nichts besser 
als ein Kind, wenn er an sich selber mit seiner (späteren) Vollkommen- 
heit verglichen wird. Wie er aber in seiner Vorzüglichkeit wird, so- 
bald er zum Manne(salter) gekommen ist, ist leicht so zu prüfen: Denn 
wenn er, bis jetzt noch Kind und in die feste Mauer der irdischen und 
15 vergänglichen οὐσία eingeschlossen, solche Kraft der Vorzüglichkeit (in 
sich) trägt, daß er keineswegs nur die (Dinge) auf Erden kennt und 
künstlerisch schafft, sondern (wenn er) sich auch dem Leben im Himmel, 
eben Gott, vorher anähnelt und, sobald er will, Abbilder der (Dinge) 
im Himmel und auf Erden schafft (und) alles das, was kürzlich auf- 
20 gezählt ist, ebenso wirken kann, während er in den Kot des Leibes 
: und Blutes getaucht ist, *wie müssen wir glauben, daß er (erst) wirken 
kann, sobald er zum vollkommenen Maße der Reife des Mannes hervor- 
gegangen ist und aus den schädlichen und vergänglichen, den flüssigen 
und feuchten Fesseln des Leibes gelöst ist und teil hat an dem unver- 
25 gänglichen Leben und dem unsterblichen Leibe? Denn wenn der Same 
der vernünftigen Kraft allein so sehr auf Erden mächtig und kräftig 
ist, obwohl er noch nicht seine vollkommene Triebkraft empfangen hat, 
sondern sogar obwohl er in den feuchten, kotigen Ort des vergäng- 
lichen Leibes geworfen ist, so ist es möglich, hieraus zu erkennen, ‚wie 
30 groß die Triebkraft des Samens der vollkommenen Früchte in den 
Seelen ist, sobald er an dem geziemenden Ackerbau teil hat und von 
hier verändert und an den vorzüglichen Ort in gutes und ertragreiches 
Land gepflanzt ist, wo der himmlische Logos, der Säemann des Alls und 
der Pflanzer alles Guten seinen eigenen Samen empfängt und auf den 
35 leib- und körperlosen Seelenwiesen wie im Paradies der Gottliebenden 


8f. vgl. Heraklit fr. 83 Diels (dazu: Wendland in Stud. 152f.) 88 vgl. 
Ps. Sal. 143, 3, 


6 „und wie" X lies werd 7 „und“ < Σ, lies τ ξοο 19 „und“ 


< X lies eoo 21 „und wie‘ X |. ecasu e 


bw 


Die syrische Theophanie Buch I. 79* 


seine eigene Pflanze trünkt und zur Vollkommenheit aufzieht und zur 
Blüte von gewaltigen guten (Dingen) bringt. LXXIV. Du wirst aber 
die Größe der vorzüglichen Vollkommenheit des Menschen (im Unter- 
schied) von dem hiesigen Wandel und sein Wachstum erkennen, wenn 
du bedenkst, daß das eben geborne Kind nichts Besseres ist als ein 5 
Wurm, da es nicht einmal nach Art des unvernünftigen Tieres die Sinne 
des Leibes gebraucht. Indessen aber dieser Kleine und Schlaffe und 
Schwache und Gedankenlose kommt, wenn er größer wird in seiner Ge- 
stalt, zu einem so großen Wandel und Wechsel im Laufe der Zeiten, 
und empfängt eine so große Vorzüglichkeit und Kraft und Schönheit des 10 
Leibes zumal und der Seele, daß nicht einmal diejenigen, die ihn zeugten, 
wenn sie ihn sehen, entscheiden kónnen, ob er derselbe sei, der im 
Leibe gesät und in Finsternis empfangen wurde, ob er derselbe sei, der 
aus der Finsternis hervorging, der mit Milch und in Windeln grof- 
gezogen wurde, wie der, der jetzt als Mensch in Weisheit und Wissen 15 
die ganze Welt betrachtet (und) der alle die Dinge auf Erden unter- 
wirft. Wenn aber jemand gleichsam durch einen Vergleich der Kraft 
Gottes und der Engel mit der des eben gebornen Kindes in die Mitte 
den vollkommenen Mann stellen wollte, so ist eine völlige Überein- 
stimmung (des Verhültnisses) des Kindes zu dem vollkommenen Manne 20 
oder des vollkommenen Mannes zu der vorzüglichen Kraft unmöglich, 
da das Wesen des Kindes viel mangelhafter ist als (das des) voll- 
kommenen Mannes, mehr als der Mangel (und Unterschied) dieses 
(Mannes) von der Kraft der Engel. Denn das eben geborne menschliche 
Kind gleicht in seinem Wesen nicht einmal den eben gebornen unver- 25 
nünftigen Tieren. Wer aber zum vollkommenen Manne hervorgegangen 
und als Gottliebender erschienen ist, hat seitdem Gemeinschaft mit dem 
göttlichen Geiste, redet mit den Engeln, gewinnt Zuneigung und Liebe 
236 für den himmlischen Verkehr und bereitet sich durch ein keusches und 
gottesfürchtiges Leben vorher vor für die keineswegs in weiter Zeitferne 30 
(liegende) Übereinstimmung mit den Engeln, und wird an (ihrem) Leben 
und an (ihrer) Vorzüglichkeit teil haben, was auch der göttliche Logos 
zeigt, indem er sagt: „Was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und 
der Mensch, daß du ihn heimsuchst? Du hast ihn ein wenig unter die 
Engel erniedrigt, hast ihn mit Ehre und Preis bekleidet“. LXXV. Wenn 35 
also das Kind, sobald es größer wird in seiner natürlichen Gestalt und 
zu der ihm gebührenden Nahrung und Erziehung gelangt, einen so 


33 = Psalm 8 5.6. 


16 „und“ — X lies ama 


76* Eusebius. 


großen Wandel und Wechsel eingeht, und (wenn) niemand seinen Wandel 
bezweifeln kann wegen der Klarheit der Erfahrung, wie dürfen wir uns 
da wundern, wenn auch der vollkommene Verstand im Menschen, der 
(schon) derart ist, solange er noch Kind ist im Vergleich zu der Voll- 
5 endung seiner vorzüglichen Größe, mit den Engeln übereinstimmend 
wird, sobald er zur Vollendung des Wachstums seiner ihm eigenen Ge- 
stalt vorankommt? Aber wir sehen, daß im Tode die Natur des Men- 
schen aufgelöst wird. Doch was (bedeutet) dies? Werden wir darum 
nicht umsomehr (in dem Glauben) betreffs der unsterblichen Seele be- 
10 stärkt? Denn wenn sie, während sie in den vergänglichen und sterb- 
lichen Leib getaucht ist, so große Kraft der Vorzüglichkeit beweist — 
was unser Sermon vorher gezeigt hat —, wie sollte sie nicht dann, 
wenn sie von der Gemeinschaft des Vergänglichen abgesondert ist und 
das Sterbliche wie eine Fessel abgelegt hat, mehr als jetzt mit ihrer 
15 ungehinderten Kraft wirken? Siehst du nicht, daß sie solange böse 
handelt, als sie Liebe zum Leibe besitzt, (dann) aber, wenn sie seine 
Gemeinschaft verleugnet, für sich selbst existiert? Daraus kann ihre 
eigene ovola klar erkannt werden, daß *sie keineswegs Körper ist. Denn 
wie kann das, was dem Leibe entgegengesetzt ist, von derselben Natur 
20 sein? Denn gesund sind die Gedanken der Seele, solange als die Leiden- 
schaften des Leibes schwach sind; sie wird aber finster und dunkel, so 
oft der Leib unter seiner Begierde leidet. Deswegen liebt die Seele, 
sobald sie töricht ist, ganz und gar den Leib, und so oft sie den Leib 
liebt, ist sie ihrer Vorzüglichkeit beraubt. So oft sie aber Kraft ge- 
25 winnt wider den Leib und vor der Leidenschaft der Begierden flieht, 
wird sie weise. Und so oft sie weise wird, wendet sie ihr Angesicht 
weg von der Gemeinschaft der Sterblichen und gibt sich auf der Stelle 
dem keuschen Wissen hin und verzichtet ein wenig auf den Antrieb 
der Natur des Leibes. Und sie wird mit Recht noch glänzender, richtiger 
30 und aufgeweckter, sobald sie mächtig ist entsprechend ihrem eigenen Σ 37 
Reichtum. Dann hat sie teil am Wissen, an der Weisheit und an aller 
Vorzüglichkeit, sobald sie vom Antrieb der Leidenschaften des Leibes 
ihr Antlitz wegwendet. Aber sie hält es nicht einmal für würdig, sich 
den Augen des Leibes zu nähern noch durch seine anderen Sinne zu 
35 wirken, solange sie über die Vorzüglichkeit nachsinnt. So oft sie aber 
kräftig sich verschließt und sich innerlich sammelt und weit weggeht 


5 ,seiner"] ,ihrer" (der Engel) X. Falsches Explizitum 17 „für sich selbst 
existiert“) ist hinter e» QD etwas ausgefallen? Etwa ‚in sich selber (gut) wird“; 
vgl. 2.26 dagegen 775 18 man erwartet θοῦ’ 81 „Reichtum“ Σ, lies vll. 
edrham — χατασχευή „Anlage“ 


Die syrische Theophanie Buch I. 77* 


von dem, was den Sinnen nahe ist und erscheint, und (so oft) sie dem 
Leibe eben nur nahe ist und mit dem seelischen Auge vielmehr sich 
nach der anderen Seite wendet und in sich einsam ist, dann wiederum 
bedient sie sich eines leuchtenden Verstandes und reinen Gedächtnisses, 
(dann) geht eine Vernunft hervor, die nicht trübe ist, und tränkt sie, 5 
und alle vernünftigen Kräfte wirken ungehindert. Wenn aber plötzlich 
etwas sie ereilt von dem, was den Leib schädigt, so trübt das, wie ein 
Splitter die Sehkraft der Augen raubt, auf der Stelle die Sehkraft der 
Seele. Wenn sie aber (ganz) schlaf! wird (und) sich dem Leibe hingibt 
und dann an Trunkenheit, Nahrung, Begierden und den übrigen Genüssen 10 
des Leibes teil hat, in sich schwach gegürtet, *so wird nach Art eines 
bösen und wilden Tieres der vergängliche Leib wider sie auftreten, sie 
aber wird nach unten in die Tiefe weichen und voll werden von Irrtum, 
Unverstand und aller Torheit Was haben wir also nötig, uns vor dem 
trennenden Tode zu fürchten, dem Befreier der Seele vom Leibe? Und 
warum sollen wir das Ablegen des Schlechteren nicht zur Hilfe des 
Besseren annehmen und bekennen, daß dann in Wahrheit rein und selig 
das Leben der Gottliebenden sein werde, sobald nichts von entgegen- 
gesetzter (Natur) sie hindert? Denn wenn er, während die vernünftige 
Nator an diesem Ort und in diesem Gefäß ist und auf Erden wohnt und 20 
mit einem dichten und irdischen Leibe nach Art von etwas "Tónernem 
bekleidet ist, so sehr trotz seines Gewandes sich anstrengt, daß er im 
Geiste in die Höhe springt und die Glieder des Leibes samt den Be- 
gierden durch Enthaltsamkeit und Unterdrückung der Begierden tötet 
und vielmehr eifrig sich müht und bemüht um das Leben der Leib- 25 
losen, sich unter Führung der Weisheit zu jeder Zeit absondert und 
frei macht von der Mischung des Schlechteren, und bereits vorher 
zu jeder Zeit *sich übt zu sterben, falls er einmal von seinen Fesseln 
338 gelöst wird,. *so wird er Schwingen wachsen lassen infolge seiner 
hiesigen Fürsorge und Übung, dann bei seinem Ende fliegen, den Ort 30 
auf Erden vertauschen und (im Himmel) das treffen, was er liebt. Wie 
das geschehen wird, frage nicht! Denn der Verkehr mit den Engeln im 
Himmel, dessen er gewürdigt ist, wird dann, sobald er an seinem Leibe, 
dessen Natur sich von der Vergänglichkeit zur Unvergänglichkeit ändert, 


84 vgl. I Kor 1554 
9 „und“ < Z£X,lies θα 11 „und so wird“ Z, streiche das ἃ 211. 
tar 22 „sich anstrengt‘] eMe — ἐπίπονος & 196 18 25 „sich beeilt 


und eilt“ 2 — σπεύδει xal σπουδάζει 28 „sich übt"] „sich ergótzt" Σ᾽ 1. 
RUNT. entsprechend dem folgenden ‚nmAnadı 29 „und so wird er“ & str: 


a vor aa 


Fe 


5 


18* Eusebius. 


*das Bild des Lichtes und das Bild des Glanzes empfangen hat, eintreten 
in der Art, in der auch das Geschlecht der göttlichen Engel lebt, ent- 
sprechend der (im Menschen) eingeschlossenen Vernunft Natürlich wird 
er auch teil haben an der Vorzüglichkeit jener zumal und an der Un- 
5 sterblichkeit. LXXVI. Denn wie bei dem Samen, der auf die Erde 
fällt, die Triebkraft, — der sogenannte Keim, — derart ist, daß sie den 
meisten verborgen liegt, sie, die zwar jetzt in dem Samen *eingeengt, 
aber ruhig nach Art eines Funkens drinnen im dichten Leibe einge- 
schlossen ist, und (wie) eben dieser Same, sobald er in die Erde fällt 
10 und sein dichtes, ihn außen umgebendes Gewand in Vergänglichkeit auf- 
gelóst wird, dann als lebendig sich erweist, und (wie) er die Kraft, die 
in ihm (liegt), bewegt und von der ὕλη unter sich nimmt, und (wie) er 
dann zu wirken beginnt und seine lebendige Natur annimmt und das 
äußere alte und dichte Gewand auszieht, und vielmehr ein neues anlegt, 
15 das besser ist als das alte, LXXVII. demgemäß ist auch die Natur der 
vernünftigen Kraft im Menschen, die jetzt an den vergünglichen Leib 
*gebunden ist und schlechter als die ihr eigentümliche Kraft wirkt. 
Wenn sie aber von dem Vergünglichen befreit wird, das sie umgibt, 
und den Platz im Himmel erhält und von da an im jenseitigen Verkehr 
20 gesät und gepflanzt und des himmlischen Gewandes *der Engel würdig 
wird — wie es sein wird, sobald sie des reinen Lebens teilhaftig ge- 
worden und von der Gemeinschaft mit dem Sterblichen befreit ist, habe 
ich nicht nötig zu sagen. Es liegt aber für jeden, der sehen will, nahe. 
(es) aus dem (oben erwähnten) Beispiel (zu erkennen). Denn nicht wird 
25 der ganze Weizen vernichtet, sondern (nur) das Äußere wird vernichtet, 
sobald es auf die Erde fällt. Der innen verborgene Trieb aber und die 
lebendige Kraft in ihm ist und bleibt lebendig, und er (der Weizen) 
wird besser als er (war), sodaß er auch lebendige Ähren gibt. Eine 
und dieselbe ist die Triebkraft der Pflanzen und aller Keime ebenso. 
30 Und nur der Mensch sollte ganz und in allem vernichtet werden, so- 
bald er im Tode aufgelöst wird? Und zugleich mit dem äußeren Ge- 
wande sollte auch die innen in ihm wohnende Vernunft vernichtet 
werden? Und das unkörperliche Wissen, das sich mit allen diesen 
Kräften vereinigt (und) das sich um seiner Vorzüglichkeit willen Gott 


1 „und das Bild“ £X streiche & vor har 5 „bei“ wörtlich: „auf“ 
6 ,Triebkraft" wörtlich λόγος, vgl. unten die Parallele zum Logos der Menschen 
7 „die in dem Samen notwendig ist“ X aber lies eet nach 2397 17 „bindet“ 


X aber lies Tutor 20 „des himmlischen Gewandes und der Engel“, besser streicht 


man A 89 Der syr. Übersetzer denkt an den persönlichen Logos, da er das 
Mask. gebraucht 


Die syrische Theophanie Buch I. 79* 


239 angeühnelt hat, sollte nicht einmal sein wie die Samen(kórner), die zur 
Erde fallen? Oder (ist der Mensch) nicht viel besser? Denn er trägt 
keineswegs Grannen noch Grüser, sondern die vollkommenen und dichten 
Àhren seiner Vorzüglichkeit, dann wenn er dem irdischen Verderben 
entrinnt, sowie er von den Fesseln befreit ist und keineswegs unver- 5 
ständig den Verkehr im Himmel gegen den auf Erden eingetauscht hat. 
Sobald er neben Gott tritt, läßt er in Wahrheit wie die Engel gott- 
geliebte Früchte sprossen, deren Same und Kraft früher im sterblichen 
Leibe eingeschlossen und wie in einem Ofen eingeengt war. 

LXXVIIL Nachdem all dies zum Beweise der geistigen und ver- 10 
nünftigen οὐσία im Menschen gesagt ist, wollen wir fortan in unserm 
Sermon zum Folgenden kommen. Wenn also der Mensch, der im Ver- 
kehr auf Erden aufgewachsen ist, seine eigene Größe kennte und sich 
kümmerte um die Lehre Gottes, so gäbe es kein Hindernis für ihn, so- 
bald er von hier entronnen ist, am (gleichen) Verkehr wie die Engel 15 
sich zu ergötzen und teil zu haben am königlichen Leben seines Vaters 
im Himmel. Deswegen aber, weil weder Ein Mensch noch zweie noch 
mehr oder weniger, sondern das ganze vernünftige Geschlecht auf Erden 
die Kraft selbständiger Herrschaft empfangen hat, weil seine Natur frei 
ist *und vom göttlichen Logos, dem König, den königlichen Samen 20 
empfangen hat, hat er nicht gut die ihm eigene Kraft gebraucht, sondern 
hat all das andere, was zum Nutzen des Leibes notwendig ist und das 
Leben unterstützt, durch Berufswissenschaften in all seiner Hoffart er- 
arbeitet, hat ersonnen die Bebauung des Bodens, die Herstellung von 
Schiffen, den Handel, den Besitzerwerb, und nicht nur (dies), sondern : 
er hat sich auch großen Überfluß *und hinlänglichen Reichtum an Be- 
gierden aller Art von überallher vollauf verschafft. All das aber, was 
auf die Erlösung der Seele und auf ein gottgeliebtes Leben der Ge- 
rechtigkeit hinzielt, eben das hat er mit Stumpf und Stiel aus seinem 
Geiste ausgerottet, hat seine eigene Vorzüglichkeit und die des Ge- 30 
schlechtes der Brüder im Himmel zu einem Irrwahn gemacht, hat frei- 
willig die lüsternen Begierden des Leibes der ihm eigenen Grófe vor- 
gezogen, hat die Gerechtigkeit seines Vaters im Himmel und sein Lob 
vernachlässigt und hat die unvernünftigen Antriebe des Wahnsinns und 
der Phantasie ausgesucht, was die tórichtsten der Kinder zu tun pflegen, 35 

Σ40 die die fürsorgliche Lehre und Zucht derer fliehen, die ihr Denken 
*groß gemacht haben. Das, was für den Augenblick angenehm ist, 


IV 
Q 


20 Statt *X „die“ lies & „und“ 28 ,Berufswissenschaften'" vgl. zu S. 6611 
26 Statt 3 (Genitiv) lies & „und“ 84 Gemeint sind die Antriebe zum Götzen- 
dienst 37 „lang gemacht haben“ € aber lies „>iam 


80* Eusebius. 


aber die Seelen und Leiber zumal verderbt, ehren sie bei weitem mehr 
und erjagen sich Irrtum und tórichte Wissenschaft zur eitlen und un- 
verständigen Ergótzung. Während so alle Menschen *in der Vermehrung 
des Bösen sich befinden, stellt ihnen der Neider, der das Gute haßt, 
5 und der Schädiger des Schönen nach und eben dieser bereitet in seinem 
bösen Neide Netze und Schlingen und viellistige *Intriguen aller Art 
wider die Erlösung aller in Gemeinschaft mit den bösen Dämonen und 
treibt sie von oben in die Tiefen des Bösen, damit alle, die auf Erden 
(sind), nicht sehen, sondern übersehen sollten das Gesetz ihrer Natur, 
10 und (damit) die Frucht des Bösen an Stelle des Samens der Vorzäglich- 
keit *erblühe. (So) fiel derjenige, der der allerfriedlichste, weiseste und 
vernünftigste war von allen auf Erden, in die äußerste Wildheit und 
Unvernunft, so daß einer von den Gottliebenden über die Katastrophe 
seines Falles weint, ausruft und spricht: „Der Mensch in seiner Ehre 
15 hatte keine Einsicht, sondern wurde dem Tiere gleichgemacht und ıhm 
angeähnelt“. LXXIX. Deswegen war also mit Recht ein großer Erlöser, 
der größer ist als alle Menschen, ihnen erforderlich, und dies war eben 
jener Fürsorger, der sich um alles kümmert, der Logos Gottes, der nach 
Art eines guten und liebenden Vaters durch Taten seine Fürsorge für 
20 die vernünftigen Seelen auf Erden zeigte und der sich eifrig bemühte 
durch eigene Botschaft um das Aufsuchen und die Heilung derer, die 
des Weges zogen und zu Grunde gingen. 


Zu Ende ist der erste Sermon des Cüsareensers. 
14 = Psalm 49 (LXX: 48) 21. 


8 „Während so alle Menschen sich befinden, stellt die Vermehrung des 
Bösen“ .... I, aber lies σόδιθροδὸνϑθό 6 „Reichtum“ 8, aber lies dsham 
-- χατασχευνξ 11 lies 490X3 Bernstein 14 „seines“ „ihres“ 2 χατὰ σύνεσιν 
15 παρασυνεβλήϑη LXX „wurde überliefert“ Z ^ 20 „eilen“ 2 — σπεύδω 


Σ 41 


Die syrische Theophanie Buch II. 81* 


Der zweite Sermon: Gegen die Philosophen. 


I. Gott als Erlóser, meine Geliebten, war nötig dem Geschlechte 
der Menschen und Gott als Helfer, der allein Überfluß zu geben ver- 
mag denen, die in Verzweiflung, und Leben denen, die dem Tode ver- 
fallen sind, und das Kommen Gottes und die göttliche Offenbarung 5 
eben des gemeinsamen Erlösers aller — von ihm sagen wir, daß er not- 
wendig den Menschen aufleuchtete, weil durch den äußersten (Grad) 
des Bösen, durch die Tiefe des gottlosen Irrtums, durch den Wahnsinn 
des Polytheismus und durch den eifrigen Neid der Dämonen alles, was 
auf Erden (ist), verderbt war. 11. Damit aber noch besser bekannt 10 
werde die Ursache der göttlichen Offenbarung des gemeinsamen Er- 
lösers aller unter den Menschen, wollen wir fortan vor allem beginnen, 
über den tiefen Fall des Geschlechts der Menschen, ihren gesetzlosen 
Frevel und ihre Ruchlosigkeit zu reden. Dann aber wollen wir uns 
wieder zu den geheimnisvollen Tiefen der göttlichen Offenbarungslehre 15 
wenden. 

IIL Denn lag es nicht auf dem Menschen wie eine Krankheit, die 
wider alle mächtig wurde? Aber über alles Böse und Scheußliche hinaus 
führte (und). weidete nach Art .einer todbringenden Seuche das ganze 
menschliche Geschlecht der böse Dämon so (sehr), daß er den (Menschen), 20 
der der allerfriedlichste war, zu dem äußersten (Grade) der Wildheit 
trieb und (daß) der Vernünftigste der Allerunvernünftigste wurde. Seit- 
dem kannten die Menschen in der Blindheit ihrer Seelen nicht (mehr) 
den allerhöchsten Gott, die Ursache und den Verfertiger des Alls, den 
verehrungswürdigen Namen der eingebornen, anfangslosen Natur, ihn, 25 
der vor allem ist, den Logos Gottes, den Vater des geistigen und ver- 
nünftigen Seins, den Herrscher im Himmel und auf Erden, ihn, der 


27—S. 82, 8 vgl. Laus 235 15 — 18 


1 Die Überschrift rührt nicht von Euseb. her 4 Man erwartet σοὶ 


und „ eoa 19 Man erwartet Hama  eóhaxi: oder ALS 
euim | „und“ — X | hasoz>a Schulthe& 94 Man erwartet νοὶ 


ea. und nachher eal A 


Eusebius III*. 6 


82" Eusebius. 


jederzeit der Welt nahe und in ihr ist, der allem die Ursache alles 
Guten ist, die Vorsehung, den Erlöser, den Fürsorger, den Geber des 
Regens, den Spender des Lichts, den Fürsten des Lebens und den 
Schöpfer dieses Alls, sondern legten der Sonne, dem Monde, dem Himmel 
5 selbst und den Gestirnen den Namen der Verehrung (d. h. Gottes) bei. 
Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen, IV. sondern sie nannten auch 
die warme und kalte, feuchte und trockene οὐσία, eben das Wasser. 
die Erde, die Luft und das Feuer, deren Natur seelen- und vernunftlos 
ist, wie wir mit unseren eigenen Augen sehen, und die übrigen Teile 
10 der Welt: Poseidon, Hephaistos, Zeus, Hera und andere derart und 
ehrten sie mit dem göttlichen Beinamen. Aber nicht einmal hierbei 
blieben sie stehen; V. sie vielmehr machten auch die irdische Natur, 
die Früchte, die aus der Erde (sprossen), und die mannigfachen Nahrungs- 
mittel des Leibes zu Göttern (und) machten Demeter, Kore, Dionysos 
15 und anderes ihnen Verwandte zu Götzen. Aber nicht einmal hierbei 
blieben sie stehen, VI. sondern sie zögerten auch nicht, die Gedanken 
ihres Geistes und eben das Wort, den Dolmetscher jener (Gedanken), 
Götter zu nennen, ihren Geist aber nannten sie Athene und ihr Wort 
Hermes und die der Lehren fähigen Kräfte (des Geistes) nannten sie 
20 Mnemosyne und Musen. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen; 
VII. indem sie vielmehr wuchsen in der Vielheit des Betruges und in 
der Größe des Frevels, machten sie ihre eigenen Leidenschaften, die *sie 
fortstoßen und mit keuschem Sinn heilen sollten, — sie machten diese zu 
Göttern (und) nannten ihre eigene Begierde, die lüsterne und leiden- 
25 schaftliche Krankheit der Seelen, die Glieder und Teile des Leibes, die 
zu schändlichem Tun hinzieken und ferner den Wahnsinn, der zu *schünd- 
lichen Lüsten (führt): Eros, Priepos, Aphrodite und andere, die diesen 
verwandtsind. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen, VIII. sondern 
auch auf die Geburten der Leiber und das untere sterbliche Leben 
30 verfielen sie, machten sterbliche Menschen zu Göttern, verkündeten 


4—6 — Laus 235 19—21 19. ὃ 85, 6 -- Laus 235 231—237 80. 


12 „sie vielmehr"] ἀλλὰ xal und οἵδε xalL 141 «ἌχΞοπο 21 ἐπὶ 
μεῖζον δ᾽ αὔξοντες ἀτοπίας ὑπερβολῇ δυσσεβείας τὰ οἰχεῖα πάϑη, ἃ δὴ ἐχρῆν ἀπο- 
τρέπεσϑαι („entfernen 3 lies _ CU119333) xal λόγῳ σώφρονι ϑεραπεύειν, [οἵδε] 
ἐθέωσαν L 241. OR cala | xal τὴν ἐμπαϑῆ xal ἀχόλαστον τῶν 
ψυχῶν νόσον L] „und die lüsterne Krankheit und die Leidensehaften der Seele“ X 
1. vielleicht dx» 26 1. οὐδοῦ mitHS | τά τε ὁλχὰ πρὸς αἰσχρουργίαν 
μέλη 1] „und die Glieder, die schwer sind zu schändlichen Taten“ Σ᾽ | „schänd- 
lichen“) „ausschweifenden“ X; 1. σόδιλλοθοο — αἰσχρῶν L 


242 


Die syrische Theophanie Buch II. 83* 


sie nach dem gemeinsamen Tode als Halbgótter (ἡμέϑεοι) und Götter 
(und) glaubten, daß um die Gräber und Grabmale das göttliche 
(und) unsterbliche Sein schweife. Aber nicht einmal hierbei blieben 
sie stehen, IX. sondern sie ehrten auch die mannigfachen Arten der 
unvernünftigen Tiere und das schädliche Gewürm mit dem verehrungs- 5 
würdigen Namen (Gott). Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen, 
‘243 X. sondern sie fällten auch Bäume, hieben Felsen aus, durchforschten 
die Bergwerke der Erde nach Erz, Eisen und anderem Material, bildeten 
Formen von Weibern und Gestalten von [männlichen] Männern und 
Bildnisse von Tieren und Schlangen und legten dann diesen den Namen 10 
der Götter bei. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen, XI. sondern 
sie legten auch den Dämonen, die in die (Götzen)bilder kriechen und 
in den finstern innersten Winkel eingetaucht sind (und) an den Spenden 
und dem Fett der Opfer lecken, *eben denselben Namen der Götter bei. 
Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen, XII. sondern (eben) sie 15 
zogen auch mit gewissen Knoten verwerflicher Zauberei, mit zwingenden 
(und) ungesetzlichen Gesängen und Besprechungen die unsichtbaren 
Kräfte, die in der Luft fliegen, als Genossen sich herbei und benutzten 
dann eben sie als Helfer wider den Irrtum der Götter, die sie gemacht 
hatten. Die einen also vergötterten andere sterbliche Menschen. Denn 20 
die Kinder der Griechen haben den Dionysos, Herakles, Asklepios, 
Apollon und andere Menschen mit den Namen der Halbgötter und 
Götter geehrt, die Ägypter aber Horos, Isis, Osiris und ferner andere 
ihnen ähnliche Menschen für Götter gehalten. Die aber, die im Über- 
maß der Weisheit der Erfindung der Geometrie, der Astronomie und 25 
Arithmetik sich rühmten, kannten nicht und die Weisen verstanden 
nicht, bei sich abzuwägen und zu überlegen den Unterschied des Maßes 
der Kraft Gottes von der sterblichen (und) unvernünftigen Natur. Des- 
wegen zögerten sie nicht, alle Arten scheußlicher Lebewesen und die 


2 vgl. Platon Phaidon 81 C. D 


1 960v; Σ ἥρωας L 3] MX, M30 und etx. dusa mit 

HS 9 „von männlichen Männern“) x«i ἀρρένων ἀνδρῶν σχήματα L ἀνδρῶν < 
Wilamowitz 18 1. πάλ: Schultheß 14 „lecken“ λιχνεύίουσιν; man erwartet 
Hoffmann | streiche & „und“ vor ΘΟ Schultheß 18 „und 

benutzten — 20 hatten“ « L 22 ἡμιϑέων Σ ἡρώων L 27 σταϑμήσασϑαι 
παρ᾽ ἑαυτοῖς καὶ λογίσασϑαι L. Das € steht besser vor „ Aazudu als vor 
„amzam 29 διὸ δὴ πᾶν εἶδος εἰδεχϑῶν χνωδάλων καὶ παντοίων ζώων γένη 


ἑρπετά τε ἰοβόλα καὶ ϑῆρας ἀγρίους ϑεοὺς προσειπεῖν οὐχ ἀπώχνησαν L 
6* 


δ 


10 


1 


84* Eusebius 


mannigfachen Geschlechter der Tiere und der giftspritzenden Schlangen 
und die wilden Tiere Götter zu nennen. Die Nöhne der Phöniker aber 
nannten den *Melkathros und Ousoros und ferner einige andere sterb- 
liche Menschen, die verachteter waren als diese, Götter, die Söhne der 
Arsber aber den Dusares und Obdos, die Gothen den *Zamolxis, die 
Kiliker den Mopeos, die Thebaner den Amphiareos, und bei anderen 
wiederum ehrte man andere mit dem Namen der Gótter, die ihrer Natur 
nach sich in nichts unterschieden von den Sterblichen, sondern in Wahr- 
heit allein dies: Menschen waren. 


XIII. Allzumal also Ägypter, Pböniker, Griechen ıund da« ganze 


sterbliche Geschlecht. soweit der Glanz der Sonne leuchtet, haben die - 


Teile der Welt, die στοιχεῖα, die Früchte, die aus der Erde sprossen. 
ihre eigenen Leidenschaften, ferner auch den dämonischen Wahnsinn 
und die (dämonischen: Phantasien und vor diesen die sterblichen 
Menschen, die die menschlichen *Zufülligkeiten benutzten und weder 
Schulen der Tugend zu ibren Lebzeiten gründeten noch die Lehren eine« 
keuschen Lebens ersannen, idie) keine philosophischen Dogmen aufwiesen. 
kein hilfreiches Werk erfanden, keine Schüler der Tugend zuröcklieben. 
keine Worte und keine Schriften tradierten, die zu einem guten Leben 
stimmten, Männer) die sich kümmerten um Weiber und sch.ändliche 
Löste ıhaben sie) ohne Grund und aufs Geratewohl, ich weib nicht 
durch welche Verführung damenicher Wirksamkeit, Götter und Halb- 
götter genannt und durch Opfer und Dienste. mitsamt dem zaubertschen 
Betrug gechrt, haben :ihnen Tempel und Heilustämer in. den \tädten 
und Dörfern gebaut; ibn aber, der allein jensrita der Welt ist, den 
wahrhaftigen Logos Gottes, den Allkónig und Allschöpfer baben sie. für 
nichta geachtet. Eben sie aber nahmen se sehr. zu an Wahneinn und 
Verstandenverderbtbeit, dab nie auf der Stelle Menschen, welche sie 
sufallıg trafen, Gótter nannten und auf der Stelle eben denselben die 
Leidenschaften der Sterblichen anhängen und eben denselben urge e.t3- 
hche kb: brüche. schändliche Tatın, cin verkehrten Leben und T4 be:- 


I Me: etieurun 3.1. „oihaalse Mosetper I. Ν᾽ to seo wed Ya 
L eo ἤ ται τον Zéóu.» W Lanowuta Hilo Dora τὼν Zus 2 18 ἡ. 


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verhelfen Leben” Sa: tot Foot 4«. 4. ocreu |. 


Vt 


Die syrische Theophanie Buch II. 85* 


legten. Und obwohl sie (selbst) derartiges sagen, das keineswegs von anderen ver- 
leumderisch behauptet wird, sondern (obwohl) sie selbst Zeugen dafür 
sind und Irrtum, Trauer und Tod und vor diesen Ehebruch, Schündung 
der Mánner und Raub der Weiber (von ihren Góttern) bekannten, füllten 
sie nichts desto weniger alle Städte, Dörfer und Länder mit Tempeln, 5 
Bildern und Heiligtümern. XIV. Und nicht nur dies, sondern sie 
nahmen auch aus den Worten, die sie über ihre Götter machten, die 
Hilfsmittel zu (eigenem) schändlichen und widergesetzlichen Leben und 
verderbten durch alle Arten der Lüsternheit zumal ihre Leiber und 
Seelen zusammen. Welcher Art das war, was sie taten, indem sie sich 10 
ihren Göttern anähnelten, können wir aus der Nähe an dem uns be- 
nachbarten Phönizien betrachten, indem wir sehen, was bis jetzt in 
Baalbek *geschieht, wie dort die Überbleibsel der alten (Dämonen-) 
Schäden und die Spuren des verderblichen Bösen bis jetzt wirksam 
sind, sodaß die dortigen Frauen sich nicht eher in gesetzlicher (Ehe-) 15 
Gemeinschaft verbinden, als bis sie zuvor durch außergesetzliche Ver- 
derbung geschändet sind und an dem ungesetzlichen Mysterienkult der 
Aphrodite teilgenommen haben. Aber jetzt ist diese Stadt allein an 
diesem Wahnsinn krank zum Beweise des alten Bösen. Früher nämlich 
litten Myriaden derart, als die Krankheit der Dämonen noch mehr 20 
mächtig war. XV. Und nicht allein dies, sondern auch diejenigen 
Männer, welche den genannten Göttern geweiht (verfallen) waren (und) 
aus Lobgesängen und Liedern, Opfern und Mysterien, Schriften und 
Gelübden von Bildern gelernt haben, daß der Vater und Lenker aller 
Götter von leiblicher Lust besiegt sei und den Ganymedes geliebt habe, 25 
*überschritten nach dem Vorbilde des Eifers ihrer Götter die Grenzen 
der Natur, gingen über unsagbare *Taten hinaus und betrugen sich 
ohne Scheu frech gegeneinander, was zu hören unglaublich ist: „Männer 
begingen Unanständigkeit gegen Männer und trugen an sich den ge- 
bührenden Lohn für ihre Verirrung davon“, wie die göttlichen Schriften 30 
sagen. XVL Und nicht nur dies, sondern sie verkehrten auch das gemeine 


6—10 — Laus 240 2-6 10ff. vgl. Vita Const. 105 2 ff. Hkl, Praep. IV 1622 
26—81 = Laus 2406—11 28 — Róm 12) 81-S. 86, 6 vgl. Laus 240 11---18 


1 εἶτα τοιαῦτα οὐχ ὕφ᾽ ἑτέρων διαβαλλόμενα φάσχοντες L „und eben dies 
wurde keineswegs von anderen, wie man sagt, verleumdet“ Σ᾽ 9 προσδιέφϑειραν 
L προδιέφϑειραν Σ 18 Statt ide 1. , Ta-dumsn mit ΗΒ 221. 
oca 26 streiche das A „und“ vor ne Φ7 | Ian (ἀρρητο-) 


ποιΐας L . 


84* Eusebius. 


mannigfachen Geschlechter der Tiere und der giftspritzenden Schlangen 
und die wilden Tiere Götter zu nennen. Die Söhne der Phöniker aber 
nannten den *Melkathros und Ousoros und ferner einige andere sterb- 
liche Menschen, die verachteter waren als diese, Götter, die Söhne der 

5 Araber aber den Dusares und Obdos, die Gothen den *Zamolxis, die 
Kiliker den Mopsos, die Thebaner den Amphiareos, und bei anderen 
wiederum ehrte man andere mit dem Namen der Götter, die ihrer Natur 
nach sich in nichts unterschieden von den Sterblichen, sondern in Wahr- 
heit allein dies: Menschen waren. 


10 XIII. Allzumal also Ägypter, Phöniker, Griechen (und) das ganze 
sterbliche Geschlecht, soweit der Glanz der Sonne leuchtet, haben die 
Teile der Welt, die στοιχεῖα, die Früchte, die aus der Erde sprossen, 
ihre eigenen Leidenschaften, ferner auch den dämonischen Wahnsinn 
und die (dämonischen) Phantasien und vor diesen die sterblichen 

15 Menschen, die die menschlichen *Zufälligkeiten benutzten und weder 
Schulen der Tugend zu ihren Lebzeiten gründeten noch die Lehren eines 
keuschen Lebens ersannen, (die) keine philosophischen Dogmen aufwiesen, 
kein hilfreiches Werk erfanden, keine Schüler der Tugend zurückließen, 
keine Worte und keine Schriften tradierten, die zu einem guten Leben 

20 stimmten, (Männer) die sich kümmerten um Weiber und schändliche 
Lüste, (haben sie) (ohne Grund) und aufs Geratewohl, ich weiß nicht 
durch welche Verführung dämonischer Wirksamkeit, Götter und Halb- 
götter genannt und durch Opfer und Dienste mitsamt dem zauberischen 
Betrug geehrt, haben (ihnen) Tempel und Heiligtümer in den Städten 

25 und Dörfern gebaut; ihn aber, der allein jenseits der Welt ist, den 
wahrhaftigen Logos Gottes, den Allkönig und Allschópfer haben sie für 
nichts geachtet. Eben sie aber nahmen so sehr zu an Wahnsinn und 
Verstandesverderbtheit, daß sie auf der Stelle Menschen, welche sie 
(zufällig) trafen, Götter nannten und auf der Stelle eben denselben die 

30 Leidenschaften der Sterblichen anhängten und eben denselben ungesetz- 
liche Ehebrüche, schändliche Taten, ein verkebrtes Leben und Tod bei- 


1 Melquthrurun 2, 1. „ oihanl Μελκχάϑαρον L 5 Ὅβοδον und Ὄβδον 
L | οἱ Γέται τὸν Ζάμολξιν Wilamowitz ΗΚ] οἱ Γόϑοι τὸν Ζάλμοξι.ν X 15 „Zu- 
fälligkeiten‘]) συμφοραῖς L 1. elanämsı PSm 16 ,Schulen*] óidaoxaAsta 
Hkl didaoxaA(a L „Lehre“ X 17 ,ersannen'] ἐπιπονήσαντας L 1. ἐπινοήσαντας 
Hkl 21 six xal ὡς ἔτυχεν L six < Σ 1. ως vgl. 15 23 | oix οἶδ᾽ 
ὁποίας δαιμονικῇῆς ἐνεργείας πλάνῃ L „ich weiß nicht, durch welchen Irrtum der 
Anteilnahme an den Taten der Dämonen“ £X — δαιμονικῆς σινεργείας 81 „ein 
verkehrtes Leben“] ζωῆς τε χαταστροφὰς xal ϑανάτους L 


Σ 44 


δι 


Die syrische Theophanie Buch II. 85* 


legten. Und obwohl sie (selbst) derartiges sagen, das keineswegs von anderen ver- 
leumderisch behauptet wird, sondern (obwohl) sie selbst Zeugen dafür 
sind und Irrtum, Trauer und Tod und vor diesen Ehebruch, Schändung 
der Männer und Raub der Weiber (von ihren Göttern) bekannten, füllten 
sie nichts desto weniger alle Städte, Dörfer und Länder mit Tempeln, 5 
Bildern und Heiligtümern. XIV. Und nicht nur dies, sondern sie 
nahmen auch aus den Worten, die sie über ihre Götter machten, die 
Hilfsmittel zu (eigenem) schändlichen und widergesetzlichen Leben und 
verderbten durch alle Arten der Lüsternheit zumal ihre Leiber und 
Seelen zusammen. Welcher Art das war, was sie taten, indem sie sich 10 
ihren Göttern anähnelten, können wir aus der Nähe an dem uns be- 
nachbarten Phönizien betrachten, indem wir sehen, was bis jetzt in 
Baalbek *geschieht, wie dort die Überbleibsel der alten (Dämonen-) 
Schäden und die Spuren des verderblichen Bösen bis jetzt wirksam 
sind, sodaß die dortigen Frauen sich nicht eher in gesetzlicher (Ehe-) 15 
Gemeinschaft verbinden, als bis sie zuvor durch außergesetzliche Ver- 
derbung geschändet sind und an dem ungesetzlichen Mysterienkult der 
Aphrodite teilgenommen haben. Aber jetzt ist diese Stadt allein an 
diesem Wahnsinn krank zum Beweise des alten Bösen. Früher nämlich 
litten Myriaden derart, als die Krankheit der Dämonen noch mehr 20 
mächtig war. XV. Und nicht allein dies, sondern auch diejenigen 
Männer, welche den genannten Göttern geweiht (verfallen) waren (und) 
aus Lobgesängen und Liedern, Opfern und Mysterien, Schriften und 
Gelübden von Bildern gelernt haben, daß der Vater und Lenker aller 
Götter von leiblicher Lust besiegt sei und den Ganymedes geliebt habe, 25 
*überschritten nach dem Vorbilde des Eifers ihrer Götter die Grenzen 
der Natur, gingen über unsagbare *Taten hinaus und betrugen sich 
ohne Scheu frech gegeneinander, was zu hören unglaublich ist: „Männer 
begingen Unanständigkeit gegen Männer und trugen an sich den ge- 
bührenden Lohn für ihre Verirrung davon“, wie die göttlichen Schriften 30 
sagen. XVI, Und nicht nur dies, sondern sie verkehrten auch das gemeine 


6—10 — Laus 2402—6 10ff. vgl. Vita Const. 105 2 ff. Hkl, Praep. IV 1622 
26—81 — Laus 240e—11 98 =: Röm 12$  81—8. 86, 6 vgl. Laus 240 11—18 


1 εἶτα τοιαῦτα οὐχ ὑφ᾽ ἑτέρων διαβαλλόμενα φάσχοντες L ,und eben dies 
wurde keineswegs von anderen, wie man sagt, verleumdet^ X 9. προσδιέφϑειραν 
L προδιέφϑειραν Z 18 Statt qaa. Ou |. „Tadumsn mit ΗΒ 221. 


acala 96 streiche das A „und“ vor “er 27 | e 25. (doemro-) 


ποιΐας L . 


86* Eusebius. 


Denken, legten dem unvernünftigen Schicksal und dem natürlichen 
Zwange die Wesensschaffung und Anordnung des Alls bei, führten ein 
tierisches Dasein und ein Leben, das nicht lebenswert war, erforschten 
nicht das Wesen der Seele, erwarteten nicht das gerechte, göttliche 
5 Gericht und nahmen sich weder die Siegespreise der Tugend noch ferner 
die Strafen eines gottlosen Lebens zu Herzen. XVII. Und nicht nur 
dies, sondern auch mitten in das Theater liefen sie wie Herden rennen, 
Greise zumal und Jünglinge und Mütter mit *ihren Söhnen und Töchtern 
und dem Anhang der Sklaven, und wurden (so) mit allem Schändlichen 
10 und Wahnwitzigen bekannt. Der Trunkenheit und Lüsternheit voll 
waren Männer zumal mitsamt den Weibern, wenn sie zusammen waren. 
Wie sollten sie das Gute tun, sie die ihre Ohren nicht dem Hören 
keuscher und gottesfürchtiger Worte, noch ihre Augen der Hilfe für 
ihre Seele, sondern der Lehre schändlicher Worte und dem Anblick der 
15 bildlichen Darstellung aller Lüsternheit *darboten? Denn derartig war 
das, was alle Scharen zu sehen bekamen, die sich bekümmerten um die 
Dinge, die in diesen (Schauspielen gezeigt wurden): wahnsinniger Pferde- 
wettkampf, gottloses Ergötzen an denen, die von wilden Tieren gefressen 
wurden, grausame und unmenschliche Quälereien derer, die in Gladiatoren- 
20 spielen getötet wurden, ferner lüsternes Lachen über schündliche (Dinge), 
tórichtes Vergnügen an Musik, lüsterner Anblick derer, die Weiber 
darstellten, und starkes Geschrei bei Liedern. Denn bei diesen und der- 
artigen (Dingen) waren Myriaden Scharen unverständiger Massen ver- 
einigt mitsamt ihren Fürsten, Strategen und *Hegemonen und wurden 
25 mit den Verderbnissen durchtränkt, die die Seelen zum Verfaulen bringen. 
XVIII. Und nicht nur dies, sondern sie bauten auch Schulen für gott- 
lose Worte in den Provinzen und in den Städten. Statt der gerechten 
und weltfórdernden Lehren und statt der keuschen und gottgeliebten 
Belehrung nahmen sie durch das frevelhafte Gefasel der Poeten, die es 
30 unter ihnen gab, schändliche Erzählungen und Mythen über alle mög- 
lichen männlichen und weiblichen Gottheiten, voll von allerlei Schande 
und Leidenschaften und furchtbaren Terdrechen, in nichts unterschieden 
von den sterblichen Naturen, infolge der Belehrung und des Studiums 
der trügerischen, dramatischen Werke der Komöden und Tragöden in 
35 ihr Gedächtnis auf. Diese verderblichen und schädlichen (Dinge) des 


1 vermutlich ἀλόγῳ εἱμαρμένῃ καὶ φυσικῇ ἀνάγκῃ τὴν τοῦ παντὸς οὐσίωσίν 
τε xal σίστασιν ἀνετίϑεσαν vgl. 1, 8 1. pomi 10 ,bekannt*] wörtlicher 
„bekleidet“(Syriasmus) 15, darboten"]l. eal mit HS 241, , amalamıı το πο 


mit HS — 81 „und Leidenschaften, voll von allerlei Schande“ Y, aber ^s» 
muD an verkehrter Stelle stehen 39 ,Verbrechen"] „Trauer“ X — συμφορά 


X46 


Die syrische Theophanie Buch II. 87* 


Lebens süten sie zunüchst in sich und dann in den Seelen der Jünglinge 
aus. Der Frevel aber, der von allen der erste und letzte (ist), war, daß 
vollstándig alle Menschen, die Fürsten zumal und die Untertanen, die 
Könige der Völker und die Gesetzgeber, die Heerscharen und Massen 
in den Dörfern und Städten, unter Griechen und Barbaren das Lob, das 
allein dem Kónig des Alls gebührt und zukommt, dem Gegenteile zuwandten, 
die Dümonen, die sie verderbten, Gótter nannten und Hymnen sangen 
den irdischen und bösen Geistern, den seelenlosen στοιχεῖα und den 
sinnlichen Elementen der Welt. Die Mengen der vernünftigen Lebe- 
wesen auf Erden brachten weder das Lob (nach Art) des Priesters noch 10 
das mit ihren Brüdern im Himmel, den heiligen Engeln und göttlichen 
Geistern, die den Allkönig loben, das mit ihnen zusammenstimmende *Lob 
dar, sondern sangen ein ungebührliches und nicht zusammenstimmendes 

Σ 41 (Lob) an Feiertagen und Festen den betrügerischen Geistern, die die 
Welt verderben, und fügten ihnen die Ehre der Anbetung zu, sodaß 15 
fortan das ganze στοιχεῖον der Erde übereinstimmend mit allen Völkern 
in der ganzen Welt nichts anderes war als ein im Sturm befindliches 
Schiff, dessen schwer (beschädigtes) Wrack durch einen *anderen Sturm 
sofort mit völligem Untergang bedroht ist. 

XIX. Mit Recht also war wegen aller dieser (Dinge) Gott als Erlöser 20 
und Helfer nötig für das Geschlecht der Menschen. Wären nur die 
Massen zu dieser Verirrung geführt, so wäre das Böse vielleicht gering. 
Jetzt aber waren völlig die Häupter der Städte, die Lenker der Völker, 
die Könige der Länder, die Führer der Ortschaften und die Fürsten der 
Völker allzumal übereinstimmend an derselben dämonischen und poly- 25 
theistischen Verirrung erkrankt. Ferner fürwahr aber auch diejenigen, 
die sich rühmten unter den Griechen der Philosophie und bekannten, 
daß sie ein reicheres Wissen besäßen als die meisten Menschen, (die) 
auf den Straßen prunkten, indem sie sich aufblähten und breit in ihre 
Stola hüllten, schweiften auf der weiten und langen Erde umher und 30 
*bettelten sich von anderen Völkern die herrlichen Lehrsätze zusammen, 
von hier die Geometrie, von der andern Richtung die Arithmetik, 
wiederum aber von anderer Seite die Musik und die Heilkunde und 


Ce 


28 vgl. Praep. X 4f. 


10 vgl. o. S. 6214 und L 22239(f. 12 Das eine «Ou Q. x. „Lob“ ist 
wohl Druckfehler 17 „war‘“] wörtlich „waren“ (Plural χατὰ ovveow) 18 „an- 
deren“] „letzten“ € | tue Schultheß mit HS 24 „die Fürsten“ 1. vielleicht 


dm. eno vgl. Hoffmann in Stud. 70f. 29 „die .... prunkten"] & Haupt- 
satz 81 „bettelten“] ,befreiten* Y 1. απο 


88* Eusebius. 


andere (Dinge), die auf rationeller Erfahrung *beruhen. Diese aber und 
ähnliche (Dinge) brachten sie von überallher zusammen und verfielen 
in sterbliches und gottloses Denken. Durch beschwatzendes Worte- 
machen setzten die einen fest, daß die Atome, die unzerlegbar, ohne 
5 Teile und *ähnliche Teile und ohne Ende (sind), — als ob sie fürwahr die 
Wahrheit nicht prüften — „der Anfang des Alls“ seien, wie sie sagen. 
Eben dieselben definierten auch die Lust als den äußersten Grad der 
Glückseligkeit, was augenscheinlich verderblicher ist als alles Böse. Denn 
was könnte es Kostbareres geben als die Lust für diejenigen, die fest- 
10 gestellt haben, daß in diesem Seienden weder eine Vorsehung noch ein 
Gott noch eine unsterbliche Seele noch eine verständige οὐσία noch 
ein Logos Gottes, der über allem (waltet), noch ein Anfang noch 
ein Ende existiere, sondern daß allein die unzerlegbaren vernunft- 
und seelenlosen Atome — es sind dies aber winzige Körper, die 
15 eben wegen ihrer vorzüglichen Kleinheit nicht einmal in die Sinne 


fallen — daß eben diese seelen-, vernunft- und anfangslosen (Dinge) 348 


die ersten seien, nicht gezeugt, unendlich an Menge und von unüber- 
sehbaren Zeiten her, wie es sich gerade traf, zerstreut? Indessen 
aber, obwohl sie derart sind, hat man gesagt, daß sie die Ursache des 
20 Schmuckes des Alls seien, und daß es keinen Gott, keine Vorsehung 
und keinen Logos gebe, der (alles) sah, noch einen, der mächtig war über 
alles, aber wenn es auch einen solchen gebe, er weder (selbst) eine Be- 
schäftigung habe noch sie anderen gewähre, und wie ich glaube, legten 
sie die von ihnen geliebte Lust auch Gott selbst bei. *Derartig aber 
25 waren Philosophen die Anhänger des Epikuros und Demokritos, und 
indem sie auftraten als Anwälte dieser (Ideen), war ihre ganze Über- 
lieferung mitten unter den Griechen lebendig. Obwohl sie aber so die 
Besseren waren, schmiegten sie sich (heuchlerisch) den Massen an. 
Bald wandelten sie mit den Scharen zum Tempel, bald stellten sie sich 
30 gottesfürchtig aus Furcht vor der gesetzlichen Strafe. Aber diese, die 
für die Lust kämpften, (waren) derart. XX. Andere aber setzten die 
Grenze der Vorsehung bis zum Monde fest. Von den übrigen Teilen 
der Welt schlof die Schar der Schüler des Aristoteles sie aus, die eben- 


6 vgl. Praep. XIV 145 23 1ff. 7 vgl. Praep. XIV 20 18 22 vgl. Diog. 
Laert. vit. Epicur. X 123f. Praep. XV 58 81 vgl. Praep. XV 5ıfl. 


1 1. ρος δυο e mit HS 8 wörtlicher „durch Finden überzeugender Worte“ 
Σ vermutlich — nıdavg εὑρεσιλογίᾳ 5 „und hohe;Teile^ Σ 1 dSN, AR} 7.) 
— ὁμοιομέρειαι 241. „ am sed 25 „indem sie auftraten als ihre Täter“ 


ist von Σ᾽ wohl fälschlich zum Vorhergehenden gezogen 


Die syrische Theophanie Buch II. 89* 


falls als den hóchsten Grad der Glückseligkeit weder Tugend noch 
Philosophie definierten, außer wenn sie zufällig mit Reichtum an Besitz, 
mit Überfluß an Gold und Silber, mit (vornehmer) Familie und Berühmt- 
heit verbunden ist, die bei vielen (anerkannt sind). Und was hindert sie, 
sich ebenfalls dessen zu rühmen? Leute, die bis zum Monde die über 5 
alles (sich erstreckende) Vorsehung gleichsam hinter Schloß und Riegel 
gefangen gehalten, und (die) gesagt haben, daß die geistige und ver- 
nünftige Seele im Menschen sterblich sei und in nichts sich unterscheide 
vom Leibe, sondern ihm entspreche an Árt und Gestalt, (weswegen) sie 
sie auch Entelechie zu nennen pflegen. An die Spitze des Guten stellten 
sie demgemäß weder das philosophische Leben noch die Haupttugend, 
sondern sie verfielen auf zufällige Dinge, auf Reichtum, Macht und 
Familie Denn mit diesen Dingen, sagen sie, existiere auch die Tugend, 
die der Vernunft würdig sei, ohne sie aber sei *sie niemals. Nichts 
Besseres gebe es für den Weisen, außer wenn er auch reich sei, noch 15 
sei dem, der sich um Keuschheit bemüht, etwas Gutes nahe, außer wenn 
er ein Sohn (vornehmer) Familie sei, noch sei die Gerechtigkeit und 
die mit der Tugend übereinstimmende (geistige) Beschaffenheit, falls sie 
in der Seele des Menschen existiere, genügend zu einem glückseligen 
349 Leben, außer wenn ihm eine schöne Ordnung der Glieder des Leibes 20 
zufällig eigne. Eben sie aber glauben, daß die Gottheit irgendwo außerhalb 
von den Dingen der Menschen oberhalb des Mondes existiere und behaupten, 
daß die Vorsehung Gottes die Dinge auf Erden nicht sehe. Auch den gemein- 
samen Erlöser aller, den Logos Gottes, den Bewahrer des Alls, erkannten sie 
nicht, indessen aber stellten sie sich (heuchlerisch) auch an, als fürchteten sie 25 
die Götter in Stadt und Land. Das eine redeten sie weise mit ihren T'heo- 
remen, ein anderes aber taten sie in ihrer Praxis und leisteten den Eid bei 
den Göttern in ihren allgemein (zugänglichen) Schriften und Worten, in 
ihrem Denken aber war nichts Derartiges, sondern um der Menge zu 
gefallen, heuchelten sie solches Tun, sodaß sie daher, eher Dämonen als 30 
Menschen, von jeder gesunden Philosophie verachtet werden. XXI. Andere 


MÀ 


0 


1 vgl Praep. XV 3. 410 8 vgl. Praep. XV 96. 101ff. 14Mf. vgl. Areios 
Didymos bei Stob. Ecl. IL 125 (ed. Wachsmuth) 


14 ‚madured „sei nichts“ I. caadur 26 „mit ihren Theoremen'? „mit 
ihren Wissenden“ X. Entweder — „mit den Wissenden" oder rà ϑεωρητιχά miß- 
verstanden als oí ϑεωρητιχοί 28 „allgemein (zugänglichen) „in ihren gemein- 
samen Schriften und Worten 3. Vermutliche Anlehnung an den aristotelischen 
Ausdruck ἐν χοινῷ γιγνόμενοι λόγοι, vgl. Bernays: Die Dialoge des Aristoteles 
S. 18 ff. 


90* Eusebius. 


aber abgesehen von diesen, die sich brüsten, die besten Philosophen zu 
sein, haben gewagt, mit gottlosem Munde zu sagen, daß Gott ein Körper 
sei, seiner Natur nach in nichts unterschieden vom Feuer. Dies ist die 
andere Verirrung: der Stoiker, die diese sinnliche Welt als Gott aus- 
5 gegeben und (so) eine ruchlose, ganz verderbliche Lehre aufgestellt haben. 
Denn die schaffenskräftige Ursache und die leidensfähige Hyle bestehen 
(nach ihnen) aus ein und derselben οὐσία und beides sind wirkende 


und gewirkte Körper. Der Allkönig Gott, der über allem (steht) ist 


vom sinnlichen Feuer in nichts unterschieden, sondern wird auch mit 
10 allem zumal vermischt gemäß dem periodischen Feuer zu bestimmten 
Zeiten. Groß ist das Böse, daß Gott, wie sie sagen, verwandelt und 
dann verbrannt wird. Dies also ist die Lehre der stoischen Philosophen, 
daß die ganze οὐσία, wie sie sagen, und die ganze Welt bisweilen mit 
Gott vermischt wird und sich alles „ins Feuer verwandelt wie in einen 
15 Samen und wiederum aus diesem der Sehmuck des Álls vollendet wird, 
wie es früher war“. Götter aber gibt es so viele, wie es Teile der 
Welt gibt. Deswegen weil auch die ganze Welt aus lauter Teilen 
besteht, ist sie vollkommen Gott. Eben dieselben haben ferner gesagt, 
daß die verstündige und vernünftige Seele im Menschen (ebenso) ver- 
20 gänglich wie körperlich sei. Was wollte sie denn (daran) hindern, sie, 
die gegen den Allkönig Gott solches zu sagen sich erfrecht haben? 
Diese Seelen sollen ferner nach ihrer Definition aus Hyle und Körpern 
bestehen und nichts weiter sein als der Qualm und Rauch der Körper. 
Ferner bleiben nach dem Lebensende keineswegs die Seelen aller, son- 
25 dern nur die der Philosophen (gewisse) Zeiten hindurch, die ihnen be- 
stimmt sind, am Ende aber werden auch sie mit dem Brande des Alls 
brennen mit Gott zumal und der ganzen Welt, und die Seelen der Un- 
gerechten zumal und der Gerechten, der Frommen mitsamt den Gott- 
losen werden von Einem Feuer aufgezehrt werden, als ob sie geschmolzen 
30 würden. Dann aber werden von neuem aus dem Feuerfraß des Alls 
Welten geboren, die in nichts verschieden, sondern in allem &hnlich 
sind den früheren, so sehr, daß vom neuem eben dieselben (Menschen) 
geboren werden und ein und dieselbe Nachfolge geboren wird. Die 
Lebensweisen ferner sind derart, daß sie in allem ähnlich und nicht 
35 verwandelt sind, die Moden, Gebräuche, Sitten und Leidenschaften 


1 vgl Praep. XV 161 4 vgl. Praep. XV 151 6 vgl. Praep. XV 1418. 
14—16 --- Praep. XV 183 (Areios Didymos) 19 vgl Praep. XV 2048. 2] 18. 


10 ,periodischen"] wörtlich „im Lauf‘, vermutlich xarà περιόδους 14 „ins 
Feuer“ vom € fülschlich zum Vorhergehenden gezogen, }. 2 aro eco1250 
32 „von neuem“] wörtlich „von oben“, vermutlich ἄνωϑεν 


τι 


Die syrische Theophanie Buch II. 91* 


werden eben dieselben sein und so werden auch eben dieselben Ereig- 
nisse, Ehrungen, Freuden und Schmerzen eben denselben wiederum be- 
gegnen, sodaß wiederum eine Helena und ein Unheil von Ilion zu 
erwarten ist, und wiederum ein Anytos und Meletos und das tödliche 
Gift des Sokrates und wiederum eben dieselben Streitigkeiten und 
Spaltungen der Philosophen, und am Ende wird wiederum alles vom 
Feuer verzehrt, und nachdem es verbrannt ist, wird es wieder von 
neuem zurückkehren und wieder in denselben Gleisen verharren. Aber 
auch diese (Philosophen) hängen so notwendig ihrem Irrtum an. XXII. 
Die Philosophen aber, die die ersten Physiker heißen, die vor allen 10 
(anderen) auftraten, gründeten den Anfang des Alls auf ein seelenloses 
στοιχεῖον, ohne einen Gott, eine Vorsehung, einen Schöpfer und Werk- 
meister des Alls zu kennen. Eitel aber und ohne Grund legten sie 
sich lügnerisch den Namen und das Gebaren der Philosophen bei. 
Denn teils sagten sie, daß die Erde und eine trockene οὐσία der An- 15 
fang des Alls sei, teils nannten sie den Ozean und so eine feuchte ovole, 
*das Wasser als den Allerzeuger, teils das Feuer, teils die Luft, teils 
Mischungen aus diesen, und führten viele männliche wie auch weibliche 
Gottheiten ein und Hochzeiten und Kindergeburten, (und) änderten in 

Σ 51 physikalische Allegorien das Mythengefasel der Poeten durch schöne 20 
Worte zum Ruhmesschmuck, sudaß auch sie gleichsam durch Verkehrt- 
heit von oben von der Höhe wieder auf die στοιχεῖα der Hyle und auf die 
sinnlichen Teile der Welt niederfielen. XXII. Andere aber, abgesehen 
von diesen, fabrizierten (gerade) Entgegengesetztes all dem, was gesagt 
ist, behauptend, daß es nichts Göttliches in dem Seienden gebe, weder 25 
den höchsten Gott noch die Lokalgötter, daß der Name (Gott) vielmehr 
besser und über die οὐσία gesetzt sei, die nicht ist, sodaß sie in großen 
Frevel des Bösen sich ausgebreitet haben. 

XXIV. Platon allein von allen Griechen scheint mir vorzüglich der 
Philosophie anzuhängen und hält mit Recht daran fest, daß das Gute 30 
das Erste und die Ursache des Alls ist, und redet mit Recht weise 
über den Zweiten, der der Schöpfer des Alls ist. XXV. Er hat auch 
schön und richtig festgestellt, daß Himmel, Sonne, Mond, Sterne und 
überhaupt die ganze Welt zumal von dem Gotte des Alls (geschaffen) 
wurden. XXVI. Er hat auch gesagt, daß die οὐσία der Seele kórperlos 35 
und der Vergänglichkeit fremd sei. Er hat auch geistige οὐσίαι ge- 


Qe 


10 vgl. Praep. XIV 1612f. 80 vgl. Praep. XI 16f. 


17 streiche € „und“ vor eas 19 statt τόλόνασα 1. eno 
und vgl. Praep. 1161] 24 Man erwartet das Femininum 0.1022 „alas 


92* Eusebius. 


kannt und zugegeben, daß der über allem (waltende) Verstand, den wir 
Logos Gottes nennen, der König des Alls sei. Eben ihn setzte auch er 
als Herrscher über das All nach Art eines Steuermannes, der schön und 
sicher für alles sorgt, und wies (ihn) als Lenker nach. Er allein von 
5 allen Griechen bekannte den Logos Gottes, den Schöpfer der Welt, 
gleich wie wir selbst, Aber.es ist am Platze, ihn (selbst) zu hören, in 
welcher Art er über Gott redet: XXVII. „Und Ehren wollen wir er- 
weisen, nicht dem für ein Jahr und jenem für einen Monat und anderen 
aber überhaupt keinen Anteil und keine Zeit zuerteilen, in der er seine 
10 Bahn durchläuft und die Weltordnung (mit) vollendet, die der aller*gótt- 
lichste Logos sichtbar anordnete, den, wer immer glückselig ist, zuerst 
bewundert, zu dem er dann aber Liebe faßt, um (ihn) kennen zu lernen, 
soweit es die sterbliche Natur vermag“. XXVIII. Er nannte auch den, 
*den er eben als „göttlichen Logos" bezeichnet hat, den „Vater“ und 
15 „Herrn“ des Alls und den „Lenker“ des Alls mit denselben Worten 
wie wir und sagte so: XXIX. ,Diesen Brief sollt ihr alle, die ihr drei 
seid, lesen, besonders in Gemeinschaft, wenn aber (dies) nicht (mög- 
lich), so zu zweien zusammen, nach Kräften soviel ihr könnt, (und) 
sollt dies als herrschendes Übereinkommen und Gesetz "gebrauchen, in- 
20 dem ihr schwört wie es recht ist, und indem ihr mit nicht unweisem 
Eifer zumal und mit der Zucht, der Schwester des Eifers, bei dem 
(Golte) des Alls, dem Lenker des Seienden und Kommenden und dem 
Vater (und) Herrn des Lenkers und der Ursache schwört, den, wenn wir 
richtig philosophieren, wir alle deutlich kennen nach der Kraft glück- 
seliger Menschen“. XXX. Er lehrte auch, daß ein gerechtes Gericht 
Gottes stattfinden werde, welches einem jeden vergelte, wie er es ver- 
diene. Daß der Gipfel des Guten der sei, ähnlich zu werden der Gott- 


7—18 — Ps. Platon Epinomis 986 C; Praep. XI 16ı 16-- 9 — Ps. Platon 
6. Brief 323 C; Praep. XI 162 25 vgl. Platon Politeia 614. Phaidon 113; Praep. 
XI 35ff. 27 vgl. Platon Theaitet 176 B 

10 „Weltordnung‘) xóouov „Welt“ Z | „göttlichste‘‘] ϑειότατος „Gott“ Σ΄]. 
cóc 11 ὁρατὸν zieht € zu xócuov „die sichtbare Welt“ 14 |. edil 
mit HS | ,und"] wörtlich „auch“ 17 Man vermißt ein zu ea gehöriges 3 
18 „und“ < £€ 19 xal χρῆσϑαι συνθήχῃ xal νόμῳ χυρίῳ τούτῳ, 9 ἐστι δίκαιον 
ἐπομνύντας) „sollt bedenken (aber lies „ Auzuchda Lee) das Übereinkommen 
und das Gesetz, und bei dem Herrn, der die Gerechtigkeit ist, schwören“. Es müßte 
mindestens heißen το 22 xai τὸν τῶν πάντων ϑεὸν ἡγεμόνα τῶν τε Óv- 


τς 
οι 


των χαὶ τῶν μελλόντων) „und bei dem Lenker des Alls, dessen was ist und dessen 
was kommt“ < ϑεὸν X mit Unrecht 24 εἰσόμεϑα πάντες σαφῶς εἰς δύναμιν 
ἀνϑρώπων εὐδαιμόνων) wörtlich „nach unserer Kraft aus glückseligen Menschen" € 


252 


Die syrische Theophanie Buch II. 93* 


heit, der Tugend anzuhüngen und mit ihr (wie ein Zwilling) verbunden 
zu sein, zeigte er sehr göttlich. 

Aber auch er setzte sich mit Recht mehr als alle (und) augen- 
scheinlich dem Tadel aus. Warum? Weil er wußte, daß ein Gott sei, 
aber ihn nicht als Gott pries. Er verbarg vielmehr die Wahrheit und 5 
machte sie zur Lüge für viele. Denen, die er liebte, brachte er als 
Philosoph die rechte Offenbarung über den Vater und Schöpfer dieses 
Alls. Mit der Plebs der Athener aber verkehrte er nicht als Philosoph 
und führte den Sokrates in seiner Rede zum Piraeus, damit er zur Gott- 
heit bete und mit der ganzen Plebs zumal das Fest der Bendis feiere. 10 
Er sagte aber ferner, daß sein Meister, als sein Lebensende nahe war, 
einen Hahn zu opfern befahl. Nicht schämte sich noch beschönigte es 
der beste der Philosophen, daß der Vater der Philosophie befahl, durch 
gewordene, irdische Hyle und (durch) ein wenig Blut und Fleisch eines 
toten Vogels die Gottheit zu versóhnen. Er nannte aber ferner die- 15 
jenigen (Götter), die in den Städten verehrt wurden, Dämonen und tat 
wohl daran, und er bekannte auch, daß sie Vorfahren seien von sterb- 
lichen Menschen und redete recht. Dennoch aber riet er, eben sie als 
Götter zu verehren, *weil er sich mit der Menge zu (ihrem) Irrtum er- 
niedrigte, (und) mit Recht auch sie als Ursache (des Alls) anzunehmen, 20 
weil er unter dem Schein (σχῆμα) der Philosophie das Wort der Wahr- 

353 heit verbarg, das der Lüge aber erheuchelte. Höre jedoch, was er *im 
Timaios sagt: XXXI. „Über die anderen Dämonen aber zu reden und 
ihre *Geburt kennen zu lernen, ist zu groß für uns. Wir müssen uns 
vielmehr überzeugen lassen von denen, die vor uns gesagt haben, sie 25 . 
seien Sóhne der Gótter, wie sie behauptet haben, und kennten ihre Vor- 
fahren (wohl) genau. Unmöglich also ist es, Göttersöhnen nicht zu 
glauben, obwohl sie ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweis- 


5 vgl. Platon Timaios 28 C 9 vgl. Platon Politeia 327 A Phaidon 118 A 
16 vgl. Platon Timaios 40 Ὁ 23—8. 94, 8 — Platon Timaios 40 D; Praep. II 7 1f. 
u. Parall. 


101 ,C433423 Lee „das Fest der Bendideen“ X 1? ὡμολόγησεν 
αὐτοὺς εἶναι [ἐξ] ἀνθρώπων ϑνητῶν Vorherwissende'* Z — προγνώστας, verlesen 
aus προγόνους ἡ vgl. Z. 26 94 37. Schultheß schlägt vor: e» u) 
„daß sie seien ursprünglich Geborne von sterblichen Menschen" 19. 20 A „und“. 
vor BN steht besser vor eoa | „in ihre Ursache geschrieben zu werden“ 
— τὴν αἰτίαν ἐπιγράφεσϑαι 22 1. Sooccsa Lee 94 γένεσιν) „ihre 
Kraft], οοοπὶ. 


94* Eusebius. 


gründe reden, sondern dem Gesetze anhangend müssen wir ihnen glauben. 
da sie vorgeblich eigene (Familiengeschichten) erzählen. So also, wie 
sie sagen, möge sich die Geburt in betreff dieser Götter verhalten und 
gesagt werden: Kinder der Erde und des Himmels waren Okeanos und 
5 Tethys, und deren: Phorkys, Kronos, Rhea (und alle, die mit diesen 
waren), von Kronos und Rhea aber: Zeus, Hera und andere, soviele wir 
kennen als alle ihre sogenannten Brüder und ferner andere als die 
Sprößlinge dieser“. XXXII. Du siehst, daß der Philosoph von oben, von 
den Bildern oberhalb der Welt und von den kórperlosen, geistigen 
10 οὐσίαε nach unten auf die Erde und auf den Ozean wie in die Tiefe 
des Bösen hinabgetaucht ist und Góttergeburten einführte, er der allein 
besser als (sonst) die Menschen mit hochtónendem Geist sagen konnte: 
XXXIII. „Was ist das immer Seiende, aber niemals Werdende? (Und 
was ist das immer Werdende, aber niemals Seiende?‘ Das eine wird 
15 durch das mit Vernunft (begabte) Wissen wahrgenommen und ist immer 
sich selber gleich. Das andere aber wird mit unvernünftigem Sinne 
gewühnt, ist werdend und vergehend, aber völlig seiend *niemals". 
XXXIV. Derselbe wackere (Mann) also ehrt eben dasselbe, was wird, 
vergeht und durchaus niemals ist, wegen seines Werdens und Vergehens 


90 jetzt mit dem Namen der Götter. Eben derselbe sagt ferner, indem er die- - 


jenigen widerlegt, die diesen Göttermythos ausgestreut haben, daß sie 
keineswegs infolge „zwingender Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe“ 
den Irrtum (betreffs) der angeblichen Götter vorbrachten. Nachdem er 
sie in dieser Weise beschuldigt hat, sagt er hinterdrein, daß wir ihnen 
25 glauben und sie für wahrhaftig halten müssen, obwohl sie nichts Wahr- 
haftiges reden, aber obwohl er sie sogar Göttersöhne nennt, ist ihm 
(doch) offenbar bewußt, daß er ihre Vorfahren als sterblich, jedermann 
ähnlich einführt und ferner an sterbliche Götter und sterbliche, ihren 
Vorfahren ähnliche Söhne erinnert, die sagen, „daß sie ihre Vorfahren 
30 genau kennten“. Obwohl er unverhohlen sagt: „Unmöglich also ist es. 
Göttersöhnen nicht zu glauben“, beschuldigt er eben sie auf der Stelle, 
daß sie „ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe“ redeten. 
und fügt hinzu, daß „wir sie für wahrhaftig halten müssen, da sie vor- 


13—17 = Platon Timaios 27 D; Praep. XI 94 


5 Φόρχυς)] Φρόχυς S | χαὶ ὅσοι μετὰ τοίτων P. < X 1. a1 eAi$sdo 
Am 18 καὶ τί τὸ γινόμενον uiv ἀεί, ὃν db οὐδέποτε P — X | τῶξοα 
‚madur oben (50 ara eus «οἷν am 17 „völlig“ 


ὄντως P | „niemals“] 1. nad (29 mit HS 19 ‚wegen‘ X besser 
wohl „trotz“ 


Die syrische Theophanie Buch II. 95* 


geblich eigene (Familiengeschichten) erzählen“. Durchaus vorsichtig 
aber sagt er nicht: -„da sie erzählen“, sondern „da sie vorgeblich er- 
zühlen". ,Wir müssen uns vielmehr überzeugen lassen", sagt er, ,sie 
seien Söhne der Götter“. Woher hat er (denn) dies zu sagen gelernt: 
„wie sie behauptet haben“? Denn sie haben dies behauptet, nicht ich, 5 
das heißt aber: Dennoch, da sie über sich selbst aussagen, wenn sie 
auch (nur) ohne Wahrscheinlichkeitsgründe und ohne Beweise (die) sie 
selbst (betreffenden Tatsachen) feststellen können, — dennoch glauben 
wir ihnen. Hinterher sagt er: „So also, wie sie sagen, möge sich die 
Geburt der Götter verhalten“. Notwendig bemerkt er, „wie sie sagen“. 10 
Denn keineswegs nach meiner, sondern nach ihrer Meinung soll dies 
gesagt sein (will er damit ausdrücken) XXXV. Du siehst also, daß er 
rät, wir müßten dem Irrtum nachfolgen. Weswegen aber stellt er dies 
fest? Um keiner anderen Ursache als um des Gesetzes, das heißt, um 
des Todes willen, der am Gesetze hüngt. Eben dies bekennt er offen, 15 
indem er sagt: ,Dem Gesetze folgend glauben wir". Geht denn die 
Fureht vor den Menschen und dem Gesetz *bei den Philosophen über 
die Furcht und das Gesetz der Wahrheit hinaus? Wo sind die vor- 
züglichen und weisen (Worte) jener schönen Sprache, mit denen er in 
durchaus staunenswerter Sprache gewaltig so redete: XXXVI. „Denn 20 
kein Gesetz und keine Ordnung ist besser als das Wissen, und nicht 
ist es recht, daß der Verstand irgend einem Dinge unterworfen oder 
untertan sei, sondern er ist der Führer aller Dinge, wenn er in Wahr- 
heit seiner Natur nach frei ist“. Derselbe sagt: „Wohin jemand sich 
selber stellt, indem er glaubt, daß es das beste sei, dort muß er (auch), 
wie mir scheint, bleiben trotz des Sturmes, indem er nichts bedenkt, 
weder den Tod noch irgend etwas anderes vor dem Schimpf". Später- 
hin sagt er: „Denn die Furcht vor dem Tode, ihr Männer, bedeutet 
55 nichts anderes als wähnen, weise zu sein, obwohl man es nicht ist“. 
XXXVII. Warum also, o Weiser, wirst du nach diesen Worten vom 30 
Tode bewegt und heuchelst, sterbliche Gótter um des Gesetzes willen 


ND 


5 


20—94 = Platon Nomoi 875 C 24—927 — Platon Apologia 28 B; Praep. 
XII 10s — 28. 29 — Platon Apologia 29 A; Praep. XIII 105 


17 „von den Philosophen“ Z. Vielleicht kann man verstehen: „und dem von 
den Philosophen (stammenden) Gesetz“. Aber dagegen spricht die Stellung der 
Worte und der Sinn. Denn gemeint ist das staatliche Gesetz der ἀσέβεια. Lies 
«aola Kal. Oder παρά c. Dat. mißverstanden als παρά c. Gen.? 98 ἀλη- 
ϑινὸς ἐλεύϑερός τε ὄντως) ἀληϑινὸς und τε < Σ 24 „stellt“ + ἢ ὑπὸ ἄρχοντος 
ταχϑῇ Platon 


968 Eusebius. 


zu ehren? Warum aber hältst du es für würdig, daß wir jenen Gottes- 
söhnen glauben und ihnen vertrauen? Durch .dein (eigenes) Wort 
machst du zu Schanden und schüttelst ab, was sie durchaus nicht ver- 
ständig noch auf Grund irgend eines Beweises tiber ihre Vorfahren ge- 
5 sagt haben. Wie kannst du, nachdem du sie so beschuldigt hast, den 
Menschen (noch) raten, ihnen zu glauben? Was ihre Väter sind, wollen 
wir prüfen! XXXVIII. Die Erde, heißt es, und der Himmel hatten als 
Kinder Okeanos und Tethys, und ferner Phorkys, Kronos und Rhea, 
und dann nach diesen allen Zeus und Hera. Zeus nach der Erde und 
10 dem Himmel! Zeus nach Kronos und Rhea, nach allen diesen! Was 
sagst du, wackerer Mann? Wo ist Zeus, der Gewaltige im Himmel, 
der den fliegenden Wagen treibt? Oder wars nicht dein eigenes Wort, 
über das jedermann in lautes Staunen ausbricht, wenn du so sagst: 
XXXIX. ,Der gewaltige Zeus also im Himmel, der den fliegenden Wagen 
15 treibt und lenkt und dem nachfolgen die Heere der Götter und Dä- 
monen“. XL. Aber das weiß ich nicht, warum (erst) nach der Erde, 
nach dem Meere, nach Okeanos, Rhea und Kronos, den Sterblichen, 
Zeus erschien und wie (dies) dein Wort jenem (anderen) entspricht: 
„Wir müssen uns überzeugen lassen von denen, die vor uns gesagt 
20 haben, sie seien Söhne der Götter, wie sie behauptet haben, und kennten 
ihre Vorfahren (wohl) genau. Unmóglich also ist es, Góttersóhnen nicht 
zu glauben, obwohl sie ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Be- 
weisgründe reden". Er führt aber fort: „So also, wie sie sagen, möge 
sich die Geburt betreffs dieser Götter verhalten und gesagt werden“. 
25 Daran reiht er eine lange Rede und Erzäblung über die Geburten der 
Götter, die die Poeten sagen, versichert uns obendrein und spricht: 
„Von Kronos und Rhea (stammten) Zeus und Hera und alle, von denen 
wir wissen, *daß sie alle als ihre Brüder genannt werden, und ferner 
andere als Sprößlinge dieser“. XLI. Prüfst du also, während dieser Mann 
30 erzählt? Und erzählt er nicht Dinge, die leicht sind, wohl aber (solche), 
die gottlos und seiner eigenen Philosophie entgegengesetzt sind? Denn 
eben er treibt in der Politeia vornehm diejenigen, die er jetzt Gótter- 
söhne nennt, (und) vollends diejenigen früheren (Schriftsteller), die über 
deren Gottheit erzählt haben, den Homer, Hesiod und vor allem den 
35 Orpheus aus seiner πολιτεία weit weg, jetzt aber rät dieser Philosoph, 


14—16 = PlatonPhaidros246E 82 vgl. Platon Politeia 377 f.; Praep. XIII 3 ff. 


8 ,verstándig"] „gesund“ Σ᾽ — ὑγιῶς 8 Phrokys X 15 „und lenkt“) ó 
μὲν δὴ μέγας ἡγεμὼν ἐν οὐρανῷ Ζεύς, ἐλαύνων τὸ ἅρμα Platon; vgl. Ζ. 11 98 1. 
« amasrdı vgl. X 531 80 „und (während) er erzählt keineswegs Dinge, die 
nicht schwer sind" X Eusebius wollte wohl das Gegenteil sagen 


Σ δὲ 


*-. 


Die syrische Theophanie Buch II. 97* 


eben ihnen zu glauben, indem er sie Göttersöhne nennt und Götter 
hinter der Erde und dem Himmel und hinter der feuchten οὐσία, die 
er als Okeanos bezeichnet, im Entstehen und Vergehen sucht und be- 
kennt, daß der Vater aller Menschen und Götter und Hera und die 
anderen noch dazu, die nach seinen Worten als ihre Brüder und Söhne 5 
genannt werden, aus der Erde und dem Ozean stammten, und (trotzdem) 
rät er nachher, sie als Götter zu verehren. Wo ist jene Majestät geistiger 
οὐσίαι, wo ist jenes körperlose, jenseits der Welt (befindliche) Urbild 
oder jene göttliche Erzählung über die farb- und gestaltlose Natur? 
Wenn aber jede Seele unsterblich ist, warum machst du Sterblichen 10 
untertan dıe Unsterblichen, den Körpern der Dämonen das Unkörper- 
liche, den vergänglichen Sinnesdingen die geistige und vernünftige οὐσία 
Mit Recht also meine ich diesen Mann mehr zu tadeln als die übrigen, 
obwohl mich die Liebe zu ihm hinzieht wegen der Verwandtschaft seiner 
Lehren (mit den unsern). Denn er allein von allen Griechen scheint 15 
mir die Vortüren der Wahrheit zu erreichen und hat in vielen Worten 
Verwandtschaft mit uns gezeigt. Aber nicht möge dieser Mann (mehr) 
geehrt werden als die Wahrheit. Deswegen, scheint es mir, *muß er 
mehr als alle um ihretwillen getadelt werden. Denn (obwohl) das Lust- 
liebende und das, was aus seiner Lehre sich ergibt, als todbringend be- 20 
schuldigt werden mag, und obwohl er glaubt, daß es keine Götter gebe, 
heuchelt er indessen dennoch, als ob er ein anderes Leben nicht kenne, 
denn nur das gegenwärtige. 

XLII. Die Peripatetiker aber hingen einer Meinung, die derjenigen 
des Anfängers dieser Philosophie ähnlich war, so an, daß sie sogar 25 
meinten, die Seele im Menschen sei sterblich, und behaupteten, ihre Ge- 
stalt und ihr Körper sei die „Entelechie“. Zu gunsten des diesseitigen 
Lebens, das sie allein kannten, gerieten sie unter die Menge und heu- 
chelten Götter, obwohl sie glaubten, daß diejenigen, die nach dem Ge- 
setze der πολιτεία (verehrt werden mußten), niemals existierten, aus Furcht 
vor dem Tode und vor der gesetzlichen Strafe. XLIIIL. Die Stoiker 
wiederum, die lehrten, daß alles körperlich und daß die wahrnehmbare 
Welt allein Gott sei, und sich einredeten, daß ihre Teile Götter seien, 


30 


As 


8 vgl. Platon Phaidros 247C 1 vgl. Praep. XIII 14s 17 vgl. Aristo- 
teles S. 1096 a 16 926 vgl. Praep. XV 105 81 vgl. Praep. XV 14ff. 


5 „nach ihnen“ Z — ἐπὶ τούτοις 18 1. ληνὸν statt „ist er getadelt 
worden“ 19 Der Hauptsatz im 2 ist unverständlich: „Denn das, was die Lust 
liebt und das, was seiner Lehre entspricht, (als) totmachend wird es verleumdet“. 


25 „sogar“] „und daß sie meinten“ Σ 28 „gerieten sie‘) wörtlicher „fielen sie" 
Eusebius III*. 


98* Eusebius. 


sollten das tun dürfen, was ihren Lehren entspricht, selbst wenn es häßlich 
ist? Deswegen weil sie die Teile der Welt Gótter nannten und die irdische 
οὐσία verehrten, sollten sie ohne Tadel sein? Sie aber, die die στοιχεῖα 
als den Anfang des Alls festsetzten, sollten dem entsprechend die στοιχεῖα 
verehren dürfen? XLIV. Er aber (Platon) setzte wie durch göttliche Offen- 
barung fest, was „das immer Seiende, aber niemals Werdende“ und 
was „das durch Wissen mit der Vernunft Wahrgenommene und immer 
sich selbst Gleiche“ sei, und sagte, wie weit es reiche, und redete offen- 
kundig und mit offenkundigen Worten schön und weise eine wahrhaftige, 
göttliche Geschichte der Natur gemäß folgendermaßen: „Gott also, wie 
auch das alte Wort (lautet), hat Anfang, Ende und Mitte alles Seienden 
inne und vollendet richtig, indem er naturgemäß dahingeht. Dem aber folgt 
immer die Gerechtigkeit, indem sie ein Rächer ist derer, die hinter dem 
göttlichen Gesetze zurückbleiben". Und wie blieb zurück der Philo- 
15 soph hinter dem göttlichen Gesetz und achtete gering die Gerechtigkeit, 
die über alles (waltet), und brachte uns die Gesetze der Sterblichen und 
fürehtete sich vor dem Tode, er, der die Seele über die Himmelsgewölbe 
hinaussandte! Aber nicht lauter hat dieser Mann, scheint mir, seine 
Lehre, daß die Seele der Menschen unsterblich sei, bewahrt, weil er sie 
20 verunreinigt hat. Denn nicht nur die Seele der Menschen, sondern auch 
die der Hunde, Affen, Ameisen, Pferde, Esel und der übrigen unvernünf- 
tigen Tiere sei unsterblich und in nichts unterschieden von der Seele der 
Philosophen ihrer οὐσία nach. Ägyptisierend sagt er, daß nach seiner 
Meinung eben diese (Seelen) allerlei Leiber wechseln und die der Menschen 
25 in die Natur der Tiere umgegossen werden. Um dieser (Dinge) willen 
wird er auch darin verachtet, worin er die Wahrheit gesagt hat, wie 76- 
mand, der auf der andern Seite lügt. Denn wenn dieser Mann auch be- 
wundernswert ist (darin), daß er den Werkmeister und Schöpfer dieses 
Alls erreichen (begreifen) konnte, muß er dennoch besonders getadelt 
30 werden bei jedermann, weil er das richtige Wort nicht vorbrachte. 
„Denn obwohl er Gott kannte, pries er ihn nicht als Gott, sondern ehrte 
und diente dem Geschöpfe mehr als seinem Schöpfer“, nannte Götter und 
verehrte diejenigen (Wesen), die an sichtbare Körper gebunden sind: 


Qt 


1C 


— 


6f. = Platon Timaios27 D 10—14 = Platon Nomoi 716 A; Praep. XI 135 
17 vgl Praep. XIII 143 168 20 vgl. Platon Phaidon 81D; Praep. XIII 164ff. 
81 — Róm 11. 25 


11 ὁ παλαιὸς λόγος P „unser altes Wort‘ Z 12 εὐθείᾳ περαίνει κατὰ φύσιν 
περιπορευόμενος P 18 ,lauter"] wörtlicher „gesund“ — v$yiog 20 „gemeinsam 
gemacht hat“ 2 — ἐχοίνωσεν 26 „wie einer, der in etwas die Wahrheit gesagt, 
auf der andern Seite aber gelogen hat“ Σ 


259 


Die syrische Theophanie Buch II. 99* 


Sonne, Mond und Sterne und bekennt zugleich und in demselben (Atem- 
zuge), daß sie geworden, vergünglich (und) ihrer Natur nach zusammen- 
gesetzt seien *aus Feuer, Erde und den übrigen στοιχεῖα *und betet sie 
an zumal, ehrt sie und nennt sie Götter. Hinterher aber bekennt er 
dann wiederum, daß sie auflósbar und vergänglich seien. Doch ist es 
an der Zeit, ihn selber zu hóren, wie er im Timaios sagi: XLV. ,Ihr 
Götter der Götter, deren Bildner ich bin. Alles also, was zusammen- 
gebunden wird, ist auflósbar. Deswegen weil ihr geworden seid, seid ihr 
nicht unsterblich und völlig unauflösbar“. Ferner aber sagt er über 
ihr Werden, woher es ist und wie es begrenzt wurde: „daß (sich) das 
Feuer zur Luft so (wie) die Luft zum Wasser und (wie) das Wasser 
zur Erde (verhielt), aus denen er band und hinstellte den sichtbaren und 
*tastbaren Himmel. Und zu diesem Zwecke und aus diesen (Dingen), die 
derart (waren) und deren Zahl vier (betrug), ward der Körper der Welt“. 
Hinterher aber sagt er: „Zum Werden der Zeit, damit die Zeit entstehe, 
entstanden Sonne, Mond und die fünf anderen Sterne, die den Beinamen 
Wandelsterne haben, zur Abgrenzung und Bewahrung der Zahlen der 
Zeit. Körper aber machte Gott einem jeden von ihnen und setzte sie 
in die (Kreis)bahnen*. Indem er aber ferner vom Himmel spricht: 


μ- 


0 


„ob er immer war ohne irgend einen Anfang des Werdens, oder ob er 20 


entstanden ist, von irgend einem Anfang ausgehend“, antwortet er dann 
sich selber und sagt: „Er ist entstanden; denn er ist sichtbar und *tast- 
bar und hat einen Körper. Alles derartige aber ist wahrnehimnbar und 
das Wahrnehmbare wird durch die Vorstellung begriffen und erscheint 
als geworden“. XLVI. Er also, der so über diese (Dinge) schön und 
richtig geredet hat, entfernte er sich nicht weit von der gesunden Meinung, 
indem er sie Götter nannte, (zugleich) aber bekannte, daß sie geworden 
seien aus der vergänglichen ὕλη der Körper des Feuers, des Wassers, 


6—9 = Platon Timaios 41 A; Pruep. XIII 1810 10—14 = Platon Timaios 
32 B; Praep. XIII 184 15 —19 = Platon Timaios 38 C; Praep. XIII 186 
230—925 — Platon Timaios 28 B; Praep. XI 20 8. 


9 „und“ < Σ 8 „und aus Feuer“ 2; aber das A steht besser vor ar 


| στοιχεῖα zumal und betet sie δ" I, aber € besser vor e3saAed 11 wört- 
lich „was Feuer zu Luft, so Luft zu Wasser“ Z ὅ τι πῦρ πρὸς ἀέρα, τοῦτο 
ἀὴρ πρὸς ὕδωρ xal.... τοῦτο ὕδωρ πρὸς γῆν, ξυνέδησε P 19 änıdv] „wahr- 
nehmbaren* E 1. ΣΝ, den  χαὶ διὰ ταῦτα] „und durch die“ E 215 
γέγονεν, ἀπ᾽ ἀρχῆς τινὸς ἀρξάμενος) „oder geworden ist im Anfang irgend eines 
Anfangs" (oder ,Erstlings") € — ἀπαρχῆς 99 ἁπτός) „wahrnehmbar“ 21. 
τσν δι 


7* 


25 


1005 Eusebius. 


der Luft und der Erde? Er sagt (zwar), daß diese auflösbar seien 
ihrer Natur nach und vergänglich, dann aber nennt er eben dieselben 
ehrenwerte Götter. Was für eine Gemeinschaft nun hat der Name und die 
Ehre *der Ursache des Alls mit den wahrnehmbaren und auflösbaren 
5 Körpern? Oder welche Gemeinschaft (hat) die Vernunft, die „das immer 
Seiende, niemals Werdende“ *hervorbringt, mit „dem immer Werdenden, 
niemals Seienden“, daß er diese (Dinge) beidemal Götter nennt? Denn 
wenn „das immer Seiende, niemals Werdende“ in Wahrheit Gott ist, 
(dann) ist alles, was nicht so ist, nicht Gott. Wenn aber „das immer 
10 Werdende, niemals Seiende“ (Gott ist), (dann) ist alles, was anders ist, 
nicht Gott. Welcher Schluß ist klarer als dieser? Denn beide (Dinge), 
die ihrer Natur nach entgegengesetzt sind, — das eine, das „durch 
das mit Vernunft (begabte) Wissen wahrgenommen“, das andere, das 
„mit unvernünftigem Sinne gewähnt wird“, das eine mit der Fähigkeit 
15 zu schaffen, das andere (mit der Fähigkeit) zu leiden — wie sollen diese 
entgegengesetzten (Dinge) Eines Namens würdig sein? Denn es ist 
natürlich, wie jemand, der sich wundert über das Wissen des Zimmer- 
meisters, der aber (dennoch) die Ehre dem von ihm (herrührenden) 
Werke zufügt, und wie jemand, der das Schiff χυβερνήτης und den 
20 mit Pferden (bespannten) Wagen ἡνίοχος nennt, die (richtige) Ordnung 
verkehrt, daß so also sehr töricht handelt derjenige, der sich erdreistet, 
die Geschöpfe Gottes Götter zu nennen, obwohl er nicht vergißt, sondern 
ganz deutlich zugibt, daß sie durch die Fesseln Gottes, des Schöpfers 
des Alls, *gebunden seien und aus seelenlosen στοιχεῖα, (aus) Feuer, 
25 Wasser, Luft und Erde bestünden. Aber auch der (Platon möge) so 
(beendigt sein). 

XLVII. Was habe ich jetzt (noch) nötig, ans klare Licht zu bringen, 
wie die Weisen sich gleichsam in Reihen sammelten, sich entzweiten 
und trennten von einander, sich wie in Schlachtreihe und Kampf 

30 mächtig wider einander rüsteten. „Sie begegneten sich aber mit Schilden, 
Lanzen und Männerkraft, wie einer von den Poeten sagt, indem fürwahr ein 
gewaltiger Tumult *erregt wurde der Vernichtenden und der Vernichteten“. 


5 ff, vgl. Platon Timaios 27 D; Praep. XI 94 28 vgl. Platon Timaios 41 A 
28 vgl. Homer Ilias εβ 86 80 — Homer Ilias ὃ 447. 449. 451; Praep. XIV 67 


4 ecp3] L,co3 6 Ra] zur Not: „die mit dem immer Seienden.... 
verbunden ist"; aber 1. en 9o 11 dar] »gottloser' ; aber Z las oder 
verlas wohl ἐναγής statt ἐναργής 18 νοήσει μετὰ λόγου Platon] „durch Vernunft 
und durch Wissen" Z 24 ]. „ Tutor entsprechend duialz; ebenso 1. 
»»»nów« 82 ὀρώρει |. AnzY Gr aa\o Bernstein .:493 239 PSm 


Die syrische Theophanie Buch II. 101* 


Denn eine „Gigantenschlacht“ nennt Platon ihren gegenseitigen Kampf, 
260 indem er so sagt: XLVIII. „Und fürwahr es schien unter ihnen gleichsam 
eine Gigantenschlacht zu sein wegen des gegenseitigen Streites über die 
οὐσία“. XLIX. Aber er, Platon, redete dies über diejenigen, die vor ihm oder 
über die, die mit ihm Philosophen waren. Daß aber ebenso diejenigen, 5 
die er zu seiner Nachfolge aufrief, sich wider ihn mit der Waffe versahen, 
dafür ist das Zeugnis klar. Denn aus der durch seine Worte (ge- 
wonnenen) Jüngerschaft entfernte sich Aristoteles und seine ganze 
Schule, die sich dem Platon gegenüber stellte. Andere Jüngere aber wie- 
derum traten spüter nach einer Weile auf und widerlegten das, was 10 
weise war nach der Meinung des Aristoteles, andere neigten sich auf 
der anderen Seite den Stoikern zu. Die Skeptiker aber brachten den 
Pyrrhon und die ἐποχή hervor und lachten zumal über jedermann. 
Denn sie alle standen völlig in mächtigem, persönlichem Kampfe wider 
einander, rüsteten sich und kämpften mehr oder weniger mit Worten wie 15 
mit Lanzen und Schilden und beschossen einer den andern. Wo es nicht 
recht war, entzweiten sie sich, wo es aber notwendig war, mit aller Kraft 
zu ringen, kamen sie tiberein, ich weiß nicht wie. Vor allem aber einigten 
sie sich in dem Irrtum des Polytheismus, obwohl sie vor jedermann und 
besser als alle Menschen wußten, das es nichts (mit ihm) sei; das heißt 20 
aber, die Epikureer mitsamt den Stoikern und Aristotelikern, mitsamt 
den Platonikern und Physikern, mitsamt den Skeptikern zumal, mitsamt 
ihren Weibern und Töchtern und mitsamt der Schar der Laien liefen 
in die Tempel, stellten sich, als ob sie die seelenlosen, nach Art der 
Menschen (gebildeten) Götzen mit Gelübden als Götter anbeteten, und 25 
taten, als ob sie sie mit Spenden, Fettgeruch, dem Blute und den Opfern un- 
vernünftiger Tiere ehrten. Nur in diesem Einen (Punkte) ließen sie ab 
von ihrer gegenseitigen Feindschaft. Hier bekannten alle sorgfältig 
ihren Irrtum. Wo ihnen aber die Wahrheit offenkundig war, taten sie 
das Gegenteil von ihr, während es recht gewesen wäre, dort, wo ihr 30 
Wissen aufrichtig war, auch ein aufrichtiges Gebahren (σχῆμα) zu zeigen, 
für jenes zu ringen und zu kämpfen, und wo es notwendig gewesen 
wäre, selbst für die Wahrheit willig zu sterben (und) (dies) gern 
auf sich zu nehmen wie Menschen die sich rühmen, Philosophen zu sein. 
Eben jene aber waren hierin liebevoll gegen einander, indem sie sich 35 
361 vereinigten zur Lüge; aber dort, wo es nicht geziemend war zu kämpfen 


2—4 — Platon Sophistes 246 A; Praep. XIV 49 18 vgl. Praep. XI 42 


9 ,Jünglinge^ € (— νεώτεροι ) Schultheß 88 „und“ < Zl e04420 


102} Eusebius. 


wegen des Verborgenen und Unbekannten dieser (Dinge), darüber 
stritten sie wie um die Wahrheit und kämpften willig um müfßige 
Dinge, indem sie einander beschossen und verwundeten mit unzähligen 
Worthieben. Was habe ich nötig, *festzustellen, daß die Weisen in ihren 
gegenseitigen Kampf, in ihre feindlichen Worte und in ihren ge- 
meinsamen Krieg verfielen, weil sie menschliche Weisheit benutzten und 
sterbliche Erwägungen (und) Gedanken, aber nicht Gott als Lehrer 
trafen ? 
L. Was also? Warum hatten diejenigen keinen Gott, die um diese 
10 (Dinge) kämpften, obwohl doch die Schar der Götter bei ihnen groß 
war? Mochte auch der von Delphi und der von Lebadia weissagen. 
mochte der von Kolophon Antwort erteilen und der von Milet orakeln, 
mochte ein anderer von anderer Gegend her rufen, dennoch konnte 
auch nicht einer von ihnen den Weisen Lehrer sein, die Wahrheit zu 
15 erreichen. Alle aber beteten diese an gleich ihren Vorfahren 
und alle Griechen bekannten sie als Götter; dennoch wurden sie 
nicht im geringsten gefördert in der Auffindung göttlicher Lehren, 
obwohl es kein Hindernis für sie gab, auf der Stelle in der Wahrheit 
zu wandeln, indem sie als Lehrer die Götter benutzten, die ihnen auf 
20 Erden nahe waren, indem sie nicht mit einander kämpften und zankten, 
sondern vom Geschrei schwiegen und die Götter über die (Dinge) des 
Streites befragten und die Wahrheit (von ihnen) wie von Arzten lernten 
und sich (von ihnen) helfen ließen. Zuerst war es für die An- 
hänger Epikurs zu lernen nötig, nicht ohne Götter sein, sich nicht der 
25 Lust unterwerfen, nicht töricht sein in so lächerlichen Dingen, daß 516 
kleinen, unteilbaren Körpern die Kraft beilegen, die Welt zu schaffen, 
sondern sich überzeugen lassen von den Göttern, indem sie dies über sich 
lernen. Die Anhänger des Aristoteles aber, die mit ihren eigenen Augen 
die Tempel, Heiligtümer und (Götter)bilder auf Erden sahen, keineswegs 
30 eines, sondern Myriaden in allen Städten und an allen Orten, mußten 
ihre (der Götter) Macht prüfen und (durften) infolge der Untersuchung 
fernerhin nicht (mehr) ihre Worte über die Vorsehung oberhalb des 
Himmels noch oberhalb des Mondes festhalten, sondern mußten sich 
überzeugen, daß es auch auf Erden Götter gebe, und daß sie sich um x62 
35 die Menschen kümmern, mit denen sie zusammen sind. Von eben den- 
selben (mußten sie) lernen, daß es ihnen nicht erlaubt sei, *fernerhin mit 
denen zu kämpfen, die ihnen entgegentraten, (darum), ob die Seele sterb- 


C1 


4 l ane „daß ich feststelle" statt δα „in ihrem gemeinsamen 
Kriege, den sie feststellten' Z2 81 ,Untersuchung"] ,Heimsuchung" € = ἐπι- 
σχοπή 861. Dach eM 


Die syrische Theophanie Buch II. 103* 


lich oder unsterblich sei, sondern daß sie den nächsten Gott fragten und 
ein wahres wie von den Göttern (herstammendes) Wort annahmen. So 
(mußten) auch die Stoiker, so auch die Platoniker, so auch die Skeptiker, die 
sogenannten *Pyrrhoniker, so ferner auch die früheren (so)genannten Natur- 
philosophen (lernen), nicht ablassen von der Sorge um die Wahrheit 5 
und nicht alles für wahr halten, was in den Sinn kommt, als ob man 
Würfel spiele, sondern über alles Unbekannte die Götter befragen, die 
bei ihnen wohnen. Allein auch nicht einer von den Weisen tat dies 
noch *bedachte er es. Warum waren sie denn gottlos und überdrüssig der 
Götter in frevelhaftem Sinn und taten dies? Aber so erscheinen alle Philoso- 10 
phen zumal *besonders gottlos und viel schlimmerals die tórichten Menschen, 
die nicht überdrüssig werden, die Götter zu befragen beim Nehmen eines 
Weibes, beim Gehen eines Weges, bei Blindheit und bei Leibeskrankheit. Sie 
(die Gótter) aber wurden willig angehórt und weissagten reichlich denen, 
die sie baten. Die Weisen fürwahr hatten nicht nótig, um ihrer Leiber 
willen, (wohl) aber um der Heilung ihrer Seelen willen die Gótter zu 
befragen, die bei ihnen (wohnten), die sie anbeteten und ehrten. Da 
dies aber auch nicht einer von den bewundernswerten Philosophen tat, 
bleibt (nur übrig), eines von beiden anzuerkennen: entweder, daß diese 
nicht weise sind oder daß jene keine Götter sind. Denn wenn sie jene, 20 
obwohl sie in Wahrheit Gótter (waren), verachteten, waren sie nicht 
weise, sondern Toren und Idioten. Wenn sie aber in Wahrheit die 
Liebe zur Weisheit gepflegt und Überfluß an Wissen mehr als die meisten 
gehabt hätten, so wäre dies klar, daß sie mit reinem Gewissen über die 
Torheit der Menge aller Wahrscheinlichkeit nach gespottet hätten. 25 
LI. Wenn die (so)genannten Götter aber in Wahrheit existierten, warum 
traf es sie, in dem Verkehr auf Erden wohnen zu müssen? Gewiß wohl, 
um der Gesamtheit aller Menschen zu helfen? Wenn aber dies der 
Fall war, warum unterließen sie dann nicht jene unnützen Geschichten 
>63 und verkündeten (lieber) jedermann, was zum Erwerb der Tugend hilft? 30 
Warum boten sie sich nicht selber an, den Menschen Gesetze zu geben, 
indem sie *recht machten die Sitten der Allgemeinheit und für jeder- 
mann Werke anordneten zu einem besseren Leben? Warum kümmerten 
sie sich nicht vielmehr um die Heilung der seelischen Leidenschaften 
statt um die der Leiber und befreiten diejenigen, die zu ihnen ihre Zu- 35 
flucht nahmen, (nicht) viel mehr von der Torheit und der ἰδιωτεία als 


—À 
C 


4 L Auamtıaa Lee 9 L Ou Schultheß 11 „und“ Z str. 27 „in 
dem Verkehr“ X oder „an dem Wohnort“? vermutlich ἐν διατριβῷ | „oder völlig“ 
X; vermutlich 7 που 82 „indem recht gemacht wurden“ 1. eel entsprechend 


oma), 


1043 Eusebius. 


von dem Mangel an Besitz? Und wenn sie die Menschen sahen, die 
die Weisheit liebten, die bei Tag und bei Nacht elend waren um des 
(Suchens und) Findens der Wahrheit willen, die unter Qualen und 
Martern nach einem Worte forschten über die Furcht eben dieser Götter, 
5 die dann hineingingen in die Orakelstätten, ihnen opferten gleich ihren 
Vorfahren und sie ehrten mit den Ehren, die sie (die Gótter) nach der 
Gewohnheit inne hatten, warum nahmen sie sie dann nicht auf mit 
liebevollen Worten, belobten sie wegen ihrer Mühe, lósten sie darauf 
los von ihrem gegenseitigen Kampf, gewührten ihnen infolge ihrer Mühe 
10 Unterstützung, wahrhaft weise zu sein in Gott und Philosophen zu 
werden, und lehrten sie die Weisheit der wahren, untrügerischen Phi- 
losophie? Weil sie aber dies nicht wirkten, so taten sie jedermann 
kund zu wissen, daß sie keine Götter seien noch daß die, die sich 
rühmten, Philosophen zu sein, dieses Namens wert seien. Denn wenn 
15 sie in Wahrheit weise gewesen wären, so hätten sie jene niemals für 
Gótter gehalten, da sie etwas Gótterwürdiges ihnen nicht gewührten 
noch das Göttliche diejenigen zu lehren vermochten, die sich um das 
Wissen dieser (Dinge) kümmerten. LII. Sie aber, die nicht so waren, 
sondern der Menge heuchelten und Gótter diejenigen nannten, von denen 
20 sie besser als jedermann (und) genau wußten, daß sie keine seien, 
welches Namens sind sie würdig? ch brauche nichts weiter zu sagen 
als daß sie, die ihre Haarlocken (lang) herabfallen ließen, zusammen mit 
Gastwirten, verworfenen Männern und Huren in die Tempel liefen. 
Was fragten denn jene Weisen von den Göttern? Das, was den Phi- 
25 losophen nützt? Niemand dürfte das von ihnen behaupten. So also 
wurden die Götter ihnen nicht zu hülfreichen Lehrern des Wissens, 
sondern sie waren, wie man sagt, brauchbare und hilfreiche Orakel- 
geber im Leben der meisten, um aufzufinden, wenn ein Sklave zufällig 
entflieht, oder wenn ein Gefäß verloren geht, oder um ein Land- 
30 gut zu kaufen oder um Handel zu treiben oder um ein Weib zu 
nehmen oder was dem sonst ähnlich ist, weswegen man die Götter 
mit etwas Hahnenblut oder durch die Schlachtung eines Widders oder 
Stieres und mit Kuchen und mit Aayartov oder mit etwas Mehl oder 
mit vergünglichen Krünzen bewundernd und staunend verehrte. Aber 
35 kein Gott war ihnen ein wahrhaftiger Lehrer für das, was mit der 
Tugend stimmt, noch *einer für das, was zur Heilung der Seele (dient). 
Deswegen scheinen mir die Weisen zwar stark am Kriege gegen einander 


96 vgl. Dem. V Prooem. 17 


22 ,Haarlocken" € (— zoyo»?) 36 streiche € „und“ vor 329 e 


264 


Die syrische Theophanie Buch II. 105* 


gearbeitet und ihren Unterschied von einander sehr gefestigt zu haben, 
aber hinter dem wahren göttlichen Wissen zurückgeblieben zu sein. 
So war es zwar möglich, in ihren Worten von Göttern, Göttersöhnen, 
Halbgöttern (ἡμίϑεοι) und guten Dämonen zu hören, in ihren Taten aber 
war alles das Gegenteil. Das Entgegengesetzte also war stolz auf das 5 
Entgegengesetzte wie jemand, der die Sonne und die Lichter am Himmel 
Jemandem zeigen will, seine Augen nicht nach oben erheben, sondern 
seine Hände nach unten auf die Erde fallen lassen, sich auf den Erd- 
boden niederwerfen und in Schmutz und Kot die himmlischen Mächte 
suchen möchte. Demgemäß also war auch das ganze Geschlecht der 
Menschen zumal mit den Philosophen und Königen durch Verstandes- 
wahnsinn und durch Verführung der bösen Dämonen überzeugt, daß die 
geistige und göttliche οὐσία, die jenseits des Himmels und jenseits der 
Welt (ist), unten irgendwo in der Entstehung der Körper und in den 
Leidenschaften und Todesfällen der Sterblichen sei. Da so großer Ver- 15 
standeswahnsinn das ganze Geschlecht der Menschen schädigte, wie haben 
wir da nicht mit Recht gesagt, daß Gott als Erlöser und die göttliche 
Offenbarung und ein gemeinsamer Helfer aller unserem Leben erforder- 
lich war? 

LIII. So weit aber waren ferner viele zum Wahnsinn geführt, daß 20 
sie auch ihr Liebstes opferten denen, die Götter (zu sein) schienen und 
kein *Mitleid hatten mit der Natur, sondern sogar ihre einzigen und 
geliebten Kinder im Wahnsinn und in der Raserei des Verstandes tö- 
teten. Denn welcher Wahnsinn könnte größer sein als der, Menschen 

265 zu opfern und alle ihre Städte und alle ihre Häuser mit dem eigenen 25 
Blut zu besudeln? Oder bezeugen nicht eben dies die Hellenen, und 
ist nicht ihre ganze Geschichte voll von der Erinnerung daran? LIV. 
Denn dem Kronos opferten die Phöniker jedes Jahr ihre geliebten und 
einzigen Kinder. Eben demselben wurde ferner auch auf Rhodos am 
sechsten im Monat Kanón ein Mensch geschlachtet. Diese Sitte war sehr 30 
mächtig, wurde dann aber geändert. Denn Einen von denen, die von 
Staats wegen zum Tode verurteilt waren, bewahrten sie bis zum *Fest 


eA 


0 


8—15 — Laus 237 1 —2389 90- 80 — Laus 23810—19 — 80—8. 107, 20 
— Porphyrius, De abstinentia II 54—56. 37; Praep. IV 16; vgl. Laus 238 19—239 6. 


7 δεῖξαί τῳ βουληϑεὶς] „demjenigen“ — τῷ Z 15 ἐν σωμάτων γενέσει xal 
ϑνητῶν πάϑεσί τε xal 9avátoi;] „und in den Leidenschaften der Sterblichen und 
Unsterblichen* X 22 φειδὼ) «903 mit HS 29 ἐν Ῥόδῳ μηνὶ Mera- 
γειτνιῶνι Excg ἱσταμένου 81 dnuoola] „offenbar“ X 82 μέχρι τῶν Κρονίων) 
L eec. 


106* Eusebius. 


des Kronos auf. Als aber das Fest begann, führten sie den Mann aus 
den Toren heraus (bis) gegenüber dem Bilde der Aristobule, trünkten 
ihn mit Wein und tóteten ihn. LV. In dem jetzt (so) genannten Sa- 
lamis, dem früheren Koroneia, wurde in dem Monat, der bei den Ky- 
5 priern Áphrodisios heifit, der Agraulos, der Tochter des Kekrops und 
der agraulischen Nymphe, ein Mensch geschlachtet. Diese Sitte dauerte 
bis auf die Zeit des Diomedes. Dann aber wurde sie abgeündert, so- 
daß dem Diomedes der Mensch geopfert wurde. Innerhalb Eines Zaunes 
aber befand sich der Tempel der Athena, der Agraulos und des Dio- 
10 medes. Der zu Opfernde aber umkreiste, sobald ihn die Epheben führten, 
dreimal den Altar, dann schlug ihn der Priester mit der Lanze auf den 
στόμαχος und verbrannte ihn darauf ganz auf dem zusammengebrachten 
Scheiterhaufen. Dieses Gesetz aber schaffte Diphilos, der König von 
Kypern ab, der um die Zeit des Theologen Seleukos lebte, und änderte die 
15 Sitte in ein Stieropfer um. LVIL Es schaffte aber auch zu Heliopolis 
in Ägypten Amosis das Gesetz, daß Menschen geopfert wurden, ab, wie 
Manethos bezeugt in den (Büchern) über den Anfang und über die 
Gerechtigkeit. LVII. Sie wurden aber [auch] der Hera geopfert und 
ausgewählt, wie reine Kälber geprüft und geschlachtet werden. Es 
wurden aber drei am Tage geopfert. Dafür befahl Amosis, daß gleiche 
ihnen (an Zahl) entsprechende (Bilder) aus Wachs auferlegt würden. LVIII. 
Man opferte aber auch in Chios dem *Omadios Dionysos einen Menschen, 
indem man ihn zerriss, und in Tenedos, wie Euelpis, der Karystier, sagt. 
LIX. Auch die Lakedämonier opferten, wie Apollodoros sagt, dem Ares 
25 einen Menschen. Die Phóniker aber opferten bei großen Unglücks- 
fällen, wie Kriegen oder Seuchen oder Hungersnóten einen der liebsten, 
der ausgewählt wurde, dem Kronos. Voll aber ist die Geschichte der 
Phóniker von denen, die geopfert wurden, welche *von *Sanchuniathon 
in phönikischer Sprache geschrieben wurde, die aber Philon Byblios in 


2 


ce 


5 τῇ ἀγραύλῳ τῷ Κέχροπος xal νύμφης AyoavAióog] „der Argaulos, der 
Tochter des Kekrops und der Schwiegertochter des Argaulis" Y 9 „Argaulos“ € 
10 ὑπὸ τῶν ἐφήβων ἀγόμενος) „seine Altersgenossen" X 18 Δίφιλος... .. χατὰ 
τοὺς Σελεύχου χρόνους τοῦ 9t0Aóyov γενόμενος) „Diphlios . . . . schaffte es ab in 
der Zeit des Seleukos, der ein über Gott Redender ward“ Y, aber l. (ΦΌΩΣ am 
vor ASS 16 'Auoocic],,Amosios* 2 17 ἐν τῷ Περὶ ἀρχαϊσμοῦ καὶ εὐσεβείας P 
18 „auch“ <P 19 ,geschlachtet" X συσφραγιζόμενοι P 20 Ἤμωσις) „Amosios“ Z 
32 τῷ Ὠμαδίῳ Διονίσῳ)] l. SAN 28 Εὔελπις] „Euhelpis‘ Σ 96 „Hungers- 
nöten“ X αὐχμῶν P 28 „die geopfert wurden“ Σ τῶν ϑυσάντων P ἣν Zay- 
χουνιάϑων .... συνέγραψε P] „welche Sachu iatu . . . geschrieben wurde" 21. 
«οδισδάλοο 903 sm 29 Βύβλιος) „Byblos“ X 


ΣΡ 


A 


Die syrische Theophanie Buch II. 107* 


die griechische Sprache in acht Büchern übersetzte. LX. Istros aber 
sagt in der Sammlung der kretischen Opfer, daß die Kureten früher (dem 
Kronos) Kinder opferten. Die Menschenopfer aber, die (fast) an jedem 
Ort waren, wurden abgeschafft, sagt Pallas, der am vorzüglichsten über 
die Mysterien des Mithras gesammelt hat, in den Tagen des Kónigs 
Hadrian. LXI. Geopfert wurde aber zu Laodikea in Syrien der Athena 
jedes Jahr eine Jungfrau, heute aber eine Hirschkuh. LXII. Auch die 
Karehedonier in Libyen brachten das Opfer dar, das Iphikrates auf- 
hören ließ. Die Dumatener aber in Arabien opferten jedes Jahr ein 
Kind, das sie unter dem Altar begruben, den sie als Gótzenbild be- 
nutzten. LXIIL Phylarchos aber schreibt, daß früher alle Griechen 
insgesamt Menschen opferten, bevor sie in den Krieg hinauszogen. 
LXIV. Und ich übergehe die Thraker und Skythen, und daß auch die 
Athener die Tochter des Erechtheus und der Praxithea töteten. Aber 
wem wäre verborgen, daß bis jetzt in der Hauptstadt am Feste des 
latiarischen Zeus ein Mensch geopfert wird? Bis jetzt aber opfern keines- 
wegs nur in Arkadien alle insgesamt Menschen am Feste des *Lykäers 
(Zeus), auch nicht (nur) in Karchedon dem Kronos, sondern sie spritzen 
um der gesetzlichen Erinnerung willen in jedem Jahr eigenes (Stammes)- 


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μ--«ὦ 


0 


blut fortwährend an die Altáre". Daß dies so sei, bezeugen auch die 20 


erlesensten Philosophen. Diodoros aber, der die Bibliotheken ver- 
kleinerte, sagt, daß die Libyer dem Kronos zweihundert der vornehmsten 
Kinder von Staatswegen opferten, daß sie aber dreihundert andere, nicht 
*geringer(en Standes) als diese, dem Opfer (der Vorfahren) hinzufügten. 


Der Historiker der römischen Geschichte, mit Namen Dionysius, aber 25 


sagt, daß Zeus und Apollon einmal Menschenopfer forderten in Italien 
von den (so)genannten Aboriginern, daß aber die Gebetenen den Tribut 


20—S. 108, 6 — Laus 239 7—17 21 vgl. Diodor. XX 14; Praep. IV 106 19 
25 vgl. Dion. Hal. I 48 ἢ; Praep. IV 16 15 

1 Ἴστρος δὲ ἐν τῇ Xvvayoyg τῶν Κρητικῶν ϑυσιῶν φησι P] „Istros aber sagt, 
daß die Kureten früher in der Versammlung der auserwählten (= χριτῶν) Opfer 
ein Kind schlachteten* Z 2 τῷ Κρόνῳ P « X 8 χαταλυϑῆναι δὲ τὰς ἀνϑρωπο- 
ϑυσίας σχεδὸν τὰς παρὰ πᾶσί φησι Πάλλας Ῥ 8 Ἰφιχράτης P „Iphikrites“ X 
10 ὃν ὑπὸ βωμὸν ἔϑαπτον, ᾧ χρῶνται ὡς ξοάνῳ P „das sie... begruben und 
als Götzenbild benutzten“ Σ 11 Φύλαρχος P Phyllarchos Z. 17 τοῖς “υχαίοις 
P Avyx- (Endung fraglich) Zl. sanall z τοῖς “υχαίοις aber mißverstanden 


21 Διόδωρος P ,Didoros" X 28 δημοσίᾳ „offenbar“ Z 24 1. irn τ. Das 
Übrige ist in Ordnung. οὐχ ἐλάττους δὲ ἐπιδοῦναι τῇ ϑυσίᾳ τριαχοσίους ἑτέρους P 


ιυδῇ Eusebius. 


ià allerlei Früchten und Vieh den Göttern opferten. Weil sie aber 
uicht (auch) Menschen opferten, seien sie in mannigfaches Unglück ge- 
ratem und hätten nicht früher Ruhe gehabt vor dem Unheil, als bis sie 
sich dezimierten. Indem so also der zehnte Teil der Menschen vertilgt 

> und dem Zeus und Apollon geopfert wurde, wurden sie (selbst) die 
Ursache der Verwüstung des Landes. So große Verderbnis der Seelen 
vernichtete das Leben der Menschen, daß sie eine andere Hoffnung auf 
Erlósung (sich) nicht verschreiben konnten als die von Gott, dem Er- 
löser, der allein — und kein anderer — dem sterblichen Geschlecht nötig 

10 war. LXV. In solchen (Zuständen) der Seele waren alle Menschen an 
jedem Ort. 

Nicht genügte ihnen aber ausser diesen (Dingen) das Bösetun, 
sondern sie wurden auch von außen her an jedem Ort und in jeder 
Stadt durch Myriaden andere, unheilbare Unfälle gequält. Denn alle 

15 Völker zumal in der ganzen Welt, Barbaren und Griechen wurden wie 
von der Wirksamkeit dämonischer Raserei *in Wut versetzt (und) durch 
schwere und böse Krankheit beunrubigt, sodaß das Geschlecht der 
Menschen ohne Verkehr und ohne Versöhnung war mit sich selber, in- 
dem der große Körper der gemeinsamen Natur hierhin und dorthin 

20 gerissen wurde, indem die Menschen in jedem Winkel der Erde *ab- 
fielen und mit Sitten und Gesetzen einander bekämpften, und nicht 
nur dies, sondern (indem) sie auch wild wurden durch häufige Auf- 
stände wider einander, sodaß sie immer und während ihres ganzen 
Lebens mit Kämpfen und Kriegen wider einander beschäftigt waren, 

25 sodaß es nicht möglich war, irgendwohin in Geschäften zu reisen, außer 
wenn man nach Art des *Kriegers gerüstet war, und (sodaß) in den 
Dörfern und auf den Äckern die Feldarbeiter mit Schwertern versehen 
waren und mehr waffenmäßige *Ausrüstung als Feldarbeitsgeräte be- 


12—8. 109, 2 — Laus 239 19 —240 3 


1 χαρπῶν .... χα βοσχημάτων P „Früchten und Blumen“ Z (— βλαστημά- 
των ἢ) 4 ἀφαιρονμένους L „ausgewählt“ Σ᾽ (— ἐξαιρουμένους, wohl nicht 
gelesen, sondern mißverstanden) 10 ἐν τοιούτοις τῆς ψυχῆς müßte etwa I ge- 
lesen haben. Da dies ungriechisch ist, so ist wohl ΟΣ ΘΔ falsch. Vgl. L 239 17: 
τοσούτοις xaxols τὸ πᾶν τῶν ἀνθρώπων γένος πάλαι πρότερον χατετρύχετο 
12 ἐπὶ τούτοις L „nach diesen" Σ 16 οἰσερούμενα) 1. alssa20 20 ἀπο- 
στατούντων) 1. e» i» 22 πιχναῖς ταῖς xav ἀλλήλων ἐπαναστάσεσι:» L 
25 „in Geschäften zu reisen" Z2 — πορείαν στέλλεσθαι) στέλλεσϑαι 1, 26 „nach 
Art des Krieges" Σ' —- πολέμου τρόπον] πολεμίου τρόπον L 28 napaoxevdg] 1. 


daham 


Die syrische Theophanie Buch II. 109* 


saßen und die Plünderung und der Menschenraub aus (dem Gebiet der) 
Nachbarn für etwas Tugendhaftes galt. Dies unser Wort bezeugt die 
ganze Geschichte der Griechen und Barbaren. [Denn] (auch) die 
Schriften, die es unter den Juden giebt, lehren, daß es vor den Zeiten 
des Augustus und Tiberius, in deren Tagen unser Erlöser in der Welt 5 
erschien, früher durchaus in jeder Stadt und in jedem Dorf Könige 
und Fürsten der Länder gab. LXVI. Sogleich also, als die Juden 
nach dem Auszug aus Ägypten durch Mose, in das Land Palästina 
kamen, verfolgten sie dreißig Könige an der Zahl aus ihren Städten. 
Es blieben aber, ohne ausgerottet zu werden, indem sie ihre Einwohner, 
ihren Wohnort und ihre Könige (auch fernerhin) [in Gebrauch] hatten, 
diejenigen, diein Gaza und Askalon wohnten. Joppe und Asdod ferner wur- 
den besonders für sich beherrscht. Skythopolis und die Städte um es 
herum wurden so regiert, daß es sich daher ereignete, daß sie die ganze 
Zeit ihres Daseins in Kämpfen und Kriegen mit ihren Nachbarn ver- 15 
brachten. Als aber auch in Jerusalem der wunderbare Tempel gebaut 
wurde, den Salomo baute, was habe ich nötig zu sagen, wieviel Kriege 
hinterher auch vom Volk der Juden aus Rache geführt wurden wegen 
Vernachlässigung der Verehrung ihres Gottes, sodaß deswegen auch sie 
sich von einander trennten und wider einander erhoben, sodaß sie ver- 20 
schiedene und *feindliche Könige [in Gebrauch] hatten, von denen die 
einen das früher (so)genannte Samarien, jetzige Sebaste als Kónigsstadt 
inne hatten, die anderen aber ın Jerusalem wohnten und immerfort mit 
ihren Stammesgenossen kämpften und sie mit ihnen. LXVII. Ihnen gleich 
aber litten auch die, welche im Lande Arabien wohnten. Denn zahl- 25 
reich waren auch bei jenen die Ortsfürsten. Ebenso waren auch die Syrer 
ihren eigenen Königen untertan. Die Phöniker ferner schützten ebenso 
ihre Ortschaften, damit niemand mit ihnen verkehre oder durch sie hin- 

Σ 69 durchziehe, indem sie fortwährend das Land ihrer Grenznachbaren ver- 
wüsteten und indem sie fortwährend Städtebelagerung und gegenseitige 30 
Gefangennahme ausübten. Und nicht nur dies, sondern auch ganz Li- 
byen und Ägypten war allen Fürsten und Königen untertan wie Göttern. 
Götter aber hatten sie Myriaden in den verschiedenen Dörfern und 
Städten und Könige ebenso, die auch widersprechende Gesetze anordneten 


μὰ 


0 


9 vgl. Jos 124 12 vgl. Richt 118 LXX 17 vgl. I Kön 6 


9 τὸ τε ληΐζεσϑαι xal ἀνδραποδίζεσθαι τοὺς x γειτόνων ἐπ᾽ ἀρετῆς τίϑεσϑαι 
μέρει) „am Orte der Tugend gesetzt wurde‘ Σ 3 „Denn“ ist sinnlos € 
9 „dreißig“ ungenau 10 unlogisch 11 χράομαι = „haben“ vgl. L 2135 
21 „Könige und Feinde“ Z 1. ea». 3 


1108 Eusebius. 


und Erfinder von allerlei Göttern waren, sodaß daher (nach ihnen) bis 
jetzt Ortschaften unter den Ägyptern heißen und ihre Gesetze in den 
Ortschaften gelten. Da sie zugleich Götter und auch Gesetze ersannen 
denjenigen, die unter ihrer Herrschaft (standen), so machten sie ihre 
5 Nachbarn zu Feinden und Hassern, sodaß daher auch sie die ganze Zeit 
ihres Lebens mit Kriegen verbrachten und wider einander in Aufruhr 
gerieten, dementsprechend, daß sie *viele Fürsten *und böse Dämonen 
lin Gebrauch| hatten. Von dort aber begann auch die Verirrung des 
Polytheismus (und) weidete wie eine bóse und verderbliche Seelenkrank- 
10 heit *die übrigen Orte der Völker. Die Ägypter waren mehr als alle 
Menschen in der Verehrung der Götter (bewandert) und hätten sie weiser 
ehren kónnen als jedermann. Aber frage nicht, was die Früchte des 
Wachstums ihrer Verehrung waren! Denn keineswegs gab es früher 
die jetzt den Augen sichtbaren Gründe ihres Friedens und ihrer 
15 Eintracht unter einander, sondern alles (war) gerade entgegengesetzt. 
Deswegen wurden sie durch Kriege und Kümpfe wider einander die 
ganze Zeit ihres Lebens gequält und füllten ihre Länder mit eigenem 
(Stammes)blut und Mord, indem die Götter als Frucht ihrer Verehrung 
ihnen *diese und derartige *Werke fórderten. LVIII. Wenn aber diese 
20 (Dinge) nicht jedermann bekannt sein sollten, wem von meinen Freunden 
sollte das verborgen sein, was man von den Griechen liest? Der Krieg 
der Peloponnesier und Athener, den Thukydides beschrieb, wo Griechen 
mit Griechen kämpften, wie sie die *Potidäer einschlossen, wie sie die 
Thebaner und Platäer ergriffen, wie die Thraker und Makedonier bis- 
25 weilen die Athener unterstützten, bisweilen aber eben diesen feindlich 
waren, wie die Athener die Korinther einschlossen, wie sie das Land Σ΄ ΤῸ 
der *Epidaurier und Trözenier verwüsteten, wie sie (das Land) der Lake- 
dämonier verwüsteten und selbst wiederum Entsprechendes von den 
Lakedämoniern erlitten, indem diese nach Attika kamen und das Land 
30 der Athener verwüsteten, zu anderer Zeit aber die Olynthier mit den 
Athenern kämpften, und die einen ferner mit den anderen und die 
(wieder) mit ihren Nachbarn, und (wie) alle Arten des Krieges bei ihnen 
*zugerüstet wurden, der Kampf auf Schiffen und der Kampf auf dem 
Trockenen und der Kampf auf Pferden! Und das alles, obwohl, wie 


71. ra | „viele Fürsten böser Dämonen“ Σ 1. «30 
9. 10 „wie eine böse... . Krankheit und weidete die übrigen Orte der Völker“ 
>, aber das Q steht besser vor ver 191. elo statt pen |] ec13 050 


mit HS 981. em ues Lee 27 „Epidaurier“ 1. $3034 e 881. 
20. 


Die syrische Theophanie Buch II. 111* 


man sagen darf, Myriaden Götter in jener Zeit das Land der Griechen 
füllten, und nicht nur dies, sondern auch mit den Menschen lebten, (von 
ihnen) geehrt und bedient wurden, nicht wie (es) jetzt (der Fall ist), 
sondern, wie man sagt, wie ihre Vorfahren jene alten (Götter) anbeteten 
*und (sie) ihnen überlieferten, damit sie ihre Freunde seien und mit den 
Göttern redeten, die mit ihnen zusammen waren und lebten auf Erden 
und sie häufig durch Orakel und Offenbarungen unterstützten. Aber 
die Früchte dieser Götterverehrung waren diese: Krieg, Kampf, Ver- 
wüstung und Gefangenschaft. 

LXIX. Wenn du aber das prüfen willst, was älter ist als dies, so 
richte deinen Geist auf den, der in Delphi den Griechen vorsitzt, auf 
den Pythier, meine ich, der bei allen Griechen gepriesen wird. Eben 
er rief dem Lydier (Krösus) zu und war stark, indem er sagte: „Ich 
kenne die Zahl des Sandes und das Maß des Meeres, die Stummen ver- 
stehe ich und die Stammelnden höre ich.“ Der aber sandte ihm als 
Lohn für diesen Hymnus goldene Ziegel (im Werte) von zwei Talenten 
und ebenso goldene Phiolen und Schüsseln. Aber dem Krösus war er 
mit seinen Worten so sehr stark. Aber seinen (eigenen) Hausgenossen 
(den Griechen) half der Gott nicht einmal so sehr, daß sie ruhig und 


besonnen lebten, sondern über die Athener *herrschte der Tyrann Pisi- : 


stratus, während der Pythier auf die Griechen sah und die übrigen Götter 
über sie mächtig waren. Sie waren sogar Genossen im Kriege, als die 
Argiver mit den Korinthern kämpften und die Lakedämonier mit den 
Trözeniern und die Lokrer wiederum mit anderen Griechen kämpften 
und die Kerkyreer mit anderen, als Messene viermal von den Lakedä- 
moniern eingenommen wurde, als die Arkadier bedrängt und die Mauern 
der Orchomenier zerstört wurden, als die Athener die Ägineten besiegten 
und ferner die Megarer die Korinther, die Lakedämonier die Athener, 
die Athener die Böoten, die Lokrer die Phokeer und alle diese Griechen 
die Griechen. Die Götter aber, die ihnen zur Seite saßen, während 
alles dies geschah, Zeus, der Pythier, der Klarier, der Dodonäer, der 


18 Herodot I 47; Praep. V 342 

5 „und überlieferten“ €. Aber das € steht besser vor „ ec als vor 
„nulz>e. Vielleicht schrieb Euseb.: „daß ihre Vorfahren anbeteten und jenes 
Alte (d. h. die alten Kultbräuche) ihnen überlieferten“ 11 wörtlich „vor den 
Griechen sitzt“ 18. 18 „war krank“ Z ist sinnlos. Man erwartet das Gegen- 
teil, da im Folgenden von der Schwäche, im Gegensatz zum Vorhergehenden, die 
Rede ist. Vielleicht Verwechslung von ἐρρώσϑη und ἠρώστε 20 12320] „war 
bitter“ („grausam“) 1. X19 — τυραννεΐίω 96 Qx-2asde --- πολιορχέομαι 
— „bedrängt werden“ 


10 


30 


1195 Eusebius. 


*Branchide waren voll von den Opfern, die von den Dämonen (aus- 
gingen): den Opfern wilder Stierhekatomben, den Opfern an geliebten 
(Kindern der) Menschen und, vielleicht weil sie Dämonen waren, auch 
von Fettgeruch, freuten sich sehr daran und nahmen sie (gnädig) an. 
δ Die die Götter liebenden und (für sie) sorgenden Griechen aber wurden, 
als sie von dem bösen Wahnsinn *der Kriegsliebe *in Wut versetzt 
und wider einander rasend waren, von den die Griechen liebenden 
und schützenden, vielmehr aber, wenn man aufrichtig sprechen 
soll, von den kriegsliebenden, die Menschen hassenden und mit Gott 
10 kämpfenden (Dämonen) nicht gehindert, obwohl diese bei ihnen waren. 
Denn diese waren die Ursache für alles dies, weil sie Menschenmord 
liebten und auf der Stelle, so oft ibnen (dies) durch Kriege unmög- 
lich war, sich durch Menschenopfer in jeder Stadt voll füllten und 
an vergossenem Menschenblute freuten. LXX. Eines also von zweien 
15 (gilt): Entweder waren sie nichts und eine böse Verirrung hatte damals 
die Menschen erfaßt, daß 516 seelenlose Bilder wie Götter ehrten und 
eitel und unnütz ihre eigenen geliebten (Kinder) im Wahnsinn opferten. 
Oder wenn eine Kraft in ihnen war, so ist es natürlilich, daß sie völlig 
entweder Gutes oder Böses wirkend war. Wenn sie also gute Götter 
90 wären ihrer Natur nach, auf Erden wären und mitten in den Städten 
herrschten, so würden sie dies(e ihre gute Natur) nicht genügend aus- 
wirken, außer wenn (sie) zur Hilfe und Erlösung derer (beitrügen), bei 
denen sie wohnten. Wenn sie aber böse Dämonen wären, so würden 
sie in allem das Gegenteil des Guten tun. Welcher Beweis ist zwin- 
25 gender hierfür als die Früchte ihrer eigenen Verwaltung? „Denn an 
seinen Früchten wird der Baum erkannt.“ 

LXXI. Es ist also Zeit zu prüfen, welches die Früchte der Kriege 
und Kämpfe sind — nicht der Feinde und nicht der Barbaren, die sich 
wider die Griechen erhoben — sondern der Griechen selbst, welche 

30 die Götter ihrer Vorfahren bekannten und wider einander rasend waren, 
und (was das für) Götter (sind), die innerhalb der Tore (ihnen) nahe 
waren und jeden Tag von den Städtern geehrt wurden? Welche dieser 
Verehrung entsprechenden (Dinge) gaben sie denen, die sie verehrten? 
Etwa vor allem Frieden, in ruhigem Leben und Genuß zu leben, und 


24 — Matth 12 88 


1 l £03*433223 am — ὁ ἐν Βραγχίδαις 4 vgl. o. S. 8314 — L 23616 | 
„und“ Z e xal 5 Vielleicht ist zu übersetzen: „Die Griechen aber wurden... 
von den liebenden und sorgenden, den die Griechen liebenden und schützenden 
Göttern gehindert“. Die Worstellung im Xistunsinnig 6,und* X1 δια Σ  |1 


qUu4Y—0 Bernstein 29 „schrieben“ € — ἐπιγράφομαι 88 „ode“ X — ἢ 


272 


Die syrische Theophanie Buch II. 113* 


dann feste Gesetze, die ein Schutz für das Gute *sind? Wenn nun derart 
das wäre, was vorher gesagt worden ist, so wäre es nicht nötig, daran 
zu zweifeln, daß die οὐσία der Verwalter gut ist. Wenn aber der 
Gipfel des Bösen das ganze Land der Griechen beherrschte und wenn 
die Götter, die zahlreichere Bewohner waren als die Menschen und nicht 5 
nur in jeder Stadt, sondern auch in den Häusern geehrt wurden, trotz- 
dem sie geehrt wurden, denen, die sie ehrten, nichts weiter gaben als 
Mord, Krieg, Verwüstung der Dörfer, Vernichtung der Städte, Gefangen- 
schaft und Exil, indem Griechen wider Griechen durch sie *entflammt 
waren, was ermangelt es noch (weiteres) zu wissen und zu sagen? Viel- 10 
mehr das eine von beidem, was vermutet wurde, (gilt). Denn entweder 
konnten die Götter nichts, weil sie nichts waren — so waren sie auch 
fern (und unschuldig) an der Ursache des Bösen — oder sie besaßen 
etwas Macht und waren selbst die Ursache des Bösen, indem sie ent- 
weder zuließen, daß es so geschehe, oder indem sie selbst es bewirkten. 15 
Wenn sie also derart Täter des Bösen waren, ist es natürlich, daß sie 
die Fürsten des Bösen genannt werden. Wenn sie aber das Böse, als 
es von andern getan wurde, übersahen, so waren sie wiederum Verräter 
ihrer Freunde und keineswegs hilfreich, sondern hinterlistig und deshalb 
böse. LXXII Denn wenn sie keine Götter, auch ihrer Natur nach nichts 20 
Besseres als wir selbst, sondern Menschen waren, nur daß sie mit Keusch- 
heit versehen waren wegen ihrer Tugend und Weisheit, warum traten sie 
(dann) nicht ins Mittel und befreiten ihre Freunde vom Kampf, indem 
sie sie entweder durchs Wort überzeugten oder mit Gewalt trennten und 
weit von einander entfernten und ihnen das rieten, was recht ist, indem 25 
>73 sie die Taten guter Menschen wirkten und sie von der Feindschaft 
befreiten und sie zum Frieden zusammenführten, da sie ja ihre Freunde 
sind? LXXIIL Was also? Auch gute Menschen würden dies tun, wenn 
es ihnen begegnete. Die Götter aber vernachlässigten ihre Freunde, obwohl 
sie ihnen nahe und bei ihnen waren, inmitten der Griechen wandelten 30 
und von allen geehrt wurden, indem sie sie dem Blut (vergießen), dem 
Schwert und dem Mord der eigenen (Brüder) übergaben. Wie aber? 
Weil sie nicht helfen konnten oder nicht wollten, obwohl sie konnten? 
Denn wenn sie nicht wollten, obwohl sie konnten, hatten sie keines- 
wegs hilfreiche Eigenschaften für die, die sie ehrten, sondern feindliche und 35 


17 vgl. Eph 612 


1 „und einen Schutz für das bestehende Gute“ Σ l. „ oenóuc 8 wört- 


lich: „an der οὐσία guter Verwalter“ 91. ΟΣ ΞΟ Bernstein 21 „anders“ 


Σ -- ἄλλως 98 „und“ XE — χαί 85 „Taten“ Σ᾽ --- ποιότης wie o. S. 539 
Eusebius III*. ] 8 


114} Eusebius. 


*hinterlistige. Denn diejenigen, die das Böse entfernen konnten, es aber 
nicht taten, waren nichts Besseres als Feinde. Wenn sie aber nicht 
konnten, obwohl sie wollten, verdienen sie Verzeihung wegen ihrer 
Schwäche. Wenn sie aber demnach so waren, ist die Aussage, daß sie 
5 Götter seien, überflüssig und wurde der Name „hilfreich“ ihnen nicht 
mit Recht zugeschrieben, weil sie nicht einmal den Menschen zur Er- 
lösung halfen wegen der Schwäche der Natur. LXXIV. Wenn man 
aber das Fatum über uns setzt (der Art), daß es alles und selbst die 
Götter beherrscht, und (anführt), daß eben dies die Ursache des Krieges 
10 und alles dessen sei, was unter den Menschen geschieht, so wird eben 
unser Leben ganz und gar zerstört, sobald das vernichtet ist, was in 
uns ist, und ist (folglich) eine falsche und *trügerische Lehre statt dessen 
über uns gekommen. So wird auch ihre Meinung von den Göttern selbst 
vernichtet, die nichts können außer dem, was (durchs Schicksal) bestimmt 
15 ist, was, wie auch immer, notwendig eintreten muß, selbst wenn die Götter 
nicht wollen. So wird ferner auch die Fürsorge der Gottesfürchtigen 
eitel und unnütz, da sie solche ehren, die nichts tun können. LXXV. 
Aber hierdurch sind begriffen worden jene wunderbaren (Wesen), in 
denen keine Kraft war, dem Bösen der Menschen zu helfen, und die 
20 offenbar (als solche) erschienen, welche sich freuen an schändlichen und 
verwerflichen Göttergeschichten und an den bösen und gesetzlosen 
Opfern der Menschen. Daher also müssen wir glauben, daß jene Götter, 
die solches mit den damaligen Menschen taten wegen ihrer das Böse 
und den Krieg liebenden Natur, aus ihren eigenen Werken wider- 
25 legt seien. 

LXXVI. Aber auf der Stelle jetzt zu unserer Zeit, wo alle Fürsorge 
für jene genannten (Götter) vergessen ist und jene (Äußerungen) der 
alten Krankheit verringert sind, leben alle Städte und Ortschaften in 
den Provinzen und in den Ländern in tiefem Frieden. Ganz Asien, 

30 Europa, Libyen und Ägypten, die früher nichts anderes waren als ein 
im Wetter (befindliches) Schiff, das heftige Winde und Stürme von 
allen Seiten zugleich ergriffen haben und hierbin und dorthin im Orkan 
eintauchen, werden jetzt in lustvoller Heiterkeit, glänzender Ruhe und 
friedlicher Freude *vom Steuer *gelenkt und bekennen den Einen Steuer- 

35 mann des Alls. Und alles dies jetzt, obwohl der *Delphier verwüstet, 
obwohl der Pythier ausgelöscht und obwohl die Erinnerung an (alle) die 
übrigen Götter aus dem Gehör der Menschen verwischt ist und (obwohl) 
kein Zwang des Schicksals, welcher auch immer es sei, und keine kriegs- 


1 1 eA\aaisa Schultbeß Ada, -- τὸ ἐπιφημίζειν 191. AN JO Lee 
84 1. (eode enm | „schreiben“ — ἐπιγράφομαι 851. s0n9 M3 Lee 


Die syrische Theophanie Buch II. 115* 


liebenden Dämonen die Städte verwirren! Denn seit in der ganzen 
Menschenwelt, in allen Städten, in allen Dörfern und in allen Ortschaften 
die Lehre unseres Erlösers stark geworden ist und seit nicht mehr das 
Geschlecht der Dämonen, sondern nur Gott, der König des Alls und der 
Schöpfer der ganzen Welt, der Logos Gottes, bei allen Menschen, Bar- 5 
baren und Griechen, anerkannt und gepriesen wird, ist jedes Wort vom 
Schicksal aufgelöst, und jeder Krieg bewirkende Zwang (ist) in (weiter) 
Ferne. Vielmehr wird der göttliche, Frieden bewirkende Logos auf der 
ganzen Erde besungen, und das Menschengeschlecht hängt Gott, dem 
Vater, an, *der Frieden und Liebe allen Menschen fördert. Jetzt, wo 
die (Kulte) der Götter nicht mehr geübt werden noch die (Folgen) des 
gegenseitigen Krieges bestehen, wo auf der ganzen Erde die Tempel, 
die einst in die Höhe errichtet wurden, in den äußersten Grad der Ver- 
wüstung geraten sind und (wo) alle jene Götter, die einst an jedem 
Orte riefen, aus Scham oder aus Furcht schweigen, *sind alle Städte, 
Provinzen und Länder zugleich durch die rechte (Hand) der Liebe zum 
Frieden gebracht worden und genießen unter Einer Herrschaft von Grund 

275 aus Ordnung zumal und Eintracht. Früher aber, als sie die Götter viel 
mehr sogar als ihre geliebten (Kinder) ehrten, in welcher Lebensver- 
fassung sich da die Völker Griechenlands und der Barbaren befanden, 20 
brauchen wir nicht weiter in längerer Rede darzutun, da diese Dinge 
in kurzem klargelegt sind. Aber derart (sind) die alten (Überlieferungen) 
der Geschichte. 

LXXVII. Die neueren aber — wie sollte jemand sagen, wieviele 
Herrschaften seit dem Makedonier Alexandros, kurz vor dem Erscheinen 25 
unseres Erlósers, bestanden? Denn "Aridaios, der Bruder des Alexan- 
dros, empfing das Kónigtum von Makedonien, wührend Antipatros die- 
jenigen in Europa beherrschte, Ptolemaios aber Ägypten und Alexandria 
erhielt. Phónikien aber und Kólesyrien regierte Seleukos, Philotas Ki- 
likien, Antigonos Asien, Kassandros Karien, *Leonnatos den Hellespont, 
Eumenes Paphlagonien und Lysimachos die Gegenden von Thrakien. 
Daher zogen wie aus einer Schranke zum gegenseitigen Kriege aus 
eben dieselben, die die Herrschaft empfangen hatten. Denn Ptolemaios, 
der Sohn des Lagos, brach fünfzehn Mal aus Ágypten auf. Seleukos 
aber trat dem Ptolemaios, dem Kónig der Makedonier, entgegen und 35 
wurde getötet. *Perdikas drang in Ägypten ein mit einem Heere, 


0 


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0 


10 ,der"] „und“ Σ᾽ 1. &duzx 15 ,und alle Städte“ Z streiche a 
96 Dartard — „Auraios‘? X l Sardrted Lee 80 „Leonos“ X |. 


salardla Lee 86 „Pertikos“ X 1. MAnııtAa Lee 
83 


116* Eusebius. 


Ptolemaios eroberte Kypern, Demetrios plünderte Syrien, ein anderer 
wiederum ging nach einem anderen Orte und besiegte mit seiner Räuber- 
bande seine Grenznachbarn. LXXVIII. So also wurde eins nach dem 
andern in derselben Zeit vollendet in allen Teilen der Welt, und fried- 
5 los und unversöhnlich wurde ihre Feindschaft gegen einander vergrößert, 
während die Verehrung vieler Götter in jener Zeit mächtig war und Tempel, 
Kapellen und Heiligtümer in allen Städten ihnen fleißig errichtet und 
die Tempel mit vielen Weibgeschenken geschmückt wurden. Reichlich 
war das Gótterwort bei den damaligen Königen (vorhanden), und Völker 
10 und Massen ehrten in den Dörfern und an jedem Ort, so vollends in 
den Häusern, selbst in den Schatzkammern und innern Gemáüchern mit 
Altären und Bildern die (Götter) ihrer Väter. Indessen aber, während 
sie so waren, unterschieden sie sich in nichts von dámonischen Menschen, X 76 
deren Seelen in Wahnsinn verkehrt, die die ganze Zeit ihres Lebens mit 
15 dem Blute ihrer Ortsgenossen befleckt und in Wahrheit dämonisch waren, 
indem bei den gegenseitigen Kriegen und häufigen Städtebelagerungen 
die die Welt verderbenden Dämonen ihnen -dabei behilflich waren. 
LXXIX. Diejenigen aber, die für Götter gehalten wurden, gaben ihren 
Verehrern Orakel und Vorauswissen, verstanden aber nicht ihr eigenes 
20 Verderben vorauszuwissen und vorauszusagen, das sich ihnen allen bei 
dem Erscheinen unseres Erlösers unter den Menschen ereignete. Dies 
ist der größte Beweis ihrer Minderwertigkeit und eine zwingende Wider- 
legung jener Orakel, die einst unter allen Griechen verkündet- wurden. 
Keiner der Orakelnden also sagte das Erscheinen unseres Erlösers unter 
25 den Menschen voraus noch die neue Lehre, die von ıhm allen Völkern 
gegeben würde, sondern (keiner), nicht einmal der Pytbier noch ein 
anderer der großen Dämonen wußte das eigene Verderben voraus noch 
sagte vorher den, der kommen werde als Vernichter und Zerstörer aller, 
noch sah alle diejenigen voraus, die aus den Griechen- und Barbaren- 
30 völkern von dem Irrtum des Polytheismus sich abwenden und den 
Einen über alles (herrschenden) Gott erkennen würden. LXXX. Welcher 
Orakelgeber aber oder Seher oder welcher ἡμίϑεος oder Dämon oder 
Gott weissagte voraus, daß ihre eignen Herrlichkeiten verlöschen würden, 
wenn ein Neuer, wer auch immer es sei, im Leben der Menschen er- 
35 scheinen würde, daß das Wissen des allerhöchsten Gottes, der über alles 


6—12 = Laus 21734—2185 18—S. 117, 12 vgl. Laus 2189—33 
4 φιλοπόνως L „vorzüglich“ X vielleicht — φιλοχάλως vgl. Praep. X 46 


8 ἀναϑήμασι L ,Gelübden* Σ᾽ 9 x«i Yewv.... . λόγος L „das Wort über die 
sötter“ XN 


Die syrische Theophanie Buch II. 117* 


(herrscht), und seine Verehrung allen Völkern gegeben würde? Wer 
prophezeite die Vernichtung der eigenen Tempel und den äußersten 
Grad ihrer Verwüstung? Wer verkündigte den überall (vorhandenen), aus 
Gold und Silber bestehenden Gótzenbildern die Einschmelzung durch 
Feuer und die Veränderung von unbrauchbarem Anblick zur vorzüglichen 
Brauehbarkeit der Menschen? Denn an die *Götzenbilder, die von ihnen 
eingeschmolzen und verächtlich und erbärmlich in ganz kleine Stücke 
gehauen wurden, — wer von den Göttern dachte jemals daran? Wo 
aber waren die Fürsorger dieser (Bilder), die ihren eigenen Tempeln 
nicht halfen, als sie von den Menschen zerstört wurden? Wo waren 
diejenigen, die früher Kriege bewirkten, bei ihrem Unheil aber den sie 
selbst Zerstörenden zusahen, während diese im tiefsten Frieden waren? 
Wunderbar zu sagen aber ist es, daß, als ihre Tempel vernichtet wurden, 
ein das Schöne und *Gute fördernder Friede das Leben der Menschen 
beherrschte, daß das gerade Gegenteil aber eintrat, als die Götter im 
Frieden waren. Kriege also und Kämpfe und Aufruhre und Städte- 
belagerungen, die wir früher geschichtlich besprochen haben, zeigten sich 
unter den Menschen bei der Macht der Götter, bei der Vernichtung 
aber eben derselben war ganz und gar Friede und reichliches Glück. 
Daher ist es für jeden, der überlegt, klar, daß sie keine Götter noch 
gute Dämonen waren, sondern im Gegenteil böse und verderbliche, sie, 
deren Macht Ursache war für das Böse der Menschen, deren Zerstörung 
aber das Kommen des Guten für jedermann *fórderte. Aber wie früher 
das Volk der Griechen in Verwirrung war und wie die Völker auf der 
ganzen Erde verwirrt waren, haben wir (nunmehr) wie in Kürze erkannt. 

LXXXI. Wie aber die Sitten, deren Árten wechseln, das ganze 
Leben verkehrten, kann man daraus erkennen: Denn die Ägypter haben 
ein Gesetz, ihre Schwestern zu heiraten, die Perser, mit ihren Müttern 
verbrecherischen und frevelhaften Umgang zu halten, andere aber, ihre 
Tochter mit ungesetzlicher Schündung zu beflecken. Der Frevel dieser 
(Leute) beschränkte sich auf das Weibliche. Der (geschlechtliche) Ver- 


18 ff. vgl. Laus 217 24ff. 2067}, vgl. Laus 240201f. Praep. 1 46f. II 188 


5 xal τὴν ἐξ ἀχρήστου ἰδέας εἰς &vayxalag χρήσεις L 6 ξοάνων L ϑεῶν 


21 „a io 7 wörtlich „und mit Verachtung und in Kleinheit erbärm- 


lich in lauter Stücke gehauen wurden" Σ᾽ εἰς λεπτόν τε γελοίως κατακοπτομένων L 
18 „Ein Wunder aber eben des Wortes ist dies“ X 14 „ein das Schöne för- 
dernder und ein guter Friede“ Z, aber lies ecd axo 17 wörtlich „Städte- 
belagerungen durch Schrift (= δι’ ἱστωρίας), die wir vorher gesagt haben" X 


98 1. Te PSm mit HS 


Qi 


20 


25 


30 


118* Eusebius. 


kehr der Weisesten aber unter allen Griechen raste sogar in wider- 
natürlicher Weise gegen das Männliche. Aber auch inbezug auf das 
Bestatten schien es den einen richtiger, mit Erde zu bedecken, den 
andern jedoch, dem Feuer zu übergeben. Andere aber unterliefen dies 
5 als etwas Frevelhaftes und warfen ihre Toten den Hunden und Vógeln 
vor. Die einen schlachteten die Fremdlinge, die zu ihnen kamen, die 
andern aber verzehrten sogar Menschenfleisch. Ferner aßen einige die 
Geliebten, die alt geworden waren, bevor sie der Tod erreichte, vorher, 
nachdem sie sie zuvor geopfert hatten. *Die einen stürzten diejenigen, 
10 die sich dem Greisenalter näherten, vom Felsen, die anderen überlieferten 
sie der Schlinge. Die einen warfen sie den Hunden vor, während sie Σ 19 
(noch) lebendig waren, die andern aber als Tote. Die einen begruben, 
die anderen töteten (zu gleicher Zeit) mit ihnen auf dem Scheiterhaufen 
die Lebenden, die von den Toten geliebt wurden. LXXXII. So also war 
15 fortan das ganze Menschengeschlecht zum äußersten (Grad) der Wildheit 
geführt, und er, der vernünftig ist, war der Allerunvernünftigste ge- 
worden. Kein anderes (Wesen) von denen, die auf Erden sind, war 
bóser als der Mensch, der (ein Leben) führte in allen lüsternen Leiden- 
schaften und seinen Geist mit jeder Art der Bosheit verderbte, sodaß 
20 er sich bald auch abwandte von der in seiner Natur (liegenden) Er- 
wägung und nicht mit Recht die (Dinge) seiner Seele, noch die seines 
Leibes, noch die außerhalb von ihnen tat, sondern Böses über Böses 
allerorten litt. Denn das Leben der Menschen wird eingeteilt in die 
(Dinge) der Seele, in die des Leibes und in die außerhalb (von beiden), 
25 und auf allerlei Art herrschte die Verirrung der Dämonen und 
verderbte das Leben der Menschen, sodaß die (Dinge) der Seele 
verflochten wurden ın die Raserei der Dämonenverehrung, die sie er- 
griffen hatte, in die von der Wahrheit (entfernte) Torheit und Blind- 
heit, inbezug auf die auch das Geschlecht der Philosophen getrübt 
30 war, die (Dinge) des Leibes aber in Menschenopfer auf der ganzen 
Erde und ferner in schündliche, ungesetzliche Taten und widernatür- 
liche Schändung, und (endlich) die (Dinge) außerhalb von ihnen darin, 
daß alle Städte, Örter und Völker bald in (verschiedene) Teile getrennt 
waren, bald aber, indem sie sich vereinigten, wider einander kämpften 
35 und durch gegenseitige Verwüstung und Städtebelagerung aufgerieben 
wurden. Zu kurz würde mir sein die Länge des Tages, wenn ich alle 


86. 33, 119, 2 — Laus 240 26 


9 l drturda 22 „außerhalb von ihm“ X vermutlich falsches Explizitum 


von bloßem τὰ ἔξω. Man erwartet , AmI>0 als wie Z. 16 27 „verflochten 
wurden‘) „mit ihnen kämpften“ € (= συμ-πλέχομαι Ὁ) 


Die syrische Theophanie Buch II. 119* 


(Dinge) der alten Krankheit erzählen wollte, die das ganze Menschen- 
geschlecht ergriffen hatte. Deswegen besonders war Gott der Erlóser 
(uns) als solchen, die in den äußersten (Grad) des Bösen geworfen sind, 
und keine andere bessere Heilung und Hilfe als die durch die Theophanie 
unserem Leben erforderlich. 5 
LXXXII. Was also war nach diesen (Dingen) dem Logos, dem 
Vater der Vernünftigen, recht zu tun, dem Erlóser aller, dem Be- 
schützer, der Vorsehung, dem Hirten der vernünftigen Herden auf 
Erden, damit er zu großer Ehre das geistige und vernünftige Sein in 
Σ 19 den Menschen hinaufführe, das in große Tiefe gefallen war, und damit 10 
er den als seinen vertrauten (Freund) sehe, der durch sich selbst die 
Ursache des Untergangs sich zugezogen hatte? Ist es recht, daß jemand 
über die Erlósung seiner Geliebten hinweggeht und schonungslos zu- 
läßt, daß diejenigen, die der höchsten Fürsorge von ihm gewürdigt 
sind, in dieser Weise zu Grunde gehen? Würde doch nicht einmal 15 
der xußepvnntng jemals weise genannt, wenn er das Schiff mitsamt seiner 
Mannschaft untertauchen ließe, ohne von sich aus irgend eine Rettung 
zu ersinnen für diejenigen, die mit ihm fahren, noch würde der Feld- 
herr jemals so mitleidlos sein, seine Heerscharen ungerücht seinen Fein- 
den auszuliefern. Noch würde ein guter Hirt das aus seiner Herde 20 
verirrte Schaf gefühllos vernachlässigen, sondern er wird das, was (gut) 
da ist und sich an sicherem Orte befindet, zurücklassen und alles um 
der Rettung des verirrten willen leiden, selbst wenn er mit wilden 
Tieren kämpfen müßte. Aber keineswegs richtete sich die Fürsorge 
des erlósenden Logos auf ein unvernünftiges Schaf, da alles um des 25 
vernünfügen Lebewesens willen bereitet war. Denn der Mensch war 
ihm von den Lebewesen auf Erden das gottgeliebteste, der Mensch, 
dem er auch übergeben hatte, wie ein Vater das Geschlecht der un- 
vernünftigen Lebewesen zu knechten, der Mensch, dem er auch den 


6ff. vgl. Laus 214 07, 12—96 — Laus 21431—2154 96--3.190, 7 — Laus 
208 18 —21 


4 „und Heilung und keine andere Hilfe als durch die vorzügliche (nicht 
eusebianisch!) Theophanie . . . . erforderlich“ 2. Aber vgl. L 241 1: ὡς οὖν οὐχέτ᾽ ἀν- 
ϑρωπείας δυνάμεως χρείττονος δὲ ἢ xavà ἄνϑρωπον ἐδεῖτο βοηϑοῦ τὸ ϑνητὸν γένος 
9 „der hinaufführte“ 3. Aber man erwartet NaI% entsprechend ΔΆΝ 11 Un- 
logisch, da die folgenden Beispiele voraussetzen, daß der Mensch bereits der Freund 
des Logos ist. Vielleicht zu lesen (214333 „damit er gnädig sei seinem Vertrauten‘ 
31 ἀλλὰ τὰ μὲν εὖ ἔχοντα αὐτῷ ἐν ἀσφαλεῖ κείμενα χαταλείψει L 


120* Eusebius. 


(schiffbaren) Lauf des Meeres gab und (für den) er die Erde mit aller- 
lei Pflanzen schmückte, er, dem er auch die *schwimmenden Arten (der 
Fische) in der verborgenen Tiefe und die Vögel in der Höhe untertan 
machte, der Mensch, dem er die Kraft des Wissens zur Aufnahme 
5 mannigfacher Lehre gewährte, dem er auch die Schauspiele am Him- 
mel enthüllte und die Läufe der Sonne, die Wechsel des Mondes und 
die Gleise der Planeten und Fixsterne offenbarte. LXX XIV. Wie sollte 
also nach diesen (Dingen) die Fürsorge des Vaters gelähmt und die über 
alles (waltende) Vorsebung (zu) schwach sein zur Heilung der vernünftigen 
10 οὐσία in den Menschen? (Er), der sich richtig kümmerte um die anderen 
(Dinge) des Leibes und der wahrnehmbaren Welt, der den Menschen 
alle Arten der Nahrung und alle Arten der Heilung und Gesundheit 
des Leibes, und der Größe, Macht, Schönheit, Reichtum, Vergnügen 
und Überfluß an Besitz zum Gebrauch gab, *sollte keine Fürsorge üben 
15 für das, was besser ist im Menschen, für die Seele sowohl wie für die 
verstándige οὐσία, die *töricht geworden sind? Aber so würde jemand 380 
mit Recht die Schwäche tadeln, nicht das von der Herde verirrte Schaf, 
sondern besonders die Nachlässigkeit des Hirten, ferner nicht diejenigen, 
deren Seele krank ist und denen es übel ergeht, sondern besonders die 
20 Nichtbeachtung und Schwäche des Arztes, wenn er die mancherlei 
Arten der heilenden und helfenden Arzneien denen nicht giebt, die (ihrer) 
bedürfen. Daber rief jeder Zwang den Fürsorger und Erlöser des Alls 
zur Heilung seiner Schafe. LXXXV. Mit Recht also hielt es der barm- 
herzige Logos Gottes als ein guter Hirte, Erlöser und Fürsorger für würdig, 
25 seine Theophanie zu veranstalten, als es offenbar seiner vernünftigen 
Herde auf Erden am schlimmsten erging, da er keine Zeit jemals ver- 
streichen ließ, in der er nicht die Bedürftigen mit den (Dingen) seiner 
Vorsehung durch Versorgung mit allem Guten versah. Allezeit also 
von jemals aller Ewigkeit an blickte er auf die irdischen (Dinge), 
30 beaufsichtigte sie, gab zu den erforderlichen Zeiten von sich aus reich- 
liche Versorgung und zeigte sich jedermann als einen tadellosen Für- 
sorger der Vorsehung über die Menschen, sodaß. er auch durch Offen- 
barung der Engel und durch die (den Menschen) vorstehenden heiligen 


1 ᾧ καὶ ϑάλατταν πλωτὴν ἀνῆχε L. Vielleicht hat X πλωτὴν als Substan- 
tivum mißverstanden 2 τὰ ἐν βυϑοῖς ἕρποντα πτηνῶν τε μετάρσια L 1. (3350 
PSm 5 τὰς οὐρανίους ἐξεχάλυψε. ϑεωρίας L besser wohl „die Himmelslehren 
enthüllte“ 14 „und sollte" X streiche @ vor mm 16]. λδροσέι Un- 
nötig Φλδδνοο σεν Lee; vgl. zur Sache E 791 — o. S. 11910 21 M8, Jar 
ist in Ordnung (gegen Lee) “ 


Die syrische Theophanie Buch II. 121* 


Diener Gottes um diejenigen sich bekümmerte, die würdig waren unter 
den Menschen, durch Prophetie und (unterredenden) Verkehr die Gott- 
heit seines Vaters und das Leben in der Tugend denen verkündete, 
die im Geheimnis der Gottesverehrung wandeln konnten, *in jener Zeit, 
wo er unseren Vätern als solchen, die noch kindlich und im Bösen 5 
nicht erfahren waren, das Wissen von seiner (eigenen Person) gab. 
LXXXVI. Weil sie aber in unschöner Verkehrtheit von der Freiheit und 
dem Denken ihres Willens Abstand nahmen und aus dem Leben der 
Tugend ins Böse gerieten, bemühte sich wiederum mit Recht der Logos 
Gottes als Arzt der Seelen um diejenigen, die an dieser Krankheit litten 10 
mit passenden Hilfsmitteln (und) brachte durch bittere Arzneien diejenigen 
zur Umkehr, die bei seiner (freundlichen) Gabe nicht besser geworden 
waren. Sie also strafte er durch die schweren Schmerzen des Unheils bei 
281 Seuchen, Hungersnöten, Kriegen, Bränden und Überschwemmungen und 
wendete zu sich zurück diejenigen, die dessen bedürftig waren. Bald reinigte 
er das ganze Leben (besserte er die Welt) durch Verlust des Wassers, 
bald aber strafte er die Gottlosen striehweise durch (zu) reichliche Regen- 
fälle, durch Blitzschläge, Brände und Mangel an Regen. Ferner aber 
bekräftigte er in der Vorzüglichkeit seiner Liebe durch Werke die 
Widerlegung *der Lehre über die Dämonenverirrung. Selbst die Tempel 20 
derer, die für Götter gehalten wurden, und die Kapellen mitsamt den 
Bildern und Dämonen vernichtete er, indem sie durch Blitzschläge unter- 
gingen, und brachte so die Toren zur Besonnenheit. Und nicht nur 
dies, sondern er lehrte sie (auch) durch Erwägung erkennen, daß das 
niemals Götter seien, die nicht einmal sich selbst helfen konnten, noch 25 
daß Hausgenossen des Allkónigs Gott noch Freunde die seien, mit 
denen er kämpfe. Denn wie sollte (Gott) die Ursache alles Guten dem 
Untergang durch sein eigenes Feuer die Tempel überliefern, die man 
zu seiner Ehre baute, wenn er es nicht zur Widerlegung ihres Irrtums 
tat? Denn wenn er wollte, daß die Dämonen, die unter ihnen wohnten, 30, 
geehrt wurden, warum verderbte er dann die Tempel dieser (Wesen) 
mitsamt den Götzenbildern? Durch die von oben aus der Höhe von 
Gott gesandten Pfeile trieb er diejenigen, die bei ihnen wohnten, in die 
Ferne und verkündete hierdurch völlig eben durch Taten in die Ohren 
jedermanns, indem er rief: Schweigt (still) von dem Irrtum der Dämo- 35 
nen und des Polytheismus und bekennt (vielmehr) den Herrn Himmels 
und der Erden, der der Gott der ganzen Welt ist, (und) den Erlöser, 


μὰ 


ὅ 


1 „übt‘“ („belehrt“) X — μελετάω c. Acc. Eusebius schrieb vermutlich den Gen. 
4 „und in jener Zeit‘ X, streiche & 9 „bestrafte“ Y (sachlich richtig) — μετέρχομαι 


18 man erwartet «S2 20 „und“ Σ]. 4 27 beachte am vor «δι... 


1998 Eusebius. 


den Ernührer, den Beschützer, den sie mit ihren eigenen Augen sahen, 
wie er bald durch Versorgung mit Regen zu rechter Zeit und durch 
alles tragende, aus der Erde (sprossende) Früchte, durch Reichtum und 
reichliche Annehmlichkeit seine Fürsorge für sie offenkundig zeigte, (wie) 
5 er bald aber durch gottgesandte Schläge und von ihm (herstammende) 
Züchtigungen wie durch Stricke diejenigen zur Umkehr brachte, die 
auf das von ihm besorgte Gute nicht achteten; und nicht nur dies, son- 
dern (wie) er auch durch häufige Blitze und Brände, die über diejenigen 
(verhängt wurden), welche sie für Götter hielten, ihren Irrtum heilte, 
10 sodaß auch durch die Hinterlist der Menschen die Tempel der Götter 
brannten mitsamt denen, welche sie zu Göttern machten, und (so) offen- 282 
kundig eine Widerlegung dieses Irrtums den Zuschauern zeigten. Aber 
obwohl eben jene Götterverehrer die früheren (Dinge) sahen, gab es 
für sie nichts anderes als die Aufrechterhaltung ihres Frevels. LXXXVII. 
15 Da sie aber auch ferner an die Götter glaubten, die durch Orakel 
bekannten, nichts tun zu können außer dem, was bestimmt ist — denn 
das Schicksal ist (nach ihrer Meinung) die Ursache des Alls — ver- 
standen und erwogen sie nicht, daß, weil das Schicksal sie (selbst) und 
die Götter beherrschte, die Meinung über diejenigen eitel ist, die die 
20 Menschen weder unterstützen noch betrüben können. War es recht, 
das Schicksal zu ehren, da es die Ursache des Alls ist, nur wenn man 
muß? Indessen aber auch dieser unwandelbare Zwang hatte nicht einmal 
Macht über sich selbst, sondern (diese Macht besaß nur) der, den man 
als Herrn dieses (Schicksals) und auch des Alls anerkennt, indem er 
25 bald durch die Versorgung mit allerlei guten (Dingen) Kenntnis seiner 
selbst gewährte, bald aber den Irrtum der vielen Götter und Dämonen 
durch Donner und Blitz widerlegte. Sogleich aber (lehrt) die Ge- 
schichte, daß der früher berühmte Tempel des Pythiers in Delphi Einmal 
einen Brand erlitt. Die aber richteten, da sie bei ihrem Irrtum ver- 
30 harrten, ihn auch zum zweiten Male auf. Als Gott ihn zum zweiten 
Male vernichtete, erneuerten sie ihn sogar zum dritten Male. Der aber 
(zerstörte) nicht mehr den Tempel, sondern trieb den Dämon (selbst), 
der in seinem Innern wohnte, völlig auf der Stelle durch seine Theophanie 
aus, sodaß dort hinfort keine Orakelstätte mehr ist noch der wirkt, der 


27 vgl. Praep. IV 28; Stellensammlung bei Pomtow: Die drei Brände des 
Tempels zu Delphi (Rhein. Mus. Bd. 51 829) 


14 wörtlich: „gab es für sie nichts Besseres zur (παρα) Aufrechterhaltung (xat- 
ὀϑρωσις) ihres Frevels“ 27 man erwartet ela,sns 


Die syrische Theophanie Buch II. 123* 


früher die Griechen verführte. LXXXVIII. Der Tempel der Artemis 
in Ephesos ging dreimal zu Grunde, einmal als ihn die Amazonen in 
Brand steckten, das andere Mal durch *Herostratos, einen Einwohner 
zu Ephesos, zuletzt durch den allmächtigen Gott, sodaß jetzt einmal 
nach der Erscheinung unseres Erlósers auch dort nichts weiter existiert 5 
noch gesehen wird als das große Siegeszeichen der Zerstörung. LXXXIX. 

Σ 88 Es wird aber auch berichtet, daß der Tempel der Hera in Argos einmal 
durch Feuer vernichtet.wurde, ebenso auch der in Abai, als die Thebaner 
kamen und ihn in Brand steckten. Sie verbrannten mit ihm fünfhun- 
dert Mann. XC. Man sagt aber auch, daß das Zeusbild in Olympia 10 
einmal der Blitz getroffen habe. XCI Die Geschichte der Römer 
lehrt, daß auch der Tempel der Hestia in Rom (und) das (so)genannte 
Pantheon, wo natürlich die Götter zusammen miteinander vereinigt 
waren, wiederum durch den Blitz vernichtet wurde. XCII. Ferner 
aber fiel einmal in das bei ihnen (so)genannte Kapitol ein Donner von 15 
oben vom Himmel und zerstörte das Allerheiligste. XCIII. Durch alle 
diese Züchtigungen also machte die allmächtige Vorsehung, der Logos 
Gottes, die dämonenverehrenden Menschen von aller Ewigkeit her besonnen. 

Und nicht nur dies, sondern er unterwies sie auch früher durch 
gottgeziemende Lehren, seinen Vater zu loben, und warf lebenspendende 20 
Belehrung, göttliche Gesetze und gerechte Worte nach Art guter Kräuter 
und Heilmittel zur Erlösung der vernünftigen Seelen ins sterbliche 
Geschlecht. So also rief er früher durch *(gewisse) Propheten bei den 
Hebräern, die am göttlichen Geiste teil hatten, und ferner vor alters 
früher durch andere gottliebende (Männer) und ferner nach diesen durch 25 
die späteren Gottbekleideten die dem Tode Preisgegebenen zu ihrer 
eigenen Heilung auf und süte durch göttliche Gesetze und mannigfache 


11 ff. vgl. Jordan, Topographie Roms 13 S. 421 Anm. 136; S. 29 Anm. 29; 
S. 20 Anm. 16; S. 27 Anm. 26 16 vgl. Euseb. Chron. II 174 Schoene: Τὰς ἐν τῷ 
Καπετωλίῳ βιβλοθϑήχας xal ἄλλα τούτου μέρη σχηπτὸς κατέφλεξε  28—8.124, 8 
== Laus 24029 —2411 


8 „Herododos“ Σ l aber £o*axe (cn — „Herodoros“, verderbt aus „Hero- 
stratos“ Strabo 12 „und“ — € 18 ,wo'"] wörtlich „indem dort“ & 16 „das 
Allerheiligste‘“ oder „das Haus aller Tempel“ X (— nav-iegov?) 23 διά τινων αὐτοῦ 
προφητῶν xal ἔτι πάλαι πρότερον δι’ ἑτέρων ϑεοφιλῶν ἀνδρῶν L Da τινων — 
are, so ist rCxie — ἀνδρῶν besser hinter τ Ἡο zu lesen 96 „Gott- 
bekleidete“) γνωρίμων 1, Heopöpwv? X 27 νόμοις xal παραινέσεσι ποιχίλαις 
διδασχαλίαις τε παντοίαις προοίμι᾽ ἄττα xal στοιχεῖα ϑεοσεβείας εἰς ἀνθρώπους 
καταβαλλόμενος L „und säte den Anfang der göttlichen Gesetze und der mannig- 
fachen Ermahnung und der vielerlei Lehren und der . . . . Worte der Zukunft“ 


194* Eusebius. 


Ermahnung und (durch) allerlei Lehren und voraussagende und prophe- 
zeiende Worte der Zukunft den Anfang und die *(Grund)linien zu einem 
gottesfürchtigen Leben in die Seele der Menschen. Von hier *sproßten 
fortan wie aus einer Quelle auch durch alle Teile der Welt die vernünftigen 
5 Samen und Sitten. Fortan sah man bei allen Völkern Gesetze und Ge- 
setzgeber, kannte man bei allen Menschen den Namen und die Vorzüglich- 
keit der Philosophie, und die Liebe zum Guten und die Bemühung um 
das Finden der Wahrheit war bei vielen erregt, sodaß auch die Ver- 
irrung der Väter in geringster Nichtachtung war, vielmehr die Ver- 
10 ehrung der Gottesliebe von den Jüngern verkündet und die Wahrheit 
gesucht wurde. Groß aber war die Spaltung hierüber bei vielen und 
die Kämpfe und die Differenzen derer, die über Lehren stritten. So 
zeigten die (Dinge) der Vorsehung, die über die Menschen in Menge 
von aller Ewigkeit her (ergingen), einen jedermann geziemenden und 
15 entsprechenden Fürsorger. 

XCIV. Weil also fortan der Wechsel zur Tugend in jedermann 
groß war, sodaß das Leben der Menschen zur Ruhe kam und die ge- 
meinsame Lebensart beinahe in Annehmlichkeit von der früheren Wild- 
heit her umgewandelt war, so veranstaltete der gemeinsame Erlöser aller, 

20 der freundliche Logos Gottes, natürlich besonders schön (und) leicht in 
passender Zeit seine Theophanie. Er kam fortan in der Botschaft seiner 
selbst und zeigte in Wahrheit Gott durch ein menschliches Gefäß den 
Menschen, die sonst die Wahrheit nicht erkennen können. Er zeigte 
aber den Gott der Wahrheit durch góttliche Taten, staunenswerte Wunder 

25 und Lehren himmlischer Belehrung, die das Kónigreich des allmüchtigen 
Gottes enthüllen, durch die er fortan das ganze Geschlecht der Menschen, 
wie es vorher gefördert ward durch das, wovon wir früher gesprocben 
haben, in der himmlischen Lehre unterwies. Früher aber war es nicht 
möglich, durch Worte, die das vollkommene Wissen Gottes und das 

30 vorzügliche Leben der Keuschheit und Gerechtigkeit nahe bringen, die- 
jenigen hesonnen zu machen, die auf den Gipfel des Bösen getrieben waren. 
Daher wie Ärzte denjenigen, die krank und durch schwere, schmerzliche 
Leiden geschwächt sind, keineswegs die gesunde, den Starken ent- 
sprechende Nahrung verordnen, sondern durch Kummer und *Schmerz ver- 

35 ursachende (Dinge) Heilung bringen (und), wenn es nötig ist, nicht 
verzichten, Brenneisen und bittere Tränke zur Hemmung der Leiden 
anzuwenden, aber keineswegs die Speisen, die für die Gesunden passen, 


2 ,(Grund)linien"] „Liebe“ X στοιχεῖα L; 1. ads nach X 8618 81. 
ear Bernstein 10 „bei den Wissenden" Z wohl πρὸς τῶν γνωρίμων 841. 
«duiSrdasu>a PSm mit HS 


Σ 84 


Die syrische Theophanie Buch 1]. 125* 


sondern solche, die den Kranken zuträglich sind, und erst dann, wenn sie 
gesund geworden sind, ihnen gesundende und kräftigende Speisen 
zuführen, XCV. so also auch unterwies der gemeinsame Erlöser 
285 aller wie ein guter Hirt und Arzt seine vernünftigen Schafe auf 
Erden, die *durch Wahnsinn zu Myriaden vieler Götter gekommen 5 
waren und in unseliger Geistesverblendung und Wildheit rasten, 
vor seiner letzten Theophanie durch bittere Strafen, durch Seuchen, 
Hungersnöte und häufige Kriege wider einander, ferner aber auch durch 
vielen Regen und Vorenthaltung des Regens, und beseitigte durch un- 
heilvolle Blitzschläge jene schweren (Anstöße d. h. die Tempel) und 10 
gab auch den Dämonenverehrern (Gelegenheit), durch die Widerlegung 
der polytheistischen Verirrung (und) durch die Strafe der Blitzschläge 
ihre eigenen Götzenbilder zu sehen (und in ihrem wahren Werte kennen 
zu lernen. XCVI. Er aber unterwies ferner so wie ein guter Vater 
die Toren und gab ihnen eben durch reiche Versorgung mit reichlichen 15 
Gütern Geschenke von sich aus: Regen zu rechter Zeit, Ertrag der 
Früchte, Wechsel der (Jahres)zeiten, Fortpflanzung der Tiere und ver- 
nünftige Mittel jeder Art der Künste, deren Samen und Gedanken er 
in die Seelen der Menschen warf. Er säte ferner auch den Anfang der 
göttlichen Worte und der gottesfürchtigen Lehre, die Einführung, die 20 
(Grund)linien und Anfänge der göttlichen Gesetze, was den damaligen 
Menschen frommte, durch Propheten, die bei den Hebräern berühmt 
waren. Er gab ferner auch durch viele andere eine für die damaligen 
Menschen passende Hilfe infolge seiner eigenen Vorsehung. XCVII. 
Weil also infolge dieser (Dinge) fortan das Leben der Menschen zur 25 
Friedlichkeit und Ruhe sich ünderte und bereit war, die vollkommene 
Lehre über Gott aufzunehmen, zeigte wiederum der gemeinsame Erlóser 
aller, das eingeborene Wort Gottes, der König des 4118, zu passender 
Zeit seine göttliche Offenbarung durch Taten. Aber nachdem dies wohl 
vorgelegt ist, ist es Zeit, daß wir zum. Folgenden weitergehen. 30 


Zu Ende ist der zweite Sermon des Cäsareensers. 


5 „die zu wahnsinnigen Myriaden vieler Götter gekommen waren" 1. Hhauiz> 
11 Euseb. schrieb vielleicht: „die Widerlegung der polytheistischen Verirrung 
durch die Strafe der Blitzschläge in ihre eigenen Götzenbilder zu sehen“ 81 nicht 
von Eusebius 


196" Eusebius. 


Das dritte Buch des Cüsareensers. 


L Weil also infolge des Gesagten das Leben der Menschen sich 286 
fortan in Friedlichkeit und Ruhe änderte und bereit war, die voll- 
kommene Lehre über Gott zu empfangen, so tat mit Recht wiederum 

5 der gemeinsame Erlöser aller, der eingeborne Logos Gottes, der Allkönig 
zu passender Zeit seine göttliche Offenbarung in Werken kund. Denn 
auf der Stelle (und) auf einmal, als er in der Welt erschien, *nahmen 
die alten (Greuel) dämonischer Wirksamkeit wie durch mechanische Zer- 
störung ein Ennde, die Gutes offenbarenden Frohbotschaften wurden allen 

10 Völkern gepredigt und der über alles (waltende) Gott ward als Ver- 
söhner den Menschen verkündigt. Der ganze Irrtum des Polytheismus 
wurde vernichtet, und aufgelöst wurden auf der Stelle alle Werke der 
Dämonen. Fernerbin gab es nicht mehr Menschenopfer noch *die früher 
die Welt *verderbenden Menschenmorde, fernerhin gab es nicht mehr 

15 (Stadt)vüter, Vielherrscher, Tyrannen und Volksregierungen. Fernerhin 
gab es nicht mehr die deswegen in jeder Stadt und an jedem Orte be- 
stehenden Verwüstungen und Städtebelagerungen, sondern Ein Gott 
ward allen gepredigt und Ein Königreich der Römer *erblübte allen, 
und zerstört wurde völlig die von Ewigkeit her friedlose und un- 

20 versöhnliche Feindschaft der Völker. Als aber die Kenntnis Eines Gottes 
allen Menschen überliefert war und Eine Sitte der Gerechtigkeit und 
Frömmigkeit [der Gotteskenntnis] durch die Belehrung unseres Erlösers, 
existierte demgemäß auch Ein König zu Einer und derselben Zeit über. 
das ganze Königreich der Römer und tiefer Friede umfing alles. Zu- 

25 gleich und zu Einer Zeit sproßten wie auf den Wink Eines Gottes zwei 


19—S. 181, 25 — Laus 2496—253 1 


4 Ὁ „und“ vor pio ist zu streichen 8 „die alten (Greuel)*] wörtlicher 
„die (Dinge) des Alters der Wirksamkeit der Dämonen“ 18 ). „ AI m und 
each plas 15 τοπαρχίαι xal πολυαρχίαι τυραννίδες τε xal δημοχρατίαι L 


18 ἐπήνϑει L 1. 330, Bernstein 22 „der Gotteserkenntnis“ < Gr xal τρό- 
πος εἷς εὐσεβείας σωτήριός τε ἣ Χριστοῦ διδασχαλία L 


Die syrische Theophanie Buch III. 127* 


Blüten des Guten unter den Menschen auf: die fromme Lehre und das 
Reich der Römer. Denn *vor diesem knechtete die dämonische Ver- 
irrung die Völker schwer, und da alles in Myriaden (Teile) gespalten 

287 war, *so herrschten die einen gesondert über Syrien, während andere 
über Asien regierten, andere aber über Makedonien. Ägypten teilten 5 
andere und hatten (es) inne, andere wiederum ebenso das Land Arabien. 
Ferner beherrschte das Geschlecht der Juden Palästina und in allen 
Dörfern, allen Städten und an jedem Ort kümmerten sie sich um Kriege 
und Kämpfe, als ob sie infolge eines Wahnsinns gegen einander wie 
(Mord)gierige und in Wahrheit Dämonische (wären). Über das Frühere 10 
ist genügend geredet. 

ll. Aber freilich völlig wie aus Einer Schranke brachen zwei ge- 
waltige Mächte hervor, machten alles friedlich und führten es zur Freund- 
schaft, indem das monarchische Reich der Römer seitdem erschien und 
die ihm helfende Kraft des Erlösers aller, indem sie zumal und auf eins 15 
mit einander.*sproßten und bestanden. Denn die göttliche Tüchtigkeit 
unsers Erlösers zerstörte die Macht vieler Dämonen und vieler Götter 
und verkündete Ein Reich Gottes allen Menschen, Griechen und Barbaren 
und denen an den Einden der Erde. Das Römerreich aber unterwarf, 
weil vorher diejenigen vernichtet waren, die die Ursache der vielen 20 
Herrscher waren, alles, was da war, und bemühle sich eifrigst, das ganze 
Geschlecht zu Einer Übereinstimmung und Einheit zusammenzufügen, 
und verband fortan die Vielheit der Völker. Es sollte aber bald bis 
an die Enden der Erde reichen, indem die Lehre unseres Erlösers mit 
göttlicher Kraft ihm alles vorher *bereitete und in Einheit *hinstellte. 25 
Dies ist also ein großes Wunder für diejenigen, die ihren Sinn in Wahr- 
heitsliebe einrichten und (die) das Schöne nicht verleumden wollen. 
Denn es wurde zugleich die Verirrung der bösen Dämonen widerlegt 
und zugleich auch die seit Ewigkeit (bestehende) Feindschaft und Krieg(s- 
lust) der Völker aufgehoben. Ferner wurde zugleich Ein Gott und Ein 30 
Wissen desselben durch die Belehrung unsers Erlösers allen gepredigt und 
zugleich auch Ein Königreich der Römer unter den Menschen *befestigt, 


2 πρό γε μὴν ταύτης L] l. 9350 mit HS 4 „und“ vor ,, Qc» ist zu 
streichen 10 ,(Mord)gierige" X φονῶντες , 19 ὥσπερ ἀπὸ νύσσης μιᾶς L 
14 5j τε Ῥωμαίων ἀρχὴ μόναρχος ἐξ ἐχείνου φανϑεῖσα L 16 σιναχμάσασαι L] 
l 90€. Bernstein 17 τὰς τῶν δαιμόνων πολυαρχίας TE καὶ noAvdelag L 
19 ἡ δὲ Ῥωμαίων ἀρχή, ὡς ἂν προκαϑῃρημένων τῶν τῆς πολυαρχίας αἰτιῶν, τὰς 
ὁρωμένας ἐχειροῦτο, 91 σπεύίδουσα L „eilte‘ X Φ τῆς σωτηρίου διδασκα- 
Mac... . προεξευμαριζούίσης L] 1. «ἐξ und πο 82 Exparivero 


L „wurde geschickt“ X 1. e ESO Lee 


m 


128 Eusebius. 


und zumal das ganze Geschlecht der Menschen zum Frieden veründert, 
und alle bekannten einander als Brüder und lernten die eigene Natur 
(kennen) Auf der Stelle aber, als ob sie von Einem Vater abstammten 
und Sóhne Eines Gottes und Einer Mutter, der *wahren Frómmigkeit, 
5 (seien), empfingen sie einander friedlich mit dem Gruße, sodaß die ganze 
Schópfung seitdem nichts Geringeres war als Ein Haus(gesinde) und ein 288 
(wohl)geordnetes Geschlecht und dem, der Lust hatte, möglich war, zu 
reisen und zu gehen, wohin nur immer jemand wollte, mit vieler Leichtig- 
keit, sodaß jene ohne Unfall aus dem Westen nach dem Osten kamen 
10 und wiederum diese (von? hier nach dort wie in ihr Vaterhaus fort« 
zogen, entsprechend den alten Weissagungsworten und den prophetischen 
*Verkündigungen, — (sowohl) Myriaden andere, die wir jetzt nicht 
Mufle haben aufzuzühlen, indessen aber (auch) die, die über unsern Er- 
lóser und über den góttlichen Logos so ausrufen: ,Er wird herrschen 
15 von Meer zu Meer und von den Strómen bis zu den Enden der Erde", 
und wiederum: „Es wird *aufsprossen in seinen Tagen die Gerechtig- 
keit und die *Fülle des Friedens“, und wiederum: „Sie werden ihre 
Schwerter zerschmettern zu Pflugscharen und ihre Lanzen zu Sicheln, 
und nicht wird ein Volk wider das andere (mehr) das Schwert ergreifen 
20 noch werden sie (fernerhin) den Krieg lernen". 

III. Dies wurde vorausgesagt und durch die Worte der Hebräer 
seit langer Zeit (voraus)verkündigt. Indem dies jetzt zu unserer Zeit 
in Taten gesehen wird, bestätigt es die Zeugnisse der alten Worte. 
Du aber, wenn du zum Überfluß andere Beweise der Wahrheit willst, 

25 daß er keineswegs eine sterbliche Natur war, sondern daß der Logos 
Gottes in Wabrheit und die Kraft des erlösenden Gottes sich iu der 
Welt offenbarte, so empfange sie nicht in Worten, sondern in Werken. 
Öffne die Augen deines Verstandes, sperre auf die Tore deines Geistes, 
sammle dich sehr (und\‘ überlege "bei dir und frage dich selbst, 


14 — Psal 72 (LXX: 71) 16 — Psal 72 (LXX: 71? 17 — Jes ?« 


4 τῆς ἀληϑοῦς εὐσεβείας L „der Frömmigkeit und Wahrheit" 2, Streiche A 
vor HI. 6 μιᾶς εὐνομουμένης olxereiag (Var. οἰκίας) τε καὶ συγγενείας L 
8 πορείας στέλλεσθαι L „im Handel zu schicken" Z 9 „ohne Unfall"] genauer 
„ohne Sturm“ X ἀχινδίνως L 10 ἐνθένδε πάλιν ἐχεῖσε L „diese hier“ 21. + 
e 12 ἀναφωνήσεις L] 1. exse Bernstein | Y fällt aus der Konstruktion 
.16 ἀνατελεῖ LXX 1. 39033 Bernstein 17 l ec amwa (Druckfehler) 


94 „andere Beweise zum Überfluß der Wahrheit‘ E 29 πολύ τε ἐπισχὼν παρὰ 


σαυτῷ λόγισαι L] „sammle dich sehr bei dir und überlege" > 


Σ 89 


Die syrische Theophanie Buch III. 199* 


und als ob du einen andern (/ragtest,) frage (und) so erforsche die Natur 
der Dinge. IV. Welcher sterbliche Mensch jemals von denen, die von Ewig- 
keit her (gelebt haben): König (oder Fürst) oder Philosoph oder Gesetz- 
geber oder Prophet, Grieche oder Barbare, hat soviel Tugend (davon)- 
getragen, nicht nach dem Tode, sondern noch lebend und atmend und 5 
vieles vermögend, sodaß er auf der ganzen Erde verkündet wurde und 
Ohr und Zunge aller Völker auf der Oberfläche des ganzen Erdkreises 
mit seinem Namen füllte? Aber dies tat *keiner außer unser Erlöser 
allein, der seinen Jüngern ein Wort sagte und es durch die Tat voll- 
endete: „Gehet hin und lehret alle Völker“, sagte er zu ihnen. Indem 10 
er vorher sagte und vorher offenbarte, seine Botschaft müsse in der 
ganzen Schöpfung verkündet werden zum Zeugnis für alle Völker, 
brachte er mit dem Worte (zugleich) auch die Tat. Denn auf der Stelle 
und nicht in (weiter Zeit)ferne wurde die ganze Schöpfung mit seinen 
Worten erfüllt. V. Was also giebt es dagegen zu sagen für den, der 
wider die Wahrheit (den Sinn) zu richten sich erdreistet, da ja besser 
als alle Worte das mit den Augen (sichtbare) Zeugnis ist? Aber, in- 
dem du vom ersten (Beweis) weitergehst, komme (auch) zum andern und 
überlege bei dir selbst: VI. Welche sterbliche Natur ist von aller Ewig- 
keit an erschienen wie diese, die fromme und keusche Gebote nur mit 20 
dem Worte ohne (jede) Schrift auferlegte und diese durch seine Jünger 
von den Enden der Erde bis zum Anfang der Welt *befestigte und 
seine Schulen auf der ganzen Erde eröffnete, sodaß in die Ohren aller 
Menschen, Barbaren zumal und Griechen, genügend und leicht und jeden 
Tag die von ihm überlieferten frommen Lehren verkündet wurden? 25 
Aber du würdest keinen anderen finden, wenn du suchtest. Dies war 
allein das Werk der Kraft des Erlósers unser aller. Aber nicht einmal 
dies überzeugt den, der nicht überzeugt werden will Also möge er 
uns sagen, die wir lernen wollen: VII. Wer jemals von denen, die bei 
den Menschen wegen (ihrer) Weisheit gepriesen wurden, hat barbarische 30 


|] 


5 


9 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 4 17 10 — Matth 28:9 11 vgl. Matth 
2414 19 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles, X 417 99 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles, X 418 


1 x«l ὡς παρ᾽ ἑτέρου πυνθάνου L „und als ob du von einem anderen gefragt 
würdest" €. Falsches Explizitum ὃ „und! — EZ] dAaama 8 ἄρχων L 
— EL mar οὐ 8 „und nicht einer“ X — οὐδείς L streiche A 22 ἐχρά- 
τυνεν L „schickte“ X 1. ΤΊΣ 28 διδασχαλεῖα Hkl διδασχαλία LHS „Lehren“ Σ 


29 τὶς note ἴλλος τῶν ἐν ἀνθρώποις ἐπὶ σοφίᾳ βοηϑέντων L „Wer jemals von 


den Menschen, die berühmt waren wegen Weisheit" € 
Eusebius III*. 9 


1308 Eusebius. 


und wilde Sitten barbarischer Völker durch seine freundlichen Gesetze 
aufgehoben, sodaß diejenigen unter den Skythen, die *von ihm zu 
Jüngern gemacht waren, keine Menschenfresser mehr waren, noch daß 
(die) unter den Persern ihre Mütter heirateten, noch andere ihre Toten 
5 den Hunden vorwarfen, noch andere die Altgewordenen der Erdrosselung 
übergaben, noch andere diesen verwandte wilde und tierische (Dinge) 
bei anderen geschahen. Aber dies sind (nur) geringe Beweise der 
göttlichen Offenbarung des Erlösers unser aller. Sieh aber auch anderes, 
indem du bei dir überlegst: VIII. Welcher sterbliche Mensch jemals, 
10 mit dem in so viel Zeiten *alle Herrscher zumal und Könige, Heere 
und Bürger, Mengen und Völker, füge aber auch hinzu: die bei 
vielen als Götter Geltenden, gekämpft haben und zu jeder Zeit 
kämpfen, *hat eine übermenschliche Tüchtigkeit gezeigt, sodaß seine 
Lehre von Tag zu Tag blühte und neu.wurde in der ganzen Welt? 
15 IX. Wer anders von Ewigkeit her, seit das Leben der Menschen 290 
existiert, der ein Volk auf seinen Namen aufrichten wollte, was völlig 
unerhört ist, "hat dies nicht in einem Winkel irgendwo auf der Erde 
verborgen, sondern überall unter der Sonne wohnen lassen (und; kraft 
göttlicher Vollmacht seinem Willen *die Erfüllung verschafft und hat 
20 die Kenntnis des Einen Gottes, der jenseits des Himmels (ist), des 
Kónigs der ganzen Welt, und die Furcht vor ihm allen Menschen auf 
der Oberflüche der ganzen Erde, barbarischen und griechischen Vól- 
kern, überliefert? X. Wer jemals, der sich vornahm zu lehren, *hat 
(dann) nachdem er sich ein derartiges Ziel vorgenommen hatte, das 
25 Werk in die Tat umgesetzt und fast durch seine Wirksamkeit sein 
Werk als gottgeliebt geoffenbart, was besonders jedes unverschämle 


2 ff. vgl. Theoph. II 81 9 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 418 15ff. vgl. 
Euseb. Hist. eccles. X 419 26 vgl. Róm 319 


9 τοὺς αὐτῷ μαϑητενομένους L „von ihnen“ X 1. als 9 τίς πώποτε 


. τοσοΐτοις δὴ χρόνοις ὑπὸ πάντων ἀνθρώπων, ἀρχόντων tt xal βασιλέων, 
πολιτῶν τε xal στρατοπέδων, δήμων τε xal ἐθνῶν, πολεμηϑεὶς xal εἰς ἀεὶ πολε- 


μούμενος L „von allen Herrschern“ Z streiche e 18 „und hat‘ Z streiche ἃ 
vor code d1óuso 17 „und hat" € streiche & vor Am 18 Das € steht 
besser vor ela als vor exor) ἱδοίσατο, δυνάμει ϑεϊχῆς ἐξουσίας πέρας 


ἐπιϑεὶς τῷ αὐτοῦ βουλήματι, 28 „und hat“ X streiche A vor I» 236 πᾶν 
ϑυρον ἀπέφραξε στόμα L ,türlose* X 


Die syrische Theophanie Buch Ill. 131* 


Maul stopft, da er, der den höchsten Gott verkündete und allen Völ- 
kern auferlegte, ihn allein in Wahrheit anzuerkennen, deswegen, weil 
er das bei Gott Geliebte wollte, der Unterstützung des von ihm Ge- 
predigten und seiner Hilfe gewürdigt wurde. 

Sieh und überlege aber, welcher Art die Lehren sind, die mit dieser 5 
Verkündigung überliefert und in die Ohren aller Menschen aufgenom- 
men und durch Taten bestätigt wurden. XI. Wer anders von jemals 
her, der die Seelen der Menschen mit seinem vernünftigen Lichte er- 
leuchtet bat, *hat sie ausgerüstet, den dämonischen Irrtum ibrer Väter 
zu verlachen und fernerhin den Hölzern, den Steinen und der seelen- 
losen Hyle den göttlichen Namen nicht (mehr) beizulegen? XI. Die 
Ägypter aber, die mehr als alle Menschen in Dämonenfurcht (befan- 
gen) waren (und) von denen der Irrtum des Polytheismus auch zu den 
Griechen kam, — wer anders außer unser Erlöser hat (sie) überredet, 
nicht mehr verächtlich zu handeln und nicht mehr den Tieren, dem 15 
Gewürm und den unansehnlichsten unvernünftigen Tieren den verehrungs- 
würdigen Namen zu geben, sondern nur den Einen höher als alle 
(stehenden) Gott anzuerkennen und trotz aller Todesarten für die Fröm- 
migkeit zu kämpfen? XIII. Wer aber von Ewigkeit her hat den schäd- 
lichen und verderblichen Stamm der Dämonen, der einst das ganze 20 
Geschlecht der Menschen weidete (beherrschte) und durch die Bewegung 

Z91 (d.h. den Antrieb) der Götzenbilder viele Verirrungen unter den Men- 
schen zeigte, unsichtbar und mit mächtiger Hand und durch die Kraft 
der überall verkündigten Lehre wie böse Tiere von der Herde der 
Menschen fortgetrieben, sodaß fernerhin die Dämonen an den Spru- 25 
deln und Quellen nieht (mehr) weissagten, noch die irdischen und die 
die Welt *verführenden Geister das Geschlecht der Menschen in die 
Irre leiteten? Es schwieg also der kastalische Quell und der andere, der 
kolophonische Quell, es schwiegen die anderen Orakelquellen: der pythische, 
klarische und nemeische. Und der (Gott) in Delphi und Milet, der in 30 
Kolophon und in Lebadia, der früher berühmt war, sie alle flohen die 
Lehre des Erlósers. Wo sind Amphilochos und Mopsos? Es giebt 
keinen irgendwo. Wo sind Amphiareos und Asklepios? Wo der in 
Ammon und in der Wüste der Libyer? Alle Götter sind unter die 


rem 


0 


98 vgl. Clemens Alex. Protrept. S. 10; Praep. [188 84 vgl. Jes 219 


1 ὅτι δὴ τὸν ἀνωτάτω χηρύξας ϑεόν, . . . . τῆς πρὸς αὐτοῦ τοῦ πρεσβενυομέ- 
vov συνεργίας .... ἠξιώϑη L „und hat den höchsten Gott verkündet... . und 
wurde, weil er das bei Gott Geliebte wollte, .... .. gewürdigt“ 2 9 „und hat“ 


X streiche A vor 1m 211. UNE Bernstein 81 xc hier — 


παραχωρέω oder ähnlich; vgl. 8.132, 1 u. 10 
95 


132* Eusebius. 


Erde gekrochen, fortgescheucht durch den Namen unseres Erlósers, 
entsprechend den Herrschern (d. h. Dämonen), die die Strahlen seiner 
Gottheit nicht ertrugen, als er unter den Menschen wandelte, und ge- 
waltig aufschrieen, indem sie riefen: „Was haben wir mit dir gemein, 
5 Jesus, du Sohn Gottes?“ und sagten: „Bist du vor der Zeit gekommen, 
uns zu quälen? Wir wissen, wer du bist, du Geheiligter Gottes." 
Als aber die ägyptischen Dämonen hörten, daß die Lehre unseres Er- 
lösers in der ganzen Welt verkündet wurde, bekannten sie, nichts zu 
sein, verließen ihre gewohnten Plätze, sodaß sie mitsamt den Tem- 
10 peln und Gótzenbildern leer waren, und nahmen die Flucht und die 
Fortwanderung auf sich, durch göttliche Kraft in die Ferne getrie- 
ben. Alle Weissagungen wurden überall aufgehoben und nur der 
Christus Gottes und nur der Eine Gott, der durch ihn verkündigt 
ward, wurde bei jedermann gepriesen. XIV. Wer aber anders als 
15 unser Erlóser hat, durch seine Anrufung und durch die reinsten 
Gebete, die durch ihn zu dem über allem (stehenden) Gott geschickt 
werden, die Überbleibsel der bösen Dämonen aus dem menschlichen 
Leibe zu vertreiben Vollmacht gegeben denen, die rein und unge- 
schminkt dem besseren Leben der von ihm überlieferten Weisheit 
20 nachgehen? XV. Vernünftige (und) unblutige (Gottes)dienste aber, 
die in Gebeten und geheimen göttlichen Worten (bestehen) — wer 
anders überlieferte den ihm Nahestehenden, (sie) auszuüben, als er 
allein? Deswegen bestanden in der ganzen Menschenwelt feuerlose 
Altäre *gottgeziemender (Gottes)dienste und Weihgeschenke der Kirchen 
25 und geistige und vernünftige Opfer, die in gotteswürdigen (Gottes)- 
diensten dem Einen Gotte allein, dem Allkónig, von allen Vólkern dar- 
gebracht werden. XVI. Die Opfer aber, die durch Blut, Unreinheit, 
Rauch und Feuer vollendet werden, die grausamen und wahnsinnigen 
Menschenmorde und Menschenopfer — wer hat (sie) heimlich und mit 
30 unsichtbarer Kraft ausgelóscht und bewirkt, daß sie fernerhin nicht 
mehr geschehen, sodaß es auch die Geschichte der Griechen bezeugt, 


4 — Matth 829 5 — Mark 14 14-8. 140, 9 — Laus 2531—2592 


1 ,fortgescheucht'", wörtlich „bewegt“ — χεχινημένοι 2 „entsprechend 
ihren Herrschern“ X. Das Pronomen ist falsches Explizitum! 6 Salz.d — eio 


(vgl. 1768 jas Mr 28 συνέστη L „errichtete“ & (Verwechslung mit συνίστη) 


94 „und gottgeziemende Dienste“ €. Lies πόδια Σ, dnx. Vielleicht zu streichen 
-—L | ἐχχλησιῶν τε ἀφιερώματα L 29 „Menschenopfer“) wörtlicher „und daß 
Menschen nicht geopfert werden" Σ᾽ ἀνδροχτασίας τε καὶ ἀνθρωποϑυσίας L 


wv? 
“- 


Die syrische Theophanie Buch III. 133* 


da nicht vor, sondern nach der góttlichen Lehre unseres Erlósers in 
der Zeit Hadrians alle Menschenopfer auf der ganzen Erde aufgehoben 
wurden? 

XVII. Da alle diese offenkundigen Beweise die góttliche Kraft des 
Erlósers unser aller bestütigen, wessen Seele würe so eisern, nieht die 5 
Wahrheit zu bezeugen und seine göttliche Kraft und sein (göttliches) 
Leben zu bekennen? Denn es sind die Werke Lebendiger und keines- 
wegs Toter, und man sagt, daf das, was sichtbar ist, die Gestalt dessen 
sei, was fern (von jeder Gestalt und unsichtbar) ist. XVIII. Auf der 
Stelle aber gestern und vorgestern (noch) verwirrte das mit Gott küm- 10 
pfende Geschlecht (der Dämonen) das Leben der Menschen, führte und 
verführte es und vermochte viel. Als es aber aus den Menschen ver- 
trieben wurde, wurde es aufs Land geworfen, verüchtlicher als Kot, 
ohne Átem, ohne Bewegung, ohne Stimme, und nicht mehr gab es ihr 
Wort noch ihr Gedächtnis. XIX. Denn dies ist die Natur Toter, und 15 
derjenige, der nicht mehr ist, ist nichts. Und wer nichts ist, tut auch 
nichts. Wer aber zu jeder Zeit handelt und in jeder Stunde wirkt und 
mehr als die Lebendigen vermag, wie sollte man den für nichtseiend 
halten? Denn wenn er auch von den Augen des Leibes nicht gesehen 
wird, so (beruht) doch das Kriterium nicht auf den Sinnen. Denn nicht 20 
einmal die kunstgerechten Worte noch die lehrhaften Theorien prüfen 
wir mit den Sinnen des Leibes, noch hat jemals jemand den Verstand 
des Menschen, geschweige denn Gott und die Kraft Gottes mit Augen 
gesehen, sondern (nur) aus den Werken können wir solches erkennen. 
Deswegen ziemt es sich, auch bei dem Erlöser unser aller die ver- 2b 

393 borgene Kraft aus seinen Werken zu erkennen und zu beurteilen, mag 
es nun nötig sein zu gestehen, das, was bis jetzt von ihm geschehen sei, 
sei (Sache) eines Lebendigen, oder mag man sagen, es sei (Sache) eines 
Nichtseienden. Oder ist die Frage töricht und ungereimt?? Denn der, 
der nichts ist, ist nach allgemeinem Urteil offenbar nichtseiend und nichts 30 
vermögend, weder zu wirken noch zu handeln. Denn das ist die Natur 
der Toten, die der Lebendigen aber ist das Gegenteil. 


^n 


1 vgl. Praep. IV 174; Porphyrius De abstin. II ὅθ 18 vgl. Heraklit fr. 96 
Diels 15 vgl. die Lehre des Xenophanes in Praep. I 84 


8 „und man sagt“, wörtlicher „denn man sagt" 2] ὄψεις τε ἀδήλων φασὶν 
εἶναι τὰ φαινόμενα L 11 Zyív τε xal ἀπῆγεν L „führte und brachte" X 
12 ἐπεὶ L „weil‘ X 18 σχυβάλων ἐχβλητότερον L 29 τὸ ἐρώτημα L „seine 
Frage" & (Falsches Explizitum!) | ἀσύστατον) „nicht bestehend“ X 80 πάσαις 
ψήφοις L „durch alle Lose“ Z 


134* Eusebius, 


Fortan ist es Zeit, zu prüfen die Werke unseres Erlösers in unsern 

Tagen und die lebendigen Werke des lebendigen Gottes zu betrachten. 
Denn solcherlei Großtaten sind die lebendigen Werke eines Lebendigen und 
(zwar) eines solchen, der in Wahrheit Gottes Leben lebt. Du fragst, wel- 

5 ches diese (Werke) seien? Lerne! XX. Einige mit Gott kämpfende 
(Kaiser) zerstörten vor kurzem die für die Gebete (bestimmten) Ge- 
bäude mit vieler Streitlust, mit gewaltiger Kraft und mächtiger Hand 
von Grund aus, indem sie sie ausgruben, machten seine Kirchen un- 
sichtbar und bekämpften auf alle Weise den, der mit den Augen nicht 
10 gesehen wird, indem sie warfen und schossen mit unzähligen Wort- 
hieben, der Unsichtbare aber schützte sich unsichtbar vor ihnen. (Dann) 
aber waren sie nicht mehr auf Einen Wink Gottes, sie, die vor kurzem 
üppig und glückselig waren, die von jedermann mit göttlicher Ehre 
gepriesen wurden, die im Kreislauf vieler Jahre ihr Reich glänzend 
15 regierten, solange ihnen das lieb und friedlich war, was in späterer (Zeit) 
bekämpft wurde. Als sie sich aber änderten und mit Gott zu streiten 
sich erfrechten und ihre Götter dem unsrigen entgegenstellten, damit 
sie ihnen Beschützer und Vorkämpfer seien, da empfingen sie alle so- 
gleich in Einem Augenblick und auf den Wink und durch die Kraft 
20 des Bekämpften die Strafe für ihre Frechheit, sodaß sie vor dem Be- 
kämpfer flohen und ihm den Rücken wandten, seine Gottheit bekannten 
und zuließen und gestatteten das Gegenteil von dem, was sie früher 
sich erfrechten. Der aber errichtete sofort das Siegeszeichen auf der 
ganzen Erde und schmückte die ganze Schöpfung wiederum wie früher 
25 mit Tempeln, die rein und wie für die Gebete bestimmt waren, sodaß 
er in jedem Dorf, in jeder Stadt, an allen Orten und in der Wüste 
der Barbaren heilige und geweihte Stätten für den Einen Gott, den 
Allkónig, den Herrn des Alls heiligte, woher (auch) das, was geweiht 
wurde, des Namens des Herrn gewürdigt wurde, und nicht nur von 
30 seiten der Menschen eignete ihnen zufällig *dieser Beiname, sondern 


98 ff. vgl. Praep. V 17 


8 7 γὰρ ob ζῶντος xai 9600 ζωὴν ὡς ἀληϑῶς ζῶντος ἔργα ζῶντα τυγχάνει 
τὰ τοιαδὶ χατορϑώματα; 1, Vom X in Aussage verwandelt: „Denn die lebendigen 
Werke Gottes sind Leben in Wahrheit dessen, der lebendig ist in seinen Werken“ X 
4 wörtlicher „indem du fragst, lerne" Σ᾽ τίνα δὴ ταῦτα, ἐρωτᾶς; μάνϑανε L 
15 ὅτε δὴ τὰ πρὸς τὸν ὕστερον πολεμηϑέντα φίλα τε ἦν αὐτοῖς xal εἰρηναῖα 1, 
„denn bevor sie mit dem Letzteren kämpften, war ihnen Friede und Liebe" Σ 
24 „wie früher" X ἐξ ὑπαρχῆς L 2b ναοῖς τε ἁγίοις xal προσευχτηρίων σεμνοῖς 
ἀφιερώμασι 11 80 οὐχ ἐξ ἀνθρώπων τυχόντα τῆς ἐπικλήσεως L] 1. ΚΟ PSm 


294 


Die syrische Theophanie Buch III. 135* 


auch von seiten des Herrn des Alls. Deswegen wurden sie des Namens 
»Haus des Herrn" gewürdigt. 

Oder wer will mag in die Mitte treten und lehren: Wer hat nach 
einer so großen Zerstörung und Verödung derartige Gebäude in der 
ganzen Welt vom Erdboden in die Höhe errichtet, wer hat das, dem 
jede Hoffnung abgeschnitten war, einer *zweiten, viel besseren Erneue- 
rung gewürdigt als früher? Das größte Wunder des Logos ist, daß er 
sie erneuerte keineswegs nach dem Tode der mit Gott kämpfenden 
(Kaiser), sondern während die noch am Leben waren, die sie zerstörten, 
(sodaß) sie durch ihren (eigenen) Mund und durch ihre (eigene) 
Schrift den Widerruf ihrer Frechheit verkündeten. Dies taten sie kei- 
neswegs, während sie in Ergötzung waren, noch in menschenfreundlichem 
Geist, wie jemand meinen möchte, sondern durch Gottes Hiebe ange- 
trieben. XXI. Er aber hat auch nach all diesen Wintern der Ver- 
folgung und auf dem Gipfel des Unheils Myriaden Männer, die Lieb- 
haber (sind) eines Lebens der Weisheit, und weibliche Priesterinnen und 
Scharen von Jungfrauen, die in vollkommener Heiligkeit die ganze Zeit 
ihres Lebens *existieren, durch die Lehre der göttlichen Erkenntnis er- 
leuchtet und in der ganzen Welt zusammengebracht. XXII. Enthaltung 
aber (zu üben) von Speisen und viele Tage (lang) ohne Essen und ohne 
Wein und mit Lagern auf der Erde willig auszuhalten und die Aus- 
dauer eines festen und kräftigen Lebens mit Besonnenheit zu benutzen, 
wer überredete (dazu) die Weiber und Myriaden von Kindern und 
Mengen von Männern, sodaß er durch das Verlesen (der) göttlichen 
(Schrift) bewirkte, daß sie den vernünftigen Seelen entsprechende, ver- 
nünftige Speisen gegen die leiblichen Speisen eintauschten? XXIII. Wer 
lehrte die barbarischen und ländlichen Männer, Weiber, Kinder und 


1 παρὸ καὶ χυριαχῶν ἠξίωνται τῶν ἐπωνυμιῶν L τῆς ἐπωνυμίας Valesius 
8 „oder‘ &< L. Zu streichen? 6 δευτέρας... . ἀνανεώσεως Lj Ἰ. ecu 
9 τῷ βίῳ περιόντων L „in der Welt“ Z 10 ὡς L — X 1. 3123 11 τὴν 
παλινῳδίαν L „die Wiedergeburt“ X 18 1. mandırd 14ff. uc ..... μυρίους 
ἄνδρας γυναικῶν τε ἱερείας... . χαϑ' ὕλης συνίστη τῆς οἰχουμένης τροφῶν δ᾽ 
(< Hkl) ἀποχαῖς ἀσιτίαις τε χαὶ ἀνοινίαις πολνυημέροις προϑυμότατα διαχαρτερεῖν 
ἐγχρατείᾳ τε χαὶ ῥώμῃ βίοι στερροῦ χρῆσϑαι μετὰ σωφροσύνης; τίς γύναια xal 
μυρία πλήϑη ἀνδρῶν ἀναπέπεικεν λογιχὰς τροφὰς ψυχαῖς λογικαῖς καταλλήλους 
δι᾽ ἐνθέων ἀναγνωσμάτων ἀντιχαταλλάξασϑαι τῶν τοῦ σώματος τροφῶν; 1, 
20 wörtlich „ohne Essen und mit Lagern auf der Erde (= χαμευνίαις) und ohne 
Wein“ X 25 „daß sie vernünftige Speisen anstatt der leiblichen Speisen ver- 
nünftige Seelen einander eintauschten" X. Vielleicht edo zu lesen. 


10 


15 


20 


136* Eusebius. 


Myriaden Sklaven (und) *Mengen der Völker, den Tod zu verachten 
und überzeugt zu sein, daß die Seele unsterblich und daß das „Auge 
der Gerechtigkeit" offenbar ein Aufseher der gerechten und frevlen 
Taten der Menschen sei, und das Gericht Gottes zu erwarten, (und) 

5 daß es nötig sei, um dieser (Dinge) willen sich um ein frommes und 
keusches Leben zu kümmern. Denn sonst, wenn sie nicht so wären, 
sei es unmöglich, sich dem Joch der Frömmigkeit zu unterziehen. Dies 
wird von dem, der von uns allein Gott genannt wird, bis jetzt 
bewirkt. 

10 - XXIV. Aber dies wollen wir lassen und vielmehr auf andere 295 
Weise dem, dessen Verstand versteinert ist, auch von solchen Fragen 
aus nahen, indem wir ihn so fragen: Wohlan, du, laf los ein ver- 
nünftiges Wort, bringe eine Frucht hervor, nicht aus törichtem Herzen, 
sondern aus geistiger und vernünftiger Seele und sprich, indem du viel bei 

15 dir selbst nachsinnst! XXV. Wer anders jemals von denen, die seit 
Ewigkeit gepriesen wurden, wurde wie der, der von uns Gott genannt 
wird, durch Prophetenworte von oben her vor Myriaden Zeiten er- 
kannt und *vorher verkündigt bei den vor alters gottgeliebten Kindern 
der Hebrüer, die auch den Ort seiner Offenbarung, die Zeit seines 

20 Kommens, die Art seines Lebens, seine Kraft, seine Worte und Taten 
vorher in den göttlichen Schriften beschrieben haben? XXVI. Oder 
wer ist so schnell als Rächer erschienen dessen, was man gegen ihn 
sich erfrechte, sodaß er auf der Stelle diejenigen, die gegen ihn frevel- 
ten, das ganze Volk der Juden mit geheimer Kraft bestrafte und ihren 

25 königlichen Ort völlig von Grund aus zerstörte und ihren Tempel zusammen 

. mit seinen Heiligtümern zu Boden stürzte? XXVII. Wer hat Vorher- 
verkündigungen über eben "diese, die (erwähnten) gottlosen Männer 


2 vgl. Fragm. Trag. Adesp. 421; Praep. XIII 13« 15—21 — 2. Bruchstück 
der griech. Theoph. 


1 παῖδας xal οἰκετῶν γένη πλήϑη vt urola μυρίων ἐθνῶν L „und Myriaden 
vieler Sklaven der Völker“ X. Lies ΩΝ, ὥροο, aber die Verderbnis ist viel. 
leicht größer 8 „offenbar“ < L 18 φωνὴν λογιχὴν ἀφείς, μὴ ἐξ ἠλιϑίου 
καρδίας ψυχῆς δὲ νοερᾶς xal λογικῆς χαρπὸν προβαλλόμενος, λέγε δὴ, παρὰ σαυτῷ 
πολλάχις ἐπισχεψάμενος L „laß los ein vernünftiges Wort nicht aus tórichtem 
Herzen, sondern bringe die Frucht einer geistigen und vernünftigen Seele hervor 
und sprich bei dir selbst, indem du viel nachsinnst" Z 18 προεχηρύχϑη Th. 
gr. „und bestand und wurde verkündigt“ 8 1. aracırda 28 ὡς ἅμα tf 
κατ᾽ αὐτοῦ draosßeia τὸ πᾶν Ἰουδαίων ἔϑνος ἀοράτῳ δυνάμει μετελϑεῖν L 27 προρ- 
ρήσεις αὐτῶν τε τούτων πέρι τῶν ἀσεβῶν ἀνδρῶν, ἀμφί τε τῆς . . . . ἐχχλησίας 
χαταλλήλους τοῖς πράγμασιν ἀποφϑεγξάμενος L „über eben dies" & 1. , Oc 31 


Die syrische Theophanie Buch ΠῚ. 137* 


und über die von ihm in der ganzen Welt gegründete Kirche *eben 
den Werken entsprechend vorhergesagt und ihre Wahrheit durch seine 
Werke erwiesen wie unser Erlöser, der über den Tempel der gottlosen 
(Juden) sagte: „Siehe! Euer Haus wird öde gelassen werden“, und 
„Nicht soll ein Stein auf dem andern bleiben an diesem Orte, der nicht 5 
aufgelöst würde“? Über seine Kirche aber sagte er: „Auf diesen Felsen 
will ich meine Kirche bauen und die Riegel des Scheol sollen sie nicht 
überwältigen.“ 

XXVIII. Dies aber, daß er arme und dörfische Männer vom Fisch- 
fang zur Herrschaft änderte und eben diese zu Üesetzgebern und 10 
Lehrern der ganzen Menschenwelt machte, wie scheint dir das? Daß 
er ihnen dann versprach, mit dem Worte sagte und durch die Tat sie 
zu Menschenfischern machte und so große Tüchtigkeit und Kraft ihnen 
gab, daß sie sogar Schriften verfaßten und Bücher überlieferten, und eben 
diese so bestätigte, daß sie in der ganzen Welt in alle Sprachen der 15 

296 Griechen und Barbaren übersetzt und bei allen Völkern gelernt wurden 
und (daß) man glaubte, die in ihnen geschriebenen Worte seien gött- 
lich? XXIX. Wie aber scheint dir, daß er die Zukunft vorhersagte 
und seinen Jüngern vorher bezeugte, daß sie deswegen, weil sie ihn 
bekannten, vor Könige und vor ἡγεμόνες kommen und bestraft werden 20 
und die schwersten Qualen ertragen sollten? XXX. Dies aber, daß er sie 
auch willig machte, dies zu ertragen, und mit den Waffen der Frömmigkeit so 
wappnele, daß sie in bezug auf ihre Seelen fester als Diamant in den 
‘Kämpfen gegen ihre Widersacher erschienen, wie sollte (dies) nicht jedes 
Wort übersteigen? XXXI. Und daß er nicht nur denjenigen, die ihm an- 25 
hingen, sondern auch denjenigen, die von ihnen (die Lehre) empfingen und 
wiederum auch denjenigen, die (noch) spüter (Jünger) wurden und den- 


4 — Matth 238... 5 — Matth 242 86 — Matth 1618 — 9 ff. vgl. Matth 
418ff. 20 vgl. Matth 10:15. 9211ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 419 


2 „offenbar (χαταδήλως ἢ) und mit Werken" X. Das A vor pa streiche 
2 πιστὰς ἔδειξε ταύτας τοῖς ἔργοις L „ihre Werke“ 3. Falsches Explizitum! 
9 ἐξ ἁλείας μεταγαγεῖν τὴν ἀρχὴν (= ,überhaupt^) L εἰς τὴν ἀρχὴν Z 16 μετα- 
ϑαλλομένας L „aufgenommen wurden" Σ᾽ — μεταλαβομένας — 91 τὸ δὲ xal προ- 
ϑύμως αὐτοὺς ταῦϑ᾽ ὑπομεῖναι παρασκευάσαι εὐσεβείας τε ὅπλοις οὕτω φραξαι, 
ὡς ἀδάμαντος τὰς ψυχὰς χραταιοτέρους ἐν τοῖς πρὸς τοὺς ἀντιπάλους ἀγῶσι 
διαφαίνεσθαι, ποῖον οὐχ ἂν ὑπερβάλοιτο λόγον; L „Und dies aber, daß er sie zu- 
bereitete, daß sie willig ertrugen und mit den Waffen der Gerechtigkeit wie Diamant 
so fest ihre Seele wappneten, daß sie erschienen in den Kämpfen ihrer Widersacher, 
wie übersteigt (dies) nicht alle Worte?" & 


138* | Eusebius. 


jenigen, die bis jetzt zu unserer Zeit (Christen sind), die Kraft in ihrer 

Seele so befestigte, daß sie, obwohl sie nichts Todeswürdiges taten, alle 

Strafen und alle Arten der Foltern gern um der Gerechtigkeit des ober- 

halb von allem (stehenden) Gottes willen ertrugen, wie sollte das nicht 
5 jedes Wunder übersteigen? 

XXXI. Aber wer jemals von den Königen, der so lange Zeit in 
seiner Herrschaft (war), vollendete (dies)? Wer siegte so nach seinem 
Tode und richtete das Siegeszeichen über seine Feinde auf und unter- 
warf alle Örter, Plätze und Städte der Griechen und Barbaren und über- 

10 wältigte mit verborgener Kraft *und mit unsichtbarer Rechte *seinen 
Widersacher? XXXIII. Die Hauptsache aber von all dem Gesagten, 
der Friede, der durch seine Macht auf der ganzen Erde besorgt wurde, 
über den wir das Geziemende vorher gesagt haben, welches Lästermaul 
sollte er nicht stopfen, indem so in der Tat mit seiner Lehre die Liebe 

15 und Einheit unter allen Völkern (nebenher)lief und (indem) so früher 
durch die Propheten Gottes der Friede der Völker in der ganzen 
Welt vorher verkündigt ward und das von ihm in alle Völker gesäte 
Wort. 

Aber (zu) klein wäre Ein Tag, um zu versuchen, die offenkundigen 

20 Beweise der göttlichen Kraft des Logos Gottes, des Erlösers aller, die Σ 97 
bis jetzt *gesehen werden, zu sammeln und zu zeigen, das niemals 
und von Ewigkeit her keiner, weder bei Griechen *noch bei Barbaren, 
eine derartige vorzügliche und göttliche Kraft gezeigt hat wie der, der 
bei jedermann als Erlöser des Alls und eingeborner Logos des oberhalb 

25 von allem (stehenden) Gottes verkündigt wird. Was aber rede ich von 
Menschen, da ja nicht einmal von denen, die bei allen Völkern Götter 
genannt werden, eine Natur wie diese auf Erden erschienen ist! Oder 
wer will, möge es zeigen. Es möge herantreten jeder Philosoph, den 


6 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 430 19 vgl.o. S. 127 2. 128: 18 vgl. Röm 319 


6 ἀλλὰ βασιλέων εἰς τοσοῦτον αἰῶνα τίς πώποτε χρατῶν διετέλεσεν; 10 ἀορά- 
τῳ (δυνάμει + 2) xal ἀφανεῖ δεξιᾷ L „mit verborgener Kraft der unsichtbaren 
Rechten 21. efasmamo 11]. aalsanlsl mit HS 14 „Lehre“ + χαὶ 
τῷ χαταβληϑέντι ὑπ᾽ αὐτοῦ τῷ παντὶ χόσμῳ κηρύγματι L. Vielleicht in Y aus- 
gefallen 21 ἐπιλείψει mE... . τὰς ἐναργεῖς ἀποδείξεις... . τὰς ἐχ τῶν 
εἰσέτι νῦν ὁρωμένων dp’ ἕν πειρώμενον σινάγειν καὶ συνιστᾶν L „die bis jetzt 
gezeigt werden“ X 1. ers 22 „noch bei Barbaren“ < Lee 1]. «Δα 


«ἀξπϑῖ9 hal nit HS 


Die syrische Theophanie Buch III. 139* 


es gibt, und uns sagen, von welchem Gott oder Heros von aller Ewig- 
keit her *jemals gehört wurde, daß er die Lehren, die ein ewiges Leben 
und ein himmlisches Reich verursachen, den Menschen überliefert habe 
wie unser Erlöser, der bewirkte, daß Myriaden Mengen in der ganzen 
Welt durch seine weisen Lehren geübt (erzogen) wurden, und 5 
sie überredete, einem himmlischen Leben nachzujagen, dies zeit- 
liche Leben aber zu verachten und die himmlischen Wohnplätze zu er- 
hoffen, die für die gottliebenden Seelen aufbewahrt sind. XXXIV. Welcher 
Gott oder Heros hat völlig von Sonnenaufgang *bis zu ihrem Unter- 
gang, bald so. schnell wie der Lauf der Sonne, mit den glänzenden 10 
Strahlen seiner Lehre die Erde erhellt und erleuchtet, sodaß alle Völker 
auf der ganzen Erde dem Einen Gott Einen und denselben Gottesdienst 
vollendeten? XXXV. Welcher Gott oder Heros hat jemals alle Götter 
und Heroen der Griechen und Barbaren verdrängt und ein Gesetz er- 
lassen, daß keiner von jenen für einen Gott gehalten werde und, nach- 15 
dem er das Gesetz gegeben hatte, sie überzeugt? Als dann aber alle 
mit ihm kämpften, hat er, obwohl er (nur) Einer war, das ganze ihm 
entgegenstehende Heer vernichtet und ist besser erschienen als 
alle Götter und Heroen von Ewigkeit her, sodaß er in der ganzen 
Menschenwelt der eingeborne Logos Gottes von allen Menschen genannt 20 
wurde. XXXV]. Welcher Gott oder Heros hat jemals völlig allen 
Völkern, die auf dem großen στοιχεῖον der ganzen Erde wohnen: denen 
auf Erden und denen im Meere, überliefert, in jeder Woche an dem 
Tage, der bei den Griechen der Sonntag heißt, ein Fest zu feiern in 
Heiligkeit der Seele und des Leibes und sich zusammen zu vereinigen, 25 
Σ95 und hat sie zubereitet, nicht die Leiber zu *mästen,; sondern die Seelen 
durch die göttliche Lehre zu beleben? XXXVII. Welcher Gott oder 
Heros hat wie der unsrige, als man so mit ihm kämpfte, das Sieges- 
zeichen wider seine Feinde aufgerichtet? Denn sie hörten nicht auf, 
von Anfang bis zu Ende mit seiner Lehre und mit seinem Volke zu 80 


1 tig éx τοῦ παντὸς αἰῶνος ἤκουσέν (ἤχουσται Var.) ποτε ϑεὸς xal ἥρως 
αἰωνίου ζωῆς οὐρανίου τε βασιλείας μαϑήματα πρόξενα παραδεδωχὼς ἀν- 
ϑρώποις L ὦ „und jemals" Σ. Streiche a | ,daf er die Lehren eines ewigen 
Lebens und himmlischen Reiches, etwas was nicht neu ist“ 2 (— οὐ ξένα ἢ 9 „und 
bis" streiche & 10 μόνον οὐχὶ τὸν ἴσον ἡλίῳ διϊππεύσας δρόμον L] wörtlich: „eilends 
und wie die Schnelligkeit des Laufes der Sonne“ € 11 τὴν (scil. γῆν) ἀφ᾽ ἡλίου 
ἀνίσχοντος L „die Erde“ < Σ 14 παραγχωνισάμενος L „bekämpft“ 3 (— παρα- 
γωνισάμενος Ὁ) 24 τὴν κυριακὴν χρηματίζουισαν ἡμέραν L 26 πιαίνειν 1, 
„hören“ 2], , ΘΑΞΩΣΣ PSm 


1405 Eusebius. 


streiten, er aber hat ungesehen (und) verborgen sie vernichtet und die 
Seinen mit den *göttlichen Häusern zu großem Ruhm geführt. Was 
ist es nötig, durch Worte die göttlichen Kräfte des Erlósers unser aller, 
die besser sind als jedes Wort, sammeln zu wollen, da ja auch, wenn 
5 wir schwiegen, die Dinge schreien würden zu denen, die Ohren der 
Seele besitzen, XXXVIII. (daß) dies seltsam ist in Wahrheit und etwas, 
das nicht wahrscheinlich ist, und (daß) von Ewigkeit her die Welt der 
Menschen dies Eine Ding (hervor)brachte und einst der in Wahrheit 
einzige Sohn Gottes denen auf Erden erschien, durch den das ganze 
10 Menschengeschlecht den Zugang zur wahren Frómmigkeit vermóge 
seiner (des Logos) Natur empfing, sodaß fortan in der ganzen Menschen- 
welt Plätze (für das Anhören) der göttlichen Worte und für den Unter- 
richt in der göttlichen Lehre bestanden und barbarische und wilde 
Menschen ihren Sinn zur Friedfertigkeit änderten, sodaß die vernünftige 
15 Beschaffenheit ihrer Seele eben seine (des Logos) Tüchtigkeit empfing, 
durch die sie ihren Vater im *Himmel, den Erlóser aller, den ein- 
gebornen Logos Gottes, den Allkönig erkannten und eben ihm und 
durch ihn dem, der die Ursache alles Guten ist, die schuldigen Hymnen 
und Segnungen und die gebührenden Bekenntnisse darbrachten, sodaß 
20 fortan fromme Hymnen und Bekenntnisse, die zu denen der Engel- 
scharen im Himmel stimmen, auch von den Bewohnern des στοιχεῖον 
der Erde jeden Tag und jede Nacht *geschickt wurden. 
XXXIX. Die erlösenden und der Welt helfenden Taten der Theo- 
phanie des göttlichen Logos unter den Menschen (waren) also diese und 
25 Myriaden andere (Dinge) wie sie, um derentwillen er, (als) er in die 
Welt der Menschen kam, keineswegs das tat, was seiner Gewohnheit 
entsprach, er der unkörperlich (ist) und verborgen durch die ganze Welt 
*geht, der eben in Werken, denen im Himmel und denen auf Erden, 


95—S 141, 6 — Laus 2418—15 


1 ὁ δ᾽ ἀφανὴς ἀφανῶς L 2 τοὺς οἰχείους αὐτοῖς ἱεροῖς oixoig („eben durch 
die heiligen Häuser“) ex) μέγα δόξης προῆγεν L] 1. «λει 6 Hauptsatz 2] τοῦτο 
ξένον ἀληθῶς xal παράδοξον xal ἕν μόνον τὸν βροτὸν ἀνϑρώπων ἐνηνοχέναι xal 
τὸ (τοῦ Var.) ἀληθῶς παῖδα ϑεοῦ μόνον ἐξ αἰῶνος ἐπὶ γῆς ὦφϑαι 1,... xal ἕν 
μόνον «ἐξ αἰῶνος" τὸν χόσμον ἀνϑρώπων ἐνηνοχέναι τὸ ἀληθῶς παῖδα ϑεοῦ [] 
(τοῖς ἐπὶ γῆς ὦφϑαι Hkl xal ἕν χρῆμα “ἐξ αἰῶνος, τὸν βίον τῶν ἀνθρώπων ἐνη- 
νοχέναι xal (note) τὸν (μόνον ἀληϑῶς παῖδα ϑεοῦ ( ] (toig) ἐπὶ γῆς ὦφϑαι Gr 
nach E 16]. más0x.23 mit HS (Druckfehler) 22 1. ἸΤΟΝΣΣ mit HS 98 τὸν 


ἅπαντα χόσμον ἀφανῶς éninopevouévo L „macht“ X 1. gar 


Die syrische Theophanie Buch 11]. 141* 


29% seine gewaltigen Taten zeigt, sondern in neuer und in einer seiner 
Gewohnheit fremden Weise. Denn durch ein sterbliches Instrument 
(d. h. den Leib) hielt er, wie der König durch einen Dolmetscher, offen- 
kundig seine Reden (zu) und seinen Umgang mit den Menschen, indem 
er sich bemühte, das Sterbliche durch das ihm Ähnliche lebendig zu 5 
machen (zu erlósen). 

Aber da es ersichtlich ist, daß keineswegs Ein (Grund), sondern viele 
Gründe vorhanden waren, um derentwillen der Erlóser aller seine Theo- 
phanie unter den Menschen veranstaltete, so ist es nötig, nach diesen 
(Dingen) auch in kurzem zu sagen, aus welchem Grunde er ein mensch- 10 
liches Gefäß gebrauchte und zu dem Verkehr unter die Menschen kam. 
Und wie sollte sonst die góttliche, verborgene, unsichtbare und untast- 
bare οὐσία, eben der unleibliche und unkörperliche Verstand, der Logos 
Gottes, den leiblichen Menschen, die in die Tiefe des Bösen eingetaucht 
waren und im Werden und auf Erden Gott suchten, und anders 15 
den Schöpfer der Schöpfung des Alls und den Werkmeister nicht 
schauen können oder wollen, — (wie sollte sie sonst) sich zeigen als 
in menschlicher Zusammensetzung und Gestalt, die uns bekannt wird 
wie durch einen Dolmetscher? Denn wie sollten die leiblichen Augen 
anders das Unkörperliche Gottes sehen? Wie sollte aber die sterbliche 20 
Natur den Verborgenen, Unsichtbaren entdecken, ihn, den sie aus Myri- 
aden Werken nicht erkannt hat? Deswegen also bedurfte er eines 
sterblichen Instrumentes und eines passenden Hilfs(mittels) für den Ver- 
kehr unter den Menschen, weil ihnen dies lieb war. Denn man sagt, 
daß alle das lieben, was ihnen gleicht. Denn wie der Großkönig einen 25 
Dolmetscher sehr nötig hat, der die Worte des Königs den Massen, die 
verschieden sind an Gehör (d. ἢ. in der Sprache), und den Städten sagt, 
so hat auch der góttliche Logos, der die Seelen im Leibe (der Menschen) 
zu heilen bereit war und sich auf Erden zeigen wollte, ein Medium, 
gleichsam einen Dolmetscher und ein kórperliches Vehikel nótig. Es 30 


9—18 — Laus 24116—22 22—25 — Laus 24133—34 25 — Platon Nomoi 
716 C 837 A Lysis 214; Praep. XIII 1316; Jes. Sir. 1315f. 


1 χαινοτέρῳ δὲ xal τὸν συνήϑη παραλλάττοντι τρόπῳ L 4 τὰς πρὸς τοὺς 
ϑνητοὺς ὁμιλίας τε xal διατριβὰς Inge L 11 εἰς ἀνθρώπων διατριβὰς παρῴει L 
15 „im Werden“) ἐν γενέσει L | xal ἐπὶ γῆς xaro L 25 τὰ ὅμοια 
γοῦν, φασί, τοῖς ὁμοίοις φίλα L „alles“ Σ 27 „die verschieden sind an Gehör“ 
Σ ist nicht ganz verständlich, da weder eX dis. 93X-299 noch das vermutliche ἀχοή 
die Sprache bedeutet. Ein πολυήχοος könnte sich nur auf den Dolmetscher be- 
ziehen. Man erwartet etwa δήμοις noAryAwaooıg xal πόλεσιν 


4423 Eusebius. 


war dies ein menschliches Instrument, durch das er die Beschaffenheit 
der geheimen Tiefen der Gottheit den Menschen offenbarte. Und nicht 
nur (dies), sondern auch denen, die sich über die (Sinnes)wahrnehmung 
dessen, was man sieht, freuen und in Bildern und Schnitzarbeiten 
5 (γλυφαῖ) seelenloser Götzen Götter suchen und (die) phantasieren, Gott sei 
in ὕλη und in Körpern und (die) um ihrer Schwäche und ihres Ver- 
standes*wahnsinns willen sterbliche Menschen von Natur Götter nannten, 
(ihnen) zeigte sich gerade so auch der (menschen)freundliche Logos 
Gottes. Deswegen machte er sich als allerheiligsten Tempel *ein körper- 
10 liches Instrument, *eine sinnlich wahrnehmbare Wohnung für die ver- 
nünftige Kraft, *ein reines und ganz vorzügliches Bild, *kostbarer als 
alle seelenlosen Götzen. Denn das aus seelenloser ὕλη (bestehende) *Bild, 
das nach Art des Erzes und Eisens, des Goldes und Elfenbeins, der 
Steine und Hölzer in ὕλη zum Irrtum der Toren durch die Hände ba- 
15 nausischer Männer gefertigt ist, war als Wohnung für die Dämonen 
passend. Das göttliche Bild aber, das mit der Weisheit göttlicher Kraft 
geschmückt war, hatte am Leben und an der geistigen οὐσία teil, ein 
Bild voll jeglicher Tugend, ein göttliches Bild als Wohnung des gött- 
lichen Logos und als heiliger Tempel des heiligen Gottes, das durch die 
20 Kraft des heiligen Geistes bereitet war. Der in ihm wohnende Logos 
war mit den Sterblichen durch das ihnen Verwandte (d. ἢ. durch den 
Leib) wie durch einen Dolmetscher zusammen und wurde (dadurch) er- 
kannt, keineswegs aber verfiel er ihnen gleich den Leiden, noch war er 
nach Art der menschlichen Seele an den Leib gebunden, noch änderte 
25 er sich in seiner Gottheit, indem er an sich geringer erschien. Denn 
wie die Strahlen des Sonnenlichtes nichts leiden, wenn sie das All er- 
füllen und *tote und unreine Körper berühren, so leidet die unkörper- 
liche Kraft *des Logosgottes in ihrer οὐσία noch viel weniger und wird 


8—S. 145, 7 — Laus 24124—24411 25-148, 2 = Dem. IV 131 
7 | e hotarzo Schultheß mit HS | ἀνηγόρευσαν (ἀναγορεύουσι Var.) 


καὶ ταύτῃ πη 1, 9 ff. „und ein“ & streiche das A, ebenso vor den folgenden 
Appositionen 12 τὸ μὲν γὰρ ἐξ ὕλης ἀψύχου δείχηλον, χερσὶ βαναύσων ἀνδρῶν 
ἐν εἰχύνι χαλχοῦ xal σιδήρου... .. ἐν ὕλῃ τετεχνασμένον 1. Man erwartet 

(streiche 3) nach "ML oder «X93. „Denn das aus seelenloser ὕλη 
(Bestehende), das nach Art des Bildes des Erzes" X 14 wörtlich: „durch die 
Hände der Schmiedeleute“ X 16 ἄγαλμα σοφίας ἐνθέου δυνάμει πεποικιλμένον L 
19. 20 „das — war“ < L 9 οὐδέ γε χείρων αὐτὸς; αὐτοῦ γενόμενος L 27 ve- 
χρῶν L .sterbliche* X ] a0 28 τοῦ ϑεοῦ λόγου δίναμις L „die Kraft, 
der Logosgott" Y 1. enden 


2100 


ΣΟΙ 


Die syrische Theophanie Buch III. 143* 


nicht geschädigt, noch wird sie jemals geringer als sie selbst (ist), wenn 
sie unkörperlich einen Körper berührt. 

So also bot sich der Erlöser aller selbst als hilfreich und erlösend 
jedermann dar durch das menschliche Instrument, das er zeigte, in- 
dem er wie ein musikalischer Mensch durch die Leier seine Weisheit 5 
zeigen will. Ein griechischer Mythus aber lehrt, daß Orpheus mit 
seinem Gesange allerlei Tiere *bezauberte und den Grimm der Wilden 
besänftigte, indem die Saiten an dem Instrument mit dem Plekirum | ge- 
schlagen wurden, und dies wird in der Schar der Griechen besungen und 
geglaubt, daß eine seelenlose Leier die Tiere bändigte und (daß) sogar Bäume 10 
und Eichen umänderte das, was der Musik ähnlich ist. Darum brachte 
der allweise und ganz vorzügliche Logos Gottes den Seelen der Menschen, 
die in mannigfaches Unheil verstrickt waren, allerlei Heilungen, ergriff 
das musikalische Instrument, das Werk seiner Weisheit, *den Menschen 
mit Händen (und) stimmte durch ihn Gesänge und Beschwörungen für 15 
die vernünftigen, aber nicht für die unvernünftigen Lebewesen an und 
heilte jede wilde Sitte der Griechen und der Barbaren und die rohen 
und tierischen Leidenschaften der Seelen mit den Heilmitteln göttlicher 
Lehre und zeigte den kranken Seelen, die Gott im Werden und in den 
Körpern suchen, wie ein vorzüglicher Arzt durch ein ihnen verwandtes 20 
und ähnliches Hilfs(mittel) Gott im Menschen. Und ferner kümmerte 
er sich um die Leiber nicht weniger als um die Seelen und bereitete 
für die leiblichen Augen der Menschen das, was er durch den Leib tat, 
zu sehen: staunenswerte Wunder und göttliche Zeichen und Kräfte, 
dem leiblichen Ohre aber ferner verkündete er die Lehren durch Zunge 25 
*und Fleisch, alles dies aber vollendete er durch den Leib, den er trug, 
wie durch einen Dolmetscher für diejenigen, die nicht anders als nur 
so seine Gottheit wahrnehmen können. 

Dies aber wurde verrichtet nach dem Willen seines Vaters, indem 
er selbst wiederum ohne ὕλη und ohne Körper blieb, wie er (auch) 30 
vordem beı seinem Vater war, ohne daß er in seinem Wesen verändert 
und ohne daß (etwas) von seiner Natur vernichtet ward und ohne durch 


3—6—Dem.IV 133.4 19—21 — Dem.1V134 21—8.144,88 —Dem, VI 135—ı0 


8 ἐν ὀργάνῳ πλήχτρῳ xpovouivov χορδῶν L „durch das befestigte (= πηχτῷ) 
Instrument, indem die Saiten an ihm geschlagen wurden" X 12 ,ganz vorzüg- 
liche“ (= πανάρετος ἢ FE παναρμόνιος L 14 μουσικὸν ὄργανον χερσὶ λαβών, 
αὐτοῦ ποίημα σοφίας, τὸν ἄνϑρωπον, φδὰς καὶ ἐπῳδὰς .... ἀνεχρούίετο L „und 
den Menschen, die Gesänge und Beschwörungen ... stimmte er an“ Y ]. das 
a vor eO das statt vor e 26 διὰ γλώττης xal σαρχὸς] 1. aa 


144* Eusebius. 


die Fesseln des Leibes gehindert und ohne nur dort zu sein, wo sein mensch- 
liches Instrument war, und ohne von anderen Orten des Alls ferngehalten 
zu sein. Sondern freilich auch damals, als er unter den Menschen lebte, 
erfüllte er das All, war mit dem Vater und war in ihm und sorgte auch 
5 damals für alles zugleich, für das was im Himmel und auf Erden ist, nie- 
mals nach unserer Art von der Allgegenwart ausgeschlossen noch in 
seinem gewohnten göttlichen Handeln gehemmt, sondern einerseits gab 
er zwar von sich aus dem Menschen, (d. h. dem Leibe), andererseits 
aber empfing er nichts von dem Menschen, und unterstützte zwar aus 
10 göttlicher Kraft das Sterbliche, nahm aber nichts auf aus der Gemein- 
schaft des Sterblichen. Nicht wurde der Unkörperliche befleckt, als der 
Körper geboren ward, noch litt er, der ohne Leiden ist, in seinem 
Wesen, als das Sterbliche wieder von ihm getrennt wurde, deswegen 
weil nicht einmal, wenn es so (sich träfe), sobald eine Leier zerbrochen 
15 wird oder ihre Saiten zerrissen werden, derjenige etwas leidet, der sie 
schlägt, noch würden wir mit Recht sagen, wenn der Leib eines weisen 
Mannes bestraft wird, daß die Weisheit des Weisen oder die Seele im 
Leibe geschlagen oder verbrannt wird. So ist es noch viel weniger 
richtig zu sagen, daß die Kraft des göttlichen Logos irgend einen 
20 Schaden an den Leiden des Körpers nahm, weil nicht einmal das Bei- 


da 


spiel des Lichtes (gestattete), daß die Strahlen der Sonne, während sie . 


vom Himmel auf die Erde gesandt werden und Schmutz und Lehm 
und Befleckung jeder Art berühren, etwas befleckt werden. Nichts würde 
freilich hindern zu sagen, daß auch sie vom Glanz des Lichtes leuchten. 
25 daß aber das Licht nicht trübe, noch die Sonne verunreinigt wird durch 
die Vermischung mit den Körpern, obwohl dies der Natur der Körper 
nicht fremd wäre. Der Logos Gottes aber, ohne ὕλη und ohne Körper, 
der dasLeben selbst und das verständige Licht selbst ist, — alles, was 
er mit unkörperlicher göttlicher Kraft anrührt, muß leben und in ver- 
30 nünftigem Lichte sein. So ist auch der Leib, den er anrührt, geheiligt 
und sogleich erleuchtet und jede Krankheit, jeder Schmerz und jedes 
Leiden wandert aus, das aber, was Mangel hat, empfängt aus seiner 
Fülle. Deswegen verbrachte er das ganze Leben derartig, indem er bald 
88—8. 145, 5 = Dem. IV 11 
1 οὐδ᾽ ὧδε μὲν ἔνϑα ἦν αὐτῷ τὸ ἀνϑρώπειον σχεῦος τὰς διατριβὰς ποιούμενος, 
ἐν ἑτέροις ὁὲ εἶναι τοῦ παντός χεχωλυμένος L 7 dÀÀà τὰ μὲν ἐξ αὐτοῦ παρα- 
διδοὺς τῷ ἀνθρώπῳ, τὰ δ᾽ ἐκ τοῦ ϑνητοῦ μὴ ἀντιλαμβάνων L 91 ταύτῃ τοι πολὺ 
πλέον οὐδὲ τὴν τοῦ λόγου δύναμιν βλάβος τι. . . . ἀποφέρεσϑαι φάναι εὔλογον, 
ὅτι μηδὲ τὸ τοῦ φωτὸς ἡμῖν ὑπόδειγμα χραίνεσϑαι τὰς ἡλιαχὰς ἀχτῖνας . . . συνε- 
χώρει] συνεχώρει LD< X 1. δωποςρι9ς9 96 xal μὴν ταῦτά γε τῆς φύσεως οὐχ 
ἂν εἴη τῶν σωμάτων ἀλλότριος D τῶν σωμάτων < L 


Die syrische Theophanie Buch IIl. 145* 


sein Bild(Leib) in uns ähnlichen Leiden zeigte, bald aber den Logos- 
gott offenbarte in gewaltigen Taten und staunenswerten Werken gleich- 
wie Gott, und indem er durch Weissagungen voraussagte, was kommen 
wird, und den für viele unsichtbaren Logos Gottes eben durch Werke 
zeigte in wunderbaren Taten, Zeichen und Wundern und in absonder- 5 
lichen Kräften und ferner in göttlichen Lehren, die bereitet sind, die 
Seelen der Menschen nach oben zur himmlischen Stadt zu führen, daß 
sie zu den Bürgern droben eilen wie zu Brüdern und Verwandten, und 
ihren Vater im Himmel erkennen, und die die Vorzüglichkeit ihrer Art: 
die verständige und vernünftige οὐσία lehren, damit sie nicht irren, 10 
und (indem er) sie so ermahnte, auf der Stelle in aller Keuschheit und 
Heiligkeit so zu leben, daß sie ihre Auswanderung von hier nach dort 
leicht und ungehindert vollziehen könnten und bereit wären, sogleich 
das ewige Lieben bei Gott, dem König des Alls, und unaussprechliches 
Licht und das Königreich des Himmels mit den Scharen der heiligen 15 
Engel zu empfangen. 

XL. So verrichtete also der eingeborene Logos Gottes, der sich 
eines menschlichen Instrumentes bediente und einen Dolmetscher seiner 
selbst aufstellte, alles für die Heilung der Menschen nach dem Willen 

2103 seines Vaters, indem er ohne ὕλη und ohne Körper blieb, wie er vor- 20 
dem bei dem Vater war und durch einen Menschen Gott den Menschen 
zeigte in gewaltigen Taten und staunenswerten Werken mit göttlicher 
Kraft, und durch wahre Weisheit säte er die Lehre und lehrte dies und 
Verwandtes in nicht geringerem Maße als was er handelte, und er handelte 
in nicht geringerem Maße als was er lehrte Die Lehre des Lebens 25 
aber überlieferte und die Worte des Lichtes warf er keineswegs auf ein 
Blatt Papier noch auf vergängliche Tierfelle, sondern in die Seelen seiner 
Jünger verzeichnete er wie auf geistige Tafeln die Lehre von dem Reiche 
Gottes. In seiner ganzen Lehre über die Sache des Himmels wurden 
verborgene, niemals gehörte Worte tiberliefert und die Erinnerung an 30 
das Leben bei Gott und an den himmlischen Vater der auf Erden gott- 
liebenden Seelen, den er auch im Gebet sie anstachelte, anzurufen und 
zu sagen: „Unser Vater im Himmel", und die Einsicht in ihre Art droben 
(im Himmel) ward überliefert durch das, was er lehrte, damit sie es 
verständen. Wenn du aber liebst, auch an der Theorie dieser Dinge 35 
teilzuhaben, so (ist) reichlich (Gelegenheit), dich dem Hören der Schriften 


83 — Matth 69 


6 διδασχαλίαις ἐνθέοις ἄνω πρὸς τὸν ὑπερουράνιον τόπον τὰς ψυχὰς παρα- 


σχευάζεσϑαι προαγούσαις L 
Eusebius III*, . 10 


1465 Eusebius. 


seiner Jünger zuzuwenden und die Schrift nach allen Seiten kennen 
zu lernen über seine Taten und über seine Worte, sodaß du in Wahrheit 
Gott siehst und den göttlichen Logos, wie er durch einen Dolmetscher mit 
den Menschen, (uns) ähnlich an Leiden (zusammen) war, und wie der 
ὅ Unsterbliche mit den Sterblichen redete, und wie der Unkörperliche ein 
Bild aus menschlicher Natur anzog, und wie der Gott in ihm sein Bild 
antrieb, und wie der Erlöser aller (göttliche) Reden losließ und göttliche 
Lehre vortrug und alle Krankheiten und Schmerzen heilte, und wie der, 
in dem kein Falsch war, zu guten Werken bereit war, und wie er das, 
10 was kein Auge je gesehen und in keines Menschen Ohr gekommen 
ist, in gewaltigen Taten vollendete. So brachte er seinen Jüngern den 
Anfang der Vorzüglichkeit bei Gott nahe und machte sie weise mit un- 
aussprechlicher Kraft und bereitete sie zu wahren Herolden seiner Gott- 
heit. So heilte er ferner diejenigen, deren Seelen durch allerlei Sünden 
15 verderbt waren, indem er bald für die Leiden die entsprechende Hilfe 
(Arznei) gewährte, bald aber die mystische Theorie der göttlichen Lehre 
denen überlieferte, die sie aufnehmen können. Was aber habe ich nötig 
zu sagen, wie er die Feinde der Wahrheit mit gebührender Widerlegung 
schön und freundlich aufnahm, indem er auch sıe zumal heilte und 
20 durch die Freimut seiner Worte unterwies, und wie er sich jedermann 
demütig darbot als ein hilfreicher, langmütiger und gefühlvoller Arzt nicht 
nur der Seelen, sondern auch der Leiber? Deswegen hatte das hebrä- 
ische (Propheten)wort die Bezeichnung mit dem Namen Jesus vorher 
für unsern Erlöser geprägt, indem es (das Wort) Jesus als Arzt aller 
25 auffaßte. Die Bezeichnung aber mit (dem Begriff) der Heilung für Jesus 
bewährte er durch Taten, indem er die Seelen der Menschen in der 
himmlischen Lehre unterwies und alle Leiden, Schmerzen und Krank- 
heiten der Leiber mit der Kraft des heilenden Wortes heilte. Bald 
reinigte er die, die aussätzig waren, an ihrem Leibe, bald trieb er durch 
30 einen Befehl die Dämonen in den Menschen aus, bald wieder gewährte 
er reichliche Heilung denen, die durch Krankheit gequält wurden, bald 
sagte er dem, dessen Leib schlaff und dessen Glieder insgesamt gelähmt 
waren, nur mit einem Worte: „Stehe auf, nimm dein Bett und wandle“, 
der aber tat, was er ihm auftrug. Den Blinden wiederum zu (anderer) 
35 Zeit verschaffte er den Anblick des Lichtes. So entschloß sich ferner 


10 vgl. IKor29 24 vgl.Dem. IV 1018. 19 28—8. 147, 25 — Dem. Ill 421—26 
88 — Matth 96 85 vgl. Matth 920 


21 wörtlich: „und als ein langmütiger und als ein gefühlvoller und als 
ein Arzt“ & 24 „hatte vorher geprägt‘“] wörtlich „hatte vorher gepflanzt‘ 


2104 


Die syrische Theophanie Buch Ill. 147* 


einmal ein Weib, dessen Blutfluß sich ergoß und das im Kreislauf vieler Jahre 
vom Schmerz gequält war, — als sie sah, daß Myriaden Scharen ihn umgaben 
und ihr nicht gestatteten, zu knieen und um Befreiung von ihrem Schmerz zu 
bitten, — wenn auch nur den Zipfel seines Gewandes zu berühren, und sie 
schlich heran, ergriff den Zipfel seines Gewandes und ergriff zugleich auch 5 
die Heilung von (ihrem) Übel und ward im selben Augenblick gesund, indem 
sie den größten Beweis der Kraft des Logosgottes davontrug. Ein anderer 
Mann aber, ein Sklave des Königs, fiel, als es seinem Kinde schlecht 
ging, vor ihm nieder und empfing es sogleich gesund, ein anderer 
wiederum seine Tochter — es war ein Synagogenvorsteher der Juden — 10 
aber dieser (empfing sie gesund), nachdem sie (bereits) gestorben war. 
Was habe ich nötig zu sagen, wie ein anderer Toter nach vier Tagen 
durch die Kraft des Erlösers aller auferstand, als er nur das Wort hörte, 
2105 mit dem ihn der alles lebendigmachende Logos rief? Oder wie er auf dem 
Meere gleichwie auf der trockenen Erde seinen Weg nahm und oben 15 
auf dem Rücken der Wasser sein Instrument (seinen Körper) wandeln 
ließ? Oder wie er, als seine Jünger segelten und ein Sturm über sie 
kam, das Meer, das Unwetter und den Wind bedrohte und (nur) mit einem 
Worte befahl, die aber sofort schwiegen, erschreckt wie von der Stimme 
ihres Herrn? Daß er aber fünf Tausend Männer insgesamt, während eine 20 
Schar von Myriaden Weibern und Kindern mit ihnen war, von Broten 
an der Zahl fünf vollständig sättigte, daß sie (sogar) so sehr im Über- 
fluß empfingen als ausreichend war, um zwölf Körbe zu füllen, — wer sollte 
(darüber) nicht staunen und (wen sollte das nicht) mit Recht auffordern 
zur Erforschung seiner verborgenen Kraft? XLI. Aus (diesen und) vielen 25 
andern gewaltigen Wundern also empfängt, wer will, den wahren Glauben 
und offenkundigen Beweis für die göttliche Offenbarung unsers Er- 
lósers, noch mehr aber daraus, wenn er auch bedenkt, daß er die Zu- 
kunft vorauswnßte (und) vorausverkündigte, daß die Menschenwelt durch 
göttliche Kraft *in gewaltigem Wechsel zur Vorzüglichkeit kommen 30 
werde, und daß er sich als den Täter dieses (Werkes) prophezeite und 
durch Werke seine Verheißung bewahrheitete. Und Myriaden andere 
Dinge demgemäß wird jemand im Überflusse finden, wenn er mit Sorg- 
falt aus den Prophezeiungen und Erfüllungen die offenkundigen Beweise 
seiner Gottheit prüft, die auch wir zu passender Zeit erwägen werden. 35 


7 vgl. Matth 858. 9 vgl. Mark 523ff. 12 vgl. Joh 111ff. 14 vgl. Matth 
1426 17 vgl. Matth 8.485, 20 vgl. Matth 14 off. 


15 οἷα ἐπὶ λεωφόρου γῆς D 29 „daß er die Zukunft mit göttlicher Kraft 


vorauswußte“ £X. Aber das € steht besser vor eas als vor eaSlon x 


10* 


1488 Eusebius. 


Aber für jetzt möge, damit sich *uns nicht unsere Rede in die 

Ferne über alle seine großen Werke erstrecke, *sein Tod vor Augen 
*bleiben, den der Dolmetscher, das Gewand des Logos Gottes und das 
Bild, das geoffenbart wurde, ertrug, wie jedermann bekennt. XLII. Er 

5 sein Tod also, der verkündet wurde, hatte am Wunder teil, da er keines- 
wegs den übrigen Menschen gleich geschah. Denn er wurde weder 
dureh eine Krankheit vernichtet, noch dureh Erdrosselung, noch durch 
Feuer, noch wurde er am Kreuz, dem Siegeszeichen, den übrigen Misse- 
tätern gleich mit dem Eisen geschnitten, noch litt er das geringste Et- 
10 was von einem der Menschen, die zu töten gewohnt sind, und litt (so) 
einen gewaltsamen Tod, sondern freiwillig übergab er es allein, sein 
Instrument, den Verleumdern. Das aber wurde sogleich von der Erde 
erhöht. XLIII. Er aber rief laut und sagte, daß er seinem Vater seinen 
Geist tibergebe, wurde frei von sich selbst und vollzog die Auswanderung 

15 aus dem Leibe. Deswegen überlieferte er seinen Jüngern vor seinem 
Tode eben dies (Wort), lehrte und sagte: „Niemand nimmt meine Seele 
von mir, (aber ich setze sie ein von mir). Ich habe Vollmacht sie ein- 
zusetzen, ich habe Vollmacht sie zu nehmen“. Und ferner: „Ich bin 
der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“, 
20 und „ich lasse mein Leben für meine Schafe“. Die Ursache seines 
Todes aber stellt er in kurzem hin, indem er sagt: „Wenn das Weizen- 
korn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es nur (ein Korn); wenn 
es aber stirbt, bringt es viele Früchte.“ XLIV. Indem er also Beweise 
derart bei seinem Tode überlieferte, wurde er von sich selbst frei 
25 und vollzog seine Auswanderung aus dem Leibe. Dann aber wurde 
sein Leib von seinen Jüngern herabgenommen und dem gebührenden 
Grabe übergeben; wiederum aber am dritten Tage nahm er es, er der 
vorher freiwillig aus ihm ausgewandert war, und wiederum zeigte er 
sich im Leibe und im Körper als eben jenen, wie er (auch) vorher war, 


1—S. 151, 11 = 3. Bruchstück der griech. Theoph. S. 49—738 1—15 = Dem. 
III 426. 3 18 vgl. Luk 2346 16 — Joh 1018 18 — Joh 1014 90 — Joh 
10:5 21 = Joh 122. 25—8. 149, 5 — Dem. III 458, 39 


1 ἀλλ᾽ ἵνα μή μοι τὰ νῦν ὁ λόγος εἰς μαχρὰν ἐχτείνοιτο. . . . ὑπ᾽ ὄψεσιν ἐκχ- 
χείσϑω ὁ αὐτοῦ ϑάνατος) & faßte vielleicht τὰ νῦν als Subjekt: „Aber das Jetzige 
. möge vor Augen bleiben und sein Tod“. 1, mham am mani | „uns“] 
„ihm“ &1. A 8 οὐδὲ μὴν xav αὐτὸ τὸ τοῦ σταυροῦ τρόπαιον... . ὑποτμη- 
ϑεὶς σιδήρῳ Th. gr. 11 αὐτὸ μόνον ἑχὼν παρεδίδου τὸ αὐτοῦ ὄργανον Th. gr.) 
„er allein‘? € 17 „aber ich setze sie ein von mir“ Th. gr. < X durch Homoio- 


teleuton, ]. $3229 e eae mrcom$o 


ὮΝ 


at 


2107 


Die syrische Theophanie Buch III. 149* 


seinen Jüngern, mit denen er etwas redete und kurze Zeit zusammen 
war. (Dann) stieg er auf dorthin, wo(her) er war, und vollzog vor ihren 
Augen seinen Lauf und seinen Aufstieg zum Himmel, (vor seinen 
Jüngern), denen er auch Lehren für ihr Tun überlieferte und die er zu 
Lehrern der höchsten Gottesfurcht für alle Völker machte. 5 
XLV. Was also bleibt nach diesen (Ausführungen) übrig als eben 
die Hauptsache zu sagen, welchen Grund er hatte, ich meine aber das 
von jedermann besprochene Ende seines Lebens und die Art seines 
Leidens und das große Wunder seiner Auferstehung nach dem Tode. 
Nach der Betrachtung dieser (Dinge) werden wir ferner zu den Beweisen 
kommen und eben diese durch offenkundige Zeugnisse bestätigen. In- 
dem er also ein sterbliches Instrument wegen der vorher genannten 
Gründe gleichsam als gottgeziemendes Bild gebrauchte und eben mit 
seiner (Hilfe) wie ein Großkönig vermittelst des Dolmetschers in das Leben 
der Menschen einzog, tat er alles würdig der göttlichen Kraft. XLVI. 15 
Wenn er also in anderer Weise nach seiner Lebensführung unter den 
Menschen unsichtbar *geworden und plötzlich davongeflogen wäre und 
heimlich seinen Dolmetscher gestohlen und sich bemüht hätte, sein 
Bild dureh die Flucht dem Tode zu entziehen, *und dann von sich aus 
das Sterbliche Verderben und Untergang hütte berühren lassen, so würe 20 
er den meisten einer Halluzination gleich geworden. XLVII. Weder 
hätte er sich (dann) etwas Würdiges getan, da er das Leben, der Logos 
Gottes und die Kraft Gottes ist, (trotzdem) aber seinen eigenen Dol- 
metscher dem Untergang und Verderben überlieferte, XLVIII. noch 
wäre das, was er gegen die Dämonen tat, durch den Kampf mit dem 25 
Tode der Vollendung gewürdigt, IXL. noch wäre erkannt worden, wo er 
nach seinem Fortgange war, L. noch wäre ihm geglaubt worden von denen, 
denen er nicht überliefert hat, noch wäre er besser erschienen in seiner 
Natur als der Tod, LI. noch hätte er das Sterbliche von seiner eigenen 
Natur befreit, (noch wäre er in der ganzen Menschenwelt gehört (und 30 


0 


[| ny 


6—S. 151, 9 = Laus 24412—24064 


2 ἄνεισιν ὅϑεν xal παρῆν Th. gr. 4 ὑποϑήχας] „Pfänder“ X 8 „das 
von jedermann besprochene Ende“) τὸ noAv$gVAAnrov..... τέλος Th. gr. 17 ἀφα- 
γὴς γεγονὼς) „bewirkt hätte, daß er nicht gesehen würde“ X 1, Xam. 19 „oder 
dann“ El saha 27 ,fortgehend" X χωρήσας Th. gr. | odr’ ἂν ἐπιστεύϑη 
τοῖς μὴ παρειληφόσιν Th. gr. 80 οὔτ᾽ ἂν χαϑ᾽ ὅλης τῆς ἀνθρώπων οἰχουμένης 
ἠχούσϑη Th. gr. < X wohl mit Unrecht, 1. 34353 «duo ala> «laco 
an mh mein 


1505 Eusebius. 


bekannt) geworden), LII. noch hätte er seine *Jünger überredet, den Tod 
zu verachten, LIII. noch hätte er die Hoffnung auf ein Leben bei Gott 
nach dem Tode für diejenigen hingestellt, die seiner Lehre nachfolgen, 
LIV. noch hätte er die *Verheißungen seiner Worte erfüllt, noch hätte 
5 er den Prophezeiungen, die über ihn vorhergesagt waren, die ent- 
sprechende Erfüllung geboten, LV. noch hätte er in dem allerletzten 
Kampf gesiegt. Dieser war gegen den Tod. 
Wegen aller dieser Dinge, da vor allem dem sterblichen Instrument, 
nachdem es den Dienst vollendet hatte, den es dem Logos Gottes leistete, 
10 ein gottgeziemendes Ende zustoßen mußte, wurde es in dieser (Weise) 
dem Tode eingereiht. Denn zwei (Dinge) blieben übrig beim Ende: 
entweder das Ganze dem Verderben und dem Untergange preiszugeben 
und den schimpflichsten [Lebens]ausgang des ganzen Kampfes zu ver- 
anstalten, oder sich besser als den Tod zu zeigen und mit göttlicher 
15 Kraft das Sterbliche unsterblich hinzustellen. Das erste aber war nicht 
der *Verheifung entsprechend. Denn nicht ist es Sache des Feuers, 
kalt zu machen, noch des Lichtes, finster zu machen. So ist es auch 2108 
nicht Sache des Lebens zu tóten, noch des Logos Gottes, ungeziemend 
zu handeln. Welchen Grund also hatte der, der anderen das Leben 
20 verhieß, die Vernichtung seines (eigenen) Instrumentes zu übersehen und 
sein Bild dem Untergange preiszugeben und den Dolmetscher seiner 
Gottheit dem Verderben des Todes darzubieten, er, der denen, die zu 
ihm ihre Zuflucht nahmen, das ewige Leben [vorher] anriet? Also war 
das Zweite notwendig, ich meine aber dies, daß er sich besser zeigte 
25 als den Tod. Wie also sollte er dies machen?  Heimlich und durch 
Diebstahl oder jedermann offenkundig und klar? Wenn aber das Werk 
heimlich und verborgen von ihm getan wäre, so wäre es niemandem 
bekannt geworden und hätte niemandem genützt. Wenn es aber ver- 


16 vgl. Platon Phaidon 103 D ff. 


11. ,cnosasa M (Druckfehler) 4 τὰς ἐπαγγελίας) „den Anfang“ X 1. 


haar Lee 6 οὔτ᾽ ἂν τὸν ὕστατον ἁπάντων ἀγῶνα διήϑλησεν) διηϑλήκει Th. 
gr. ΗΒ διῆλθεν L 8 διὸ δὴ τούτων Evexa πάντων Th. gr. 10 wörtlich „war 
es in dieser (Weise) in der Reihe des Todes" X ταύτῃ πη xal αὐτῷ ὁ ϑάνατος 
wxovouelto Th. gr. 18 xal τοῦ παντὸς δράματος αἰσχίστην ποιήσασϑαι τοῦ βίον 
καταστροφήν L τοῦ βίου < Wilamowitz τοῦ παντὸς δράματος < Th. gr. (oder die 
Katene?) 15 ,aber'"] wörtlich „also“ 10 τῆς ἐπαγγελίας] „Anfang“ X 1. Kram 
Lee 18 τοῦ ϑεοῦ λόγου τὸ παραλόγως ἐνεργεῖν. ποῖον οὖν εἶχε λόγον Th. gr. 
Das Wortspiel mit λόγος gibt Σ' nicht wieder 23 προμνώμενον L 


Die syrische Theophanie Buch III. 151* 


kündet und von jedermann gehört wurde, bot es allen Menschen die 
Hilfe, die aus dem Wunder (kommt) Mit Recht also floh er, da er 
sein Instrument besser als den Tod zeigen mußte und dies nicht im 
Verborgenen, sondern (nur) vor den Augen der Menschen tun (durfte), 
den Tod nicht. Denn er würe (sonst) für feige und für schlechter als 5 
der Tod gehalten. Durch den Kampf mit dem Tode aber wie mit 
einem Ringkämpfer stellte er das Sterbliche als unsterblich hin, nach- 
dem er den letzten Kampf für die Erlösung und die Unsterblichkeit 
aller aufgenommen hatte. 

Denn der erste Kampf wurde gegen die Dämonen ausgeführt zur 10 
Vernichtung der polytheistisehen Verirrung. Als er begann unter den 
Menschen anerkannt zu werden und er bald vorzüglich unter den Herden 
der Menschen wandeln sollte, erschien es ihm notwendig, vor allem die 
Feinde und Hasser der Menschen, eben sie, die früher fülschlich für 
Gótter gehalten wurden, als die Fürsten des Bósen und (als) wilde Tiere 15 
zu vertreiben. Auf der Stelle aber führte der göttliche Logos sein 
Instrument in das Land der Feinde und Hasser, das die Schrift 
mystisch „Wüste“ (und frei) von allem Guten nennt. Dort handelte 
er vierzig Tage und ebensoviele Nächte und tat das, was keiner der 
Sterblichen gewußt und kein Auge des Menschen gesehen hat. Die pro- 20 
phetischen Zeugnisse aber lehren (es), mit denen die Erfüllung der 
*göttlichen Schriften übereinstimmt, in denen geschrieben ist: „Jesus 
wurde vom heiligen Geist in die Wüste geführt, um vom Satan ver- 
sucht zu werden, und er war dort vierzig Tage und vierzig Nächte 
und war mit den Tieren zusammen.“ Was waren diese (Tiere anders) 95 

2109 als die Häupter der Dämonen, die der heilige Geist in gleichnisartiger 
Weise: „Schlange“, „Natter“, „Löwe“ und „Drache“ wegen der Ähn- 
lichkeit ihrer Bosheit mit Bezug auf ihn so nannte und sprach: „Auf 
die Schlange und die Natter wirst du treten und den Löwen und den 
Drachen zermalmen.“ Das andere aber, was in der Wüste geschah, zeigte 30 
das Wort an, indem es so mit Bezug auf das Instrument, das er trug, 
sagt: „Mit einer Waffe wird dich umgeben seine *Wahrheit. Nicht 
wirst du dich fürchten vor der Furcht der Nacht und vor dem Ge- 


18 vgl. Matth 4: 20 vgl. I Kor 29 22 — Matth 42 Mark 118 28 Psalm 
91 (LXX 90) 1s 89 ebd. 4—7 


18 ,handelte^] 1. Tas ? Schultheß (— παρέρχομαι) 22 „göttlichen‘‘] 
„prophetischen“ 3 (HAIR Schreibfehler, durch das Vorhergehende veranlaßt, 


für eé&ec e ?) Gemeint ist, daß das A. T. das N. T. erklärt 82 1. cruzan 
mit Peá 


159* Eusebius. 


schoß, das am Tage fliegt, vor dem Dinge, das in der Finsternis 
wandelt, und vor dem Geiste des Dämons am Mittag. An deiner Seite 
werden Tausende fallen und Myriaden zu deiner Rechten und dir werden 
sie nicht nahen.^ LVI. Dies wurde im Gleichnis und im Geheimnis 
5 gesagt über den Kampf in der Wüste, der für das erlósende Instrument 
mit den unsichtbaren Geistern stattfand. Alle diese Nächte und eben- 
soviele Tage hindurch also, kämpfte der Logos Gottes mit dem 
ganzen Geschlecht unter der Luft und vertrieb es in kurzem und ver- 
folgte die ganze Schar der Feinde nicht wie Gott mit unkörperlicher, 
10 nackter Kraft, sondern durch den Leib, den er trug. Deswegen, weil 
früher das ganze Geschlecht der Menschen ihnen wie Göttern untertan 
war, deswegen besonders machte er alle Familien der Dämonen diesem 
(Menschen) untertan, weil es nämlich notwendig war, eben ihn, der 
besiegt und den Feinden nicht mit Recht untertan war, nicht 
15 nur zum Befreier, sondern auch zum Sieger über seine Feinde zu 
machen und zu zeigen, daß besser als die Dämonen, die früher für 
Götter gehalten wurden, wegen der Gemeinschaft mit dem Logos 
sein Geliebter sei, den er nach seinem Bilde und Gleichnis gemacht 
hatte, wie in den Worten (der Schrift) mystisch geschrieben ist. LVII. 
20 Als also der Kampf gegen diese ein Ende fand, da stieg fortan siegbe- 
kleidet der Erlóser von uns allen (aus der Wüste) herauf, kam zum 
Leben unter den Menschen und befreite ihre Seelen, indem er sie aus 
den Fesseln der Dümonen lóste und indem er seinen Jüngern das 
Verborgene offenbarte, vor allem das, was er gegen die unsichtbaren 
25 Feinde tat. Er sagt aber so und stellt (folgende Worte) hin: „Fasset 
Mut! Ich habe die Welt besiegt", und (auch) die Art seines Sieges 
lehrte er durch das, was er seinen Jüngern im Gleichnis sagt: „Nie- 
mand kann eintreten in das Haus des Starken und seine Gefäße rauben, 110 
wenn er nicht zuvor den Starken fesselt, dann aber wird er auch sein 
30 Haus plündern.^ Er hat also den Starken gefesselt und das ganze Ge- 
Schlecht der Dümonen vertrieben und sogleich die Seelen der Menschen 
sich zu eigen gemacht, indem er sie aus der Bitterkeit und der Knecht- 
schaft und der Verirrung des Polytheismus befreit hat. Aber dieser 
erste Kampf gegen die Dämonen wurde am Anfang seiner Offenbarung 
35 unter den Menschen vollendet. 


18 vgl. Gen 127 20 — 3. Bruchstück der griech. Theoph. S. 81 25 — Joh 
16s 27 — Matth 1229 


17 „wegen — Logos“ c» Σ᾽ hinter „gemacht hatte“ 24 „vor allem“] „anderes 
und“ X vermutlich = ἄλλως tt χαί 


Die syrische Theophanie Buch III. 153* 


Der zweite Kampf aber fand statt *zur Auflösung der Herrschaft 
des Todes. Denn es war notwendig, daß er (der Leib) besser war als 
der gottlose und dämonische Irrtum und eine dem Logosgott entsprechende 
und eine seines Werkes würdige Ehre: den Sieg wider den Tod 
empfing. Denn die Dämonen, die wider ihn sich scharten, und ihr Fürst 5 
zusammen mit den (Geistern, die mit ihnen in der Luft über der 
Erde, ungesehen von den Augen der Sterblichen, umherschweifen, 
wandten beim ersten Kampfe den Rücken und spähten nach dem 
zweiten ἀϑλος aus, indem sie auf seinen letzten Lebensausgang harrten 
und hofften, daß der Tod des Sterblichen nach Art aller Menschen sein 10 
werde. Denn niemals erwarteten sie, daß eine sterbliche Natur besser 
sei als der Tod, sondern daß der Tod der gemeinsame König aller 
derer sei, die zu Einer Zeit die Geburt der Sterblichen erfahren 
haben. (Während) sie aber glaubten, daß von allen (Dingen) er *der 
Schlimmste sei, dem niemand entfliehe noch entrinne, rang er nach dem 15 
ersten Siegeszeichen wider die Dämonen sogleich auch mit dem Tode. 
Wie aber jemand, wenn er ein Gefäß unverbrennbar und seine Natur 
besser als das Feuer zeigen will, dies Wunder nicht anders darstellt 
als indem er das, was er in seiner Hand hat, dem Feuer übergibt und 
es dann heil und unversehrt aus dem Feuer herausnimmt, demgemäß 20 
lenkte auch der alles lebendig machende Logos Gottes — da er das 
sterbliche Instrument, dessen er sich zur Erlösung unter den Menschen 
bediente, besser als den Tod aufweisen und teilhaftig seines Lebens und 
(seiner) Unsterblichkeit zeigen wollte — mit Recht und vorzüglich, wie 
es nützlich ist, die Sache (so): Er verließ den Leib kurze Zeit und gab 25 
das Sterbliche dem Tode preis zum Beweise seiner eigenen (sterblichen) 
Natur, dann aber kurz darauf erhöhte er das Sterbliche aus dem Tode 


1—S. 160, 2 = 3. Bruchstück der griech. Theoph. S. 85—1510 17—8. 154,2 
— Laus 2464—16 


1 ,zweite'"] δεύτερος Th. gr. „letzte“ oder „andere“ (τως X | ἐπὶ λύσει 
τῆς τοῦ ϑανάτου χαταδυναστείας ἐγίνετο ΤῊ. gr. „war eine Lösung“ Σ ]. tz 
8 „eine — entsprechende“) „und dem Logosgott anhing" Z vermutlich — xal τῷ 
ϑεῷ λόγῳ ἀκχόλουϑον ... . τιμὴν ἀπολαβεῖν vgl. o. S. 86.7 14 „daß von allen 
bösen (Dingen) er es sei, dem“ Σ 1. rxa 21 „lenkte auch . .. . der Logos 
ren wie es nützlich ist, die Sache“ (oder „lenkte das sterbliche Instrument ..... 
zu der Sache“) Σ ὁ... .. λόγος. . .. χρησίμην ὕπζει τὴν olxovoulav (= „nahm 
der Logos die nützliche Einrichtung vor") Th. gr. 26 εἰς ἔλεγχον] „zur Wider- 
legung“ 2, aber vgl. S. 1541 εἰς παράστασιν 


154* Eusebius. 


zum Beweise der göttlichen Kraft, durch die er das von ihm verkündigte Σ 111 
ewige Leben besser als jeden Tod zeigte. 

LVIII. Die erste Ursache also war diese, die zweite aber war der 
Beweis der im Leibe wohnenden göttlichen Kraft. Denn weil die 

5 Menschen früher diejenigen, die vom Tode besiegt waren — sterbliche 
Männer in Wahrheit, die das gemeinsame Ende empfangen hatten — zu 
Göttern machten und Heroen und Götter diejenigen nannten, die vom 
Tode beherrscht waren, so zeigte sich auch in diesem (Punkte) mit 
Recht *wegen dieser Ursache der freundliche Logos Gottes (und) zeigte 

10 den: Menschen eine Natur, die besser (ist) als der Tod, und führte das 
Sterbliche nach seiner Auflösung zu einem zweiten Leben und ließ 
jedermann das Siegeszeichen der Unsterblichkeit wider den Tod sehen 
und lehrte allein den bekennen, der im Tode wahrhaftiger Gott ist, der 
den Siegeskranz wider den Tod auf sein Haupt gebunden hat. 

15 LIX. Eine dritte Ursache des *erlösenden Todes ist diejenige, welche 
die geheimen Worte (der Schrift) enthalten. Welche sind das? Er war 
ein Opfer, das (als Ersatz) für die Seelen des ganzen Geschlechts dar- 
gebracht wurde, ein Opfer, das für die *Herde aller Menschen getötet 
wurde, ein Abwehropfer der dämonischen Verirrung. Ein Opfer also 

20 und eine große Opfergabe, der hochheilige Leib unsers Erlósers, wurde 
ähnlich einem Schafe für das ganze Geschlecht der Menschen geschlachtet 
und (als Ersatz) für die Seelen aller Völker, die im Frevel dämonischer 
Verirrung ihrer *Väter befangen waren, geweiht. (Daher) war fortan die 
ganze unreine und unheilige Kraft der Dämonen vernichtet, und aufge- 

25 löst und zerstört war auf der Stelle mit besserer Kraft der ganze eitle 
und irdische Irrtum. Das erlösende Opfer also aus den Menschen, das 
leibliche Instrument des göttlichen Logos, wurde für die *Herde aller 
Menschen geschlachtet. Dies aber war das Opfer, das durch die Ver- 


8—S. 155, 22 .-- Laus 24715 — 24828 15 ff. vgl. Dem. IV 127 21 vgl. 
Jes 537 


6 ἄνδρας Ivntois..... κοινὸν τέλος ὑποδεδεγμένους] „an denen . . . . er- 
schienen ist Σ᾽ -— ὑποδεδειγμένουις. 9 „und wegen dieser Ursache . . . . zeigte 
er den Menschen“ X κἀχεῖ εἰχότως t«vtóv ταύτης Evexa τῆς αἰτίας ἔφηνεν 6 .... 
λόγος, κρείττονα ϑανάτου φύσιν .... δεικνύς L 15 1. edànta9À 3 17 ἱερεῖον 
ἦν ἀντίψιχον τοῦ χοινοῦ γένους Th. gr. 18 ἀγέλης] 1. ART Lee 20. 98 με- 
yalov ϑύματος, τοῦ πανιέρου σώματος ..... ἀνενεχϑέντος L „und der Leib, der 
besser ist als alle Opfer ἱπανιέρον als πανιερείου verstanden) . . . . stieg auf“ Σ 
98 1. „mm S e4 Druckfehler) 24 ἡ τῶν ἀνάγνων xol ἀνιέρων δαιμόνων 


δίναμις L 97 ἀγέλης 1. C893 Lee 


Die syrische Theophanie Buch III. 155* 


leumdung der Menschen dem Tode überliefert wurde, über das die 
Worte der heiligen Schrift ausrufen, indem sie bald so sagen: ,Siehe 
das Schaf Gottes, siehe, was da trügt die Sünde der Welt", indem sie 

Z112 aber bald so vorausverkündigen: ,Wie ein Schaf wurde er zur Schlach- 
tung geführt und wie ein Lamm verstummte er vor dem Scherer“. Die 5 
Ursache lehrt sie, indem sie sagt: ,Wahrhaftg, unsere Sünden hat er 
ertragen und unsere Schmerzen hat er erduldet. Wir aber achteten ihn 
für zerzaust, geschlagen von Gott und gedemütigt. Er (aber) wurde ge- 
tötet um unserer Sünde willen und gedemütigt um unserer Missetat 
willen. Die Zucht unseres Friedens (ist) auf ihm und durch seine 10 
Wunden werden wir geheilt. Wir alle irrten wie die Schafe und wandten 
uns ein jeder seines Weges, und der Herr hat ihn treffen lassen die 
Sünden unser aller.“ Das leibliche Instrument des göttlichen Logos 
also wurde wegen dieser Ursachen geopfert, der Hohepriester aber, der 
von Gott, dem König des Alls und dem Herrn des Alls, zum Priester 15 
geweiht ist, der ein anderer ist neben dem Opfer, der Logos Gottes, 
die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes, *führte kurz darauf das 
Sterbliche herauf aus dem Tode und stellte es als den Erstling der Er- 
lösung von uns allen und als teilhaftig des unsterblichen Lebens bei 
Gott hin, und richtete es als ein siegbekleidetes Zeichen wider den Tod 20 
und die Schlachtreihe der Dämonen und als Abwehr(opfer) der früher 
vollendeten Menschenopfer für alle Menschen auf, woher ihm auch der 
Name des Messias beigelegt ist, der bei den Hebräern die Bedeutung 
des Hohenpriesters hat. Beide Namen also empfing er: den des Er- 
lösungsopfers zeigt der Name Jesus an und den des Hohenpriesters, des 25 
Wortes Gottes, der für alle zum Priester geweiht ist, tut die Sitte der 
Hebräer betreffs des Christus kund. 

LX. Außer dem, was gesagt ist, gibt es noch einen anderen größten 
Grund für den *erlösenden Tod, der (im folgenden) genannt wird. 
Denn da es für seine Jünger notwendig war, mit eigenen Augen die 30 
Wiedergeburt *des Lebens nach dem Tode offenkundig zu sehen, auf 
die ihre Hoffnung richten er sie lehrte und um derentwillen er sie auch 


2 = Joh 129 4 = Jes 537 6 — Jes 53 4-6 17 vgl. I Kor 134 
28 ff. vgl. Dem. IV 10 16ff. 15 66. 80—S. 156, 17 — Laus 24017—2478 

17 „und führte“ & str. € 20 τρόπαιον ἐπινίκιον κατὰ τοῦ 9avátov xal xatà 
τῆς δαιμονιχῆς παρατάξεως τῶν τε πάλαι συντελουμένων ἀνθϑρωποϑυσιῶν ἀποτρό- 
παιον τοῦτο... dveyelgacL „und wider die Taten (1. Sing. — πράξεως) der Dä- 
monen und die (Dinge) der Menschenopfer, die früher vollendet wurden, und als 
Abwehr“ E 99]. Antaaı 81 ζωῆς .... τὴν παλιγγενεσίαν) „zu sehen das 


Leben nach dem Tode, die Wiedergeburt“ Σ 1. τ 


1568 Eusebius. 


antrieb, sich an das Joch der Frömmigkeit zu halten, so ließ er sie dies 
mit Recht mit eigenen Augen sehen. Denn diejenigen, die einem 
frommen Leben nachgehen sollten, mußten vor allem diese notwendigste 
Lehre dureh deutliches Schauen (in sich) aufnehmen, und noch viel mehr 
5 jene, die ihn bald in der ganzen Welt verkündigen und die von ihm 
allen Völkern dargebotene Gotteserkenntnis allen Menschen leuchten 
lassen sollten. Es war notwendig, daß gerade sie eine gewaltige Über- 
zeugung des Lebens nach dem Tode empfingen, damit sie ohne Furcht 
und Zagen vor dem Tode den ἀγών wider die polytheistische Verirrung 
10 *willig unternähmen. Denn wenn sie nicht geübt gewesen wären, den 
Tod zu verachten, wären sie auch niemals bereit gewesen, den Gefahren 
entgegenzugehen. Deswegen bewaffnete er sie notwendig gegen die 
Herrschaft des Todes, indem er nicht mit Reden und Worten ihnen die 
Lehre übergab, noch überzeugend und aus Wahrscheinlichkeitsgründen 
15 mit Worten, den Menschen gleich, (einen Befehl) über die Unsterblich- 
keit der Seele anordnete, sondern indem er ibnen eben durch die Tat 
die Siegeszeichen wider den Tod zeigte. 
LXI. Denn früher war der Tod allen Menschen furchtbar, er, der unser 
ganzes sterbliches Geschlecht verderbte, und seine Herrschaft wurde für 
20 eine Auflösung der ganzen menschlichen Natur, der Seele zumal und 
des Leibes, gehalten und niemand hat jemals vermocht, dies Furchtbare 
von den Menschen (zu entfernen und) zu vertilgen. Alle vielmehr waren 
sie Wehklager, Kleine und Grofe, Herrscher und Untertanen, Kónige 
zumal und Massen und Scharen und Familien *aller Völker, aus Furcht 
25 vor dem Tode, und es gab keinen Trost für die Menschen gegenüber 
diesem Übel, kein Wort, keine Sitte, kein Leben, keinen Gedanken der 
Weisen, keine Schriften der Vorfahren, keine Weissagungen der Pro- 
pheten und keine Offenbarungen der Engel. Besser als alle und höher 
als alle war (der Tod), und es hatte den Sieg inne gegen alle der *hohe, 
30 ruhmredige, übermütige Tod, durch den das ganze sterbliche Geschlecht 
geknechtet war und in allerlei Freveln sich wälzte, in Besudelungen 
mit Blut, in unrechten *Taten und im Irrtum jeder Art der bösen, gott- 


6 „leuchten lassen“ Y χαταγγέλλειν Th. gr. 10 προϑύμως) „in ihrem Irr- 
tum“ & (Schreibfehler) l. ἃ aonhaudmn> 12 „notwendig“) genauer „besonders“ 
Σ ἀναγχαίως Th. gr. 15 οὐδὲ λόγοις .... τὸν nepl ψυχῆς ἀϑανασίας ... 
συντάττων Th. gr. 24 „alle Scharen der Völker, und Familien“ X 1l. . Θ h | 
es. 90 τὴν χατὰ πάντων vixgv ἐπεῖχεν! „den Sieg höher als alle“ (‚oder 
oberhalb von allen‘) Σ᾽ (— τὴν πάντων ». Er-eiyev?) | ὑψηλός] 1. (C501 mit HS 


821. Atnamsa mit HS 


3113 


Die syrische Theophanie Buch III. 157* 


losen Bosheit; denn aller dieser (Dinge) Ursache war der Tod. Denn 
da sie nach dem Tode nicht mehr existierten, so taten sie in ihren 
Lebensführungen das, was vieler Tode würdig war, und da sie sich 
einer Rechenschaft nicht unterwarfen, so lebten sie wegen der Auflösung 
infolge des Todes ein Leben, das kein Leben war, ,nabmen weder Gott 5 
in ihr Denken auf, noch (erwarteten sie) das gerechte Gericht Gottes, 
noch belebten sie die Erinnerung an die verstündige οὐσία ihrer Seele, 
sondern hatten den Tod als den Einen harten Herrscher (im Gebrauch] 
und redeten sich selbst ein, daß das aus ihm (stammende) Verderben 

2114 (der Leiber) eine Auflösung des ganzen (Menschen) sei, und nannten 10 
den Tod den reichen Gott, daher (der Name) Pluton. Und nicht nur 
der Tod war ihnen ein Gott, sondern auch die kostbaren (Dinge) vor 
ihm, die ihnen passen zu einem Leben der Lust. Ein Gott also war 
ihnen die Lust der Leiber, ein Gott die Nahrung, ein Gott der Same, 
der in die Erde fällt, ein Gott der Trieb dieses (Samens), ein Gott die 15 
Blüte der Fruchtbäume, ein Gott das Wohlbehagen durch den Rausch, 
ein Gott die Liebe der Leiber, ein Gott ihre Lust. Daher die Mysterien 
der Demeter und der Persephone und der Raub der Kore zur Unterwelt 
und wiederum ihre Rückgabe! Daher die Feste des Dionysos, und 
Herakles, vom Rausch wie von einem stärkeren Gott besiegt, daher die 20 
ehebrecherischen Mysterien des Eros und der Aphrodite! Daher Zeus, 
der hinter den Weibern herrast und den Ganymedes liebt, (und) das 
Mythengefasel von den Göttern, die die Lust lieben und die lüsternen 
Leidenschaften! Aller dieser (Dinge) Ursache aber war der Tod. Denn 
sie glaubten, daß der Tod das Ende und die Vollendung des Alls, die Auf- 25 
lósung und die Vernichtung der Seelen zumal und der Leiber sei, und 
daß es kein anderes Leben gebe als das des Leibes und des Körpers, 
(und) führten (daher) ein Leben schlechter als jede Natur der unver- 
nünftigen Tiere. 


Mit ihnen hatte Mitleid der Kónig des Alls, der Logos Gottes, 30 


1—5 vgl. Laus 21233—2133 5—24 — Laus 213 3—18 


4 εὐθύναις Th. gr.] „Strafen“ X 6 προσδοχῶντες L< X ]. aam prim 
8 χρώμενοι L „gebrauchten“ X 10 xal τὴν ἐκ τούτου τῶν σωμάτων φϑορὰν 
λύσιν τοῦ παντὸς ἑαυτοὺς εἶναι πείσαντες 1, τῶν σωμάτων < Σ 1. aenar 
nach dao 22 „und“ Σ | Armada] φιληδόνων τε ϑεῶν xal φιλο- 
παϑῶν ἀσελγῇ μίϑων ἀναπλάσματα L 28 „und“ — Σ]. e*t590s.0 


1588 Eusebius. 


(und) auf den freundlichen Wink seines Vaters eilte er, *um ihnen zu 
helfen, (und) ersann wie ein sehr freundlicher Kónig *die Widerlegung 
des Todes durch eine menschliche Natur. Obwohl er selbst das Leben 
und der Logos Gottes und die Kraft Gottes war, so beschloß er dennoch, 


5 nicht ohne den (Menschen), dem geholfen wurde, das zu widerlegen, was 


den Menschen furchtbar war. Deshalb benutzte er eine menschliche 
Waffe und einen sterblichen Leib, er der unkörperlich war, und besiegte 
den Tod durch das Sterbliche. Daher wurde eben sein erstes Mysterium 
des Leibes gemacht, daher das Siegeszeichen des Kreuzes, daher hieß die 
10 Erinnerung an das ewige unsterbliche Leben „sein Gedächtnis“. Er 
gebrauchte also eine sterbliche Waffe und zeigte jedermann ein großes 
Wunder, indem er ein Siegeszeichen der Unsterblichkeit wider den Tod 
aufstellte. Denn er überließ das Sterbliche dem Fraß des Tieres (d. ἢ. 
dem Tode) das aber wurde sogleich ans Holz des Kreuzes geheftet, 
15 damit die sterbliche Natur von jedermann erkannt würde und nie- 
mandem weder von den Menschen noch von den Dämonen noch von 
den besseren Krüften verborgen sei, was geschah. Denn alle mufiten 
genau das Sterbliche sehen, wie es gleichsam in einem groflen Theater 
die eigene Natur bekannte, damit hinterher der Tod komme wie ein 
20 wildes Tier und sich als das erweise, was er war, (damit) dann aber 
nach dem Tode die Kraft des Lebens komme und wiederum jedermann 
den Sieg wider den Tod hinstelle, indem sie das Sterbliche unsterblich 
zeigt. Es verließ also auf kurze Zeit den Leib die Kraft des Logos 
Gottes, die ihn beherrschte. Der (Leib) aber wurde ans Holz gehängt 
25 und war (nach) kurzer Zeit tot. Aber keineswegs war der Logos, der 
Lebendigmacher aller, das Tote, sondern das Sterbliche bekannte seine 
eigene Natur. Und darauf wurde das Tote, das jetzt vom Tode be- 
herrscht ward, von den Menschen herabgenommen und der gebrüuch- 
lichen Fürsorge gewürdigt. Einem Grabe aber ward es übergeben nach 
30 den Gesetzen der Menschen. Das Grab aber war eine Höhle, die jüngst 
(erst) ausgehauen war, eine Hóhle, die kürzlich in den Fels gebohrt 


10 vgl. Luk 2219 I Kor 1124 80 vgl. Matth 2760 


1 „hatte Mitleid . .. . auf den Wink seines Vaters und eilte wie ein König 
und ersann“ X οἷς δὴ χατελεήσας 0 ... . λόγος, Ta... νεύματι ἔσπευσεν, eio 
ola βασιλεὺς ... . ἐμηχανᾶτο Th. gr. Streiche das A vor « δορδιοΐτξοὶλ und 


τόδιθλθο ΞΟ und setze es vor eV: und ward 4 χρίνας Th. gr.' „machte“ 


2 9 „hieß“] „gewann“ Z vermutlich = χρηματίζειν 11 „also“ wörtlich 
„denn“ 30 ἐλέγξω) „widerlege“ Σ 25 „kurze Zeit“ Y παραχρῆμα Th. gr.) 


l. + Id 


τ 
m 


115 


Die syrische Theophanie Buch III. 159* 


war und noch keinen andern Leib erfahren (d. h. aufgenommen) hatte. 
Denn sie mußte für ihn allein Sorge tragen, den allein wunderbaren 
Toten. Staunenswert zu sehen war aber auch, wie der Fels auf ebenem 
Lande allein aufrecht stand und nur Eine Höhle in sich faßte, damit 
er nicht, wenn viele (Hóhlen) in ihm würen, das Wunder dessen ver- 5 
berge, der den Tod besiegt hatte. Es lag also tot da, das Instrument 
des lebendigen Gottes, und ein gewaltiger Stein verschlof die Hóhle 
und der Tod prahlte sehr darüber, als hätte er auch ihn samt denen 
von Ewigkeit her unter seine Hand getan, aber noch war keine drei- 
tägige Zeit vorüber, als (auch schon) das Leben sich wieder zeigte nach 10 
genügender Widerlegung des Todes. Denn wenn er vorher, schneller 
auferstanden wäre, so wäre er nicht einmal für tot gehalten, sondern 
nachdem er wahrhaftig (ans Kreuz) erhóht und wahrhaftig gestorben 
war und in (kurzer) Zeit den Tod wahrhaftig erduldet hatte, dann erst 
zeigte der Logos Gottes, der Lebendigmacher aller, die allen Menschen 15 
aufbewahrte Hoffnung durch die Wiedergeburt des Sterblichen. 
LXII. Was also geschah nachdem? Ich möchte dir kein Lehrer 
mehr sein für das, was geschah. *Diejenigen aber, die diese (Dinge) 
ze sahen, sie möchten bessere, glaubwürdigere Zeugen sein, sie, die durch 
ihr Blut und durch ihr Leben, durch den Anblick der Taten die Wahr- 20 
heit bestätigten und die ganze Welt durch die Kraft dessen, über den 
sie Zeugnis ablegten, mit der von ihnen verkündigten Frömmigkeit er- 
füllten. Sie also, die Augenzeugen waren dessen, was damals geschah, 
überlieferten durch ihre Zeugnisse die Wiedergeburt, die sie mit eigenen 
Augen wahrnahmen. Denn nicht wurde von ihnen das, was geschah, bis aufs 25 
Wort und auf die Stimme gehört, sondern es wurde sogar in Taten ge- 
sehen und genau betastet von denen, die es bezeugt haben. Deswegen 
lernten auch sie, die durch den Anblick und in Wahrheit das Offenkundige 
wahrgenommen und die Siegeszeichen wider den Tod gesehen haben, 
mit Recht den Tod verachten und lehrten eben dies ihre Jünger, nachdem 30 


18 1. am 290 „durch den Anblick der Taten“ ist unverständlich. 
οἱ δὲ τούτων αὐτόπται εἶεν ἂν πάντων ἀξιόχρεοι μάρτυρες οἱ di’ αἵματος καὶ 
ψυχῆς τῇ ea, τῶν πεπραγμένων τὴν ἀλήϑειαν πιστωσάμενοι Th. gr. τῷ ϑέᾳ — X 
verderbt. Man erwartet etwa: „sie möchten bessere, glaubwürdigere Zeugen sein, 
sie, die durch ihr Blut und durch ihr Leben (dazu) eingesetzt sind, nachdem sie 
die Wahrheit der Taten bestätigt hatten“ 24 τὴν αὐτοῖς ὀφθαλμοῖς xara- 
ληφϑεῖσαν παλιγγενεσίαν ταῖς ἑαυτῶν παρέδωχαν μαρτυρίαις Th. gr.) „(geschah,) 
und mit ihren Augen sahen, überlieferten die Wiedergeburt, die sie wahrnahmen, 
durch ihre Zeugnisse‘ X 28 τὸ ἐναργὲς Th. gr] ἐναργῶς Σ᾽ 1. vielleicht 


“νὰν, 


160* Eusebius. 


sie die Bestätigung des unsterblichen Lebens von dem Erlöser empfangen 
hatten. So atmete aber auch das ganze sterbliche Geschlecht späterhin 
auf von dem Zittern vor dem Tode, deswegen weil er, der früher ge- 
fürchtet war, vor jedermann widerlegt war und (weil) das Leben nach 
5 dem Tode wahrhaftige Bestätigung empfangen hatte nicht durch Worte 
nach der Kunst der Sophisten (d. ἢ. Schönredner) und auch nicht durch 
Auffinden überzeugender Worte, sondern durch Taten, die es ans Licht 
brachten. | 
Fernerhin fürchteten sie sich nicht mehr wie früher vor dem Tode, 
10 sondern lachten viel und kräftig im Spiel mit dem Schreckmittel (des Todes), 
sodaß sie sogar dem Tode nachjagten aus der Liebe zum künftigen, un- 
sterblichen Leben. LXIII. Daher entstand fortan den Menschen Fürsorge 
für ein heiliges und keusches Leben und Eifer für alle Tugend *in Er- 
innerung an Gott und den Logos (und) viele (Bemühung) um die wahre 
15 Frömmigkeit und Abkehr vom Bösen und Gottlosen. Und nicht nur 
dies, sondern auch über das Leben nach dem Tode wurden fortan bei 
jedermann wahre Gedanken erregt und richtiges und wahres Denken 
über das gerechte Gericht bei Gott, dem König des Alls. Deswegen 
änderte sich seitdem das ganze Geschlecht der Menschen durch unaus- 
20 sprechliche Worte zur Vorzüglichkeit, spuckte den Götzen ins Gesicht, 
zertrat die unwürdigen Gesetze der Dämonen und verlachte die alte, von 
den Vätern her überlieferte Verirrung. LXIV. Daher wurden die 
Menschen fortan in der himmlischen Lehre und in den Worten der 
Gotteserkenntnis unterrichtet, sodaß sie die mit den leiblichen Augen 
25 sichtbare Welt nicht mehr anstaunten (und verehrten), noch, indem sie 
nach oben blickten und Sonne, Mond und Sterne sahen, bis zu ihnen 
ihre Bewunderung erhoben (und sie darauf beschränkten), sondern sie 
wurden belehrt, den jenseits von diesen (Waltenden), den Verborgenen 
und Unsichtbaren, den Schöpfer alles dessen, was existiert, den Werk- 
30 meister des Alls, zu bekennen und ihn allein zu fürchten. LXV. Fernerhin 
glaubte, wer in der neuen Lehre erzogen war, nicht mehr wie früher, 
daß die *flüssige, vergängliche, seelen- und vernunftlose Natur der Leiber 
noch die Ur-ororyeia: Erde, Wasser, Luft und Feuer Götter seien, da 
ihm gelehrt war, daß die Vorzüglichkeit seiner eigenen Seele viel größer 
35 ist als sie. LXVI. Fernerhin war er nicht mehr wie früher ein Knecht 


18—30 — Laus 22211—19 20 ff. vgl. Euseb. Hist. eccles. X 416 


10 ,im Spiel* vgl. u. S. 16217 18 ,und Erinnerung an Gott und viele 
(1.Sing.) Rede (— xoAvàAoyla?) über die wahre Frömmigkeit“ Σ ]. e33€003.. Nach 


dla Lücke? Etwa + hamma 32 1. eG 6x1 (Druckfehler) 


2117 


Die syrische Theophanie Buch III. 161* 


seiner eigenen Leidenschaften, noch ward er von lüsternen Leiden- 
schaften besiegt — damals aber war er besiegt worden, ohne zu siegen 
— noch machte er (sie) sich ferner zu Göttern, da ihm befohlen war, 
das Böse und alle böse Lust und Torheit mit der Wurzel aus seinem 
Denken und aus seiner Seele auszurotten, sodaß er nicht einmal wagte, 5 
ein Weib in schündlicher Lust anzublicken. LXVII. Fernerhin staunte 
er nicht mehr wie früher über den Dolmetseher seiner Seele (d. h. den 
Körper), noch wagte er ihn Gott zu nennen, noch nannte er jetzt seinen 
Geist Athene, noch andere (Dinge) dem entsprechend, sondern er er- 
kannte an und segnete (pries) allein den, der jenseits von allem ist, den 10 
góttlichen Logos, den Künstler des Alls, die Weisheit des Allgottes als 
seinen Erlóser. LXVIII. Fernerhin nannte er nicht mehr, noch rief er 
an wie früher als Heroen und Götter sterbliche Menschen, die in 
schimpflichem Ausgang aus dem Leben schieden und dem Tode Macht 
über ihr Leben gewährten, sondern er bekannte ihn allein, der besser ist 15 
als der Tod, *den Sieger, der das Siegeszeichen wider die Macht des 
Todes (in den Händen) hält, als seinen Erlóser. LXIX. Fernerhin staunte 
er nicht mehr wie früher die seelenlosen Gótzen an, noch verehrte er 
die unvernünftige Natur *der Tiere in widernatürlicher Dümonenfurcht, 
X118 sondern er lachte über den Irrtum seiner Vorfahren und wandte sein 20 
Angesicht ab von ihrer Art (der Verehrung), die ohne Gotteserkenntnis 
und ohne (Gottes)lehre (war) LXX. Fernerhin staunte er nicht mehr 
wie früher das Bild böser Dämonen an, noch die irrige Halluzination 
irdischer Geister, (den Satan), der durch die mächtige Macht des Einen 
Logos, des Allkónigs, gebunden ist, *da ihm gelehrt ist, durch sie das: 
ganze Geschlecht der den Menschen nachstellenden (Dümonen) aufzu- 
lósen und zu vernichten und aus den Leibern und Seelen eben jene 
Schäden zu vertreiben. LXXI. Fernerhin verunreinigte er sich nicht 
mehr wie früher durch Libationen und Fett, noch durch Blut und Opfer, 
noch dureh Opfer unvernünfüger Tiere, wieviel weniger ergótzte er 30 
sich an Menschenmorden und Menschenopfern, da er belehrt ist, daf 
Gott nichts bedarf, noch sich freut über die ὕλη des Leibes, noch über 
den Rauch des irdischen Opfers, sondern nur an einem erleuchteten 


Lo 
Qt 


6 vgl. Matth 538 24 vgl. Matth 1229 


15 „schrieb“ Σ᾽ — ἐπιγράφομαι 16 „und den Sieger“ Z str. A 19 „und 


der Tiere" Σ᾽ str. €. Eusebius schrieb wohl: „die Natur der unvernünftigen 

Tiere“ 22 „und ohne Anblick“ 2 — 9sooía 23 „das Bild böser Dämonen“ 

vgl. o. S. 5716 24 Man erwartet Qc vor » 26 1. coa r3 
Eusebius III*. 11 


162} Eusebius. 


Verstande, an Reinheit der Seele und Heiligkeit des Lebenswandels, 
*an rauchlosen, unblutigen Opfern, deren Darbringung der Erlöser des Alls 
in der ganzen Menschenwelt zu seinem Gedächtnis durch gewisse mystische 
Worte angeordnet hat. LXXI]. Fernerhin erdreistete er sich nicht mehr 
5 wie früher, die Speisen des Leibes und die Trunkenheit, noch die Lust 
und seine Leidenschaften Gótter zu nennen, da ihm durch die Worte 
seines Erlösers gelehrt ist, seine Glieder auf Erden zu töten. LXXIII. 
Fernerhin wurde er nicht mehr erregt, wenn er vom Tode hörte, noch 
fürchtete er die Auflösung seiner Seele mitsamt dem Leibe, noch 
10 nannte er den Tod Gott, sondern er bekannte nur den Einen, der óber- 
halb von allem (ist), den lebendig machenden Logos Gottes als seinen 
Erlóser und als den Besieger des Todes. 
LXXIV. Mit so viel frommen Lehren also ist der bewaffnet, der in 
der neuen Lehre erzogen ist, die er nicht einmal denen preisgibt, die 
15 mit Gott wider die Wahrheit zu kümpfen wagen, sondern er steht fest 
im Geist gegen Feuer und Eisen, ist standhaft gegen wilde Tiere, gegen 
die Tiefen des Meeres und gegen die übrigen Schrecken des Todes. Es 
spielen mit dem Tode, der früher furchtbar war und von dem zu hóren 
man sich scheute, (solche, die) Kinder und Weiber ihrer Natur nach Σ 119 
20 (sind). Barbaren aber und Griechen zumal, die inbetreff des unsterb- 
lichen Lebens volle Überzeugung durch die Auferstehung unsers Er- 
lósers gewonnen haben, jagen einem Leben vorzüglicher Weisheit und 
Gottesfurcht nach, indem sie das Siegeszeichen wider den Tod und das 
ewige, künftige Leben ihrem Erlóser zuschreiben LXXV. Deswegen 
25 handelt fortan eben dasselbe Geschlecht der vernünftigen Menschen 
— dem ja deswegen zu teil geworden ist, auf Erden zu wohnen — 
(handelt) eben dasselbe seiner Natur gemäß, *da es gelehrt ist, in der 
Erinnerung an den allguten Gott zu leben und den Prophetieen der Pro- 
pheten *zu entsprechen, die früher vor Myriaden Jahren so vorherver- 
30 kündigten: ,Es sollen sich erinnern und umkehren zum Herrn, ihrem 
Gott, alle Enden der Erde und vor ihm niederfallen alle Familien der 
Völker; denn dem Herrn gehört das Reich und er ist der Herrscher 
der Völker.“ LXXVI Daher bestehen in der ganzen Menschenwelt 
(Lehr)orte und Schulen und (daher) werden die Worte Gottes und die 


8 vgl. Luk 2219 I Kor 1125 7 vgl. Kol 35 80 — Ps 22 (LXX 21)ssf. 
88 ff. vgl. Laus 224328 22222 


2 „und an“ Σ str. & 10 „schrieb“ Z — ἐπιγράφομαι 27 1. ΠΟΘ ΔΩ 
991. Amıa  |,früher"] „von oben“ Z vermutlich — &»o9ev 84 „Lehren“ 


X Vermutlich διδασχαλεῖα. Vielleicht zu lesen 3Bandwe eas ua duacı 
— „Orte der Lehren“ 


Die syrische Theophanie Buch III. 163* 


Lehren eines keuschen und gottesfürchtigen Lebenswandels in die Ohren 
aller Völker verkündigt. LXXVII. Daher ehren in jeder Stadt und an 
jedem Orte Scharen von (über)all (her) den Logos Gottes, den Lebendig- 
macher aller, mit Siegeshymnen. LXXVIII. Daher bringt auch das 
Menschengeschlecht dem Allkónig Gott Gesänge dar, die mit denen der 5 
Engelscharen im Himmel übereinstimmen. Fortan senden zumal mit 
denen, die um den allerhöchsten Gott kreisen: den Geistern und ver- 
ständigen, unkörperlichen Kräften, auch sie, denen zu teil geworden ist, 
unten auf dem στοιχεῖον der Erde zu wohnen, *die vernünftigen 
Seelen der Gerechten, durch den Leib, mit dem sie bekleidet sind, wie 10 
dureh ein musikalisches Instrument die gebührenden Gesänge und 
schuldigen Segenslieder dem Einen Erlöser und der Ursache alles 
Guten. Was (früher) niemals stattfand — jetzt läßt das ganze Geschlecht 
der Menschen in der ganzen Menschenwelt die Gott, dem König des 
Alls, schuldige Frucht an jedem Tage zu denselben Stunden und in den 15 
gleichen Zeiten wie auf Eine Verabredung *sprießen. 

2120 LXXIX. Jetzt sind die Familien der Dämonen und die Mythen der 
Götter, die längst vernichtet sind, bald vergessen, erneut aber ist bei 
jedermann und verjüngt das Wort Christi. Jetzt werden die göttlichen 
Gesetze und Lektionen auf der ganzen Erde verkündigt und machen alle 20 
Menschen keusch, und von gottesfürchtiger Zucht *sind erfüllt in Wahrheit 
alle Plätze der Barbaren und Griechen. Jetzt senden fremdsprachige und 
vielsprachige Zungen in Einer Lebensart und nach Einer Verabredung 
übereinstimmende Segenssprüche an den Schöpfer des Alls und hängen 
Einem Worte und demselben Gesetz, Einem gottgeziemenden Mysterium 25 
und derselben Lebensführung an. Jetzt ist Eine Harmonie der Seelen 
und Übereinstimmung der Lehre in der ganzen Welt geschaffen, und 
auf der Stelle loben zugleich mit denen, die im Osten wohnen, diejenigen, 
denen es zu teil geworden ist, im Sonnenuntergang zu wohnen, in Einem 
Augenblicke mit denselben Lehren den Einen jenseits von allem (waltenden) 30 
Gott, den Herrn der ganzen Welt, und es bekennen keinen andern denn 
nur den Christus Gottes als die Ursache ihrer Hülfe und nennen ihn 
Erlöser zugleich mit denen, die im Süden wohnen, diejenigen, die den 
Norden innehaben. Sie ehren Gott so mit denselben Worten, daß man 
meinen könnte, der Barbare sei bald nicht einmal mehr am Worte von 3 
dem Griechen zu unterscheiden, und daß der Grieche kein anderer sei als 


2 ff. vgl. Laus 2231ff. 28 vgl. Laus 2235 fl. 


9 „und“ E str. 16 lga3-YÀ mit HS 17 „Familien“ X. Ob ez. 


„Geschichten“ zulesen? 211. el 2 Schultheß 81 „schreiben“ 2 — ἐπιγράφομαι 
11* 


164* Eusebius. 


der Barbare. Denn bei Gott gibt es weder Barbare noch Grieche. Denn jeder, 
der Gott fürchtet, ist ein Weiser. Jetzt sind die Ägypter, Syrer, Skythen, 
Italer, Mauren, Perser, Inder, sie allzumal weise geworden durch die Lehre 
Christi, sind in denselben (Dingen) weise und allzumal geübt, den Tod zu 

5 verachten und dies Leben gering zu schützen, bieten vielmehr Eine gute 
Hoffnung durch die Verheifung des Logos, unsers Erlósers, dar. Aber sie 
haben auch gelernt, daß sie das unsterbliche Leben der Seele in der Wohnung 
des Himmelsgewölbes und das Reich Gottes empfangen würden, das er als 
ein Pfand denen verhiefj, die von hier (dieser Erde) Lebewohl gesagt 

10 haben. Eben durch Werke bestätigte ihr Erlóser die Verheißung: 
durch den Kampf mit dem Tode, wodurch er seinen Jüngern die Nich- 
tigkeit des bei jedermann gefürchteten Todes zeigte und das von ihm 
ihnen versprochene Leben ihren Augen durch offenkundigen Anblick 
hinstellte, damit sie es sähen, und sein Bild zum Erstling unserer Hoff- 

15 nung sowohl auf ein Leben in unvergänglichem Leibe als auf die Un- Σ 12] 
sterblichkeit der Seele und auf die engelgleiche Majestät durch die 
Auferweckung machte. LXXX. Die erlösenden und der Welt helfenden 
Taten der Offenbarung des göttlichen Logos unter den Menschen sind 
also diese. 

20 Wenn aber jemand will, daß zum Überfluß auch Myriaden andere 
Beweise über die göttliche Kraft aufgezählt werden, so wäre ihm Muße 
des Geistes nötig zur Prüfung der Dinge, die über ihn geschrieben sind. 
Von diesen will ich wenige voraussagende Worte über die Taten, die 
von ihm geschehen sollten, die er zum Beweise seiner Gottheit vorher 

25 verkündigte, aus den Schriften seiner Jünger auswählen und als Schluß 
jenen vorlegen, die den Anfang meines Sermons nicht anerkennen. 


Zu Ende ist das dritte Buch des Cäsareensers. 
1 vgl. Gal 3:28 Kol 311 


9 „Lebewohl gesagt haben“) G3S. GO vermutlich — σευντάττεσϑαι 27 Die 
Unterschrift stammt nicht von Eusebius her 


Die syrische Theophanie Buch IV. 165* 


Das vierte Buch des Cäsareensers. 


Σ 132 IL. Schön ist es, fortan von dem gemeinsamen Erlóser aller (selbst) 
zu hören, der mit den Menschen redete und nach Art eines guten Vaters 
mit seinen Söhnen gleichsam Kind ward und durch das Gefäß, das er nahm, 
wie durch einen Dolmetscher Antworten gab, soweit es die Natur der 5 
Sterblichen zu hören vermochte. Denn als er seine Theophanie unter 
den Menschen veranstaltete, zeigte er zwar viele andere offenbare Be- 
weise der Kraft seiner Gottheit durch Taten, — wenn jemand will, 
kann er (sie) aus den Büchern über ihn sammeln, — aber wiederum ist 
auch dies kein geringer, für seine Wahrheit eintretender Beweis, der in 10 
seinen eigenen Worten besteht. Eben sie müssen wir denen nahe bringen, 
die nicht leicht seinen wunderbaren göttlichen Taten beistimmen, damit 
sie auch jenem anderen glauben, das über ihn verkündigt ist. Und 
nicht gering ist auch der Beweis durch die Kraft, die seine Worte 
denen gewähren, welche Verstand haben. Denn wie wir oftmals sogar 
diejenigen, die wir mit unseren Augen nicht sehen, sondern deren Worte 
wir nur hören, kennen und nach dem Gehörten urteilen über den, der 
da redet, ob es zufällig ein Grieche oder Römer oder gar ein Ägypter, 
ob er der Lebenszeit nach alt oder jung, ob es der Ton eines Weibes 
oder Mannes, ob es die Stimme eines Weisen und Vernünftigen oder 20 
im Gegenteil eines Toren und Idioten ist, demgemäß aber auch: selbst 
wenn wir zufällig nicht vor Augen haben noch sehen jene göttlichen 
Taten, die der göttliche Logos vollbrachte, als er auf Erden seinen 
Umgang hielt, sondern selbst (wenn wir auch nur) (urteilen) aus der 
Lehre seiner eigenen Worte, deren Stimme seltsam ist und das gemeine 25 
Denken übersteigt, und aus dem Vorherwissen der künftigen Dinge 
die er voraussagte, und aus dem was er auch in späteren Zeiten zu 
tun versprach, und aus der Erfüllung der vorausgesagten Dinge, *deren 
Vollendung bis jetzt vor unseren eigenen Augen infolge seiner Kraft 

3123 gewirkt wird, — (demgemäß) ist nicht gering der Beweis, der sich in- 30 
betreff der Dinge ergibt, welche seine Gottheit bezeugen. Denn die 
von ihm geschehenen Wunder verteilen sich auf (zwei) Zeiten: auf die- 


μ᾿ 


5 


24 Man vermißt ein Verbum, etwa z.ara 28 „und deren“ Σ᾽ str. a 


1668 Eusebius. 


jenige, die vergangen ist, in der er seinen Umgang auf Erden 
hielt, wie (in den Evangelien) berichtet ist, und (zweitens) auf die spätere 
(Periode), die sich bis zu uns selber erstreckt. Denn die gewaltigen 
Taten, die er früher vollbrachte, als er auf Erden mit den Menschen 
5 zusammen war, konnten diejenigen offenkundig sehen, mit denen er 
in jener Zeit zufällig zusammentraf. Eben sie aber sind uns verborgen 
und liegen (nur) ungesehen (vor uns). So konnten hinwieder auch die 
Dinge, die zu unserer Zeit nach seinen voraussagenden Worten in ihrer 
Ordnung erfüllt wurden und (die) eben in ihren Wirkungen bis jetzt 
10 von uns gesehen werden, von denen, die damals und in jener Zeit 
(lebten), wo sie vorausgesagt wurden, noch nicht in ihrem gehörigen 
Ausgang gewußt werden, und vielleicht erschien ihre Erfüllung den 
Ungläubigen unmöglich. Aber es ist wahrscheinlich, daß auch damals 
*diejenigen, die ihrer Art nach Leute von Verstand waren, obwohl sie 
15 den Ausgang der voraussagenden Worte nicht sahen, dennoch sie um 
seiner übrigen Taten willen glaubten. Denn wie sollte es nicht wahr- 
scheinlich sein, daß diejenigen, welche mit ihren eigenen Augen die 
offenbaren göttlichen Kräfte, Zeichen, Wundertaten und Werke, die 
jede sterbliche Natur übertrafen, sahen, (daß sie) nicht nur an das, was 
20 man damals sah, sondern infolge dieser (Dinge) auch an das bereitwillig 
glaubten, was für spätere Zeiten das Vorherwissen *verbürgte? Daher 
wiederum gehört es sich auch für uns selber, infolge der Wunder, die 
wir mit unseren eigenen Augen wahrnehmen, auch jenen damaligen bei- 
zustimmen, die von seinen Jüngern bezeugt sind. Denn jene (Dinge), 
25 die uns von den Vorfahren nur überliefert sind, weil sie es hörten, 
werden mit unseren eigenen Augen gesehen und genügen denen, deren 
Geist unverdorben ist, sodaß sie Beweise sind zum Siegel für das Ge- 
schriebene. Was das für Dinge sind, die damals noch nicht waren und 
noch nicht bestanden und noch nicht ins Bewußtsein der Menschen ge- 
80 treten, (wohl) aber von ihm in göttlichem Vorherwissen vorausgesagt 
und für spätere Zeiten überliefert waren und bis jetzt in unserer eigenen 
Zeit sichtbar sind, (sie) aus folgendem kennen zu lernen, ist tunlich. 
IL Es gab (einmal) einen berühmten Mann im Heere, der einen 
Rang und eine Machtstellung bei den Römern inne hatte. Da sein ge- 
35 liebter Sklave, dem die Glieder geláhmt waren, zu Hause darniederlag 
und da er sah, welche Kräfte unser Erlöser an anderen zeigte, wie er 


88—S 167, 8 — 4. Bruchstück der griech. Theoph. 88 vgl. Matth 85ff. 


14 streiche δ vor „Im 21 lies | 3&9 vgl. X 138:ef. 8b „geliebter 
Sklave“ (oder ,,Kind")] γνήσιος δοῦλος Th. gr. 


2124 


Die syrische Theophanie Buch IV. 167* 


die Kranken gesund machte, alle Schmerzen und alle Leiden heilte, und 
da er im Geiste urteilte, daß das Wunder keineswegs von Menschen 
sei, so nahte er sich ihm wie einem Gotte, indem er nicht auf das sicht- 
bare Gefäß des Leibes blickte, durch das er den Umgang mit den 
Menschen hielt, sondern auf den unsichtbaren Gott, der durch das Sterb- 
liche die eigene Tüchtigkeit offenbarte. (Deswegen) fiel er nieder, 
huldigte ihm, bat und flehte inständigst, auch selber für seinen Sklaven 
der Hilfe von Gott teilhaftig zu werden. Als unser Erlóser zu ihm 
sagte: ,Ich will kommen und ihn heilen", antwortete ihm der Chiliarch 
— denn dieses Ranges war er bei den Römern gewürdigt worden — 
und sprach zu ihm: „Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach 
eintretest, aber sage nur ein Wort, so wird der Sklave geheilt werden. 
Denn auch ich bin ein Mann in Machtstellung und habe Soldaten unter 
mir. Sage ich zu diesem: gehe hin, so geht er, zu einem andern: 
komme, so kommt er, und sage ich zu meinem Diener: tue dies und 
das, so tut ers.“ Was nun unser Erlöser auf diese Bitte hin tat, höre 
nicht von mir, sondern aus der Schrift, indem sie buchstäblich so lehrt: 
„Als aber Jesus dies hörte, wunderte er sich und sagte zu denen, die 
ihm folgten: Nicht einmal in Israel habe ich solchen Glauben gefunden. 
Ich sage euch aber, viele werden kommen von Morgen und Abend und 
werden zu Tische sitzen mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmel- 
reich. Die Söhne des Reichs aber werden in die äußerste Finsternis 
hinausgehen.“ Dann nach diesen Worten sagte er zum Chiliarchen: 
„Gehe hin, wie du geglaubt hast, wird dir geschehen. Und sein Sklave 
ward geheilt seit dieser Stunde. Und als sich der Chiliarch nach 
seinem Hause wandte, fand er in' derselben Stunde seinen Sklaven 
gesund." | 

III. Mit weleher Vollmacht also die Stimme unseres Erlósers her- 
vorging und welche Vorzüglichkeit er gezeigt hat und mit welcher 
Kraft er erfüllt war und mit welcher Freundlichkeit und Geneigtheit 
zum Wohltun, sodaß er bereitwilligst sein Kommen verhieß, welcher 
Art aber auch das Wunder der Wohltat war, kann man nicht würdig 
erkennen. Denn daß er dem Chiliarchen nicht mehr sagte als „wie du 


1 vgl. Matth 424 18 — Matth 8:10--Κ 24 — Matth 8:1: 28-8, 169, 5 
— 5. Bruchstück der griech. Theoph. S. 152»—16sı 88 — Matth 818 


6 ,deswegen"] διό < 3, l dan Mor 7 „Achte inständigst“) wörtlich: 
„rang“, vermutlich = λιπαρῶν 9 χιλίαρχος & ἑχατόνταρχος Matth 81 „zum 
Wohltun‘ εἰς εὐεργεσίαν Th. gr. 32 „der Wohltat"] „der Mittat“ 2 τῆς ebeoye- 
σίας Th. gr. 


20 


30 


1608} Eusebius. 


geglaubt hast, wird dir geschehen“, und daß er zugleich mit dem 
Worte auch seinem Kinde die Heilung gab (und sofort von .der X125 
Krankheit befreite ihn, der binnen kurzem in der Gewalt des Todes 
gewesen wäre,) wie sollte das nicht beweisen, daß in Wahrheit Gott 
5 durch menschliche Stimme redete? Wenn aber jemand dies für schwer 
glaublich hält wegen des Übermaßes des Wunders, so würde er dennoch 
nicht geziemend die Vorhersagung als Vorwand gebrauchen können, da 
durch sie der Beweis für sein Tun größer erscheint, wenn er sich zu 
Herzen nimmt, wie damals (nur) Ein Römer es war, der zu unserm 
10 Erlöser kam, ein Chiliarch, der ein größeres und besseres Bekenntnis 
für ihn zeigte als das Volk der Juden, (wie) aber unser Erlöser weis- 
sagte, daß viele anstatt des Einen sein werden, die gleich jenem sich 
ihm nahen würden von denen, die im Sonnenaufgang und in den 
Gegenden des Ostens und im Sonnenuntergang wohnen, die durch die 
15 Erkenntnis und durch das Bekenntnis zu ihm bei Gott an Ehre gleich 
gewürdigt werden mit den Vorfahren der Hebräer. Weil aber auch 
der Vorfahr jener, (eben) der gepriesene Abraham, der von götzen- 
dienerischen Vätern abstammte, sein Leben *änderte, von dem Irrtum 
der vielen Götter (zurückwich) und Einen über alles (regierenden) Gott 
20 erkannte, *so sagte dieser (Jesus) voraus, daß ihm und seinen Kindern, 
Isaak und Jakob, Myrisden gleich sein würden in der ganzen Menschen- 
welt, und (zwar) besonders diejenigen Völker, die im Osten, und die- 
jenigen (Leute), die im Westen wohnen, und er fügt diesen (Worten) 
auch das Größte seiner Verheißung hinzu. Die Juden selber (sagt er), 
25 die Söhne jener Gottgeliebten, die stolz sind auf Abraham, Isaak und 
Jakob, sollen, weil sie sich wider ihn erhoben und nicht an ihn glaubten, 
als des Lichtes der Erkenntnis Beraubte „hinausgehen in die äußerste 
Finsternis“, indem er so ihre Unwissenheit und die äußerste Torheit 
und den Mangel an erlósendem Licht voraussagt. Hier ziemt es sich, 


17 vgl. Gen 1918, Jos 243 Róm 41ff. 27 = Matih 812 


2—4 χαὶ ἀπαλλάξαι παραχρῆμα Tod νοσεῖν τὸν παρὰ βραχὺ τῷ ϑανάτῳ 
κατεσχημένον < 2 durch gedankliches Überspringen von παρασχεῖν auf χατεσχη- 
μένον. Lies etwa (32123 acal een 9 2n enóxac3 e»? 
eoo 9 Kan 3a eos. 13 „von denen“) ex τῶν te πρὸς £o 
xal ἀνατολὴν χλιμάτων τῶν τε xatà δυόμενον ἥλιον οἰχούντων Th. gr. 16 „auch“ 
or δὴ χἀχείνων Th. gr. „und“ Σ 17 Bowuevog] wörtlich „verkündigte“ Σ 
18 „und änderte“ Z streiche A 19 ,zurückwich" < X ἀναχωρήσας Th. gr. |. 
»àX, 20 „und sagte voraus“ & streiche & 24 „auch“] „und‘; mißverstandenes 
x«i < Th. gr. 


Die syrische Theophanie Buch IV. 169* 


unsern Sinn auf die Erfüllung zu lenken und mit eigenen Augen wahrzu- 
nehmen, wie die Juden, die sich rühmen, des Geschlechts jener ge- 
nannten gottgeliebten Männer zu sein, ausgestoßen sind nicht nur aus 
dem Reiche Gottes, sondern auch aus ihrer eigenen heiligen und könig- 
lichen Hauptstadt, in welcher sie allein, wie das Gesetz es bestimmte, ihren 5 
glänzenden Gottesdienst vollziehen sollten, und (wie) sie Knechte wurden 
3126 aus Freien, früher Söhne vorztiglicher Väter, und vermischt mit fremden 
Völkern — was ihnen nicht gestattet war — in einem Lande, das nicht 
ihr eigen war, umherirrten, sodaß ihnen nicht einmal erlaubt war, aus 
der Ferne das Land ihrer Verehrung zu sehen. Ohne Führer und ohne 10 
Könige, die sich ablösend bei ihnen als Herrscher eingesetzt wurden, 
standen sie da und waren Untertanen derer, die ihre Tempel von Grund 
aus zerstörten und ihr ganzes Volk bezwangen; weder gab es einen 
Propheten bei ihnen wie früher, noch eine Offenbarung wie früher, noch 
eine Hilfe oder ein góttliches Werk. All dies kam durchaus nicht be- 15 
vor, sondern nachdem unser Erlóser sein Antlitz von ihnen abgewandt 
hatte, über sie, entsprechend seinen Prophezeiungen. Dies über die 
Juden also derart. IV. Anstatt des Einen Chiliarchen aber, der in jener 
Zeit sich unserm Erlöser nahte, kam eine unsagbare Anzahl von Leuten 
aus allen Vólkern, nicht Chiliarchen allein, sondern auch die Menge der 20 
rómischen Truppen wie auch Myriaden von Herrschern und ἡγεμόνες, 
die über Völker und Länder mächtig sind, und andere, soviele an Ehre 
und Rang viel höher sind als diese, eben diejenigen, die im Königs- 
hause stolz sind, — (kamen) gleich jenem Chiliarchen zum Christus 
Gottes, erkannten durch seine Lehre den Gott derer, die bei den 25 
Hebräern als gottgeliebte Menschen glänzten, und wurden in gleicher 
Weise wie sie des Geschenkes von Gott, dem König des Alls, gewürdigt. 
Wenn aber jemand sich zu Herzen nimmt, wie viele Scharen von Christen 
und Kirchen es in Myriaden Mengen im Lande der Perser und der Inder 
geben soll, die im Sonnenaufgang wohnen, und wie durch die Worte 30 
unsers Erlösers bei diesen Weiber, liebende Jungfrauen und Männer 
zur vollendeten Heiligkeit übergehen und zur Enthaltsamkeit eines 
philosophischen und züchtigen Lebens, und (wie) Myriaden Bekenner 
Gottes eben unter ihnen leben, V. und wie eben sie den, der vom 
Samen Abrahams aufleuchtete, den Christus Gottes bekennen und durch 35 


18—27 - 5. Bruchstück der griech. Theoph. S. 171—9 


4 „heiligen“] ἱερᾶς Th. gr. 11 „sich ablösend“] „durch Überlieferung“ € 
vermutlich χατὰ διαδοχήν 91 „wie“] wörtlich „sodaß“; vermutlich mißver- 
standenes ὡς 


110} Eusebius. 


neue Geburt in ihm Kinder Abrahams geworden sind und eben das 
vorhersagende Wort unsers Erlösers versiegeln, (wie) gerade ebenso 
aber auch in den westlichen Teilen der Welt alle Spanier und Gallier Σ 1.7 
und (wie man) (in) den Ländern der Mauren und Afrer, sogar im Ozean: 
5 [und] in Britannien Christus bekennt und den Gott Abrahams, Isaaks und 
Jakobs anerkennt und auch in Gebeten anruft und als Teilhaber jener 
(Erzväter) in der Gottesverehrung erscheint — wenn also jemand eben 
dies zu Herzen nimmt, dann wird er verstehen, welches die Kraft des 
Logos war, der vorher verkündete und sagte: „Viele werden vom Auf- 
10 gang und vom Untergang kommen und werden zu Tische liegen im 
Schoße Abrahams, Isaaks und Jakobs im Himmelreich.“ Dies also mit 
dem Chiliarchen. Aber auch zu andern Zeiten, als er mit den jüdischen 
Lehrern zusammen redete, prophezeite er dem Ähnliches und redete in 
dieser Weise: „Wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und 
15 die Propheten, "alle im Reiche Gottes, euch aber hinausgeworfen, dann 
werden sie kommen von Morgen (und Abend), von Westen und Süden 
und werden zu Tische sitzen im Reiche Gottes.“ Eben diese (Worte) 
empfangen ihre Bestütigung offenbar durch die Bekehrung aller Vólker 
zu dem über alles (waltenden) Gott. Dies also sagte er jenen über die 
20 Bekehrung aller Vólker zu dem über alles (waltenden) Gott. 

VI. Dureh welche Männer er bereit war, eilends die Berufung der 
Vólker zu veranstalten, kannst du aus der Schrift seiner Jünger lernen, 
die in dieser Weise lautet: ,Da Jesus entlang ging am Landsee von 
Galiláa, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Peirus, und seinen Bruder 

25 Andreas, wie sie Netze in den See warfen; denn sie waren Fischer. 
Und er sagte zu ihnen: Kommt mir nach, so will ich euch zu Menschen- 
fischern machen. Sie aber ließen in derselben Stunde die Netze und 
gingen ihm nach. Als er weiter wandelte von da, sah er zwei Brüder, 
Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, im 

30 Schiff mit ihrem Vater Zebedäus, und er berief sie. Sie aber verließen 
in derselben Stunde das Schiff und ihren Vater und gingen ihm nach.“ 
Ein anderer Schriftsteller aber hat geschrieben, daß er zweimal zum 


9 — Matth 811 14 = Luk 13ssf. 93 = Matth 418—222 


4 „die Länder“ € l. «δι. 30:0 5 „und“ vor ei ian2 besser zu 
streichen | „bekennt“] „schreibt“ — ἐπιγράφομαι 15 wörtlich „und sie werden 
kommen“ X 16 „und Abend“) x«l δυσμῶν Lukas < X lies σ᾽ 9-99 rs 
18 „empfangen“) wörtlich „zeigen“ (ihre Wahrheit) 28 ,lautet/^] „ist“ & wohl 
ὑπάρχει ' 


Die syrische Theophanie Buch IV. 171* 


Simon gleich diesem prophetischen Wort geredet habe: Da Jesus näm- 
lich viel Volks anlag, sagt er, sei er in eins der Schiffe gestiegen, das 
dem Simon gehörte, und als er darin saß, dolmetschte er der Menge. 
2128 Nach gentigender Belehrung aber, weil es geziemend war, daß er auch 
ein göttliches Werk zu seinen Worten hinzufügte zur Hilfe derer, 
die es sahen, befahl er dem Simon, seine Netze zum Fange auszuwerfen. 
Der aber sprach zu ihm: Die ganze Nacht haben wir gearbeitet, aber 
nichts gefunden; auf dein Wort jedoch will ich die Netze auswerfen, 
— und führte den Auftrag aus. Als sie aber eine große Menge Fische 
einfingen, zerrissen die Netze völlig, von der Menge beschwert. Da 10 
riefen sie die (Leute) im Nachbarschiff zu Hilfe Als sie dann die 
Fische in die Höhe gezogen hatten, füllten sie beide Schiffe, sodaß Ge- 
fahr vorhanden war unterzugehen. Darüber wunderte sich Simon, 
staunte und bekannte, nicht wert zu sein, daß unser Erlöser sich ihm 
nähere. Der aber zeigte ihm das Bild des Zukünftigen, offenbarte auch 15 
seine Deutung, und Jesus sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, von jetzt 
an sollst du Menschenfischer sein.“ Galiläischen Männern, die nichts 
weiter kennen als die syrische Sprache und die auch dem niedrigen 
und armseligen Gewerbe der Fischerei nachgehen, versprach unser Er- 
löser mit Recht, er werde sie zu Menschenfischern und Herolden seiner 20 
Lehre machen, “und bat sie (dazu) gemacht, ohne seine Verheißung 
Lügen zu strafen, und hat die Kraft Gottes wirksam gezeigt für eine 
Sache, die jede Tüchtigkeit der Menschen übertrifft. Denn wenn er die 
Vernünftigen und Weisen *oder die geehrten und reichen Leute unter 
den Juden zu sich geführt und sie als Lehrer seiner Worte benutzt 25 
hätte, so wäre es vielleicht für jemanden natürlich zu meinen, daß die 
Sache menschlicher bereitet sei. Denn so pflegen die meisten der 
Menschen sich unterzuordnen: entweder durch Geschenke von den Reichen 
geködert, oder durch die Vorzüglichkeit der Worte und die Phantasie 
der Weisheit irre geleitet, oder die Macht angesehener Personen fürchtend. 30 
Er aber benutzte nicht derartige Jünger, sondern im Gegenteil Arme 
und Unberühmte, bescheiden an Redegabe, der Sprache nach Syrer, 
niedrig und armselig im Beruf (σχῆμα), und war durch sein Werk offen- 
bar, indem er allein die göttliche Kraft verwandte, die er zeigte, indem 


οι 


1 vgl. Luk 51—11 1—S. 174, 14 = 6. Bruchstück der griech. Theoph. 


1 wörtlich: „Da nämlich eine große Menge oberhalb von Jesus stand‘ wohl 
— πολλοῦ γὰρ ὄχλου ἐπικειμένου τῷ Ἰησοῦ 17 ἀνθρώπους ἔσῃ ζωγρῶν Th. gr.) 
„sollst du Menschen zum Leben fangen“ Σ 24 ἢ „und“ Z2; 1. oe statt ἃ 
88 ἔργῳ δῆλος ἦν] „ließ sein Werk offenbar aufleuchten" £X 


174° Eusebius. 


in der Nachbarschaft gründete, und diejenigen in Ägypten, *eben in 
Alexandrien stellte er ferner selber, (freilich) nicht durch sich, sondern 
durch den zum Jünger gewonnenen Markus für sich auf. Während er 
nömlich selber in Italien und unter den Nachbarvölkern weilte, machte 

5 er seinen Jünger Markus zum Lehrer und Fischer für die in Ägypten 
Richte aber deinen Sinn auch auf die übngen Jünger unsers Er- 
losers, denen er verhieb, er werde sie zu Menschenfischern machen, un4 
(denen! er sein Wort durch die Tat zeigte. Bis jetzt also scbafft und 
wirkt derselbe, indem er überall auf Erden zugegen ist und die ganır 

10 Menschenwelt mit seinen geistigen Netzen füllt und mit vernünftigen 
Fischen der Barbaren und Griechen aus jedem Geschlecht, aus der 
Tiefe des Bösen und aus der Finsternis der Gottlosigkeit die Seelen 
der Menschen herausziebend, sie hinwendend an jedem Tage und r: 
jeder Stunde zu dem Lichte der von ibm verkündeten Gotteserkenntni«. 
15 Indem dies so mit unsern Augen gesehen wird, scheint es mir ei 
zweifelloses Zeugnis für die Theophanie unsers Erlösers darzustell v. 
VIL. Willst du aber auch das dritte Wort der göttlichen Stimm- 

bóren, die vorhersagte, dab seine Jünger in aller Welt leuchten würden. 
so höre auch dies Es liegt aber in folgender Weise vor: „Ihr seid da« 
“ἢ Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge gebaut i«t, kann 
nicht verborgen bleiben. Man zändet auch nicht ein Licht an und setz! 
es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen. 
die in dem Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen. 
damit πιὸ eure guten Werke sehen und euren Vater im Hummel 
> preisen.” Hier (sagte er) wiederum zu jenen Fischern, die aue ἐν 
Lande Galilàa kamen — es ist aber ein Winkel Judäas, der so genannt wırl 
am Meeresrücken gelegen, über den auch unter den Propbeten Jesa:» 
verkündet und ausruft, indem er zugleich auf die Verborgenbeit de: 
Landes und zugleich auch auf die Erscheinung unsers. dortigen Er- 
lósers hinweist: „tinliläa der Völker, ein Volk, das in Finsternis nutzt 
sah ein großes Licht" --- jenen also, die von dort stammten, ewuln- 
lichen, bescheidenen Leuten, laienhatt an Rede, armelız an Lebene- 
weise, eben jenen Fischern sagte er, dab sie das Licht der Welt seir 
würden, und bestätigte durch die Tat diene Verheibung, sodab eber 


w 


19 886 — Matth ὁ 16- 16 30 - Jes nm 5: LAX "1 


Pound? al „nawi.h" £o |.ound ebes" X406 0 4 .1Amich" „won > 
vgl su 2. | U oua δ᾽ ἂν TTD f. 0 llitoo toy 906» (084604 YER 
fon ms, ns "Petr Th. qr 10 x» ew oe xot iv^. . 
den Beo sect τὲ mi Boon. ein I" τι τ΄ς amo, Ad n. 


GO» αὖ. 457To) Ctr, ὦ» 24v Tft Citt, ἔτι εὐ ge, Ih gr 


δ. 


Die syrische Theophanie Buch IV. 175* 


jener Simon, genannt Petrus, aus Kapernaum, einer Stadt Galiläas, auszog, 
Myriaden Seelen der Menschen durch das Licht der Gotteserkenntnis er- 
leuchtete und in der ganzen Welt biszu den Ländern des Westens bekannt 
wurde, und (sodaß) die Erinnerung an ihn bis jetzt bei den Römern größer ist 
als an die, die früher waren, sodaß er sogar einer herrlichen Grabstätte 5 
vor der Stadt gewürdigt wurde, zu dem wie zu einem großen Heiligtum 
und Tempel Gottes Myriaden Scharen des römischen Reiches eilten. 
Wie sollte dies nicht die Wahrheit dessen bestätigen, was er seinen 
X132 Jüngern sagte: „Ihr seid das Licht der Welt.“ So aber leuchtet ferner 
auch der Name des Johannes, des Sohnes Zebedäi, den er beim Fisch- 10 
fang mit seinem Vater und Bruder die Netze flicken sah und den er 
derselben Berufung und Verheißung würdigte, in der ganzen Welt, und 
seine Worte *erleuchten die Seelen der Menschen durch die von ihm 
überlieferte Schrift des Evangeliums, die in mancherlei Sprachen, grie- 
cbische und barbarische, verdolmetscht ist und allen Völkern alle Tage 15 
ins Ohr verkündigt wird. Und besonders auch ehrt man die Todesgrab- 
stätte dieses (Apostels) zu Ephesus in (Klein)asien herrlich und beweist (da- 
mit), daß die Erinnerung an das Licht seiner Vorzüglichkeit in Ewig- 
keit nicht vergessen wird. So werden auch die Schriften des Apostels 
Paulus mit Recht in der ganzen Welt verkündet und erleuchten die 20 
Seelen der Menschen. Auch das Märtyrertum seines Todes und die 
über ihm (sich erhebende) Grabstätte wird vorzüglich und gewaltig in 
der Stadt Rom bis jetzt gepriesen. Was habe ich nötig zu sagen, daß 
such die Lebensweise, die in der ganzen Welt durch eben die Jünger 
unsers Erlösers eingeführt ist, dem Anblick eines Siegeszeichens gleich 25 
eine berühmte Stadt ist, die nicht etwas im Verborgenen (Gelegenes) ist, . 
sondern die die Mitte aller Städte inne hat, entsprechend dem Wort 
unsers Erlösers: Einer Stadt gleich, die oben auf einem Berge gelegen 
ist Das Wort, das sie über unsern Meister verkündeten, war nicht wie 
(eins), das unter dem Scheffel verborgen und dem Irrtum und der 30 
Finsternis überliefert ist, sondern wie (eins), das oben auf einen hohen 
Leuchter und in die Höhe nach aufwärts gehoben ist und allen, die im 
Hause der ganzen Welt sind, leuchtet. Vorauswissen aber und Prophe- 
zeiung — und keineswegs nur (etwas) Befehlendes, sondern auch etwas 


5 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 25? 9 — Matth ὅς 9—16 = 7. Bruch- 
stück der griech. Theoph. 10 vgl. Matth 431 17 vgl. Euseb. Hist. eccles. ΠῚ 318 
22 vgl Euseb. Hist. eccles. II 257 28 vgl. Matth 514 80 vgl. Matth 515 


18 eremi] l .102129 mit HS 26 So fordert es der Sinn: „in deren 
Verborgenheit nichts ist“ 2 


ι705 Eus-bius, 


die Zukunft Vorauszeigendes — ist dies : Wort: „So wird euer Licht 
leuchten vor den Menschen." „Licht“ aber nannte er durchsur alle. 
indem er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt“, und keineswegs vielr 
Lichter, sondern zumal alle Ein Licht, sodaß infolge der Überein- 
5 stimmung zumal aller Erleuchtung für die ganze Welt da war. Dern 
seine Sache allein war es zu sagen: „Ich bin das Licht der Welt“ 
Über ibn ist in Wahrheit geredet: „Er war das Licht, das in die Welt 
kanı. das jedermann erleuchtet.‘ Aber indem dies so gesagt und erfüllt 
wurde, siehe, wie er ferner auch seinen Jüngern sagte und erklärte: 
10 „Was ich euch in der Finsternis sage, sollt ihr im Lichte sagen, und 
was ihr ins Obr hört, sollt ihr auf den Dächern verkünden. Und 
fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die Seele nicht 
töten können; fürchtet euch vielmehr vor dem, der Seele und Leib ver- 
derben kann in die Hölle.“ Auch hierdurch versprach er eben in den 
15 Anf&ogen (der Belehrung) seiner Jünger, als sie die Dinge (noch: nicht 
kannten und waren wie der, der in Finsternis ist, die Kenntnis de 
Lichtes. Denen, die im Verborgenen und in der Finsternis seine Be- 
fehle hörten, obne daß die Erfüllung) sichtbar war, prophezeite er. da. 
sie ihn offen bei jedermann predigen würden, und ermahnte sie sıch 
* nicht zu scheuen, sondern die Gefahr mit ganzer Seele zu ertragen up! 
ihn ins Ohr aller zu verkündigen, ohne sich zu fürchten vor denen, dir 
den sterblichen Leib töten. Denn die Seele kann von den Menschen 
nicht getötet werden, weil sie unkórperlich und unsterblich ist. Deon 
nur Gott kann Leib und Seele zumal töten und strafen. Ea mag aber 
25 beobachtet werden, dab er eben hierdurch die Unkörperlichkeit der 
Seele lehrte und ein Dogma der Philosophen in. kurzen Worten darlegtr. 


DaB er seinen Jüngern am Anfang ihrer Berufung) sagte, er werde sie 

zu Menschenfischern machen, und am Ende efienkundig propkezeite, sie 

^ würden sefert alle Völker mit Hilfe: seiner Kraft zu Süngern machen, wird 
nach dem Evangelium des Matthäus (beschrieben. 


VII. Nach seiner. Auferstelung von. den Toten gingen alle 
zumal, denen es aufgetragen war, nach (Gialılaa, wohin er ıbnen 
gesagt hatte zu gehen). „Und da «ic ibn sahen, fielen einige nieder 
andere aber zweifelten. Er aber trat zu ihnen, redete mit ıhmen ur 


I -- Mar, ET 8 -- Marn ^ 14 4 -- Joh ΜΒ 18 Hi = Job 19 
10 Merlilom 89 1. Nurtn Die 8. Mattb Dir os 


7 dn Wah tt 0v T6 s fi rs ih van 7 tut getreant gr fe. quo fo 
ἀληθινὸν 


t^ 


Die syrische Theophanie Buch IV. 177* 


sprach: mir ist gegeben von meinem Vater alle Gewalt im Himmel und 
auf Erden. Gehet hin, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des 
Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, 
was ich euch befohlen habe, und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis 
an das Ende der Welt.“ Beachte aber bei diesen (Dingen) die Über- 5 
legung der Jünger und die Vorsicht ihres Denkens, daß nicht alle ihn 
anbeteten, als sie ihn sahen, sondern (nur) die einen taten dies gläubig 
und gern, die andern aber hielten für jetzt zurück, sodaß sie nicht 
leicht(sinnig) und schnell diesem Wunder zustimmten, sondern mit 
x13; reiflicher Prüfung und aller Vorsicht. Dann am Ende ließen auch sie 10 
sich überzeugen, zogen aus zu allen Menschen und wurden selbst Pre- 
diger seiner Auferstehung. Da aber in der Schrift der Propheten mit 
Bezug auf ihn prophetisch gesagt ist: „Bitte von mir, so will ich dir 
Völker zu deinem Erbe geben und deine Herrschaft (soll) bis an die Enden 
der Erde (reichen)" sagt er zu seinen Jüngern, als ob das prophetische 15 
Zeugnis jetzt durch die Tat erfüllt würde: „Mir ist jede Gewalt wie im 
Himmel (so) auch auf Erden gegeben.“ Denn die Herrschaft der Dinge 
im Himmel hatte er von Ewigkeit an inne, die (Macht) der Dinge auf 
Erden aber, sagt er, sei ihm jetzt gegeben vom Vater, entsprechend dem 
(Worte): „Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe 20 
geben.“ Denn einst, wie Mose bezeugt: „Als der Höchste die Völker 
trennte, bestimmte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der 
Engel,“ waren die Engel Gottes die Herrscher über alle früher auf 
Erden (Weilenden). Als sich die Menschheit aber zum polytheistischen 
Irrtum wandte und die herrschenden Engel nichts in betreff dieser 25 
(Sache) helfen konnten, lehrte fortan der gemeinsame Erlöser aller 
selber durch seine Theophanie nach dem Siege über den Tod, daß nicht 
mehr den Engeln, sondern ihm von seinem Vater die Herrschaft 
über die Völker auf Erden gegeben sei. Deshalb befahl er seinen 
Jüngern nicht früher, sondern jetzt (erst), herumzuziehen und alle Völker 30 
zulehren. Notwendig aber fügt er auch das Geheimnis der Reinigung hinzu. 
Denn er mußte diejenigen, die aus den Völkern sich bekehren, von jeder Be- 
fleckung und Besudelung durch seine Kraft reinigen, weil sie infolge des 
dämonischen und polytheistischen Irrtums schmutzig und mit Befleckung 
jeder Art behaftet waren und jetzt zuerst von einem lasterhaften und 35 
gesetzlosen Lebenswandel sich lossagten. Diese ermahnte er zu lehren, 


19--8. 179, ὕ — 8. Bruchstück der griech. Theoph. 18 —Ps2s 16-— Matth 
28:8 20 — Ps 28 21 — Din 328 


18 τὴν ἀρχὴν] < X wohl mit Unrecht 1. + e»eai ax 
Eusebius III*. 12 


“"} 


- 
w? 


3) 


175° Eusebius, 


nach der Reinigung, die durch seine mystische Lehre (stattfindet, nich: 
die jüdischen (sesetze und nicht die Gebote des Mose, sondern all«, 
das bewahren, was er selber ihnen auftrug. Dies war es, was all 
gleichmäßig, bei allen Völkern herumgebend, allen Jungern und allen 
Kirchen in aller Welt überliefert haben. Notwendig aber treibt er εἱς 
an und macht sie geneigt, zu fischen und herumzugehen bei allen 
Völkern und jedes Geschlecht der Menschen zu lehren, durch die Ver- 
heißung, die er ihnen gab, indem er sagte: „Siehe, ich bin bei euch * 
Denn diesem Worte der Verheißung fügte er die Tat hinzu, war m: 
göttlicher Kraft bei jedem einzelnen von ihnen, war allen zumal gegen- 
wärtig, schaffte und wirkte mit ihnen und bekräftigte das Sieges werk . 
indem er sie zu Lehrern aller Völker in der von ibm überliefert: n 
(iottesfurcht machte. Auf diese Verheißung also vertrauend, erfüllt: o 
sie durch die Tat seine Worte. Sogleich und in nichts *zügern:! 


^ gingen sie in aller Bereitwilligkeit, alle Völker zu belehren, indem «.: 


eben durch die Tat wahrnahmen und mit den Augen lebendig saben d« n. 
der vor kurzem tot war, und den, den sie wegen des Vorgefallenen ver- 
leugnet und abgeschworen hatten, eben ihn deutlich und in eiger:r 
Person nahe sahen und (hörten!, wie er mit ihnen in gewohnter Weis 
redete und ihnen das Vorhergesagte verhieb, ısodab) se wegen de. 
Anblicks den sie prüften, seinen Versprechungen nicht ungl&ubig se: 
konnten. Denn der Befehl (allein) hätte sie verdroesen, da sme ur 
*b&urisches Wesen und ihre bescheidene lledegabe kannten, weswegrt. 
sie beinahe verzichtet hätten, *indem sie mit Hecht bedachten. dab :« 
für (Leute, die! der Sprache nach Syrer ,waren) und nichts weiter ais 
Fischerei verstanden, unmöglich war, als Lehrer der (inechen zumal 
und Römer, der Ägypter, Perser und übrigen barbarischen Völker a-.f. 
zutreten und Gesetze zu geben gegen alle (iesetzuieber und Könige au.‘ 
der ganzen Erde, entgegengesetzt dem, was jenen. über die Gótter ihr? 
Vorfahren von aller Ewigkeit an überliefert war Aberes war ihnen nıc: : 
erlaubt, solches zu bedenken, da sie. die Stimme Gottes hörten, welt. 
zu ihnen «agte; „Siehe ich bin bei euch alle Tage”, und da sie deutl.. : 
sahen, dab die Gottheit des mit ihnen Bedenden mächtiger erschien a2 


58 — Matth 2*9, 32 -. Matth ne 


4 „alle seine Jur,;ei" I, al er oi τόντες ἐχπερινλϑόύόντες πάντα tà Fer 3. 
AA ues) Th. gr. Ezyganse 3494 fol; ;*eqisow und 1. „omlaal Des Pre 
.omen 1st faisc hes Ex 1: tum 6 „ru vertrauen" δ᾽ - Bapyınaas aber 89pet-. 


Th. gr 14 „een, means les Ada dst HS 28 lm echo διό 


Keiner. $4 uud l-dachten" & 1 (edn31253 


Q^ 


Die syrische Theophanie Buch IV. 179* 


der Tod. Deswegen auch überkam sie Furcht, wenn sie nicht ge- 
horchten, sodaß sie daher die Gefahren mit ganzer Seele ertrugen, in- 
dem sie die Bürgschaft des Lebens nach dem Tode vom Meister 
empfingen, und mutig daran gingen, bei allen Völkern umherzugehen, 
indem sie durch Werke die Verheißungen ihres Meisters bestätigten. 
Er aber fügte zu seinen Versprechungen an sie (noch) ein übriges Wort 
hinzu, und (noch) wunderbarer: er bewährt es bis jetzt. Indem er zu 
ihnen sagt: „Siehe ich bin bei euch alle Tage“, fügt er hinzu: „bis 

3136 ans Ende der Welt.“ Dies erfüllt er keineswegs nur an ihnen, sondern 
auch an allen denen, die ihnen folgten und eben von ihnen seine Lehre 10 
empfingen, und auf der Stelle bis jetzt ist er allen denen nahe, die ihm 
zu Jüngern gewonnen werden. Deswegen wüchst seine von ihm be- 
hütete Kirche alle Tage, wird größer an Macht und mehrt sich und 
wird durch seine Kraft bis ans Ende der Welt gesammelt. 


Cn 


Über die Bekehrung aller Völker zu Gott. Aus dem Evangelium des Lukas. 15 


IX. Wiederum zu einer anderen Zeit nach der Auferstehung vou 
den Toten erschien er anderen seiner Jünger. Da sie noch zweifelten 
und nicht an ihn glaubten, brachte er folgende Worte vor und sagte: 
.Das sind die Reden, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei 
euch war, daß alles in Erfüllung gehen müsse, was über mich geschrieben 20 
steht im Gesetz Mose, in den Propheten und Psalmen. Darauf *óffnete 
er ihren Verstand zur Einsicht in die Schriften und sagte zu ihnen: 
So muf Christus leiden, auferstehen von den Toten am dritten Tage 
und auf seinen Namen verkündet werden Buße und Sündenvergebung 
bei allen Völkern, anfangend von Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen 25 
dafür.“ Nachdem er Einmal gesagt hat, auf seinen Namen solle Buße 
verkündigt werden allen Völkern, darf man, falls die Tat nicht dem 
Wort folgte, auch seine Auferstehung von den Toten nicht glauben. Wenn 
aber auch bis jetzt die (Dinge) seiner Prophezeiung sich in die Tat um- 
setzen und (wenn) sein Wort lebendig und wirksam ist in der ganzen Welt 30 
und mit Augen gesehen wird, so ziemt es sich, fortan nicht (mehr) zu 
zweifeln an dem, der dies Wort sagte. Denn der, dessen Kraft lebendig 
und wirksam ist und mit Augen gesehen wird, über den muß man not- 


8 — Matth 2820 14 vgl. Didache94 19 — Luk 244«—4s 26— S. 180, 19 
=-- 9. Bruchstück der griech. Theoph. 


2 „mit ganzer Seele ertrugen'"] ὁμόσε τοῖς χινδίνοις ἐχώρουν Th. gr. 
21 .Sfnelen sie“ X1. sa 
12* 


172* Eusebius. 


er sie zuerst mit Einem Worte berief und zu seinen Anhängern machte 
und (indem) er ihnen dann verhieß, er werde sie zu Fischern und 
Herolden der Menschen machen, damit sie anstatt der Netze, die sie 
hatten, von ihm das Netz empfingen, das aus allerlei Worten der Ge- 
5 setze und Propheten und aus solchen seiner eigenen göttlichen 
Lehre gewebt war, und (damit) sie (es)in das Meer der Menschenwelt würfen 
und einfingen, soviele sie fänden, indem sie ihre geistigen Netze mit 
jeder Art vernünftiger Fische füllten. Aber dies waren, als man da- 
mals im Worte es hörte, Phrasen und Töne und nichts weiter. Das Werk 
10 aber der göttlichen Kraft stellte er nicht lange darauf hin und vollendete 
eben das in Taten, was vorher durch Worte gesagt war, sodaß in 
kurzer Zeit die ganze Menschenwelt zumal unzählige Scharen der von 
diesen armen und laienhaften Menschen Gefischten besaß und jeder 
Ort der Griechen und Barbaren mit Kirchen angefüllt wurde wegen jener 
15 Einen Verheißung des göttlichen Wortes, durch welches er verhief, 
nicht daß er seine Jünger belehren, sondern daß er sie zu Menschen- 
fischern machen werde, sodaß er die Zukunft nicht nur vorher kannte 
und vorher sagte, sondern auch als Täter so großen Wissens erschienen 
ist. Er sprach durch das Wort und hat gewirkt durch die Tat; er 
20 stellte die Zukunft durch Symbol und Bild dar und hat sie durch sein 
Wirken vollendet. Denn denen, die vor alters früher in der Finsternis 
(fern) vom Lichte der Wahrheit und $n der Nacht der Golieserkenntnis 
arbeiteten und keinen für die Erlösung einfangen konnten, leuchtete er 
in seinem Glanze auf und befahl denen, die an den Tag und ans Licht 
25 kamen, nicht auf die eigene Kunst, sondern auf sein Wort zu ver- 
trauen und die Netze in die Tiefe zu werfen. Die aber brachten eine 
so große Menge von Fischen zusammen, daß die Fanggeräte zerrissen 
und die Schiffe in Gefahr kamen, infolge der Belastung in die Tiefe zu 
sinken. Als dies aber so geschehen war, brachte er den Simon zum 
30 Erstaunen und zu nicht geringer Furcht. Aber dies möge dich nicht 
erschrecken, sagte unser Erlöser zu ihm; denn noch ist es (Kinder)spiel 
und ein Bild des Zukünftigen. Denn dies sind stumme und unver- 


6 εἰς τὴν τοῦ ἀνθρωπείου βίου ϑάλατταν) „in das menschliche Meer der Welt“ 
Σ 18 ὡς ἐν βραχεῖ χρόνῳ τὴν σύμπασαν (óuot» ἀνθρώπων οἰχουμένην μυρία 
πλήϑη τῶν σαγηνειϑέντων ... . χτήσασϑαι!) „daß er in kurzer Zeit die ganze 
Menschenwelt zumal unzählige Scharen der Mengen (=- συναχϑέντων δὴ von diesen 
.... Menschen erwarb“ X 14 πληρωϑῆναί τε ἐχκλησιῶν πάντα τόπον Ἑλλήνων 
τε καὶ βαρβάρων] „und gefüllt wurden seine Kirchen an jedem Ort der Griechen 
und Barbaren“ X 22 ἐν σχοτίᾳ φωτὸς ἀληϑείας καὶ ϑεοῦ γνώσεως ἐν νυχεὶ] Σ 
verbindet ϑεοῦ γνώσεως mit ἐν σχοτίᾳ 


Die syrische Theophanie Buch IV. 173* 


ständige Fische, und dies sind Fahrzeuge und Netze, aus seelenloser 
Hyle gefertigt, aber derartig sind nicht die Abbilder dieser Dinge. 
Etwas später also, das heißt vielmehr: augenblicklich jetzt auf der 
Stelle, wirst du ein Menschenfischer sein, wirst du von dieser er- 
müdenden, nutzlosen Fischerei ablassen, vielmehr ein Fischer ver- 5 
nünftiger Lebewesen anstatt der unvernünftigen werden und nicht mehr 


2130 aus den Tiefen des Meeres, sondern aus der salzigen Bitterkeit der Welt 


und aus den finstern Winkeln der Gottlosigket und Schlechtigkeit 
zum geistigen Licht und zur reinen Luft heraufziehen diejenigen, die 
von dir gefangen werden, das heißt vielmehr: du wirst sie zum Leben 10 
fangen dadurch, daß du ihnen das Leben, aber nicht den Tod förderst. 
Denn die aus dem Meere (stammenden) Fische, die vorher in der 
Finsternis (und) in der Tiefe leben, geben sofort zu grunde, sobald sie 
Licht und Luft erlangen, diejenigen (Fische) aber, die von dir unter den 
Menschen gefangen werden aus der Finsternis der Unwissenheit, ändern 15 
sich um und werden zum göttlichen Leben gefangen. Deswegen sprach 
er: „Von nun an wirst du Menschenfischer sein.“ Dies sagte unser 
Erlóser mit góttlicher Kraft vorher und dies zeigte ebenderselbe Erlóser 
dureh Werke als zuverlássig und wahr. Wieviel Myriaden Menschen 
also jener Fischer, der Netzwerfer, der Syrer, anstatt der Jagd auf 20 
Fische erbeutete durch die mit göttlicher Kraft gewebten Netze ver- 
borgener Worte, kann man unmöglich in eine Zahl fassen. Das Sicht- 
bare aber ist das Gesicht des Unsichtbaren. Denn was der lange Aeon 
der Welt vor der Theophanie unsers Erlósers nicht hervorbrachte, was 


weder Mose, der Gesetzgeber der Hebräer, noch die Propheten Gottes 25 


nach Mose, noch Myriaden anderer Fischer, die früher die göttliche 
Lehre den Menschen verkündeten, nicht zu tun vermochten, obwohl sie 
die ganze Nacht hindurch vor seiner Erscheinung viel arbeiteten, das 
hat der galilüsche Mann, der Arme, der Barbar seiner Sprache nach, 
eben jener Simon getan. Ein Beweis aber für das damals von Simon 30 
Vollbrachte sind die bis jetzt leuchtenden Kirchen, die viel voller sind 
an geistigen Fischen als jene Fahrzeuge, wie es die ist (zu) Cüsarea in 
Palästina, wie die zu Antiochien in Syrien, wie die in der Stadt der 
Rómer. Denn man berichtet, dafi Simon selber diese Kirchen und alle 


4 vgl. Luk 510 17 = Luk 510 928 vgl. Luk 55 

7 ἁλμυρᾶς) „häßlichen“ € (= μοχϑηρᾶς ἢ) 22 ὄψις δ᾽ ἀδήλων (ἀλλήλων 
HSS) τὰ φαινόμενα 24 ἤνεγχεν) ,ertrug^ Z — 27 „verkündeten‘“] vermutlich 
— ἀναφωνήσαντες vgl. elarso — ἀναφώνησις 82 „als jene Fahrzeuge‘) 


τῶν τότε σχαφῶν. .... οἵα ἡ κατὰ Καισάρειαν] lies Tanz 


174} Eusebius. 


in der Nachbarschaft gründete, und diejenigen in Ägypten, *eben in 
Alexandrien stellte er ferner selber, (freilich) nicht durch sich, sondern 
durch den zum Jünger gewonnenen Markus für sich auf. Während er 
nämlich selber in Italien und unter den Nachbarvölkern weilte, machte 
5 er seinen Jünger Markus zum Lehrer und Fischer für die in Ägypten. 
Richte aber deinen Sinn auch auf die übrigen Jünger unsers Er- 
lösers, denen er verhieß, er werde sie zu Menschenfischern machen, und 213 
(denen) er sein Wort durch die Tat zeigte. Bis jetzt also schafft und 
wirkt derselbe, indem er überall auf Erden zugegen ist und die ganze 
10 Menschenwelt mit seinen geistigen Netzen füllt und mit vernünftigen 
Fischen der Barbaren und Griechen aus jedem Geschlecht, aus der 
Tiefe des Bösen und aus der Finsternis der Gottlosigkeit die Seelen 
der Menschen herausziehend, sie hinwendend an jedem Tage und zu 
jeder Stunde zu dem Lichte der von ihm verkündeten Gotteserkenntnis. 
15 Indem dies so mit unsern Augen gesehen wird, scheint es mir ein 
zweifelloses Zeugnis. für die Theophanie unsers Erlösers darzustellen. 
VIL Willst du aber auch das dritte Wort der göttlichen Stimme 
hören, die vorhersagte, daß seine Jünger in aller Welt leuchten würden, 
so höre auch dies. Es liegt aber in folgender Weise vor: „Ihr seid das 
20 Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge gebaut ist, kann 
nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt 
es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen, 
die in dem Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, 
damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel 
25 preisen.“ Hier (sagte er) wiederum zu jenen Fischern, die aus dem 
Lande Galiláa kamen — es ist aber ein Winkel Judäas, der so genannt wird, 
am Meeresrücken gelegen, über den auch unter den Propheten Jesaja 
verkündet und ausruft, indem er zugleich auf die Verborgenheit des 
Landes und zugleich auch auf die Erscheinung unsers dortigen Er- 
30 lösers hinweist: „Galiläa der Völker, ein Volk, das in Finsternis sitzt, 
sah ein großes Licht“ — jenen also, die von dort stammten, gewöhn- 
lichen, bescheidenen Leuten, laienhaft an Rede, armselig an Lebens- 
weise, eben jenen Fischern sagte er, daß sie das Licht der Welt sein 
würden, und bestätigte durch die Tat diese Verheißung, sodaß eben 


19—25 — Matth 514—16 30 — Jes 838 91 (LXX: 91.3) 


1 ,und"] xal „nämlich“ Z  |,und eben“ £X str. a 4 ,nümlich"] yàg « X 


vgl. zu Z. 1 6 ὅμοια δ᾽ ἂν εὕροι τις τῷ Πέτρῳ τὸν νοῦν ἐπιστήσας xal ἐπὶ 
τῶν λοιπῶν. ... μαϑητῶν Th. gr. 10 πληρῶν dx παντὸς γένους λογιχῶν 
ἰχϑίων βαρβάρων τε xal Ἑλλήνων, ἀνασπῶν (Lx\ τοῦ τῆς χαχίας βυϑοῦ . . . . τὰς 


τῶν αἀνϑρώπων ψυχάς, ἀνέλχων τε αὐτὰς ἐπὶ τὸ φῶς Th gr. 


Die syrische Theophanie Buch IV. 175* 


jener Simon, genannt Petrus, aus Kapernaum, einer Stadt Galiläas, auszog, 
Myriaden Seelen der Menschen durch das Licht der Gotteserkenntnis er- 
leuchtete und in der ganzen Welt biszu den Ländern des Westens bekannt 
wurde, und (sodaß) die Erinnerung an ihn bis jetzt bei den Römern größer ist 
als an die, die früher waren, sodaß er sogar einer herrlichen Grabstätte 5 
vor der Stadt gewürdigt wurde, zu dem wie zu einem großen Heiligtum 
und Tempel Gottes Myriaden Scharen des römischen Reiches eilten. 
Wie sollte dies nicht die Wahrheit dessen bestätigen, was er seinen 
2132 Jüngern sagte: „Ihr seid das Licht der Welt.“ So aber leuchtet ferner 
auch der Name des Johannes, des Sohnes Zebedäi, den er beim Fisch- 10 
fang mit seinem Vater und Bruder die Netze flicken sah und den er 
derselben Berufung und Verheißung würdigte, in der ganzen Welt, und 
seine Worte *erleuchten die Seelen der Menschen durch die von ihm 
überlieferte Schrift des Evangeliums, die in mancherlei Sprachen, grie- 
chische und barbarische, verdolmetscht ist und allen Völkern alle Tage 15 
ins Ohr verkündigt wird. Und besonders auch ehrt man die Todesgrab- 
stätte dieses (A postels) zu Ephesus in (Klein)asien herrlich und beweist (da- 
mit), daß die Erinnerung an das Licht seiner Vorzüglichkeit in Ewig- 
keit nicht vergessen wird. So werden auch die Schriften des Apostels 
Paulus mit Recht in der ganzen Welt verkündet und erleuchten die 20 
Seelen der Menschen. Auch das Mürtyrertum seines Todes und die 
über ihm (sich erhebende) Grabstütte wird vorzüglich und gewaltig in 
der Stadt Rom bis jetzt gepriesen. Was habe ich nötig zu sagen, daß 
auch die Lebensweise, die in der ganzen Welt durch eben die Jünger 
unsers Erlösers eingeführt ist, dem Anblick eines Siegeszeichens gleich 25 
eine berühmte Stadt ist, die nicht etwas im Verborgenen (Gelegenes) ist, 
sondern die die Mitte aller Städte inne hat, entsprechend dem Wort 
unsers Erlösers: Einer Stadt gleich, die oben auf einem Berge gelegen 
ist. Das Wort, das sie über unsern Meister verkündeten, war nicht wie 
(eins), das unter dem Scheffel verborgen und dem Irrtum und der 30 
Finsternis überliefert ist, sondern wie (eins), das oben auf einen hohen 
Leuchter und in die Höhe nach aufwärts gehoben ist und allen, die im 
Hause der ganzen Welt sind, leuchtet. Vorauswissen aber und Prophe- 
zeiung — und keineswegs nur (etwas) Befehlendes, sondern auch etwas 


9 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 257 9 — Matth 514 9—16 — 7. Bruch- 
stück der griech. Theoph. 10 vgl. Matth 4231 17 vgl. Euseb. Hist. eccles. III 31s 
22 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 257 28 vgl. Matth 514 80 vgl. Matth 515 


18 eon] Ll. 1e2399 mit HS 26 So fordert es der Sinn: ‚in deren 
Verborgenheit nichts ist“ 2 


174* Eusebius. 


in der Nachbarschaft gründete, und diejenigen in Ägypten, *eben in 
Alexandrien stellte er ferner selber, (freilich) nicht durch sich, sondern 
durch den zum Jünger gewonnenen Markus für sich auf. Während er 
nämlich selber in Italien und unter den Nachbarvölkern weilte, machte 
ὅ er seinen Jünger Markus zum Lehrer und Fischer für die in Ägypten. 
Richte aber deinen Sinn auch auf die übrigen Jünger unsers Er- 
lósers, denen er verhieß, er werde sie zu Menschenfischern machen, und 2131 
(denen) er sein Wort durch die Tat zeigte. Bis jetzt also schafft und 
wirkt derselbe, indem er überall auf Erden zugegen ist und die ganze 
10 Menschenwelt mit seinen geistigen Netzen füllt und mit vernünftigen 
Fischen der Barbaren und Griechen aus jedem Geschlecht, aus der 
Tiefe des Bósen und aus der Finsternis der Gottlosigkeit die Seelen 
der Menschen herausziehend, sie hinwendend an jedem Tage und zu 
jeder Stunde zu dem Lichte der von ihm verkündeten Gotteserkenntnis. 
15 Indem dies so mit unsern Augen gesehen wird, scheint es mir ein 
zweifelloses Zeugnis. für die Theophanie unsers Erlósers darzustellen. 
VIL Willst du aber auch das dritte Wort der göttlichen Stimme 
hören, die vorhersagte, daß seine Jünger in aller Welt leuchten würden, 
so höre auch dies. Es liegt aber in folgender Weise vor: „Ihr seid das 
20 Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge gebaut ist, kann 
nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt 
es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen, 
die in dem Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, 
damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel 
25 preisen.“ Hier (sagte er) wiederum zu jenen Fischern, die aus dem 
Lande Galiläa kamen — es ist aber ein Winkel Judäas, der so genannt wird, 
am Meeresrücken gelegen, über den auch unter den Propheten Jesaja 
verkündet und ausruft, indem er zugleich auf die Verborgenheit des 
Landes und zugleich auch auf die Erscheinung unsers dortigen Er- 
30 lösers hinweist: „Galiläa der Völker, ein Volk, das in Finsternis sitzt, 
sah ein großes Licht“ — jenen also, die von dort stammten, gewöhn- 
lichen, bescheidenen Leuten, laienhaft an Rede, armselig an Lebens- 
weise, eben jenen Fischern sagte er, daß sie das Licht der Welt sein 
würden, und bestätigte durch die Tat diese Verheißung, sodaß eben 


19—25 — Matth 514—1€ 30 — Jes 833 91 (LXX: 91.2) 


1 ,und"] χαὶ „nämlich“ Z | „und eben" Σ str. a 4 „nämlich“]) γὰρ « X 


vgl. zu Z. 1 6 ὅμοια δ᾽ ἂν εὕροι τις τῷ Πέτρῳ τὸν νοῦν ἐπιστήσας xal ἐπὶ 
τῶν λοιπῶν. ... μαϑητῶν Th. gr. 10 πληρῶν ἐχ παντὸς γένους λογιχῶν 
ἐχϑίων βαρβάρων τε xal Ἑλλήνων, ἀνασπῶν (ἐχὶ τοῦ τῆς χαχίας βυϑοῦ . . . . τὰς 


τῶν ἀνθρώπων ψυχάς, ἀνέλχων τε αὐτὰς ἐπὶ τὸ φῶς Th gr. 


Die syrische Theophanie Buch IV. 175* 


jener Simon, genannt Petrus, aus Kapernaum, einer Stadt Galiläas, auszog, 
Myriaden Seelen der Menschen durch das Licht der Gotteserkenntnis er- 
leuchtete und in der ganzen Welt biszu den Ländern des Westens bekannt 
wurde, und (sodaß) die Erinnerung an ihn bis jetzt bei den Römern größer ist 
als an die, die früher waren, sodaß er sogar einer herrlichen Grabstätte 5 
vor der Stadt gewürdigt wurde, zu dem wie zu einem großen Heiligtum 
und Tempel Gottes Myriaden Scharen des römischen Reiches eilten. 
Wie sollte dies nicht die Wahrheit dessen bestätigen, was er seinen 
2132 Jüngern sagte: „Ihr seid das Licht der Welt.“ So aber leuchtet ferner 
auch der Name des Johannes, des Sohnes Zebedäi, den er beim Fisch- 10 
fang mit seinem Vater und Bruder die Netze flicken sah und den er 
derselben Berufung und Verheißung würdigte, in der ganzen Welt, und 
seine Worte *erleuchten die Seelen der Menschen durch die von ihm 
überlieferte Schrift des Evangeliums, die in mancherlei Sprachen, grie- 
chische und barbarische, verdolmetscht ist und allen Völkern alle Tage 15 
ins Ohr verkündigt wird. Und besonders auch ehrt man die Todesgrab- 
stätte dieses (Apostels) zu Ephesus in (Klein)asien herrlich und beweist (da- 
mit), daß die Erinnerung an das Licht seiner Vorzüglichkeit in Ewig- 
keit nicht vergessen wird. So werden auch die Schriften des Apostels 
Paulus mit Recht in der ganzen Welt verkündet und erleuchten die 20 
Seelen der Menschen. Auch das Märtyrertum seines Todes und die 
über ihm (sich erhebende) Grabstätte wird vorzüglich und gewaltig in 
der Stadt Rom bis jetzt gepriesen. Was habe ich nötig zu sagen, daß 
auch die Lebensweise, die in der ganzen Welt durch eben die Jünger 
unsers Erlösers eingeführt ist, dem Anblick eines Siegeszeichens gleich 25 
eine berühmte Stadt ist, die nicht etwas im Verborgenen (Gelegenes) ist, 
sondern die die Mitte aller Städte inne hat, entsprechend dem Wort 
unsers Erlösers: Einer Stadt gleich, die oben auf einem Berge gelegen 
ist. Das Wort, das sie über unsern Meister verkündeten, war nicht wie 
(eins), das unter dem Scheffel verborgen und dem Irrtum und der 30 
Finsternis überliefert ist, sondern wie (eins), das oben auf einen hohen 
Leuchter und in die Höhe nach aufwärts gehoben ist und allen, die im 
Hause der ganzen Welt sind, leuchtet. Vorauswissen aber und Prophe- 
zeiung — und keineswegs nur (etwas) Befehlendes, sondern auch etwas 


9 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 257 9 — Matth ὅι. 9—16 = 7. Bruch- 
stück der griech. Theoph. 10 vgl. Matth 4231 17 vgl. Euseb. Hiet. eccles. III 818 
22 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 257 28 vgl. Matth 51« 80 vgl. Matth 515 


18 een] ] ε 1cx1599 mit HS 26 So fordert es der Sinn: „in deren 
Verborgenheit nichts ist“ Σ᾽ 


176* Eusebius. 


die Zukunft Vorauszeigendes — ist dies (Wort): ,So wird euer Licht 
leuchten vor den Menschen." „Licht“ aber nannte er durchaus alle, 
indem er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt", und keineswegs viele 
Lichter, sondern zumal alle Ein Licht, sodaß infolge der Überein- 
5 stimmung zumal aller Erleuchtung für die ganze Welt da war. Denn 
seine Sache allein war es zu sagen: „Ich bin das Licht der Welt". 
Über ihn ist in Wahrheit geredet: ,Er war das Licht, das in die Welt 
kam, das jedermann erleuchtet.“ Aber indem dies so gesagt und erfüllt 
wurde, siehe, wie er ferner auch seinen Jüngern sagte und erklärte: 
10 „Was ich euch in der Finsternis sage, sollt ihr im Lichte sagen, und Σ 133 
was ıhr ins Ohr hört, sollt ihr auf den Dächern verkünden. Und 
fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die Seele nicht 
töten können; fürchtet euch vielmehr vor dem, der Seele und Leib ver- 
derben kann in die Hölle‘“ Auch hierdurch versprach er eben in den 
15 Anfängen (der Belehrung) seiner Jünger, als sie die Dinge (noch) nicht 
kannten und waren wie der, der in Finsternis ist, die Kenntnis des 
Lichtes. Denen, die im Verborgenen und in der Finsternis seine Be- 
feble hörten, ohne daß (die Erfüllung) sichtbar war, prophezeite er, daß 
sie ihn offen bei jedermann predigen würden, und ermahnte sie, sich 
20 nicht zu scheuen, sondern die Gefahr mit ganzer Seele zu ertragen und 
ihn ins Ohr aller zu verkündigen, ohne sich zu fürchten vor denen, die 
den sterblichen Leib tóten. Denn die Seele kann von den Menschen 
nicht getótet werden, weil sie unkórperlich und unsterblich ist. Denn 
nur Gott kann Leib und Seele zumal tóten und strafen. Es mag aber 
25 beobachtet werden, daß er eben hierdurch die Unkörperlichkeit der 
Seele lehrte und ein Dogma der Philosophen in kurzen Worten darlegte. 


DaB er seinen Jüngern am Anfang (ihrer Berufung) sagte, er werde sie 

zu Menschenfischern machen, und am Ende offenkundig prophezeite, sie 

30 würden sofort alle Völker mit (Hilfe) seiner Kraft zu Jüngern machen, (wird) 
nach dem Evangelium des Mattháus (beschrieben). 


VIIL Nach seiner Auferstehung von den Toten gingen alle 
zumal denen es aufgetragen war, nach Galiläa, wohin er ihnen 
gesagt hatte (zu gehen) „Und da sie ihn sahen, fielen einige nieder, 
andere aber zweifellen. Er aber trat zu ihnen, redete mit ihnen und 


1 — Matth 516 8 — Matth 514 6 — Joh 813 4 = Joh 19 
10 = Matth 1027.28 82 vgl. Matth 2816 83 — Matth 28 17—20 


7 „in Wahrheit‘) vielleicht fülschlich vom Zitat getrennt: ἦν τὸ φῶς τὸ 
ἀληϑινόν 


Die syrische Theophanie Buch IV. 177: 


sprach: mir ist gegeben von meinem Vater alle Gewalt im Himmel und 
auf Erden. Gehet hin, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des 
Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, 
was ich euch befohlen habe, und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis 
an das Ende der Welt.“ Beachte aber bei diesen (Dingen) die Über- 5 
legung der Jünger und die Vorsicht ihres Denkens, daß nicht alle ihn 
anbeteten, als sie ihn sahen, sondern (nur) die einen taten dies gläubig 
und gern, die andern aber hielten für jetzt zurück, sodaß sie nicht 
leicht(sinnig) und schnell diesem Wunder zustimmten, sondern mit 
2134 reiflicher Prüfung und aller Vorsicht. Dann am Ende ließen auch sie 10 
sich überzeugen, zogen aus zu allen Menschen und wurden selbst Pre- 
diger seiner Auferstehung. Da aber in der Schrift der Propheten mit 
Bezug auf ihn prophetisch gesagt ist: „Bitte von mir, so will ich dir 
Völker zu deinem Erbe geben und deine Herrschaft (soll) bis an die Enden 
der Erde (reichen)" sagt er zu seinen Jüngern, als ob das prophetische 15 
Zeugnis jetzt durch die Tat erfüllt würde: „Mir ist jede Gewalt wie im 
Himmel (so) auch auf Erden gegeben.“ Denn die Herrschaft der Dinge 
im Himmel hatte er von Ewigkeit an inne, die (Macht) der Dinge auf 
Erden aber, sagt er, sei ihm jetzt gegeben vom Vater, entsprechend dem 
(Worte): „Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe 20 
geben.“ Denn einst, wie Mose bezeugt: „Als der Höchste die Völker 
trennte, bestimmte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der 
Engel,“ waren die Engel Gottes die Herrscher über alle früher auf 
Erden (Weilenden) Als sich die Menschheit aber zum polytheistischen 
Irrtum wandte und die herrschenden Engel nichts in betreff dieser 25 
(Sache) helfen konnten, lehrte fortan der gemeinsame Erlöser aller 
selber durch seine Theophanie nach dem Siege über den Tod, daß nicht 
mehr den Engeln, sondern ihm von seinem Vater die Herrschaft 
über die Völker auf Erden gegeben sei. Deshalb befahl er seinen 
Jüngern nicht früher, sondern jetzt (erst), herumzuziehen und alle Völker 30 
zulehren. Notwendig aber fügt er auch das Geheimnis der Reinigung hinzu. 
Denn er mußte diejenigen, die aus den Völkern sich bekehren, von jeder Be- 
fleckung und Besudelung durch seine Kraft reinigen, weil sie infolge des 
dämonischen und polytheistischen Irrtums schmutzig und mit Befleckung 
jeder Art behaftet waren und jetzt zuerst von einem lasterhaften und 35 
gesetzlosen Lebenswandel sich lossagten. Diese ermahnte er zu lehren, 


12—8.179, 5 -- 8. Bruchstück der griech. Theoph. 18 — Ps28 16 — Matth 
2818 — 20 — Ps 28 21 = Dtn 328 


18 τὴν ἀρχὴν] < Z wohl mit Unrecht l. + eoMax 
Eusebius III*. 12 


1185 Eusebius. 


nach der Reinigung, die durch seine mystische Lehre (stattfindet), nicht 
die jüdischen Gesetze und nicht die Gebote des Mose, sondern alles 
das bewahren, was er selber ihnen auftrug. Dies war es, was alle 
gleichmäßig, bei allen Völkern herumgehend, allen Jüngern und allen 
5 Kirchen in aller Welt überliefert haben. Notwendig aber treibt er sie 
an und macht sie geneigt, zu fischn und herumzugehen bei allen 
Völkern und jedes Geschlecht der Menschen zu lehren, durch die Ver- 
heißung, die er ihnen gab, indem er sagte: „Siehe, ich bin bei euch.“ 
Denn diesem Worte der Verheißung fügte er die Tat hinzu, war mit 
10 göttlicher Kraft bei jedem einzelnen von ihnen, war allen zumal gegen- 
wärtig, schaffte und wirkte mit ihnen und bekräftigte das Sieges(werk), 
indem er sie zu Lehrern aller Völker in der von ihm überlieferten 
Gottesfurcht machte. Auf diese Verheißung also vertrauend, erfüllten 
sie durch die Tat seine Worte. Sogleich und in nichts *zögernd 
15 gingen sie in aller Bereitwilligkeit, alle Völker zu belehren, indem sie 
eben durch die Tat wahrnahmen und mit den Augen lebendig sahen den, 
der vor kurzem tot war, und den, den sie wegen des Vorgefallenen ver- 
leugnet und abgeschworen hatten, eben ihn deutlich und in eigener 
Person nahe sahen und (hörten), wie er mit ihnen in gewohnter Weise 
20 redete und ihnen das Vorhergesagte verhieß, (sodaß) sie wegen des 
Anblicks, den sie prüften, seinen Versprechungen nicht ungläubig sein 
konnten. Denn der Befehl (allein) hätte sie verdrossen, da sie ihr 
*bäurisches Wesen und ihre bescheidene Redegabe kannten, weswegen 
sie beinahe verzichtet hätten, *indem sie mit Recht bedachten, daß es 
25 für (Leute, die) der Sprache nach Syrer (waren) und nichts weiter als 
Fischerei verstanden, unmöglich war, als Lehrer der Griechen zumal 
und Römer, der Ägypter, Perser und übrigen barbarischen Völker auf- 
zutreten und Gesetze zu geben gegen alle Gesetzgeber und Könige auf 
der ganzen Erde, entgegengesetzt dem, was jenen über die Götter ihrer 
30 Vorfahren von aller Ewigkeit an überliefert war. Aberes war ihnen nicht 
erlaubt, solches zu bedenken, da sie die Stimme Gottes hörten, welche 
zu ihnen sagte: „Siehe ich bin bei euch alle Tage“, und da sie deutlich 
sahen, daß die Gottheit des mit ihnen Redenden mächtiger erschien als 


8 — Matth 28:0 32 — Matth 2890 


4 „alle seine Jünger“ 2; aber οἱ πάντες ἐχπεριελϑόντες πάντα τὰ ἔϑνη παρα- 


δεδώχασι Th. gr. Ergänze πᾶσι τοῖς γνωρίμοις und |]. „ oamlaal. Das Pro- 
nomen ist falsches Explizitum 6 „zu vertrauen“ Σ᾽ — ϑαρρῆσαι, aber ϑηρεῦσαι 
Th. gr. 14 „zögernd‘) ὑπερϑέμενοι lies Aka mit HS 28 lies AhAautAan 


Bernstein 24 „und bedachten“ X |. e€m3 923 


Σ 135 


Die syrische Theophanie Buch IV. 179* 


der Tod. Deswegen auch überkam sie Furcht, wenn sie nicht ge- 
horchten, sodaß sie daher die Gefahren mit ganzer Seele ertrugen, in- 
dem sie die Bürgschaft des Lebens nach dem Tode vom Meister 
empfingen, und mutig daran gingen, bei allen Völkern umherzugehen, 
indem sie durch Werke die Verheißungen ihres Meisters bestätigten. 5 
Er aber fügte zu seinen Versprechungen an sie (noch) ein übriges Wort 
hinzu, und (noch) wunderbarer: er bewährt es bis jetzt. Indem er zu 
ihnen sagt: „Siehe ich bin bei euch alle Tage“, fügt er hinzu: „bis 

3136 ans Ende der Welt." Dies erfüllt er keineswegs nur an ihnen, sondern 
auch an allen denen, die ibnen folgten und eben von ihnen seine Lehre 10 
empfingen, und auf der Stelle bis jetzt ist er allen denen nahe, die ihm 
zu Jüngern gewonnen werden. Deswegen wächst seine von ihm be- 
hütete Kirche alle Tage, wird größer an Macht und mehrt sich und 
wird durch seine Kraft bis ans Ende der Welt gesammelt. 


Über die Bekehrung aller Völker zu Gott. Aus dem Evangelium des Lukas. 15 


IX. Wiederum zu einer anderen Zeit nach der Auferstehung von 
den Toten erschien er anderen seiner Jünger. Da sie noch zweifelten 
und nicht an ihn glaubten, brachte er folgende Worte vor und sagte: 
„Das sind die Reden, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei 
euch war, daß alles in Erfüllung gehen müsse, was über mich geschrieben 20 
steht im Gesetz Mose, in den Propheten und Psalmen. Darauf *öffnete 
er ihren Verstand zur Einsicht in die Schriften und sagte zu ihnen: 
So muß Christus leiden, auferstehen von den Toten am dritten Tage 
und auf seinen Namen verkündet werden Buße und Sündenvergebung 
bei allen Völkern, anfangend von Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen 25 
dafür.“ Nachdem er Einmal gesagt hat, auf seinen Namen solle Buße 
verkündigt werden allen Völkern, darf man, falls die Tat nicht dem 
Wort folgte, auch seine Auferstehung von den Toten nicht glauben. Wenn 
aber auch bis jetzt die (Dinge) seiner Prophezeiung sich in die Tat um- 
setzen und (wenn) sein Wort lebendig und wirksam ist in der ganzen Welt 30 
und mit Áugen gesehen wird, so ziemt es sich, fortan nicht (mehr) zu 
zweifeln an dem, der dies Wort sagte. Denn der, dessen Kraft lebendig 
und wirksam ist und mit Augen gesehen wird, über den muß man not- 


8 — Matth 2820 14 vgl Didache 9 19 — Luk 244-438 26— S. 180, 19 
— 9. Bruchstück der griech. Theoph. 


2 „mit ganzer Seele ertrugen"] ὁμόσε τοῖς χινδύνοις ἐχώρουν Th. gr. 
21 „Ööfineten sie‘ Z1. 3309 
12* 


1808 Eusebius. 


wendig viel früher bekennen, daß er lebe und das Leben Gottes voll- 
ende, er dessen lebendige Werke übereinstimmend erscheinen mit seinen 
Worten. In alle Ohren also aller Völker *drangen seine Worte, über- 
setzt und verdolmetscht in alle Sprachen der Griechen und Barbaren, 
5 sodaß seine Lehre von allen Völkern gehört wurde und zur Bekehrung 
und Buße Myriaden Scharen derer brachte, die früher in polytheistischem 
Irrtum und Götzenverehrung frevelhaft und ungeziemend lebten. Aber 
er befiehlt nicht, zuerst Vergebung und dann Buße, sondern zuerst Buße Σ 131 
und dann Vergebung zu verkünden. Denn denen, die eine lautere Buße 
10 der früheren Sünden zeigten, schenkte die Güte unsers Erlösers die 
Vergebung ihrer Taten, um derentwillen er auch den Tod auf sich nahm 
und sich selbst als Lösegeld darbot für die Seelen derer, die durch ihn 
erlöst werden sollten. So also faßten seine Jünger — Leute, im Reden 
unerfahren und vollkommen laienhaft, ihrem Beruf (σχῆμα) nach ärmlich 
15 und gering — Vertrauen zu der Kraft dessen, der nach seinem Tode 
ihnen erschien und offenkundig mit ihnen redete, fingen von der Stadt 
Jerusalem an gemäß seinen Befehlen, zogen zu allen Völkern und taten, 
was ihnen aufgetragen war, indem sie allen die Buße und Vergebung 
der früheren Sünden der Seele verkündeten und so große Tüchtigkeit 
20 zeigten, daß bis jetzt in unserer Zeit die Lehre dieser armen und laien- 
haften Männer in der ganzen Menschenwelt wirksam ist. 


Wie seine *Taten gehört und verkündet werden in der ganzen Welt. 
Aus dem Evangelium des Matthäus und aus Markus. 


X. Als sich unser Erlöser in Bethanien, einer Stadt nicht weit von 

25 Jerusalem, befand und bei einem gewissen Simon eingeladen. war und 
dort zu Tische lag, nahm ein Weib eine Alabasterflasche voll Balsams, 
dessen Preis teuer war, trat herzu und goß es über seine Füße. Seine 
Jünger aber wurden unwillig über sie und tadelten das Geschehene. Er aber 
nahm das, was getan wurde, als ein Zeichen an und wies darauf hin, daß die 
30 Tat verkündet und gehört werden sollte in der ganzen Welt, weissagte so 
und sprach: „Ich sage euch, wo auch immer dies mein Evangelium ver- 
kündigt wird in der ganzen Welt, da wird auch das geredet werden, was sie 
getan hat, zu ihrem Gedächtnis.“ Dies sagte er voraus, obwohl in jener 
Zeit die Schrift des Evangeliums noch nicht ins Bewußtsein gedrungen 


16 vgl. Luk 244; 299 ΜΠ, vgl. Matth 266eff. Mark 14síf. 27 vgl. Luk 788 
81 — Matth 261s 


9 διῆλϑον)] „machten“ Z 1. gan 16 „mit ihnen redete“] συναυλιζομένου 


Th. συ. 221. mr 


Die syrische Theophanie Buch IV. 181* 


und noch nicht ins Ohr jemandes gekommen war und nicht einmal die- 
jenigen, die in der Nachbarschaft wohnten, — wie es wahrscheinlich 
ist, — das kannten, was geschah, sondern nur diejenigen, die zufällig 
zugegen waren. Dennoch aber sprach er sogleich dies große Wort aus 
und prophezeite, daß die von seinen Jüngern verfaßten Evangelien in 5 

2138 der ganzen Welt verktindigt werden sollten, und fügte die Tat sogleich 
zu dem Worte hinzu, indem er sagte, daß mit seinen Taten im Evan- 
gelium auch das, was von diesem Weibe getan war, aufgeschrieben und 
geredet werden sollte in der ganzen Welt zu ihrem Gedächtnis. Daß 
er gerade dies durch die Tat bestätigte, ist klar. Denn es gibt kein 10 
Volk, kein Land, keinen Ort, in dem nicht das Gedächtnis dieses W eibes 
geredet würde, das in dem tiber ihn (verfaßten) Evangelium geschrieben 
ist und mit der Lehre über ihn in der ganzen Welt verkündet wird. 
Dies also über diese. Höre aber, was er über die Kirche verhieß. 


Wie er seine Kirche mit Namen erwähnte, obwohl sie noch nicht bestand, 15 
und wie er sagte, daß die Pforten des Todes sie niemals überwinden 
würden. Aus dem Evangelium des Matthäus. 


XI. Als er einst seine Jünger fragte, was die Menschen über ihn 
sagten, und sie ihm die Meinung vieler antworteten, fragte er sie zum 
zweiten Male: „Ihr (aber) was sagt ihr?“ Als Simon zu ihm sagte: 20 
„Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, antwortete er ihm 
und sprach: „Selig bist du, Simon bar Jonan. Fleisch und Blut hat 
es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. So sage auch 
ich dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche 
bauen, und die Riegel der Scheol sollen sie nicht überwältigen.“ Dies 25 
Wissen (des Simon), daß er Christus sei, der Sohn des lebendigen 
Gottes, nahm er an und nannte dies ganze Begreifen mit Recht πέτρος, 
weil es weder zerrissen noch erschüttert wird. Deswegen nannte er 
auch jenen Mann, eben seinen Jünger, den früher (so) genannten Simon: 
„Petrus“ wegen des Wissens, über das er hinterher prophezeite und 30 
sagte: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Riegel 
der Scheol sollen sie nicht überwültigen." Er weissagte zugleich die 
Zukunft und versprach, sie selber zu bauen und das Werk zur Voll- 
endung zu bringen dadurch, daß seine Kirche auf das über ihn ver- 
liebene Wissen wie auf einen festen Grundstein gegründet und gebaut 35 


18 vgl. Matth 161sfl. 20—25 — Matth 1615 —18 81 — Matth 16 18 


4 „sprach aus“) wörtlich „entließ“ — zpoleuaı 


182* Eusebius, 


werde allein durch seine Macht in Ewigkeit und daß die Pforten des 
Todes sie niemals besiegen würden. Die Erfüllung zeigte er besser als 
alle Worte (es darstellen können). Denn Myriaden *Verfolgungen und 
viele Árten des Todes ergingen über seine Kirche, vermochten aber 
5 nichts wider sie. So zeigte die Prophezeiung eben in Taten offenkundig 
ihre Wahrheit durch die Erfüllung. Dies war aber ein nicht geringes 2139 
Vorherwissen, daß er jene Schar, die auf seinen Namen gegründet werden 
sollte, „Kirche“ nannte. Denn die Scharen der Juden hießen ,Syna- 
gogen", und zu der Zeit, wo er unter Menschen wandelte, weilte 
10 er in der jüdischen Synagoge, und noch war keine Synagoge in jener 
Zeit eigens für ihn geweiht. Wie soll man sich da nicht wundern, daß 
er jene spätern Synagogen, die in fernen Zeiten schließlich auf seinen 
Namen gegründet wurden, vorauswußte und sie nicht nach jüdischer 
Gewohnheit Synagogen, sondern Kirchen nannte. Er fügte aber hinzu, 
15 daß „die Riegel der Unterwelt sie nicht überwültigen würden“, was wir 
mit unseren eigenen Augen wahrnehmen. Aber es ziemt sich, sich 
nicht nur über die Weissagung, sondern auch über die Verheißung zu 
wundern. „Denn ich will meine Kirche auf einen Felsen bauen, und 
die Riegel der Unterwelt werden sie nicht überwültigen" Es ist 
20 möglich, dies in der Tat zu sehen. Denn nicht durch die Kraft der 
Menschen und nicht durch die Vorzüglichkeit der Lehrer wurde seine 
Kirche gegründet, sondern er, der verhieß und durch die Tat seine Ver- 
heißung bis jetzt erfüllt hat, er hat in der ganzen Menschenwelt durch 
göttliche Kraft den Bau und das Wachstum seiner Kirche befördert. 


>5 Über die Spaltungen, die in den Häusern und Familien bis jetzt wegen 
seiner Lehre stattfinden. Aus dem Evangelium des Matthäus. 


XII. „Denket nicht, daß ich gekommen sei, Frieden zu bringen 
auf die Erde; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern 
das Schwert. Denn ich bin gekommen, zu entzweien einen Mann mit 

30 seinem Vater, die Tochter mit ihrer Mutter, die Schwiegertochter mit 
ihrer Schwiegermutter, und seine Hausgenossen werden die Feinde des 
Mannes sein^ Wie aber Lukas sagt: „Meint ihr, ich sei gekommen, 
Frieden zu bringen auf die Erde? Nein, sage ich euch, sondern 


15. 18 — Matth 1618 27 = Matth 10s4f. 82 — Luk 1251—5$ 


8 ,Verfolger"* Σ᾽ aber lies aarıı 7 „gegründet werden] wörtlich „be- 
stehen‘ συνίσταμαι 94 „Wachstum und Bau“ Z, vermutlich ungeschickte Um- 
stellung des Originals 


Die syrische Theophanie Buch IV. 183* 


Spaltungen. Denn von jetzt an werden sein fünf in Einem Hause ge- 
spalten, drei gegen zwei und zwei gegen drei, der Vater wird sich 
spalten gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater; und die Mutter 
wird sich spalten gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, 
die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwieger- 
tochter gegen die Schwiegermutter.“ Wer sollte da nicht staunen, daß 
nicht einmal das dem Vorherwissen unseres Erlösers verborgen blieb, 
was in jedem einzelnen Hause in fernen, späteren Zeiten bis jetzt sich 
erfüllt? Denn als ob er den Dingen selber nahe sei und in den 
3140 Wohnungen aller Menschen umherwandle, sagte er seinen Jüngern die 10 
(Dinge) voraus, die bis jetzt sich ereignen, Dinge, die bis dahin noch 
nicht existiert hatten und (noch) nicht waren zu der Zeit, wo er jene 
Worte sprach. Denn damals waren sie noch nicht Taten geworden, als sie 
nur ins Ohr gehört wurden. Jetzt aber ist die Prophezeiung durch Taten 
zur Erfüllung gekommen und kann mit Augen gesehen werden. Wie 15 
sollte da nicht jeder bekennen, der bereit ist, Geziemendes zu denken, daß es 
in Wahrheit Worte Gottes seien? Ferner aber sehen wir mit unsern eigenen 
Augen, wie er auch dureh diese (Worte): Ich bin gekommen zu spalten, das 
Schwert und Spaltungen unter die Menschen zu bringen, — was kein Wort 
der Menschen, weder der Philosophen noch der Propheten, weder der 20 
Griechen noch der Barbaren jemals wie diese Kraft gezeigt hat — (wie 
er) auch hierdurch die ganze Welt beherrscht, alle Háuser spaltet, alle 
Geschlechter und alle Familien durchteilt und trennt, so daß die einen 
das Seine denken, die andern aber sich im Gegensatz dazu befinden. 
Er allein, unser Erlóser und das Wort Gottes hat verheißen, dieses zu 95 
tun, und eben durch Taten die Verheißung bestätigt. Er lehrte aber 
die Ursache der Seelenspaltung, die in den Häusern geschehen würde, 
wie wir irgendwo in dem Evangelium gefunden haben, das unter den 
Juden in hebräischer Sprache (verbreitet) ist, in dem es heißt: „Ich 
wähle *je die Besten mir aus, die mir mein Vater im Himmel gibt.“ 30 
Hieraus kann man lernen, wie sich in allen Häusern, in denen das 
Wort Jesu siegt, die Besseren von den Schlechteren sondern. Wenn 
man also unter den Brüdern oder Sklaven und in allen Familien die 
Gewohnheiten, die Sitten (σχήματα), die Lebensweise, die Keuschheit und 
Demut derer, die die Lehre unsers Erlósers erwählt haben, das heißt 35 
vielmehr derer, die von ihm erwählt sind, mit denen, die ihn noch nicht 


Qt 


18 vgl. Matth 1084 Luk 1251 29 Hebräerevangelium; vgl. Migne ser. gr. 
XXIV 66822.24 66938 Cramer I 81 zu Matth 1034 


80 Statt Ich 1. « am 


184 Eusebius. 


gewürdigt haben, vergleicht, so erkennt man, welche Kraft er gebrauchte, 
und daß er nicht nur die Zukunft voraussagte, sondern daß er auch die 
Tat fügte zu seinem Worte, hauptsächlich zu dem, was geschrieben steht: 
„Ich wähle mir je die Besten aus, die mir mein Vater im Himmel 

5 gibt.“ Indessen aber (wenn es) jetzt (auch heißt): „Ich bin nicht ge- 
kommen, Frieden auf die Erde zu bringen“, so setzt er doch an einer 
andern (Stelle) seinen Jüngern auseinander und sagt: „Den Frieden lasse 
ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe auch ich ebenso Σ 14] 
Heil wie die Welt Heil gibt“, indem er in dieser Weise das Wissen 

10 von Gott und die Liebe (zu ihm), die er bei seinen Jüngern förderte, 
und die Unerschrockenheit der Seele und die Klarheit und Festigkeit 
des Verstandes benennt. Dies also auch über dies. Was er aber auch 
über das Volk der Juden voraus wußte und voraus sagte, ist möglich, an 
Folgendem zu prüfen. 


15 Was er im Gleichnis über das Volk der Juden prophezeite. 
Aus dem Evangelium des Matthäus. 


XIII. Als in Jerusalem die Führer des Volkes der Juden, die 
Hohenpriester und Schriftgelehrten gemeinsam versammelt waren, sagte 
er, während er im Tempel selber verweilte, was sie in Zukunft gegen 

20 ihn sich erdreisten würden, und das Verderben, das sie wegen dieser 
Frechheit treffen würde, versteckt auf diese Weise im Gleichnis voraus: 
„Es war (einmal) Ein Mann, ein Hausherr, (der) pflanzte einen Wein- 
berg, setzte einen Zaun darum, grub eine Kelter darin und baute einen 
Turm darein, überließ ihn den Arbeitern und zog fort. Da aber die 

25 Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Sklaven an die Arbeiter, ihm 
die Früchte zu bringen. Die Arbeiter aber nahmen seine Sklaven, den 
einen schlugen sie, den andern steinigten sie, den dritten töteten sie. 
Wiederum sandte er andere Sklaven, mehr als das erste Mal, und sie 
taten ihnen ebenso. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn und dachte: 

30 Vielleicht werden sie sich vor meinem Sohne scheuen. Die Arbeiter 


4 — Hebräerevangelium 4 = Joh 1497 9-12 = 10. Bruchstück der 
griech. Theoph. 17—21 = 11. Bruchstück der griech. Theoph. S. 24 19—24 
17 vgl. Matth 212: 29 — Matth 2] 88--4δ 


8 wörtlich: „sondern daß er auch die Taten brachte nach (mißverstandenes 
ἐπὶ) seinen Worten mit anderen (Worten) und mit diesem, das geschrieben ist, daß 
er sagte." Vermutlich = λόγῳ τοὔργον En-nyayer (vgl. L25115) ἄλλως τε xal τῷ 
20 ὄλεϑρον] „Verwüstung“ X 


Σ 142 


Die syrische Theophanie Buch IV. 185* 


aber, als sie seinen Sohn sahen, sprachen bei sich: Das ist sein Erbe; 
kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbe sei unser! Und sie nahmen 
ihn, führten ihn außerhalb des Weinberges und töteten ihn. Wenn nun 
der Herr des Weinberges kommt, was wird er den Arbeitern tun? 
Sagen sie zu ihm: Sehr übel wird er sie zu Grunde richten und den 5 
Weinberg andern Arbeitern geben, die ihm die Früchte liefern zu 
ihrer Zeit. Sagt Jesus zu ihnen: Habt ihr niemals in der Schrift ge- 
lesen: Der Stein, den die Erbauer verwarfen, wurde zum Hauptgiebel 
des Gebäudes, vom Herrn kam er und ist ein Wunder in unsern 
Augen? Darum sage ich euch, das Reich Gottes wird von euch ge- 10 
nommen und einem Volke gegeben werden, das Früchte bringt.“ Dieses 
Gleichnis ist verwandt mit dem des Propheten Jesaja, bei dem es diese 
Form hat: „Einen Weinberg besaß mein Geliebter auf dem Horn, an 
fettem Orte und er bearbeitete ihn, umgab ihn mit einem Zaun, pflanzte 
*Reben darin und baute einen Turm in seine Mitte. Auch eine Kelter 15 
machte er in ihm und hoffte, daf er Trauben bringe, aber er brachte 
Heerlinge.“ Aber das (Gleichnis) bei dem Propheten hat den Weinberg 
beschuldigt, den er auch seinem Wesen nach verdolmetscht, indem er 
sagi: ,Denn der Weinberg des Herrn Zebaoth ist das Haus Israel und 
der Mann aus Juda ist die neue und geliebte Pflanze. Sie hoffte auf 20 
Recht, aber es ward Raub, auf Gerechtigkeit und siehe Wehklagen." 
XIV. Das Gleichnis unsers Erlósers aber ist ähnlich jenem des Pro- 
pheten gesagt, damit es erkannt und geprüft würde von denen, die zu- 
gegen waren und zuhörten,. aber es ist keineswegs über den Weinberg 
gesagt, da der Prophet die Weissagung über diesen vorwegnehmend 25 
ausgesprochen hatte. Das aber, was von dem Propheten verschwiegen 
wurde, das legte er in seinem Gleichnis nieder, ich meine aber das, 
was über die Arbeiter des Weinberges (geschrieben ist) Diese aber 
waren die Áltesten des Volkes, die Hohenpriester, Herrscher und Lehrer. 
Sie, die auch der ganzen Sehar Ursache wurden für das Sprossen 30 
bóser Früchte, um derentwillen auch der Weinberg óde gelassen war — 
das heißt aber ihr ganzes Volk — und sein Zaun vernichtet ward, sie 
(sind es), die früher Vorkümpfer des Volkes waren und das Volk mit- 
samt seinem Orte schützten, und der Turm in ihm (ist) der Tempel und 
die Kelter der Altar. Dies alles also wurde vóllig von Grund aus zer- 35 
stört, weil vom Blute besudelt waren diejenigen Arbeiter, die die ersten 
und *letzten Sklaven, die zu ihnen geschickt wurden — offenbar die 


11- 5. 186, 19 — 11. Bruchstück der griech. Theoph. S. 242e—2610 18 -- 
Jes 5ıf. 19 — Jes 57 


15 1. @odazr mitPes 871 dutsrda Lee(eC1t»edo HS) δευτέρους Th. gr. 


1868 Eusebius. 


jeweiligen Propheten — töteten. Es legt aber Zeugnis ab über das 
Wort die alte Schrift und von den Propheten Elias, der im Gebet zu 
Gott sagt: „Herr, *deine Propheten haben sie getötet und *deine Altäre 
zerstört, ich aber blieb allein übrig und (selbst) meine Seele suchen sie 
ὅ zu nehmen.“ Dies also klagt der Prophet in seinem Gebete wider die 
Herrscher des jüdischen Volkes, denen aber genügte nicht die Besudelung 
mit dem Blute der Propheten, sondern sie töteten zuletzt auch den 
Sohn selbst — das heißt aber den Sohn Gottes — nicht aus Unwissen- 
heit, sondern obwohl sie vollkommen und genau wußten, daß er der 
10 Erbe sei. Dies aber sprach der Erlöser vor seinem Leiden über sich 
selbst im Rätsel und sagte die Zukunft im Vorauswissen voraus. (Er 
sagte) dies (aber), während er im Tempel wandelte, den Arbeitern des 
Weinberges zu seiner Zeit: den Hohenpriestern, den Lehrern und den 
übrigen, die an der Spitze des Volkes standen, und setzte sie durch 2143 
15 das Gleichnis sehr deutlich in den Stand, den Urteilsspruch gegen sich 
selbst zu füllen. Er fragt sie also am Schluß der Parabel und sagt: 
„Wenn der Herr des Weinberges kommt, was wird er jenen Arbeitern 
tun?“ Die aber, die noch nicht verstanden, daß es über sie gesagt war, 
fällten den Urteilsspruch gegen sich selbst und sagten: „Sehr übel wird 
20 er sie zu Grunde richten und den Weinberg andern Arbeitern geben, 
die ihm die Früchte liefern zu ihrer Zeit.“ Darauf sagte Jesus zu ihnen: 
„Habt ihr niemals in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Erbauer 
verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des Gebäudes, vom Herrn kam er 
und ist ein Wunder in unsern Augen?“ Völlig entsprechend zeigte er 
25 nach der Voraussagung über seinen Tod seine Auferstehung von den 
Toten aus den prophetischen Zeugnissen. Denn er lehrte im voraus, 
daß der Sohn des Weinbergsbesitzers von den bösen Arbeitern werde 
getötet werden. (Nachdem) er von ihnen den Urteilsspruch empfangen 
hatte, brachte er darauf folgendes (vor): ‚Der Stein, den die Erbauer 
30 verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des Gebäudes“ und redete (so) pro- 
phetiseh im Rätsel über seine Auferstehung. Denn nachdem er von den 
Arbeitern, die auch Erbauer (heißen), verworfen war, wurde er — der 
„kostbare Stein“, von dem der Prophet Jesaja sagt: „Siehe, ich lege in 
Zion einen auserwählten und kostbaren Stein als Hauptstein des Grund- 
35 steins; wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden“ — zum Hauptstein 
eines andern Gebäudes, über das das Wort sagt: „und ist ein Wunder 


8 — I Kón 1910 17 ff. = Matth 21 40 88 — Jes 2816 


8 „deinen Propheten und deinen Altar“ Σ᾿]. veas Lee und viue 


11 xol λέγει Th. gr. < X1 WOrda 28 ,Nachdem"] Hauptsatz € 


Die syrische Theophanie Buch IV. 187* 


in unsern Augen“, womit er auf seine Kirche hinwies. Dann ent- 
sprechend ihrem eigenen Urteilsspruch brachte auch er ihnen die Ver- 
geltung und sagte: „Das Reich Gottes wird von euch genommen und 
einem Volke gegeben werden, das Früchte bringt", was mit dem von 
ihnen gesagten Worte übereinstimmt: ,Er wird den Weinberg andern 5 
Arbeitern geben, die ihm Früchte liefern zu ihrer Zeit" Reich Gottes 
aber nannte er in diesen (Worten) die Sitte der Gottesverehrung, die 
von "jenen Árbeitern genommen wird, wie er sagte und sehr deutlich 
weissagte und zeigte. „Es wird aber einem anderen Volke gegeben 
werden, das Früchte bringt“: dies ist das Volk der Christen, das in der 10 
ganzen Schöpfung einer göttlichen Lebensführung passende und würdige 
Früchte in Taten und Worten täglich zeigt. 


2144 Über die Verwerfung der Juden zumal und über die Berufung der Völker 
und über diejenigen, die unwürdig in seiner Kirche versammelt werden, 
und über das Ende eben dieser. Aus dem Evangelium des Matthäus. 15 


XV. Nach dem (soeben) erwähnten Gleichnis schreibt das Wort gött- 
licher Schrift: „Da die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleich- 
nisse hörten, erkannten sie, daß er über sie rede, und trachteten, ihn zu 
fassen, aber sie fürchteten sich vor dem Volke, weil sie ihn als einen 
Propheten hielten. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen wiederum 20 
in Gleichnissen: Es gleicht das Himmelreich einem Manne, einem Könige, 
der seinem Sohne eine Hochzeit veranstaltete. Und er sandte seine 
Knechte aus, die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, und sie wollten nicht 
kommen. Abermals schickte er andere Knechte aus und trug ihnen 
auf, den Geladenen zu sagen: Seht, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen 25 
und mein Mastvieh ist getötet und alles fertig für euch, kommt zur 
Hochzeit. Die aber verachteten es und gingen hin, der eine auf seinen 
Acker, der andere in sein Geschäft, die übrigen aber griffen seine Knechte, 
mißhandelten und töteten sie. Der König aber ward zornig, schickte 
sein Heer aus und tötete die Mörder, ihre Stadt aber verbrannte er. 30 
Hierauf sagte er zu seinen Knechten: Meine Hochzeit ist fertig, die Ge- 
ladenen aber waren es nicht wert. Geht *also hinaus auf Wege und 
Stege und ruft zur Hochzeit, wen ihr findet. Und jene Knechte gingen 
hinaus auf die Wege und brachten zusammen alles, was sie fanden, 
Gute und Schlechte.“ Im ersten Gleichnis aber gab es einen Weinberg, 35 


17—85 — Matth 2145—2210 


8L. aan 9 ,weissagte'" (= χράω)) „gebrauchte“ Σ᾽ (= χράομαι) 
821. Lam mit Pei 


1885 Eusebius. 


einen Turm, eine Kelter und bóse Arbeiter und erste und letzte Sklaven, 
die geschickt und getótet wurden, und zuletzt wurde der Sohn des Wein- 
bergbesitzers, selbst er, getótet, wodurch das Volk der Juden, der Tempel, 
der Altar und die jüdischen Herrscher angedeutet waren und die ersten 
5 und letzten Propheten und zuletzt der Sohn Gottes, den die bósen 
Arbeiter, die an der Spitze des Volkes standen, tóteten. XVI. Das 
(jetzige) vor unsern Augen liegende Gleichnis aber führt eine Hochzeit 
ein, eine Verbindung offenbar und Gemeinschaft des Brüutigams und 
der Braut und ein Hochzeitsmahl und wiederum auch hier Sklaven, die 
10 geschlagen und getótet werden, und erste und letzte, die geladen werden. 
Er zeigt aber durch diese (Worte) wiederum verborgen das, was nach 
seiner Auferstehung von den Toten sich ereignen wird. Denn der Bräu- 
tigam ist der góttliche Logos und die Braut ist die vernünftige Seele, 
die sich mit ihm vereinigt und den góttlichen Samen von ihm empfüngt, 
15 und die góttliche und die vernünftige Gemeinschaft (ist) die seiner 
Kirche, und darauf (folgt) das vernünftige Gelage und Hochzeitsmahl 
göttlicher und himmlischer Speisen. Die Knechte aber (sind) hier Bitter. 
Er redet keineswegs von denen, die früher zum Weinberg geschickt 
wurden, sondern von andern. Denn jenes waren die Propheten, dies 
20 aber (sind) seine Jünger, die geschickt wurden zuerst zu berufen die- 
jenigen, die aus der Beschneidung (sind). Denn indem er sie ausschickt, 
ermahnt er sie am Anfang und sagt: „Auf der Straße der Heiden sollt 
ihr nicht ziehen und eine Stadt der Samariter nicht betreten, sondern 
geht vielmehr zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel.“ Eben 
25 diese also luden die Knechte zuvor ein. Da man aber auf die Berufung 
nicht hörte, sandte er auch zum zweiten Male viele Verkündiger und 
Herolde des Evangeliums, die er nach den zwólf Aposteln auserwühlte, 
andere siebzig Jünger, damit eben auch sie demVolk der Juden zuerst (die 
frohe Botschaft) verkündigten und es beriefen zum Gelage der neuen 
30 διαϑήχη. Aber sie richteten nichts aus, weil diejenigen, die geladen 
waren, sich kümmerten um Geschäfte, (weil) diese, nachdem man die 
Berufung der Knechte nicht angehört hatte, die einen mißhandelten und 
die andern tóteten. In der Schnft kann man finden, wieviele von den 
Jüngern unseres Erlösers man in Jerusalem selbst und im übrigen 
35 Judäa in späterer Zeit tötete. Auf der Stelle also wurde Stephanus als 
erster von ihnen gesteinigt und darauf Jakobus, der Bruder des Jo- 


23 — Matth 105f. 28 vgl. Luk 101.17 29 vgl. I Kor 115 85 vgl. 
Act 7569 86 vgl. Act 122 


1. 4. 10 „erste und letzte‘, vgl. o. zu S. 188 87 


Z 145 


Die syrische Theophanie Buch IV. 189* 


hannes, und wiederum nach ihnen der, der zuerst den Thron der dor- 
tigen Kirche *schmückte, Jakobus, genannt der Bruder unsers Herrn, 
den wegen der Größe seiner Tugenden seine Zeitgenossen den „Ge- 
rechten“ nannten. Auch diesen steinigten die Juden. Wie sie aber 
die Jünger auch mit Schlägen mißhandelten, erzählt die Schrift der 5 
Πράξεις. Dies nahm unser Erlöser, bevor es geschah, in göttlichem 
Vorauswissen vorweg und prophezeite das, was ihnen von jenen zustoßen 
sollte, und sagte durch das Gleichnis die Zukunft voraus, bevor sie ge- 
schah, durch folgende Worte: „Der König aber ward zornig über die 
Mißhandlung und den Mord der Knechte und schickte ein Heer und 10 
tötete die Mörder, und ihre Stadt verbrannte er.“ Was ist offenbarer 


3146 als dies Vorherwissen und die Erfüllung dieser Dinge? Denn das Heer 


der Römer kam nach kurzer Zeit, belagerte die Stadt und vernichtete 
den Tempel im Feuer. Und wessen war (dies Werk), wenn nicht des 
über allem (stehenden) Allkönigs Gott? Deswegen heißt es: „Der König 15 
aber schickte sein Heer, tötete die Mörder und verbrannte die Stadt.“ 
Bis jetzt also ist es möglich, mit eigenen Augen die Brandtrümmer der 
Stadtplätze [mit Augen] zu sehen, für diejenigen, die nach dem Orte 
reisen. Wie aber die Mórder der Apostel bei der Eroberung ergriffen 
wurden und die gebührende Strafe erlitten, ist nicht würdig zu sagen. 20 
Man kann in der Schrift des *Juden Flavius Josephus das finden, was 
ihnen geschah. Nach dem Morde dieser aber und nach der Eroberung 
der königlichen Hauptstadt *taten diejenigen, die übrig geblieben waren 
von den Knechten, — die zuvor von ihrem Herrn gehört hatten, daß 
die ersten, die berufen waren, „es nicht wert waren: Geht vielmehr 25 
hinaus auf die Wege und Stege und ruft jeden, den ihr findet, zur 
Hochzeit“ — (taten) das, was ihnen aufgetragen war. Es sagte also zu 
ihnen unser Erlöser nach seiner Auferstehung: „Gehet hin und lehret alle 
Völker in meinem Namen", und das sagte er, der früher befohlen hatte: 
„Auf der Straße der Heiden sollt ihr nicht ziehen“, sondern nur den 30 
Juden predigen. Als die aber die Bitter mißhandelten, da entließ er zum 
zweiten Male seine Knechte und sagte: „Die Geladenen waren es nicht 
wert, geht hin auf die Wege und Stege und ruft jeden, den ihr findet, 
zur Hochzeit.“ Als sie dies durch die Tat vollendeten, gingen sie hinaus 


2 vgl. Euseb. Hist. eccles. Il 28 48 9. 15 — Matth 227? 28 — Matth 
2819 80 — Matth 106 

9], er Bernstein mit HS 18 „mit Augen“ Z ist überflüssig nach „mit 
eigenen Augen“ 21 „des Juden‘) „der Römer“ Z. Schreibfehler, 1. Aramaı 
nach Σ᾽ 1522 23 „und taten“ Σ᾽ str. A 


1005 Eusebius. 


in die ganze Schöpfung und verkündeten allen Völkern die göttliche 
und himmlische Berufung und brachten zusammen, soviele sie fanden, 
Böse und Gute. Niemand also darf sich wundern, wenn nicht alle die- 
jenigen, die in der Kirche Christi versammelt sind, gut sind, sondern 

5 auch Böse durch Vermischung mit den Guten *vereinigt sind. Denn 
auch dies war dem Vorauswissen unseres Erlösers nicht verborgen. Ent- 
sprechend aber (und) gemäß dem Vorauswissen erscheint auch dies, 
nachdem es in die Tat übergegangen ist. Er zeigt also, welches das 
Ende derer sein wird, die, obwohl unwürdig, in seiner Kirche ver- 

10 sammelt sind; denn er lehrt hinterher im Gleichnis dies und sagt: „Und 
voll wurde der Festsaal von Geladenen. Als aber der König herein- 
kam, die Gäste zu sehen, sah er dort einen Mann, der hatte kein Hoch- 
zeitskleid an. Und er sagte zu ihm: Mein Lieber, wie bist du hier 
hereingekommen, obwohl du kein Hochzeitskleid anhast? Er aber 147 

15 schwieg. Darauf sprach der König zu den Dienern: Fesselt ihm Hände 
und Füße und bringt ihn hinaus in die äußerste Finsternis, dort wird 
sein Weinen und Zühneknirschen. Denn viele sind berufen, wenige 
aber auserwühlt.^ Eben mit (diesen) voraussagenden Worten unterwies 
er auch vorher diejenigen, die nicht recht in seiner Kirche leben. 


20 Wiederum über die Verwerfung des jüdischen Volkes. 
Aus dem Matthäusevangelium. 


XVII „Ihr Schlangen (und) Otternbrut, wie wollt ihr der Hölle 
entfliehen? Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und 
Schriftgelehrte, und ihr werdet die einen töten und kreuzigen, die an- 

25 dern in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von Stadt zu Stadt, 
auf daß über euch komme alles auf Erden vergossene Blut der Ge- 
rechten, vom Blute Abels an bis zum Blute des Zacharias, des Sohnes 
Barachias, den ihr getötet habt zwischen χατάστρωμα und Altar. Ich 
sage euch, das alles wird kommen über dies Geschlecht.“ Es ist nicht 

30 nötig zu sagen, daß all dies so klar ist, daß es auch nicht Einer Er- 
örterung bedarf, daß es in späterer Zeit eben durch Taten erfüllt wurde 
und das Vorherwissen unsers Erlösers durch offenbare Erfüllung be- 
státigte. Denn die Apostel wurden von den Juden in späterer Zeit in 
Jerusalem selbst geschlagen, „indem sie aus ihrer Synagoge hervor- 

35 gingen sogar mit Freuden, weil sie gewürdigt waren, um des Namens 


10—18 — Matth 2210—14 22—29 — Matth 233336 84 — Act 541 


51 SO mit HS 
en 


Die syrische Theophanie Buch IV. 191* 


willen mißhandelt zu werden‘“ Von ihnen wurde Stephanus gesteinigt, 
Jakobus mit dem Schwerte hingerichtet und wiederum der zweite Jakobus 
gesteinigt. Simon aber, der nach Jakobus den Bischofsthron von Jeru- 
salem empfing, wurde, wie die Geschichte berichtet, dem Kreuz über- 
geben, und ferner viele andere, die von den Juden getötet wurden, 5 
versiegelten das Vorauswissen unsers Erlósers. Wegen aller dieser 
(Dinge) wurde das Geschlecht, das sich so sehr erfrechte, mit dem von 
Gott (stammenden) Gerichte bestraft, und (80) brachte es über sich selbst 
die äußersten (Folgen) all seiner Taten. Denn aus jenem Geschlecht wurde 
ausgerottet Tempel und Altar und wurde aufgelöst das Reich, das, von 10 
den Vätern her überliefert, bis zu jener Zeit bewahrt worden war, und 
die Freiheit von ihnen genommen. Eben durch Taten ward (jetzt) er- 
sichtlich, daß die Strafe all des von jenem Geschlechte (vergossenen) 
Blutes der Gerechten den voraussagenden Worten unsers Erlósers ent- 

2148 sprechend war. Es ist aber notwendig, zu sehen, mit wie großer Voll- 
macht und aus wie großer Kraft gesagt ward: „Siehe ich sende zu euch 
Propheten und Weise“. Denn das „Siehe ich sende“ zeigt, daß es in 
Vollmacht Gottes (gesagt ward), und daß er den Herrschern der Juden 
ins Angesicht rief: „Ihr Schlangen (und) Otternbrut", war kein geringerer 
Beweis. Nach all diesen (Dingen) aber zeigte das voraussagende Wort 20 
über das Verderben, das sie erreichen sollte, die Bestätigung dieser 
Worte durch die Erfüllung. Dies also genügend. 

Wohlan aber, entsprechend wollen wir prüfen, wie er über das 
Land selbst, das ihnen von Ewigkeit her kostbar war, und über die 
ehrwürdigen (Heiligtümer) der bei ihnen berühmten Hauptstadt des 25 
Reiches durch göttliches Vorauswissen voraus bezeugte, daß sie zum 
äußersten Unheil sich verändern würden wegen der Frechheit der Be- 
wohner gegen ihn, über die er sogar weinte in seiner Liebe. 


“»- 


9 


Über die Zerstörung des Tempels von Jerusalem. 


XVIIL Wie das, was über das Volk der Juden vorausgesagt war, 30 
Erfüllung fand, ist im Vorhergehenden gezeigt worden. Da aber der 
Logos Gottes auch über ihre Orte weissagte, so müssen wir auch seine 
Worte darüber sehen (und prüfen) Da sie seine reine Lehre nicht er- 
trugen noch seinen Freimut noch seine Widerlegung, so bewirkten die 


1 vgl. Act 759 123 9 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 15 2316 & vgl. Euseb. 
Hist. eccles. II 255 — 16 ff. = Matth 23ssf. 28 vgl. Luk 1941  81—8S. 194, 17 
= 12. Bruchstück der griech. Theoph. S. 26 15—29 4 


1028 Eusebius, 


Herrscher der Juden, daß sie in ihrer Stadt befreit wurden von ihm. 
Als er aber aus Jerusalem fortzog, sagte er folgende Worte über ihre 
Stadt: „Jerusalem, Jerusalem! Die du tötest die Propheten und stei- 
nigest die, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder 
5 sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein sammelt unter ihre 
Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe euer Haus wird öde gelassen. 
Ich sage euch aber: nimmermehr sollt ihr mich sehen von jetzt an, bis 
daß ihr sagt: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn“ (Da) 


eine schmutzige Besudelung in späterer Zeit von ihnen geschah — es 
10 war dies aber der Frevel, den sie gegen unsern Erlöser wagten — so 


war es nötig, daß nicht nur die Bewohner der Stadt, sondern auch das 
Land selbst, auf das sie mächtig stolz waren, dem Entsprechendes litt, 
was seine Bewohner taten; was sie auch bald darauf gelitten haben, als 
die Römer über die Stadt kamen und von den Bewohnern die einen nach 
15 Kriegsrecht töteten, die andern durch Hunger vernichteten, andere in Σ 149 
die Gefangenschaft führten, andere verfolgten (und an jeden Ort zer- 
streuten), ihr *Haus aber und ihren Tempel verbrannten und in die 
äußerste Verwüstung warfen. Aber obwohl dies in späterer Zeit geschah, 
nahm unser Erlöser die Zukunft durch Vorauswissen vorweg als Logos 
20 Gottes (und) sagte das, was sich ereignen werde, durch die vorliegenden 
(Worte) voraus. Kinder der Stadt aber nennt er das ganze Volk der 
Juden und als ihr Haus bezeichnet er den Tempel. Dann bezeugt er, 
daß das Unheil ihnen nachfolgen werde durch ihre Veranlassung, da er 
oftmals ihre Kinder unter das Joch der Frömmigkeit habe sammeln 
25 wollen, wie er vor allem war und von Ewigkeit her sich sorgte um sie 
und durch jeden einzelnen der Propheten in allen Geschlechtern zu 
ihnen herabkam und sie berief, (daß) sie aber nicht hören wollten auf 
seine Berufung, um dessentwillen er den Richterspruch über sie vor- 
brachte und sagte: „Siehe euer Haus wird öde gelassen werden.“ Ganz 
30 sorgfältig aber sagt er, nicht daß die Stadt öde sein werde, sondern 
das Haus in ihr, das heißt aber der Tempel, den er nicht mehr sein 
noch Gottes Haus heißen will, sondern das ihre. Er weissagte, daß es 
öde sein werde nicht anders als verlassen von der Vorsehung, die ihn 


$—8 --- Matth 2337 —39 


1 τῆς πόλεως ἀπαλλαγῆναι ἐποίουν Th. gr. 16 „und — zerstreuten“ < X 
xal εἰς πάντα τόπον διασχεδασάντων Th. gr. | OIL> dduaar „anlasc 
17 τὸν δ᾽ oixov..... ἐμπρησάντων Th. gr. „und die Gefangenschaft... . ver- 
brannten" XL «di 28 ὅτι παρὰ τὴν αἰτῶν αἰτίαν τὰ σχιϑρωπὰ αὐτοὺς 
μετελεύσεται Th. gr. „sie bestrafen werde“ X 


Die syrische Theophanie Buch IV. 193* 


früher (fürsorglich) heimsuchte, weswegen er sprach: ,Siehe euer Haus 
wird öde gelassen werden.“ Man muß sich wundern über die Erfüllung 
des Wortes, weil zu keiner anderen Zeit jemals der Ort eine solche 
Verwüstung erlitt, nicht einmal zu der Zeit, als er wegen der Vielheit 
ihrer Bosheit und Gótzenverehrung und (wegen) der Besudelung mit 5 
Prophetenblut von den Babyloniern ausgerottet wurde. Denn siebzig- 
jährig ward die ganze Zeit der Verwüstung des Ortes in jenen Jahren. 
Deswegen wäre ihnen in jener Zeit nicht passend gesagt worden: „Siehe, 
euer Haus wird öde gelassen werden.“ Denn es blieb nicht verlassen, 
es stieß ihm vielmehr eine (fürsorgliche) Heimsuchung zu nach kurzer 10 
Zeit, in der es einer besseren Erneuerung gewürdigt wurde, größer als 
früher, sodaß Einer von den Propheten vorher sagte: „Der Ruhm 
dieses Hauses wird groß sein, der letzte mehr als der erste“ Wie sie 
aber nach dem Wort unsers Erlösers verlassen wurden und ihr Haus 
durch den Urteilsspruch Gottes in die äußerste Verwüstung geriet, zeigt 15 
2150 denen, die zu jenen Orten kommen, der Anblick selbst, mehr als das 
Wort, die Erfüllung. Und die Zeit ist vieljährig und lang geworden, 
sodaß sie nicht nur das Doppelte beträgt der siebzigjährigen Ver- 
wüstung, die zur Zeit der Babylonier stattfand, sondern sogar das Vier- 
fache überschreitet, und (so) bestätigt sie den Urteilsspruch unsers 20 
Erlósers. Wiederum aber auch zu anderer Zeit wandelte unser Erlöser 
um den besagten Tempel und, als seine Jünger die Gebäude bewunderten, 
die ihn umgeben, und die Größe und Schönheit des Tempels selbst, 
zeigten sie (es) ihm. „Der aber antwortete ihnen und sprach: Seht 
ihr nicht dies alles? Ich sage euch, es soll hier nicht ein Stein auf 25 
dem anderen gelassen werden, der nicht losgelöst würde." Daß aber 
wahrlich bewundernswert war das ganze Gebäude und der ganze *andere 
Schmuck des dortigen Tempels, zeigen die Schriften. Des Beweises 
halber aber ist bis jetzt ein Überrest aufbewahrt, durch den die Spuren 
der alten Schinuckgegenstände wahrgenommen werden. Das allergrößte 30 
Wunder aber ist die göttliche Stimme des Vorherwissens unsers Er- 
lösers, die den Urteilsspruch fällte entsprechend denen, die das Gebäude 
bewunderten, daß an dem Orte, den sie bewunderten, kein Stein auf 
dem anderen unzerstört gelassen würde. Denn der Ort müsse um der 
Frechheit *seiner Bowohner willen vollständige Vernichtung und Ver- 35 


12 — Hag 29 21 vgl. Matth 241 94 — Matth 242 


16 ἡ ὄψις αὐτὴ τοῦ λόγου μᾶλλον δείχνυσι τὸ ἀποτέλεσμα Th. gr. ,,die Er- 
füllung des Wortes" X 97 τά τε τῆς ἄλλης κατασκειῆς "Th. gr.) 1. σοί 


mit H8 351 αὐ τῶν. ἢ 
Eusebius III*. 13 


1941 Eusebius. 


wüstung erdulden, da er eine Wohnung gottloser Männer sei. Wie aber 
*die (Worte) der Prophezeiung in die Tat übergingen und (wie) der 
ganze Tempel und seine Mauer und *die schmuckvollen und schönen 
Gebäude in ihm, die jedes Wort in den Schatten stellen, eine Verwüstung 
5 von jener Zeit bis heute ertrugen und (wie) mit den Zeiten die Kraft 
des Logos immer mehr vernichtet, sodaß nicht einmal (mehr) Spuren 
der Fundamente an einigen Orten gesehen werden, kann, wer will, mit 
Augen sehen. Wenn aber jemand sagt, daß noch einige Orte bestehen, 
so ist es dennoch notwendig, auch ihre Vernichtung zu erwarten, da 
10 ihre Verwüstung jeden Tag wächst und die genannte Prophezeiung 
mit verborgener Kraft jeden Tag wirksam ist. Ich weiß aber, daß ich 
von einigen gehört habe, die das uns vorliegende Wort anders ausgelegt 
haben: es sei nämlich nicht über alle Gebäude gesprochen, sondern nur 
über den Ort, den seine Jünger bewundernd ihm gezeigt hätten; denn 
15 über diesen habe er die Prophezeiung gesprochen. 
Wiederum aber lehrt die über ihn (verfaßte) Schrift seiner Jünger 
Folgendes über die Zerstörer des Ortes. 


Über die Eroberung der Stadt. Aus dem Evangelium des Lukas. 


XIX. „Als er die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn 

20 du erkannt hättest, wenn auch nur an diesem Tage, was zu deinem 
Frieden (dient); jetzt aber ward es vor deinen Augen verborgen. Es 
werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich umgeben, dich 
umzingeln und von allen Seiten bedrängen werden. (Und) sie werden 
dich ausrotten und deine Kinder in dir.“ Das Vorher(gehende) wurde 
25 über den Tempel geweissagt, das Vorliegende aber über die Stadt selbst, 
welche die Juden eine „Stadt Gottes“ nannten wegen des in ihr er- 
bauten Tempels Gottes. Er weinte aber über die ganze (Stadt), der 
Mitleidige, indem er nicht so (sehr) mit ihren Gebäuden noch mit dem 
Erdboden als (vielmehr) mit den Seelen ihrer einstigen Bewohner und 
30 mit ihrem Untergang Mitleid hatte. Er legt aber auch die Ursache 
ihrer Verwüstung dar, indem er sagt: „Wenn du wüßtest, wenn auch 
nur an diesem Tage, das, was zu deinem Frieden (dient)“. Er zeigt 
aber, daß sein Kommen zum Frieden der ganzen Welt geschah. Denn 


19—24 = Luk 1941—44 94—S. 195, 12 = 12. Bruchstück der griech. 


Theoph. S. 296-3010 26 vgl. Ps 46 (LXX: 45)5 81 = Luk 1942 


2.31 Am 28 1,2301n330 wieS.105,19 27 „Stadt“ — X πόλιν 
Th. gr. l. + dur 


2151 


Die syrische Theophanie Buch IV. 195* 


er ist es, über den gesagt ist: „Es wird aufleuchten in seinen Tagen 
die Gerechtigkeit und die Fülle des Friedens“ Er kam aber eben des- 
wegen, zu verkündigen „Frieden den Nahen und Frieden den Fernen“, 
und sagte denen, die ihn aufnahmen: „Den Frieden lasse ich euch, 
meinen Frieden gebe ich euch“, den Frieden, den alle Völker in der 5 
ganzen Schöpfung, die an ihn glaubten, angenommen haben. Das Volk 
aus der Beschneidung aber, das nicht an ihn glaubte, erkannte nicht 
die (Dinge) seines Friedens. Deswegen sagt er hinterher: „Jetzt ist es 
verborgen vor deinen Augen, daß Tage über dich kommen und deine 
Feinde dich umgeben werden.“ Das also, was sie in kurzer Zeit erreichen 10 
sollte in der Belagerung, weil sie nicht [vorher] merkten auf den Frieden, 
der ihnen vorher verkündigt war, war vor ihren Augen verborgen. Sie 
also sahen voraus, was ihnen nachher geschah, er aber weissagte dies 
deutlich durch (sein) Vorauswissen und zeigte die Eroberung, die sie 
von seiten der Römer treffen würde, deutlich vorher: „Denn es werden 15 
Tage über dich kommen,“ weil du nicht erkannt hast, das „was zu 
deinem Frieden (dient)'. Denn um dieser Ursache willen „werden Tage 
über dich kommen und deine Feinde werden dich umgeben, dich um- 
zingeln und dich von allen Seiten bedrängen, und sie werden dich aus- 
rotten und deine Kinder in dir.^ Er beschreibt aber hierdurch die Art 20 

€152 des Krieges, der gegen sie (geführt) werden sollte. Wie dies zur Er- 
füllung kam, kann man aus der Schrift des Josephus ersehen, der ein 
Jude war und in einer Familie eben der Juden geboren war von be- 
kannten und berühmten Mánnern im Volk (und) der um die Zeit der 
Belagerung alles das, was bei ihnen geschah, niederschrieb und zeigte, 25 
daß es in der Tat den uns vor(liegenden) voraussagenden Worten 
entspreche. 


Wiederum über die Eroberung der Stadt. Aus dem Evangelium des Lukas. 


XX. „Wenn ihr", sagt er, „Jerusalem umgeben seht von einem 
Heer, so wisset, daß seine Verwüstung nahe ist. Hierauf sollen die- 30 
jenigen, die in Juda sind, entrinnen auf den Berg, und diejenigen, die 
drinnen sind, fliehen, und diejenigen, die *auf dem Lande sind, nicht 
hineingehen nach innen, weil es die Tage der Vergeltung sind zu er- 


1 = Ps 72 (LXX: 71)? 8 — Jes 579 4 — Joh 142 — Luk 1943f. 
15. 17 = Luk 194sf. — 99—8. 196, 6 — Luk 21 20—24 


11 „vorher merkten" X προσδέξασϑαι Th. gr. |. CAN Xe? 32 „auf dem 


Lande“) ἐν ταῖς χώραις Lukas Cma*xe*53 Bernstein. Vgl. zu S. 197, 32 
13* 


196* Eusebius. 


füllen alles, was geschrieben ist. Wehe aber den Schwangeren und den 
Säugenden in jenen Tagen; denn es wird große Not sein auf der Erde 
und großer Zorn über dieses Volk. Und sie werden fallen durch die 
Schneide des Schwertes und werden gefangen geführt werden unter alle 
5 Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Völkern, bis daß 
die Zeiten der Völker erfüllt werden.“ Während er oben sagt: „Siehe 
euer Haus wird öde gelassen werden“, so gibt er durch das uns (jetzt) 
Vorliegende die Zeichen der Zeit der äußersten Verwüstung des Ortes, was 
er zeigt, indem er sagt: „Wenn ihr Jerusalem umgeben seht von einem 
10 Heer, dann wisset, daß seine Verwüstung nahe ist.“ Denn niemand, sagt 
er, möge hoffen, daß nach der eintretenden Eroberung und der dabei ein- 
tretenden Verwüstung des Ortes eine andere Erneuerung ihm werde zu teil 
werden, wie sie geschah zur Zeit des Kyrus, des Königs der Perser, und 
später unter Antiochus Epiphanes und wiederum unter Pompejus. Denn 
15 oftmals erlitt der Ort eine Eroberung und wurde späterhin einer besseren 
Erneuerung gewürdigt. Aber erkennt, daß (jetzt) die äußerste Ver- 
wüstung und vollständige Vernichtung über ihn kommen werde, „wenn 
ihr ihn von Heeren belagert seht.“ Eine Verwüstung Jerusalems aber 
nennt er die Vernichtung des Tempels und die Aufhebung dessen, was 
20 früher in ihm nach dem Gesetz des Mose gottesdienstlich vollzogen 
wurde. Denn nicht mögest du glauben, daß eine Verwüstung der Stadt 
selbst durch diese (Worte) ausgedrückt sei, als ob niemand mehr in ihr 
wohnen werde. Denn er sagt hinterher, daß die Stadt bewohnt werden 
wird, nicht von den Juden, sondern von den Völkern, indem er so sagt: 
25 „Jerusalem wird zertreten werden von den Völkern“, und *daher weiß 
er, daß sie bewohnt sein wird von den Völkern. Ihre Verwüstung aber 2153 
nennt er (die Tatsache), daß sie nicht mehr von ihren Kindern (bewohnt 
wird) und daß kein gesetzlicher Gottesdienst in ihr besteht. Wie aber 
auch dies erfüllt wurde, bedarf nicht vieler Worte, da man mit Augen 
30 sehen kann, daß die Juden unter alle Völker zerstreut sind, und daß 
Fremde und Andersgeschlechtige Bewohner der (Stadt) sind, die einst 
Jerusalem (hieß), jetzt aber von dem *Eroberer Aelius Hadrianus: Aelia 
genannt ist. Das Wunderbare also an seiner Prophezeiung ist, daß er 


— Luk 1335 4—8. 198, 2 — 12. Bruchstück der griech. Theopb. 
S. 3012—32 6 9. 17 — Luk 2120 25 — Luk 2124 82 vgl. Euseb. Hist. 
eccles. IV 64 


25 ,daher'] „fortan“ Z 1. Sam 37 ἐρήμωσιν δὲ αὐτῆς ἀποχαλεῖ τὸ μηκ- 
ἕτι ὑπὸ τῶν οἰχείων μηδὲ χατὰ τὴν νόμιμον λατρείαν σιστήσεσθϑαι αὐτήν Th. gr. 


Nach οἰκείων Lücke? 32 ,Eroberer"] πολιορχητοῦ Th. gr. 1. tanz mitHS 


Die syrische Theophanie Buch IV. 197* 


inbeitreff der Juden sagt: „sie würden unter alle Völker in Gefangen- 
schaft geführt werden“, inbetreff der Völker aber: „Jerusalem wird zer- 
treten werden von den Völkern.“ Wunderbar aber ist die Erfüllung, da 
die Juden, während sie die ganze Menschenwelt erfüllen, so daß sie bis 
zu den Äthiopen und Skythen und an die Enden der Erde fortgewandert 5 
sind, nur ihre eigene Stadt und den einst bei ihnen verehrten Ort nicht 
betreten können. Und wenn die Stadt gänzlich öde und unbewohnbar 
wäre, so würde vielleicht jemand meinen, daß dies die Ursache sei. 
Jetzt aber wird der Ort von fremden und andersgeschlechtigen Völkern 
bewohnt, und nur ihnen ist es unmöglich, ihn zu betreten, sodaß sie 10 
nicht einmal aus der Ferne das Land ihrer Väter sehen können. Dies 
ist auf diese Weise vollendet, entsprechend der Weissagung, die lautet: 
„Sie werden unter alle Völker in Gefangenschaft geführt werden und 
Jerusalem wird zertreten werden von den Völkern.“ 

Er zeigte aber auch den Kampf vor der Gefangenschaft, indem er sagt: 15 
„Denn es wird eine Not sein auf Erden und ein großer Zorn über dies 
Volk, und sie werden fallen durch die Schneide des Schwertes.“ Wie 
aber dies im einzelnen geschah und wie das, was von unserm Erlóser. 
vorausgesagt war, durch *die Tat erfüllt wurde, kann man aus der 
Schrift des Flavius Josephus lernen, der auch die Erfüllung des voraus- 20 
sagenden Wortes unsers Erlösers: „Wehe aber den Schwangeren und 
den Säugenden in jenen Tagen“ deutlich zeigt und berichtet, wie Weiber 
ihre Kinder im Feuer brieten und aßen wegen der Stärke des Hungers, 
der die Stadt erfaßt hatte. Eben ihn also, den Hunger, der über die 
Stadt kommen werde, sah unser Erlóser *voraus und riet (daher) seinen 25 
Jüngern, bei der Belagerung, die über die Juden kommen sollte, ihre 
Zuflucht nicht zur Stadt zu nehmen als zu einem festen und von Gott 
beschützten Orte, was den meisten widerfahren ist, sondern sich von dort 

X154 wegzuwenden und auf die Berge zu fliehen, und diejenigen inmitten 
Judäas sollen zu den Völkern entweichen und diejenigen in seinen 30 
Land(gebieten) sollen nicht ihre Zuflucht nehmen zu ihm (zu Jerusalem) 
wie zu einem festen Ort. Deswegen sagt er: „Die *auf dem Lande (sind), 


1. 9. 12 = Luk 2134 16 — Luk 2133f. 90 vgl. Jos. bell. Jud. VI 3 - 
91] = Luk 21?s 88 = Luk 2laıf. 


6 xal τῷ πάλαι 99noxcvou£vo παρ᾽ αὐτοῖς τόπῳ Th. gr. „und den Ort der 
Verehrung, der einst ihnen gehörte“ £X 15 τὸν πρὸ τῆς αἰχμαλωσίας πόλεμον 
Th. gr. „die Art (= τρόπον) eben der Gefangenschaft des Krieges“ € 251. 
aın mit HS 28 ὕπερ πεπόνϑασιν οἱ πολλοί Th. gr. „was viele in ihr gelitten 


haben" X 82 „auf dem Lande“) as 10 391 Bernstein caa 3332223 Schultheß 


198" Eusebius. 


sollen nicht hineingehen nach innen, weil es Tage der Vergeltung sind, 
zu erfüllen alles, was geschrieben ist." 
Wer Lust hat, kann also die Erfüllung dieser (Dinge) aus der Schrift 
des Josephus lernen. Wenn es aber recht ist, daß wir, sei es auch nur 
5 in Kürze, auch in dieser Schrift um des Zeugnisses willen von ihm 
(etwas) hersetzen, so hindert nichts, den Schriftsteller selbst zu hören, 
der in dieser Weise schreibt: 


Aus dem sechsten (Buch) der Schrift des Josephus. 


XXI. „Was habe ich nötig, die Schamlosigkeit des Hungers gegen 

10 die seelenlosen (Dinge) auszusagen. Denn ich gehe daran, ein Werk 
(von ihm) zu künden, wie es weder bei Griechen noch bei Barbaren 
beschrieben ist. Denn es ist furchtbar zu sagen und unglaublich zu hören. 
Ich würde, damit es nicht scheine, als ob ich den späteren Menschen 
Lügen erzühlte, die leidvolle Sache vielleicht gern übergehen, wenn ich 

15 nieht viele zeitgenössische Zeugen hätte. Hauptsächlich aber würde ich 
meinem Vaterlande eine laue Gnade erweisen, wenn ich zu erwähnen unter- 
lieBe, was es in der Tat litt. Ein Weib von denen, die jenseits des Jordans 
wohnen, mit Namen Maria, bekannt wegen ihrer (vornehmen) Familie 
und ihres Reichtums, nahm mit vielen ihre Zuflucht zu Jerusalem und 
20 wurde mit ihnen belagert. Die einen Besitztümer dieser (Frau), soviel 
sie von Perüa fortgeschafft und in die Stadt gebracht hatte, raubten die 
Tyrannen, den Rest ihres Schatzes aber, selbst wenn (etwas) Nah- 
rung ausfindig gemacht war, raubten die Soldaten, indem sie täglich 
hineinsprangen. Gewaltiger Grimm aber kam über das Weib und oft- 
25 mals reizte sie die Räuber wider sich, wenn sie schmähte und fluchte. 
Da aber niemand weder im Grimm noch aus Mitleid sie tötete, und 
(da) sie müde ward, für andere etwas Nahrung zu finden, {und) von 
allen Seiten *außer stande war, überhaupt zu finden, und da der Hunger 
durch ihr Inneres und ihre Eingeweide zog und ihr Grimm mehr als 
30 der Hunger entbrannte, *so nahm sie den Drang mitsamt dem Zwang 
zum Berater, ging gegen die Natur an, ergriff ihren Sohn — sie hatte 


9—8. 199, 8 — Jos. bell. Jud. VI 3s; Euseb. Hist. eccles. IIT 6 00 —35 


18 ἄλλως τε xal] „anders aber auch“ X 91 ὅσην ἐκ τῆς Περαίας &va- 
σχενασαμένη μετήνεγχεν εἰς τὴν πόλιν] „aus dem Jenseitigen“ ... Y 27 παν- 


ν 


ταχόϑεν δ᾽ ἄπορον ἣν ἤδη xal τὸ εὑρεῖν) „von allen Seiten und Verlegenheit ihr 
auch war zu finden" X. 1. € vor (59 und str. © vor ALos 30 „und 


nahm“ Σ᾽ str Aa 


155 


Die syrische Theophanie Buch IV. 199* 


aber einen Säugling — und sprach: Unseliges (Kind) .in Kampf, Hunger 
und Aufruhr, für wen soll ich dich bewahren? Bei den Römern wirst du 
Sklave sein, selbst wenn du vielleicht bis dahin lebst; es kommt aber 
der Hunger der Knechtschaft zuvor. Die Aufrührer aber sind schlimmer 
(als beide). Komm und diene mir als Speise, den Aufrührern zur Strafe 
und der Welt zum Mythus, der allein noch fehlt den Leiden der Juden. 
Als sie dies gesagt hatte, tötete sie zugleich ihren Sohn. Dann briet 
sie ihn, aß die eine Hälfte auf und verbarg und bewahrte den Rest auf.“ 

Diese Leiden habe ich aus unzähligen hergesetzt wegen des voraus- 
sagenden göttlichen Wortes unsers Erlösers, das lautet: „Wehe aber 
den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen“. Da aber auch 
dies den voraussagenden Worten unsers Erlösers hinzugefügt ist: „Es 
wird eine große Not sein auf Erden und ein großer Zorn über dies 
Volk“ oder wie Matthäus sagt: „Denn es wird in jener Zeit eine große 
Not sein, dergleichen es nicht gegeben hat seit Anfang der Welt *bis 
jetzt und nicht sein wird“, so ist es recht, von dem Schriftsteller zu 
hören, wie er die Erfüllung eben dieser Dinge so beschreibt: 


Aus dem fünften (Buch) der Schrift des Josephus. ᾿ 


XXII. „Jede einzelne ihrer Bosheit also zu erzählen, ist unmöglich. 
Um es aber zusammenfassend zu sagen: keine andere Stadt hat so viel 
gelitten und kein Geschlecht ist jemals zeugungskräftiger gewesen an 
Bosheit als dies. Denn die Stadt zerstörten sie selbst und erzwangen, 
daß den Römern eine traurige Sieg(estat) wider Willen zugeschrieben 
wurde, und schleppten das fast xügernde Feuer xum Tempel. In der Tat 
sahen sie ihn von der oberen Stadt aus brennen, ohne zu klagen und 
zu weinen.“ Dies (geschah) wegen des (Wortes): „Es wird in jener Zeit 


eine große Not sein, dergleichen es nicht gegeben hat seit Anfang der 


9—S. 200, 7 = 13. Bruchstück der griech. Theoph. 10. 12 = Luk 21 98 
14 — Matth 24321. 19—26 = Jos. bell. Jud. V 106 26 — Matth 2421 


1 βρέφος, εἶπεν, &9Aıov) „Kind“ — Σ 1. enal 8 χἂν ζήσωμεν (1. ΟΣ 2) 
ἐπ᾿ αὐτοὺς] „auch wenn du vielleicht lebst bei ihnen“ (= ἐπ᾽ αὐτοῖς) X 4 oi 
στασιασταὶ δὲ ἀμφοτέρων χαλεπώτεροι] „als beide“ < X. 1. „ θορὸν e? 
15 „und bis" X str. Δ 99 Ῥωμαίους δὲ ἄχοντας ἠνάγχασαν ἐπιγραφῆναι oxv- 
ϑρωπῷ χατορϑώματι xal μόνον οὐχ tüxvoav βραδῦνον ἐπὶ τὸν ναὸν τὸ πῦρ. 
ἀμέλει χαιόμενον x τῆς ἄνω πόλεως ἀφορῶντες οὔτε ἤλγησαν .... Th. gr. „und 
sogleich schleppten sie ohne Zögern zum Tempel und das in ihm brennende Feuer 
sahen sie von der oberen Stadt“ X 


20 


25 


2008 Eusebius. 


Welt“, was, ebenfalls von unserm Erlöser vorausgesagt, der Schrift- 
steller bestätigt hat als *ganze vierzig Jahre später in der Zeit des 
römischen Königs Vespasian erfüllt. Es fügt aber unser Erlöser seinen 
voraussagenden Worten hinzu und bestimmt die Zeit, bis wann Jeru- 
salem niedergetreten sein soll von den Völkern. Denn er sagt, „bis 
daß die Zeiten der Völker erfüllt werden“, und weist hiermit auf das 
Ende der Welt. 


or 


Ferner darüber, daß das Gesetz der Juden nicht mehr auf den Bergen 

Garizim noch in Jerusalem erfüllt werden soll, und über den gottgeziemenden 

10 Gottesdienst, der in seiner Kirche entstanden ist. Aus dem Evangelium 
des Johannes. 


XXIII. In der Nähe der uns benachbarten Stadt, in dem palästi- 
nischen Neapel — einer keineswegs kleinen, sondern sogar berühmten 
Stadt — traf ihn ein samaritisches Weib und sagte nach (einigen) an- 

15 deren Worten zu ihm: „Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. Unsere 
Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, daß in Jerusalem 
der Ort sei, wo man anbeten müsse.“ Darauf antwortete unser Erlöser 
und sagte zu ihr: ,Glaube mir, Weib, es kommt die Stunde, wo ihr 
weder auf diesem Berge noch in Jerusalem werdet den Vater anbeten." 

20 Kurz darauf sagt er: ,Es kommt die Stunde und ist (schon) jetzt, wo 
die wahrhaftigen Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in 
der Wahrheit. Denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. Gott ist 
Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit 
anbeten.“ Auch hierin zeigte er ein durchaus nicht gewöhnliches Voraus- 

95 wissen. Denn früher, in den Tagen des römischen Königs Tiberius, zu 
dessen Zeit dies gesagt wurde, waren die Juden (für sich) gesondert in 
Jerusalem vereinigt, um das Gebot ihres Gesetzes zu erfüllen, wührend 
die Samariter auf dem (so)genannten Berge Garizim, in der Nähe von 
Neapel, (Gott) ehrten und behaupteten, man müsse das Gesetz des 

30 Mose dort erfüllen. Diese Berge wurden als die geweihten (Státten) 
Gottes auf beiden Seiten verherrlicht und über beide legt die Schrift 
Zeugnis ab, bei ihnen: Mose über den Garizim, bei den Hebräern aber: 
die Propheten über Jerusalem. Ein Urteilsspruch aber der göttlichen 
Stimme unsers Erlósers ging aus, daß fortan nicht mehr anbeten würden 

35 in Jerusalem noch auf dem Berge Garizim, die an diesen Örtern fest- 


b — Luk 2124 16 — Joh 4 19f. 18 — Joh 421 90 — Joh 435 f. 
32 vgl. Din 112988 vgl. Jes 23? 


9 μεϑ᾽ ὅλα Lr 1, mlalar PSm 


2156 


Die syrische Theophanie Buch IV. 201: 


hielten. Dies fand nicht lange darauf in der folgenden Zeit statt. Diese 
beiden Berge wurden (nämlich) durch die Belagerung in den Tagen des 
Titus Vespasianus und in den Tagen Hadrians entsprechend seinen 
Worten verwüstet. Denn der Tempel in der Nähe der Stadt Neapel 
ward durch unziemliche Bilder, Götzen, Opfer und Blutvergießen be- 5 
fleckt und beschmutzt, derjenige aber in Jerusalem bestand so lange Zeit, 
wie (eben) gesagt ist, und wurde (dann) von Grund aus durch äußerste Ver- 

2157 wüstung und Brand zerstört. Durch die Tat (also) wurde von jener Zeit 
an bis jetzt die Prophezeiung unsers Erlösers erfüllt, die lautete: „Es 
kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem 10 
werdet anbeten." „Stunde“ aber nannte er die Zeit, die noch nicht nahe 
war, sondern (erst) kommen sollte. Über den vernünftigen Gottesdienst 
aber, der von ihm seinen Jüngern *überliefert wurde, fügte er hinzu 
und sagte: „Es kommt die Stunde und ist (schon) jetzt, wo die wahr- 
haftigen Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahr- 15 
heit“ Notwendig aber fügte er hier hinzu: „und ist (schon) jetzt." 
Denn auf der Stelle von der Stunde an, wo er die Worte sagte, über- 
lieferten die wahrhaften Anbeter eben jenes Meisters und Lehrers und 
seine Jünger, die von ihm den vernünftigen Gottesdienst empfingen, 
einen Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit. Der über alles (wal- 20 
tende) Logos wies prophezeiend darauf hin, daß fortan die wahrhaften 
Verehrer den über alles (waltenden) Gott nicht auf einem Berge noch 
in einem Winkel der Erde (für sich) gesondert, sondern in der ganzen 
Welt anbeten und ihm die göttlichen, unblutigen Gottesdienste leisten 
sollten, die im Geist und in der Wahrheit vollendet werden, weder durch 25 
Bilder noch durch irgend welche (äußere) Zeichen, wie es die (Gottes- 
dienste) des Mose waren, die von den Juden und Samaritern gehalten 
wurden: durch Schlachtungen, Opfer, Weihrauch, Feuer und viele an- 
dere leibliche Mittel. Daß sie eben dies abschaffen würden, prophezeite 
der Logos Gottes in den vorliegenden (Aussprüchen) und sagte, daß die 30 
wahrhaftigen Verehrer fortan in der Wahrheit und im Geiste, das heißt 
aber nach göttlicher Art, in der Seele und im Gedanken den gottgezie- 
menden Gottesdienst leisten würden. 


‚9= Joh 4sı 14 = Joh 423 


6 wörtlich: „derjenige aber in Jerusalem wurde von Grund aus zerstört und 
blieb in äußerster Verwüstung und Brand so lange Zeit, wie gesagt ist". Ver- 
mutlich ungeschickte Auflösung eines Partizipialsatzes und falsche Verbindung 
18 „vollendet wurde“ 3, 1. esa M93 (Druckfehler?) 21 „prophezeite hier- 
durch, indem er zeigte‘ € 


909* Eusebius. 


Über das Volk, das aus fremden Völkern durch seine Lehre gegründet wird, 
Aus dem Evangelium des Johannes. 


XXIV. „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die 
Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich meinen Vater 
5 kenne, und ich lasse mein Leben für meine Schafe. Und andere Schafe 
habe ich, die nicht aus diesem Hofe sind. Ich muß sie führen, und sie 
hóren auf meine Stimme, und es wird sein Eine Herde und Ein Hirt." 
An einer andern (Stelle) lehrte er und sprach: „Ich bin nur gekommen 
zu den irrenden Schafen aus dem Hause Israel Er nannte aber das 
10 Volk der Juden in dieser Weise und prophezeite durch die vorliegenden 
(Aussprüche), daß keineswegs nur diejenigen, die aus den Juden ihm 
zu Jüngern gewonnen wurden, in seine Herde gerechnet werden sollten, 
sondern auch (die) außerhalb dieses „Hofes“. So aber pflegt der Logos bis- x 155 
weilen das ganze Volk der Juden, bisweilen Jerusalem und den dortigen 
15 Gottesdienst zu nennen, der nach dem Gesetz des Mose erfüllt wurde. 
Daß er „andere Schafe“ sammeln will, „die nicht aus diesem Hofe sind“, — 
damit aber weist er auf die Völker in der ganzen Welt hin und sagt 
voraus, daß ihm aus ihnen vernünftige Herden gesammelt werden sollen, 
sodaß zu Einer und derselben Gottesverehrung alle diejenigen kommen, 
20 die aus den Juden und aus den Heiden an ihn gläubig werden. „Und 
es wird sein Eine Herde und Ein Hirt“ — seine Kirche, die aus Juden 
zumal und Heiden besteht, wie dies ja (der Fall) war am Anfang der 
Verkündigung des Evangeliums. Denn viele Scharen der Juden zumal 
ließen sich überzeugen, daß er der Christus Gottes sei, der von den 
25 Propheten verkündet wurde, und wurden mit denen, die aus den Heiden 
an ibn gläubig wurden, zu Einer Kirche vereinigt unter der Hand des 
Einen Hirten, eben des Logos Gottes. Denn in Jerusalem erstanden 
sich ablösend aus den Juden fünfzehn Episkopen der dortigen Kirche 
von Jakobus dem ersten an, und Myriaden Juden zumal und Heiden gab 
30 es, die dort zusammen vereinigt waren bis auf die Belagerung in den 
Tagen Hadrians. Daß er aber der „Hirte“ sei, offenbarte uns der, der 
viele Male durch Propbetenworte verkündet wurde, die den Logos 
Gottes erwühnen und lehren, daf er der Hirt der menschlichen Seelen 
wie der vernünftigen Herden sei. So also heißt es bald bei den Pro- 
35 pheten: „Der Herr weidet mich und nichts mangelt mir“, bald aber: 


8 — Joh 1014—6 8 — Matth 15:4 18. 16. 20 — Joh 10:1 28 vgl. 
Euseb. Hist. eccles. IV 53 35 — Ps 23 (LXX: 22) 


99 „aber‘ 2 vermutlich δή statt δέ 98 Das Eine Ara. e? ist zu 
streichen (Druckfehler) 


Die syrische Theophanie Buch IV. 203* 


„Hirte Israels, höre, der Joseph lenkt wie Schafe“, bald aber lehrt und 
spricht „der Herr und Hirte der Herden“. In Wahrheit also wird er allein 
Hirte der vernünftigen Seelen genannt. Denn wie zum Beispiel unter 
den Menschen die Natur der Herden eine andere ist, als die vernünf- 
tige Natur dessen, der das unvernünftige Geschlecht weidet, beherrscht 5 
und lenkt, so ist noch υἱοὶ mehr der Hirte, der Logos Gottes, eine bei 
weiten bessere Natur als die der Menschen. Wir aber sind seine Schafe 
und im Vergleich zu seiner Kraft gleichsam unvernünftiger als alle 
Herden. Ein guter und treuer Hirte aber ist in Wahrheit derjenige, der 
seine Schafe nicht vernachlässigt (und zuläßt), daß sie von den Wölfen 10 
gefressen werden, das heißt aber: von den bösen, seelenverderbenden 
Z159 Dämonen. Dies zwingt uns, auf das Wort dessen zu achten, der mit 
vieler „Vollmacht“ und Kraft sagt: „Ich bin der gute Hirte“. Wenn er 
aber sagt: „Ich lasse mein Leben für meine Herden“, so weist er (damit) 
geheimnisvoll auf seinen Tod hin und lehrt zugleich auch die Ursache: 
daß er für die Erlösung der Seelen der vernünftigen Herden sein Leben 
ließ. Das (Wort): „Ich habe andere Schafe“ deutet darauf, daß zu 
seinem Besitztum nicht nur Juden, sondern auch alle Völker gehören, 
die ihm von seinem Vater gegeben sind, entsprechend jener (Verheißung): 
„Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe geben.“ 20 


με 


5 


Wie sein Tod die Ursache der Erlösung vieler ist. Aus dem Evangelium 
des Johannes. 


XXV, Meist verweilte er unter den Juden, weil ihnen die voraus- 
sagenden Prophezeiungen der Propheten über ihn bekannt waren. Weil 
aber einmal auch Griechen sich seinen Jüngern näherten und baten, ihn 25 
zu sehen, so steht seine Antwort geschrieben, als man ihm dies sagte: 
„Die Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht werde. 
Ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, 
so bleibt es eben nur (wie es ist). Wenn es aber stirbt, so bringt es 
viele Früchte“. Offenbar verkündigt er auch hiermit geheimnisvoll, daß 30 
unter den Griechen, unter den fremden und andersgeschlechtigen Völ- 
kern die Verherrlichung seiner Gottheit stark werden solle. Denn 
keineswegs war die Stunde der Verherrlichung gekommen, solange er 


1 = Ps 80 (LXX: 705 18 vgl. Joh 1018 18 = Joh 1014 14 = Joh 
10 15 17 — Joh 1016 90 — Ps 28 97 — Joh 12 38. 24 


1 ,lehrt"] wörtlich „führt ein" = εἰσηγέομαι wie & 19318 6 „viel mehr“] 
wörtlich „über mehr“ — ἐπὶ πλέον 


304* Eusebius. 


m:t den Juden zusammen war und redete, sondern als die Griechen zu 
ihm kamen. Er fügt aber notwendig hinzu und weist bin auf seinen 
Τοῖς seine Auferstehung und die dadurch geschehende Berufung der 
Vciger. Denn wie das Weizenkorn, ehe es in die Erde fällt, eben das- 
seibe allein ist, die lebenzeugende Kraft (in sich) besitzt und die Triebe 
iu sich birgt für die Ährensaat, die aus ihm hervorsprossen soll, (wie) 
es aber dann, nachdem es in die Erde gefallen ist, gleichsam lebt nach 
dem Tode, sich mehrt und viele Ähren aus eigener Kraft hervorsprießen 
läßt, demgemäß, sagt er, werde es auch in betreff seiner (selbst) ge- 
10 scheben. Das hat offenkundig der Ausgang der Dinge bewiesen, indem 
nach seinem Tode nicht nur Griechen, sondern auch viele Völker aus 
seiner Kraft und seiner göttlichen Fürsorge geschöpft haben. Er ist 
also der Same, der fällt und aufgeht, der stirbt und auflebt, der nach 
seinem Fall durch den Tod in Menge sich mehrte, der durch seine Auf- 
15 erstehung die Länder der Völker nach Art der Felder mit göttlicher, 
unaussprechlicher Kraft füllte. Deswegen sagt er: „Die Ernte ist reich, 
aber der Arbeiter sind wenige.“ Und wiederum: „Hebt eure Augen auf 2100 
und seht die Felder an, die weiß sind zur Ernte.“ Auch dies deutet hin 
auf diejenigen, die nach seinem Tode ihm vereinigt sind durch echten 
20 Glauben an ihn, (durch) deren Menge in der ganzen Welt der Griechen 
-und Barbaren Kirchen von Myriaden Scharen gegründet wurden, indem 
die Seelen der Menschen nach Art vernünftiger Felder an Einen Ort: 
auf die Tennen seiner Kirchen gesammelt werden. Deswegen heißt es: 
„Er hat seine Wurfschaufel in der Hand, reinigt seine Tennen und 
25 sammelt den Weizen in die Scheuern. Die Spreu aber wird er ver- 
brennen mit unverlöschlichem Feuer.“ 


CA 


Wie Simon, das Haupt der Jünger, gleich seinem Meister dem Kreuz 
übergeben wurde und aus dem Leben schied. Aus dem Evangelium des 
Johannes. 


30 XXVI. ,,Kinder, (nur noch) eine kleine Weile bin ich bei euch. Dann 
werdet ihr mich suchen. Wie ich den Juden sagte: Wohin ich gehe, 
kónnt ihr nieht kommen, so wiederum sage ich auch euch." ,Sagt zu 
ihm Simon Petrus: Wohin gehst du?  Antwortete ihm Jesus: Wohin 


16 — Matth 937 17 — Joh 435 94 = Luk 3177 80 — Joh 133 
32 -- Joh 1386 


9 „die Triebe^] wörtlich λόγοι 


2101 


Die syrische Theophanie Buch IV. 205* 


ich gehe, kannst du jetzt nicht kommen. Du wirst aber spüter (dorthin) 
kommen.“ Wiederum aber sagte Jesus am Ende der Schrift nach seiner 
Auferstebung von den Toten zu Petrus: „Ich sage dir, als du jung warst, 
gürtetest du deine Lenden und gingst, wohin du wolltest. Wenn du 
aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und andere werden 5 
dir die Lenden gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das 
sagte er aber zu zeigen, mit welchem Tode er Gott verherrlichen würde. 
Und als er dies gesagt hatte, sagt er zu ihm: Folge mir nach.“ Wer 
sollte sich nicht wundern, daß seine Jünger, als er dies zu ihnen sagte, 
bereit und geneigt waren, ihm bis zum Tode anzuhangen? Denn nicht 10 
indem er sie irre führt und ihnen Hoffnung auf Glück verheißt und das 
verspricht, was in diesem Leben für Glück gehalten wird, — *(nicht) 
auf diese Weise ködert er sie, ihm anzuhangen, sondern indem er nackt 
und unverhüllt die Martern voraussagt, die um seinetwillen über sie 
kommen sollten. Dem Simon selbst aber zeigte er sogar die Art der 15 
Kreuzigung voraus, durch die er später bei seinem Aufenthalt in Rom 
sein Leben vollendete, durch das Wort: „Wenn du alt wirst, wirst du 
deine Hände ausstrecken, aber andere werden dir die Lenden gürten.“ 
Demgemäß aber zeigte er auch geheimnisvoll durch das Wort: „Wohin 
ich gehe, kannst du jetzt nicht kommen. Du wirst aber später (dorthin) 20 
kommen.“ Denn dies wurde keineswegs allen gesagt, sondern nur dem 
Simon, weil er allein in der Schrift (genannt) ist; der nach Art des 
Leidens unsers Erlösers sein Leben vollenden werde. 


Wie er seinen übrigen Jüngern die Verfolgungen voraussagte, die von Zeit 
zu Zeit über sie ergehen sollten. Aus dem Evangelium des Matthäus. 25 


XXVII. „Hütet euch vor den Menschen. Denn sie werden euch der 
Obrigkeit ausliefern und euch in ihren Synagogen geißeln; und vor 
Statthalter und Könige werden sie euch führen um meinetwillen zum 
Zeugnis für sie und die Völker.“ Und wiederum: „Selig seid ihr, wenn 
ihr verfolgt und geschmäht werdet, und (wenn) man euch alles Schlechte 30 
andichtet um meinetwillen. Freut euch und frohlocket; denn euer Lohn 
ist groß im Himmel. Denn so hat man die Propheten vor euch ver- 
folgt.“ Ein Wunder aber ist der Zusatz des Wortes, das da heißt: „um 


8 — Joh 21 18. 19 17 = Joh 2118 19 — Joh 18 86 96 — Matth 
10 17. 18 99 — Matth ὅ 11. 12 


11 „schreibt“ X — ὑπογράφωηω 12 „und auf diese Weise“ Y str. A 


206* Eusebius. 


meinetwillen.^ Denn es genügte nicht, nur dies vorauszuwissen und die 
über seine Jünger kommenden Verfolgungen vorauszusagen, sondern er 
zeigte auch die Ursache, indem er sagte, daß sie dies um seinetwillen 
erleiden würden, keineswegs um böser Taten noch um anderen Frevels 
5 willen, sondern er bezeugte voraus, daß ihnen alles um seinetwillen zu- 
stoBen werde, was man durch die Tat erkennen kann. Denn wenn 
jemand zur Zeit der Verfolgung nur dies leugnete, daß er ein Christ 
sei, war er befreit von allem Tadel und von aller Ursache zur Ver- 
leumdung. So machte er das Leben seiner Jünger untadelig und sünd- 
10 los, sodaß sie um keiner andern Ursache willen außer allein wegen ihres 
Bekenntnisses und Zeugnisses zu ihm alles Schlechte ertrugen. Völlig 
aber gewinnt er sie und macht sie sich geneigt dadurch, daß er sie mit 
den früheren gottgeliebten Propheten vergleicht. Denn wie sie die Pro- 
pheten vor euch verfolgt haben, so werden sie auch euch in Zukunft 
15 ohne Grund verjagen und auch nach Art der Propheten bestrafen, weil 
ihr den über alles (waltenden) Gott verehrt, weswegen sie auch die Pro- 
pheten verfolgt haben. Die (Tatsache) aber, daß er voraussagte, selbst 
ἡγεμόνες und Kónige würden darüber bewegt werden, zu einer Zeit, 
wo er zugegen war und mit seinen Jüngern redete, und daß seine Worte 
20 sich so ereigneten und in die Tat übergingen, wie sollte das nicht größer 
sein als ein Wunder? Denn viele andere, Barbaren und Griechen, die 
sich für Lehrer der Weisheit ausgaben, haben vieles mit ihren Jüngern ge- 
redet, indem die einen Gottloses verkündeten, die anderen das Wort der 210? 
Vorsehung und andere selbst die bei vielen als Götter Geltenden auf- 
hoben, während andere als Anfänger böser Dogmen auftraten und andere 
sagten, daß das (höchste) Ziel die Lust sei und noch andere, daß die 
Lust gleichgültig sei, *wie es sich gerade traf. Niemals aber hat einer 
von ihnen derartiges für seine Jünger vorher entschieden, noch kennen 
wir Verfolgungen, die über sie kamen, wie diejenigen, die über die Lebre 
30 unsers Erlösers kamen. Wie also sollten wir uns nicht wundern und 
bekennen, daß es in Wahrheit Gottes Worte seien, da er nicht nur 
durch göttliches Vorauswissen die Verfolgungen vorausbezeugte, die 
über seine Jünger kommen würden, sondern auch die Ursache derselben 
vorher zeigte durch das Wort: um seinetwillen solle ihnen das wider- 
35 fahren? 


IN 
e 


18 vgl. Matth 5ı2 84 vgl. Matth 511 


7 „ein Christ“] wörtlich „kein Christ" (Pleonasmus) 22 „Weisheit ver- 
sprachen" X — σοφίαν ἐπαγγέλλεσϑαι 27 „gleichgültig“)] wörtlich „ohne Unter- 
schied“ — ἀδιάφορος | „und wie“ X str. A 


Die syrische Theophanie Buch IV. 207* 


Wie auch diejenigen, die verwandt *sind, wider einander aufstehen werden 
in der Zeit der Verfolgung. Aus dem Evangelium des Matthüus. 


XXVIII „Es wird ein Bruder den andern ausliefern zum Tode und 
ein Vater seinen Sohn, und es werden aufstehen Söhne gegen ihre Väter 
und sie zum Tode bringen. Und ihr werdet gehafit sein von jedermann 5 
um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird 
leben.“ Was habe ich nötig, vieles zu reden, wie dies bis jetzt durch 
die Tat erfüllt wurde, da die Werke besser sind als alles Hóren. Denn 
mit eigenen Augen sehen wir, wie oft derartiges in den Zeiten der Ver- 
folgung und zu unserer eigenen Zeit geschah. Du mögest dies aber 10 
nicht einfach hören (und verstehen), daß „ein Bruder den andern aus- 
liefern wird zum Tode“, — denn auch dies wäre gleichsam ein einfacher Ge- 
danke — sondern wir können auch daran prüfen und erkennen, wie 
ein Bruder den andern ausliefert zum Tode, wenn er sich der Bruder- 
liebe bingibt und die Liebe zum Leben vorzieht und Gott verleugnet 15 
und besonders seinen Bruder, von dem er bittet und den er überredet, 
Gótzen zu verehren, den er aufwiegelt und anfleht und dem er brüder- 
liche Liebe vorhält, abbringt von dem Gedächtnis an den Befehl unsers 
Erlösers; denn dann in Wahrheit „wird ein Bruder den andern zum 
eigenen Tode ausliefern". So verführt auch der Vater seinen Sohn mit 20 
Worten, überredet ihn, Götzen zu verehren, und bringt ihn (dadurch) 
zum Tode. So bringen auch die Söhne ihre Väter in der Liebe zu ihnen 
dahin, *daß sie das zeitliche, sterbliche Leben dem bei Gott vorziehen, 
und werden (so) die Ursache des Todes und der Seelenverderbnis für ihre 

Σ 168 Väter. Denn oftmals sehen wir solches zur Verfolgungszeit mit eigenen 25 
Augen, sodaß *dadurch erfüllt wird das (Wort): „Ihr werdet gehaßt sein 
von jedermann um meines Namens willen.“ Indessen aber ist auch hier 
sorgfältig der Zusatz gemacht worden, der lehrt, daß seine Jünger um 
keiner andern schimpflichen Tatsache als (allein) um seines Namens 
willen gehaßt werden sollen. 30 


Über diejenigen, die unrein in seine Kirche aufgenommen werden sollen, und 
über die Strafe, die über sie kommen wird. Aus dem Evangelium des Matthäus. 


XXIX. „Das Himmelreich ist gleich einem Netze, das ins Meer 
fiel und allerhand aufnahm. Als es voll war, zogen sie es ans Ufer, 


8—7 = Matth 1021f. 88. 8. 208, 5 = Matth 1347—51 


1 1. „_ u Lee (Druckfehler) 22 „in der Liebe zu ihnen“] wörtlich „(ziehen) 
zu ihrer eigenen Liebe"; man erwartet «νῦν 98 „und sie“ X ]. fan 


96 1. (o3 


208* Eusebius. 


setzten sich, lasen das Gute aus und brachten es in Gefäße, das Schlechte 
aber warfen sie weg. So wird es sein am Ende der Welt: die Engel 
werden ausziehen und die Bósen ausscheiden von den Gerechten und 
werden sie in den Feuerofen werfen, dort wird sein Heulen und Zühne- 

5 klappern.^ Netz nennt er hier sinngemäß seine Lehre, die aus mannig- 
fachen Gedanken der Schriften alten und neuen (Testamentes) gewebt 
ist, Meer aber das wogende Leben des Menschen, das gefahrvoll ist wegen 
des Bösen, welches in seinen Taten (liegt). Aus (diesem) Leben rafft 
das genannte Netz wie aus dem Meere Myriaden empor, und seinen 

10 untern Teil (nehmen) verschiedene, ihrer Art nach entgegengesetzte 
Scharen (ein): *Die Guten und Bösen in ihren Gedanken. Über die- 
jenigen, die gleichsam aus dem Meere nach Art der Fische gefangen 
werden, redet er auch bei der ersten Berufung seiner Jünger mystisch 
(so): „Folgt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen.“ 

15 Nicht einmal also die Gemeinschaft der bösen Menschen war ihm ver- 
borgen, die mit den Guten in seine Kirche bis heute aufgenommen 
werden, da er lehrt, daß eben sie in der Zeit des Endes durch die damit 
betrauten Engel ausgesondert werden sollen und ein jeder von ihnen 
die seinem Denken gebührende Strafe empfangen solle. 


20 Wie Betrüger und Verführer seine Lehfe sich aneignen und heuchlerisch 
sich ihm anähneln. Aus dem Evangelium des Matthäus. 


XXX. „Hütet euch vor den Lügenpropheten, die zu euch kommen 
in Schafskleidern, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren 
Früchten sollt ihr sie erkennen. Denn nicht sammelt man von den 

25 Dornbüschen Trauben noch Feigen von den Disteln. So bringt jeder 
gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte 
Früchte“ Durch Vorauswissen riet er vorher, sich vor gottlosen, anders- 
gläubigen (Ketzern) zu hüten, die in späterer Zeit seine göttlichen 
Schriftworte zum Vorwand nehmen und den christlichen Namen sich an- 

30 eignen würden, und zeigte die Zeichen und Zeugnisse des in ihnen ver- 
borgenen Bösen, das viele verführen werde, indem er sagt: „An ihren 
Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Ihre Früchte aber sind die gottlosen 
Worte, die sie vorbringen und die Art ihres Lebens, die nicht richtig, 
sondern verkehrt ist. Während dies aber in jener Zeit geredet wurde 

35 und von unserm Erlöser vorausgesagt ward und nicht einmal Eine Be- 


14 — Matth 4 19 99—9, — Matth 715—18 


9 „sinngemäß‘“) wörtlich „nach Art des Wortes“ 11 „und die Guten“ Z' str. A 


x 


P nd 


Die syrische Theophanie Buch IV. 209* 


stätigung durch den Anblick denen gewährten, die es damals hörten, 
so sind dennoch in späterer Zeit die Werke seiner Worte jedermann 
offenkundig sichtbar geworden. Die Markioniten aber, die Anhänger 
des Valentinus und des Basilides und (alle) die andern, die in späterer 

- Zeit als Seelenverderber aufsproßten: Bardesanes und der jüngst zu 5 
unserer Zeit (aufgetretene) Verstandeswahnsinnige, dessen Name der Bei- 
name für die Partei der Manichäer ward, (waren Leute), die trügeri- 
sche, gottlose Lehren hervorsprudeln ließen. Und nicht anders kamen 
sie ans Licht als äußerlich bekleidet mit dem Schafsfell unsers Erlösers. 
Schafe aber nennt er offenbar seine Jünger, indem er sagt: „Meine 10 
Schafe hören auf meine Stimme“ und ferner: „Siehe ich sende euch wie 
Schafe mitten unter die Wölfe.“ In die Art dieser (Schafe) kleideten 
sie sich äußerlich, während sie in ihren Seelen reißende Wölfe sind. 
Wieviel Myriaden haben diese Verführer von der Herde unsers Er- 
lösers geraubt, indem sie sich Christo heuchlerisch anähnelten und der 15 
Lehre Christi anhingen und sich heuchlerisch stellten, als ob sie Worte 
der göttlichen Lehre sagten, (in Wirklichkeit) aber das hinterlistige, 
gottlose Gift in ihnen insgeheim denen zuführten, die von ihnen einge- 
fangen waren. *Diejenigen also, die jetzt wegen ihrer Heuchelei für 
Schafe gehalten wurden, wurden nach kurzer Zeit als reißende Wölfe 20 
offenbar. Deswegen lehrt uns unser Erlöser, uns vorher vor ihnen in 
Acht nehmen, indem er mahnt und sagt: „An ihren Früchten sollt ihr 
sie erkennen.“ 


2165 Wie man glaubt, daß sowohl er wie auch seine Jünger vermittelst Zauberei 
und durch Gemeinschaft mit den Dämonen die Menschen überwältigt haben. 25 


XXXI. „Nicht ist ein Jünger größer als sein Meister noch ein Sklave 
(größer) als sein Herr. Genug für den Jünger, zu sein wie sein Meister, 
und für den Skaven, (zu sein) wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn 
Beelzebub genannt haben, wieviel mehr seine Hausgenossen? Fürchtet euch 
also nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, das nicht enthüllt würde, 
und nichts verborgen, das nicht bekannt würde.“ Die Juden glaubten, 
daß unser Erlöser der böse Dämon Beelzebub und der Fürst der Dämonen 
sei, und schmähten ihn, daß er mit seiner Kraft die übrigen Dämonen aus 
den Menschen austreibe. Er aber antwortete denen, die solches glaubten, 


el 


0 


10 = Joh 1027 11 = Matth 1016 26—81 = Matth 10 234—236 84 vgl. 
Matth 12 24 ff. 


19 1 „am 
Eusebius III*. 14 


2105 Eusebius. 


gebührend, was auch in seinen Worten geschrieben ist. Seinen Jüngern 
aber sagte er vorher, daß man auch von ihnen glauben werde, sie be- 
siegten die Menschen in Gemeinschaft mit Dämonen und Zauberei. In- 
dem eben dies von vielen geredet ward, versiegelte und bestätigte das 
0 die Voraussagung unsers Erlósers. Er bezeugt aber, daß die über sie 
(verhängte) Strafe aufgehoben werden sollte infolge ihres reinen Lebens 
und Charakters und ihrer (reinen) Lehre und Frömmigkeit. Deswegen 
sagt er: „Fürchtet euch nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, das 
nicht enthüllt würde, und nichts verborgen, das nicht bekannt würde.“ 
10 Die lange Zeit also bringt an den Tag das, was früher den meisten ver- 
borgen war. Deswegen wurde verkündet, daß offenbart und ans Licht 
kommen würden die (Worte) der gottesfürchtigen Lehre. Und seine 
Dogmen und Satzungen sind fernerhin jedermann bekannt geworden 
und haben die Meinung ausgelöscht, die früher bei vielen über sie 
15 herrschte. 


Über diejenigen, die in seiner Kirche in vollkommener Heiligkeit und in 
einem der (ehelichen) Gemeinschaft nicht teilhaftig gewordenen Leben 
existieren werden. Aus dem Evangelium des Matthäus. 


XXXIl Als er für seine Jünger bestimmte, daß es nicht recht sei, 
20 sein Weib zu entlassen außer aus dem Grunde der Unzucht, und sie zu 
ihm sagten, „wenn die Ursache des Mannes mit dem Weibe derart ist, 
so nützt es nichts zu heiraten,“ heißt es, daß er darüber sagte: „Nicht 
jedermann ist genügend (stark) für dies Wort, sondern (nur) diejenigen, 
denen es gegeben ist. Es gibt Verschnittene, die von Mutterleib an so 
25 waren, und gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten wurden, 
und gibt Verschnittene, die sich selbst zu Verschnittenen gemacht haben X166 
um des Himmelreichs willen. Wer es ertragen kann, ertrage es.“ Nie- 
mals hat jemand durch Offenbarung, die unter den Menschen, das heißt 
vielmehr im Volke der Juden existiert, ein solches Wort gesagt, noch 
30 auch etwas Derartiges getan, wie aus der Geschichte der Schriften klar 
ist. In der ganzen Welt aber und unter allen Völkern in Städten und 
Dörfern haben Myriaden nicht nur von Männern, sondern auch von 
Weibern vollkommene Heiligkeit und Jungfräulichkeit bewahrt um der 
Hoffnung und der Erwartung des himmlischen Reiches willen, auf 
35 welches sie eilends von hier (von der Erde) sich vorzubereiten gelernt 


19 vgl. Matth 199 21 — Matth 1910 22—27 — Matth 
19 11—12 


2 167 


Die syrische Theophanie Buch IV. 911 


haben, wie wir durch Erfahrung gesehen haben. Indessen aber war die 
Erfüllung der Benennung („Verschnittene“) keineswegs einfach voraus- 
zuwissen. Aber wir baben viele uns bekannte Männer gesehen, die 
Eisen benutzten und ihre Leiber zu verschnittenen gemacht haben um 
keiner anderen Ursache als um der Hoffnung auf das himmlische Reich 
willen, die nicht lange in der Lehre unsers Erlösers erstarkt waren, 
sondern schlicht und schnell sich an die Sache heranmachten, sodaß 
auch in betreff dieser (Männer) das Vorauswissen unsers Erlösers, in 
Wahrheit des Logos Gottes, versiegelt wurde. 


Über die Unterschiede derer, die nicht würdig den Samen seiner Lehre 
aufnehmen sollten. Aus dem Evangelium des Matthäus. 


XXXIIL Als eine große Menge Menschen zu ihm kam, weissagte 
er durch ein Gleichnis, wie diejenigen sein würden, die den Samen seiner 
Lebre empfingen, indem er so sagte: „Siehe, ein Säemann ging aus zu 
säen, und da er säte, fiel das eine an den Rand des Weges, und es 
kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf 
den Felsen, wo es nicht viel Erde hatte, und sogleich ging es auf. 
Weil aber keine Tiefe des Bodens vorhanden war, vertrocknete es unten 
an seiner Wurzel. Anderes aber fiel unter die Dornen, und die Dornen 
stiegen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf das gute Land und 
gab Früchte, das eine hundertfältig, das andere sechzigfältig und anderes 
dreißigfältig.“ Darnach rief er aus und sagte: „Wer Ohren hat zu 
hören, höre!“ Darauf wurde er von seinen Jüngern gefragt, was die 
Erklärung des Gleichnisses sei, und er lehrte und sprach: „So hört ihr 
also das Gleichnis des *Säemanns! Jeder, der das Wort vom Reiche 
hört und es nicht versteht, da kommt der Böse und raubt den Samen 
aus seinem Herzen. Das ist der, der an den Rand des Weges gesät 
wurde Was aber auf den Felsen gesät wurde, das ist der, welcher das 
Wort hört und es in Eile aufnimmt. Da er aber nicht darin festge- 


rem 


0 


10 


τῶ 


0 


wurzelt ist, so strauchelt er über eine kleine Not. Was aber unter die 30 


Dornen fiel, das ist der, welcher das Wort hórt, und die Sorge der Welt 


141—929 — Matth 13s—8 99 — Matth 139 294—219, 4 — Matth 13 18—13 


1 Wörtlich: „Indessen aber war die Erfüllung der Benennung (oder „Be- 
rufung' = χλῆσις) des Vorauswissens keineswegs einfach. Denn" .... Der X hat 
ein vermutliches Ptz. schlecht aufgelöst und vielleicht ein ἁπλῶς προιδεῖν mif 
verstanden 25 „des Samens* E ] C3. 0 A3 wie X Z. 17 29 „in Eile“ + 


μετὰ χαρᾶς Matth. Ob + «hasse? 
14* 


212* Eusebius. 


und der Trug des Reichtums erstickt das Wort, und er bleibt ohne 
Frucht. Was aber auf das gute Land gesät ist, das ist der, der das 
Wort hört und es versteht, und er bringt Früchte, der eine hundertfältig, 
der andere sechzigfältig, ein anderer dreißigfältig“ Woher war es einer 
5 menschlichen Natur (möglich), nicht nur durch Vorauswissen die Zu- 
kunft vorauszusagen, sondern auch die verschiedenen Arten der Seelen 
zu unterscheiden, wenn sie nicht in Wahrheit der göttliche Logos war, 
er, der damals zugleich weissagte und lehrte, über den es heißt: „Denn 
lebendig ist das Wort Gottes und schärfer und schneidender als ein 
10 zweischneidiges Schwert und durchdringend bis auf die Teile der Seele 
und des Leibes, der Gelenke und des Markes, und ein Richter der Ge- 
sinnungen und Gedanken des Herzens, und es gibt kein Geschöpf, das 
ihm verborgen wäre.“ Deswegen offenbart er schön die Unterschiede 
der Seelen derer, die in späteren Zeiten seine Lehre aufnehmen sollten, 
15 und sagt voraus, daß drei Stufen bilden würden diejenigen, die den 
Samen seiner Lehre nicht recht aufnehmen, daß es aber entsprechend 
drei Reihen der Guten geben würde, die nach Art der guten Erde reichlich 
tragen und das Wort vervielfültigen. Er sagt also, daß die Samen, die 
in ihre Seelen fallen, drei Ursachen sind für diejenigen, die zu Grunde 
20 gehen. Denn entweder verschütten sie infolge der Gedanken des 
Lebens und der Sorge um das Nichtnotwendige und infolge des Reich- 
tums und der Üppigkeit den Samen in sich und gleichen denen, die 
von den Dornen erstickt werden, oder da sie ihn nicht in die Tiefe ihres 
Geistes aufgenommen haben, *verlóschen sie bald, sowie eine Drangsal 
25 sie erreicht, oder die dritte Ursache (ist) die, daß sie die Ursache für den 
Untergang des Samens in sich werden, indem sie schlaff ihre Ohren dar- 
bieten denen, die die in ihre Seele gefallenen Samen verführen und fort- 
raffen wollen. Eben sie aber sind nicht anders beraubt des Fruchttragens 
in Gott als in einer der genannten Weisen. Die aber, welche jenen ent- 
30 gegengesetzt, mit reiner Seele und liebevollem Geist den Erlósungssamen 
aufgenommen haben, vervielfältigen wiederum ihre Früchte nach der 
Kraft ihrer Seele. Aber auch ihre Unterschiede vergleicht er den guten 
und schönen Ländern, die dreißigfach, sechzigfach und hundertfach Σ 168 
(tragen). Denn *derartige Kräfte werden bisweilen in den Seelen der 
35 Menschen gefunden. Dies also prophezeite er darüber. 


8 — Hebr. 412f, 18-82 = 14. Bruchstück der griech. Theoph. 


19 „für diejenigen, die zu Grunde gehen“ ist unlogisch. Man erwartet „für 
das Zugrundegehen“, doch Σ — Th. gr. 24 „und verlöschen“ & str. Θ 841 


ele 


Die syrische Theophanie Buch IV. 213” 


Über die Menge derer aber, die durch die Lehre seiner Worte 
Früchte tragen sollten, rief er ein ander Mal so aus und sagte: „Die 
Ernte ist reich, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet also den Herrn 
der Ernte, daß er Arbeiter hergebe zu seiner Ernte.“ Wiederum redete 
er von ihnen ein ander Mal: „Saget ihr nicht, es ist noch vier Monate, 5 
so kommt die Ernte? Hebt eure Augen auf und seht die Felder an, 
die fortan weiß sind zur Ernte.“ Und wer sollte sich nicht wundern, 
daß er sogar die geringe Zahl derer zeigte, die in Reinheit die Führer 
seines Wortes sein sollten, indem er sagte: „der Arbeiter aber sind 
wenige“, und daß ein Gebet erforderlich sei, um *sie zu finden (zu 10 
gewinnen). Deswegen sagt er: „Bittet den Herrn der Ernte, daß er 
Arbeiter hergebe zu seiner Ernte.“ Wenn er aber sagt, daß „ein Säe- 
mann ausging zu säen“, so zeigte er hierdurch, daß ein anderer der 
Säemann und ein anderer der Same (sei) Woher und wohin er aus- 
ging, sagte und lehrte er durch das sich daran schließende Gleichnis in 
folgender Weise. 


b 


5 


Über heterodoxe Lehren, die mit seinem Worte in die Seelen der Menschen 
gesät werden. Aus dem Evangelium des Matthäus. 


XXXIV. „Ein anderes Gleichnis fügte er hinzu und sagte: Das 
Himmelreich gleicht einem Manne, der guten Samen auf sein Land- 20 
gut sáte. Während aber die Menschen schliefen, kam ein Feind und 
säte Unkraut unter den Weizen und ging davon. Als aber der Weizen 
aufging und Frucht brachte, dann zeigte sich (auch) Unkraut. Es 
kamen aber seine Knechte und sagten zu ihm: Herr, hast du nicht 
guten Samen auf dein Landgut gesät? Woher (denn) das Unkraut in 25 
ihm? Er aber sagte zu ihnen: Ein feindlicher Mann hat das getan. 
Sagen sie zuihm: Willst du also, daß wir hingehen und es sammeln? 
Er aber sagt: Nein, damit ihr nicht, wenn ihr das Unkraut sammelt, 
mit ihm auch den Weizen ausreutet. Laßt beides bis zur Ernte wachsen. 
Zur Zeit der Ernte aber werde ich zu den Schnittern sagen: Sammelt 30 
zuvor das Unkraut, bindet es in Bündel für den Brand, den Weizen 
aber sammelt in die Scheuern.^ Er setzte dies Gleichnis aber auch seinen 
Jüngern im Hause auseinander, als sie zu ihm traten und zu ihm sagten: 


, 9 — Matth 957f. ὅ — Joh 4s». 12 — Matth 153. 19-82 — Matth 
1324—80 88 vgl. Matth 1336 


10 1 am 


214* Eusebius. 


„Setze uns das Gleichnis auseinander vom Unkraut des Landgutes. Er 
aber antwortete ihnen und sprach: Der den guten Samen sät, ist der 
Menschensohn. Das Landgut aber ist die Welt; der gute Same aber, 
das sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des 
5 Bösen. Der Feind aber, der es gesät, ist der Verleumder. Die Ernte 
aber ist das Ende der Welt und die Schnitter sind die Engel. Wie 
also das Unkraut gesammelt wird und ins Feuer fällt, so wird es am 
Ende dieser Welt sein. Der Menschensohn wird seine Engel schicken 
und sie werden auslesen aus seinem Reiche alle Anstöße und diejenigen, 
10 die Frevel üben, und werden sie in die Gehenna des Feuers werfen. 
Dort wird sein *Heulen und Zähneklappern. Dann aber werden die 
Gerechten leuchten im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, 
höre!“ Dies also (sprach) er, unser Erlóser. Wer aber der Säemann ist, 
der ausging zu säen, und welches der Same ist, den er auswarf, zeigte 
15 die Deutung des *Gleichnisses, in der es heißt: „Der den guten Samen 
sät, ist der Menschensohn, und das Landgut ist die Welt.“ Menschen- 
sohn aber pflegt er sich selbst zu nennen wegen seines Durchgangs 
unter den Menschen. Er ging also aus von innen und kam nach 
außen. Wo aber war er innen gewesen, wenn nicht oberhalb der Welt, 
20 woselbst er gewesen war? Am Ende der Welt aber ging er aus und 
stieg zu uns selbst herab außerhalb seines Himmelreiches und brachte 
den himmlischen Samen mit sich, den er in die Seelen der Menschen 
wie in verschiedene Ländereien süte. Das vorliegende Wort aber be- 
lehrt auch über die Beschaffenheit des Landgutes, auf das er den Samen 
25 warf. Er sagt aber: „Das Landgut ist die Welt“, und zeigt, wem dies 
Landgut gehört: keinem andern als ihm selbst, der aus dem Innern 
seines Reiches zu *denen außerhalb hinausging, indem er sagt, daß 
„die Knechte herzutraten und zu ihm sprachen: Herr, hast du nicht 
guten Samen auf dein Landgut gesät?“ Offenbar lehrt er also, daß dies 
30 Landgut auch ihm selbst gehöre, und verdolmetscht es und zeigt, daß es 
die Welt sei. In jenem ersten Gleichnis also wußte er voraus, wie die 
Unterschiede derer sein würden, die den Samen in ihre Seele aufnahmen, 
in dem uns (jetzt) vorliegenden aber die verdrehten, trügerischen Lehren 
gottloser Häretiker, obwohl noch kein derartiger von ihnen unter den 


1—18 — Matth 13 86 —43 


11 1. e45:2 Bernstein mit HS 12 Ob + ΣΑΣ, = „wie die Sonne“ 


vgl. 21538 = X 17018 161. σόλδνθῦτ Lee statt „des Wortes“, doch vgl. Z. 23 
271. , e 


27169 


Die syrische Theophanie Buch IV. 215” 


Menschen existierte. Indessen aber war es ihm nicht verborgen, daß 
dies kommen werde. Denn da in späteren Zeiten auf der ganzen Erde 
Schriftstücke und Worte betrügerischer Schriften seiner Lehre ange- 
ähnelt wurden von entgegengesetzter Natur, so wurden sie nach Art 

Z170 des Unkrauts mit dem reinen und belebenden Worte seiner Lehre *aus- 5 
gesüt. Myriaden aber, die bald des Mani sich rühmen, bald des Markion, 
bald anderer unter den gottlosen Heterodoxen, "bringen bis jetzt Un- 
kraut hervor, indem sie.sich der Lehre unsers Erlósers anähneln und 
seinen Namen gebrauchen, die Schriften der Evangelien aber für Gefasel 
halten. Ihr Vater aber, der sie (die Trugworte) zuerst in die Seelen 10 
derer säte, die ihn aufnahmen, ist der Verleumder. Indem er (Jesus) 
mit Recht vorwegnahm, was eintreten werde, wußte er mit göttlicher . 
Kraft im voraus und bezeugte im voraus, was auf diese Weise durch 
die Tat erfüllt wurde und seinen Worten entsprechend in Erfüllung 
ging. Wie er also dies in Wahrheit zeigte und (wie) wir die Erfüllung 15 
der voraussagenden Worte unsers Erlösers eben in Taten sehen, so ge- 
ziemt es sich auch von dem Übrigen zu glauben, daß es eintreten werde. 
Was aber ist das? (Daß) die Ernte *das Ende und die Schnitter die 
Engel (sind), und daß das Unkraut gesammelt wird und ins Feuer fällt, 
daß aber das Ende der guten (Dinge) denjenigen (zu teil werde), die 20 
den lebendigen, reinen und lebenbringenden Samen bewahrt und ver- 
mehrt haben, von denen gesagt ist: „Dann werden die Gerechten leuchten 
wie die Sonne im Reiche ihres Vaters.“ 


Über diejenigen, die in Zukunft sich selbst fälschlich *Christusse nennen. 
Aus dem Evangelium des Matthäus. 25 


XXXV. „Da er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm 
besonders und sprachen zu ihm: Sage uns, wann wird das sein und 
was ist das Zeichen deiner Ankunft und des Endes der Welt? Jesus 
antwortete ihnen und sprach: Sehet zu, daß euch niemand irre führe. 
Denn viele werden kommen in meinem Namen und werden sagen: Ich 30 
bin der Christus und werden viele irre führen.“ Wiederum aber sagte er 


26-81 — Matth 243—5 


51. ziried 7 „und bringen“ X str. €. 18 „Die Ernte und das Ende 
und die Engel die Schnitter“ X str. & vor ec ar. 90 viell. zu übersetzen: 


‚daß aber das Ende derer gut (sein werde), die^... . 24 1]. eaaaX99 Lee 
statt „Christen“ X 


2168 Eusebius. 


nach kurzem: ,In jener Zeit, wenn jemand zu euch sagt: Hier ist der 
Christus oder dort, so glaubt es nicht. Denn es werden sich betrüge- 
rische Christusse erheben und lügnerische Propheten und werden große 
Zeichen und Wunder geben, damit sie verführen womöglich auch die 
5 Erwühlten. Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu 
euch sagen: Siehe, er ist in der Wüste, so geht nicht hinaus, oder siehe, 
er ist im Gemache, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz vom Osten 
blitzt und bis zum Westen gesehen wird, so wird die Ankunft des 
Menschensohnes sein". Zu anderer Zeit aber, als er mit den Juden 
10 redete, fügte er dies hinzu und sagte: „Ich bin im Namen meines Vaters 
gekommen, aber ihr habt mich nicht aufgenommen. Wenn aber ein 
anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.“ 
Dies sagte er über den lügnerischen Antichristen voraus, den sie er- 
warten sollten, indem er seine Jünger warnte. Ein anderer aber zeigte 
15 im Thessalonikerbrief, daß er am Ende (der Welt kommen werde). 
Daß aber auch andere vor ihm einzeln kommen würden, sagte unser 
Erlöser voraus: „Denn viele, sagte er, werden kommen in meinem 
Namen und werden sagen: Ich bin derChristus und werden viele verführen.“ 
Es traten aber (in der Tat) nach seinen Worten viele auf derart. Denn 
20 sogleich waren die Samariter überzeugt, daß Dositheus, der nach der 
Zeit unsers Erlösers auftrat, der Prophet sei, über den Mose geweissagt 
habe. Er aber führte sie irre, sodaß sie sagten, er sei der Christus. Andere 
aber wiederum in der Zeit der Apostel nannten den Zauberer Simon 
die große Kraft Gottes und glaubten, er sei der Christus, und andere 
25 in Phrygien von Montanus, und andere wiederum anderswo glaubten 
(dasselbe) von andern, und nicht werden aufhören die Betrüger. Denn 
man muß erwarten, daß sogar mehr derartige auftreten werden, von 
denen eben die Wahrheit der Prophezeiungen unsers Erlösers ebenfalls 
Bestätigung empfangen hat. Er aber, unser Erlöser, lehrte, daß fernerhin 
30 nicht an Einem Orte seine gelobte zweite Ankunft stattfinden werde 
wie die erste, damit niemand meine, (sie geschehe) in einem Winkel 
der sichtbaren Erde. Damit aber niemand (dies) meine, lehrt er so und 


1—9 = Matth 2425—27; 10 = Joh 54s 15 vgl. II Thess 23 19—29 = 
15. Bruchstück der griech. Theoph. 91 vgl. Din 1815 28 vgl. Act 810 


97 πλείους τοιούτους ἔσεσϑαι, ἐξ ὧν δὴ xal αὐτῶν ἡ ἀλήϑεια τῶν σωτηρίων 
προγνώσεων τὴν μαρτυρίαν εἴληφεν Th. gr. „von denen eben auch Zeugnis über 
die Wahrheit des Vorauswissens unsers Erlósers empfangen hat" X. Lies viell. 
exe) „von denen ..... auch wir Zeugnis empfangen haben“ 


2171 


Die syrische Theophanie Buch IV.  : 2177 


sagt: „Wenn jemand zu euch spricht: Siehe hier ist der Christus oder 
dort, so glaubt es nicht.“ Die Meinungen nämlich, welche derart sind, 
treffen auf ihn nicht zu, sondern (nur) auf die betrügerischen Christusse 
und die lügnerischen Propheten. Er ist vielmehr Ein Mal in der Ge- 
stalt eines Menschen und in Einem Winkel erschienen. Wie aber seine 
zweite gelobte Ankunft vom Himmel her stattfinden werde, lehrt er, 
indem er sagt: „Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und gesehen 
wird bis zum Westen, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.“ 


Über das, was sich am Ende der Dinge ereignen werde. 
Aus dem Evangelium des Matthäus. 10 


XXXVI. „Es wird aber dazu kommen, daß ihr hört von Kriegen 
und Kriegsgerüchten; seht zu, damit ihr nicht erschreckt. Denn es 
muß kommen, aber das ıst noch nicht das Ende. Denn es wird sich 
erheben ein Volk wider das andere und ein Reich wider das andere, 
und es werden sein Hungersnóte, Seuchen und (Erd)beben an jedem 15 
Ort. Dies alles aber ist der Anfang der Wehen.  Hierauf werden sie 

Z172 euch ausliefern zur Drangsal und euch töten, und ihr werdet gehabt 
sein von allen Völkern um meines Namens willen.“ Er fügt aber 
hinzu und sagt: „Hierauf werden viele Anstoß nehmen und werden 
einer den andern ausliefern und einander hassen. Und viele Lügen- 20 
propheten werden aufstehen und viele verführen. Und wegen der Größe 
des Frevels wird die Liebe der meisten erkalten. Wer aber ausbharrt 
bis zum Ende, der wird leben; und es wird das Evangelium vom Reich 
verkündet werden in aller Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann 
wird das Ende kommen.“ Er prophezeite offenbar auch hierdurch, daß 25 
zuvor sein Evangelium in aller Welt zum Zeugnis für alle Völker ver- 
kündet werden müsse und dann erst das Ende kommen werde. Denn 
nicht früher wird das verkündigte Ende der Welt kommen, als bis sein 
Wort von allen Völkern ergriffen ist. Soviel Völker also fehlen, unter 
denen sein Evangelium (noch) nicht verkündigt worden ist, soviel Zeit 30 
fehlt auch am Ende. Er lehrt aber und sagt: „Es wird dazu kommen, 
daß ihr hört von Kriegen und Kriegsgerüchten; seht zu, damit ihr 
nicht erschreckt. Denn es muß kommen, aber das ist noch nicht das 
Ende.“ Wann aber dies eintreten werde, zeigt er, indem er sagt: „Es 
wird verkündigt das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum 35 
Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen“, wenn auch 


11—18 -— Matth 246—9 19—25 — Matth 24 10—14 


5 


218* . Eusebius. 


Hungersnöte und Seuchen und (Erd)beben an jedem Ort (eintreten) und 
ein Volk sich wider das andere und ein Reich wider das andere er- 
heben und schwere Verfolgungen und gewaltige Drangsale sein werden. 
Darauf aber sagt er: „Und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern,“ 
nicht wegen anderer verhafiter Taten, sondern (nur) um seines Namens 
willen. 

XXXVII. Diese Beweise der góttlichen Offenbarung unsers Er- 
lösers, die bis jetzt mit Augen gesehen werden, zeigen, daß Worte zu- 
mal und Taten göttlich (sind). Denn früher wurden einfach die Stimmen 


10 gehört, jetzt aber in unsern Zeiten sind die Erfüllungen seiner Worte 


»-ὦ 
Ot 


20 


25 


offenbar in der Tat sichtbar und die Kráfte, die jede sterbliche Natur 
in den Schatten stellen. Wenn aber einige sich dadurch nicht über- 
zeugen lassen, so darf man sich nicht wundern, da der Mensch selbst 
gegen das Offenbare sich aufzulehnen pflegt, sodaß er auch gegen die 
über alles (waltende) Vorsehung mit feindlichen Worten zu reden 
wagt, und so auch Gott selbst leugnet und so auch über vieles andere 
schamlos streitet, über das die Wahrheit Zeugnis ablegt. Aber wie 
ihre Verleumdung dem wahren Worte der Natur nichts schadet, so 
schadet auch die Bosheit des Unglaubens einiger nichts der Vorzüglich- 
keit der offenbaren Gottheit unsers Erlósers. Indessen aber, wenn es 
recht ist, dass wir auch ihnen die Art, die einer vernünftigen Heilung 
entspricht, anpassen, so ist es Zeit, die Evangelienbeweise wiederum auch 
hier ihnen nützlich nahe zu bringen. Was wir früher andern gegenüber 
geprüft haben, das wollen wir auch jetzt solchen erzählen, die sich 
durch das Gesagte nicht haben überzeugen lassen. 


Zu Ende ist das vierte Buch des Cüsareensers. 


31 ,ihnen.... anpassen"] wörtlich „zu ihnen hinzufügen.“ Vermutlich == 
ἁρμόζω πρός va 26 Die Unterschrift stammt nicht von Eusebius 


2173 


Die syrische Theophanie Buch V. 219* 


Das fünfte Buch des Cäsareensers. 


I. Derartig sind die Beweise der Theophanie des gemeinsamen Er- 
lósers aller, Jesu Christi, die bis jetzt mit den Augen wahrgenommen 
werden (und die) zeigen, daß Worte zumal und Taten göttlich sind. Denn 
früher wurden einfach die Stimmen gehört, die die kommenden Dinge 5 
voraussagten, welche er seinen Jüngern prophezeite, als er (noch) bei 
ihnen war, jetzt aber in unsern Zeiten ist die Erfüllung seiner Worte 
offenkundig in der Tat sichtbar und die Kräfte, die jede sterbliche Natur 
in den Schatten stellen. Wenn aber einige sich dadurch nicht über- 
zeugen lassen, so darf man sich nicht wundern, da der Mensch selbst 10 
gegen das Offenbare sich aufzulehnen pflegt, sodaß er auch gegen die 
über alles (waltende) Vorsehung mit feindlichen Worten zu reden wagt, 
und so auch Gott selbst leugnet und so auch über vieles andere scham- 
los streitet, über das die Wahrheit Zeugnis ablegt. Aber wie ihre Ver- 
leumdung dem wahren Worte der Natur nichts schadet, so schadet auch 15 
die Bosheit des Unglaubens einiger nichts der Vorzüglichkeit der offen- 
baren Gottheit unsers Erlósers. Daher sind sie nicht einmal dessen 
würdig, daB wir sie eines Wortes würdigen. Denn für diejenigen, die die 
Werke Gottes nicht überzeugen, ist es zu gering, als daß eines Menschen 
Wort sie überzeugte. Indessen aber wollen wir zum Überfluß das gegen 20 
sie wieder aufnehmen, was wir auch früher in den Evangelienbeweisen 
mit Fragen geprüft haben. Wenn also irgend jemand nach alledem der 
Wahrheit hartnäckig widerstrebt und schamlos zu sagen sich erfrecht, 

2174 daß er (Jesus) keineswegs der Christus Gottes sei, wie wir meinen, son- 
dern ein Zauberer, Betrüger und Verführer, so wollen wir ihm, als einem 25 
Unmtündigen im Geiste, eben das vorlegen, was wir schon früher ge- 
prüft haben. 


Wider diejenigen, die den Christus Gottes für einen Zauberer und 
Betrüger halten. 


II. Fortan wollen wir fragen, ob man jemals von aller Ewigkeit an 30 
von einem Betrüger und Zauberer gehórt hat, daf er ein Lehrer der 


30—S. 920, 19 — Dem. ΠῚ 31-8 81] vgl. Matth 53ff. 


290Ὲ Eusebius. 


Demut, Sanftmut, Besonnenheit und jeder andern Tugend geworden sei, 
und ob es recht sei, daß mit solchen Namen derjenige benannt werde, 
der nicht einmal mit lüsterner Begierde Weiber anzublicken erlaubt 
hat, und ob ein Zauberer derjenige sei, der die höchste Philosophie über- 
5 liefert bat dadurch, daß er seine Jünger unterwies, denen, die arm an 
Gütern sind, mitzuteilen und (Menschen)freundlichkeit und Freigebigkeit 
im Überfluß zu besitzen, und ob ein Zauberer derjenige sei, der (sie) 
von der Versammlung wilder und aufrührerischer Massen fernhielt und 
(sie) lehrte, nur die Muße bei den göttlichen Worten zu lieben? Er 
10 aber, der von jeder Lüge zurücktrieb und die Wahrheit vor allem zu 
ehren ermahnte, sodaß nicht einmal ein Treueid, geschweige denn ein 
Meineid nötig war, wie sollte der mit Recht ein Zauberer genannt 
werden? Was habe ich nötig, jetzt noch mehr zu sagen, da es möglich 
ist, aus seinen Worten, die bis jetzt auf der ganzen Erde verkündigt 
15 werden, zu erkennen, welches die Art der von ihm in die Welt gesäten 
(Lebens)führung sei, infolge deren jeder, der die Wahrheit liebt, bekennt, 
daß er nicht nur kein Zauberer und Betrüger, sondern in Wahrheit das 
Wort Gottes und ein Lehrer der göttlichen und frommen Philosophie, 
aber nicht der weltlichen (und) gemeinen Philosophie sei. III. Aber das 
20 Ethische seiner Lehre (ist) derart. 

Wohlan aber, prüfen wir, ob nicht seine Verirrung in den Haupt- 
punkten seiner Dogmatik bestand. Steht denn nicht von ihm geschrieben, 
‘daß er selbst den Allkönig Gott, die einzige Ursache alles Guten, lehrte 
und seine Jünger (eben dahin) brachte, und führen nicht bis jetzt die 

25 Worte seiner Lehre jeden Griechen und Barbaren nach oben in ihrem 
Geist zu dem höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erden 
und der ganzen Welt, der jede sichtbare und gewordene Natur übertrifft? 


8 vgl. Matth ὅ 88 ὕ vgl. Matth 542 0 26. 11 vgl Matth ὅ 88 ff. 
19—S. 232, 4 — Dem. III 34—9 


ὅ τοὺς φοιτητὰς παιδείειν τῶν ὑπαρχόντων ἐνδεέσι χοινωνεῖν D „daß die, die 
arm sind in ihren Besitztümern, ihm anhingen" Σ᾽ (mifiverstandenes xzoıwwveiv!) 
8 ὁ τῆς πανδήμου xai ἀγελαίου xal ϑορυβώδοιυς συνουσίας ἀνεγείρων (l. ἀνείργων) D 


20 „das Ethische“) genauer „das Charakteristische^ 2€ τὰ... .. ἠϑιχώτερα D 
22 ,Dogmatik"] genauer „Lehre“ Σ᾽ δογμάτων D 98 Man erwartet «δι». ‚cal 
doch vgl. 811: | „lehrte“] ἀναχείμενος D 1. An>9 Piz. Pass? 97 ϑεὸν... 


πᾶσαν ὁρατὴν φύσιν ὑπερχίύψαντα D „und springen (nicht die Worte) aus jeder 
.. . . Natur hervor“ X 


2175 


Die syrische Theophanie Buch V. 221* 


Das ist doch wohl nicht seine Verirrung? Oder (soll man eine solche 
annehmen), weil er nicht gestattete, viele Gótter zu verehren, denen, die 
von der Verehrung des allein *höchsten, untrügerischen Gottes in diesen 
wabrhaftigen Irrtum kopfüber gefallen waren? Aber dies Wort war 
weder neu noch ihm eigentümlich, sondern war (Sache) der einst auf- 5 
leuchtenden gottliebenden Hebräer gewesen, von denen auch die neueren 
Philosophen mächtig gefördert wurden und mit deren Lehre sie über- 
einstimmten. Es rühmen sich aber auch die Weisesten der Griechen 
wegen der Orakel ihrer Götter, da sie (die Orakel) die Hebräer so er- 
wähnen: „Allein die Chaldäer erlangten Weisheit und die Hebräer, die 10 
Gott, den König des Alls, den aus sich selbst Erzeugten, fromm ver- 
ehrten.“ IV. Wenn also auch einst die Gottliebenden, über die beson- 
ders auch die Orakel Zeugnis ablegen, zu dem allerhöchsten Gott die 
Verebrung erhoben, warum bekennen wir (dann), daß er ein Verführer 
sei, und nicht vielmehr ein bewundernswerter Lehrer der Frömmigkeit, 15 
er, der das, was einst von den Kindern der hebräischen Patriarchen 
allein erkannt wurde, zu allen Menschen ausbreitete, sodaß fortan 
nicht (mehr) wie früber wenige Menschen, gering an Zahl, die rechte 
Meinung über Gott besaßen, sondern Myriaden Scharen der Barbaren 
zumal, die einst die wildesten waren, und der weisen und hellenischen 20 
Männer, die nach Art der früheren Propheten und frommen Männer 
zur Gottesverehrung erzogen waren durch seine Kraft allein und seine 
Lehre? 

V. Aber wir wollen auch das Dritte prüfen! War es etwa dies, 
um dessentwillen sie ihn einen Verführer heißen: daß er lehrte, nicht 25 
mehr durch Stieropfer, noch durch Schlachtungen unvernünftiger Tiere, 
noch dureh Blut und Feuer, noch durch Ráucherwerk, das von der Erde 
(aufsteigt) Gott verehren, deswegen, weil er "zeigte, daß dies minder- 
wertig und irdisch sei (und) niemals entspreche der unsterblichen (und) 
unkörperlichen Natur, vielmehr urteilte, daß von allen Opfern dies das 80 
angenehmste und Gott wohlgefälligste sei, die göttlichen Gebote zu halten, 
und lehrte, durch sie sich rein erhalten an Leib und Seele und sich um 


10 — Porphyrius: Περὶ τῆς ἐκ λογίων φιλοσοφίας I 135 f. Wolff; Praep. IX 104 


17 ὅτι μὴ xal πλείους σέβειν ϑεοὺς ἐκ τῆς ἀνωτάτω (,offenbaren" X 1. 

mit HS) xal μόνης ἀληϑοῦς ϑεολογίας (εἰς) τὸν ὡς ἀληθῶς πλάνον τραχῆη- 

λισϑέντα συγχωρεῖ D εἰς + Gr 10 μοῦνοι Χαλδαῖοι ἐπὶ σοφίην λάχον D 

14 ,warum'] τί δὴ D Z? Vielleicht τί dei Σ vgl. Stud. 122 28 „und zeigte“ €] 

ταπεινὰ μὲν xal γεώδη ταῦτα xal τῆς ἀϑανάτου φύσεως οὐδαμῶς olxeia Aoyıod- 
μενος D. Das Ὁ gehört vor ex a 


222} Eusebius. 


klaren Verstand und fromme Lehren bemühen, um sich der Áhnlichkeit 
mit Gott anzuähneln. Wenn aber jemand von den Griechen dies tadelt, 2176 
so wisse er, daß er keineswegs das sinnt, was seinen Lehrern angenehm 
ist, die vieles darüber anordneten, daß man nicht glauben dürfe, Gott 
5 durch Blut und Opfer unvernünftiger Tiere und durch Feuer, Rauch 
und (Fett)geruch zu ehren. 

VI. Außerdem aber wissen wir, die wir von ihm (Christus) gelernt 
haben, daß die Welt geworden ist und (daß) der Himmel selbst, die 
Sonne, der Mond und die Sterne Werke Gottes sind, und daß man nicht 

10 diese (Dinge), sondern (nur) den Werkmeister und Schöpfer aller ver- 
ehren dürfe. Recht also ist es, zu betrachten, ob er *uns verführt hat, die 
wir diese Art der Gesinnung von ihm gelernt haben, obgleich auch diese 
Rede keineswegs neu, sondern (schon Lehre) der einst gottliebenden 
Hebräer war, und (obgleich) auch von den Philosophen die namhaftesten 

15 in ebendenselben (Dingen) übereinstimmten, daß geworden sei sowohl 
der Himmel selbst wie die Sonne, der Mond und die Gestirne, und 
sagten, daß die ganze Welt von dem Schöpfer des Alls gemacht sei. 

Ferner aber hat er uns glauben gelehrt, daß die Seele in uns un- 
sterblich und in nichts den unvernünftigen Tieren ähnlich sei, sondern 

20 die Bilder der Kräfte Gottes in sich trage, und hat jeden Barbaren und 
Laien unterrichtet, sich so xw verhalten, (so) zu sein und (solche) Ge- 
sinnung xu hegen. Hat er uns nicht (dadurch) weiser gemacht als die 
weisesten unter den Ägyptern und als die Griechen, die (vornehm) ihre 
Augenbrauen in die Höhe ziehen, die gesagt haben, daß die Seele im 

25 Menschen ihrer οὐσία nach nichts besser sei als Schnaken, Flóhe, Würmer 
und Fliegen, aber (daß) auch nicht einmal von der Seele der Schlange, 
der Natter, des *Bären, des Panthers und des Schweines sich ihre eigene 
Seele ihrem Wesen nach in irgend etwas unterscheide? 

VII. Indem er aber überdies háufig an das Gericht Gottes erinnert 

30 und den Gottlosen die Strafen und Züchtigungen, die unvermeidbar sind, 
und den Frommen die Verheißungen des ewigen Lebens, des himmlischen 
Reiches und des glückseligen Daseins bei Gott verspricht — wen führt 
er da irre? Spornt er nicht vielmehr an, nach der Tugend zu streben 


1 vgl. Matth 5 48 7—17 = Dem. III 3 13—1« 18—8S. 228,3 = Dem. III 316— 17 


11 μὴ ἄρα ἠπατήμεθϑα D „ob er mich verführt hat“ Σ 1. e 15 xai] 
„auch“ 2° 91 οὕτως v ἔχειν xal διαχεῖσϑαι xai φρονεῖν D „so zu besitzen und 
zu sein und zu wissen“ & (1. „. 990590 ?) 25 ,Schnaken"] ἐμπίδος D 27 ἄρκτου D 
„Fliege“ Y 1. Sara 89 ὑπογράφων D „schreibt“ X 88 σπεύδειν . .. ἐπ᾽ 


ἀρετὴν D „zur Tugend zu eilen" X 


Die syrische Theophanie Buch V. 223* 


um der Kampf(preise) willen, die den Frommen aufbewahrt werden, da- 
gegen jede Boshaftigkeit zu fliehen und von sich zu stoßen wegen der 
Strafen, die den Gottlosen auferlegt werden? Denn derart waren die 

Z177 Unterweisungen, die in den Dogmen der Lehre unsers Erlösers einge- 
schlossen sind. Welcher Platz also bleibt für den Argwohn, zu 5 
glauben, daß er ein Betrüger und Zauberer sei? Aber jedoch prüfen 
wir auch dies. 


VIII. Zu was für Leuten macht der Zauberer seine Genossen, wenn 
er ihnen Anteil gibt an den (Dingen) der Bosheit? (Macht er sie) nicht 
zu Zauberern und Betrügern und Giftmischern, die in allem ihm gleichen? 
Ist denn jemals jemand im ganzen Geschleeht der Christen gefunden 
worden, der infolge der Lehre unsers Erlósers Zauberei trieb oder Gift 
(mischte)? Aber man kann keinen nennen, im Gegensatz dazu ist viel- 
mehr ersichtlich, daß sie den Worten göttlicher Philosophie nachgehen. 
Er also, der in der ganzen Menschenwelt für alle Vólker die Ursache 15 
eines reinen und keuschen Lebens und des Wissens (und) der Verehrung 
des Schópfers aller war — was darf mit Recht geglaubt werden als dies, 
daf er in Wahrheit der gemeinsame Erlóser aller ist und der Lehrer 
eines gottesfürchtigen Lebens? IX. Diejenigen aber, die von Anfang 
an ihm anhingen, und diejenigen, die spüter die Überlieferung der Ge- 920 
wohnheit jener (Apostel) übernahmen, waren so weit entfernt von bösen 
und bitteren Gedanken, daß sie nicht einmal den Kranken erlaubten, 
das zu tun, was viele in vielen Fällen versuchen: entweder Schalen zu 
beschreiben oder Amulette zu gebrauchen oder den Sinn hinzuwenden 
zu denen, die zu besprechen vorgeben, oder durch Räucherwerk von 25 
Wurzeln und Gemüse und (durch) andere (Dinge), die diesen gleichen, 
Heilungen der Schmerzen für sich zu beschaffen. Alles dies also ist 
infolge der Lehre unsers Erlösers vertrieben und niemals ist es möglich, 
einen Christen zu finden, der Amulette gebraucht, noch Besprechungen, 
noch den Vorwitz, auf Schalen zu schreiben, noch andere derartige Dinge 30 
(anwendet), deren Gebrauch bei den meisten für gleichgültig gehalten 


ren 


0 


8-5 vgl. Dem. III 3 19 0—19 -— Dem. III 67—8 19—8. 224, 17 = 
Dem. III 6 9—14 


8 ἑταίροις E ἑτέροις D 17 τίς ἂν ἐνδίχως νομισϑείη D „genannt werden" 
Σ (= ὀνομασϑείη) 20 xal οἱ μετὰ ταῦτα τῆς ἐκείνων διατριβῆς διάδοχοι D 
24 „Amulette“] περιάμμασι D 26 ,,Gemüse'"] βοτανῶν D | καί τισιν ἄλλοις 
τοιουτοτρόποις ἀχέσεις τῶν παϑῶν ἑαυτοῖς πορίζειν D 80 ἢ πετάλων τινῶν 
περιέργων ἐπιγραφαῖς D BL ἀδιάφορον D „ahne Unterschied“ Σ' 


994* Eusebius. 


wird. Welcher Grund also kónnte angeführt werden, von denen, die 
hierin unterwiesen sind, zu glauben, sie seien von einem Zaubermeister 
zu Jüngern gemacht worden, da doch für jeden, der sich als Meister 
einer Lehre ausgibt, ein großer Beweis die Gemeinschaft seiner Jünger 
5 ist? Künstler und Gelehrte also sagen durchaus von dem, der die Ur- 
sache ihrer Lehre für sie war, daß er besser sei als sie. Denn wie auch 
Ärzte Zeugen sind für die Richtigkeit *der Lehre ihres Meisters, die 
Geometer aber — wen anders erkennen sie als Führer für sich an, wenn 
nicht einen Geometer, und die Arithmetiker einen Arithmetiker? Dem- 
10 gemäß sind aber auch die besten Zeugen für einen Zauberer seine 
Jünger, die ebenfalls ihrem Meister durchaus ähnliche (Dinge) tun. 
Aber auch nicht ein Jünger unsers Erlósers ist jemals in allen diesen 
Jahren als Zauberer erfunden worden, obwohl zu allen Zeiten Kónige 
und ἡγεμόνες sorgfältig durch böse (Folter)qualen eine Untersuchung 


z1 


15 der Dinge veranstaltet haben. X. So wenig war aber irgend ein Zau- 


berer sein Jünger, daß freigelassen wurde und jedes (gefährlichen) Pro- 
zesses ledig war, wer nur zu opfern von ihnen gezwungen war. 
XI. Damit aber nicht unsere Rede dahinfließe außerhalb der Schrift, 
so empfange den Beweis dafür auch aus der Schrift: Die ersten Ver- 
20 trauten und Jünger unsers Erlósers machten nach der Schrift ihrer 
Πράξεις diejenigen, die aus den Heiden zu ihrer Lehre kamen, derart, 
daß viele von ihnen, die früher der Zauberei *beschuldigt waren, ihre 
Art so sehr veränderten, daß sie mitten in die Menge die verworfenen 
Bücher zu bringen wagten, die einst bei ihnen verborgen waren, und 
25 eben sie vor jedermann dem Feuer übergaben. Höre aber, wie die 
Schrift hierüber lautet: XII. „Ein gut Teil aber von denen, die Zauberei 
trieben, brachten ihre Bücher hinein und verbrannten sie vor jedermann; 
man rechnete aber ihren Preis zusammen und fand, daß sie fünf My- 
riaden wert waren.“ XIIL *Derart also waren die Jünger unsers Er- 
30 lösers, und sie brachten eine su große Kraft *der Worte in ihrer Unter- 


redung mit den Hórern hervor, daß sie in die Tiefe ihrer Seele trafen - 


17—225, 8 — Dem. III 6 14—18 96 — Act 19 19 


1 „Welches Wort also gibt es, das gesagt werden kann“ £Z τίς ovv ἐρεῖ 
λόγος D 8 ἐπαγγελλομένου τι D + μάϑημα & „der irgend eine Lehre verheißt“ 
4 ἔλεγχος D ,Widerlegung^ Σ᾽ 7 „ihrer Lehre“ Σ 1. eaalası „seiner Lehre“ 
8 „erkennen sie an“) ἐπιγράψονται D „schreiben“ Σ' 93 „beschuldigten“ X 
διαβεβλημένων D 1. ele 96 „Ein gut Teil] X ἱκανοὶ D. 29 1. Kam e 
80 „des Wortes" Σ᾽ λόγων D 1. ecc wegen palus 81 ὡς χαϑιχνεῖσϑαι 
τοῦ βάϑους τῆς ψυχῆς αὐτῶν D „daß sie (die Worte?) .... befestigt wurden“ Σ 


( 


Die syrische Theophanie Buch V. 225” 


und das Gewissen eines jeden schlugen und verwundeten, sodaß sie 
es nicht mehr aushielten, das zu verstecken, wodurch früher viele in 
die Irre gefübrt wurden, sondern das Verborgene ans Licht brachten 
und Zeugen wurden wider sich selbst und wider ihre frühere Bosheit. 
*Derartig waren aber auch die, welche von ihnen zu Jüngern gemacht 5 
wurden: rein und lauter in ihrer Seele und echt in ihrer Liebe, sodaß 

Σ 179 sie nichts Tadelnswertes in sich versteckt ließen, sondern sich rühmten 
und frohlockten wegen der Wandlung vom Schlechteren zum Besseren. 
Wenn also die Jünger unsers Erlösers ersichtlich so geworden sind, 
wie sollte nicht ihr Meister noch viel besser sein? Wenn du aber auch 10 
aus den Jüngern erkennen willst, wie der Meister war, so hast du My- 
riaden Jünger der Worte unsers Erlösers bis jetzt, unter denen eine 
Menge Scharen von Männern sind, die sich wappnen wider die natür- 
lichen Lüste des Leibes und ihren Geist unverwundet von allen schänd- 
lichen Leidenschaften zu bewahren sich bemühen, die ihr ganzes Leben 15 
hindurch in Reinheit alt geworden sind und glänzende Zeugnisse infolge 
der aus seinen Worten (geschöpften) Nahrung aufwiesen. XIV. Aber 
nicht nur Männer wurden bei ihm in dieser Weise Philosophen, sondern 
auch Myriaden von Weibern in der ganzen Welt, die nach Art von 
Priesterinnen des über alles (waltenden) Gottes den hóchsten (Gottes)- 20 
dienst geliebt haben, von der Liebe zur himmlischen Weisheit erfaft 
sind, die Geburt des Leibes verachtet, sich alle Mühe um ihre Seele 
gegeben, sich vor jedem Schmutz und *Unrat rein bewahrt und günzliche 
Heiligkeit und Jungfráulichkeit geliebt haben. 

Von Einem (Philosophen) aber singen die Griechen, der sein Land 25 
als (Schaf \werde überließ unter dem Vorwande der Philosophie, und bringen 
ihn (im Liede) herum, hierhin und dorthin. Es war dies aber Demo- 
krit. Und man bewundert einen gewissen Krates, der sein Besitztum 
seinen Bürgern gab, sich selbst bezwang und mit der freien Selbst- 


9--8. 226, 18 — Dem. III 619—24 25 vgl. Menag. ad Diogen. Laert. II 6 
98 vgl. ebd. VI 5, 87 


1 ‚das Gewissen'"] wörtlicher „das Bewußtsein X — τὸ... συνειδὸς D | 
„schlugen“ Z χαϑάπτεσϑαι D ]. „ AY22m10 ? b I. ele eda 90 τὴν 


ἀνωτάτω σοφίαν ἀσπασάμενοι D διακονίαν Σ 22 „die Geburt‘) ἐγγόνων D 
98 1. dr ha 25 ἕνα μὲν οὖν μηλόβοτον καταλιπόντα τὴν ἑαυτοῦ χὦραν 
προφάσει φιλοσοφίας ἄγουσιν ὧδε κἀχεῖσε περιφέροντες Ἑλλήνων παῖδες D „Über 
Einen Hirten (= μηλοβότην) aber, der seinen Platz aus dem Grunde der Philosophie 


(ver-?)ließ, singen (= ἀδουσιν) die Griechen" Z 29 „sich selbst bezwang — 
prahlte“) αὐτὸς ἑαυτὸν Κράτης Κράτητα ἠλευιϑέρον χομπάξζων D | „Selbstbe- 
herrschung‘“‘) «dhastam>0 PSm — „Meinung“ 


Eusebius 1115. 15 


226 Eusebius. 


beherrsehung prahlte. Die Eiferer für die Worte unsers Erlösers aber | 


sind Myriaden an Zahl, keineswegs einer noch zweie, die ihren Besitz 
verkauften und den Armen und Bedürftigen gaben, deren Zeugen auch 
wir geworden sind, die wir mit derartigen Männern zusammen waren 

5 und eben in Taten die richtige Ausführung der Lehre unsers Erlósers 
(mit) ansahen. 

Was habe ich nötig zu sagen, wieviele Myriaden selbst von den 
Barbaren *nicht nur, sondern auch von den Griechen durch die Lehre 
der Worte unsers Erlósers emporgehoben wurden über jede polythe- 

10 istische Verirrung und den Einen Gott allein, den Vater und Schöpfer 
dieser ganzen Welt erkannten und bekannten? Ihn, den einst Einer: 
Platon, erkannte, aber bekannte, daß er nicht wage, es vor jedermann 
zu sagen, weil ihm keine so große Kraft der Frömmigkeit zu Gebote 
stand. Die Jünger unsers Erlósers aber, denen es ein leichtes war, 

15 durch die Hilfe ihres Meisters den Vater und Schöpfer des Alls zu 
erkennen und zu finden, offenbarten ihn im ganzen Geschlecht der 

. Menschen und verkündeten die Kenntnis von ihm allen in der ganzen 
Welt, sodaß infolge eben ihrer Lehre bis jetzt unter allen Völkern 
Myriaden Scharen nicht nur von Männern, sondern auch von Weibern, 

20 Kindern, Sklaven und Bauern so wenig hinter jenem Philosophen zurück- 
bleiben, daß sie den Werkmeister und Schöpfer dieser ganzen Welt 
nicht nur erkennen, sondern auch allerorts seine Boten sind. Derart 
waren die Siegestaten des gemeinsamen Erlösers aller, die Verführungs- 
künste dessen, der für einen Verführer gehalten wurde, und nur derart 

25 seine Jünger und Vertrauten, aus denen man erkennen darf, wie ihr 
Meister war. 

XV. Wohlan aber, ferner wollen wir das Wort auch so prüfen! 
Einen Zauberer nennst du ihn, du da!, aber auch einen geschickten 
Quacksalber und Verführer heißt du ihn. Ist er denn etwa als der 

30 alleinige (und) erste Erfinder dieser Sache aufgetreten, oder dürfen wir 
mit Recht die Ursache gemäß der (auch sonst üblichen) Gewohnheit 
auf die Lehrer zurückführen? Wenn er also, ohne daß ihn jemand be- 
lehrte zum ersten (und) alleinigen Erfinder dieser Sache ward, ohne 


12 vgl. Platon Timaios 28C 18-5. 227, 84 — Dem. III 6 25—29 


8 „und nicht nur“ X str. à 9 „emporgehoben wurden‘) ὑπερεκχῦψαι D 
90 ὥστε... μυρία nÀj9g .... τοσοῦτον τοῦ Πλάτωνος μὴ πείϑεσϑαι D τοῦ 
φιλοσόφου μὴ λείπεσϑαι Σ 24 xal τοιοίδε D „obwohl diese“ 3 (χαίτοι οἵδε) 
29 ,Quacksalber'"] wörtlich „Verfertiger von Zaubereien“ Y φαρμαχέα D 31 „ge- 
mäß der Gewohnheit] etas 3 mdhAard χατὰ τὸ ἀχόλουϑον D 


wv 


P nd 


Die syrische Theophanie Buch V. 227* 


je etwas von anderen gelernt, noch von den Vorgängern entlehnt zu 


2181 


haben, wie sollten wir (dann) nicht von ihm bekennen, daß seine Natur 
göttlich sei, er, der ohne Bücher, Worte und Lehrer, ein Selbstgelehrter 
und Selbstgebildeter, als Schöpfer dieser Dinge erschienen ist, obwohl 
es nicht möglich ist, die Lehre einer Handwerkskunst oder der logischen 
Wissenschaft und nicht (einmal) der ersten Elemente ohne irgend einen 
Unterweiser und Lehrer (in sich) aufzunehmen, es sei denn, daß jemand 
außerhalb der (gemeinsamen) (Menschen)natur stehe. Niemals also trat 
ein Selbstgelehrter hervor als Lehrer der Grammatik, noch ein Rhetor, 
ohne gelernt zu haben, noch wurde ein Arzt (aus sich) selbst, noch ein 
Zimmermann, noch der Schöpfer einer andern Kunst, obwohl dies ge- 
ring und menschlich ist. Die (Tatsache) aber, daß jemand von dem 
Lehrer der ganzen Menschenwelt, der die Wunder getan hat, die in der 
Schrift seiner Jünger geschrieben sind, sagt, er sei aus sich selbst so 
geworden, ohne von den Vorgängern empfangen zu haben noch von 
neueren Lehrern unterstützt zu sein, die ihm gleich (auch) vor ihm han- 
delten, — was bedeutet das anderes als das Zeugnis und Bekenntnis, 
daß (hier) etwas Göttliches war und (einer, der) besser (war) als jede 
menschliche Natur? 


XVL Aber du sagst, daß er verführende Lehrer besaß und daß 2 


ihm nicht verborgen waren die weisen (Theorien) der Ägypter und die 
geheimen (Mysterien), die einst bei ihnen verkündet wurden, von denen 
er sammelte und als derartiger Mann erschien, wie das Wort (der 
Schrift) sagt. Was also? Sind andere etwa besser als er erschienen 
und früher der Zeit nach und seine Lehrer, sei es in Ägypten, sei es 
wo sonst? Warum lief nicht auch die Kunde von jenen, bevor dieser 
sich einen Namen machte, zu allen Menschen diesem gleich, und warum 
wird nicht auch der Ruhm jener diesem gleich bis jetzt verktindet? Welcher 
Zauberer aber von denen, die von Ewigkeit her (lebten), Barbare oder 
Grieche, trat auf als Lehrer solcher Jünger und ward zum Herrscher 
so vieler Gesetze und Worte wie die sind, welche die Kraft des ge- 
meinsamen Erlósers aller zeigten? Von wem aber ist jemals geschrieben, 
daß er derartige Heilungen vollbrachte wie die, von denen man be- 
richtet, daß unser Erlóser sie getan habe? Von welchem andern aber 


ὅ ,Handwerkskunst"] βαναύσου τέχνης D 8 μὴ οὐχὶ τὴν χοινὴν ἐχβεβη- 
κότα φύσιν D χοινὴν — El ΟΣ [10 οὐδὲ αὐτοφυὴς ἰατρός D 1. τώδιως 
ara) (ΞῸΣ 16 διδασχάλων τὰ ὅμοια καὶ πρὸ αὐτοῦ πεποιηχότων D „die 
gemäß dem, was vor ihm war, handelten“ X 94 τί δῆτα οὖν, ἢ τιγες ἄλλοι D 
26 „bevor — machte“) wörtlicher „vor dem Namen dieses" 2 πρὸ τῆς τούτου 


κατηγορίας D 
15* 


5 


15 


τῷ 
or 


30 


228* Eusebius. 


von aller Ewigkeit her, *der vor ihm oder nach ihm war, wird berichtet, 
daf er das Wissen der Zukunft und soviele und derartige Prophe- 
zeiungen überlieferte, die kürzlich durch die früheren (Ausführungen) 
vorgelegt sind? Wer aber hat verheißen, daß er das tun werde in der 
5 ganzen Menschenwelt, was er durch das Wort voraussagte, und hat 
durch die Tat seine Worte bestätigt, sodaß die Erfüllungen seiner 
Prophezeiungen bis jetzt in unserer eigenen Zeit auf der ganzen Erde 
mit Augen gesehen werden?  Wessen Jünger aber und Augenzeugen 
der Dinge haben jemals in der Bewührung durch Feuer und Eisen die 
10 Wahrheit dessen versiegelt, was sie von ihrem Meister bezeugten, wie 
die Jünger unsers Erlösers, die alle Mißhandlungen ertrugen für das, 
was sie sahen und von ihm bezeugten, und alle Arten von Qualen 
erduldeten und schließlich die Zeugnisse, die sie von ihm als dem Sohne 
Gottes, geschweige denn (als von) einem Zauberer ablegten, durch ihr 
15 eigenes Blut versiegelten? Wem aber von den Zauberern kam es je- 
mals in den Sinn, die Sammlung eines neuen Volkes auf seinen Namen 
zu veranstalten? Die (Tatsache) aber, daß er es nicht nur überlegte, 
sondern auch die Überlegung ausführte, wie sollte das nicht jede 
Natur der Menschen in den Schatten stellen? Und die (Tatsache), 
20 daß er Gesetze auferlegte, die der polytheistischen Verirrung entgegen- 
gesetzt (waren), wider die Satzungen der Könige, der früheren Gesetz- 
geber, der Philosophen, Poeten und Theologen, und diese (Gesetze) *be- 
stätigte und für die lange Ewigkeit als unbesiegbar und unüberwindlich 
zeigte — XVII. wer jemals von den Zauberern ersann (das)? Unser 
25 Erlöser aber ersamn es nicht, ohne daß er wagte, Hand anzulegen, sondern 
er legte nicht einmal Hand an, ohne es auszuführen. Mit Einem Worte 
und mit Einer Stimme sagte er zu seinen Jüngern: „Gehet hin und 
machet alle Völker in meinem Namen zu Jüngern und lehret sie alles, 
was ich euch aufgetragen habe", und fügte dem Worte die Tat hinzu, 
30 und auf der Stelle wurden zu Jüngern gemacht in kurzer Zeit alle 
Geschlechter der Griechen zumal und der Barbaren und Gesetze keines- 


8 vgl. Buch IV 8—S. 281, 8 — Dem. III 630—s8 27 — Matth 28 19 


1 Man erwartet e«Qcpa 22 χρατῦναι D „schickte“ Z 1. 1a 98 „für 
die Ewigkeit“) eis μαχρὸν αἰῶνα D 24 τίς πώποτε γοήτων διανενόηται; ὁ δὲ 
σωτὴρ καὶ κύριος ἡμῶν οὐχ ἐνενόησεν μέν, οὐ τετόλμηχεν δὲ ἐπιχειρῆσαι" ἀλλ᾽ 
οὐδὲ ἐπεχείρησεν μέν, οὐ κατώρϑωσεν d£D „wer jemals von den Zauberern ersann 
das, was (— ὃ) unser Erlöser ersann? Aber wenn er es auch ersann, so wagte er 
dennoch vielleicht nicht, Hand anzulegen. Aber wenn er auch Hand anlegte, so 
führte er es dennoch vielleicht nicht aus“ € 


2182 


Die syrische Theophanie Buch V. 229* 


wegs durch die Schrift unsers Erlösers, sondern ohne Schrift durch 
seinen Befehl in alleVölker gesät, entgegengesetzt der alten polytheistischen 
Verehrung, Gesetze: Feinde der Dämonen und Gegner der polytheistischen 
Verirrung, Gesetze; Zügler der Skythen, der Perser und der andern 
Barbaren und Abwender von jedem tierischen und ungesetzlichen 5 
Leben, Gesetze: Zerstörer der seit Ewigkeit unter den Griechen (geübten) 
Sitten und Lehrer einer neuen und wahren Frömmigkeit. Was also 
haben derart gewagt *frühere Zauberer vor der Zeit unsers Erlösers, 
daß man mit Recht von ihm sagen könnte, er sei von andern unter- 
stützt worden in dieser Zauberei? Wenn man aber einen andern nicht 10 
. nennen kann, der ihm ähnlich war, so war ihm also niemand die Ur- 
sache für so große Tüchtigkeit. Zeit ist es "also zu bekennen, daß 
eine fremde und góttliche Natur in die Welt gekommen sei, die allein 
(und) zuerst das tat, was niemals unter den Menschen berichtet wird. 
XV]IL Nach diesem wollen wir ferner fragen, ob jemals jemand 15 
mit seinen Augen sah oder durch Hören(sagen) erfuhr, daß es irgend 
welche Zauberer und Giftmischer gebe, die ohne Spenden, Opfer und 
Anrufung von Dämonen zaubern, da doch jedermann bekannt und offen- 
bar ist, daß jede Zauberei durch diese (Dinge) ausgeführt zu werden 
3183 pflegt? Kann also etwa jemand auch gegen unsern Erlöser oder gegen 20 
seine Jünger oder gegen diejenigen, die bis jetzt in seiner Lehre 
leben, eine derartige Verleumdung vorbringen? Ist es nicht auch dem 
Blinden klar, daß wir in allem diesem entgegengesetzt bereitet sind und 
eher unsere Seele dem Tode als den Dämonen ein Opfer darzubringen 
suchen und eher aufs Leben verzichten als es ertragen, unter die Dä- 25 
monen geknechtet zu werden? Wer aber weiß nicht, wie es uns lieb 
ist, eben mit dem Namen unsers Erlösers und mit seinen Gebeten jedes 
dämonische Geschlecht zu vertreiben? So hat das Wort unsers Er- 
lösers und die von ihm (ausgehende) Lehre uns alle viel besser gemacht, 
als die unsichtbare und unbewährte Kraft (der Dämonen), und uns zu 30 
Feinden und Hassern der Dämonen bereitet, aber keineswegs zu Freunden 
und Genossen, geschweige denn zu Untertanen und Hörigen. Er also, 
der derartiges überlieferte denen, die sich von ihm überzeugen lassen, 
wie sollte er ein Knecht der Dämonen gewesen sein? Wie sollte er 
den bösen Geistern geopfert oder wie die Dämonen zu Helfern und 35 
Unterstützern angerufen haben, da ja alle Dämonen und alle unreinen 


8 „Was also haben derart gewagt von früheren Zauberern“ Σ᾽ str. 69 ri δῆτα 
οὖν τοῖς πάλαι γόησιν . . . τετόλμηται D 12 τοιγαροῦν D „fernerhin“ X 1. 

CO 98 „bereitet sind“) ἐπιτηδεύίομεν Ὁ 28 „Geschlecht“] Zoyov D γένος 
Par. 470 am Rande |,So... das Wort“) οὗτος ὁ... λόγος D 


2205 Eusebius. 


Geister bis jetzt vor seinem Namen erschrecken wie vor einer (Art) 
von Qual und Strafe ihrer eigenen Natur und fortgehen und weichen 
vor seiner Kraft, wie sie auch einst zu der Zeit, wo er seinen Verkehr 
mit den Menschen ausübte, seinen Anblick nicht ertrugen, sondern der 
5 eine rief von hier, der andere von der andern Seite und sagte: „Was 
haben wir mit dir gemein, Sohn Gottes? Bist du vor der Zeit ge- 
kommen, uns zu quälen?“ 
XIX. Ein Mann, der nur auf die Zauberei seinen Sinn richtete und 
völlig verworfene Dinge angriffe, wäre der nicht seiner Art nach ver- 
10 haßt und offenbar lüstern, schändlich, frevelhaft, gottlos und boshaft? 
Und wenn er so würe, woher oder wie kónnte er die (Worte) der Gottes- 
furcht andere lehren oder die über die Keuschheit oder die über die 
Kenntnis Gottes oder die über die Unsterblichkeit der Seele oder die 
über die Gerechtigkeit und über das Gericht des über alles (waltenden) 
15 Gottes? Würde er denn nicht das Gegenteil von alledem predigen, 
indem er das täte, was der Schlechtigkeit entspräche, würde Gott und 
die Vorsehung Gottes leugnen, das Gericht Gottes und seine Gerechtig- 
keit als einen Mythos *verhöhnen und die Worte tiber die Tugend und 8184 
die Unsterblichkeit der Seele verspotten? Wenn derartiges gesehen 
20 würde auch bei unserm (Erlóser), so wäre nichts dagegen zu sagen. 
Wenn es aber ersichtlich ist, daß er bei allen seinen Worten und Taten 
den oberhalb von allem (stehenden) Gott, den König des Alls anrief 
und seine Jünger bereitete, so zu sein, und wenn er selbst besonnen 
und ein Lehrer besonnener Worte und wenn er ein Täter und Herold 
25 der Gerechtigkeit, Wahrheit, (Menschen)freundlichkeit und jeder Tugend 
und wenn er ein (Weg)weiser der Verehrung des Allkönigs Gott gewesen 
ist, wie sollte es nicht dem entsprechen, zu glauben, daß er nichts von 


b -- Matth 8.99 


5 ἄλλος ἄλλοϑεν D „der andere von der anderen Seite‘ X 14 „Gerechtig- 
keit‘) διχαιωτηρίον D 15 οὐχὶ τοίτων ἁπάντων ra ἐναντία πρεσβεύει, ἀχόλουϑα 
τῷ ἑαιτοῦ μοχϑηρίᾳ πράττων D 18 καὶ ϑεὸν uiv ἀρνήσεται xal ϑεοῦ πρόνοιαν 
χαὶ ϑεοῦ κρίσιν, χλειάσει δὲ τοὺς περὶ ἀρετῆς xal τοὺς περὶ ψιχῆς ἀϑανασίας 
λόγους; D „verhöhnen“] „rooting up“ (= „raufen“ = 1, 9 — διασύρω ὃ) Lee 1. 
Art .- „murmeln“ PSm |. ehr - „ermahnen‘“ Bernstein 1. ehr -- 
ιἐμ παραινήσει verlesen aus (ἐμ)παροινήσει Gr. Schultheß verweist auf das Peal 
exi (c. δ p.) bei Ps. Dionys. ed. Chabot p. A&n ult. 20 περὶ τὸν σωτῆρα 
xal χύριον ἡμῶν D 1. + eot 26 „Weiser“) εἰσηγητής D 9$ τὸ under 


M « - v , $ κ - ,w , 
μὲν jysio9at xatà γοητείαν αὐτὸν τῶν παραδόξων πεποιηχέναι D 


2/185 


Die syrische Theophanie Buch V. 231* 


den wunderbaren Werken durch Zauberei getan habe, sondern zu be- 
kennen, daß er sie durch verborgene und in Wahrheit göttliche Kraft 
gewirkt habe? 

XX. Dies also wider diejenigen, die mit gottlosem Munde ihn zu 
schmähen gewagt haben. Wenn sie sich aber wandeln und bekennen, 
er selbst sei zwar ein Lehrer reinen und keuschen Lebens und ein Ein- 
führer in die Lehre der Gottesverehrung gewesen, aber er habe die 
staunenswerten Taten, Kräfte und Wunder, die über ihn geschrieben 
sind, und die göttlichen Taten, die besser sind als (die der) Menschen, 
nicht gewirkt, sondern seine Jünger hätten sie vollständig gefaselt, so 
ist es Zeit, auch dieser Verleumdung zu begegnen. 


Wider diejenigen, die den Zeugnissen der Jünger unsers Erlösers über 
seine wunderbaren Taten nicht glauben. 


XXI. Wenn sie aber sagen, daß er überhaupt nichts von den 
Wundern noch von den staunenswerten Taten vollbracht habe, die seine 
Jünger über ihn bezeugen, sondern daß seine Jünger sie fälschlich ge- 
faselt und erlogen hätten deswegen, weil sie über ihn wunderliche 
Mythologien vorgebracht hätten, so wollen wir sehen, ob ihr Wort über- 
zeugend ist, wenn sie keinen Grund angeben können, weswegen sie die 
Jünger, er aber der Meister hieß. Denn derjenige, der lehrt, gibt sich 
als den Meister irgend einer Lehre aus, die Jünger aber wiederum, (die) 
die Worte und die Lehren oder irgend eine Kunst lieben, überlassen 
sich dem Lehrer. Welchen Grund also könnte jemand nennen, warum 
die Jünger unsers Erlösers mit ihm verkehrten und was sie zwang, 


20 


sich um ihn zu bekümmern? Als Lehrer welcher Lehren erkannten sie 25 


ihn an? Oder ist dies klar? Denn (es ist) durchaus (notwendig, daß 
sie ihn als Lehrer dessen anerkannten), was sie von ihm lernten (und) 
auch zu andern sagten. Es waren dies aber Satzungen der Philosophie, 
und (folglich) war er der erste Prediger des über alles '(waltenden) 


14—98 = Dem. III 4 82---88 


16 „fälschlich“] „anders“ X — ἄλλως < D 20 di’ ἣν (sc. αἰτίαν) οἱ μὲν 
μαϑηταὶ ὁ δὲ διδάσχαλος ἐχρημάτισαν D... „in die Welt hervorgingen" Z | 
ἐπαγγελίαν μαϑήματός τινος ἐπαγγέλλεται D „verheißt eine *Verheißung (1l. ΚΟ ΤΩΣ, 


Lee statt „Anfang‘) irgend einer Lehre“ X 25 ἐπεγράφοντο D „schrieben“ X 


98 τίνων δὲ xal διδάσχαλον ἐπεγράφοντο μαϑημάτων; .. .. πάντως γάρ nov ὧν 


παρ᾽ αὐτοῦ μαϑόντες εἰς ἑτέρους ἐξήνεγχαν D 29 „Prediger‘‘] wórtlich ,,Ge- . 


sandter‘ (= πρεσβεὐω) 


232* Eusebius. 


Gottes, der Vorsehung Gottes, des gerechten Gerichts Gottes, der Un- 
sterblichkeit der Seele, der Scheidung der (ewigen) Wohnungen der 
Guten und Bósen und anderer, dem verwandter (Lehren), die in ihren 
Büchern geschrieben sind. Es waren dies aber auch Vorschriften über 
5 ein philosophisches Leben, das er ihnen beschrieb, indem er sagte: ,Ihr 
sollt kein Gold besitzen noch Silber in euren Beuteln und (überhaupt) 
keine Reisetaschen“ und anderes derart, sondern sie sollten sich nur 
der alles verwaltenden Vorsehung überlassen und nicht sorgen um die 
Bedürfnisse, wie er sie (auch) ermahnte, Besseres zu sinnen, als die 
10 Juden, denen Mose befahl. Denn der habe (ihnen) das Gesetz gegeben: 
nicht zu töten als solchen, die zu einem Morde geneigt waren, (eben)so 
aber auch: nicht zu ehebrechen als geilen und ehebrecherischen Leuten, 
ferner aber: nicht zu stehlen als (erbürmlichen) Menschen, denen die 
Kuechtschaft geziemt, und: nicht zu veruntreuen als habgierigen 
15 Menschen; für sie (die Jünger Jesu) selbst aber sei es notwendig zu 
wissen, daß sie solcher Gesetze nicht bedürften, sondern mehr als alles 
die Leidenschaftslosigkeit der Seele in ihren Augen zu achten und von 
unten wie aus der Wurzel ihres Geistes die Schößlinge des Bösen aus- 
zurotten und sich zu üben, den Zorn und jede schündliche Begierde zu 
20 besiegen, vielmehr aber wegen der vorzüglichen Leidenschaftslosigkeit 
ihrer Seele nicht einmal zu zürnen, noch ein Weib in lüsterner Begierde 
anzublicken und das Gegenteil des Diebstahls zu tun, sodaß sie sogar 
ihr Eigentum den Bedürftigen gäben, und sich nicht einmal dessen zu 
rühmen, daß sie andere nicht beraubten, sondern darüber, daß sie ohne 
25 Zorn diejenigen ertrügen, von denen sie selbst beraubt würden. Und 
was habe ich nötig, alles das zusammenzutragen, was er lehrte und sie 
lernten? Er riet ihnen aber außerdem, an der Wahrheit so festzuhalten, 
daß man nicht einmal eines Treueides bedürfe, geschweige denn eines 
Mein(eides), sondern ihren Charakter (so) zu machen, daß er zuverlässiger 
30 erschien als jeder Eid, bis zum (einfachen) „Ja“ fortzuschreiten und ihr 
Wort mit Wahrhaftigkeit zu gebrauchen. 


4—S. 288, 21 — Dem. IIL 435—s8 ᾿ 5 — Matth 109. 117, vgl. Matth 
0711. 80 vgl. Matth 537 


9 „der Wohnungen" oder „des Lebens“ 16 αὐτοὺς δὲ δεῖν τούτους μὲν 
ἡγεῖσϑαι μὴ προσήκειν αὑτοῖς τοὺς νόμους D „Er aber wußte dies, daß es recht 
war, daß sie solcher Gesetze nicht bedurften“ X 27 „außerdem“ πρὸς τοῖς 
(Aor D „mit alledem‘ X 28 παρασχειάζειν δὲ τὸν τρόπον παντὸς Opxov πι- 
στότερον φαίνεσθαι D „sondern ihren Charakter zu bereiten, daß sie dadurch..... 
erschienen“ X 


Die syrische Theophanie Buch V. 933* 


XXII. Wir müssen also fragen, ob es irgend einen Grund gibt, zu 
meinen, daf diejenigen, die Hórer dieser (Worte) waren und auf der 
Stelle auch als Lehrer anderer, *eigener Jünger auftraten, alles das ge- 
faselt haben, was sie als Taten ihres Meisters bezeugt haben. Was 
aber ist daran überzeugend, wenn man meint, daß alle übereinstimmend 5 
gelogen hätten, sind doch zwölf an Zahl die Auserwählten und siebzig 
der übrige Rest, die er auch vor sich hingesandt haben soll „zu zwei 
und zwei an jeden Platz und Ort, wohin er selbst im Begriff war zu 
kommen“? Aber kein Grund kann gesagt werden, warum man dieser 
ganzen Schar von Menschen nicht glauben darf, die ein reines und 10 
gottesfürchtiges Leben liebten, alle ihre Hausgenossen vernachlässigten 
und anstatt ihrer Geliebten, ich meine aber ihrer Weiber, Kinder und 
ihrer ganzen Familie, ihre Leben(sart) besitzlos machten und ein über- 
einstimmendes Zeugnis über ihren Meister wie aus Einem Munde unter 
alle Menschen hinaustrugen. XXIII. Der erste Grund also, der haupt- 15 
‘sächliche und wahre, wäre dies; prüfen wir aber auch das Gegenteil! 

Er móge nümlich der Lehrer und sie die Jünger sein, dann aber 
möge er nach der (fingierten) Voraussetzung der Rede nicht das vorher 
Gesagte gelehrt haben, sondern das Gegenteil davon, nämlich: die Ge- 
setze übertreten, freveln, sündigen, veruntreuen, *rauben, Meineid leisten, 20 
Verhafites tun und was sonst Bóses genannt werden kann. Dies alles 
aber ist vollkommen *fremd der Lehre unsers Erlósers und (ihr) ent- 
gegengesetzt, schamlos und ohne Scheu, und nicht nur entgegengesetzt 
seinen Worten und seiner Lehre, sondern auch dem Leben, das bis jetzt 
allen Völkern überliefert ist (und) in allen seinen Kirchen geführt wird. 25 
Indessen aber möge die Rede, wenn sie auch falsch und unwahrschein- 
lich ist, dargeboten werden entsprechend der (fingierten) Voraussetzung, 
die wir zugestanden haben, damit auch so die uns vorliegenden (Fragen) 
geprüft.werden. Er möge also alles Böse und (jeden) Frevel lehren, 
und es sei Fürsorge (bei ihm), in alledem verborgen zu bleiben, und die 30 
Sitte möge sehr geschickt versteckt sein unter dem Vorwand einer reinen 
Lehre (und) der Verheißung einer neuen Frömmigkeit. Sie aber mögen 


6 vgl. Matth 1 7 — Luk 10ı 80-284, 14 — Dem. III 488-8 


1 „Grund‘“] λόγον D „Wort“ Σ᾽ 11. „aml.r 18 τὸν ἀχτήμονα τρόπον 
ἑλομένων D 15 ὁ μὲν οὖν χύριος καὶ πρῶτος καὶ ἀληϑὴς λόγος ἂν εἴη οὗτος D 
18 ὡς ἐν ὑποθέσει λόγου D 19 δηλαδή D „bald“ X 1. au? 20 ,rauben'] 
„lügen“ Z aber καὶ ἀποστερεῖν DI, , QmmlMyse 221. οἵδοσ. 80 λαν- 
ϑάνειν δ᾽ ἐπὶ πᾶσι τούτοις σπουδάζειν D „nach alledem“ X 


934* Eusebius. 


dem nachtrachten und dem, was noch schlimmer ist als dies wegen der 2187 
abschüssigen Bahn des Bósen und seiner (leichten) Selbsterlernbarkeit. 
In die Hóhe erheben (gewaltig preisen) mógen sie ihren Meister mit 
erdichteten Worten, ohne auch nur Ein lügnerisches Wort zu sparen. 
Alle Wunder (und) staunenswerten Taten mögen sie durch Erdichtung 
ihm zuschreiben, damit man auch sie bewundere und ihnen die Glück- 
seligkeit gebe, die gewürdigt waren, die Jünger eines derartigen 
(Meisters) zu werden. 
XXIV. Wohlan also, wir wollen sehen, ob es möglich war, daß, 
10 wenn sie so waren, das zustande kommen konnte, was sie inbetreff 
seiner wagten. Denn man sagt, daß das Böse dem Bösen (nicht) lieb 
sei, und nicht einmal dem Guten. Woher also wurde bei der Menge 
aller dieser Menschen die Übereinstimmung im Bösen gefunden? Woher 
war das Zeugnis über *dieselben Dinge bei allen übereinstimmend? 
15 Woher die Lehre über die göttlichen Satzungen und *die Lehren 
über die Philosophie? Wober der Gedanke über das Leben der 
Tugend? Woher die Lehre, vor dem Bösen zu fliehen? Woher das 
Wissen derartiger Worte und Schriften? Woher die Reinheit des 
Wandels und der Lebensart in der ganzen Menschenwelt, die von ihnen 
20 überliefert ward? Woher so große Kraft? Woher die Herzhaftigkeit? 
Woher die Zuversicht? Woher die Übereinstimmung bis zum Tode? 
Ein Mann aber, der Bitterböses lehrt, wie jemand sagen möchte, und 
sich in solchen Dingen als Meister ausgibt, wer würde überhaupt den 
Sinn auf ihn richten? Man wird vielleicht sagen, weil andere Zauberer 
in nichts schlechter waren als der Führer (als Christus). Haben diese 
denn nicht geachtet auf das Ende ihres Meisters und welches Todes er 
sich bediente? Warum also beharrten sie nach seinem schimpflichsten 
Ende dabei und nannten den Gestorbenen Gott, wenn sie sich nicht 
11 vgl. o. S. 14126 Platon Lysis 214 Phaidros 255; Praep. XIII 13 158. 
91. 985, 9 -- Dem. III 439 
1 διὰ τὸ προαλὲς τῆς xaxiag καὶ αὐτοδίδακτον αὐτῆς D „weil vorher füngt 
(— προ- ἁλίσχω Lee) das Böse und eine Lehre ist aus sich selbst" X 11 χαχῷ 
δὴ xaxóv οὔ φασιν εἶναι φίλον, ἀλλ᾿ οὐδὲ ἀγαθῷ D „Denn man sagt, daß das Böse 
dem Bösen (Neutr.) lieb sei und keineswegs dem Guten (Neutr.)“ Σ 14 1. 
dá ea ponilis 15 „und über die Lehren der Philosophie“ Z str. Am 


oder 1. Ma eo uo 98 xal τοιάδε ἐπαγγελλομένῳ D „und derartiges 
verheißt“ X | τὴν ἀρχὴν D „am Anfang“ Σ 24 „Man wird vielleicht sagen 


Rb. 


n2 
e 


Zauberer, aber die Jünger dieses Führers sind in nichts böse“ Σ᾽ εἴποις ἄν, ὅτι yóg- 
τες ἄλλοι (ἀλλ᾽ οἱ X) τοῦ χαϑηγητοῦ (+ „Jünger“ Σ᾽ frei) xav? οὐδὲν D + ἥττονες 
Z (+ χρείττονες Wendland) 


Die syrische Theophanie Buch V. 235* 


unnütz darum bemühten, das Gleiche zu leiden wie er? Wer hat jemals 
um keines Vorteils willen offenkundig eine Strafe sich erwühlt? Denn 
wenn sie besitzliebend und gewinnsüchtig gewesen und wenn sie in 
ihrem Charakter schändlich und lustliebend wären, dann wäre es viel- 
leicht wahrscheinlich von ihnen zu meinen, daß sie deswegen die Sache 
machten und bis zum Tode Wagehülse waren. Wenn sie aber das 
Gegenteil davon verkündeten und es durchaus in die Ohren aller 

Z188 Scharen riefen und bald auch durch den Unterricht in der Schrift sie 
ermahnten, jede schändliche und lüsterne Begierde zu fliehen, sich von 
jeder Übervorteilung fernzuhalten und alle Leidenschaften und die Geld- 10 
gier zu überwinden, und wenn sie derartiges diejenigen lehrten, die 
von ihnen zu Jüngern gemacht wurden, so ist wahrscheinlich, daß sie 
keine Geschäfte machten und keinen Reichtum anhäuften noch an einem 
Leben der Ruhe und des Ergötzens teil hatten. Da sie also durch eins 
von diesen (Dingen) nicht geleitet wurden, *wie ertrugen sie es, für 15 
nichts eine böse Strafe und eine Züchtigung zu empfangen nur für das 
Zeugnis über ihren Meister, der nicht mehr war? 

XXV. Das möge zugegeben werden, daß sie ihn ehrten, während 
er noch bei ihnen war und seinen Verkehr mit ibnen unterhielt und 
durch Verführung, wie jemand sagen möchte, sie verführte. Warum 20 
also haben sie ihn auch nach dem Tode, und noch viel mehr damals 
als früher, Gott genannt? Denn während er bei den Menschen war, 
sollen sie ihn sogar verlassen und verleugnet haben, in jener Zeit, wo 
ihm der Hinterhalt bereitet wurde. Nachdem er aber von den Menschen 
*fortgegangen war, wollten sie freudig lieber selbst sterben als von dem 25 
guten Zeugnis über ihn ablassen. Sie also, die *nichts Gutes wußten 
über ihren Meister, kein Leben, keine Handlung, keine Lehre, keine 
Tat, die des Preises wert war, und auch in nichts von ihm unterstützt 
wurden, abgesehen von der Bosheit und der Verführung der Menschen, 
warum starben sie (so) leicht, in nichts getadelt als weil sie Ehrbares 30 
und Lobenswertes über ihn bezeugten, während es doch einem jeden 
von ihnen freistand, sorglos zu leben und im eigenen Wohnhause mit 
seinen Lieben ein sturmfreies Leben zu führen. Wie sollten aber ver- 
führende und verführte Männer willig den Tod auf sich nehmen für 
einen andern, von dem sie genauer (und) besser als jedermann wußten, 35 
daß er nicht einmal zu irgend etwas Gutem, wie jemand sagen möchte, 


C 


18—S. 286, 14 = Dem. III 4 40--4 28 vgl. Matth 26 56. 75 


15 „und wie" Zstr. a 25 1. „xx Bernstein mit HS 26 1. ὍΣΟ mit HS 
84 πλάνοι δὲ ἄνδρες xal ἀπατεῶνες D 


236* Eusebius. 


Ursache für sie geworden war, sondern ein Lehrer alles Bósen? Denn 
ein Mann, der Verstand und Tugend besitzt, würde für eine gute Sieg(es- 
sache) oder für einen guten Menschen vielleicht geziemend einmal den 
Tod ruhmreich erleiden. Wer aber böse ist in seinem Charakter, sodaß 

5 er allein dem zeitlichen und an Begierden angenehmen Leben nachjagt, 
würde niemals den Tod dem Leben vorziehen und nicht einmal für 
seine Lieben eine harte Strafe erdulden, geschweige denn für den, der 
wegen seiner Bosbeit getadelt (und verurteilt) wird. Wie sollten also 
die Jünger des Genannten, wenn er ein Verführer und Zauberer war und 

10 wenn ihnen nicht verborgen war, daß er so sei, aber auch sie selbst in 
einer häßlicheren Art des Bösen betreffs ihrer Seelen befangen waren, 
von ihren Volksgenossen alle Qualen und alle Arten von Strafen auf 
sich nehmen für das Zeugnis über ihn? Nicht aber ist dies (die Eigen- 
tümlichkeit) der Natur des Bösen. Denn ich habe viele gesehen, die 

15 mit den Lebenden Eidgenossenschaft untrüglich hielten. Sogleich aber, 
als sie starben, lösten sie das auf, was sie zwischen sich festgesetzt 
hatten. Die Sophisten(redner) aber, die sich in den Städten sammelten 
und die gepriesen wurden durch das Gerücht ihres Wissens und des 
Beweises ihrer Worte wegen — wir alle wissen genau, wie sie die 

20 ἡγεμόνες der Völker und diejenigen, welche große Herrschermacht be- 
saßen, mit Lobpreisen priesen, solange es ihnen die Herrschaft erlaubte. 
Sogleich aber, als für jene eine Änderung eintrat, änderten auch sie 
ihre Worte und wollten fernerhin keine Erwähnung tun derer, die früber 
(regierten), aus Furcht vor denen, die in der Gegenwart herrschten. 

25 XXVI Wenn also die Jünger unsers Erlösers Verführer und Be- 
trüger gewesen wären — nimm aber auch dies hinzu, daß sie ungelehrt 
und durchaus Laien waren, das heißt aber auch Barbaren und (Leute), 
die nicht mehr verstanden als die syrische Sprache — wie konnten sie, 
nachdem ihr Meister von den Menschen fortgegangen war, in die ganze 

30 Welt hinausziehen und seine Gottheit bezeugen? Durch welchen Ge- 
danken wurden sie bezaubert, dies zu wagen? Durch welche Kraft 
vollführten sie, was sie versuchten? Denn es mag sein, daß bäurische 
Leute in ihrem eigenen Lande umherschweifen und umherirren, die (Tat- 


95—8S. 240, 16 — Dem. III 444-5 eo 


9 „Sieg“ χατορϑώματος D 18 wörtlicher „Genossenschaft und Eid“ 
28 ἐπαΐοντες D „hören“ X 83 ἔστω γὰρ ἐπὶ τῆς οἰχείας γῆς καλινδουμένου:ς 
ἀγροίκους ἄνδρας πλανᾶν καὶ πλανᾶσϑαι xal μὴ ἐφ᾽ ἡσυχίας βάλλεσθαι τὸ πρᾶγμα 
D ‚in ihren Häusern“ X 


2189 


Die syrische Theophanie Buch V. 937* 


sache) aber, daß sie in ein fremdes Land reisen und die Sache nicht 
ruhig (liegen) lassen, sondern den Namen unsers Erlösers jedermann 
verkünden und seine wunderbaren Taten *nicht nur, sondern auch seine 
Befehle in Dorf und Stadt lehren, und (daß) die einen in die Herrschaft 
der Römer und in die königliche Stadt sich verbreiten, die andern 1n das 5 

X190 Land der Perser, andere in das Land der Armenier, andere zum Volk der 
Parther und ferner auch zu den Skythen, und (daß) andere sogar bis zu 
den Enden der Welt ausziehen und ins Land der Inder vordringen, und 
(daß) andere jenseits des Ozeans bis zu den (so)genannten *britanischen 
Inseln hinübergehen — dies, meine ich, ist nicht (Sache) von Menschen, 10 
geschweige denn von Geringen und Laien, und noch weniger von Ver- 
führern und Zauberern. 


XXVII. Diejenigen aber, die ihren Meister als böse und verdreht 
erprobten und eben seinen Todesausgang mit ihren Augen sahen, welcher 
Worte bedienten sie sich denn, um mit einander übereinstimmend über 15 
ihn zu faseln? Denn wie aus Einem Munde bezeugten sie alle die Rei- 
nigung der Aussätzigen, die Vertreibung der Dämonen, die Auferweckung 
der Toten, das (Wiedererhalten des) Gesichts der Blinden und Myriaden 
andere Heilungen, die von ihm geschahen, XXVIII. und nach allem seine 
eigene Auferstehung nach dem Tode, die ihnen zuerst sichtbar ward. Denn 
da dies weder geschehen noch je gehört war zu ihren Zeiten, wie konnten 
sie aus Einem Munde bezeugen und bestätigen, daß es geschehen sei, und 
bis zum Tode ihr Zeugnis verbürgen? Oder haben sie sich etwa ver- 
sammelt und einen Eid darauf geleistet und eine Übereinkunft zwischen 
sich festgesetzt, zu erdichten und zu lügen, was niemals geschehen ist? : 
Kann man überzeugend sagen, welche Worte sie bei dieser Überein- 
kunft gebrauchten? Oder waren es etwa solche: „Liebe Männer! Wir 
kennen genauer (und) besser als jedermann den Verführer und Lehrer 
des Betruges von gestern und vorgestern, der vor den Augen aller 
die äußerste Strafe erlitt, (und wissen), wer er war, da wir ja die Mysten 30 
seiner Geheimnisse geworden sind. Als ein Reiner erschien er den 
meisten, und er war (auch) darauf bedacht, etwas mehr zu besitzen als 
die meisten, aber er erwarb nichts Großes noch etwas der Auferstehung 
Würdiges, außer wenn jemand das Hinterlistige und Übertünchte seines 


Love 
e 


t2 
C 


l ,reisen"] „geschickt werden“ € — στέλλεσθαι (vgl. Stud. 133) 8 „und 
nicht nur“ Σ' str. A B veluaodaı D „sich teilen“ X 9 1 «ὠνὶα 9 
15 „Welcher Worte bedienten sie sich denn bei einander“ € ... . ἐχρήσαντο 
πρὸς ἀλλήλους εἰς τὸ σύμφωνα περὶ αὐτοῦ πλάσασϑαι D 18 πηρῶν τε ἀνα- 
βλέψεις D 882 καί τι πλέον ἔχειν παρὰ τοὺς πολλοὺς ἐφρόνει D 


o 


10 


15 


20 


238* Eusebius. 


Charakters nennt und die (Tatsache), daß er Verdrehtes uns lehrte und 
die Aufgeblasenheit des Irrwahns. Dafür, wohlan, wollen wir einander 
die Rechte geben und alle zumal einen Vertrag unter uns festsetzen, 
damit wir übereinstimmend den Betrug in betreff seiner unter alle Men- 
schen hinausbringen und sagen, wir hätten ihn gesehen, wie er den 
Blinden die Sehkraft gab, was niemals einer (bemerkt hat, und wie er 
den Tauben das Gehör schenkte, was niemals einer) gehört hat, und 
wie er die Aussätzigen rein und die Toten lebendig machte Und um 
es zusammenfassend zu sagen, was wir weder mit unsern Äugen ge- 
sehen haben als von ihm geschehen, noch mit unsern Ohren gehört 
haben als (von ihm) gesagt, *das wollen wir als in Wahrheit geschehen 
kräftig behaupten. Aber wenn auch sein letztes Ende berühmt wurde 
und er offenkundig den Tod empfing, sodaß niemand ihn verbergen 
kann, so wollen wir auch dies ohne Scheu auflösen, indem wir unver- 
schämt bezeugen, daß er von den Toten auferstand, mit allen zusam- 
men war und gewohnten Verkehr und Speise mit uns gemeinsam 
geteilt habe. Es möge aber festgehalten werden von uns allen die 
Schamlosigkeit und Scheulosigkeit, und es möge ausdauern bei uns der 
Wahnsinn bis zum Tode! Denn wie sollte es ungeziemend sein, für 
nichts zu sterben? Und wie sollte es schmerzen, für nichts Geziemen- 
des Schläge und Qualen an unserm Leibe zu ertragen, und wenn es 
nötig wäre, auch Einkerkerung, Schmach und Not für nichts Wahr- 
haftiges zu erdulden? Auch dies wollen wir sogleich auf uns nehmen! 
Wir wollen aber alle zumal übereinstimmend lügen und faseln zu nie- 


5 mandes Vorteil, weder zu unserm noch zu dem derer, die wir betrügen, 


noch zu dem (Vorteil) dessen, über den von uns die Lügen gesagt wer- 
den, daß er Gott sei. Wir wollen aber die Lüge nicht nur erstrecken 
auf unsere Volkagenossen, sondern sie auch zu allen Menschen hinaus 
bringen und die ganze Schöpfung füllen mit dem, was wir über ihn 


1 εἰ μή τις τὸ δολερὸν xal ὕπουλον λέγοι τοῦ τρόπον καὶ τὸ διάστροφον δι- 
δάξαι ἡμᾶς αὐτοὺς τόν τε δι’ ἀπάτης τῦφον D „und das Verdrehte, das er uns 
lehrte“ X (= τὰ διάστροφα) 6 ὃ οὐδεὶς ποϑ᾽ ἡμῶν ἱστόρησε, χαὶ χωφοῖς τὴν 
ἀχοὴν παρασχεῖν, ὃ οὐδεὶς ποϑ᾽ ἡμῶν ἤχουσεν D ἱστόρησε --- ἡμῶν < XL 


RAID axi Ar Kam e „assarız cerni ZN Id 
11 „und das“ Σ᾽ str. a 16 „Verkehr‘“] ἑστίας D 17 „bei alledem“ X φι- 


λαττέσθϑω δ᾽ ἡμῖν πᾶσι τὸ ἀναιδὲς D 18 „und es möge bleiben bei uns, daß 
wir stehen bis zum Tode“ X μενέτω δὲ ἡ ἔχστασις μέχρι ϑάνατου D 28 „auf 


uns nehmen“) xai τοῦϑ'᾽ ἡμῖν ἤδη μεμελετήσϑω D 26 οὐδὲ μὴν (sc. ἐπ᾿ ὠφελείᾳ) 
αὐτοῦ τοῦ τὰ ψειδὴ πρὸς ἡμῶν ἐχϑειαζομένου D 


2191 


Die syrische Theophanie Buch V. 239* 


festgesetzt haben. Sogleich daher wollen wir Gesetze allen Völkern 
auferlegen als Zerstörer der Meinungen über ihre väterlichen Götter, 
die von Ewigkeit her bei ihnen als wahr galten, und wollen selbst den 
Römern vor allem befehlen, nicht diejenigen zu verehren, die ihre Vor- 
fahren für Götter hielten, wollen aber auch nach Griechenland wandern 5 
und vielmehr auch im Gegensatz zu ihren Weisen predigen, und auch 
die Ägypter nicht übergehen, sondern auch ihre Götter bekämpfen, 
indem wir nicht wider sie drohen die (Taten) des Mose, die einst wider 
sie geschahen, sondern ihnen den Tod eben unsers Erlösers als ein 
Schreckmittel entgegenhalten, und die Kunde tiber die Götter, die von 10 
Ewigkeit her von ihnen zu allen Menschen drang, nicht mit Worten 
und Geschichten, sondern durch die Kraft unsers gekreuzigten Meisters 
aufheben, wollen ferner aber auch in ein anderes barbarisches Land 
gehen und das bei jedermann (Geltende) zerstören. An dem Willen 
(hierzu) möge niemand von uns es fehlen.lassen! Denn keineswegs 15 
ist klein der ἀϑλος dessen, was wir wagen, da auch nicht die gewöhn- 
2192 lichen Sieges(krünze) uns erwarten, sondern, wie es billig ist, Strafen 
von den Gesetzen, die an jedem Ort (bestehen), Fesseln nämlich, Foltern, 
Einkerkerung, Feuer, Eisen, Kreuze und (wilde) Tiere, um derentwillen 
wir besonders in Freuden wollen und auf das Verderben gerade losgehen, 20 
die wir unsern Meister als Vorbild besitzen. Denn was ist schóner 
als dies, daf wir um keines Vorteils willen den Góttern und Menschen 
als Feinde erfunden werden, noch irgend etwas Angenehmes empfangen, 
noch an unsern Lieben uns ergötzen, noch Überfluß an Besitz erlangen, 
noch überhaupt die Hoffnung auf etwas Gutes erwerben, sondern eitel 25 
und unnütz irren und andere irreführen? Denn dies ist das Nützliche: 
allen Vólkern entgegen zu sein, mit den Góttern zu kümpfen, die von 
Ewigkeit her jedermann bekennt, und vielmehr unsern Meister, der vor 
unsern Augen starb, als Gott und Gottessohn zu verkünden, *für den 
wir bereit sind zu sterben, obwohl wir nichts Wahres noch Vorteil- 30 
haftes von ihm gelernt haben. Darum wollen wir ihn um so mehr 
ehren, weil er nichts in guten (Dingen) uns genützt hat, wollen alles 
tun, um seinen Namen zu preisen, alle Schmähungen und Strafen er- 
dulden und jede Art des Todes für nichts Wahres ertragen. Denn 
das Wahre ist vielleicht böse, das Unwahre aber hat in sich das Gegen- 35 
teil des Bösen. Deswegen wollen wir sagen, daß er Tote lebendig 


8 „ausstrecken‘‘ I dvarsındöuevo D 18 „an jedem Ort“) αἱ ἀπὸ τῶν παρ᾽ 
ἑχάστοις, ὡς εἰχός, νόμων τιμωρίαι D 20 χαὶ τοῖς χαχοῖς ὁμόσε χωρητέον D 
28 „empfangen“] ἀπολαῦσαι D 24 μήτε τῶν φιλτάτων ὄνασϑαι D „noch unsere 


Lieben sehen“ Z (— ὁρᾶσϑα)ῇ 29 „und für ihn] 1. ‚maalasz 


940* Eusebius. 


gemacht, Aussätzige gereinigt, Dämonen vertrieben habe und ein Täter 
anderer wunderbarer Werke geworden sei, obwohl wir keine derartigen 
Dinge an ihm kennen, sondern für uns selbst alles dieses faseln und 
verführen, soviele wir können. Wenn aber jemand sich nicht tber- 
5 zeugen läßt, so wollen wir doch für das, was wir unter uns festgesetzt 
haben, den gebührenden (Lohn) für den Irrtum uns selbst zuziehen.“ 
XXIX. Erscheint dir dies überzeugend und redest du dir noch ein, 
daß derartiges faselten und als Vertrag unter sich festsetzten geringe 
und laienhafte (Leute) und (dann) ins Reich der Römer übergingen? 
10 Oder daß die menschliche Natur, die die Liebe zum Leben zu eigen 
besitzt, jemals aus freiem Willen den Tod für nichts ertragen könne? 
Oder daß die Jünger unsers Erlösers zu so großer Fülle des Wahn- 
sinns gediehen seien, daß sie, obwohl sie keine wunderbare Tat sahen, 
die von ihm geschehen sei, infolge eines Vertrages alle zumal derartiges 2193 
15 faselten und ferner lügnerische Worte über ihn zusammensetzten und 
dafür bereitwillig starben? XXX. Aber sie zogen keineswegs wegen 
eines Vertrages zu der Verkündigung über ihn aus noch setzten sie 
(einen solchen) unter sich fest. Woher (stammt) ihnen (denn) die 
Übereinstimmung ihres Zeugnisses über seine Taten? *Natürlich von 
20 dem Anblick dessen, was von ihm geschah. Denn Eins von beiden 
(gilt): entweder setzten sie einen Vertrag zwischen sich fest und faselten, 
oder sie sahen mit ihren Augen und bezeugten. Wenn sie also die 
Wahrheit sahen und sie jedermann verkündeten, so waren sie wert, daß 
man ihnen glaubte, wenn sie über ihren Erlöser sagten, er sei Gott 
25 und habe ihnen (Gelegenheit) gegeben, mit ihren Augen göttliche Kräfte, 
Zeichen und wunderbare Taten zu sehen. Wenn sie aber nichts in 
Wahrheit von dem sahen, was *geschrieben wurde, und Lügenworte 
webten und dann mit einander Recht(sschlag) und Eidvertrag machten 
darüber, nichts Wahres zu sagen, sondern zu faseln und Lügen über 
30 ihren Meister zu bezeugen, wie konnten sie dann in Wahrheit für nichts 
Wahres sterben, (wie) vermochten weder Feuer noch Eisen noch wilde 
Tiere noch die Tiefe des Meeres, daß sie für Lüge den Mythos erklärten, 
den sie über ihren Meister erdichtet hatten? 
XXXI. Aber was sagst du? Sie hätten weder erwartet noch ge- 
35 hofft, etwas Böses zu erleiden von dem Zeugnis über ihn, deswegen 
seien sie auch ohne Furcht zu der Verkündigung über ihn ausgezogen? 


84—5. 246, 6 = Dem. III 560—87 


19 „Oder natürlich“ Z wohl 7 εἰχός 97}. „aNhadhırdı 


Die syrische Theophanie Buch V. 241* 


Aber es war unmöglich, nicht zu hoffen, daß sie alles Böse erleiden 
würden, da sie die Zerstórung der Gótter der Rómer zumal und der 
Griechen und der Barbaren einführten. Die Geschichte über sie zeigt 
deutlich, daß nach dem Tode ihres Meisters gewisse Feinde und Nach- 
steller des Logos sie ergriffen, zuerst dem Gefängnis übergaben, dann 5 
sie befreiten und ihnen befahlen, mit niemandem (mehr) über den Namen 
Jesu zu reden. Da man sie hinterher fand, wie sie öffentlich die 
Menge über ihn belehrten, schleppte man sie hinweg und geißelte sie 
und bedrohte sie, nicht (mehr) zu lehren, während Simon Petrus ihnen 
antwortete, indem er sagte: „Man muß Gott mehr gehorchen als den 10 
Menschen.“ Darnach aber wurde Stephanus gesteinigt und getötet, darob, 
daß er freimütig mit der Menge der Juden redete, und eine keineswegs 
geringe Verfolgung erhob sich wider die, welche den Namen Jesu pre- 
2194 digten. Und wiederum zu anderer Zeit, als Herodes König der Juden 
(war), tötete er den Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwerte, 15 
den Simon Petrus band ebenderselbe mit Fesseln, wie in den Πράξεις 
der Apostel geschrieben ist. Während sie dies litten, harrten die üb- 
rigen Jünger aus und hingen fest an der Lehre unsers Erlösers und 
blieben noch mehr dabei, ihn und seine wunderbaren Taten jedermann 
zu verkünden. Später wurde Jakobus, den diejenigen, die früher in 20 
Jerusalem wohnten, den Gerechten nannten wegen der gewaltig in ihm 
vorhandenen Tugend, von den Hohenpriestern und den Lehrern des jü- 
dischen Volkes gefragt, was er von Jesus halte, und als er ihnen ant- 
wortete, daf er der Sohn Gottes sei, wurde auch er von ihnen mit Steinen 
gesteinigt. Simon Petrus aber wurde zu Rom kopfüber gekreuzigt, 25 
Paulus aber gekópft und Johannes auf eine Insel verbannt. Während 
sie dies litten, ließ keiner der übrigen von seiner Lehre ab, sondern sie 
beteten alle, daß auch ihnen ähnliches dem vorher Gesagten zustoßen 
möchte wegen der Gottesfurcht, so daß sie deswegen noch mehr unsern 
Erlöser und seine wunderbaren Taten freimütig bezeugten. XXXIL 30 
Und fürwahr, wenn Lügen wären und (wenn) sie nach Verabredung 
faselten das, was sie über ihn verkündigten, so müßte man sich wundern, 
wie eine so große Schar die Übereinstimmung in ihren Lügen bis zum 
Tode bewahrte und niemals einer von ihnen sich fürchtete wegen der 
(Dinge), die den früher Getóteten zustießen, und aus der Genossenschaft 35 
austrat und nicht das Gegenteil von seinen Genossen verkündete und 
ans Licht brachte das, was sie unter sich festgesetzt hatten, sondern 


4 ff. vgl. Act 411. 17 ff. 4 ff. vgl. Act ὅ 25 3. 10 — Act 529 11 vgl. 
Act 6sff.  14ff. vgl. Act 12111, 90 vgl. Euseb. Hist. eccles. II 237. 1? 25 vgl. 


ebd. II 255 III 181 
Eusebius III*. 16 


249* Eusebius. 


(daß) auch der geldgierige (Judas), der ihn seinen *Feinden auszuliefern 
wagte, durch sich selbst sogleich die Strafe auf sich nahm. XXXIII. 
Wie sollte aber dies nicht voll Wunder sein, daß betrügerische und 
laienhafte Männer, die weder mehr zu reden noch zu hören verstehen 
5 als die Sprache ihrer Väter, nicht nur (zu überlegen) wagten, hinaus- 
zuziehen und umherzugehen bei allen Vólkern, sondern (auch) hinauszogen 
und die Sache ausführten? Überlege aber, wie das sei, daß auch nicht 
einer von ihnen jemals ein entgegengesetztes Wort über die Taten des 
Meisters vofbrachte. Denn wenn bei allen Dingen, über die es Zweifel 2195 
10 gibt, in den gewöhnlichen Streitigkeiten (und) an den gesetzlichen Gerichts- 
stätten die Übereinstimmung der Zeugen das besiegelt, worüber Streit ist 
— und das Gesetz Gottes sagt: auf Aussage von zwei und drei Zeugen wird 
jedes Wort fest — wie sollte da nicht auch hierbei die Wahrheit feststehen, 
da es zwölf Auserwählte sind und siebzig Jünger an Zahl und Myriaden 
15 Scharen abgesehen von diesen, die allzumal wunderbare Übereinstimmung 
gezeigt und bezeugt haben in dem, was von unserm Erlóser getan 
wurde, die dies nicht ohne Bedrängnis getan haben, sondern unter Er- 
tragen von Qualen und allerlei Mißhandlungen, Schlägen, Einkerkerung 
und Tod, deswegen weil auch sie von Gott bestätigt wurden, der den 
90 durch sie verkündigten Logos in der ganzen Menschenwelt bis jetzt (und) 
in alle Ewigkeit verbürgt. 

XXXIV. Dies also sei (genug) geprüft, nachdem wir dafür gemäß 
dem Zugestündnis einen unziemlichen Anfang gemacht haben. Denn 
die (Tatsache), daß jemand das Gegenteil der Schrift vermute und vor- 

25 gebe, daß der gemeinsame Erlöser aller ein Lehrer keineswegs von 
keuschen Worten, sondern der Ungerechtigkeit, Übervorteilung und jeder 
Lüsternheit gewesen sei, und daß seine Jünger eben dies von ihm ge- 
lernt hätten und nach allem begierig und durchweg böser gewesen seien 
als alle Menschen von Ewigkeit her, haben wir der Hypothese gemäß 

30 zugestanden, was das allerungeziemendste ist. Denn es ist ühnlich, wie 
wenn jemand den Mose, der im Gesetz sagi: „Du sollst nicht töten, 
ehebrechen, stehlen, falsch Zeugnis ablegen" verdrehte und verleumdete 
und behauptete, er sage dies in "Ironie und Heuchelei. Denn er wolle, 


1 vgl. Act 116 ff. 12 = Dtn 1915 II Kor 1: 81 = Ex 20 18-- 16 


11. esse mit HS (Druckfehler) 5 μὴ μόνον διανοηϑῆναι ToA- 
μῆσαι προελϑεῖν D 1. + « ἀασυυδυχ 10 ἔν τε τοῖς χατὰ νόμους δικαστηρίοις 
xal ἐν ταῖς χοιναῖς ἀμφισβητήσεσι D 1. duse 17 „nicht ohne Bedrängnis“) οὐχ 
ἀνιδρωτί D 22 ταῦτα μὲν οὖν ἀρχῆς ἀτόποι χατὰ συγχώρησιν δοϑείσης γεγυμ- 
γάσϑω D 88 εἰρωνείᾳ 1. “Ὅσο Bernstein 


Die syrische Theophanie Buch V. 243* 


daf die Gehorsamen tóten, ehebrechen und das Gegenteil tun sollten 
von dem, was er scheinbar zum Gesetz mache, daf sie aber sich ver- 
stellen und erheucheln sollten ein reines Leben. Es gibt aber nichts 
Schamloseres als dies. So könnte aber auch jemand die Lehren der 
Philosophen unter den Griechen verleumden, "ihr enthaltsames Leben 5 
und *alle ihre Worte, und sagen, sie seien im Gegensatz zu dem, was 
geschrieben ist, gewesen und hätten (im Gegensatz dazu) gelebt, hätten 
sich aber heuchlerisch gestellt, als wären sie in einem philosophischen 
Leben. So aber könnte man, um es einfach zu sagen, alle Geschichten 
der Vorfahren verleumden und die in ihnen (vorhandene) Wahrheit ver- 10 

2196 werfen und das, was in ihnen ist, ius Gegenteil aufnehmen (verkehren). 
Aber wie derjenige, der Verstand hat, nicht zógern würde, diesen wahn- 
sinnig zu nennen, so auch bei den Worten unsers Erlósers und seinen 
Lehren, wenn jemand die in ihnen (vorhandene) Wahrheit verderben 
und versuchen wollte, ihnen die entgegengesetzte Meinung aufzudrüngen 15 
von dem, was er lehrte. Indessen aber auch dies wurde entsprechend 
der Hypothese gegeben (ausgeführt) damit zum Überfluß auch durch 
das unziemliche Zugestándnis die Haltlosigkeit des Wortes des Gegners 
erscheine. 

XXXV. Nachdem dies also widerlegt ist, wohlan, wollen wir auch 20 
das Zeugnis der góttlichen Schrift prüfen und die wahrheitsliebende Ge- 
wohnheit der Jünger unsers Erlósers sehen, in der kein Flecken ist. 
Daran also möge, wer wohlgesinnt ist, urteilen, ob nicht aller Größe (und 
alles Vertrauens) wert sind sie, die bekannt haben, sie seien geringe 
Männer, laienhaft in der Rede, aber zur Liebe frommer Lehre und Philo- 25 
sophie fortgeschritten, hätten ein enthaltsames und mühseliges Leben lieb 
gewonnen, das durch Fasten, durch Enthaltsamkeit von Wein und Fleisch, 
durch viele andere Demütigung des Leibes, durch Gebet und Flehen zu 
Gott und viel mehr (noch) durch höchste Keuschheit und Heiligkeit des 
Leibes und der Seele entstehen kann. Wer wollte sie nicht bewundern, 30 
die wegen der Vorzüglichkeit der Weisheit sogar der nach dem Gesetz 
ihnen gestatteten Weiber sich enthalten, von keiner natürlichen Begierde 
gezerrt und von keiner Liebe zu Kindern geknechtet werden, deswegen, 
weil sie nicht einmal sterbliche, sondern unsterbliche Kinder lieb- 


1 τἀναντία πράττειν οἷς νομοϑετεῖ, προσποιεῖσϑαι δὲ σχηματίζεσϑαι καὶ xa9- 
υποχρίνεσϑαι τὸν σεμνὸν βίον Ὁ 4 ὑποϑήχας D „Pfänder“ Z 9. 6 Genitiv X str. 
Ἵ 111 xal εἰς τοὐναντίον τὰ δηλούμενα παρεχδεχόμενος D 18 xal μαϑημάτων 
D „und seinen Jüngern" € (— xal μαϑητῶν) 18 τὸ ἀσύστατον τοῦ di ἐναντίας 
λόγου D 28 πῶς οὐ πάσης ἀποδοχῆς αὐτοὺς ἀξίους χρίνειεν D „wählte ihnen 


aus, w88 .... wert sind“ X 26 χαρτεριχὸν xal ἐπίπονον D 
16 * 


944 Eusebius. 


gewonnen haben. Und diese ihre Art, das Geld nicht zu lieben, wie 

sollte sich nicht jemand darüber wundern? Dies schließt er (auch) dar- 

aus, daß sie nicht flohen, sondern lieb hatten den Meister, der Besitz an 

Gold und Silber verwarf und das Gesetz aufstellte, nicht einmal bis zu 

zwei Röcken ihr Vermögen zu vermehren, worauf vielleicht, wer es hört, 

verzichtet wegen der Schwere des Befehls; von ihnen aber ist klar, dafi 
sie in der Tat das Wort erfüllt haben. Als nämlich einmal diejenigen, 
die um Simon Petrus waren, Ein Lahmer bat aus der Zahl derer, die wegen 
äußerster Not betteln, und Simon Petrus kein Geld hatte, das er ihm 

10 geben konnte, bekannte er, daß er von allem Besitz an Gold und Silber 
rein sei und sagte: „Gold und Silber habe ich nicht“, und er brachte 
darauf den kostbaren Namen, der kostbarer ist als alles, vor und sagte: 
„Was ich habe, will ich dir geben. Im Namen Jesu Christi, stehe auf x19; 
und wandle." 

15 XXXVI. Obwohlihr Lehrer ihnen Trauriges verkündete und sie auf das . 
achteten, wodurch er zu ihnen sagte: „In der Welt habt ihr Trauer“ und 
wiederum: „Jhr werdet weinen und wehklagen, die Welt aber wird sich 
freuen“, wie wurde da nicht offensichtlich, daß sie fest und tief seien in 
ihrem Charakter, da sie vor den Anstrengungen der Seele nicht flohen 

20 noch den Lüsten nachjagten, daß aber auch ihr Meister sie keineswegs 
durch Betrug bezauberte und ihnen das Angenehme riet und sie sich 
(so) zu eigen machte, sondern indem er mit wahrem und freiem Wort 
prophezeite, was ihnen zustoßen werde, bewirkte er, daß sie sich die 
ihm gemäße Lebensführung wählten. Derartig war auch das, was er 

25 über die Verfolgungen voraussagte, die ihnen in Zukunft zustoßen würden 
um des Namens ihres Meisters willen, und bezeugte, daß sie vor 7ye- 
μόνες kommen und bis zu den Königen gelangen und allerlei Strafen und 
Bußen erleiden würden, wegen nichts Bösen, noch auch um einer andern 
geziemenden Ursache willen, sondern allein wegen ihres Zeugnisses 

30 über ihn. Dies sehen wir bis jetzt mit unsern Augen und müssen uns 
wundern über seine Vorhersagung. Denn das Zeugnis über den Namen 
unsers Erlösers und das Bekenntnis zu ihm pflegt den Grimm der 
Führer zu entzünden. Denn wenn auch nichts Schlechtes getan ist von 
dem, der Christus bekennt, so bestrafen sie ihn dennoch und mißhandeln 

35 ihn wegen seines Namens, als sei er der allerschlimmste Übeltäter. 


C 


4 vgl. Matth 1010 11 = Act 3e. 16 — Joh 1683 17 — Joh 1630 
95 vgl. Matth 10 17 ff. 


6 οἱ δὲ xal ἔργον πεποιηκότες τὸν λόγον ἀποδείχνυνται D 1b σχυϑρωπὰ 
δὲ αὐτοῖς προαγγέλλοντος („befahl“ €) τοῦ διδασχάλοι, προσέχοντες di ὧν πρὸς 
αὐτοὺς ἔλεγεν D ‚‚achteten sie auf ihn durch das, was“ X 


Die syrische Theophanie Buch V. 245” 


Wenn aber jemand seinen Namen nicht bekennt und leugnet, ein Jünger 
Christi zu sein, wird er sogleich freigelassen, selbst wenn er wegen 
vieler schlechter Dinge gefangen gesetzt wäre. Was habe ich nötig, 
vieles anzuhäufen, der ich versuche, das Leben der Jünger unsers Er- 
lösers zu schreiben, da das Gesagte genügt zum Beweise der vorliegenden 5 
(Sache)? Dem wollen wir aber ferner folgendes hinzufügen, und hier ” 
(ist es) am Platze, auch darüber unsere Rede zu begrenzen. 

XXXVII. Der Apostel Matthäus leitete sein früheres Leben keines- 
wegs von einem besseren Umgang ab, sondern von denen, die um Zölle 
und Übervorteilung sich bemühen. Dies hat keiner von den übrigen 10 
Evangelisten uns geoffenbart, weder sein Mitapostel Johannes noch 
Lukas noch Markus, die Verfasser der übrigen Evangelien. Matthäus 

Σ 108 aber beschrieb sein eigenes früheres Leben und wurde (so) sein eigener 
Ankläger. Höre also, wie er deutlich sich selbst mit Namen erwähnt in 
. seiner Schrift und so redet: 15 

XXXVIII. „Als Jesus von dort weiter ging, sah er einen Menschen 
beim Zollhaus sitzen, mit Namen Matthäus, und sprach zu ihm: Folge 
mir nach. Und er erhob sich und ging ihm nach. Und es geschah, 
als er zu Tische lag in dem Hause, und siehe da! viel Zóllner und Sünder 
lagen mit Jesus zu Tische und mit seinen Jüngern.^ Und wiederum, 20 
als (Mätthäus) fortfuhr und eine Aufzählung der übrigen Jünger vor- 
nahm, legte er sich den Namen des Zöllners bei und sagte so: „Die 
Namen der zwölf Apostel sind folgende: zuerst Simon, der Petrus heißt, 
und Andreas, sein Bruder, Jakobus, des Zebedäus Sohn und Johannes, 
sein Bruder, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der 25 
Zöllner.“ So zeigte also Matthäus in der Vorzüglichkeit seiner Demut 
seinen wahrheitsliebenden Charakter und nannte sich einen Zöllner, ohne 
sein früheres Leben zu verbergen und (indem) er sich zu den Sündern 
rechnete und sich als zweiten seines Mitapostels aufzühlte. Denn ver- 
bunden mit Thomas wie Simon mit Andreas, Jakobus mit Johannes und 30 
Philippus mit Bartholomäus, stellte er den Thomas voran und ehrte ihn 
als den besseren Mitapostel, während die übrigen Evangelisten das 
Gegenteil taten. Höre also, wie Lukas, indem er den Matthäus erwähnt; 
ihn keinen Zöllner nennt noch dem Thomas nachsetzt, sondern ihn, da 
er ihn als den besseren kannte, zuerst aufzühlt und (erst) nach ihm 35 
den Thomas bringt, wie auch Markus getan hat. Es lauten aber seine 


8-88 — 16. Bruchstück der griech. Theoph. 16 = Matth 99f. 39 -- 
Matth 102f£ 86 vgl. Mark 3 148 


4 „und zu versuchen‘ 2_ 8 oix ἀπὸ σεμνῆς διατριβῆς ὡρμᾶτο 18 „be- 
schrieb"] στηλιτείων Th. gr. 


246 Eusebius. 


Worte so: „Und als es Tag ward, rief er seine Jünger und wählte zwölf 
aus ihnen aus, die er (auch) Apostel nannte: Simon, den er (auch) Petrus 
nannte, und Andreas, seinen Bruder, *Jakobus und Johannes und 
Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas.“ So also ehrte 

5 Lukas den Matthäus, „wie ihm diejenigen überliefert haben, die von 
Anfang an Augenzeugen und *Diener des Wortes wurden.“ So aber 
verkleinerte Matthäus durch Demut sich selbst, bekannte, daß er ein 
Zöllner sei und zählte sich als zweiten nach seinem Mitapostel. 

XXXIX. Auch den Johannes findest du ähnlich dem Matthäus. 2199 

10 Denn in seinem Briefe tut er nicht einmal seines eigenen (Namens) 
Erwähnung, oder er nennt sich einen Ältesten, niemals aber einen 
Apostel oder Evangelisten. In dem Evangelium aber, das auch von 
ihm geschrieben wurde, erwähnte er von sich, daß Jesus ihn lieb hatte, 
offenbarte sich aber nicht mit Namen. 

15 XL. Simon Petrus aber machte sich nicht einmal daran, ein Evan- 
gelium zu schreiben, aus einem Übermaß von Scheu. Markus aber, der 
sein Vertrauter und Jünger geworden war, soll die Worte Simons über 
die Taten unsers Erlösers berichtet haben. Als er in seiner Schrift zu 
den (Worten) kam, wo Jesus fragte, was die Menschen über ihn sagten, 

20 und als Simon ihm *antwortete, welche Meinung seine Jünger über ihn 

hätten, und sagte: „Du bist Christus“, da schrieb er, daß Jesus ihm 

weder antwortete noch etwas zu ihm sagte, außer daß er sie bedrohte, 
sie möchten dies niemandem sagen. Dies aber schrieb Markus, da er 
nicht zugegen war, als Jesus dies sagte, sondern es nur von Simon 
hórte, als er es lehrte. Petrus aber wollte das, was Jesus zu ihm und 
seinetwegen sagte, nicht durch sein eigenes Zeugnis vorbringen. Was 
das aber war, was zu ihm gesagt wurde, zeigt Matthäus durch folgende 

(Worte): ,Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei? Sagte ihm Simon: Du 

bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Antwortete ihm Jesus 

30 und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon Barjonan. Fleisch und Blut 
haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und 


9; 


t 


1 = Luk 6 188. b = Luk 123 9—S. 947, 8 -= Dem. Ill 587—828 
11 vgl. II Joh 11 13 vgl. Joh 1323 16 vgl. Euseb. Hist. eccles. 11 151 
18 vgl. Mark 8 27 ff. 98 — Matth 1615—19 

8 1 .254n»20 mit ΗΒ 61 eéaxsaxso0 mit HS 10 ἐν... ταῖς 
ἐπιστολαῖς D | „seiner selbst“ & τῆς οἰκείας προσηγορίας l + exa 


18 ἐν δὲ τῷ εὐαγγελίῳ ἐπιδημηνάμενος ὃν ἠγάπα ὁ Ἰησοῦς, οὐχ ἐδήλωσεν D 
20 χαὶ αὐτοὶ δὲ οἱ αὐτοῦ μαϑηταὶ τίνα δόξαν ἔχοιεν περὶ αὐτοῦ, ὑπαχούίσαντος 
τοῦ Πέτρον ὡς περὶ Χριστοῦ D str. das € vor $C». 


Die syrische Theophanie Buch V. 947} 


ich sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche 
bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will 
dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und alles, was du bindest 
auf Erden, soll im Himmel gebunden sein, und alles, was du lösest auf 
Erden, soll im Himmel gelöst sein“. Obwohl dies alles von Jesus zu 5 
Simon Petrus gesagt ward, erwähnte Markus keins von diesen (Dingen), 
deswegen, weil auch Petrus, wie es wahrscheinlich ist, dies in seiner 
Lehre nicht sagte. Dies also verschwieg Simon Petrus mit Recht, so- 
daß deswegen auch Markus es auslief. Die (Umstände) seiner Verleug- 
nung aber verkündete er bei allen Menschen und schrieb (so) wider 
X200 sich selbst die Anklage, *da er darüber bitter weinte. Du findest aber, 
daß Markus folgendes über ihn schreibt: „Während Simon im Hofe 
war, kam zu ihm Eine von den Mägden des Hohenpriesters, und da sie 
ihn sich wärmen sah, blickte sie ıhn an und sagte zu ihm: Auch du 
warst mit Jesus, dem Nazarener. Er aber leugnete und sprach: Ich 15 
weiß nicht und begreife nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in 
den äußeren Hof, und der Hahn krühte. Wiederum aber sah ihn das 
Mädchen und begann zu den Umstehenden zu sagen: Auch er gehört 
zu ihnen. Er aber leugnete wiederum. Und nach kurzer Zeit sagten 
. wiederum die Umstehenden zu Simon: Du gehörst in Wahrheit zu ihnen, 20 
weil auch du ein Galiläer bist. Er aber begann zu fluchen und zu 
sagen: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr sagt, und sogleich 
krühte der Hahn zum zweiten Mal.“ Dies schreibt Markus, und dies 
bezeugt Simon Petrus über sich selbst. Denn alle (Worte) des Markus 
sollen Erinnerungen der Worte Simons sein. 25 
ΧΙ]. Sie also, die darauf verzichten, das zu sagen, was ihnen gutes 
Lob eintrug, eine Anschuldigung aber gegen sich selbst schrieben, da- 
mit sie auf ewig unvergessen sei, und die Anklagen ihrer Torheit gegen 
sich selbst aufstellten, die niemand der Späteren gekannt hätte, wenn 
sie nicht durch ihr Wort niedergeschrieben wären, wie sollten wir nicht 30 
mit Recht von ihnen bekennen, daß sie frei seien von jeder Leidenschaft 
der Selbstliebe und von Lügenworten, und daß sie deutliche und 
glänzende Beweise wahrheitsliebender Gesinnung zeigten? Diejenigen 
nun, die von denen, welche einen derartigen Charakter zeigten, glauben, 
daß sie faselten und logen, und sie als Betrüger zu schmähen versuchen, 35 


με 


0 


8-S. 251, 9 — Dem. II] 592—109 12 — Mark 1466—72 


11 „und da“ Y str. 0 21 „zu sagen“) ὀμνύειν D 1. Ara? 89 yıla- 
λήϑους δὲ διαϑέσεως cag; xal ἐναργῇ τεκμήρια παρεσχηκέναι D 


248* . Eusebius. 


wie sollten sie nicht *lächerlich werden, als Freunde des Neides und 
der Eifersucht und als Feinde der Wahrheit erfunden werden? Denn 
wie wären nicht derart die, welche über *diejenigen, die ohne List und 
ohne häßliche Gewohnheit, eben (über) diejenigen, die durch ihr Wort 
5 ihre Art als wahrhaftig und ihre Sitte als rein zeigten, zu sagen wagten, 
daß sie schlaue und gewandte Sophisten seien und das Nichtseiende ge- 
faselt und ihrem Meister das, was er niemals tat, willig beigelegt hätten ? 
Es scheint mir gut, sie zu fragen, ob wir alles den Jüngern unsers 
Erlösers glauben dürfen oder nicht, und ob wir nur diesen Männern 
10 nicht glauben dürfen oder auch allen denen (nicht), die von Ewigkeit 
her bei den Griechen und bei den Barbaren Erinnerungen über das 
Leben und die Worte derer, die zu verschiedenen Zeiten wegen gewisser 
Siegestaten berühmt waren, geschrieben haben, *oder (ob) sie es für 2201 
Recht halten, den andern zu glauben, ihnen allein aber nicht zu glauben? 
15 Wie ist da nicht ihr Neid offenbar? 

XLII. Wie aber? Diejenigen, die in betreff ihres Meisters logen und 
in ihrer Schrift das, was von ihm nicht geschah, als geschehen über- 
lieferten, haben sie auch *die Leiden und die Trübsale betreffs seiner 
erlogen? Den Verrat eines Jüngers, meine ich, die Anklage derer, die 

20 ıhn verleumdeten, das Gelächter und die Verspottung der Richter, die 
Mißhandlungen und die Schläge auf seine Wangen, die Hiebe auf seinen 
Rücken, den Kranz aus Dornen, der ihm schmachvoll aufgesetzt wurde, 
das Purpurgewand, das sie ihm nach Art der χλαμύς anlegten, der 
schließlich sein Kreuz als ein Siegeszeichen trug und an ihm befestigt 

25 wurde, dessen Hände und Füße durchbohrt wurden, den sie mit Galle 
tränkten, dessen Haupt mit einem Rohr geschlagen und der geschmäht 
wurde von denen, die ihn sahen. Dürfen wir glauben, daß seine Jünger 
auch dies und anderes, was dem ähnlich geschrieben steht, wirklich ge- 
faselt haben, oder sollen wir glauben, daß sie hierbei wahrhaftig reden, 

30 ihnen aber in dem Ruhmvollen nicht glauben? Aber wie soll dies 
zwiespältige Dogma bestehen? Denn behaupten, daß ebendieselben 
wahr reden und wiederum über dasselbe lügen, heißt nichts anderes 
als in demselben (Augenblicke) Entgegengesetztes von ihnen sagen. 


19 vgl. Matth 96 f. 


1 χαταγέλαστοι D „ein Gelächter“ 2 1. dasal s 31. „am Ms 
οἵγε τοὺς οὕτως ἀπανούργους xal ἄπλαστον ὡς ἀληϑῶς xal ἀχέραιον ἦϑος διὰ 
τῶν οἰχείων λόγων ἐπιδεδειγμένους, πανούργους τινὰς xal δεινοὺς ὑποτίϑενται 
σοφιστὰς D 18 „oder“) „und“ E |] ec 181. _ Am 19 „durch Ein Wort 
seines Jüngers“ Σ᾽ τὴν ἑνὸς λέγω (Σ — λόγῳ) μαϑητοῦ προδοσίαν D 


Die syrische Theophanie Buch V. 249* 


Welches ist nun die Widerlegung dieser (Dinge)? Denn wenn sie sich 
das Ziel gesetzt hätten, zu faseln und mit Lügenworten ihren Meister 
zu erheben und ihn mit Wundern zu schmücken, so hätten sie niemals 
das vorher Gesagte gegen sich geschrieben noch den spätern Menschen 
geoffenbart, daß er, den sie predigten, betrübt, bekümmert und in seiner 5 
Seele verwirrt war, oder daß sie ihn im Stiche ließen und fortgingen, 
oder daß der Auserwählte aller, sein Apostel und Jünger, eben jener 
berühmte Simon Petrus, ohne Fesseln und Drohungen der *Fürsten ihn 
dreimal verleugnete. Denn wenn auch andere dies gesagt hätten, so 
hätten doch sie dies leugnen müssen, die sich nichts anderes vorge- 10 
nommen hatten als mit Lügenworten sich und ihrem Meister *die großen 
(Taten) gütig zuzusprechen. XLIIL Wenn sie aber wahrheitsliebend 
E202 in den traurigen Erzählungen über ihn erscheinen, so sind sie noch viel 
mehr derartig auch in den (ihn) verherrlichenden (Geschichten). Denn 
diejenigen, die Ein Mal vorzogen zu lügen, hätten das Traurige viel 
mehr vermeiden müssen, entweder durch Stillschweigen oder durch 
Leugnung dieser (Dinge), da die Späteren das Verschwiegene nicht 
tadeln können. Warum logen sie denn nicht und behaupteten, daß 
Judas, der ihn verriet, nachdem er gewagt hatte, den Kuß als Zeichen 
des Verrates zu zeigen, sogleich zu Stein wurde, daß dem, der ihn auf 20 
die Backe zu schlagen sich erfrechte, sogleich die Rechte vertrocknete? 
Daß dem Hohenpriester der Juden, weil er ein Mitläufer war derer, die 
ihn verleumdeten, die Augen erblindeten? Warum aber logen sie nicht 
insgesamt, daß ibm in Wahrheit nichts Trauriges zustieß, sondern daß 
er unsichtbar ward und ihre Gerichtsstätte verspottete, daß diejenigen 25 
aber, die ihn verleumdeten, durch gottgesandte Halluzinationen irre 
gingen und etwas gegen den zu tun glaubten, der nicht da war. Was 
aber? War es nicht lobenswerter als zu faseln, daß er Tote aufer- 
weckte und ein Täter wunderbarer Handlungen war, (vielmehr) das zu 
schreiben, daß ihm nichts Menschliches noch Sterbliches zustieß, son- 30 
dern (daß) er alles mit göttlicher Kraft tat und seinen Aufstieg zum 
Himmel mit göttlichem Ruhme vollführte? Denn nicht könnten dies 
diejenigen leugnen, die ihren anderen Geschichten glaubten. Sie also 


be 


9 


1—9 — 17. Bruchstück der griech. Theoph. ὅ vgl. Matth 2637 Joh 1227 
9 vgl. Matth 268.75 19 vgl. Matth 2048 20 vgl. Joh 1822 22 vgl. Matth 2657ff. 


8 „und Drohungen von Qualen“ X βασάνων éxtóg xal ἀρχοντικῆς ἀπειλῆς 
Th. gr. 1. ecix33 11 οὐδὲν ἄλλο 7 χαρίζεσθαι τὰ σεμνότερα τῷ διδασχάλῳ 
προτεϑειμένους D str. A „und“ vor nis 19 ὁ προδοὺς αὐτὸν φιλήματι, vo2- 
μῆήσας τὸ σύμβολον ἐνδείξασϑαι τῆς προδοσίας D 


250} Eusebius. 


die in keiner Weise die Wahrheit in den betrübenden und traurigen 
(Ereignissen) verderbten, wie sollen sie nicht für würdig gehalten werden, 
auch in den übrigen (und) andern (Dingen), die sie von ihm bezeugten, 
ohne bósen Verdacht zu sein? Genügend also ist auch ihr Zeugnis über 
unsern Erlóser, aber nichts hindert, zum Überfluß auch den Hebräer 
Josephus als Zeugen zu gebrauchen, der im achtzehnten (Buche) seiner 
jüdischen Archäologie, indem er die (Begebenheiten) zur Zeit des Pilatus 
beschreibt, unsern Erlóser in folgenden (Worten) erwühnt: 


C! 


Von Josephus. Über Christus. 


10 XLIV. ,Es trat aber in jener Zeit Jesus auf, ein weiser Mann, wenn 
man ihn einen Menschen heißen darf. Denn er war ein Täter wunder- 
barer Werke und ein Lehrer der Menschen, die mit Vergnügen die Wahr- 
heit aufnahmen, und sammelte viele aus den Juden und viele aus den 
Heiden. Dieser war der Christus. Ihn verließen, als Pilatus ihn auf 2203 

15 die Anklage der ersten Männer (und) Fürsten bei uns zu kreuzigen sich 
in den Kopf gesetzt hatte, diejenigen nicht, die ihn vorher liebgewonnen 
hatten. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wiederum lebendig, 
da die göttlichen Propheten dies und vieles andere über ihn gesagt 
hatten, weshalb bis jetzt von jenem an nicht aufgehört hat das Ge- 
schlecht der Christen.“ 

XLV. Wenn also (auch) gemäß (diesem) Schriftsteller bezeugt wird, 
daß er ein Täter wunderbarer Werke war und nicht nur zwölf Apostel 
und siebzig Jünger sich gewann, sondern auch Myriaden andere aus 
den Juden und Myriaden aus den Heiden sich verband, so ist klar, daß 
5 er etwas Besseres besaß im Vergleich zu den übrigen Menschen. Denn 

wie verband er sich sonst viele von den Juden und von den Heiden, 
wenn er nicht Wunder und wunderbare Taten und seltsame Lehren ge- 
brauchte? Es bezeugt aber auch die Schrift der Πράξεις der Apostel, 
daß es viele Myiiaden jüdischer Männer gab, die überzeugt waren, er 

30 sei der Christus Gottes, der von den Propheten verkündigt wurde. Die 

(Geschichts)schreibung lehrt auch, daß eine große Kirche Christi in 


2 


ς 


n2 
[ubi | 


10—90 = Jos. Ant. XVIII 33; Euseb. Hist. eccles. I 11?f. 28 vgl. Act 241 
81 vgl. Euseb. Hist. eccles. IV 5 


9 stammt nicht von Eusebius her < D 19 ἀνθρώπων τῶν ἡδονῷ τὐἠληϑῆ 
δεχομένων Hist. eccles. „die das Vergnügen in Wahrheit aufnehmen“ X 14 &- 
δείξει τῶν πρώτων ἀνδρῶν παρ᾽ ἡμῖν D „nach der Art (mifverstandenes 
ἐνδείξει) τῶν πρώτων ἀνδρῶν ἀρχόντων παρ᾽ ἡμῖν Σ 25 παρὰ τοὺς λοιποὺς 
ἀνθρώπους D „abgesehen von den übrigen Menschen“ X 


Die syrische Theophanie Buch V. 251} 


Jerusalem war, die von den Juden gesammelt war (und dauerte) bis 
auf die Zeit der Belagerung unter Hadrian. Man sagt aber, daß die 
ersten, die dort Bischöfe der Reihe nach wurden, fünfzehn Juden ge- 
wesen seien, deren Namen bis jetzt bei den Ortsansüssigen verktündigt 
werden, sodaß auch hierdurch jede Verleumdung wider die Jünger auf- 5 
gehoben wird, seitdem von ihnen, und (auch) abgesehen von ihrem 
Zeugnis, bekannt wird, daß der Christus Gottes durch die wunderbaren 
Taten, die er vollbrachte, viele aus den Juden und aus den Heiden in 
seine Hand brachte. 

XLVI. Auch du aber wirst prüfen (können) die Göttlichkeit seiner 10 
Kraft, wenn du bedenkst, was er seiner Natur nach gewesen ist und 
von wie großer Vorzüglichkeit der göttlichen Kraft er bei der (sieg- 
reichen) Ausführung der Dinge war, die alle Worte in den Schatten 
stellen. Denn er beschloß, was niemals einer (beschloß), sein eigenes 
Gesetz und eine fremde Lehre unter alle Völker zu säen und sich selbst 15 
als Lehrer des ganzen Menschengeschlechts für die Verehrung Eines, 

Σ 204 oberhalb von allem (stehenden) Gottes zu erweisen, und wollte (daher) 
diejenigen, die dórfischer und geringer als alle Menschen (sind), als 
Diener seines Willens benutzen, und es ist wahrscheinlich, daß jemand 
glaubt, er habe dies ungeziemend getan. Denn wie sollten diejenigen, 20 
die nicht einmal ihre Lippen aufheben konnten, jemals Lehrer Eines 
Menschen werden, geschweige denn einer Menge von Menschen? Wie 
sollten die mit den Scharen reden, die ohne jede Bildung waren? Aber 
dies war eben der Beweis des góttlichen Willens. Denn er berief sie, 
wie wir auch vorher gezeigt haben, und sagte zuvor: „Folgt mir nach, 25 
so will ich euch zu Menschenfischern machen.“ Da er sie aber fortan 
als seine Nachfolger besaß, hauchte er ihnen göttliche Kraft ein und 
erfüllte sie mit Kraft und Beherztheit, und da er selbst in Wahrheit 
der Logos Gottes und Täter so großer Wunder ist, so machte er sie zu 
Fischern der geistigen und vernünftigen Seelen und fügte die Tat dem 30 
Worte hinzu, das da *sagt: „Folgt mir nach, so will ich euch (zu 
Menschenfischern) machen“ (und) erwarb sie zugleich als Täter und 


10—S. 258, 4 — Dem. III 75—s8 25. 81 — Mark 117 25 vgl. o. S. 171 


6 „vor ihnen . .. bekennen“ € ὅτε xai πρὸς αὐτῶν καὶ δίχα τῆς αὐτῶν uap- 
τυρίας μυρία ὁμολογεῖται πλήϑη ... ὃ Χριστὸς . . . . ὑφ᾽ ἑαυτὸν πεποιημένος D 
12 „bei der (siegreichen) Ausführung“) ἐπὶ χατορϑώσει D 21 μηδὲ διᾶραι δυνά- 
μενοι στόμα D 22 οὐχί γε D „und nicht“ € 81 τῷ φωνῷ tg »δεῦτε χτλ.- 
φησάσῃ ὁμοῦ τε ἐργάτας xal διδασχάλους αὐτοὺς εὐσεβείας ἀπειργασμένους D 1. 


sad eL AU 423 «Ὡς „ A5323.0 


959* Eusebius. 


Lehrer der Gottesverehrung zu eigen und schickte sie dann zu allen 
Völkern in der ganzen Schöpfung und machte sie zu Herolden seiner 
Lehre. Wer wollte sich nicht wundern und mit Recht dem unwahr- 
scheinlichen Wunder mißtrauen, da niemals geschrieben ist, daß jemand 
5 von den Menschen, die besser (berühmter) waren, derartiges *ersann 
noch auch zu dem kam, was diesem ähnlich ist. Denn das (schon) wäre 
einem jeden von ihnen lieb, wenn er auch nur in dem eigenen Lande 
seine eigene Anordnung durchführte und im stande war, die Gesetze, 
die ihm gut zu sein schienen, in Einem, in seinem eigenen Volke zu 
10 bestätigen. Er aber, der nichts Menschliches noch Sterbliches *ersann, 
— sieh zu, ob er (nicht) in Wahrheit wiederum die Stimme Gottes (er- 
tönen) ließ, indem er wörtlich seinen armen Jüngern sagte: „Gehet hin 
und lehret alle Völker.“ So aber mochten wahrscheinlich seine Jünger 
sagen, indem sie ihrem Meister antworteten: Wie kónnen wir dies tun? 
15 Wie sollen wir denn den Rómern verkündigen? Wie mit den Ágyptern 
reden? Welches Wort gegen die Griechen gebrauchen als Männer, die 
nur in der syrischen Sprache erzogen sind? Wie sollen wir die Perser, 
Armenier, Chaldäer, Skythen, Inder und die andern (so)genannten Bar- 
baren überreden, sich von den Göttern ihrer Vorfahren abzuwenden und 2205 
20 den Einen Schöpfer des Alls zu verehren? Auf welche Vorzüglichkeit 
der Worte aber sollen wir vertrauen und zu diesem (Werke) übergehen? 
Oder welche Hoffnung auf Sieg sollen wir haben, wenn wir wagen, allen 
Völkern Gesetze zu geben entgegengesetzt den von Ewigkeit her auf- 
erlegten Gesetzen in betreff der Götter? Welche Kraft haben wir, um 
25 darauf zu vertrauen, daß wir dies Wagnis siegreich durchführen werden? 
Dies also sagten oder dachten die Jünger unsers Erlósers. Durch das 
Hinzufügen eines Wortes aber verbürgte ihr Meister eine günzliche Auf- 
hebung der Verzweiflung, in der sie sich befanden, indem er sagte: Ihr 
werdet ,in meinem Namen" siegen. Denn er trug ihnen nicht einfach 
30 und unterschiedslos auf, alle Vólker zu lehren, sondern mit der vorzüg- 
lichen Hinzufügung, die lautet: „in meinem Namen.“ Denn da die Kraft 
seines Namens so groß ist, daß der Apostel sagte: „Gott schenkte ihm 
den Namen, der besser als alle Namen ist, damit in dem Namen Jesu 


19. 29. 81 — Matth 2319 82 — Phil 29f. 


9 χήρυχας ἀναδείξας τῆς αὐτοῦ διδασχαλίας D „und zeigte, daß sie Herolde 

. . seien“ Y 9 ,besser"] διαφανῶν D | διανοηϑείς D „gebrauchte“ X I. 
arsch 8 ἐπάγγελμα D „Verheißung“ X 10 vgl. zu2.5 11 δρα εἰ 
μὴ D 1.ὕ ec ec 24 ἐπὶ ποίᾳ δὲ xal δυνάμει περιέσεσϑαί ἔστι τοῦ τολμή- 
ματος D 27 μιᾷ προσϑήχῃ λέξεως DX 1. μιᾶς 29 „siegen“ --- χατορϑώειν 


Die syrische Theophanie Buch V. 253* 


jedes Knie sich beuge im Himmel, auf Erden und unter der Erde“, zeigte 
er mit Recht also die Vorzüglichkeit der verborgenen Kraft, die den 
meisten verborgen ist, in seinem Namen und fügte (daher) das Wort 
binzu: „in meinem Namen.“ Dann weissagte er auch genau die Zukunft 
und sagte: „Dies mein Evangelium muß in der ganzen Welt verkündigt 5 
werden zum Zeugnis für alle Völker.“ Dies Wort aber ward damals 
in einem Winkel der Erde gesagt, sodaß nur diejenigen, die zugegen 
waren, es hörten. Wie sollten sie ihm glauben, als er dies sagte, wenn 
sie nicht aus den andern göttlichen Werken, die von ihm getan wurden, 
die Erfahrung der Wahrheit seiner Worte gemacht hatten? Denn du bist 10 
zuzugeben gezwungen, daß sie ihm das glaubten, was er sagte, wenn du 
überlegst. Denn als er befahl, weigerte sich niemand, sondern sie gehorchten 
(und) lehrten auf seinen Wink und nach seinen Anordnungen das ganze 
Geschlecht der Menschen, brachen aus ihrem eigenen Lande zu allen 
Völkern auf und in kurzer Zeit waren seine Worte in Taten zu sehen, 15 
Verkündet wurde also in kurzer Zeit sein Evangelium in der ganzen 
Welt zum Zeugnis für alle Völker, und Barbaren und Griechen nahmen 
die Schriften über den gemeinsamen Erlöser aller in den Schriftzeichen 
ihrer Väter und in den Worten ihrer Vorfahren auf. 
XLVII. In Verlegenheit aber würde sich jemand geziemenderweise be- “Ὁ 
Σ 206 finden (darüber) wie die Art der Lehre der Jünger unsers Erlósers war. 
Gingen sie mitten in die Stadt, "standen dann auf dem Markte, erhoben 
eine laute Stimme und riefen die (zusammen), die zufüllig kamen, und 
redeten darauf mit dem Volke? Was war das Wort ihrer Volksrede, von 
dem es wahrscheinlich ist, daß sich die Zuhörer (davon) überzeugen ließen? 25 
Wie konnten Münner Volksreden halten, die in Worten unerfahren und 
fern von jeder Bildung waren? Aber sie redeten nicht mit der Menge, 
sondern mit den Einzelnen, die gerade kamen. Welche und welcherlei 
Worte gebrauchten sie nun zum Überzeugen ihrer Hörer? Denn ihr 
Kampf war nicht klein, da sie den schmachvollen Tod dessen nicht 30 
leugneten, den sie verkündigten. Denn wenn sie diesen auch verborgen 


b — Matth 24 14 


19 ἀλλὰ πειϑαρχήσαντες αὐτοῦ τῷ νεύματι... ἐμαϑήτενον D „sondern sie 
vertrauten auf seinen Wink und“ € 18 χατὰ τὰ παρηγγελμένα D „nach seinen 
Versprechungen“ X 22 ἔπειτ᾽ ἐν ἀγορᾷ στάντες D „riefen“ XY | en 
27 „Aber etwa nicht mit der Menge, sondern mit wenigen, die zufällig kamen, 
und dann redeten sie‘? Σ dAA& μὴν (Var. un) οὐ χατὰ πλῆϑος, κατὰ μέρος δὲ 
τοῖς προστυχοῦσι διελέγοντο D 


954* Eusebius. 


und nicht vor jedermann bekannt hütten, was und wieviel er von den 
Juden litt, sondern allein das Ehrbare und Preiswürdige vorbrachten — 
ich meine aber seine *wunderbaren Werke und staunenswerten Taten 
und philosophischen Lehren — auch so wäre die Rede nicht leicht ge- 
5 wesen, um die Zuhörer willig ihren Worten zustimmend zu machen, 
weil ihr Wort fremd war und (weil) sie jetzt neue Reden hörten von 
Menschen, die ihnen nichts Glaubwürdiges *brachten zum Zeugnis dessen, 
was von ihnen *gesagt wurde. ΠῚ}, Indéssen aber würde ihnen das Ge- 
sagte glaubwürdiger erschienen sein. Jetzt (aber) verkündeten sie bald 
10 daß der von ihnen Gepredigte Gott in einem menschlichen Leibe ge- 
wesen und nichts anderes seiner Natur nach sei, als der Logos Gottes, 
(und) deswegen auch alle diese Wunder und Krüfte getan habe, bald 
aber im Gegensatz dazu, daß er Schmach und Unehre ertrug und das 
schimpflichste Ende und die Strafe durchs Kreuz, die den allerschlimmsten 
15 Menschen wegen ihrer Taten auferlegt wird. Wer sollte sie nicht ge- 
ziemend verspotten als solche, die Entgegengesetztes sagen? Wer würe 
so lüricht gewesen in seinem Sinne, willig zu glauben denen, die sagten, 
*sie hätten ihn nach seinem Tode auferstanden von den Toten gesehen, 
ihn, der nicht einmal, als er noch lebte, sich helfen konnte? Wer hätte 
20 sich aber von jenen Laien und Geringen jemals überzeugen lassen, die sagten: 
Ihr müßt die Dinge eurer Väter verachten (und) die Torheit der Weisen 
von Ewigkeit her tadeln und euch nur von uns überzeugen lassen und 
von den Befehlen, die von dem Gekreuzigten ausgegeben sind. Denn 
er ist allein der geliebte und einzige Sohn des alleinigen, oberhalb von 
25 allem (stehenden) Gottes. 

IL. Während ich also in Liebe zur Wahrheit das Wort *bei mir 
prüfe, sehe ich keine überzeugende Kraft darin und nichts Großes und 
nichts Glaubwürdiges und nicht einmal soviel Überzeugendes, daf es 
auch nur Einen von den unkundigen, geschweige denn von den weisen 

10 und vernünftigen Leuten überzeugen konnte. Indessen aber wiederum, 
wenn ich auf die Kraft des Wortes blicke und auf die Vollendung der 
Werke, wieviele Myriaden sie überzeugt haben und wie Kirchen mit 
Myriaden Männern von eben jenen Geringen und Dórfischen gesammelt 


8 | eeus9ó mit HS 4 ἐπαγομένων D „denen nichts Glaubwürdiges 


war Xl (aue 81 „ tT»0Ó03 mit HS | πλὴν ἀλλ᾽ ἔδοξεν ἂν πι- 
ϑανώτερον λέγεσϑαι τὰ εἰρημένα D 14 xal τέλος τὴν αἰσχίστην xal.... διὰ 
σταυροῦ τιμωρίαν D „und das Ende, die schimpflichste Strafe durch das Kreuz“ Y 
17 οὕτως ἠλίϑιος D „der von Stein“ X ( - οἶτος Aldıvoc) 181. νι ΘΟ 211. 


«hallla 96 ἐξετάζων παρ᾽ ἐμαυτῷ D]. Aa 3& mit HS 


2207 


Die syrische Theophanie Buch V. 255* 


und nicht an verborgenen und unbekannten Plátzen, sondern besonders 
in den großen Städten gebaut sind — ich meine im königlichen Rom, 
in Alexandrien und Antiochien und in ganz Ägypten und Libyen, in 
Europa und Asien, in den Dörfern und Ortschaften und in allen 
Völkern — so bin ich wiederum notwendig gezwungen, zur Prüfung der 5 
Ursache (zurück)zueilen und zu bekennen, daß sie nicht anders dieses 
Wagnis durchsetzen konnten als durch göttliche Kraft, die größer ist 
als (die der) Menschen, und durch die Hilfe dessen, der zu ihnen 
sagte: „Gehet hin und lehrt alle Völker in meinem Namen.“ Als er 
aber dies zu ihnen gesagt hatte, verband er damit die Verheißung, durch 10 
die sie bereitet wurden, zu vertrauen und sich willig dem hinzugeben, 
was (ihnen) befohlen war. Er sagte ihnen nämlich: „Siehe ich bin bei 
euch alle Tage bis ans Ende der Welt" Es wird aber auch gesagt, 
daß er ihnen den heiligen Geist eingehaucht und ihnen eine göttliche 
und wunderwirkende Kraft gegeben habe, indem er einmal sagt: , Nehmet 
hin den heiligen Geist“, ein andermal aber spricht: „Heilet die Kranken, 
reinigt die Aussätzigen, treibt die Dämonen aus. Umsonst habt ihr es 
empfangen und umsonst gebt es." 


L. Du siehst also ebenfalls, wie ihr Wort stark geworden ist, da 
auch die Schrift der Πράξεις dem Ähnliches und damit Übereinstimmendes ?0 
bezeugt, wie sie, indem sie über sich selbst erzählten, durch wunderbare 

Σ 208 Taten im Namen Jesu, die von ihnen getan wurden, diejenigen, die zu- 
gegen waren und es sahen, in Erstaunen setzten. In Erstaunen setzten 
sie aber, wie es natürlich ist, die Zuschauer zuerst durch Taten. Dann 
machten sie sie (derart), daß sie willig fragten, wer der sei, durch dessen 25 
Kraft und in dessen Namen das Wunder geschah. Indem sie sie darauf 
belehrten, fanden sie, daß sie durch den Glauben ibrer Lehre zuvor- 
gekommen waren. Denn da sie sich nicht durch Worte überzeugen 
ließen, sondern (da) sie durch Taten zuvor (gewonnen) waren, so brachte 
man sie leicht dahin, dem Gesagten zuzustimmen. Man sagt aber, daß 30 
Einige Opfer und Spenden ihnen bald wie Göttern darbrachten und (daß) 
sie Einen von ihnen für Hermes, den andern für Zeus hielten, so sehr 
setzte der Beweis der wunderbaren Taten ihren Sinn in Erstaunen. Da 
sie so waren, *so wurde fortan alles, was (die Jünger) über unsern 


m 


ὅ 


9 — Matth 2819 12 = Matth 23820 15 — Joh 2022 16 — Matth 108 
82 vgl. Act 14 12f. 


25 Ei οὕτως προϑύμους εἶχον αὐτοὺς ἐπὶ τὸ φιλοπευστεῖν D 34 str. & 


„und“ vor Mao 


256* Eusebius. 


Erlóser verkündigten, schnell und geziemend aufgenommen. Die Auf- 
erstehung von den Toten bezeugten sie nicht mit blofen und unbeweis- 
baren Worten, sondern sie überzeugten eben durch *Taten, indem sie 
lebendige Werke zeigten. LI. Wenn sie aber verkündigten, daB er 
5 Gott sei und der Sohn Gottes und vor seinem Kommen unter die 
Menschen beim Vater gewesen sei, wie sollten sie dem nicht (noch) 
mehr hinzufügen, indem sie meinten, daß das Gegenteil unmöglich 
und unglaublich sei? Denn mit Recht erachteten sie, daß das, was 
geschah, unmöglich für menschliche, sondern (nur) für göttliche 
10 Taten gehalten werden dürfe, auch wenn es vielleicht niemand sage. 
LIl. Dies also war es und nichts anderes, was gefragt wurde, 
durch welche Kraft die Jünger unsers Erlösers denen glaublich 
wurden, die von Anfang an hörten, und wie sie die Griechen zumal 
und die Barbaren überzeugten, über ihn wie über den Logos Gottes zu 
15 denken, und wie sie mitten in den Städten und in allen Dörfern 
Schulen der Verehrung des oberhalb des Alls stehenden Gottes ein- 
richteten. 


Und doch, wer sollte sich nicht wundern, indem er bei sich über- 
legt und betrachtet, daß dies nicht menschlich war, wie niemals zu 
20 anderer Zeit früher viele Völker der ganzen Welt in der Hand Einer 
Macht, der Römer, waren als seit der Zeit unseres Erlósers. Denn so- 2209 
gleich als er unter die Menschen ging, ereignete es sich, daß auch die 
(Macht) der Römer wuchs, da in jener Zeit Augustus zuerst Allein- 
herrscher vieler Völker war und zu seiner Zeit Kleopatra gefangen ge- 
25 setzt wurde und die Nachfolge der Ptolemäer in Ägypten aufgehoben 
wurde. Denn seit jener Zeit bis jetzt ist das seit Ewigkeit und sozu- 
sagen seit dem ersten Samen der Menschen bestehende Reich in Ägypten 
ausgerottet. Seit jener Zeit aber wurde auch das Volk der Juden den 
Römern untertan und ebenso auch das der Syrer, der Kappadokier, der 
30 Makedonier, der Bithynier und der Griechen, und um es zusammen- 
fassend zu sagen, all der übrigen, die in die Hand der römischen Macht 
(kamen). Daß nicht ohne Gott dies zusammen mit der Lehre unsers 
Erlösers sich ereignete, wer wollte dies nicht bekennen, indem er 
bedenkt, daß es den Jüngern nicht leicht war, in fremden Ländern zu 


9 1. e33.003 mit HS 19 ὁποίᾳ δυνάμει περιγεγόνασε . . . ol 
Ἰησοῦ μαϑηταί D 18 xaíro: D „und dies“ X (— χαὶ τὸ) 89 τοῦτο 


db ὅτι μὴ ἀϑεεὶ vj περὶ τοῦ σωτῆρος ἡμῶν διδασχαλίᾳ συνεισῆλϑεν D 
„Dies aber, was nicht abgesehen von der göttlichen Lehre unsers Erlösers sich er- 
eignete' X 


Die syrische Theophanie Buch V. 257* 


reisen, da alle Völker gegeneinander gespalten waren, und da es keinen Ver- 
kehr unter ihnen gab wegen der vielen Satrapen an jedem Ort und in jeder 
Stadt. Infolge ihrer Vernichtung aber taten sie bald und ohne Furcht 
und in Ruhe das, was ihnen auferlegt war, da der oberhalb des Alls 
(stehende) Gott ihren Weg vorher friedlich gemacht hatte und den 
Grimm der Dämonenverehrer in den Städten durch die Furcht vor einem 
größeren Reiche zurückhielt. Überlege nämlich, daß, wenn nichts die- 
jenigen, die durch den Irrtum (der Verehrung) vieler Götter in Auf- 
regung versetzt waren, gehindert hätte, mit der Lehre Christi zu streiten, 
du vielleicht dann in jeder Stadt und in jedem Dorf gegenseitige Auf- 10 
stände, Verfolgungen und nicht geringe Kriege sehen würdest, wenn die 
Dämonenverehrer die Macht bei sich gehabt hätten. Jetzt aber ist auch 
dies das Werk des oberhalb von allem (waltenden) Gottes, daß er durch 
größere Furcht vor dem vorzüglichen Reiche die Feinde seines eigenen 
Wortes unterworfen hat. Denn er will, daß es jeden Tag wachse und 15 
unter allen Menschen blühe. Wiederum aber, damit man nicht meine, 
daß es durch das *Zugeständnis der Herrscher und nicht vielmehr durch 
die Vorzüglichkeit der göttlichen Kraft stark sei, wenn (einmal) Einer 
von den Tyrannen durch Bosheit hingerissen ward und sich vornahm 
mit dem Worte Christi zu streiten, so gestattete der Gott des Alls, daß 
Z210 sein Wille auch dies tue, einmal zum Erweis der Athleten in der Gottes- 
furcht, zumal aber damit von jedermann offenbar gesehen werde, daß 
das Bestehen des Wortes keineswegs eine Folge des menschlichen 
Willens, sondern der göttlichen Kraft sei. Wer wollte nicht sogleich 
bewundern, was in derartigen Zeiten zu geschehen pflegt? Denn die 25 
Athleten der Gottesfurcht, die früber den Menschen ihrer Vorzüglichkeit 
nach verborgen waren, wurden *in jener Zeit jedermann offenbar und 
sichtbar, geschmückt mit den Siegeskränzen von Gott. Die Feinde der 
Gottesfurcht aber empfingen die gebührenden Strafen, indem sie durch 
gottgesandte Schläge gezüchtigt wurden und (indem) ihr ganzer Körper 30 
mit schweren, unheilbaren Leiden verderbt ward, sodaß sie sogleich auch 
zum Bekenntnis ihres Frevels gegen unsern Erlöser zu kommen ge- 
trieben wurden. Alle übrigen aber, die des göttlichen Namen gewürdigt 
sind und sich rühmen, die (Dinge) Christi zu treiben, wurden (nur) kurze 


Ct 


L9 
e 


1 πορείαν ἐπὶ τῆς ἀλλοδαπῆς στείλασθαι D „geschickt zu werden (= orel- 
λασϑαι) und zu reisen (= πορεία») ... € 10 ,dann'] wörtlich ,aber* Z 
14 φόβῳ τῆς ἀνωτάτω ἀρχῆς D 17 1. σὐδιδλιϑοϑσο Bernstein mit HS 
19 πονηρίᾳ ληφϑεὶς D 27 1. am» (Druckfehler) 80 „gezüchtigt wurden‘) 


οἰστρούμενοι D 
Eusebius III*. 1? 


958* Eusebius. 


Zeit durch Versuchungen erprobt, zeigten die Reinheit und Lauterkeit 
ihrer Gesinnung und empfingen dann ihre eigene Freiheit zurück. Bald 
suchte Gott sie (gnädig) heim, während er durch sie alle Tage größer 
den Erlóserlogos strahlen lief. 


Zu Ende ist das Schreiben der fünf Bücher des Cüsareensers Eusebius, 
die genannt werden: die Theophanie. 


3 εἰς μεῖζον ὁσημέραι di’ αὐτῶν ἐχλάμποντος τοῦ σωτηρίου λόγου D 


Druckfehler und Berichtigungen. 


344 lies „Aus V 371.“ 

3512 füge ein τὴν vor ψυχήν 

45397 lies „I Tim 616“ 

6338 lies NAT 

8281 lies 23780 statt 237 20 

11218 lies „natürlich“ 

13617 lies früher statt „von oben her“ (mißverstandenes ἄνωϑεν) 

14333 lies „Dem. IV“ statt „Dem. VI“ 

18022 lies „Taten *gehórt' statt „*Taten gehört“ 

187s2 Konjektur Sam — „also“ statt des überlieferten’ x „fortan“ 
fraglich, da auch der Curetonianus so liest 

19022 ist vielleicht zu lesen „dem Gericht) der Hölle“ — «and τῆς κρίσεως 
τῆς γεέννης (Matth 23 88), also 1 (a3 nach (C9 einzuschieben. 


21125 Konjektur fraglich, da auch die Pes (C3. 1X3 „des Samens“ liest 
22828 ist vielleicht zu lesen „lehret sie (halten) alles“ (vgl. 1773), also 
am 33 einzuschieben nach Σ᾽ 133: 


24338 lies: δι᾽ ἐναντίας 


REGISTER. 


I. Vergleich der Überlieferung. 


t. Die syrische Übersetzung im Original. 
2. Das Original in der deutschen Übersetzung. 


II. Stellenregister. 


. Altes Testament. 

. Neues Testament. 

. Selbstzitate des Eusebius. 

. Andere kirchliche Schriftsteller, 
$. Nichtkirchliche Schriftsteller. 


4 ὦ DB m 


III. Namenregister. 
IV. Wortregister. 
V. Sachregister. 


-* 


I. Vergleich der Überlieferung. 


1. Die syrische Übersetzung im Original. 


Syrer Original | 126, 10-17 =17,1-9 ' 148, 14-150, 26 — 26, 13-29, 4 
7,4-19 == 3,2-20 127,24-131,6 =17,11-21,3 I15I,5-152,5 ==29,6-30, 10 
95,6-10 == 4,2-7 132, 1-6 —=21,5-11 152, 14-154,4 ==30, 12-32,6 
105, 16-108, 16= 4,9-7,23 |134,2-135,23 —21,13-23,15 | 155,5-25 == 32,8-33, 2 
109, 21 f. = 81.2 136, 14-137, 10—23,17-24,13 167, 12-25 == 33,4-22 
110,6-116, 11 = 8,5-15, IO |141,1-3 —24,15-17 171,6-13 = 33,24-34,3 
123,26-124,8 = 15, 12-21 141,7-10 —24,19-24 1, 197,23-198, 17 == 34, 5-35,6 


124,22-125,25 — 15,23-16,31 141,24-143,4 = 24,26-26, 10 201,16-22 =35,8-15 


2. Das Original in der deutschen Übersetzung. 


Original V 17,1-9 —=169,18-27_ | XII26,13-29,4—191,31-194,17 
I -- 45,25-46,20 VI — 171,1-174,14 | X1I29,6-30,10—194,24-195,12 
II = 136,15-21 vu == 175,9-16 X1l30,12-32,6==196,7-198,2 
III 4,9-7,23 =148,1-ı51,1r | VIII == 177,12-179,5 | XIII == 199,9-200,7 
III 8,1 . ==152,20 IX —:179,26-180,19 , XIV —= 212,13-32 
III 8,5-15,10 = 153,1-160,2 ΙΧ = 184,9-12 XV = 216,19-29 
IV = 166,33-167,8 | ΧΙ 24,19-24 = 184,17-21 | XVI = 245,8-33 

V 1$,23-16,31— 167,28-169,5 | X124,26-26,10==185,11-186,19 XVII —:249,1-9 


II. Stellenregister. 
1. Altes Testament. 


Gen. Ex. Ι 19, 'à - 0... 242, 12 
! ! 42, . 21, 21. 177, 21 


1,26. . . 62,28. 63,4 20,13—16 . . . 242,31 

1,27 vgl. 59, 19. 62, 32 f.| 
65, 24. 63, 7. 70, 22. 25. | Din. Jos. 
152, 18. 

2, 63, 1 11,29 vgl. 200, 32. I2, 24 vgl. 109, 9. 


9... . 
I2, Iff. vgl. 16, 16. 168, 17. | 18, 15 vgl. 33, 25. 216, 21:24, 2 vgl. 168, 17. 


Richt. ı, 18. 


Richt. 
I, 18 LXX vgl. 109, 12. 
Ι. Kön. 
6 vgl. 109, 17. 
I9, IO 25, 23. 186, 3 
Jes. 
2, A . . . . 128,13 
2, 19 vgl. 131, 34. 
$, If... . . . 185,13 
5, 2. "m 24, 27 
δ 7. . . 25:5. 1865, 19 
,23. . . . . 174, 30 
9, Il. . 174, 30 
28, 16. . . . 186, 33 
53, 4—6 IO, 13. 155, 6 
Matth. 
4, ! vgl. ı51, 18. 
4, . 151, 22 
4, 18 f. vgl. 137, 9 ff. 
4, 18—22 170, 23 
4, 19 208, 14 


4, 21 vgl. 21, $ f. 175, 10. 
4; 23 vgl. 15, 15. 167, 1. 
$, 3 ff. vgl. 219, 31. 


$, II. I2: 205,29. 206, 13. 34 
5. 14 . 175, 9. 28. 176, 3 
5 Hm 14 19—25 
5; 

51 176, I 
5, " ff. vgl. 232, 11 ff. 

5, 28 vgl. 161, 6. 220, 3. 


5,33 fl. vgl. 220, 11. 


5, 37 vgl. 232, 30. 
5, 42 vgl. 220, ς. 


5, 48 vgl. 222, 1. 

6, 2ff. vgl. 220, 5. 

6,9 .. 145, 33 

7. 15-18 . 208, 22 

8, $ff. vgl. ı5, 12 ff. 23 ff. 
147, 7. 166, 33. 

8, 10—12 . 1617, 18 

8, 11 170, 9 

8,12 . . 168, 27 

8, I3 . 16,2. 167, 24. 33, 


8, 24 ff. vgl. 147, 17. 

8, 29 132, 4. 230, 5| 
9,6. . 146,32] 
9, 9f. 34, 12. 245, 16 | 


9, 20 ff. vgl. 146, 35. | 


Stellenregister. Matth. 26, 48. 261* 
"53, 7 vgl. 10, I. II. 154, 21.|91, 4—7 ISI, 32 
| 195, 4 91, 13. . . . 151, 28 

57,19. . 29, 16. 195, d 148, 1—4. 7. I1— I3: 58,20ff. 
Hag. | Psal. Sal. 
2, 9. . 27, 31. 193, 12 14, 2. 3 vgl. 74, 33. 
Psal. | Weisheit Sal. 
2, 8: 21,14. 20. 177,13.20. 14, 5 vgl. 66, 26. 
203, 20. 
8, τ 6. 2.2. 7533. lesus Sirach. 
δ, dir c 62, 19 | 15, 16 f. vgl. 141,2 
ET ale 35 VES 1425. 
A i ς ἢ . pi 35. Äth. Hen. 
40, vg 29, . 194, 2 
49,21. . . . 80, " 8, 1. 69, 6 vgl. 59, 25. 
72, 7. 29 14 128, 16. 195, 1 
72, 8. , 128, 1 4 Syr. Bar. 
80, 2. 203, 1 14, 12 vgl. 60, 22. 
2. Neues Testament. 
9,37 . 204, o1 16, 15—18 . . 181, 20—25 
9,370 . . 213,2 16, 158—19 . . . 246, 28 
Io vgl. 233, 6 | 16, 18: 137, 6. 181, 31. 182, 
10, 2f.. . 34, I9. 245, 22 IS. 18. 
IO, 5f. 188, 22. 189, 30 | 19, 9f. . . 210, I9. 2I 
10, 8 255, 16 19,11. 12 210, 22 
IO, 9. IO . 232, $21, 23 vgl. 184, 17. 
IO, IO vgl. 244, I 21, 33—43 . 184, 22 
10, 16 . . 209, 1121,40 - . . . . . 26,8 
10, 17. 18 . 205, 26 21, 40ff. . . . 186, 17 ff. 
IO, 17 ff. vgl. 244, 25. 21, 45—22, IO. 187, 17 
IO, I8 vgl. 137, 20. 22, 7 189, 9. 15 
IO, 2I. 22 207, 3 | 22, 10—14 . 190, IO 
IO, 24—26 . 209, 26|23, 33 f. . 191, 16 ff. 
IO, 27. 28 . . 176, 10 | 23, 33—36 . 190, 22 
IO, 34 vgl. 183, 18. 23, 37—39 . 26,23. 192, 3 
I0, 34 f. . 182, 27 | 23, 38: 27,17. 22. 28. 137,4 


I vgl. 28, 7. 
If. vgl. 193, 21. 24. 


11, 27 vgl. 21, 19. 
12, 24 ff. vgl. 209, 34. 


24, 
24, 


12, 29 152, 27. 161, 24 | 24, 2 28, 10. 18. 137,5 
12, 33 112, 24124, 3—5 215, 26 
13, 213, 1224, 5 vgl. 34, 1 

13, i- 8 . 211, 1424, 6—9 . 217, I1—18 
I3, 3—9 vgl. 35 It ff. 24, I10—14 . . 217, 19—25 
I3, 211, 22 | 24, 14 vgl. 129, II. 253, 5. 


24, 21: 32, 13. 22. 199,14. 26 
24,23—27 vgl 34, ı. 216, 


9 
13, 18-23 vgl. 33, 11 ff. 21 I, 


13, 2430 . 213,10] 1-9. 

13, 36 vgl. 213, 33. | 26. 27 vgl. 248, 19. 

13, 36—43 . 214, 1 | 26, 6 ff, vgl. 180, 22 ff. 

| 13, 47—51 207, 33 26, 13 180, 31 


26, 34 vgl. 35, 15. 

26, 34. 75 vgl. 249, 9 
202, 8 26, 37 vgl. 35, II. 249, 5. 

ι26, 48 vgl. 249, 19. 


14, I9 ff. vgl. 147, 20. 
14, 25 ff. vgl. 147, 14. 
15,24. . 

16, 13 ἢ, vgl. 181, 18. 


202}: Matth. 26, 56. Stellenregister. IL Joh. 1, ı. 

26, 56. 75 vgl. 235, 23. | 23, 46 vgl. 4, 19. 148, 13. 127 . . 85, 28 
26, 57 ff. vgl. 249, 22. 24, 27 vgl. 180, 1 3, 19 vgl. 130, 26. 138, 13. 
26, 75 vgl. 35, 15. | 24, 44—48 179, I9! 4, I ff. vgl. 16, 16. 168, 17. 
27, 60 vgl. 14, 10. 158, 30. 24, 47 vgl. 24, 9. ! 524 . 71, 18 
28, 16 vgl. 176, 32. 8, 35 69, 17 
28, 17—20 . . 176,33 Joh. 

28, 18 . 21, 17. 177, 16] I. Kor. 

28, 19 vgl. 22, 3. 129, 10., 1, 1 vgl. 49, 23. 

189, 28. 228, 27. 252,12. 1,1. . 47, 19! 1, 24 vgl. 3, 18. 10, 22. 46, 

29. 31. 255, 9. n9 .-..--. 1767| 18. 47, 17. 52, 15. 155, 17. 
28, 20: 22, 18. 23, 9. 178,8., 110. . 53, 16: 2, 9 vgl. 146, IO. 151, 20. 

32. 179, 8. 255, 12. I, I8 vgl. 3, 2 ff. 45, 25 ff.| 2, 11. 16 vgl. 3, 2 ff. 45, 

I, 29 IO, IO. 155, 2 25 ff. 
4, 19—23: 200, 15 ff. 201,| 8, 6 vgl. 45, 14. 
Mark. 9 ff. 11, 24 vgl. 15, 18. 158, to. 

4. 35 . 204, 17. 213, 5| 11,25 vgl. 162, 3. 188, 29. 

b 18 " [3522 4. 216, 1o | 15, 54 vgl. 77, 34. 

1,17 j 251,25 > 8, 12 176 6! 

I, 24 . 32, 5| 10. : c ug 

3, 14 ff. vgl. 245, 36. 10, 14—16 » Md II. Kor. 

δ᾽ 22 ἢ. vgl. 147,9. ΕΣ IS. . . $5, 7. 148, 20 | 7, 1 vgl. 22,6. 

27 ff. vgl. 246, 18. 10, 18: 148, 16. 203,13 19, 3 . 71, 20 
14, 4 ff. vgl. 180, 22. 10, 2 53. 14 3,13 I3, I 242, 12 
I4, 66—72 247, 12 ?] ᾿ (209) IO 

αἰ, ıf. vgl. 147, I2. Gal. 
' I2, 23. 24 203, 27 
Luk. I2,24  . 5,8. 148, 21 | 3, 28 vgl. 164, 1 
12, 27 vgl. 35, 12. 249, 5. 
I 2 246, 5| 12, 31 vgl. 57, 15. | Eph. 
3, 17 - . 204, 24 | 13, 23 vgl. 246, 13. 
5, rff. vgl. 17, 11 ff. | 13, 33 204, 30| ^ 6 vgl. 50, 6. 
5, I—11 vgl. 171, 1. | 13, 36 204, 32. 205, το] 9: 12 vgl. 113, 17. 
5, 5 vgl 17, 15. 20, 6. | 14, 27: 29, 17. 184,7. 195,4 

173, 28 16,20 . ον, 244,17 Phil. 

5, 10: 17, 23. I9, 20. 29. τό, 33 152, 25. 244, M 2, 9f. 252, 32 

173, 4. 17. 18, 22 vgl. 249, 20. 3, 20 ᾿ L 2I 
6,135... . . . 246, 1120,22 . . 255,15. ᾿ 7h 
7; 38 vgl. 180, 27. ‚21, I8f. . 205, 3. 17| Koi 
10, I vgl. 188, 28. 233, 7. | ) 

IO, 17 vgl. 188, 28. Aet. 1,15 vgl. 575, 7 
12, 51 vgl. 183, 18. | 2, 3 vgl. 53, 6. 
12, 51—53 . 182, 32, 1, 16 ff. vgl. 242, 1. 4, S vgl. 162, 7. 
13, 2 170, 14 2, 4I vgl. 250, 28. 3, I1. vgl. 164, 1 
13,35. . . 196,6 3, 6 0. 244, II 

19, 41 vgl. 191, 28. 4 1 fl. vgl. 241, 4 fl Il. Thess. 
19, 41—44 . 194, I9, 4, 17ff. vgl. 241, 4 ff. 

19, 42 f. . . 29, 11. 20. 27, 5,25fl. vgl. 241, 7 ff. 2, 3 vgl. 216, 15. 
I9, 43f. . . 30,2 5,29 241, IO 

21, 2°. » 30,13. 22| $,41 . . . . 190,34 I. Tim. 
21, 20 ἢ.: 196, 9. 17. 197,| 6,8 ff. vgl. 241, 11. 

21. 32. "7,59 vgl. 188, 35. 191, r. δ, » vgl. 45. Τ' 
21, 20—24 . 195, 29 8, 10 vgl. 33, 28. 216,23, | 9 16 (sic) vgl. 45, 16. 


21, 21 vgl. 41, 31. 32, 5. 12, 


21, 23: 3I, 25. 32, 9. II. 199, 


IO, I2. » 
21, 23 f. . 31, 20 ! I9, 
21,24: 30,28. 31, 7. 8. 18. 
33, I. 196, 25. 197. 
I2. 200, 5. 
22, I9. vgl. 13, 18. 158, 10. 1, 
162, 3. d, 


I ff. vgl. 241, 14 ff. ! 
2 vgl. 188, 36. 191, 1. 


12. '3 vgl. 255, 32. | 

19 20. 224, 26 | 
Róm. 

21 98, 31 


25 vgl. 87, 24. 98, 31. 


Hebr. 
I, 3 vgl. 42.1: 51, 21. 
4,12f.. . 212,8 
12, 22f. . 71, 22 


Il. Joh. 
, I vgl. 246, t1. 


Chron. II 174. 


Stellenregister. 


3. Selbstzitate des Eusebius. 


Chronic. 
II 174 Schoene vgl. 123, 16. 


Dem. ev. 


III 3, 1—2: 219, 30—220, 19 
III 3, 4—9: 220, 19—222, 4 
II 3, 13—14 . 222, 7—17 
ΠῚ 3, 16. 17: 222,18—223,3 


III 3, 19 vgl. 57, 15. 223, 
3—5. 

III 4, 21—26: 146, 28—147, 
25. 

III 4, 26. 27: 4,9—5,2. 148, 
1—15. 

III 4, 28. 29: 5, 11— 19. 148, 
25— 149, 5. 

III 4, 32. 33. . 231, 14—28 

III 4, 33—38: 232, 4—233, 
21. 

III 4, 38. 39: 233, 30—234, 
14. 

III 4,39 . 234, 21—235, 2 


III 4, 40—43: 235, 18—236, 


14. 
III 4, 44—5, 60: 236, 25— 
240, 16. 
III 5,60—87: 240, 34— 246, 6 
III 5, 81—85: 34, 5—35, 6 
III 5, 87—91: 246,9—247,8 
III 5, 92—109: 247,8—251,9 


III 5, 100 . 35, 8—15 
III 6, 7. 8. . 223, $5—I9 
ΠῚ 6, 9—14:223, 19—224,17 


III 
III 
III 


6, 14—18: 224,17— 225,8 
6, 19— 24: 225,9— 226,13 
6, 25—29: 226, 13—227, 


34- 

6, 30—38: 228.8— 231,3 
7, 5—38: 251,10 -- 258,4 
3, 1 ff. vgl. 51, 8. 

5, 6ff. vgl. 43, 4ff. 

5, 8 vgl. 39, 17ff. 

IV $, 9—12: $1, 25—53, 14 
IV $, 14—6, 1: 50, 24—51,4 
IV 6,3 . . 42, I 1—16 | 
IV το, 16 ff. vgl. I1, 4ff. 155, 
23 ff. 

IO, I8, 19 vgl. 146, 24. 
II 144, 33—145: 5 
12, 7 vgl. 9, 20 ff. 154, 
I5 ff. 
13, I 
13 3. 4. 
I3, 4 
13, 5—10: 
33. 


III 
III 
IV 
IV 
IV 


142, 295—143, 2 
143, 3—6 | 


| 217, 34— 218, 5: 


. 143, I9—2I 
143, 21—144, 


IV 15, 6ff. vgl. 11, 4ff. 155, 
23 ff. 
V Prooem. 17 vgl. 104, 26. 


Hist. eooles, 


I 11, 7f... 250, 10—20. 

II t5, 1 vgl. 246, 16. 

II 16 vgl. 20, 16. 

II 23, 4ff. vgl. 189, 2 

II 23, 7. 17 vgl. 241, 20. 

II 23, 16 vgl. 191, 2. 

II 25,5 vgl. 191,4. 241,25. 
II 25, 7 vgl. 175, 5. 22. 

III 6, 20—25: 198,9—199,8 
III 18, ı vgl. 241, 25. 

III 31, 3 vgl. 175, 17. 

IV 5 vgl. 250, 31. 

IV 5,3 vgl. 202, 28. 

IV 6, 4 vgl. 31,5. 196, 32. 

. 160, 20 Η͂. 

. 129, aff. 19ff. 
. 129, 29ff. 130, 


. 130, I5ff. 137, 


X 4,20 vgl. 138, 6 ff. 


Laus. 


196, 26— 197,6: 54,26—55,6 

198, 8-10 . . . 59, 4—6 

198, 13—14 . . . 59, 6—8 

198, 16—18 . 58, 34—59, 3 

206, 27 ff, vgl. 39, 17 fl. 

208, 13—21 . 119,26 —120,7 

212, 30 vgl. t3, 8. 

212, 32—213, 2 vgl. 12, 13— 
16. 157, IS. 

213, 2—18: 12, 16— 13, 6. 
157, 5—24. 

214, 20f. vgl. 119, 6ff, 

214, 21—215, 4: 119, I2—26 

217, 24 ff. vgl. 117, 13ff. 

116, 6—12 

218, 9-32 vgl. 116, 18—117, 

222, 119. . 160, 18— 30 

| 222, 22 vgl. 162, 33. 

|223, I ff. vgl. 163, 2 ff. 

223, 5 ff. vgl. 163, 28 ff. 

| 224, 28 vgl. 162, 33. 

| 225, 27—232,3: 40,12—48,9 

| 230, 5—25 3, 2—20 

| 232, 4—19 48, 11—27 

232, 19— 24. . 49, 1—6 

232, 24—233, 24: 49, 21— 
51, 5. 


Praep. VI 6,2. 263* 
233, 24—235, 12: $1, 25-- 
53, 14. 
235, 15—18 . 81, 27—82, 3 
235, 19—21 . 82, 4—6 
235, 21—237, 30 (sic): 82, 12 
—85, 6. 
237, 31—238, 9: 105, 3—15 
238, 10—19 . .105, 20—30 
238, 19—239, 6 vgl. 105, 30 
— 107, 20, 
239, 7—17: 107, 20—108, 6 
239, 19—240, 2: 108, 12— 
109, 2 
240, 2—6 . 85, 6—10 
240, 6—1I . 85, 26—31 


240, 11—ı8 vgl. 85, 31—86, 6 
240, 20 ff. vgl. 117, 26fl. 


240, 26 118, 36—119,2 

240, 29—241, I: 123, 23— 
124, 3. 

241, 8—15: 140, 25—141, 6 

241, 16—22 . 141, 9—18 

241, 22—24 . .I41, 22—25 

241, 24—244, 11: 142, 3— 


145, 7 

244, 12—246, 4: 5, 20— 7,22. 
149, 6—151, 9. 

246, 4—16: 8, 18—9,8. 153, 
17—154, 2. 

246, 17—247, 8: 11, 9—26. 
155, 30— 156, 17. 

247, 159—248, 23: 9,9— 11,4. 
154, 3—155, 22. 

249, 6—253, I: 126, 12— 131, 
25. 


5 
253, I — 289, 2 


132, I4 — 
140, 9. 
296,5—11 . . » 4,2—7 
Praep. ev. 


I 4, 6f. vgl. 117, 26ff. 

I 8, 4 vgl. 133, 15. 

I 9, 13 vgl. 59, 25. 

II ı, 32 vgl. 117, 26ff. 

II 3, 2 vgl. 131, 28. 

II 7, 1f. . 93, 23—94, 8 
III 15, 6f. vgl. 52, 8—15. 
IV 2,8 vgl. 122, 27. 

I6 . . 105, 30— 107, 20 
16, 15 vgl. 107, 25. 

16, 19 vgl. 107, 21. 

16, 22 vgl. 85, 10ff. 

17, 4 vgl. 133, 1 
V 1,7 vgl. 134, 23ff. 
V 34,2 

VI 6,2 


III, 13 
69, 13 


964* Praep. VII 3, 3. Stellenregister. 
VII 3, 3 vgl. 39, t1 fl. ' XIII 13, 18 vgl 56. 7. 
VII 16, 10 vgl. 57, 15. XIII 13, 27 vgl. 54, 3. 


XIII 
XIII 
XIII 
XIII 


VII 18, 4 vgl. 65, 8. 

IX 10,4 . . . . 221,10 
X 4, 27f. vgl. 87,28. 
XI 4,2 vgl. ΙΟΙ, 13. 


I3, 47 vgl. 136, 2. 

14, 3 vgl. 97. 15. 98, 17. 
16, 3 vgl. 98, 17. 

16, 4fí. vgl. 98, 20. 


ΧΙ 9, 4: 94,13—17. vgl.100, XIII 18, 4 - 99, 10—14 
ς ff. XIII 18, 6 . 99, 15—19 
XI 13,5 . . 98, 10—14 XIII 18, 10 . 99, 6—9 
XI 16 ff. vgl. 91, 30. .NIV 49. IOI, 2—4 
XI 16, 1f. 92, 78. ı6fl. XIV 6,7 . . . . 100, 30 
XI 29,3 . . 99, 20—25 XIV 14,5 vgl. 88, 6. 
XI 35ff. vgl. 92, 25. XIV 16, ı2f. vgl. 9t, 10. 
XIII 3, 1 ff. vgl. 96, 32. XIV 20, 13 vgl. 88, 7. 


XIII 10, 3 . 95, 24—27 XIV 23, ı fl. vgl. 88, 6. 
XIII 10, 5 . 95,28. 29 XV 3 vgl. 89, τ. 
XIII 13, 16 141, 25 XV 4, 10 vgl. 89, r. 


Phaidon $81 D. 


$, 1 ff, vgl. 88, 31. 
$9, ὃ vgl. 88, 22. 

9, 6 vgl. 89, 8. 

IOÍ. vgl. 97, 26. 
10, I ff. vgl. 89, 8. 
14ff. vgl. 97, 31. 
14, ı ff. vgl. 9o, 6. 
IS, I vgl. 90, 4. 
15, 3. vgl. 54, 14. 
I6, 1 vgl. 90, 1. 
18,3 . . 90,14—16 
20, 2ff. vgl. 90, 19. 
21, ı fl. vgl. 90, 19. 


Vita Const. 
. 2ff. vgl. ὃς, το 


4. Andere kirchliche Schriftsteller. 


Clemens Alex. ; Didache Bell. Jud. 
Protreptikos. 9, 4 vgl. 179, 14. V 10, 5: 32, 16—22. 199, 
10 vgl. 131, 28. Hebrüerevangelium 19— 26. 
183, 29. 184,4 VI 3 vgl. 31, 23. 197, 20. 
Stromateis. Josephus VI 3,3. 198, 9—199, 8 
An 
705 vgl. 56, 7. . XVIII 3,3 . .250, 10—20 
5. Nichtkirchliche Schriftsteller. 
Anaxaroh Heraklit Platon 
Zeller 15 963 . . 69, 11 Fr, 83 Diels vgl. 74, Sf. Apologia 
Fr! 96 vgl. 133, 13. 28B . 95, 24—27 
Aristoteles 29A . 95, 28. 29 
1096 a, 16 Bekker vgl. 97, 17 Herodot 
6. Brief 
De Xenophane, Zen. Gorg. 147. 111,17 323 C 92, 1625 
c. 3 Diels vgl. 51, 8. ' 
Hesiod Epinomis 
. Dioder. Ἔργα xal ἡμέραι 956 C 92, 7—13 
XX, 14 vgl. 107, 21 fl. 277 fl 66. 18 Lysis 
Diog. Laert. 214 vgl. 141, 23. 234, 1I. 
VI 5,87 vgl. 225, 28. uer Nomoi 
as 
X 123f. vgl. 88, 22. 716A 98, 10— 14 
ὃ 447. 449- 4.1. .100, 30 716 C 141, 25 
Dion. Hal. εβ 86 vgl. 100, 28. 837 A 141, 25 
I 23f. vgl. 107, 25. 875 C 95, 20—24. 
Empedokles Ovid Phaidon 
Fr. 121 Diels . . 72, 24, Metamorph. 81 C D vgl. $83, 2. 
Fr. 124 . . 64,28 I 89ff. vgl. 59, 25. $1 D vgl. 98, 20. 


Phaidon 103 D ff. Stellenregister. Dionysios Hal. 265* 


103 DA vgl. 7, 5. 150, 16. | Timaios Περὶ τῆς ἐκ λογίων φιλο- 
LIS AB 92, 25. 27 D: 53, 30. 94, 13—17. 98, σοφίας 
118 A vgl. 93, 9. | 6. 7. 100, Sfl. I 135f. Wolff. . 221,10 
Phaidros 28 B: 99, 20—25. 
246E . . . 96,14—16|298 C vgl. 93, 5. 226, 12. 
247 C vgl. 97, 8. 42B . . . . 99,10—14 Stob. Eel. | 
255 vgl. 234, 11. 38C. . . . 99,15—19 II 125 Wachsmuth vgl. 89, 
Politei 40 D vgl. 93, 16. 93, 23— 14 ff. 
oliteia 94, 8. 
327 A vgl. 93, 9. 41A. . 99, 6—9. 100, 23 
377 f. vgl. 96, 32. sıf. vgl. 42, 27. Tragloorum um 
415 vgl. 56, 7. ragmenta 
614 vgl. 92, 25. | Porphyrius Adespota 
Sophistes De abstinentia 421 vgl. 136, 2. 
246A . . . . I0], 2—4 
. U 27. . . . 107, 16—20 Euripides 
Theaitetos ı II 54— 56: 105, 30— 107, 16 p 
176 B vgl. 92, 27. | II 56 vgl. 133, 1. | 687 00. s. s. 5. 5. 69, 13 
III. Namenregister. 
Abai 123, 8. | Anytos 91, 4. Attika 110, 29. 
Aboriginer 107, 27. Aphrodisios 106, 5. Augustus 109, 5. 256, 23. 
Abraham 168, 17. Aphrodite 82, 27. 85, 18. 157, 
Afrer 170, 4. | 21. Baalbek 85, 13. 
 Agineten III, 27. Ι Apollodoros 106, 24. Babylonier 193, 6. 19. 
Agraulische Nymphe 106, 6. | Apollon 83, 22. 107, 26. 108,5. | Bardesanes 209, 5. 
Agraulos 106, 5 fl. | Araber 84, 5. 107, 9. Basilides 209, 4. 
Agypten 109, 32. I14, 30. Arabien 109, 25. 127, 6. Beelzebub 209, 32. 
115, 28 ff. 127, 5. 174, I. | Ares 106, 24. Bendis. Fest 93, 10. 
, 255: 3. 256, 25. Argiver III, 23. Bethanien 180 24. 
Ägypter 83, 23. 84, ro. 110, Argos 123, 7. Bithynier 256 40. 
2 ff. 117,27. 131,12. 164,2. Aridaios IIS, 26. Bóoten III 29. 
178, 27. 222, 23. 227, 21. | Aristobule 106, 2. Branchide 112, I. 
Ägyptisch 132, 7. Aristoteliker 88, 33 ff. 101, Britannien 170, 5. 237, 9. 
Agyptisieren 98, 23. 8ff. 21. 102, 28 ff. 
Alexander 115, 25. | Arkadien 107, 17. " 
Alexandria I15, 28. 174, 2. Arkadier m 26. Cisasca T e 
, 255, 3. Armenier 237, 6. Chios 106 22. 
Alia 196, 32. | Artemistempel in Ephesos ᾿ “ἜΝ 
Amazonen 123, 2. 123, I. 


Delphi 102, 11. I1I, 11. 122, 
Asdod 109, 12. 28. 131, 30. 


Asien 114, 29. 115, 30. 127, Delphier 114, 35. 


Ammon I3I, 34. 
Amosis 106, 16ff. 
Amphiareos 84, 6. 131, 33. 


Amphilochos 131, 32. 5: 255. 4- Demeter 82, 14. 157, 18. 
Andreas, Bruder des Petrus Askalon 109, 12. Demetrios 116, 1. 

170, 25. | Asklepios 83, 21. 131, 33. Demokritos 88, 25. 225, 27. 
Antichrist 216, 13. | Athene 82, 18. 106, 9. 107, 6. | Diadochen(kämpfe) 115,24— 
Antigonos {ἴς, 30. ι 161,9. | 116,3. 

Antiochien 173, 33. 255, 3.  Athener 107,14. 110,22. 110, | Diodoros 107, 21. 
Antiochus Epiphanes 196,14. 25ff. ΤΣ, 28ff. , Diomedes 106, 7 ff. 


Antipater IIS, 27. | Áthiopen 197, 5. ; Dionysios Hal. 107, 25. 


966* Dionysos. Namenregister. Perser. 


Dionysos 82, 14. 83, 21. 106, | Jesus(name) 155, 25. Laodikea in Syrien 107, 6. 

22. 157, 19. | Ilion 9r, 3.  Lebadia 102, I1. 131, 31. 
Diphilos, König von Kypern | Inder 55, 20. 164, 3. 169, 29. Leonnatos II5, 30. 

106, 13. | Johannes, Bruder des Jakobus Libyen 107, 8. 22. 109, 31. 
Dodonäer III, 31. 170, 29. 241, 26. 246, 9ff. 114, 30. 131, 34. 255, 3 
Dositheus 216, 20. ı Grab in Ephesos 175, 17. Lokrer 111, 24. 29. 
Dumatener 107, 9. Joppe 109, 12. ᾿ Lysimachos 115, 31. 

Dusares 84, 5. Josephus 189, 21. 195, 22. 

| 250, 6. Makedonien 115,25 ff. 12 
Ephesos 123, 2 ff. 175, 17. | Iphikrates 107, 8. Makedonier (10 22 256, 0; 
Epidaurier 110, 27. Isaak 168, 21. Manethos 106, 17. 
Epikureer ı01, 21. Isis 83, 23. Mani 215, 6 
Epikuros, 88, 25. Istros 107, 1. Manichäer 209, 7 
Erechtheus 107, 14. | Italer 164, 3 Markion 215, 6. 
Eros 82, 27. 157, 21. Italien 107, "26. Markioniten 209, 3. 
Euelpis, der Karystier 106, 23. Judäa 174, 26. Markus 174, 3. 246, ı6fl. 
Eumenes Εἴς, 31. .Juden, ihre Kriege 109, 3ff. Matthäus 245, 8ff. 


Europa 114, 30. 255, 4. Mauren 164, 3. 170, 4 


| 168, 16ff. 184, 17ff. Die 
Megarer 111, 28. 


Verwerfung der» 187, 16 ff. 


Galiläa 174, 26. 176, 32. | Meletos 91, 4. 

Gallier 170, 3. , Kanon (Μεταγειτνιών) 105, Melkathros 84, 3. 

Ganymedes 85, 25. 157, 22. ı 30. ı Messene III, 25. 

Garizim 200, 28 ff, | Kapernaum 175, I. | Milet 102, 12. 131, 30. 

Gaza 109, 12. ; Kapitel 123, ı5. Mnemosyne 82, 20. 

Gothen (Γέται) 84, 5.  Kappadokier 256, 29. Montanus 216, 25. 

Griechen, wohnen im Mittel- Karchedon 107, 18. Mopsos 84, 6. 131, 32. 
punkt der Erde ss, 22. Karchedonier 107, 8. Mose 109,8. 173,25. 232, 10. 


Karien 115, 30, Musen 82, 20. 
Kassandros I15, 30. 
Kastalisch: der ze Quell 131, 


Hadrian 107, 6. 133, 2. 196, 295. 
32. 201, 3. 202, 31. 251,2. | Kekrops 106, 5. 


ihre Kriege 110, 19ff. 178, 
26. 203, 25 ff. 


Neapel in Samarien 200, 1 3ff. 
' Nemeisch: der ze Quell 131, 


Hebräer $9, 31 ff. | Kerkyreer III, 295. 30. 

Helena 91, 3. Kiliker 84, 6. 

Heliopolis in Ägypten 106, 15. Kilikien 115, 29. Obdos 84, 5 

Hephaistos 82, 10. Klarier t11, 31. | Okeanos 94, 4. 96, 81f. 
Hera 82, 10. 94, 6. 96, gfl. Klarisch: der we Quell 131, ' Olympia 123, 10. 

106, 1 30. Olynthier 110, 30. 
Heratempel in Argos 123, 7. '  Kleopatra 256, 24. | Omadios 106, 22. 
Herakles 83, 21. 157, 20. Kölesyrien 115, 29. ! Orchomenier 111, 27. 
Hermes 82, 19. Kolophon 102, 12. 131, 31. | Orpheus 96, 35. 143, 6. 
Herodes 241, 14. | Kolophonisch: der «e Quell , Osiris 83, 23. 

Herostratos 123, 3. I31, 29. , Ousoros 84, 3. 

Hesiod 96, 34. Kore 82, 14. 157, 18. 

Hestiatempel in Rom 123, 12. Korinther III, 23. 28. Palästina 109,8. 127, 7. 

Homer 96, 34. Koroneia 106, 4. Pallas 107, 4 

Horos 83, 23. Krates 225, 28. , Pantheon in Rom 125, 13 
Kronos 94, Sf. 96, 8ff. τος, ' p,nhl : I 

28. 106, 1. 107, 3. 18, : Kap agonien 115, 31. 
Jakob, Patriarch 168, 21. | 22 27. 107, Parther 217,7 
Jakobus, Bruder des Johannes : Paulus: Grabstätte in Rom 


170, 29. 188, 36, 191, 2. en aon ler Dn 138. 


241, IS. | Kuschiten ss, 21. 


175, 22. 241, 26. 
| Peiraieus 93, 9. 


s mdr des ITA Kyper 116,1 Beloponnedier 130,2 
Jerusalem 109, 16. 23. 184, Kyprier 106 I M ! Peripatetiker 97, 24 


17 ff. Bischöfe von « 202, Persephone 157, 18. 

27 ff. ! Perser 117,28. 130,4. 164,3. 
Jesaja 174, 27. 185, 12. 186, Lakedämonier 106, 24. 110, 169, 29. 178, 27. 229, 4 

33. ‚. 27fl. ııı, 23 ff. ' 237, 6. 


Petrus. Wortregister. 


Petrus 170, 24 ff. 175, 1 fl. 
181, 22 ff. 204, 30ff. 241, 
16. 25. 246, ı5ff. 

Philon Byblios 106, 29. 

Philotas 115, 29. 

Phokeer 111, 29. 

Phóniker 84, 2. 10. 105, 28. 
106, 25 ff. 109, 27. 115, 29. 

Phorkys 94, 5. 96, 8 

Phylarchos 107, 11. 

Pilatus 250, 7. 14. 

Pisistratus III, 20. 

Platäer 110, 24. 

Platon 91,29— 97,23. 98, 5— 
100, 26. IOI,I ff. 

Platoniker 103, 3. 

Pluton 157, rt. 

Pompejus 196, 14. 

Poseidon 82, 10. 

Potidäer 110, 23. 

Praxithea 107, I4. 


Pythier i11, 12ff. 31. 
36. 116, 26. 122, 28. 
Pythisch 121, 29. 


114, 


Rhea 94, Sf. 96, 8ff. 
Rhodos 105, 29. 

Rom 237, 5. 255, 2. 
Römer 178, 27. 256, 21 ff. 


Salamis 106, 3. 
Salomo 109, 17. 
Samarien 109. 22. 
Samariter 200, 12 ff. 
Sanchuniathon 106, 28. 
Sebaste 109, 22. 
Seleukos 115, 29. 34. 
Seleukos, der Theologe 106, 
14. 
Simon von Bethanien 180, 25. 
Simon Magus 216, 23. 
Skythen 55, 19. 107, 13. 130, 
Priepos 82, 27. 2. 164, 2. 197, 5. 229, 4. 
Ptolemäer 256, 25. 237, 7. 
Ptolemaios, der Sohn des! Skythopolis 109, 13. 
Lagos 115, 28. 34. 116, 1. | Sokrates 9r, 5. 93, 9. 
Pyrrhon ıo1, 13. | Sophisten 160, 6. 236, 17. 
Pvrrhoniker 103, 4. 248, 6. 


ἀπαλλάττω. 267* 


! Spanier 170, 3, 
| Stephanus 188, 35. 191, 1. 
| 241, 11 ff. 

Stoiker 90, 4 ff. 97,31 ff. τοι, 
| I2. 2I. 102, 3. 
, Syrer 109, 26. 164, 2. 256, 29. 
| Syrien 116, 1. 127, 4. 


Tenedos 106, 23. 

Tethys 94, 5. 96, 8. 
Thebaner 84, 6. 110, 24. 123,8. 
Thraker 107, 13. 110, 24. 
Thrakien 115, 31. 
Thukydides rro, 22. 
Tiberius 109, 5. 200, 25. 

| Trözenier IIO, 27. III, 24. 


Valentinus 209, 4. 
Vespanian 200, 3. 201, 3. 


Zamolxis 84, 5. 

Zeus 82, 10. 94, 6. 96, 9ff. 
107, 26. 108, 5. III, 31. 
157, 21. ^ das Fest des Ly- 
káers 107, 17. ^ der latia- 
rische 107, 16. » Bild in 
Olympia 123, 10. 


IV. Wortregister. 


(Ausgeschlossen sind die der Theoph. mit der Laus gemeinsamen Worte.) 


ἀμοιβή: τῆς ἴσης - .. ἠξίων- | ἄνειμι: ἄνεισιν ὅϑεν xal 
ται ... «ἧς ΤΊ, 9. ; παρῆν 5, 16. 
ἀμπλάχημα 24, 13. ἀνελχύω: ἐχ σχοτίων ... 


ἄγαλμα: (τοῦ λόγου) » 4, 
12 


ἄγγελοι 21, 23. 25. 


ἄγος : τὸ τολμηϑὲν ἄγος ἄμυνα: ἐπὶ τὴν καν ἔσπευ- μυχῶν... εἰς φῶς ... “σεις 
26, 25. σεν 13, 1I. τοὺς... ϑηρευϑησομέ- 
ἀγρεύω: ἐπὶ ζωὴν ... ἀ- ἀμφιβολεὺς 19, 32. | vovg IO, 24. 


γρευϑήσονται 19, 29. ἀνάγχη: » πᾶσα... ὁμολο-! ἀνέλχω: “ων ... αὐτὰς ἐπὶ 


ἄγω: τὸν Πέτρον εἰς Ex-| γεῖν 23, 23. τὸ φῶς 21, I. 
πληξιν... ἦγεν 19, 15. ᾿ἀνάγραπτος: ἐν προφη-] ἀνϑρώπειος 13, 15. 
ἀϑεμιτουργία 12, 12. | τείαις ἀναγράπτοις 21,13. | ἀνομολογέομαι 4, 12. 
αϑλος 8, 11. | ἀναχαλέομαι 27, 15. ἀνορϑόω 4, 19. , 
αἰνίττομαι: ἀναλέγομαι: ἀπὸ τῆς ... | ἀντιλογία: διὰ τὴν εἰς αὐτὸν 


“αν 16, 24. 


γραφῆς ἀναλέξασϑαι 30,6. 
! ἀντινομοϑετέω 23, 6. 


ἠνίττετο 26, 3. 


περὶ Eavrod, 
) - U ” | 
«igo: ταῦτα nayra apdnv : 


ἀναρτάω 14, 5. 
ἐκ βάϑρων ἤρϑη 25, 20. | ἀνασπάω: «ὧν (Ex) τοῦ... 
αἰών: ὃ μαχρ 
20,3 5 ; | 
ἀκούω: ἄχρι λόγου xal , 
, φωνῆς ἀχονυόμενα 15,4. ἄναυδος: ἰχϑύες 
ἀχροάομαι 25,9. _ 
ἁλμυρός: ἔχ δὲ τῆς «ἂς τοῦ 
βίον πικρίας 19, 23. 
ἀμαϑία τό, 26. 


20, 25. 
3 


, 
ἀνασταυροομαι 13, 22. 
“οι I9, 17. 


πλάνης “σας 16, 17. 


σώματος «ιν ἐποιεῖτο 5,2. 


ς “τοῦ Blov| βυϑοῦ ... Tag... ψυχάς} 


ἀναχώρησις: τὴν ἐκ τοῦ 


| ἀντίψυχος: ἱερεῖον ... “Ον 
τοῦ χοινοῦ γένους 9, 21. 
ἄνω: τῆς ἀνωτάτω ϑεοσε- 
| Belag 5, 19. 

| ἀξιοϑέατος 28, 12. 


ἀναχωρέω: τῆς..-πολυϑέου ἀξιόχρεος: “οἱ μάρτυρες 


14, 28. 
| ἀπαλλάττω: ἀπαλλάξαι ... 
| τοῦ νοσεῖν 16, 3. τῆς ... 


268" ἀπεργάζομαι. 


μοχθηρᾶς ... ἀπαλλαγεὶς | 
λιείας 19, 21. ἀπαλλα. 

γῆναι ἐποίουν 26, 16. 

ἀπεργάζομαι 22, 16. 

ἁπλόω: ἐν ἡπλωμένῳ χώρῳ 
14, 13. 

ἀποδείκνυμι: τὸν... Μάρ- 
κὸν... σαγηνευτήν ἀπο- 


dldeıyev 20, 19. . 
ánobavuádto: ἐφ᾽ olg... 
“σας 17, 21. | 


ὡποκίθϑαρσις 22, S. 
ἀποκαλέω: τοῦτον «ὧν τὸν 
τρόπον 24, 17. 27, 10. 

ἀποχλαίομαι 29, 8. 
ἀπολαμβιίίνω 5, 13. 
unonrog: ἐξ ἀπόπτον 31, 


16, 
ἀποτέλεσμα: τοῦ λόγου τὸ 
“ 27, 23. 
ἀποφαίνω: διδασκάλους ... 
ἀπέφηνεν 5, 19. ἅπαξ ... 
»“φηναμένου 23, 17. 
ἀπόφασις: καϑ' ἑαυτῶν τὴν 
“ἐν ἐξενέγχασθαι 26, 7. 
28, 7. ! 
doxéc: μὴ ἀρκεσϑέντες τῷ! 
e Μιαιφονίᾳ 25, 27. | 
ἀρχοντιχύς: βασάνων ἐχ-' 
τὸς χαὶ «ἧς ἀπειλῆς 35,14. 
arapasia: τὴν ... τῆς ψυ- 
χῆς “αν 24, 16. 
αὐἰτοχρατορία 32, 25. 
αὐτοπροσωπῶὼς 22, 27. 
αὐτόπτης 14, 27. | 
αὐτοψία 15, 6. | 


αὐχέω: τὸν ἡ βραὰμ αὐχοῦν- | 4 


τες 16, 23. 
L| , Qd 
εἐἰφανισμὸς 28, a5. 


ἄφατος: “ ἀνδρῶν ἀριϑμός διατρέπω: διατραπείσης δὲ 


, 17. 2. ' 

«qtto 24, 10 ; | 

ἄφετος: ^ αἰτὸς ἀφ᾽ ἕαι- 
τοῦ $, t. 

eiue: ἠφίει 13, 21. 14. 4. 

dq opio: εἰς τὸ φαινόμενον 
ido 15, 17. 


βαδίζω 28, 5. . 

pieuoc: βιαίαν... τελευτὴν 
3 In, Φ D 

Bonw: ὁ gBooutrog «ϑινα- 
zog od. ὁ ϑυώμενος 
“δραιί 10, 10. 

ἥορα 13. 21. an 

Beagiy: ἐπὶ gecyv ὑμιλὴς- 
σας τι τς ἡψίξδε οὖς πρὸς 
ραχι t. 4. τὸν παρὰ 
δυσχὺ τῶ ϑαρατῳ χατ- 
seyrzusror 10, 4. 


Wortregister. 


βρόχος 4, 14., , 
βυϑθίζομαι: ὡς χινδυνευειν 
αὐτὰ βυϑισϑῆναι 17, 20. 


γαληνός: λογισμοῦ τὸ «ov 
24, 17. 

γαυριάω: Ev τούτῳ “ὧν 14, 
17. 

γειτνιάω: ἐν τῷ «ὥντι 
πλοίῳ 17, 19. 

γνήσιος: ὁ δοῦλος ... ^ 15, 
13. γνησίαν ... μετάνοιαν 
24, 3. προαιρέσει γνησίᾳ 
33, 20. 

γνώριμοι 5, 3. 12. 

γνῶσις: τὴν πρὸς ϑὲον -v 
24, 15. 


δεισιδαίμονος 16, 16. 
δελεάζομαι 18, 13, 
δεος: τῆς παραχοῆς 


"wo. o. e 


23, 1I. 
διαβάλλω: ἡ (παραβολὴ)... | 


τὸν ἀμπελῶνα διαβέβλη- 
χεν 25, 4. 

διαδήλως 7, 13. 

διαϑλέω: ovt ἂν τὸν ... 
ἀγῶνα διήϑλησεν (vgl. 
Hssı) 6, 22. Ἶ (ve 

διάχειμαι: ἐναντίως ἐχεί- 
yoig διαχείμενοι 33, 19, 

διαχρατέω: n τοῦτο «οὔσα 
tob ... λόγον δύναμις 
14, 5. 

διαλάμπω: αἱ εἰς δεῦρο 

“ουὔσαι ἐχχλησίαι 20, 10. 

ἰασαφέω: “ τὴν ἑρμηνείαν 
17, 23. 


τῆς ἰὐϑρωπύτητος ἐπὶ... 
21, 24. 
Harp: ποιούμενος τὰς 
«ας 24,21. 
διαφϑείρω: νόσῳ διαφϑα- 
ρείς 4, 14. . 
ὀιελέγχω: To... φόβητρον 
ὀιελέγξαι κρίνας 13, 15. 
διέρχομαι: πᾶσαν ... ἀχοὴν 
oi αὐτοῦ λόγοι διῆλϑον 
23, 20. 
' » tí , 
dm: ^ εὐγείου χώρας 35,8. 
óya: “« τοῦ Bondousrov 13, 
14. 
διναστεία 12. 35. 


ἐγχατατίϑεμαι: βίβλοις 

, ἐεραῖς κέϑεντο, 4. 7. 

ἐν χειρίζομαε: τοὺς ἐπὶ 
e 


I γῆς 
»αεχειρισμενοι 2l. 27. 


ἐπέχω. 


| ἔδαφος 26, 26. 
| xov: τὴν τοῦ μέλλοντος 
| εἰχόνα 17,23. παρέστησε 
|o. τὸ μέλλον διὰ συμ- 
ı βόλου xal εἰχόνος 19, 5. 
ιεἴσειμι: δέος αὐτοῖς... εἰσζει 
23, 12. 
ἐχγυμνόω 43, ς. 
ἐχδέχομαι: τὴν... κατα- 
στροφὴν ... “ δεχόμενοι 
8, 12. 
| ἐχδίδωμι: τὰς... ἀχοὰς = 
| διδόντες ἀνέτως 33, 16. 
' ἔχχειμαι: ἐχχείσϑω ὁ αὐτοῦ 
| ϑάνατος 4, 10. 
ἐχλάμπω: «εἰ tobvoua 21,8. 
| ἐκπεριέρχομαι: «ελθόντες 
| πάντα τὰ ἔϑνη 22, 13. 
| ἐχπληχτικὸς 31, 9. 
χτείνω: ἵνα μή μοι... ὁ 
λόγος εἰς μαχρὰν ἐχτεί- 
| | VOitO 4, 9. 
xqépo: xat ἐχείνου. .. 
ἐξενηνοχέναι αὐτὸν τὴν 
ı πρόρρησιν 29, 2. 
| ἐχφνή: τῆς tà» ... καρπῶν 
“ἧς 25, IS. 
| ἐχχωρέω: «εἴν εἰς τὰ ἔϑνη 
! 32, 3. _ 
λαύίνω: ὃ... οἶχος αὐτῶν 
εἰς ἔσχατον ἐρημίας ἤλα- 
σεν 23, 2. 
ἔλεγχος: τὸν χατὰ τοῦ 9«- 
γάτονυ “ον 13, 12. 
ἐναγής: μιάσματος... «οἷς 
26, 23. 
| évégo: μιάσμασι ... παν- 
|. τοΐοις ἐνεσχημένους (vgl. 
HS!) 22, 8. 
! ἔνϑεος: ζωῆς ἐνθέου 10, 24. 
ιἔνσαρχος 5, 14. 
ιἔγσωμος 5, 14. 
ἐξάχονστος: εἰς “ον... πᾶσι 
| τοῖς ἔϑνεσι 21, τι. ὡς 
nor αὐτοῦ τὴν διδασχα- 
λίαν ... γενομένην 23, 27. 
ἐξαπατάω 33, 16. 
ἐξαριϑμέομαι: τὸν ... xa- 
τάλογον ... “οὐμενος 
(0845 18. 
ἐξάρχων 8, 8. 
ἐπαχοίω: ἐπαχοῖσαι.. .. 
τοῦ ἱστοριχοῦ 32, 14. 54. 
τι. 
ἐπάξιος: ἐπαξίως 16, 1. 
ἐπέρχομαι: ἐπελϑωντ4. 1. 2. 
ἐπεσχιασμένως 24. 23. 
ἐπέχω: τὴν χατὰ πάντων 
víxmyv ἐπεῖχεν 12. 10, 


ἐπέχω. Wortregister. λύσις. 969* 


ἐπέχω: ἐπεῖχε τὴν βασι-' ἐφίστημι: ἐπιστῆσαι τοῖς ' καταλαμβάνω: τὴν ... Óq- 
λείαν 21, 18. ἀποτελέσμασι ... τὸν: ϑαλμοῖς χαταληφϑεῖσαν 
ἐπιβάλλω: “εἰν τῷ βυϑῷ, νοῦν 16, 28. | παλιγγενεσίαν 15, 3. 


τὰ δίχτυα 19, το. ἐχέγγνος: εἰληφότες τὰ ^ | χαταλέγω: τοῦ συναποστό- 
ἐπίβασις: ἀνάξιον... τῆς, τ, 10. 23, 13. λον δεύτερον ἑαυτὸν “εἰ 


σωτηρίου ἐπιβάσεως 7,21. ἔχω: οὐχ ἔχοντες... πως 35, 2. ες; ͵ 
ἐπιβουλεύω 4, 18. 22, 29. ἔχεσϑαι τοῦ τῆς καταλείπω: ὁ ἀμπελὼν 
ἐπιγινώσχω: tov ... 9tóv| ϑεοσεβείας ζυγοῦ 11, 12.) «λέλειπται ἔρημος 25, 15. 


πιγνοὺς τό, 18. , 
ἐπίγνωσις: διὰ τῆς εἰς av-! 


Po. 5 ᾿ in 
τὸν ἐπιγνώσεως 16, 14. | 590710106; 0 λόγος ὁ ^ 14, 


χαταξιόω 16, 15. 
xoraniuninur: tjv... οἰχου- 
μένην τῆς ... ϑεοσεβείας 


ἐπιδείκνυμι: οἵας . .. εἰς καταπλήσαντες 15, 2. 
ἑτέρους ἐπεδείκνυτο óv-' , . ; ᾿καταπλήττω: ὑπεροχὰς ἐν- 
γάμεις 15, 14. |NAog: χατὰ dvousvovr δόξων προσώπων «πλητ- 

ἐπίδοξος 15, 12. , ἥλιον 16, 13. 21. | τόμενοι 18, 14. 

ἐπιϑαρσέω: «σαντες tj. Ιχαταπονέω 19, 7. 
ἐπαγγελίᾳ 22, 22. Ιϑαρσέω: τῷ ... ῥήματι = | καταπράττομαι 20, 7. 

émxovoéo 21, 25. οὔντας 19, IO. καταρτίζω : “οντα τὰ δίχτνα 

ἐπιχρύπτω: μὴ “ων τὸν ... | ϑαῦμα 4, 13. 13, I9. 15,| 21, 6. 
ἑαυτοῦ βίον 35. 1. | 16. 26. χατασχεύασμα 28, 15. 


ἐπιλαμβάνω: ἀξιώματος καὶ ϑαυμάζω: xal δὴ ϑαυμά- κατασκευή 28, 13. 
ἀρχῆς... ἐπειλημμένος. σαι ἔστι 27, 23. καταστροφή: τοῦ βίου ... 


15, 13. | ϑεάομαι: ἐπὶ τῆς ἁλιείας, τὴν ὑστάτην “ἦν 8, 11. 
ἐπιλάμπω: ^ac τὸ ἑαντοῦ! ᾿.. ϑεασάμενος 21,6. κχατασφάττω 27, 3. ; 
φέγγος 19, 8. . ἰϑεολογέω: ὁ παρ᾽ ἡμῖν χαταυγάζω: οἱ λόγοι τὰς 


πινέμομαι: κ“ἔεται ἢ τοῦ" κούμενος A 2. 
λόγου δύναμις 28, 24. ᾿ϑεοφάνεια 20, 3. 21, 26. 
ἐπινοέω: ἀνϑρωπινώτερον ϑήρα: τῆς τῶν ἰχϑύων «ac 
“γνενοῆσϑαι τὸ πρᾶγμα! 19, 33. 


... ψυχὰς “ουσι 21, 9. 
χαταφευγω: -t&» ἐπὶ τὴν 
πόλιν 32, 1. , 
καταχώννυμι: «ὕντες τὸν 


| 

18, 11. | ϑηρευτιχός: τὰ ^& ἣν . σπόρον 33, 12. 
ἐπίσημος: τῶν ἐπισήμων το, τι. κατελεέω: ovg δὴ κατελε- 

καὶ ἐπιφανῶν 30, 7. ᾿ϑρησχεύω: t9...9050xtvo-| cag 13, το. 
ἐπισχιάξω: ἐπισχιάσῃ τὸ μένῳ παρ᾽ αὐτοῖς τόπῳ χατέχω: τῷ ϑανάτῳ xa- 

ϑαῦμα 14, 15. 31, 12. τεσχημένον (vgl. HSS!) 
ἐπισχοπέω: ὑπὸ τῆς “ΩΣ 16, 4. 

κοὕσης αὐτὸν προνοίας c, ς᾽ rà . χατοιχέω 30, 27. 

27, 21. W ‚Novum: AAT ἐδ „une καὶ κατόρϑωμα 22, 21. 
ἐπισχοπή 27, 29. , ἤερικάλλὴ ἐρύματα 25, χιγδυνεύω 17, 20. 19, 12. 
ἐπιστρέφω: ἐπιστραφέντας!Ὶ > ᾿ κλίμα: ἐκ τῶν... πρὸς Eo 

22, 6. 27, 15. | |o χλιμάτων 16, 12. 
ἐπιστροφή: elc κὴν xal με- χαϑίστημι: αὐτῷ κατεστή- | xoau£o: λόγοις ψευδέσι τὸν 

τάνοιαν ἀγαγεῖν 23, 28. ' σατο 20,16. αἴτιοι anw-! διδάσκαλον «εἴν 35, 9. 
ἐπισυναγω: “αγαγεῖν... ὑπὸ λείας χαϑίστανται 33.15. χρύφιος: σχότιον... xal 

τὸν τῆς ϑεοσεβείας ζυγόν  χαχοῦργος 4, 16. | χρύφιον 7, 14. 

2 Us 2, , ᾿᾿αλινδέομαι παντοίαις, 
πιτελέω.. τοῖς ἔργοις “ἐσα ϊ | , 
18, 29. tv... κατὰ τὸν. i2 daro bl ud en πεῖσμα μέγιστον 
/ ^ . , . " 
“Μωσέως νόμον ἐπιτελου- λαλίπτω: πράγματος .. | ματος... ληφϑέντος 5,11. 
‚24. ρωπὼν ἀρετὴν XQ-| 25 von an 
ἐπιτήδευμα: τὸ » ταπεινὸν λύπτοντος 18, 8. ἱδρύ-! a LUV ng βραίοις 

τῆς ἀἁλιείας 18, 4. | ματα πᾶντα λόγον κοντα αἀμψαντῶν &véga Τ7, T. 
ἐπιφάνεια: ἀγγέλων “αὐ 28, 23. λαξεύω: σπήλαιον ἄρτι κα- 

(vgl. HSS!) 12, 9. 20, 7. | καραδοχέω 8, 13. τὰ πέτρας λελαξευμένον 
ἕτοιμος: ἐξ ἑτοίμου 15,25.|xapnopopie 33, 18. ‚14, TI. 
εὐαγγελιστής 34, 7. κατά: xat. ἄνϑρωπον 15,16. , λέγω: λέλεχται 25, 10. λε- 
εὐγνωμονής: “εστέραν 16,9. | χαταγωνίζομαι: τὸν 9dva- | λεγμένων 33,19. ἐλέχϑη 
εὐϑύνη: εὐθύναις ... ὑπο-' τὸν ... »nyavioaro 13,| 27,28. λεχϑησομένη 11,9. 

κείμενοι 12, 15. | 16.ὄ 14, 15. ᾿ λογισμός: σοφῶν ^ 12, 8. 


εὐσταϑής: λογισμοῦ τὸ γα-' καταδυναστεία: τῆς toU, ^o χρίνας 15, 16. 
ληνὸν xal “ἐς 24, 17. |  Q9avátov κας 8, 5. ι λύσις: ἐπὶ λύσει τῆς toU 


λύτρον. 


270 Wortregister. 


ϑανάτου καταδυναστείας : ᾿ὁρμάομαι: ἐχ πατέρων ὁ ορ-᾿ 
8,5. “τῆς... φύσεως 12,2. μώμενος δεισιδαιμόνων 
λύτρον 24, 5. 16, τό. Ματϑαῖος.. . τὸν 
| . βίον οὐχ ἀπὸ σεμνῆς 
μαχρός: ovx εἰς μαχράν. διατρι rj ἧς ὡρμᾶτο 34, 6.' 
4. 9. (vgl. HSS!) 9, 5. 10, Oye: ἀδήλων (vgl. HSS !) 
23. 18, 28. 27, 2. ! Ta φαινόμενα 20, 2. 
μαρτυρία 15, 4. 21, 16. 72 


^ | 
PUMA ‚cv καν elg | παιδιά: «αἱ... xal μελλόν-' 
μεγάλαυχος 12, 10. των εἰχόνες. 19, 16. 
uedegunverw: κὄμενοι εἰς. παλιγγενεσία 14, 24. 15, 3 


παντοίαν γλωτταν 23, 26. ᾿παμμεγέϑης: λίϑος ^ 14, 17, 
μεταβάλλω: Ἀβραὰμ.. . HE- | παράγγελμα: τὰ lovdcixa 
τεβάλετο (.. μετέβαλε τὸνὶ “τα 22, 1. 
βίον 16, 1]. ἐκ σχότους : παραδίδωμι: 
ἀγνοίας “βαλόντες 19, 29. ; 7 
γραφῆς παντοίᾳ γλώττῃ, 


παρεδίδου τὸ 
αὐτοῦ ὄργανον τοῖς ἐπι- 
βουλεύουσι 4, 18. 5,3. 12. 
... “«βληϑθείσης 21, το. ἐξ παραχελεύομαι 17,14. 22, 3. 
ἀχολάστου .. . βίου “βε- ' παραλαμβάνω 16, 29. 
βλημένους 22, 9. παραμύϑιον: τοῦ χαχοῦ ^ 
μετάνοια 24, I. (012,7, 
μετέρχομαι: τὸ ἐπιτήδευμα 'παρατάττω: κατὰ τοῦ 9a- 
. τῆς ἁλιείας »ouevovg νάτου παρετάττετο 8, 18. 
18, 4. τὰ σχυϑρωπὰ av- παρατίϑεμαι.: τὸ πνεῦμα; 
τοὺς μετελεύσεται 27, 11.! «σϑαι 5, I 
μετέχω: πολλοῦ κεἰ τοῦ παραχωρέω: τὰ νῶτα... 
ϑαύματος 4, 13. φωτὸς “χωρήσαντες 8, 10. 
χαὶ πνοῆς μετασχόντες' πάρετος: “τὰ μέλη 15, 13. 
19, 27. παρίστημι: τὴν χατὰ τοῦ 
μετονομάζομαι 31, 6. | ϑανάτου παραστήσηται 
μητρόπολις: ἱερᾶς καὶ βα-᾿ νίχην 14, 3. 
σιλικῆς “πόλεως 16, 31. πειράω: οὕπω σώματος 
μηχανάομαι: τὸν.. ἔλεγχον 
ἐμηχανᾶτο 13, 13. 
μνῆμα 14, 9. 10. 


μυστήριον: TO» τῆς ἀπο- 30, S. 
καϑάρσεως 22, 5. περιβαλλω: εἰς ἔσχατα ... 
μυστιχός: «ἧς διδασχαλίας onuias περιβαλόντων 
22. 11. 27. 6. 


μυχός: ἐχ σχοτίων «ὧν 
ἀϑεότητος καὶ χαχίας 19, 
23. 


περιβολή: λόγων ^ 18, 13. 

περίβολος: τοῦ “βολον τὰς 
οἰχυδομάς 28. 9. 22. 

περιέχω: ἀπόρρητοι λόγοι 


νεοπαγής: σπήλαιον... “ἧς κουοιν 9, 2I. 
14, 10. περιλαμβάνω: ἀριϑμῷ = 
vis: ϑεοῦ γνώσεως ἐν νυχτί λαβεῖν 20, 2. ' 
19, 7. περίοδος: ἐπὶ τὴν τῶν ... 


ἐθνῶν περίοδον 23, 14. 


οἰχουμένη: τὴν σύμπασαν περίστασις : περιστάσεως 
ἀνϑρώπων “ἣν 18, 1ο. 20, χαταλαβούσης 33. 14. 
23. περιτομή: 0... ἐχ »nc λαὸς 
ολετήρ: Ó τοῦ ϑνητοῦ γέ. 20. 19. 
vov; =» ϑάνατος 12,2. πιστόομαι: τὴν ἀλήϑειαν 


ὁμιλέω 5, 16. 


πιστωσάμενοι 14,29. ἐπι- 
ὁμιλία: τὰς ὁμιλίας ἀνϑοώ- 


στώσατο τὸ χατόρϑωμα 


, ποις ἐποιεῖτο 15, 18. 22, 21. 
ὄργανον 4, 18. 'πλέκω: ἀπὸ παντοίων Aó- | 
ὄρϑιος: 7 ‚nerga μόνη γων. . πλακεῖσαν σαγή- 


^ ἀνεσταμένη 14, 13. γὴν 18, 22. λόγων ἀπορ- 


'πολιορχία: 


ἑτέρου πεπειραμένον 14,, 
ἱπροσήχω: tj προσηχούσῃ 
πέρας: ἐπὶ « ἤχϑη ταῦτα! 


σαγηνεύω. 


ρήτων διχτύοις ϑεῖχξ δυ- 
vaueı πλαχεῖσιν 20, 1. 
'nindiw: λογιχῶν ἰχϑίων 
“ουσαι 20, τι. 
πλημμελῶς: ^ xal ἀσέμνως 
24, I 
πνοή: χαϑαρὰν iv 19 
y τῷ Kar p 
τῶν πολιορχίᾳ 29, 23. 
πολυπλασιάζω 33, 9. 21. 
πολύπλοχος: ^4 πλάνῃ 12, 
13. 
πολυφορέω 33». 8. 
πορεία: τὴν εἰς οὐρανοὺς 
na» στειλάμενος 5, 17. 
προαγορεΐω 16, 21. 
προαναφωνέω 16, 27. 
προγινώσχω. 19, 3. 
πρόειμι: προϊὼν ἑξῆς 34,17. 


'προέρχομαι: προῆλϑον ἐπὶ 


τὴν ... διδασχαλίαν 22,2ς. 


i προίεμαι: τοιάσδε προήχα- 


το. . φωνὰς 26, 17. 
προχαταγγέλλω 29, 24. 
προλέγω: τὰ προλελεγμένα 

22, 28. 
προμαχέω: ol...toi ἔϑνους 

κοὔντες 25, 17. 
πρόνοια: “αν αὐτῶν πε- 

ποιημένος 27, 14. 
προξενγέω: ζωὴν αὐτοῖς. 

“εἴν 19, 26. 
προσδέχομαι 29, 23. 
προσδιαλέγομαι 22, 28. 


. ταφῇ 5. 12. 

|! προσηλόομαι: τῷ xol 
προσηλοῖτο 13, 22. 

προσημαίνω 29, 27. 

πρόσωπον: εἰς αὐτοῦ» εἴρη- 
ται 21, 13. 

προτάττω: κεἰ ἑαυτοῦ τὸν 
Θωμᾶν 35. 4 

προφέρω: προενήνεχται 
(vgl. HS) φωνή 15, 23. 
τὴν xat αὐτῶν ἀπόφα- 
σιν προενήνεχται 27, 16. 

πρόφημι: προέφησε 19,3. 

προχωρέω: τὰ τῆς προρ- 
ρήσεως εἰς ἔργα προχε- 
χώρηχεν͵ 28, 22. 

πρῶτος: οἷος ... τὸ πρῶτον 
nv 5, 15. πρῶτα μὲν ... 
προσχαλεσάμενος 18, 18. 


πτήσσω: παῖντες.. ἐπτή- 
χεσαν φόβῳ. . τὸν 90- 
! ψᾳτον 12, 5. 


σαγηνευτὴς 18, 19. 
σαγηνεύω 18, 30.